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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Neichstagssession 1872.

Volke dennoch niemals gefehlt. Und wenn der Herr Vor-redner mit dem Argumente schließt: „Lösen Sie unsdoch auf, dann werden Sie finden, daß in der Thatunsere Wähler damit einverstanden sind, weniger Steuernzu zahlen oder gar keine!" — so glaube ich das sehrgern; ich habe stets zugegeben, daß kein Mensch gernSteuern zahlt, und die Auflösung des Reichstages, einesolche exzentrische Maßregel bei einer verhältnismäßig sounbedeutenden Budgetfrage, wie diese (Sehr gut! rechts),liegt uns ja sehr fern. Der Herr Vorredner weiß sehrgut, daß wir dazu eben nicht schreiten werden. Daß dieSteuern jedem Wähler unangenehm sind, liegt auf derHand; daß ihm jeder angenehm ist, jeder Abgeordnete,der sagt: „Du zahlst eigentlich zu viel, und ich bin derMann, der dir eine Steuererleichterung verschafft" (Heiter-keit und Bravo! rechts), ist ohne Zweifel; aber ob esmit der politischen Verantwortlichkeit, die ich jedem indiesem Saale in demselben Maße, wie ich sie fühle,wünsche, verträglich ist, dieses Moment so sehr in denVordergrund zu stellen und sich nicht zu fragen, welcheFolgen für die Gesamtheit daraus entstehen, dafür derRegierung die Verantwortlichkeit zu überlassen, das zubedenken gebe ich Ihnen anheim. Ich glaube, meineHerren, daß die Schmeichelei dem Wähler gegenüber,daß die Schmeichelei den unteren Klassen gegenüber vonmancher Seite übertrieben wird, und daß Sie dort mitVersprechungen freigebig sind, die Sie nicht halten können,weder hier, noch wenn Sie an meiner Stelle stehen.(Lebhafter Beifall rechts.)

Als der Abg. v. Ben da die Bemerkung machte, die Erklä-rungen des Reichskanzlers schienen mit denjenigen des PräsidentenDelbrück nicht in Einklang zu stehen, erwiderte Fürst Bismarck: