Erard — Erasmus.
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liqe scharfe Grundstock, sonst als Rackir IrsIIsdori(Raäir aeoniti Insmalis) officinell, enthält einckcharses Weichharz, welches erwärmt wie Öl fließt,»/in höherer Temperatur sich zersetzt u. im Wein-Äoeist eine rothbraune Auflösung gibt, welche die-Msensalze pnrpurroth färbt. Engl-r.'
Erard, Sebastian, Instrumentenmacher, geb.>5. April 1752 in Straßburg, arbeitete seit 1770?.in Paris. Sein erstes Pianoforte baute er fürsidie Herzogin von Villeroi und führte dadurchsin Frankreich die Fabrikation dieser Instrumentejein. Die von ihm und seinem Bruder, Jean/Ba'ptiste, gefertigten Pianofortes wurden balddie gesuchtesten in ganz Frankreich und erhielten-auch im Auslande eine hohe Berühmtheit, zu-"Nial da Sebastian 1823 den doppelten Anschlagsi erfand. Er erbaute auch 1827—1830 die Örgel' in der Kapelle der Tuilerien, die in den Juli-; tagen vom Pöbel zertrümmert wurde. Er starb^ 5 . August 1831 auf dem ehemaligen königlichen.Jagdschlösse La Mnette bei Passy, wo er sich inö der letzten Zeit aufhielt. Die von ihm n. seinem1 Binder gegründete Pianofortefabrik in Paris be-ß steht noch jetzt. Schroot'
' Eras, Wolfgang, Nationalökonom, geb. 14.April 1843 zu Schönfeld bei Großenhain, stndirte1861—65 in Leipzig u. Berlin anfangs Mathe-matik u. Naturwissenschaften, später unter Prince-Smith Nationalökonomie u. Staatswissenschaften,redigirte 1866—67 die Mittelrheinische, 1868 dieEssener Zeitung, u. war in Essen gleichzeitig Ge-neralsekretär des Rhein.-Wests. Handels- u. Ge-werbevereins; ferner 1869 — 70 Handelskammer-Secretar in Bielefeld n. seitdem Handelskammer-Syndicus n. Vice-Vorsitzender des Schlcs. Central-Gewerbevereins in Breslau. Er schr.: DerZwangs-staat u. die deutschen Sorialisten, Lpz. 1868: VierZeitfragen, Lpz. 1870; Handelspolitische Aufgabenbei der Annexion des General-GouvernementsElsaß, Berl. 1871; Der Proceß Bebel-Liebknecht,Breslau 1872; Aus der Praxis, volkswirthschaftl.Studien, ebd. 1872, u. gab gemeinschaftlich mitBöhmert, Prince-Smith, Braun, Lammers u. A.Jahrbuch für Volkswirthschaft, Lpz. 1867 — 69,heraus. Außerdem war er betheiligt bei der Vor-fj bmitung der neuen Wirthschastsgesetze in volks-wirthschaftlichen Vereinen n. Congreffen. Schroot.
Erasistratos, griech.Arzt, aus Julis auf Keos,geb. 304 v. Ehr., Enke! des Aristoteles (nachPlinius), Schüler des Chrysippus, Metrodor u.Theophrast; gab sich früh schon ganz wissenschaft-lichen, bes. anatomischen Studien hin. Seineuur in vereinzelten Bruchstücken noch vorhandenenWerke handelten über Anatomie — selbst die pa-thologische betrieb er schon — Hygiene, Wunden,Ursachen u. Behandlung der Krankheiten, nament-lich der fieberhaften, u. Toxikologie. Er zerglie-decke nächst Herophilus zuerst menschl. LeichnameA « /E auch wie dieser selbst an noch lebenden' Verbrechern seine Untersuchungen angestellt haben.Er wies den Ursprung der Gehirnnerven nach u.ihren Unterschied von den Sehnen, kannte selbstme Eigenthümlichkeiten des Gehirns in verglei-chend anatomischer Beziehung, ebenso die Lymph-gMe Seine Ansichten von den Entzündungen/ u. Fiebern nähern sich denen von Broussais, nur
war seine Therapie eine einfachere u. mildere, meistin der Darreichung von Gerstenabkochung u. Ölenu. der Verordnung von Schröpsköpfen bestehend.Er starb im hohen Alter in Jonien, angeblich aneiner Schierlingsvergiftung, die er wegen einesunheilbaren Geschwürs veranlaßt hatte, n. wurdeauf dem Berge Mykale, Samos gegenüber, be-graben. In den jüngeren Jahren hatte er amHofe des Seleukos Nikator gelebt und war dannnach Alexandria gegangen. Er wurde Stifter einerSchule, der Erasistratser, die von 280 v. Ehr.bis 130 n. Ehr. erst in Alexandria, dann in Klein-asien blühte, u. in der sich Jkesius als Stiftereiner neuen Schule in Smyrna, 30 n. Ehr., undals Verfasser mehrerer Werke über Pflanzen, Sal-ben und Nahrungsmittel bes. auszeichnete. Vgl.Hieronymus, Urasisbrabi et Drasistratsorum tn-storia, Jena 1790. Thamhayn.
Erasmus, (gr., verkürzt As MN s, männlicherVorname, der Liebenswürdige), 1) St. E., Bi-schof in Campanien; starb den Märtyrertod um301 u. ist einer der 14 Nothhclfer, s. d.; Attri-but: eine Winde; Tag: 3. Juni. 2) Deside-rius, Humanist u. Theolog (eigentlich GerhardGerhardssohn, wovon sein gewöhnlicher Name dieunrichtige griechische n. lateinische Übersetzung ist),geb. 28. Oct. 1467 in Rotterdam als Sprosse eineranßerehel. Verbindung seiner Mutter Margarethamit dem zum geistlichen Stande bestimmten Ger-hard Helie (daher E. Rotterdamns); war erst Chor-knabe in der Kathedrale zu Utrecht, seit 1484Mönch in dem Kloster EmanS bei Gouda, wo ersich als Maler auszeichnete, stndirte dann zu Pa-ris Theologie u. Humaniora u. ging 1497 nachEngland und dann nach Italien; von Papst Ju-lius II. von seinem Ordensgelübde dispensirt,lebte er nun in Venedig, Padua u. Rom, kehrtespäter nach England zurück, war in Oxford undCambridge eine Zeit lang Professor der griech.Sprache, lebte dann in Brüssel, seit 1521 in Ba-sel, seit 1529 in Freiburg u. st. in Basel 1536.Er machte sich verdient um das Aufblühen derWissenschaften (daher er, Bndäns und Vives denEhrennamen ss'riumviri rsi litorarias erhielten),um die griechische Sprache und mittelbar um dieReformation, indem er manche Mißbräuche desMönchs- u. Papstthums angriff. Positiv arbeiteteer der Reformation vor durch seine Bearbeitungdes Neuen Testamentes in bahnbrechender, text-kritischer u. exegetischer Behandlung, u. seine Hin-weisung auf dasselbe als die Quelle christlicherErkenntniß für Alle, auch das Volk. Sein Ver-hältnis) zu Luther war anfänglich bei aller Zurück-haltung ein anerkennendes, wie auch Luther, ob-wol frühe schon seine Unempfänglichkeit für dieeigentlich treibenden reformatorischen Ideen durch-schauend, seine Verdienste mannigfach hervorhob.Im Dec. 1520 urtheilte E. in einem Gesprächemit Kurfürst Friedrich dem Weisen zu Köln, zwarausweichend, aber doch freimllthig, Luther habe in2 Dingen gefehlt, daß er dem Papst an die Kroneund den Mönchen an die Bäuche gegriffen habe.Noch im Jahre 1521 überreichte E. dem PapstHadrian VI. Vorschläge zur Reformation der Kirche.Aber die Indiskretion Huttens, der einen Briefdes E. an den Kurfürsten Albrecht von Mainz