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wnu in Wahrheit auf einem Gebiete widersprochen wird,ist auf keinem Gebiete wahr. Auf religiösem Standpunktekann nicht etwas wahr sein, was auf naturgesetzlichemfalsch ist.
5. Das „Herz" im gewöhnlichen Sinne des Wortes hat keineStimme darüber, was wahr oder falsch ist oder nach seinemGelüste wahr sein soll.
6. Nicht dieses oder jenes muß „geistlich", anderes ungeistlich,sondern alles muß natur gesetzlich gerichtet werden.
7. Für Gegensätze, die wirkliche Widersprüche enthalten, giebtes keine „höhere Einheit". Ist der eine wahr, so ist ebendarum der andere falsch.
8. Behauptungen, deren Wahrheit sich nicht Nachweisen läßt,haben keinen Wert; sich dabei auf das „Herz" zu berufen,ist unstatthaft.
9. Keine Zeit verliert den Boden unter den Füßen durch Be-zweifeln des Bezweiselbaren, sondern durch eigensinnigesFesthalten dessen, was sich überlebt hat.
10. Was Gott thnn kann, ist eine Frage des Vorwitzes. DerMensch kann aber nur naturgesetzliche (Natur-, inal. Ver-nunft-) Wirkungen begreifen und verstehen. Sollten natur-gesetzwidrige Vorgänge Vorkommen, so gehen sie den Menschennichts an, sie sind für ihn nicht da.
11. Die Annahme einer „höheren und einer niederen Ordnungder Natur", mit der stillschweigenden (pfiffigen) Unter-stellung, daß jene dieser widersprechen könne und dürfe, isteine Chimäre.
12. „Den Verstand gefangen nehmen unter den Gehorsam" heißtsich selbst töten oder verstümmeln, heißt eine von demSchöpfer dein Menschen verliehene Gabe um des Hochmutseines andern willen wegwerfen. Die fromme Phrase istnicht imstande, jenes als ein Verbrechen zu erkennen. DerMensch hat nicht bloß das Recht, seine Vernunft zu ge-brauchen, sondern er hat nicht das Recht, auf sie in irgendeinem Stücke zu verzichten.
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