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Berlin verfallen noch alljährlich Dutzende von Menschen wegenQuälerei von Pferden und Hunden u. s. w. den Polizeistrafen.Mit der Jugend muß angefangen werden. Hier liegt ein Feldedler Thätigkeit für die Lehrer vor, nicht bloß um iu national-ökouomischer Hinsicht Nutzen zu stiften, da die Vögel die schädlichenInsekten vertilgen, sondern auch iu bezug auf Humanität, Respektvor der Natur und Liebe zu derselben. Die Alten verurteilteneinen Knaben zum Tode, weil er einer Wachtel die Augen aus-gestochen hatte, indem sie sehr richtig der Meinung waren, solcheRuchlosigkeit werde sich später in Grausamkeit gegen Menschenoffenbaren. Die deutschen Lehrer denken au Gemtttsbi ldung.Pflanzet Achtung und Liebe und Kenntnis der Pflanzen- undTierwelt in die Seelen der Kinder, und Ihr könnt Euch desGeschwätzes über Gemütsbildung überheben. Nach alter Sagesetzte Walter von der Vogelweide in seinem Testamentefest, daß auf seinem Grabsteine zwei Gruben angebracht werdensollten, die eine mit Wasser, die andere mit Körnern zu füllen,„damit die Vögel, die ich allezeit geliebt, herbeikommen undguter Dinge bei mir sind". —
Schützet und speiset die Vögel im Winter, besonders dieInsektenfresser, die so großen Nutzen stiften! vr. Br eh m machtin der „Gartenlaube" auf die Meiseu besonders aufmerksam,die in der Vertilgung der Insekten „das Größte leisten". EinPärchen verzehrt mit seiner Brut vier Millionen — durchBeobachtung und Berechnung erwiesen. Darum „Fütterung der-selben in der Nähe unserer Wohnungen!" Welch' hohes Ent-zücken gewährt ihr lustiges Treiben bei der Fensterfütterungunseren Kindern! Wie wird ihr Mitleid und ihre Mildthätig-keit davurch erregt! Werden sie dadurch nicht gewöhnt, gleicheMildthätigkeit gegen leidende Mitmenschen zu üben? „denn wollenwir auch den armen Vögeln bescheeren" — riefen unsere Kinderin ihrer Weihnachtsfreude. Ist das nichts, nichts die Freude ander Natur und ihren Geschöpfen? u. s. w.
Als Eckermann seinem Gönner Goethe einst die Ge-schichte von einem Rotkehlchen, welches junge Meisen, derenEltern abhanden gekommen waren, zu füttern beeifert war, er-