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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
645
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Exolesciren

galt., der Auster (Ootrea) verwandt, durch deu seit-wärts umgebogeneu Buckel vou ihr verschieden, ohr-od. nierenförmig, häufig in der Kreide vorkommeud,ss: L. (Ostrsa)baIioto1äsaLdÄ>., im unteren Plänervon Sachsen u. Böhmen, im Hilsthon NDeutsch-lands, im Grünsand Englands u. den entsprechen-den Schichten Schwedens. lü. (Ostrsa) (lolumba(örxxkass. Oolnmba) Lcrm., im oberen Quader.Mehrere Arten kommen bereits im Jura vor, so:L. auAnsba u. D. vir§n1a ^orv. Lehmann.*

Exolesciren (lat.), veralten; exolet, veraltet.

Exömis (gr.), Unterkleid ohne Ärmel; Trachtvon Sklaven u. geringen Personen.

Exomologests (gr.), überhaupt Bekenntnis);bes. Glanbensbekenntniß.

Exoneriren (v. Lat.), von der Last befreien;daher Exoneration, Entlastung.

Exophthalmus, Glotzauge, Hervortreten desAugapfels ans seiner natürlichen Lagerung nachvorn, Folge von Geschwülsten od. Entzündungs-processen hinter dem Augapfel, auch Symptomder sog. Basedowschen Krankheit, s. d.

Exorabel (v. Lat.), erbittlich.

Exorbitant (v. Lat.), übermäßig, außerordent-lich, ungeheuer; daher Exorbitanz, Übertrieben-heit, Abenteuerlichkeit.

Exoreisnms (v. Gr.), die Beschwörung, wurdenach dem Beispiel Jesu, der öfters aus BesessenenDämone austrieb u. dazu (Matth. 10, 8. Marci1K, 17) auch seinen Jüngern Vollmacht gab, vonAnfang der christlichen Kirche als Gabe jedesChristen, namentlich aber später des Klerus an-gesehen (s. Exorcisten). Der E. wurde dann bes.mit der Taufe in Verbindung gesetzt, wofür schonTertullian, der Bischof Cornelius von Rom 251u. die Synode von Karthago 255 Zengniß geben.Jeder Catechumene galt als von Natur unter derGewalt des Teufels stehend und mußte in derTaufe dem Teufel absagen. Mit der Ausbreit-ung der Kindertaufe kam der Gebrauch ans, denKindern, die vermöge der Erbsünde als vom Teu-fel beherrscht betrachtet wurden, durch 3maligesAnhauchen u. Berühren mit Speichel (nach Marci7, 33) den Teufel anszutreiben und den h. Geisteinzuhauchen. Auch bei der Weihung des Ölsdurch die Bischöfe am Gründonnerstag, bei demWeihwasser u. den mannigfaltigen Besprengungendurch dasselbe liegt die Vorstellung von einer Herr-schaft des Teufels über die natürlichen Elementezu Grunde. So besteht der Gebrauch noch in derrömischen u. griechischen Kirche. Hatten schon dieNestorianer den E. verworfen, so fand er vollendsin der Reformation Widerspruch. Zwingli undCalvin und mit ihnen die reformirte Kirche ver-warfen den E. Luther und Melanchthou hieltenseine Beibehaltung für zulässig, doch hat er nichteigentlich symbolische Geltung in der luth. Kirche,da Luthers Taufbüchlein nur ein Anhang zu denBekenntnißschriften ist. In letzterem lautet dieFormel des E.: Fahre aus, du unreiner Geist, u.gib Raum dem heiligen Geist; und nach einemGebete noch einmal: Ich beschwöre dich, du un-reiner Geist, bei dem Namen des Vaters si rc.,daß du ausfahrest u. weichest von diesem DienerJesu Christi (wobei der Name des Täuflings ge-nannt wird), Amen. Wie schon ältere Theologen,

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Gerhard, Auerstedt den E. für ein Adiaphoronerklärten, Andere, z. B. Hnnnius, Baier, Baum-garten, u. neuere, wie Reinhard, Ammon, Bret-schneider, den E. verwarfen als eine abergläu-bische Meinung, die eine Art Dualismus voraus-setze, so wurde er auch, jedoch mit großem Wider-spruche, in mehreren protestantischen Ländern ab-geschafft u. in der königlich sächsischen Agende von1812 weggelassen. Die neue preußische Agendevou 1822 hat die Formel: Der Geist des Unrei-nen gebe Raum dem heiligen Geiste; doch ist dieWeglassung gestattet. Die streng lutherische Nicht-ung hielt dagegen an dem E. fest. Vgl. I. M.Kraft, Ausführliche Historie vom E., Hamb. 1750.

Löffler'

Exorcisten, nannte man in der ältesten Kirchesolche Christen, die, ob auch dem Klerus nicht an-gehörig, die besondere Gabe der Teufelaustreib-ung hatten u. solche unter bischöflicher Genehmig-ung ansübten (sxoroistas per Arsbiam), nament-lich aber (sxorvmtas psr oräinsm) eine besondereArt von Kirchendienern, die mit Beschwörungs-formeln, Gebeten und dem Zeichen des Kreuzesdie Teufel aus den Besessenen treiben u. Aufsichtüber die Energumenen oder Dasmcmiaei führensollten. Sie hielten sich mit denselben in der Näheder Kirchen auf, legten ihnen täglich die Händeans, bliesen ihnen drei Mal ins Gesicht u. in dieOhren, reichten ihnen deu Unterhalt und beschäf-tigten sie mit gewissen Arbeiten. Noch jetzt ge-hört das E-amt als das dritte zu den 4 niederenoräinss, zu denen jeder Priester vor seiner Ordi-nation geweiht wird. Löffler.*

kxoräium (lat.), Eingang zu einer Rede oderPredigt.

Exosmose, s. Endosmose.

kxogporinm (Bot.) ist die äußere cnticularisirte,häufig mit Warzen, Leisten od. Stacheln verseheneMembranschicht der Sporen der Kryptogamen.

Lxostsmms Lr'eh., Pflanzengatt, aus der Fam.der Hublaosas-LüucIwnsLS (V. 1), Bäume undSträucher mit gegenständigen Blättern, rundlichenZweigen, sitzenden oder gestielten Blättern undachselständigen einzelnen oder Rispen bildendenweißen oder röthlichen Blüthen, deren Kelch mit5 schmalen Abschnitten versehen ist u. deren Bln-menkrone ebenfalls 5 linealische Zipfel besitzt;Frucht eine länglich-cylindrische, 2fächerige, scheide-waudspaltig aufspringende Kapsel. Ihre Rindenenthalten keine Chinaalkaloide. Arten: 8. oari-basum in Westindien, liefert die widerlichbitter schmeckende, Erbrechen und Purgiren erre-gende caribäische Fieberrinde. bl. auAnstrkoliumL. et S., in St. Domingo heimisch, liefert die6biun uova. Zuriuamsnsis, welche Wechselfiebersicher heilen soll. L. üoribunänm Ä. et §., aufden Antillen, liefert die grünliche od. graubraune,ekelhaft bitter schmeckende (Lina, sanotas Imeiass. Lortsx siüüuas l?itckon oder China v. Marti-nique, ebenfalls sicheres Heilmittel bei Wechselfie-bern. Auch die Rinden anderer Arten, wie L.psruvlaunin L et L., L. oor/mbiksrnm L. etA. von deu Slldsee-Jnseln, 8. Lowrauum Mart,in Brasilien, L. kormosnm <7/ram. et sindFiebermittel. Engler.

Exostömn (Bot.), der äußere Eimund, die Off-