124 Der Nordd. Reichstag bis zum Kriege mit Frankreich.
den etwa gewünschten vermittelnden Schritten ausgesprochenwird, habe ich mich beeilt zur Kenntnis Sr. Majestät desKönigs zu bringen. Se. Majestät hat mir befohlen, Ew.Excellenz zu erklären, wie dankbar Er das freundschaftlicheund humane Bestreben anerkenne, von zwei Nationen dieKalamität eines, für die Wohlfahrt von ganz Europa ver-derblichen Krieges abzuwenden, und wie Seine, Niemandembesser, als dem Gouvernement Ihrer Majestät der Königinvon Großbritannien bekannte aufrichtige Friedensliebe Ihnimmer geneigt mache. Sich keiner Verhandlung zu ent-ziehen, welche auf einer, für die Ehre und das National-bewußtsein Deutschlands annehmbaren Basis den Friedenzu sichern den Zweck hätte. Die Möglichkeit zur An-knüpfung solcher Verhandlung würde aber nur durch vor-gängige Feststellung der Bereitwilligkeit Frankreichs ge-wonnen werden können.
Es ist uns äußerlich bekannt, daß Frankreich dengleichen Schritt ablehnend beantwortet hat; von seitender Königlich großbritannischen Regierung ist uns darüberMitteilung gemacht.
Frankreich hat die Initiative zum Kriege ergriffen undan derselben festgehalten, nachdem die erste Komplikationauch nach Englands Meinung materiell beseitigt war. Einevon unserer Seite jetzt zu ergreifende Initiative zu Ver-handlungen würde von dem nationalen Gefühle der Deut-schen, nachdem dasselbe durch Frankreichs Drohungen tiefverletzt und aufgeregt worden, mißverstanden werden.(Bravo! Sehr richtig!)
Unsere Stärke liegt in dem nationalen, dem Rechts-und Ehrgefühl der Nation (Bravo!), während die fran-zösische Regierung bewiesen hat, daß sie dieser Stütze imeigenen Lande nicht in gleichem Maße bedarf. (Sehrgut!)
Indem ich mich hiermit der Befehle Sr. Majestät ent-