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Englische Sprache u. Literatur.
Southey (1774—1843) entwarf schon als Schul-knabe den Plan, in erzählenden Gedichten diegrößten Formen der Mythologie darzustellen, undseine auf arabische und hindostanifche Legendenbasirten Dichtungen Mmiaba, und die 6urss okLellamn waren eine theilweise Ausführung sei-nes Planes und entfalten unter bezaubernderDictiou bedeutende Gelehrsamkeit und glänzendeEinbildungskraft. Eine neue Tendenz aber thatsich kund in den Gedichten von Sir Walter Scott(1771—1832), der die Läuterung der modernenPoesie mit dem Geiste u. den Gestalten der schot-tischen Minstrels verband. Er bediente sich infeinen hauptsächlichsten Gedichten des achtfüßigenVerses, der gewöhnlich von den alten Romanzen-dichtern gebraucht worden war. Von 1805—1812,wo die ersten Gesänge von Byrons Childe Harolderschienen, war Scott der populärste britische Dichter;doch er beschränkte sich aus Romandichtungen vondem Augenblicke an, wo der Genius Byrons seineSchwingen ansbreitete. John Wilson, der unbe-deutendste Dichter der Seeschule, widmete sich, nach-dem er einige durch Zartheit u. Kraft der Dar-stellung gleich ausgezeichnete Gedichte geschrieben,ganz der Prosa. Die Berühmtheit Lord Byrons(1788—1821) war während seiner kurzen u. stür-mischen Lausbahn in seinem Vaterlande ohne Ne-benbuhler, u. vielleicht niemals schrieb ein Mann,der mit 37 Jahren in das Grab sank, so viel durchdie ihm innewohnende Kraft und gewaltige Leiden-schaft sich Auszeichnendes. In seinen Dichtun-gen Olliicis Naroiä, von lluan, Mrs Lriäs obL.b)'iios, Mw 6iaur, Imrn, Narspxa sehen wireinen Dichtergenius vor uns, der ans der einenSeite wie ein Titane mit dem Weltschmerz ringtu. auf der anderen die höchsten Höhen dramati-scher u. lyrischer Dichtung erklimmt. Eine neuePhase des poetischen Geistes erscheint in JohnKeats (1795—1821), der vor seinem frühzeitigenTode Großes versprach, nicht bloß durch den Reich-thum seiner schönen u. großen Conceplionen, son-dern auch durch die raschen Fortschritte, die ermachte, seinen Genius der Controls ruhigen Ur-theils zu unterwerfen. Er war ein frühzeitigerBewunderer der Dichtungen von Leigh Hunt (1784bis 1859), der sich nach italienischen Vorbilderngebildet hatte u. dessen Einfluß sich namentlich inden Schöpfungen von Percy Bysshe Shelley (1792bis 1822) in fast ätherischer Einbildung u. Sprachebemerkbar macht. Obgleich die Conceptionen Shel-leys mehr aus imaginativer Philosophie und ausSpeculation über die Natur der Elemente als ausder menschlichen Natur und dem wirklichen Lebenhervorgegangen, so mangelte ihnen doch keines-wegs Liebe u. Sinn für ideale Schönheit, welchesich in einzelnen Gedanken und Bildern in seinengrößeren Schöpfungen u. namentlich aber in sei-nen kleineren Gedichten, wie Mw Sensitive klant,Mio Sirz-Iaric, Mio Olonä ete. zeigen. Sein kroms-tlisns unbounä ist eines Äschylus würdig. ThomasMoore (1779—1852), ein gottbegabter Liederdich-ter u. satirischer Poet, entfaltete seine höchste Kraftin den vier orientalischen Erzählungen, aus denenseine ImUa Kooicll zusammengesetzt ist. GeorgeCrabbe (1754—1832) erwarb sich namhafte Be-deutung durch seine beschreibenden und ländlichen
Dichtungen, wie Mw villags, st'iw parisir ro§istsrund seine beste: borongir. Samuel Rogers
(1762—1855), der Zeitgenosse einer langen Reihevon Dichtern, folgte keiner der neuen Tendenzen,sondern erreichte hohe Kunst im heroischen Couplet,mit einem feinen Gefühl für Zartheit u. Geschmack.Höheren Genius n. gleiche Cnltnr besaß ThomasCampbell (1777 —1834); und in seinen lyrischenDichtungen gab er romantischen Conceptionen eineclassische Vollendung, welche von seinen Zeitgenos-sen selten angestrebt wurde. Seine Msasuros okiwxs werden beständig zu den classischeu Stückenenglischer Dichtung zählen. Charles Lamb (1775bis 1834) ein eigenthllmlicher u. irrlichternder Ge-nius, schrieb nichts, das nicht schön war, u. seinewenigen Gedichte zeigen, gleich seinen Dssa^s, Ieinen originellen Witz u. liebenswürdigen Charakter, !der sich durch ein sympathisches Studium ältererfranzösischer Schriftsteller geformt hatte. Sein Ru;gründet sich vornehmlich auf seine Lssnz-s ok Wo.die zu den besten ihrer Art in der Literatur ge-hören. Die Gedichte von Thomas Hood (17SSbis 1845) sind, mögen sie nun ernst od. komischsein, voll von Stoff für ernste Gedanken. Ob-gleich er ein überaus geschickter Reimschmied undWitzbold war, so liegt seine wahre Kraft doch m seinfacher pathetischer Lyrik, wie Pkw soug ok tdssirirb und Mw briä§s ok siZirs. Der schottischeDichter James Hogg (der Schafhirte von Etterick,
1772—1835) verdient wegen seiner seltenen Ein-bildungskraft u. herrlichen Gabe der BeschreibungBeachtung. Die besten Compofitionen von AllanCunningham (1784—1842) sind Balladen undLieder nationalen Charakters. Manche der Ge-dichte von Walter Savage Landor (1775—1861)sind Versuche, den Genius der alten griechischenPoesie wieder herzustellen, doch obgleich sie mancheintellectuelle Schönheiten enthalten, scheinen siedoch England und den modernen Zeiten fremd zusein. Sein Osbir und Oormt lluÜnü jedoch ent-halten Stellen, die kein Dichter an Schönbeitübertroffen hat. Indessen sein Ruf gründet sichhauptsächlich auf seine Prosaschriften, unter denendie Imagiuarz- Lonvsrsakions obenan stehen. Nichtunbedeutend als lyrischer Poet war auch der großeRomandichter Lord Lytton (Bulwer) wie in Posttaiss ok Nilokus, u. der gegenwärtige HofdichterAlfred Tennyson, berühmt wegen seiner läMs oktirs LinA. Ihnen schließt sich würdig an einerder jüngsten Dichter Englands: Algernon CharlesSwinbnrne, der mit seinem griechisch-classischeuDrama Lbalantg, in Galz-cion u. mit seinen Songs l,iwkars snnriss, 8ov§ ok Itaiz-, Lotlluwl u. Songsok trvo Kations hohe Bedeutung erlangt hat. Ihmschließt sich würdig an William Morris, der zuerst ^durch das epische Gedicht Mw I-iks anä Osatb okllason (1867) bekannt wurde und inzwischen seinseltenes episches Erzählungstalent in dem vierbän-digen Werke Mrs oartbix paraäiss bewährt hat.
Zu den nennenswerthen, aber weniger bedeuten-den Dichtern dieser Periode, die man nicht mitUnrecht die Victorianische nennen kann, gehören !noch: Kirke White, Grahame, Bowles, Bloomfield,Hamilton, Lloyd, Lovel, Dyer, Cary, Wolfe, derbesondere Erwähnung verdient wegen seines kur-zen Gedichtes Luriai ok Sir lloiw Noors; Mont-