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Erdkunde (Gcsch.).
so ein Bild der NKliste Sibiriens her; zu gleicherZeit erforschte eine aus deutschen Gelehrten, Gmelinu. Steller, bestehende Landexpedition die Florau. Fauna Sibiriens, endlich 1741 gelang es demDänen Veit Bering, von Ochotsk aus die Meeres-straße zu entdecken, die seinen Namen trägt, unddie Nähe der beiden großen Continente Amerikas». Asiens festzustellen. In kurzer Aufeinander-folge wurden von demselben Ausgangspunkt ansKamtschatka, die Kurilen u. die Lage Japans zuAsien gefunden u. näher bestimmt. Zum Abschlußbrachte auch hier die Forschung wieder JamesCook auf seiner dritten Reise (1776), auf der er1778 die Sandwich-Inseln entdeckte, die WKüsteAmerikas entlang bis zur Beringsstraße segelte,u. damit die Hydrographie der alten Welt fast biszum Abschluß brachte. Dis folgende Zeit konntesich beschränken, die Einzelheiten der dortigen Ver-hältnisse zu erforschen, wie Kotzebue, Vancouver,Malaspina u. A., und so das Bild herzustellen,welches jetzt unseren Karten einverleibt ist. Indem nördlichen Eismeere geschah, mit Ausnahmeeiniger Expeditionen, durch welche die Russen dienördlich von Sibirien gelegenen Inselgruppennäher bestimmten, in der 2. Hälfte des vorigenJahrh. nichts; die Forschungsreisen nach der nord-westlichen Durchfahrt waren nach der resnltatlosenvon Christoph Middlcton 1741 sistirt. Erst von1818 ab datiren die neuen Bestrebungen zur Auf-hellung dieses Problems; in dreimaliger Reiheversuchte sie Eduard William Parry (1819, 1820,1822), in zweimaliger John Roß (1818 und1829—32) in Begleitung seines Bruders James,aber ohne Erfolg, wenngleich der speciellen Kennt-niß der dortigen Breiten neue Länder (BoothiaMellvilleinsel) zugeführt wurdenu.esJames gelang,den damaligen nordischen Magnetpol zu erreichen.Ihnen zur Seite gingen die Versuche, zu Landediese Aufgabe zu lösen, im Anschluß an die Ent-deckungen des Kupferminen-Flusses durch Hearneund des Mackenzie durch A. Mackenzie im vorigenJahrh., die zur genaueren Feststellung der NKüsteAmerikas führten. In 3 Reisen strebten ihr dannnach John Franklin, der von der dritten (1846)nicht wiederkehren sollte, und die nach ihmausgesandten Expeditionen, M'Clure 1850, Rae1853, M'Clintock 1857, Kaue 1853, Hayes 1860,durch die die Anzahl der dortigen Inseln wiederum eine Anzahl neuer Namen (Grinnellland u. A.)bereichert u. dis Möglichkeit einer nordwestlichenPassage von Europa nach Asien sestgestellt wurde,ohne daß dieselbe wegen ihrer natürlichen Ver-hältnisse je dem Verkehr wird dienen können. Dieletzte Expedition machte der Amerikaner Hall(1870—73), dem es gelang, die Robesonstraße zuentdecken n. bis zu dem jetzt nördlichsten Punktunter 82° vorzudringen. Weniger zahlreichwaren die Versuche, an der OKliste Grönlandsvorzudringen, wo Scoresby 1822 bis zum75. Grad, die deutsche Expedition unter Kol-dewey (1870) bis zum 77. Gr. gelangte. End-lich sind den Russen in der Erforschung des Eis-meers nun auch andere Nationen mit Eifer gefolgt;Novaja Semlja wurde zum ersten Mal umsegelt,von einer schwedischen Expedition das K. Karls-Land im O. Spitzbergens 1872, durch eine öster-
reichische unter Payer u. Weyprecht das Franz,Josephs-Land unter dem 80 . Breitengrad entdecktNeue Fahrten dorthin haben seitdem die Engländern. Schweden veranstaltet (das Nähere s. Nsrd-polfahrten). Wol sind die erhofften Resultate siirden Handelsverkehr nicht erreicht worden, aber diewichtige Thatsache von der Begrenzung Europasund Asiens durch ein mit Inseln erslllltes Meerfestgestellt, dessen nähere Erforschung noch vielenExpeditionen Raum geben wird.
Bis ans die Gegenden im äußersten Norden n.im äußersten Süden ist also das Verhältniß zwischenLand u. Wasser der Erde festgestellt; daß in den an-deren Theileu noch unentdeckte Partien sich zeigensollten, ist kaum zu erwarten, eine genauere Durch-forschung einzelner Küstenländer allein noch z„erstreben. Eine wesentlich größere Aufgabe nochbleibt der geographischen Wissenschaft in der Er-forschung der Binnenländer, so Vieles u. so Großesin dem verflossenen Jahrhundert auch hiefür gethwist. Es ist hier nicht der Ort, alle die einzelnen Ex-peditionen aufznzählen, wofür ans die einzelne,,Länder u. Biographien der einzelnen Reisenden ver-wiesen werden muß; es genügt, hier die Grenze»des Erreichten u. die Lücken des Wissens kurz znbezeichnen. Am weitesten vorgeschritten ist selbst-verständlich die Kenntniß von Europa, wenngleichauch hier noch, wie die neueste Reise durch Bul-garien n. die Türkei von Kanitz gezeigt hat, Theilesind, deren Kenntniß auf' fehlerhafter Traditionberuht. Ihm schließt sich dem Verhältniß nachAsien an, von dem ein großer Theil, Sitz ur-alter Cnltur, der historisch-geographischen Forsch-ung unterliegt, ebenso wie die meisten cher sei!300 Jahren von den Europäern entdeckten Insel-gruppen. Die speciellere Erforschung Indiens n.Sibiriens ist unter der Protection der englischenu. russischen Regierung weit vorgeschritten; diebeiden bis in die neueste Zeit unnahbaren alte»Culturreiche Japan u. China beginnen langsamihre Verhältnisse der europäischen Wissenschaft z»eröffnen; nach dem Centruin hin haben die Er-obernngszüge der Russen weite Strecken zur Er-forschung ausgeschlossen; es bleibt zunächst nochübrig die Kenntniß des fast nur ans Schriftenbekannten Kerns des nach allen Richtungen sichverzweigenden Hochlandes n. der Wüstenstreckengegen China, die Aufhellung Tibets, Hinterindiensu. Arabiens; wo trotz mehrerer Reisen noch das We-nigste genau festgestellt ist, u. die nähere Erforschungder großen Sunda-Jnseln Borneo n. Sumatra, ver-bunden mit einer Anzahl kleinerer. Im großenMaßstabe ist auch Amerika durch die immer vor-wärts drängenden Ansiedelungen der Europäer n.durch einzelne kühne Reisen europäischer Gelehrten,wie Humboldts, Schomburgks, aufgeschlossen worden.Nur einzelne Länderstrecken des nördlichen Themsu. die weiten Ebenen im Centrum des südlichenThciles, die ganze SSpitze harren noch nähererErforschung. Auch über das Innere von Austra-lien hat die neueste Zeit einigermaßen Aufklärunggebracht u. seine Wasserlosigkeit u. geringe Fähig-keit zum Ansiedeln bezeugt, obwol cs hier nochgroße Streck- n Landes gibt, die von keines Euro-päers Fuß betreten worden sind. Die meiste Auf-merksamkeit zog aus sich u. die ineisten Kräste ver-
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