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Katechismus des Radfahrsportes
Entstehung
Seite
114
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Praktische Ratschläge.

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das Erlernen des eigentlichen Radfahrens nicht unbedeutendvereinfacht.

Die beste Methode ist nun unserer Meinung nach diefolgende, weil sie in logischer Form vorgeht und dasjenigezuerst nimmt, was die Grundlage des ganzen modernenRadfahrens bildet: die Balance. Auf diese Art wird die imGrunde ans Antriebs- und aus Lenkbewegungen, die einenden untern, die andern den obern Extremitäten des Menschenzufallende Arbeit, aus welcher die Thätigkeit des Radfahrensbesteht, in ihre Bestandteile zerlegt und erst, wenn wenigstensdie eine beherrscht wird, zu der schwierigeren Gesamtthätigkeitübergegangen. Wir teilen daher den Radfahrnnterricht insechs Lektionen ein, welche, so verschieden auch je nach turne-rischer Begabung, Gewandtheit und Keckheit die Zeit seinwird, welche der angehende Sportsman braucht, bei einigerGeschicklichkeit in sechs Stunden ganz gut zu erlernen sind.Viele brauchen nicht einmal soviel dazu.

Erste Lektion: Aneignung der Balance bei abge-nommenen Pedalen auf niedrig gestelltem Sattells. Abb. 78).

Wenn die Pedale abgcnommen sind und der Sattel soniedrig gestellt ist, das; man vom Sattelsitz ans bequem dieErde mit den Füßen erreichen kann, so sucht man sich einenebenen, unbelebten Platz, setzt sich in den Sattel, faßt dieGriffe mit den Händen, stoßt mit den Füßen ab und hebtdiese, wenn man die Maschine in Gang gebracht hat, etwasvom Boden auf und sucht das Gleichgewicht so lange zuhalten, bis man sich bewogen fühlt, sich wieder auf die Erdezu stützen. Ist es dem Lernenden, als wolle das Rad nachrechts fallen, so drehe er das Vorderrad leicht nach rechts,wenn nach links, drehe er cs nach links. Er suche aber hier-bei alle heftigen und jähen Bewegungen der Lenkstange zuvermeiden. Diese Uebnng ist gewissenhaft so oft zu wieder-holen, bis man die Fertigkeit erlangt hat, die Balance die