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Rechtswohlthat
oberste Gesetz des Rechts aus der Vernunft entwickelt,in reine Nechtslehre, u. insofern sie dasselbe auf diein der menschlichen Gesellschaft möglichen Verhält-nisse anwendet, in angewandte Rechtslehre zerfällt;II. die historische Behandlung des Rechts (s.Rechtsgeschichte); III. die dogmatischeBehand-lung, deren Aufgabe die Entwickelung der allgemei-nen leitenden Grundsätze n. der besonderen positivenBestimmung in der Anordnung auf die vorkommen-dcn Verhältnisse ist. Diese zerfällt in eine theore-tische R., d. i. Darstellung des Systems der recht-lichen Bestimmungen, u. in eine praktische, d. i.Inbegriff der Regeln, nach denen diese rechtlichenBestimmungen in Anwendung gebracht werden. Dietheoretische R. wird eingetheilt in: 1) das öffent-liche Recht, Staatsrccht, Völkerrecht, Kirchenrccht,Strafrecht, theilweise auch Lehn-, Handels- u. See-recht; 2) Privatrecht (auch als Civilrecht verstan-den), das a) geschichtlich sich in Römisches (Civil-)Recht, neben dem noch bas Kanonische Recht in Be-tracht zu ziehen ist, Deutsches Privatrecht u. Parti-cularrecht, b) systematisch sich in Familien-, Sachen-,Erb- und Obligationenrecht scheidet, zu denen nochverschiedene als besondere Lehren, so Wechsel-, Con-curs-, Lehns-, Handels- n. Secrecht komme», letzteredrei ihrer Natur nach zum Theil auch in das öffent-liche Recht fallend. Die praktische R. umfasst LasProceßrecht (Civil- n. Criminalproceß) und alsNebenwissenschaft den sehr wichtigen Theil der R.,die Referirknnst. Mit Ausstellung u. Erklärungdieser Generalabtheilnugen besaßt sich die Encyklo-pädie der R., mit der zumeist als praktische Anleit-ung zum Studium des Rechts in seinen Einzelhei-ten noch eine Methodologie der R. verbunden ist.Vgl. die Encyklopädien von Falk, 4. A., Kiel 1839,von Warnkönig, Tüb. 1853, Ahrens, Wien 1855,Walter, Bonn 1856, Holtzendorff, 2. A., Lpz. 1873bis 1875,3Bde., ».dann in Sonderheit das Rechts-lexikon von Weiske, 15 Bde., Lpz. 1838—61. —i-
Nechtstvohlthat (Lsnsüoium legis od. juris),s. Lenelieinm 1).
Rechtszuständigkeit, so v. w. Competenz.
Necidlv (v. Lat.), Rückfall, Wiederkehr.
Recife, s. Pernambnco 2).
Neolps (lat.), nimm, gewöhnlich abgekürzt (R.)als Eingang von Necepten.
Necipiren (v.Lat.), annehmen, ausnehmen; da-her Recipiend, der in einer Gesellschaft u. dergl.ausgenommen werden soll; dagegen R ecipi e nt(derAusnehmende), 1) Empjänger; 2) der Hohlkörper,aus welchem die Luft möglichst entfernt werden soll;s. u. Lustpumpe.
kieoiprSoo (lat.), 1) wechselseitig, gegenseitig, aufeinander sich beziehend; 2) zurückführend, rllckwir-kc nd, rückdeutend; reciprvcabel, wechselbar, gleich,geltend; reciprocirlich, wechselseitig, z. B. reci-procirliches Testament, s. u. Testament. Re-ciprocität, 1) Gegenseitigkeit, Wechselseitigkeit; 2)die Verwandtschaft, welche bei rcciproken Figuren(s. Reciprok) stattfindet.
fioolprizcum pron7men, s. u. Pronomen.
Reciprok (v. Lat., gegenseitig, Math.) heißen n)zwei Zahlen, wen» ihr Product gleich 1 ist, wie 5 u,
a u.5 und Z; die eine heißt der reciprokeWerth der andern; b) eine Gleichung, wenn neben
— Reck, Recke.
jeder Wurzel anch deren reciproker Werth als Wur-zel vorhanden ist; e) Reihen, deren Glieder Brüchevon gleichem Zähler sind, für welche jedoch die Nen-ner eine arithmetische Reihe bilden; ä) die Spirale,für welche die Radienveclorcn im umgekehrten Ver-hältniß der mit der Achse gebildeten Winkel stehen;o) geradlinige-Figuren oder Systeme von Punkten,wenn jedem Punkte des einen Systems eine geradeLinie des andern entspricht. Der Punkt n. die ihmentsprechende Gerade heißen bezüglich Pol n. Polar-linie oder Polare. Buchruckcr.
Necitativ (ital. Lsoitativo), die Gattung derGesangsmusik, welche sich der pathetischen Declama-tiou am meisten nähert, oder den Übergang von deraffectvollen Rede zum Gesänge bildet. Sie unter-scheidet sich von der Declamalion Lurch Gebrauchvon wirklichen in der Tonleiter liegenden Tönen,vom wirklichen Gesang aber durch Len fehlenden be-stimmten Rhythmus. Die Länge od. Kürze der Tönehängt nämlich beim R. von der Quantität der Sil-ben, od. von den declamatorischen Accenten ab. Eswird bes. bei Oratorien, Opern u. Cantaten auge-wendet n. vorzüglich dann, wenn der Text didaktischod. erzählend ist. Hinsichtlich der Begleitung unter-scheidet man: das einfache R. (8,. 8sooo), welchesin den Einschnitten, Cadenzen u. harmonischen Wen-dungen so begleitet wird, daß die Grnndstimme LenBaßton angibt u. der Flügel od. das Violoncell diefehlenden Intervalle darüber anschlägt, und Lasobligate od. accompa gnirte R. (L. obliKnto,L. kiLeompagnato) , wo nicht nur die Bogcninstrn-mcnte alle milwirken, sondern auch hier und da dieBlasinstrumente eintreten, auch sogar bei Schilder-ungen das ganze Orchester kleine Tongemälde ein-schaltet. Ost geschieht es auch mitten im R., daß,wenn sich der Text zum Lyrischen wendet, der Gesangrhythmisch wird. Man bezeichnet solche Stellendurch Arioso, Oantadils, a tsnipo rc. Die Recita-tion ist die älteste mnsikalische Ansdrucksweise. Siewurde von Len alten Cultnrvölkern, bes. Len He-bräern u. Griechen gepflegt u. erhielt sich, als daschristliche Zeitalter die selbständige Melodie hervor-gebracht hatte. Eine Weiterbildung bekam sie zu-nächst in der heute noch im Collcctsnton üblichenPsalmodie des christlichen Cnltns, dann in den Opern-versuchen des 17. Jahrh., wo sie zuerst von Caccini,Jacopo Peri,Cavaglieri(s.Oper) angewandt wurde.In der Folge trat Las R. in ein immer abgegrenz-teres Verhältnis) zur Arie, ein näheres zum Wortu. zur Handlung u. wurde weiter entwickelt u. zurAusbildung gebracht Lurch Monteverde, Carissimi,Alessandro Scarlatti, Heinr. Schütz, Händel, Seb.Bach, Lully, Rameau, Gluck, Mozart, Beethoven,Richard Wagner u. A. Si-benrock.
Recitiren (v. Lat.), hersagen, vorlesen, erzählen.Daher Recitation, Vorlesen eigener, sowie Her-sageu od. Vorlesen fremder od. auswendig gelernterSachen.
Neck, s. Turnen.
Reck,Recke, vonder, Elisabeth CharlotteConstantia, als Dichterin bekannt unter dem Na-men Elisa von der R., Tochter des 1785 verstor-benen Grafen Johann Friedrich von Medein, geb.2V.Mai 1754 aus dem Gute Schönbnrg in Kurland,Stiefschwester der Herzogin Dorothea von Kurland.Eine unglückliche Heirath mit dein Freiherrn v. d.