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Bd. 11 (1877) Jökul - Lainez
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184
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184 ßoliumfatje —

Jcßmacf, greift ©faS u. PorgeKan an ttnb gerßörtbie meiften Pßangeu* u. SEßierßoffe. ®aS fl. wirbbeßßalb in gönn Bon feberfielbicfen ©längerenals Säßmittel (Kali causticum fusum, Lapis causti-cus) in ber ©ßintrgie gebraust. Salilauge färbtfelbfl bei parier Perbüntuutg rotßeS SaditmSpapierblau. ®aS Ä. ifl bie fiärffte aller Pafen, gibtmit Säumt unter flarfer ©rmärmuug Saliumfalge(g. SB. 2KH0+H a S0 4 =K 2 S0 1 +2H a 0) u. jerfef^tbie Salge Bieter anberer PletaUe, iiibern eS unterSBilbung ber etüfprecßeitben Saliumfalge bereit^hbroptjbe abfcßeibet. Plan ßeKt baS fl., nament«(uh in Engtaub, im ©roßen bar, iitbem manPoßpottafcße (unreines toßlenfaureS flatium) mitSBaffer auStangt, bie Sauge in eifernen fleffelujum Sieben erßiftt u. gelößßten flall in (leinenPortionen gufefct. Sie gebildete flatilauge roirbBon bem aus foßlenfaurem Aalt befteßenben Pie«berfcßlage dar abgegogen, in offenen Pfannen unterEntfernung ber ettoa ficf) auSfcßeibeiiben Perun«reinigungen eingebampft, ber Piicfßanb gefcßmolgenn. in 'Platten ob. Stangen gegoffen. Pud) fannman burd) anhaltenbeS ©Hißen Bon fcßmefelfauremflatium mit ber erforberlicßeu Plenge flalfftein u.floate eine Piaffe barfteKen, bie beim StuSlaugenunmittelbar Salilauge liefert. So bargeftettt, ent«hält baS fl. große Plengen Bon Unreinigfeiten(Aaliuntcßtorib, fcßmefelfaureS, aud) tool fiefelfaureSflalium); man befreit es Bon bem größten Steileberfelben, inbem man eS mit SBeingeift, ber biegenannten Salge unlöslich gurüdläßt, auSlaugt u.bie Söfung rajd) einbampft. Sßeniger (oftfpieligift eS, bon Borntjerein reines foßlenfaureS flaliumjtt Bertoenben. ©in djemifd) reines Präparat, tnieeS gu mannen gtuecfeit erforberlid) iß, erßältman, roenn man Salpeter, ber fid) leicfjt reinbarfteKen läßt, mit flttpferfpänen in einem eifer«nen ober fupferneu Siegel £ Stunbe lang glüßtu. bie Piaffe nad) bem ©Halten mit SBaffer aus*laugt. Surd) BorftdjtigeS gälten einer Söfmtg Bonfcßmefelfanrem flalium mit Parptßpbrat, tnobeiunlösliches fcßmefelfaureS Parputn entfteßt, gewinntman ebenfaKS eine feßr reine flalitauge, bie ge<wöhttlid) nur Spuren bon fcßwefetfaurem flatiumenthält. Sotd)e reine Saugen werben in polirten,eiferneu, beffer ftlberneit Skalen, raßß einge»bampft u. ber Püdßanb in Silbertiegeln (Platin«tiegel werben angegriffen) gefcßmotgen. ®aS fl.n. bie flalitauge ftnb in ber d)ent. Sedjnif Biel«fad) burcß bie entjpredjenben, billiger u. nament«lid) leister rein bargitßeKenbett PatriuiitBerbinb«ungen Berbrängt worben; biefelben haben imälKgemeinen biefelbe Sffiirlung, and) bebarf manbaBon weniger, ba baS attomgemid)t beS PatriumSniebriger ift. ®aS Sleßfalt wirb gegenwärtignamentlich gut SBerwenbung beS PatroufatpeterSin flalifalpeter, gut Seifeufabrifation, gur ®ar«fleKung Bon Dpalfättre aus Sägefpänen u. wegenfeines ßarfen PuflöfungSBermögenS für fette unbBiele organifcße Subßangen, gunt Peuchen Bonleinenen unb baumwoKenen ©eweben Berwenbet.gn beu Saboratorien bebieut man fid) beS S*S u.feiner Söfung (neben Patriumoypbhpbrat) bei Bielencßeiitifcheit proceffeit, bei benen eine fiarfe SBafiSerforberlid) iß, ferner gur tübforption berflößten*fäuve bei ©aSanalpfen u. bei ber ©tementaranalßfe

ft'aliumfulfurete.

organifcßer flörper. gur Ermittelung beS ©eßat«teS einer Sauge an fl. bebieut man ftd) ber altalbmetrifcßen Pletßoben (f. Stttalimetrie), bei gangreinen Saugen fann auch baS fpec. ©emicßt alsStubattSpuntt bienen.

Hdlfumfnljc, flalifalge, ehern. Petbinbttngenwelche entßehen, wenn flalium an bie SteKe beStßpifeßen PSafferßoffS einer Säure tritt. Sie ftnbfarblos, wenn eS bie Säure iß, bei fd)mad)erPothgluth nid)t flüchtig u. mit wenigen SKuSnafj«men (faureS, weinfaureS flatium, überihtorfauveSflalium) in SBaffer leicht löslich u. IrhßaKißrbar.Sie färben bie SEöeingeiß» u. Sötf)rof)rßamtnenBiolett. Spuren Bon Patriumfatgen Berbeden biegärbung u. färben bie gtamme gelb, inbeffentritt auch bann bei ^Betrachtung ber gtammenburch ein blaues ©laS ob. burd) ßhwefelfaitre gn«biglöfung bie Biolette gärbung ßerBor. gm Spec»tralapparate liefern fte ein Spectrum mit grneicharafterißifchen Sinien, einer rotßen (ber grauit«ßoferfeßen Sinie A entfprechenb) u. einer Bioletten.gl)re Verbreitung f. u. flalium.

Saliumfulfnt, fo b. w. fchwefelfanreS flali,f. Schwefetfäurefatge.

flaliumhhbrofulßb, Per«binbung bon flalium, SBafferßoff unb Schwefel,KHS, bem flatinmojpbhpbrat (KHO) entfprecßenbgufamntengefeßt. Seitet man Schmefelmafferftoffbei Pothgluth über foßlenfaureS flatium bis gurBoKßänbigen gerfeßung, fo erhält man fl. alseine, im geßhmolgenen gußaube feßmarge, nad)bem ©rßarren Weiße, trpftaßinifeße gerßießlichePiaffe, ©ine wäfferige Söfung entließt, wenn manflalitauge boKftänbig mit Schwefelmafferftoff fättigt;fte liefert beim ©inbatnpfeit in einer fauerftoff«freien Ptmofpßäre Arpßatte. ®aS fl. iß ebenfoßar! baßßh u. wirft ebenfo äfjeitb, wie baS flalium«oypbhpbrat; eS iß bie ßärfße Sulfobafis.

flnliutttfulfurete nennt man aKe Perbinb«ungen bon flalium u. Schwefel, beren 5 gu epi*ftiren fcheitten. ®aS flaliummonofulfuret(flaliumfttlßb, einfach ©djwefelfatium), KjS, ißeilte buitfelrothe frpßaKinifche, gerßießliche Piaffe,bie aus ber Suft Sauerßoff angieht u. ftd) in ein©entifd) Bott unterfd)wefitgfaurem flalium unbflaliumophbhpbrat Bermanbett

(2K 2 S + H 2 0 + 40 = K 2 S 2 0 3 -f 2KHO);mit Säuren gerfe^t es ffh ohne 5lbfd)eibung BonS^wefel in flaliumfalg u. Schwefelmafferftoff.3Patt erhält eS burd) @tül)en bon fchwefelfauremflali (flatiumfulfat) mit flohle ober im SBaffer»ßoffßrome. Slttf bie erßere Strt bargeßeKt bilbeteS, namentlich B-'cmt man eine größere PlengeSampenrttß gur Pebuction Berwenbet, einen Pp«rophor, b. h. es entgünbet ßh an ber Suft Bonfelbft. flaliumbisfulfuret (flaliumbifulfuret,flaliumbifulßb, gmeifach Schwefelfalium), K a S g ,entßeßt, wenn man faureS fchwefelfaureS flatiummit flößte glüßt ober wenn man eine alfohotifcheSöfung bott flaliumfulfhpbrat ber Suft anSfept.©elbbraun, in SBaffer u. Sllfohot löSlicß. 2tn berSuft nimmt es Sauerßoff auf u. geßt in unter*fcßwefligfaureS flalium über, floeßt man flalium*monofulfuret mit S^mefet, fo löft ßdß ber leßtereauf u. eS etttßeßen je nad) ber Plenge beS ange*menbeten Scßwefels bie ßößeren ScßweflungSßufen;