Ein Brief.
Es dürste Ihnen, Herr Doktor, nicht ganz deutlich gewordensein, was ich als Lehrer in pädagogisch-didaktischer Hinsicht vonIhnen verlange. Ich will es Ihnen so klar, als ich es vermag,vorlegen. Es betrifft den ersten Konflikt oder, wem: Sie wollen,die Kollision, welche in der Überzeugung des Lehrers, welcherdem rationalen (psychologisch und erfahrungsmäßig begründeten)Prinzip huldigt, dann entsteht, wenn er das orthodoxe System,wie Sie ihn: huldigen und das Sie als die allgemeine Kirchen-lehre und folglich als den Inhalt des allein seligmachendenGlaubens aufstellen, an die Kinder heranbringen will. Den Aus-druck heran bringen werden Sie nicht tadeln; denn die Kirchelehrt, daß der Glaubensinhalt n. s. w. ohne Zuthun der Menschenvon: Himmel herabgekommen, also außer dem Menschen ent-standen, daß er im natürlichen Zustande demselben fremd sei,daß sich der Mensch gegen denselben feindselig verhalte. Es ent-steht also die pädagogische Frage: wie bringe ich das Kind inseiner natürlichen, wie Sie sagen, verwerflichen Beschaffenheitzur Annahme der Dogmen, worauf doch zuletzt alles ankommt,wenn das Kind ein ..gläubiger Christ" werden soll? Den Wegoder die Methode zu diesen: Ziele müssen Sie uns angeben.Es ist dieses die Aufgabe der Snpranaturalisten. Denn derRationalist steht damit, wie Sie lehren, in Widerspruch, vonihm kann die Lösung dieser Aufgabe nicht ausgehen; oder wenner selbst bereits ein Gläubiger gewordeu (immer in Ihrem Sinne),