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Expert — Explosivstoffe.
der Instrumente u. namentlich der Meßapparate.Das richtig angestellte und richtig verstandene E.bildet zusammen mit der Beobachtung den Grund,von welchem wir durch Induktion zur Erkenntnißder Naturgesetze gelangen. Im Alterthum undMittelalter finden wir in der Regel noch keine aufE-e gegründete Natnrkenntniß, sondern au ihrerStelle metaphysische Spekulationen. Erst Galileiund namentlich Bacon von Verulam schlugen denWeg der Erfahrung ein u. begründeten damit einewissenschaftliche Naturerkenntniß. Exp erime nt alod. experimentell aufE-e gegründet. Expert-meutalchemie u. Experimentalphysik, derauf das E. sich gründende Theil der Chemie undPhysik. Experimentiren, Versuche anstellen.
Wimmensuer Lk.
Expert (v. Lat.), erfahren, kundig, ein Sach-verständiger. Expertisiren, durch Sachverstän-dige eine Untersuchung (Expertise) anstellen lassen.
Expintion (v. Lat.), Sühnung, Büßung;Expiatorisch als Sühne, als Buße geltend;Expiiren versöhnen, befriedigen.
Expiliren (v. Lat.), ausplündern, bestehlen.Expilation, die diebische Besitzergreifung einerSache, namentlich von Erbstücken. Expilator,Plünderer, Erbschaftsdieb.
Expisciren (v. Lat.), ausfischen, ausforschen.
Explnniren (v. Lat.), ebnen, erklären, aus-legen; Explanation, Erklärung, Erläuterung,Aus-legung; Ex planato risch, erklärend, erläuternd.
Expleiren (v. Lat.), ausfüllen, ergänzm; Ex-plemeut, Ausfüllnngsmittel, Füll-, Flickwort, wieüh, /e, quickem. Expletion, Ausfüllung, Er-gänzung. Expletiv, ausfüllend, ergänzend.
Exp'liciren (v. Lat.), erklären, deutlich, machen,daher Explicabel, erklärbar, erklärlich; Expli-kativ, erklärend, erläuternd.
llxpimit (lat.), Abbreviatur für explioibum (sstVolumen), die Bücherrolle ist ganz aufgewickelt,d. h. ist am Ende; daher: es ist beendigt, ist aus,am Schluffe alter Handschriften u. Drucke beige-sügt, im Gegensatz von inoixit, d. h. fängt an.
kxpliokts (lat.), deutlich, ausdrücklich.
Explieite Function (entwickelte F., Math.),s. Function.
Explodiren (v.Fr.), aus-, losbrechen, knallen;mit großer Gewalt detouiren (verpuffen); s. Ex-plosion. Explodirende Baumwolle, so v. w.Schießbaumwolle.
Exploitiren (v. Fr.), gerichtliche Aufträge aus-sühren; ausbeuten, benutzen, z. B. Bergwerke.Exploitabel, verpfändbar. Exploitation,Ausbeutung, Ausnutzung.
Exploration (v. Lat.), 1) Ausforschung, Prüf-ung ; 2) die Untersuchung von Krankheiten mittelsder Sinne oder diese unterstützender Werkzeuge,durch die sogen, physikalische Uutersuchungsme-thvde (Percussion, Palpation, Auskultation), auchvon Wunden durch eine Sonde, von Ergüssen ininnere Höhlen durch den sog. Explorativtroicar rc.;3) (bei Frauenkrankheiten u. in der Geburtshilfe), dieUntersuchung der innern weiblichen Geschlechtstheile(das Touchiren) mit einem od. zwei od. mehrerenFingern, selbst mit der ganzen in die Scheide ein-geführten Hand, um sich über den Zustand unddie Lage der Geschlechtstheile u. der benachbarten
Theile zu unterrichten oder (in der Geburtshilfe)um sich über die Lage des Kindes u. die Beschaf-fenheit der Gebnrtswege eine deutliche Vorstellungzu verschaffen; 4) bei Geisteskranken (gerichtsärzt-liche Gemüthsznstandsuntersnchung), nm zu ermit-teln, in wie weit die Fähigkeit der Selbstbestimm-ung resp. die Zurechnungsfähigkeit verloren ge-gangen ist. E. Berns.
Explosion (v. Lat.), eine mit heftigen Kraft-Äußerungen u. mit lautem Knall verbundene plötz-liche Gas- oder Dampfentwicklung. Diese kannein bloß mechanischer Vorgang (E. eines Dampf-kessels durch zu rasch u. reichlich entwickelten Dampf,E. eurer Champagnerflasche durch Entbindung dervom Wein absorbirten Kohlensäure), oder durchchemische Processe hervorgerufeu sein, u. zwarentweder durch Vereinigung von Körpern unterBildung gasförmiger Products von sehr großemVolum (E. von Knallgas unter Bildung vonWasserdampf, der durch die Verbrennungswärmeplötzlich stark ausgedehnt wird), oder durchZersetzung eines Körpers (Chlorstickstoff, Schieß-baumwolle, Nitroglycerin, Knallquecksilber), odereines Gemenges (Schießpulver), ebenfalls unterrascher und massenhafter Gasentwicklung. MancheKörper explodiren von selbst (Überchlorsäureäthyl-äther), andere durch bloße Berührung mit ge-wissen Körpern (Chlorstickstoff), wieder anderedurch Schlag u. Stoß (Nitroglycerin, Gemengevon chlorsaurem Kali u. Schwefel), noch anderedurch Erhitzung. Manche Körper explodiren nurin verschlossenen Räumen (Schießbaumwolle), andere auch in freier Luft (Knallquecksilber, Chlor-sticksloff) u. zwar zuweilen nur unter Einwirkungder E. gewisser anderer explosiver Körper. Vielein der Lust explodirende Körper explodiren nichtin luftverdllnntem Raume (Schießvulver, Knall-quecksilber). Die Kraftäußerung explodireuder Kör-per ist auch nach der Richtung verschieden: manchewirken allseitig, andere vorzugsweise nach obenoder unten. Der mit der E. gewöhnlich verbun-dene Knall entsteht durch das Hineinstürzen derLuft in den während der E. mit erhitztem u. ver-dünntem Dampf oder Gas erfüllten Raum.
Wimmenauer Ll.
Explosivstoffe, Körper, welche auf leichte Weisedurch Schlag, Stoß, Reibung u. s. w. zur Ex-plosion gebracht werden können. Es gehören zuihnen 1) das Schießpulver u. als Abart desselbendas 1849 von Augendre neu zusammengesetzteweiße Pulver, welches auch den Namen deutschesWeißpulver oder amerikanisches Pulver führt; 2)das Nitroglycerin (Sprengöl, Nitroleum, Trinitrin,Glycerylnitrat u. Glonom genannt) u. als Abartder Dynamit, sowie das sog. Coloniapulver, aus30—35 pCt. Nitroglycerin und 65—70 pCt. ge-wöhnlichem Sprengpulver bestehend, u. das vonDittmar erfundene' Dualin; 3) die Schießbaum-wolle, auch Schießwolle, Pyroxylin, Fnlmicotougenannt; 4) Mischungen von Kaliumchlorat mitSchwefel, Chorkalischwesel genannt, oder von Ka-liumchlorat mit Schweselantimon oder Phosphor(die sog. Armstrong'sche Mischung, ferner Ritro-mannit (Knallmannit), das Knallquecksilber unddie Pikrinsäuren Alkalien, welche die Namen Bo-boenf-Pnlver, Designolles-Pulver, Fontaine-Pulver