Z4 Der Nordd. Reichstag bis zum Kriege mit Frankreich.
Wenn man den Eintritt Badens in den NorddeutschenBund wünscht, so kann doch unmöglich einer von unsdies als ein Definitivum, als einen definitiven Abschlußder deutschen Frage betrachten wollen, sondern wir wer-den darüber einig sein, daß es nur das Mittel seinkann, für das gesamte Deutschland, zwischen Norddeutsch-land und dem gesamten Süden Deutschlands diejenigeengere Vereinigung herbeizuführen, die wir Alle erstreben,mag es sein, in welcher Form es will, und die ich dahindefinieren möchte, daß wir die intimsten gemeinsamenInstitutionen, über die wir uns beiderseitig in vollerFreiwilligkeit einigen können, herbeiführen — aber involler Freiwilligkeit, ohne Drohung, ohne Pression, ohneDruck! Der verstimmte, gezwungene Bayer oder Würt-temberger in der engsten Genossenschaft kann mir nichtshelfen, und ich würde immer vorziehen, noch ein Men-schenalter zu warten, als Zwang nach der Richtung hinzu üben.
Nun fragt es sich, an welcher Stelle ist das Groß-herzogtum Baden, als Träger des nationalen Gedan-kens, ich kann sagen, als der einzige offizielle Trägerdes nationalen Gedankens unter den vier süddeutschenStaaten — an welcher Stelle ist es der nationalen Eini-gung Deutschlands förderlicher: als abgeschlossener Be-standteil des Bundes, ausgeschlossen ans dem Süden,oder als vermittelndes Element innerhalb der Verhand-lungen, die der Süden in sich und mit dem NorddeutschenBunde führt? Ich kann mich darin irren — vielleichtist mir das Glück im richtigen Griff, das mich eine Zeit-lang begleitet hat, abhanden gekommen, vielleicht ist esauf den ersten Herrn Redner übergegangen (Heiterkeit)— ich kann mich darin irren, es kann sein, daß meine