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sind die Hochbegabten und Glücklichen, denen es gelingt. SoChristoph Kolumbus, so Martin Luther. Der einewie der andere führte eine neue Zeit herauf. Die Zeit mußtefür ihr Wirken die Empfänglichkeit und Reife besitzen; aber dieMacht ihres Einflusses hatte ihren Grund in der Tiefe undEnergie ihrer Natur. Sie konnten nicht anders, als so zu handeln,wie sie handelten, und die Zeit war für ihr Thun empfänglich.So steht nach Schiller der Genius des Menschen mit derNatur iu ewigem Bunde, und derselbe spricht die kühne Wahr-heit aus, daß die neue Welt aus dem Ozean heraufgestiegen seinwürde, wenn sie nicht schon existiert hätte, als Kolumbus, vonseinem Genius geleitet, sie suchte.
Wer eine Ahnung davon hat, wird sich dabei des Gefühlseiner Achtung, die an ehrfurchtsvolle, heilige Scheu grenzt, nichtentschlagen können. Wer möchte die Kühnheit, um nicht zu sagenFrechheit und Gottlosigkeit, haben, dem Wirken eines solchenGenius, einer ursprünglich schaffenden Kraft entgegenzuwirken,oder gar sie zu vernichten?
Der Gewissenhafte wird sich daher gewiß zehn- und hundert-mal besinnen, die ihm etwa verliehene äußere Gewalt zurSchwächung oder Unterdrückung eines schöpferischen Genius an-zuwenden. Das Vernichten ist leicht; es bedarf dazu oft nureines Befehls, eines Dekrets, einer Verfügung, die, wie einMeltau, die reiche Saat einer ganzen Flur in einer Nacht zuvernichten vermag. Der Mensch wird mit dem Urrechte, seineNatur zu entwickeln und ihr gemäß zu leben, soweit dieseskeines anderen Rechte beschränkt, geboren. Jede Verkümmerungdieses Rechtes ist ein Frevel gegen die Gesetze Gottes und derNatur. Die in einen Menschen gelegte schöpferische Kraft gehtihre eigenen Wege, schlägt neue ein, wirkt in origineller Weise.Wo man etwas derart verspürt, da wird man von einem Ge-fühl der Ehrfurcht beschlichen. Man steht vor einem neuenSchöpfungsakte. Wer hat den mit roher Faust zu störenFrechheit genug? — Hier ziehe die Schuhe aus, auch hier istheiliges Land!
So verhält es sich mit dem Triebe, der in allen schöpferischen