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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
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244 Die erste Session des deutschen Reichstages.

geben? Ich sage, wenn dieser erste Kaiser zurückkehrtnach einem langen Interregnum im Besitze der größtenVollgewalt, der größten Macht, die augenblicklich in derWelt dasteht, und sich fragt: wie, durch welche Werkzeugehat Gott dies alles verwirklicht? wie habe ich dies ge-wonnen? wem bin ich Dank schuldig? so trifft sein Danknatürlich zuerst sein Heer, die Tapferkeit der Truppen,die Intelligenz der Führer, und es muß ihm ein Herzens-bedürfnis sein, hier zu lohnen, hierzu danken. Tapfer-keit, meine Herren, läßt sich im einzelnen nichtbelohnen; sie istGott seiDank, ein Gemeingutdeutscher Soldaten, daß man sie alle und jedenEinzelnen dafür zu belohnen hätte, wenn man sie be-lohnen wollte. (Bravo!) Aber die Tapferkeit, meineHerren, allein reicht nicht hin zu diesem Erfolge: Muthaben auch die Franzosen bewiesen, tapfer haben auch diefranzösischen Soldaten sich geschlagen; was ihnen fehlte,war die Führung, war die Pflichttreue der Führer, wardie Einsicht der Führer, war die entschlossene Leitungeines kaiserlichen, eines monarchischen Feldherrn, der involler Verantwortung, und sich bewußt, daß er um Kroneund Reich schlug, an ihrer Spitze stand. Jene Führerzu belohnen, muß ein Herzensbedürfnis des Kaisers sein.

Ich will die Nützlichkeitsmomente nicht erwähnen,die darin liegen können, daß man in dem kargen Lebendes Soldaten die Hoffnung aus ein ungewöhnlich großesLos, die Hoffnung, die Napoleon den Marschallsstab imTornister nannte, nicht abschneide durch eine rechnendeKargheit in dem Augenblick, wo, wund, blutend undsiegreich, das Heer nach Hause kommt, sondern daß manin einem solchen Momente reiche Belohnungen gibt fürDienste, die zu leisten jeder in die Lage kommen