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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Lnrclouui lliai'6 — Sarkom.

Maria Deraisme, I-s tlrsatrs äs 8., 1875, u. A.;Gottschall, Portraits n. Studien, Bd. 4, Lpz. 1874;Montcgu in der Rsvus ckss Ueux monäos, 1877;Lindau, in der Gegenwart 1876, 4 u. 5. Bolchert.

8sr<ioum mare (8arckoinenm inaro, a. Geogr.),der südlich u. westlich von Sardinien gelegene Theildes Mittelmeeres.

Sarepta, 1) (Zarphat, a. Geogr.), Stadt inPhönikien zwischen Tyros n. Sidon, in deren Um-gegend ein feuriger Wein wuchs; hier hielt sich derProphet EliaS während einer Thenernug bei einerWittwe auf; im Mittelalter war es ein befestigterPlatz n. Sitz eines Bischofs; jetzt in der Nähe L>a-rafeud. 3 ) (n.Geogr.)Colo»ieimKreiseZarizyndesrnss. Gonv. Saratow, an dem Einflüsse der Sarpain die Wolga; hat mehrere Fabriken, Sensbereitung,Seiden- u. Tabakbau, lebhaften Handel n. ist eineColonie der Herrnhuter (s. Brüdergemeinde). S.wurde 1765 angelegt und 1797 vom Kaiser Paul I.niit eigener Gerichtsbarkeit (ausgenommen Crimi-naljustiz) beliehcn. Droiike.

Sarg, Behältnis;, in welchem ein Leichnam indie Erde begraben od. in einer Gruft beigesetzt wird.Bei Völkern, bei denen das Einbalsamiren gebräuch-lich war, wie bei den Ägyptern, hatte man Särgevon Sykomorenholz.od. eine Art Futterale aus Zeug,welche nach der Gestalt der Mumie gearbeitet warenn. das Gesicht der Leiche, mit einer Maske bedeckt,frei ließen. Diese Särge wurden nun in größereBehälter, Sarkophage, gelegt, welche meist aus Kalk-stein, seltener aus Marmor od. Basalt, für Könige». Priester von Granit waren; innen n. außen mitHieroglyphen n. Bildern religiöser Bedeutung. Wennbei den Griechen u. Römern die Leichen unverbranntbegraben wurden, so wurden sie zuweilen in einemsteinernen od. auch thönernen Sarg eingeschlossen,die später mit Neliejs geschmückt ans die Monumentegesetzt wurden. Im Mittelalter kamen für Große diemetallenen Särge ans Kupfer, Zinn, Blei, für Für-sten auch wohl aus Silber bestehend, ans, welchedann wieder in hölzerne gesetzt wurden.

Sargäns, 1) Landvoigtei und Grafschaft derSchweiz von 1482—1798, unter Hoheit der acht al-ten Kantone. 3 ) Städtchen und Hanptort in demgleichnam. Bez. des schweizer. Kantons St. Gallen,am Fuße des Gonzen, zwischen dem Rhein und derSeez,KnotenpnnktderVereinigtenSchweizerbahnen;altes Felsenschloß, einst Sitz des Grafen von Wer-denberg-S. u. dann von 1482—1798 der eidgenöss.Landvögte; Landwirthschaft, Weinbau, kalte Schwe-felquelle; 1870: 1014 Ew. Dabei ein Eisenwerk.

Sargassomcer, s. n. Algen, S. 412. sH. Berns.

Largaosum Pflanzengatt, aus der Fam. §n-saosas, ausgezeichnet dadurch,daß die Besruchtungs-vrgane an besonderen reich verzweigten axillärenZweigen stehen. Über 100 Arten in den tropischenMeeren; häufigste Art 8. vuIZars ^.A,, mit lineal-od. länglich-lanzettlichen gesägten blattartigen Ab-schnitten n. dichotomisch verzweigten, die Geschlechts-organe tragenden Gebilden in den Achseln derselben.

Sargou (8krraüin), König von Assyrien, Vaterdes Sanherib, der wahrscheinliche Stifter der Dy-nastie der Sargoniden, regierte von 722—705 undwar einer der gewaltigsten aller assyrischen Könige.Er eroberte vollends das von Salmanassar 3 Jahrelang belagerte Samaria u. machte überhaupt Nord-

> Israel ein Ende. Auch mit Ägypten führte er Krieg,belagerte und eroberte Asdod; besiegte Elam, nichtminder den König Merodach-Baladan von Baby-lon n. setzte sich (709) selber die Krone von Babylonaufs Haupt. Ebenso führte er siegreiche Kriege mitMedien u. Armenien n. machte dem Chatti-ReicheKarkemisch am Euphrat ein Ende. Nordnordöstlichvon Ninive, an der Stelle des heutigen Khorsabad,erbaute er sich einen Prachtpalast, dessen Vollendunger aber nicht lange überlebte. Er starb, vielleicht er-mordet, 705. Der Palast wurde von dem FranzosenBotta aufgegraben; die wichtigsten Neliesplatten n.sonstige Überbleibsel desselben im Louvre zu Paris.

Sari, Hauptstadt der pers. Pro». Masenderau,unweit des Kaspischen Meeres, eine früher bedeu-tende Stadt, jetzt im Sinken; auf 8000 Ew. geschätzt.

Sarikol, so v. w. Siriknl.

Sank (Gers, Serq), eine der englisch-normanni-schen Inseln im Canal (La Manche), unweit derfranzösischen Küste, 5,o Icm lang, 2,^ lem breit und6,i6 HZbm groß, mit 548 Ew.; besteht aus 2 Thei-len, die durch eine 117 m hohe, schmale Landengeverbunden sind. Die steilen Küsten können an meh-reren Stellen bestiegen werden; der am meisten be-nutzte Weg führt vom kleinen Hafen de Creux durcheinen durch die Granitfelsen gebrochenen Tunnelans das gut angebaute Plateau. Die Einwohnertreiben Ackerbau u. Fischfang u. haben für die Ver-waltung ihrer Localangelegenheiten ein eigenes Par- s;lament. Die nur 73 in breite Meerenge le Gonilot ^trcnnt von S. das unbewohnte Fclseneiland Vre- ^chon (lis äss marestanäs), ans dem zahlreiche Ka-ninchen leben. H- Berns.

Sarkasmus (v. Gr.), das Zerren am Fleische; ?ein bitterer, mit Hohn verbundener, tief verletzender, 'sden davon Getroffenen gleichsam zerflcischenderSpott; idaher sarkastisch, höhnisch, beißend,bitter.

Sarkocele, so v. w. Fleischbrnch.

Sarkode, s. Zelle.

Sarkolemma , s. Muskel.

Sarkom (8arooma, v. Griech., Fleischgeschwulst),eine Geschwulst, welche nach der Erklärung der frü-heren Zeit die Farbe und Cousistenz von Fleisch hat.

Als Fleisch bezeichnet aber der Volksmnud nicht all-ein das Mnskelfleisch, sondern auch faserige Gewebe, !das sogen, wilde Fleisch (oaro luxnrians), Narben- >gewebe rc.; der Begriff ist demnach ein sehr nnbe- Lstimmter. Die heutige Medicin erklärt nach Vir- schow alle diejenigen Geschwülste für S-e, deren >Gewebe der allgemeinen Gruppe nach der Binde- ssubstanzreihe angehört und die sich von den scharf >zu trennenden Species der bindegewebigen Gruppen ^nur durch die vorwiegende Entwickelung der zeitigen iElemente unterscheiden. Zwar treffen wir in den iS-en meist zu gleicher Zeit die verschiedensten Arten IderZellen,doch lassensich immerhin drei große Grup- >pen vonS.nnterscheiden: dieRnndzellen-S>e,wenn IRnndzellen, Spindelzellen-S-e, wenn Spindelzellen, IFibrome, wenn Fasergewebs vorwalten. Außerdem zkönnen sich in den S-en Schleim-, Knochen- u. Fett- -sgewebe als secundäre Bildungen vorfinden u. derCousistenz und histologischen Beschaffenheit der S-e smancherlei Verschiedenheiten verursachen. Besondersist dies der Fall, wenn sich zu einem Rnndzellen-S-eine Kuochennenbildnng hinzugesellt (Osteoids»» ^kom). Die S-e gehören, wenn sie reine S-e sind, zu