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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
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Vertagung der Landtagssession.

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unter allen Umständen so weit vorwärts kommen, daßdas Abgeordnetenhaus seine Arbeiten abgeschlossen hat,das Herrenhaus wenigstens die Gelegenheit gehabt hat,sich auszusprechen, wenn etwa die Schwierigkeiten, eineEinigung herzustellen, unüberwindlich sein sollten, wenig-stens einen Ausspruch zu leisten, auf den die Mitgliedersich bei den Wahlen beziehen können; und wenn es richtigist, daß die Beschlüsse des anderen Hauses so viel Miß-vergnügen in den beteiligten Kreisen erregt haben, sowerden die einzelnen Mitglieder des Herrenhauses ihrerpolitischen Stellung durch solche Aussprache wesentlichenVorschub leisten. Denn ich glaube nicht, daß alle Wählerdie Zeitungen und die Landtagsverhandlungen mit der-selben Genauigkeit lesen, wie wir hier; sondern um Allenklar zu machen, um was es sich hier handelt, kann mannicht oft und gründlich genug die Sache diskutieren.Denn schon jemand, der unter uns lebt, ohne den De-batten genau zu folgen, kommt darüber sehr leicht inJrrtümer.

Ich glaube, daß diese Aussprache, die ich dem Herren-hause zu gönnen für meine Pflicht halte, nicht verlorensein wird, und ich halte die Kgl. Regierung für ver-pflichtet, sie herbeizuführen; auch wenn das heutige VotumIhr Entgegenkommen nicht bethätigen wird, so kann ichnicht anders, als Sr. Majestät dem Könige raten, daßnach dem Schlüsse des Reichstages, wenn die Vertagungvon Ihnen abgelehnt würde, eine außerordentliche Sitzungberufen werde.

Was schließlich den Vorwurf betrifft, als würde vonuns der Reichstag rücksichtsvoller behandelt als das Herren-haus, so muß ich auf ihn doch als Bundeskanzler einenkurzen Rückblick werfen. Ich bedauere, daß bei früheren Ge-