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Erdl — Erdmagnetismus.
gäbe der sog. Generalstabskarten und die Hydro-graphischen Institute durch Anfertigung von See-karten. Einen Atlas für die physische E. gabBerghaus heraus; Kartenwerke für die HistorischeE. lieferten ehemals d'Anville, Reichard u. A.,von ungleich größerem Werthe in der NeuzeitSpruner, Kiepert, Lelewel u. Wedelt. ObgleichUnternehmungen Einzelner, sind doch in Deutsch-land zwei Anstalten für die geographische Wissen-schaft von Bedeutung geworden, nämlich das Geo-graphische Institut in Weimar, 1797 von Bertuchgegründet, in welchem u. A. 1798 — 1832 dieGeographischen Ephemeriden erschienen, und vorAllem die Geographische Anstalt von Justus Perthesin Gotha (seit 1816).
Die E. der alten Welt ist u. A. bearbeitet vonMännert (Die Geographie der Griechen und Römer),Heeren (Ideen über die Politik rc. der vornehmstenVölker der alten Welt, 4. Aust. 1826), Forbiger(Handbuch der alten Geographie 1842—48) und invielen Specialschriften. Die E. des Mittelaltersist nur wenig bearbeitet worden; Junkers Anleit-ung zur E. der mittleren Zeiten war der erste un-vollkommene Versuch (1712); die Arbeiten vond'Anville, Köhler, Pischon sind ebenfalls dürftig,besser Wuttke über E. u. Karten des Mittelalters(1853), die vorzüglichste Quelle bildet indessen derhistorische AtlaS von Spruner. Die Geschichteder E. haben behandelt: Malte Brun (Geschichteder E. aus dem Franz, von Zimmermann, 1816),Peschel, Das Zeitalter der Entdeckungen, Angsh.1856; Ders., Geschichte der E., München 1865;Vivien St. Martin, Mstoirs äs EsoAraxtiis, Par.1874 , L. Schroot. L. Thielemaim.
Erdl, Michael Pius, verdienter Natur-forscher, geb. 5. Mai 1815; studirte in MünchenMedicin, begleitete 1836 und 1837 G. H. vonSchubert auf seiner orientalischen Reise, wo erdurch seine Barometermessungen die Entdeckungmachte, daß der Spiegel des Todten Meeres un-ter dem des Mittelmeeres liege. 1840 ließ er sichan der Münchener Universität als Privatdocentfür Physiologie, Embryologie und vergleichendeAnatomie nieder, wurde 1841 Professor der me-dicinischeu Facultät und st. 25. Febr. 1848. E.schr. neben mehreren Abhandlungen in Zeitschrif-ten: Ds oonlo, Münch. 1839; Ds pisoium Aian-äula oiäoroiäsali, ebd. 1839; Tafeln zur ver-gleichenden Anatomie des Schädels, ebd. 1841;Ueber die Entwickelung des Hummereies, ebd.1843; Leitfaden zur Kenntniß des Baues desmenschlichen Leibes, ebd. 1843—45, 2 Thle.; DieEntwickelung des Menschen u. des Hühnchens imEi, ebd. 1845 f., 1. u. 2. Heft, sein bedeutend-stes Werk, und bearbeitete Österreichers Anato-mischen Atlas neu, Erlang. 1843—45, 18 Heftemit 179 Tafeln. Thamhayn.
Erdleitung, 1) die von Steinheil 1838 ein-gefllhrte Ableitung der in den Poldrähten sichansammelnden Elektricitäten in den Erdboden alsErsatz für einen Theil des elektrischen Stromkrei-ses für die Zwecke des Telegraphirens. 3) Eindicker Draht, welcher von den Apparaten der Te-legraphen-Endstationen u. in ähnlicher Weise vonden Blitzableitern der Telegraphen-Mittelstationenzur Erde geführt wird, um im elfteren Falle den
Telegraphirströmen, im anderenden atmosphärisch,elektrischen Strömen aus der Telegraphenleitun«einen Weg zur Erde zu eröffnen, nachdem erste«die Empfangsapparate durchlaufen haben, währenddie letzteren von den Apparaten auszuschließen sind.Das Ende der E. bildet gewöhnlich eine Erdplatted. h. eine entsprechend große, in die feuchte Erdeeingegrabene Metallplatte, welche den Übergangder Elektricität in die Erde erleichtert. Z-M
Erdlicht, s. u. Erde II.
Erdmagnetismus, die magnetische Kraft derErde. I. Nachweis des E. Stellt man eineMagnetnadel in horizontaler Ebene frei beweglichauf, so nimmt sie nach einigem Hin- und Her.schwanken eine bestimmte Lage au, in welche sieimmer wieder zurückkehrt, so oft man sie auch ansderselben entfernen mag. Anfänglich glaubte man,daß die Magnetnadel beständig u. an allen Ortender Erde genau von S. nach N. zeigte u. suchtedas Verhalten derselben durch die Annahme großermagnetischer Gebirgsmassen in den Polargegendenzu erklären. Bald aber stellte sich heraus, daß dieRichtung der Magnetnadel an bei weitem denmeisten Orten der Erde mehr oder minder vondem astronomischen Meridiane abweicht. Der Win-kel, welchen der magnetische Meridian, d. i. diedurch die beiden Pole der Nadel in ihrer Gleich-gewichtslage gelegte Verticalebene, mit dem astro-nomischen bildet, wird magnetische Abweichung od.Deklination genannt. Stellt man ferner eineMagnetnadel so auf, daß sie um ihren vor deinMagnetismen genau bestimmten Schwerpunkt nurin der verticalen Ebene des magnetischen Meri-dians drehbar ist, so bleibt sie nicht wagerechtstehen, sondern neigt sich mit dem NPol nach un-ten gegen den Horizont u. bildet mit demselbeneinen Winkel, der wiederum für verschiedene Orteder Erde verschieden ist u. den wir die Neigungod. Inklination der Magnetnadel nennen. DieJnclination, die für Deutschland gegenwärtig etwa67" beträgt, nimmt zum Äquator hin bis 0° ab,von da an weiter nach S. in entgegengesetztemSinne zu, so daß sich in der Nähe des AequatorSeine rings um die Erde laufende Linie, Akliue(aklinische Linie, magnetischer Äquator), befindet,für welche die Jnclination gleich Null ist. Ausden angeführten Thatsachen ergibt sich, daßdas Verhalten der Erde zu der Magnetnadel ge-nau dasselbe ist, wie das eines großen Magnetenzu einem darüber befindlichen kleinen, u. daß wirsomit die Erde selbst als einen großen Magnetenbetrachten können, dessen einer Pol sich in derNähe des astronomischen NPols, dessen andmr
sich in der Nähe des astronomischen SPols befin-det, u. zwar liegt, da gleichnamige Pole sich ab-stoßen und wir den nach N. zeigenden Pol derMagnetnadel als N-, den nach S. zeigenden »>»SP'ol bezeichnen, in der Nähe des astrononnMNPols der südmagnetische, in der Nähe des astro-nomischen SPols der nordmagnetische M^rErde. Ein fernerer Beweis für den niagneüMZustand der Erde ist der, daß ein parallel «Richtung der Jnclinationsnadel aufgehängter vtaweichen Eisens vorübergehend magnetisch Md, u.zwar auf der nördlich vom magnetischen Aquaigelegenen Hälfte der Erdoberfläche das mne