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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eyckcn -

Thalsache von ungeheurer reformatorischer Be-deutung. Neben ihrer realistischen Richtung be-saßen die Gebrüder E. eine durchaus edle n. re-ligiös-erhabene Anffassuugsweise, welche jedochweniger bei Jan als bei Hubert sich ansprägtc.Jener verwandte dagegen noch größeren Fleiß ansNachbildung der menschlichen Gestalt, auch derLandschaft u. Architektur, die er zuerst statt desGoldgrundes einführte, auf dem bis dahin dieGestalten gemalt worden waren. Seine Färbungist gesättigt u. harmonisch, in den Lichtern gernkalt, in den Schatten bräunlich; Zeichnung genau,Rundung voller Verstäudniß, aber noch nicht Lurch-gebildet; treffend ist der Ausdruck, manuichfaltigdie Charakteristik u. bewunderungswürdig die Aus-führung. Hauptwerk: die Anbetung des Lammes,ein großes Altarbild in 12 Abteilungen, iu der Ka-thedrale von Gent, das sein Bruder im Aufträge desJodocusVyls, Herrn von Pamele, und seiner GattinElisabeth augefangen u.er vollendethat, «ZvondiesenBildern befinden sich gegenwärtig in Berlin, 2 inBrüssel. Der Grundgedanke der ganzen Kompo-sition ist die Austilgung der Sünde u. die Versöhn-ung des Menschengeschlechtes mit Gott durch dieOpferung des unschuldigen Gotteslammes. Außer-dem besitzt die Akademie von Brügge mehrereGemälde seiner Hand, auch die Pinakothek inMünchen wenigstens ein verlässiges (Lncas, dieMadonna malend). Ferner die Nationalgaleriein London, die Galerie des Louvre u. jene derWittwe des Baron James Rothschild in Paris;das Amwerpener Museum, das Belvedere inWien, das Städelsche Museum iu Frankfurt,weiterhin die Galerie zu Dresden. Mit Unrechtaber sind ihm zugeschriebeu: das sogenannteDanziger Bild, das 1807 von den Franzosennach Paris geführt, von den Preußen 1815 znrück-gebracht u. seiner Inschrift zufolge 1467 (alsonach seinem Tode) gemalt worden ist. Bestrittenist die Anbetung, der Könige in der Pinakothekzu München. Übrigens malte Jan nicht bloßreligiöse, sondern auch weltliche Stoffe und ent-fremdete sich dabei im Gegensatz zu seinem Brudermehr der idealen Welt des kirchlichen Gedanken-kreises, namentlich nach Vollendung des GenterAltarwerkes. Auch als Miniaturmaler haben sichdie Gebrüder van E. hervorgethan. Ein Meß-buch mit 59 größeren Bildern, sür den Herzogvon Bedford gemalt, befindet sich in Privatbesitzin Liverpool, ein Brevier mit E-schen Miniaturenin der National-Bibliothek in Paris. Die be-rühmtesten Schüler Jans van E. sind: PeterChristophsen, Gcrh. v. d. Meeren, Hugo v. d. Goes,Antonelli v. Messina, Rogier v. d. Wehden derÄltere. Vgl. Waagen, Hubert n. Johann van E.;Passavant, Kunstreise durch England u. Belgien.3 ) Margarethe van E., Schwester u. Schü-lerin der Vor.; blieb aus Liebe zur Kunst un-verheirathet u. in steter Gesellschaft ihrer Brüder.Aders in London besitzt ein liebliches Bild vonihr, in 3 Abtheilungen Maria mit dem Kind imGrünen. Auch soll sie Antheil au obigem Breviergehabt haben. 4 ) Lambert van E., angeblichder jüngste Bruder der Vor. Regnet.'

Eyökeit, Jean Bapt., belg. Historienmaleru. Professor an der Akademie zu Brüssel, geb.

- Eylail.

- daselbst 1817 (nach And. 1809); st. ebenda 19 .

> Decbr. 1853. E. bildete sich au der Akademie

- seiner Vaterstadt, dann 1837 — 39 auf Reisen in

> Frankreich, Italien u. Deutschland, studirte na-mentlich die Technik des Fresko, erfand auch ein

^ eigenes Verfahren bei der Wandmalerei u. regtedie monumentale Malerei in Belgien an. Ermalte ausschließlich religiöse Bilder, die ihm einender ersten Plätze unter den neueren belgischenKünstlern verschafften. Hauptwerke: Wandgemäldeiu einer Kapelle der Kirche iblotrs Oams äs Inviokoirs zu Brüssel; die 14 Stationen, ebendaselbst,welche- zu dem Besten gehören, das die neuerebelgische Kunst geschaffen; die Cartons für denChor u. Triumphbogen derselben Kirche; eineGrablegung, in S. Andreas zu Brüssel. Regnet.

Eydtkuhnen, Flecken im Kreise Stallupönendes preuß. Regbez. Gumbinnen, au der Lcponeu. dicht an der russ. Grenze, östliche Endstationder Preuß. Ostbahn; ein rasch aufblüheuder Ortmit einem Hauptzollamt u. Handels, hauptsächlichSpeditionshandel: 1875: 3254 Ew. — RussischeGrenzstation ist Wirballcn.

Eye, Joh. Ludolf August von, deutscherKünstler u. Culturhistoriker, geb. 24. Mai 1825zu Fürstenau (Hannover); studirte an den Uni-versitäten zu Güttingen u. Berlin Rechtswissen-schaft u. Geschichte u. wurde 1853 Vorstand derKunst- und Alterthumssammlungen am Germa-nischen Museum in Nürnberg. Seit 1875 ist E.Professor an der Knnstgewerbschule zu Dresden.Schriften: Kunst u. Leben der Vorzeit, Nürnb.1854, 3 Bde., 3. Aust. 1868; Galerie der Meister-werke altdeutscher Holzschneidekunst, Nürnb. 1857;Deutschland vor 300 Jahren in Leben n. Kunst,Lpz. 1857; Leben u. Wirken Albr. Dürers, Nördl.1860; Eine Menschensecle, Spiegelbild ans dem18. Jahrh., ebd. 1863; Wesen n. Werth desDaseins, Berl. 1870; Wegweiser durch das Ger-manische Museum; Das Reich des Schönen, 1876.

Regnet.

Eye, Stadt in der engl. Grafschaft Suffolk, inschöner Lage; 3 Kirchen, Lateinische Schule, Stadt-haus, Versorgungshaus; Fabrikation von Wagenu. Ackergeräthschaften, Bierbrauerei; 2396 Ew.

Eycmouth, Stadt in der schott. GrafschaftBerwick, an der Mündung der Eye in die Nord-see; 4 Kirchen, Bibliothek, Getreidespeicher; Fisch-fang, kleiner, aber guter Hafen (einziger Hafender Grafschaft); 2324 Ew.

Eyguieres, Marktflecken im Arr. Irrles desfranzös. Dep. Bonches-Ln-Rhvne, am Fuße desMont-du-Defends; Zucht von Merinos u. Seiden-raupen, Handel mit Wein, Seide, Krapp rc.;3246 resp. 2607 Ew.

Eylau, 1) (Deutsch-E.) Stadt im Kreise Rosen-berg i. Pr. des preuß. Regbez. Marlenwerder,am Ausflusse der Eileuz aus dem Gcserich-See,durch den schiffbaren Elbing-Oberländischeu Kanalmit Elbing verbunden, Station der PreußischenOstbahu; evaugel. u. kathol. Pfarrkirche, Waaren-depot, Getreidehandel, Flachs- u. Leinwandmärkte,Schifffahrt; Garnison (eine Escadron UlanenNr. 8); 1875: 3833 Ew. Das Schloß wurde1305 u. die Stadt 1328 angelegt. 2) (Preu-ßisch-E.), Kreis im preuß. Regbez. Königsberg,