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mehrter Auflage erschienen ist. Der Verfasser gesteht, daß dieAufklärung über das seltsame Gebühren des scheuen Vogels nochnicht vollkommen ist; er verfährt daher in seiner Schrift teil-weise defensiv. In der That gehen noch allerlei Mythen undMärchen über ihn um. Ich erinnere mich, daß einst ein Land-pastor in vollem Ernste versicherte, der Kukuk verwandle sich imWinter in einen Sperber. In Mors zog ich einst einen jungenKukuk auf, den mir ein Landmann verehrte. Er hatte ein rundesLoch in der Zunge. Ob er durch dasselbe die zwei, eine großeTerz auseinander liegenden Töne hervorbringt, weiß ich nicht.Herr Opel erwähnt solches Loches nicht. Er warsehr gefräßig,unbändig und — verschied bald.
Nach dem Ornithologen Neumann wird der Kukuk 20 bis30 Jahre alt. Es gtebt verschiedene Arten, eine ist rotbraun,die in Italien und im südlichen Deutschland und in Osteuropahäufiger vorkommt als bei uns. Er geht hinauf bis zum Nord-kap. Als Zugvogel wandert er schon im August nach Afrika(Inseln des grünen Vorgebirges). Jedes Pärchen lebt ineinem eigenen Revier. Mit anderen Vögeln hat er immer Streit.Er frißt die kleineren, auch Eier („Kukuk-Eierschluck!"). Er frißtInsekten, auch Larven, soll auch manchmal seine Nestgenossenangreifen. Er steht daher in bösem Ruf. Er legt seine 4—6Eier in die Nester der Grasmücken, Lerchen, Ammern n. s. w.,in jedes Nest nur eins. Die Eier sollen meist den übrigen Eierndes betreffenden Vogels gleichen (Kukukseier). Er bleibt ein ge-heimnisvolles Tier.
Sein Rufeil bedeutet Regen (?). Aristoteles nennt dieVogelrepublik „Wolkenkukuksheim". Ein englisches Kirchenliedhandelt vom Kukuk. In Haydns „Schöpfung" hört man denKukuk. Er ist ein Prophet, die Zahl seiner Rufe verkündet demHörer die Zahl seiner noch übrigen Lebensjahre. Auch vermehrter das Geld, das man in der Börse trägt. Er steht im Bundemit dem Teufel. Auf dem Blocksberge „tanzen der Kukuk undsein Küster". „Das weiß der Kukuk". „Hol Dich der Kukuk!"u. s. w.
Die Ursache des Nichtbrütens ist schwer zu ergründen.