Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

211

Überzeugung frei auszusprecheu, zu rauben, sie zur Unterwerfungunter fremde Autoritäten zu bewegen, sie zum Glauben, sei erauch mit Aberglauben gemischt, zu veranlassen sich bemühen!Fort mit ihnen, es sind keine Deutschen.

7. Deutsch ist die Bescheidenheit, die Schamhaftigkeit, un-deutsch ist die Ausschneiderei, die Frechheit, die Frivolität.

Das Leben im Gemüt erlaubt keine Profanation, keine Zur-schaustellung, es ist verschämt in sich.

Gilt das vom Alaune, so gilt es noch in viel höheremGrade vom Weibe. Ein schamloses, frivoles, freches deutschesWeib ist daher die schreckhafteste aller Erscheinungen.

Merke man sich aber auch dies: das Auskramen der Gefühleist undeutsch; ist irgendwo das Mißtrauen gerecht, so ist es hier.Am allerwenigsten vertragen die religiösen Gefühle Bloßstellung.Traue daher dem religiösen Schwätzer nicht!

8. Deutsch ist die Arbeitsamkeit, die Ausdauer, der Fleiß,nudeutsch ist die Faulheit, die Flüchtigkeit, die Zeitverschwendung.Jene Tugenden sind im Auslande unter dem Namen derdeutschen Tugenden" bekannt.Ehre, dem Ehre gebührt!"

9. Deutsch ist die Gründlichkeit, besonders iu den Wissen-schaften, undeutsch die Oberflächlichkeit, das seichte und oberfläch-liche Aburteilen, die Flüchtigkeit.

Alan denke an deutsche Gelehrsamkeit, deutsche Wissenschaft-lichkeit, deutsche Philosophie!

10. Deutsch ist die Hingebung, die Treue, die Pietät, dasVertraue», undeutsch die Benutzung-der Menschen als bloßesMittel, die Treulosigkeit in Wort und That, das Mißtrauen.

Sollte es daher wahr sein, daß das deutsche Volk die ge-nannten alten Tugenden, die Treue, die Pietät, die Geneigtheitzur Hingebung und zum Vertrauen, verloren habe, was mußdann müssen wir wieder fragen vorgegangen sein, d. h.was für himmelschreiende/ antinationale Dinge müssen passiertsein, die es veranlaßt, verschuldet haben, dem Herzen des Volkesdiese wurzelhaften Tugenden zu entreißen?

11. Deutsch ist mit der Wahrhaftigkeit die Ehrlichkeit, die

14 *