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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rebhuhn -

Lager, streicht mehrmals eine Strecke weit fort n.bleibt dann liegen, um Abends wieder nach ein- od.mehrmaligem Anssteh en ihrNachtlager zu nehmen.Zersprengte Ketten schreien sich durch einen eigen-thümlichen Lockruf baldmöglichst wieder zusammen.Das R. verübt keinerlei Schaden; sein Wildpret istwohlschmeckend und gesund. Feinde desselben sindFüchse, Katzen, Marder, Wiesel, Iltisse u. die Raub-vögel; auch werden dieNester häufig beim Abmähender Wiesen u. Felder zerstört. Um ein zahlreichesFeldhühnergehege zu erhalten, vertilgt manmöglichst das Raubzeug, streut beiSchnee Futter inden Remisen aus, schont die Ketten einige Jahre langu. schießt dann stets nur etwa die Hälfte einer jeden,dabei womöglich den alten Hahn. Auch kann manim Herbst einige Ketten einsangen, sie den Winterüber in Hllhnerkästen oder Kammern verwahren u.füttern n. im Frühjaare paarweise wieder aussetzen.Die Feldhühnerjagd, die überall zur niederenJagd gehört, wird meist im Herbst nach Aberntnngder Felder als Suche mit dem Hühnerhund (s. d.)exercirt. Man läßt wo möglich früh morgens dieeinzelnen Ketten verhören (d. h. beobachten, wosie znm letztenMale eingefallen sind), sucht dann dieFelder gegen den Wind ab u. schießt einzelne Hüh-ner aus der Kette, welche der Hund austhut, indemman derselben immer wieder folgt, bis sie gesprengtist. Dann kann man die Hühner noch einzeln auf-suchen oder abwarten, bis sie sich wieder znsammen-schreien. Außer derSnche fängt man die Feldhühnerauch in Steckgarnen, im Tiras u. imTreibzeug, od.beizt sie mit Falken. ?. saxatckis LksUsi-, Stein-hnhn,40om; Oberseite sowie die Brust aschblau;die weiße Kehle wird durch ein schwarzes Band einge-faßt; Bauch rostgelb. Aehnlich diesem ist?. rubraLrrss., Rothhuhn, 36 ein, jedoch ist der Rückenmehr braun und die schwarze Einfassung der Kehlebreitet sich nach unten strahliz ans. Beide Arten sindsüdeuropäisch. ?.pstrosa,Klippenhnhn, inSar-dinien, Griechenland u. einzelnen Stellen SFrank-reichs,mit kastanienbraunem, weißgetüpfeltem Hals-band, gehört mit den eben genannten 2 Arten derGruppe der Rothhühner an. Vgl. v. Thüugen, DasR., Weim. 1876. Farwick. Wimmenaiicr I,.

Rebhuhn, Paul, deutscher Dramatiker, gebe-rener Österreicher, studirte in Wittenberg, wo erLuthers Hausgenosse war, wurde 1531 Schulmei-ster in Kahla, 1535 Conrector in Zwickau, 1538Oberprediger in Plauen u. 1542 Superintendent inÖlsnitz, wo er 1546 starb. Er machte sich besondersum die metrische Form des Dramas verdient. Vonihm: Geistliches Spiel von der keuschen Susann«,Zwickau 1536, Worms 1538; Hochzeitsspiel auf derHochzeit zu Cana, 2. A. Nllrnb. 1572.

Rcüi el-accher(arab.), Frühling, der vierte Mo-nat des mohammedanischenMondjahres; Rebi el-awwel, der dritte Monat desselben; letzterer hat 30Tage u. entspricht derZeit vom 7.Sept. bis 5.Oct.unseres Kalenders, während elfterer nur 29 Tagehat und der Zeit vom 6. Oct. bis 3. Nov. unsererRechnung entspricht.

Reblaus, klrMoxora, vastatrix Blattlaus-art, auch als Wurzellaus der Rebe bezeichnet; be-rüchtigt geworden durch die ungeheuren Verwüstun-gen, die sie in den französischen u. dann in den por-tugiesischen Weinbergen anrichtete. Seit 1853 ist sie

- Reblaus.

bereits inNAmerika bekannt, wurde 1863 durch denEngländer Westwood in englischen Treibhäusern aus-gedeckt und als unbekanntes Thier mit dem NamenÜeritz-mlckavitioana getauft. Planchon führte 1868den jetzt volkSthümlich gewordenen Namen klrzck-loxsra vastatrix ein. Ermittelungen über das Auf-treten in Europa haben zu folgenden Resultaten ge-führt. Von Avignon aus verbreitete sich die R., dieFlußthäler verfolgend, in einem Zeiträume von 8Jahren in so rapider Weise, daß der dritte Theil(750,000 Im,) der ganzen Rcbenanpflanzung Frank-reichs ihrem zerstörenden Einflüsse unterlag. Jedochkann die wirkliche Zerstörung nicht so weitgehend ge-wesen sein, od. das Land muß im Ersatz der inficir-ten Reben außerordentliche Anstrengungen gemachthaben. Nach dem Nouitour virckools ist nämlich dieWeinernte seit dem Auftreten der R. gegen die frühereZeit keineswegs zurückgegangen. Nachdem sie in denJahren 1862—67 durchschnittlich 54,747,405 Irl be-tragen , stieg sie in den 5 darauf folgenden Jahrenauf 56,527,129 Irl u. blieb in den weiter folgenden5 Jahren auf dem Mittel von 56 Will. Ick stehen.1874 hatte sie sogar 62,146,125 Irl erreicht, 1877betrug sie 56,405,363 Ick. Merkwürdigerweise lau-ten die Nachrichten am schlimmsten ans dem am stärk-sten weinbauenden Dep. (Heranlt). Im I. 1869tauchte die Reblaus Plötzlich bei Gens ans, wurdedann später in den Versnchsgärten von Annabergbei Bonn u. Klosterneuburg bei Wien entdeckt, undhierdurch gelangte man zu der Überzeugung, daß siedurch amerikanische Reben eingeführt sei. BezüglichderEntwickelungsgeschichte der R. hat die Forschung2 Formen der N. sestgestellt: eine nngeflügelte, welchean denWurzcln, u. eine geflügelte, die an den Blät-tern, an der Rinde und an den Wurzeln lebt. DieGröße beider ist gering, ^ mm lang n. H mm breit,ihre Färbung bräunlich-gelb. An fingerdicken u. auchdünneren Rebwnrzeln überwintern zwischen Rissenund Spalten ungeflügelte bräunlich-gelbe Rebläuse,welche, durch die Frühlingswärme aufgeweckt, dieFaserwurzeln befallen und dort saugend verharren,bald ihre volle Größe erreichen u. als unbefruchteteWeibchen, sogen. Ammen, je 30—40 gelbliche Eierabsetzen. Die nach etwa 8 Tagen ansschlüpfendenJungen sind gelblich, sangen sich an feinere Wurzel-faden fest, häuten sich mehrmals und beginnen nach20 Tagen wieder mit dem Ablegen unbefruchteterEier. 5—8 Bruten sind des Sommers über beob-achtet, u. wenn alle Eier eines Weibchens zur Ent-wickelung gelangten, würde die Nachkommenschaftdieser auf einige Milliarden zu schätzen sein. Ein-zelne Thiere der Sommergeneration verlassen vorder letzten Häutung die Wurzeln, steigen an demRebstocke empor n. erhalten mit der letzten oberirdi-schen Häutung 4 wenig geaderte, den Körper über-ragende Flügel. Es sind dies nach Boiteau wieder-um Weibchen, welche zu der weiten Verbreitung oftunfreiwillig beitragen, indem Windströme sie weitfortführen. Diese Weibchen legen nun gegen 4 Eieran die verschiedensten oberirdischen Theile der Reben,bes. in die Gabeln der Blattadern, sterben dann aber.Aus den größeren Eiern gehen nun ungeflügelte, derBefruchtung unterliegende Weibchen u. aus den klei-nerenungeflügelteMännchenhervor(Balbiani). Daseinzige befruchtete Ei, ein sog. Winterei, wird an derl Stelle der Rebe abgelegt, wo durch Ablösung deralten