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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eventail Lvewib.

voll der wichtigsten historischen Mittheilungenwährend nahezu 70 Jahren, verdankt E. seineBerühmtheit, deren er jetzt genießt. Bartling.

Eventnil (fr.), Fächer.

Eventilireu (v. Lat.), ein Zimmer durch Luft-zug reinigen; Eventilation, solche Reinigung.

Eventual (Eventualiter, Eventuell, v. Lat.),auf den sich etwa ereignenden Fall, vorsichtsweise.Zusammensetzungen mit E. s. u. den betr. Haupt-Worten; so z. B. E-belehnuug, u. Lehn, rc.

Eventnalmaxime (Eventualprincip), im ge-meinen deutschen Civilproceßrechte der Grundsatz,nach welchem die Partei die verschiedenen Angriffs-u. Vertheidiguugsmittel, welche sie überhaupt indem Processe zu benutzen gedenkt, auf einmalVorbringen muß, wenn sie derselben nicht ganzverlustig gehen will. Die Partei ist auf dieseWeise genöthigt, die ihr zustehenden Einreden,Repliken alle mit einander auf einmal, u. alsoauch den einen u. anderen Rechtsbehelf nur even-tuell u. für den Fall vorzubringen, daß es auchnoch auf diese subsidiären Rechtsbehelfe schriftlichankommen sollte. Die E., dem altrömischcn Civil-proceßverfahren noch fremd, in das gemeine deutscheProceßrecht erst aus dem sächsischen Processe über-tragen u. hier besond. durch den jüngsten Reichs-abschied von 1654 festgestellt, dient besond. dazu,der gerichtlichen Verhandlung eine geregeltereOrdnung zu geben u. eine feste Abwehr gegenProceßverschleppung zu gewähren, setzt jedoch we-sentlich dieSchriftlichkeitderVerhandlungen voraus.Wegen der Schwierigkeiten aber, auf welche ihreDurchführung beim mündlichen Verfahren stößt,ist in den neuen Proceßrechten, welche auf Münd-lichkeit gebaut sind, dies Princip mehr oder we-niger vollständig verlassen. Dafür ist dann ge-setzlich ausdrücklich zugelassen, auf die eine oderandere Einrede in der Duplik zurückzukommeu,wenn es sich gegen Erwarten herausstellt, daß dievorgebrachten Einreden nicht durchlangen, weil sievon einer nicht vorausgesehenen oder vorauszu-sehenden Replik zerstört wurden. Auch der Ent-wurf des deutschen Civilprocesses hat der E.durchaus entsagt. Bezold.'

5ventus (lat.), der Ausgang, Erfolg; L. ckocs-dit, der Erfolg wird es lehren; L. stultorummaxister, der Erfolg überzeugt die Thoren.

Everbecg, Marktflecken im Arr. Tournay derbelg. Prov. Hennegau (Le Hainaut); Cichorien-fabriken, Kornmühlen; 3665 Ew.

Everdingen, Albert van E., Bruder des1679 verstorbenen Portät- u. Historienmalers Cä-sar van E., geb. 1621 in Alkmaar; bildete sichunter Roland Savery u. Peter Molyn zu einemder größten Landschaftsmaler seiner Zeit; er st. inseiner Vaterstadt als Diacon der reformirten Kircheim Nov. 1675. E. malte vorzüglich wildroman-tische Partien nordischer Landschaften, zu welchener in Norwegen, wohin ihn auf einer Reise einSturm verschlug, gründliche Studien machte, dannarbeitete er in Kopenhagen für König Friedrich IV.die berühmten Bilder im Schlosse Christiansborgund endlich malte er zuerst Holland. Landschaftenin der Weise Gayens, aber kecker und kräftiger.Von seinen Gemälden finden sich mehrere in denGalerien von Berlin, Dresden, München, Wien

u. Stuttgart. Mit besonderer Vorliebe widmetesich E. dem Radiren. Wir besitzen von ihm 1KSBlätter, darunter 103 Landschaften und 57 mitgenialer Leichtigkeit, köstlichem Humor und feinerCharakteristik hingeworsene Illustrationen zu Rei-neke Fuchs. Regnet.

Everest (Mount E.), der nach Sir GeorgeEverest (geb. 4. Juli 1790, gest. 1. Dec. 1868),dein verdienten Vorsteher der indischen Meridian-messung, so genannte höchste Berg der Erde,eigentlich Gaurisankar (s. d.).

Everett, 1) Alexander Hill, amerik. Diplo-mat u. Schriftsteller, geb. 19. März 1792 indemStaate Massachusetts; studirte die Rechte, besuchte ^mit I. Q. Adams 180912 Rußland u. Eng-land, wurde, zurückgekehrt, Advocat und daraufGesandtschaftssecretär u. 181824 Gesandter im /Haag, 1825 29 in Madrid, wurde dann Mit-glied der Legislatur von Massachusetts, 1846 Ge-sandter in Kanton, wo er 28. Juni 1847 starb.

E. sehr.: Lurups, or a xonsral survsz- ok tbsprsssut Situation ok tbs Principal povsrs, Bost. !1822, deutsch von Jakob, Bamb. 1823, 2 Bde.; ! 'klstv ickeas on Population, Land. 1823, 2. A. >Bost. 1826; Lmsrica, or a xsnsral survsx ok 1tbs political Situation ok tbs ssvsral povrsrsok tbs nwstsrn continsnt, Philad. 1827, deutschHamb. 1828; Oritical ancl nnscollallsous sssa^s,Boston 1845 47, 2 Bde., rc.; gab auch eineZeit lang das blortb-Lmsricrn Rovisrv heraus. 2) ^Edward, Bruder des Vor., geb. 11. April 1794zu Dorchester in Massachusetts; wurde 1814 Pre-diger in Boston, studirte seit 1815 in Göttiugenu. besuchte daun Paris, England, Italien, Grie-chenland u. die Türkei; 1820 in sein Vaterlandzurückgekehrt, wurde er Professor der griechischenSprache an der Universität zu Cambridge; 1824bis 1834 war er Mitglied des Cougresses fürMassachusetts u. 183640 Gouverneur von Mas-sachusetts, worauf er bis 1845 den Posten als !Gesandter der Vereinigten Staaten in London be- ^ ^kleidete. Er kehrte dann in sein Vaterland zurück,wurde Präsident des Harvard-Collegs und 1853Senator für Massachusetts, resignirte aber bereitsnach einem Jahre, lebte dann den Wissenschaften Su. st. 15. Jan. 1865 in Boston. Seit 1820 redi- »girte er die bloikb-American, Lsvisve und gab »heraus: Orations ancl spsocbss on various sub- Kjscbs, Bost. 1826 56, 3 Bde.; T äskcncs ok ^(lbristianit^ und Importancs ok practica! oäu-caticm. Bartling.*

Everghem, Markts!, im Arr. Gent der belg.Prov. OFlaudern, Station der Eisenbahn Gent-Eecloo-Brügge; Fabrikation von Leinwand, Baum-wollenzeugen u. Spitzen, Kattundruckerei; 6445 Ew.

Lvornis , Flechtengatt, aus der Fam. der jl-icbonss Ibamooblasti-Lamaliusas, charakterisirtdurch einen ausgebreiteten strauchartigen, auf Bäu-men vegetirenden Thallus mit runden, schildför-migen, am Rande stehenden Fruchtbehältern (Apo-thecien). Arten: L. vulpiua I-., gelb-grün oderfast citrongelb, mit dichotomisch getheiltem Thallus,rothbraunen Apothecien u. fast kugligen Sporen;an Nadelholzbäumen in der alpinen Region derHochgebirge, bes. an Lärchen u. Zirbeln. L. pru-nastri L., graugrünlich, unterseits weißlich, viel-