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Englische Sprache n. Literatur.
diLisius and provinoialisms, ebenda 1846. Derwichtigste Dialekt von allen fällt außerhalb deseigentlichen Englands; es ist der des schotti-schen Niederlandes, der nicht mir vom Endedes IS. Jahrh. bis znr Vereinigung der schottischenund englischen Kronen die Geschäfts« u. Landes-sprache Schottlands war, sondern in welchem sichauch ein reiches n. eigenthümliches Schrifcenthnmentwickelt hat. Die schottischen Volksdichter, Bnrnsan der Spitze, haben sich sämmtlich dieser Mund-art bedient, die sich durch eine gewisse breite Ge-müthlichkcit vortrefflich für eine volksthümliche Lie-derdichtnng eignet. In Bezug ans daS Lautsystembildet das Schottische gewissermaßen ein Mittel-glied zwischen dem Englischen u. dem Deutschen.(Vgl. Jamieson, Lhmwkoxioal diotionarz- ok tlrsLoottisir IanAua°'s, Ediub. 1808; Luppksmsnts,cbd. 1825). In Irland haben sich keine Mund-arten der E. S. erzeuge» können, weil der größteTheil des gemeinen Volkes bis auf den heutigenTag am Irischen sestgehalten hat; übrigens spre-chen die Irländer das Englische mit einem eigcn-thllmlichen singenden Accent, Lro^ns genannt, wes-wegen sie vielfachen Spott erdulden müssen. Auchin Amerika gibt es keine Mundarten; das ameri-kanische Englisch ist zwar mit vielen, theils vonden Indianern, theils von den Eingewandertenanderer Nationalitäten entlehnten Wörtern versetztund reich an eigenthllmlichen Wendungen (Ameri-kanismen), entspricht aber im Übrigen der eng-lischen Schriftsprache. (Bartlett, Oietionarx obLwericanisms, New-Dork 1848.) Charakteristischist das Neger-Englisch, das allerdings durchhäufige Anwendung in komischen Volksliedern, sowie in Sitten- n. Lebensschilderungen sich zu einergewissen dialektischen Geltung erhoben hat. (Hel-mig van der Vegt, Rroovs eener IrandksidlnA owlieb KsAgrsnAoleek, Amsterd. 1844.)
IV. Sprachlehre: a) Aussprache. Bei denAusländern ist das Englische namentlich wegen derSchwierigkeit seiner Anssprache verschrieen, u. inder Thal gibt es wol kaum eine Sprache, in derdie Aussprache einestheils so wenig in Einklangmit der Schreibung, anderntheils so schwierig aufdurchgreifende Regeln znrückznführen ist. Demelfteren Übelstande hat in neuester Zeit Jsac Pit-man aus Bath durch die von ihm erfundenePhonographie oder Phonotypie abzuhelfengesucht, welche jedoch, da sie die Etymologie gänz-lich unberücksichtigt läßt und so den geschichtlichenZusammenhang der Sprache zerreißt, nur als einesprachliche Seltenheit betrachtet werden kann. Diezweite Schwierigkeit, nämlich die Regellosigkeit, hatsich den Engländern selbst so fühlbar gemacht, daßsie eine ganze Reihe von Rechtsprechlehren undWörterbüchern derAnssprache(?rononnoinK Diobio-narlss) hervorgerufen hat, deren Verfasser manunter dem Namen der Ortho'episten begreift u.unter denen vor Allen John Walker mit seinemoft aufgelegten klassischen Orltioal RronormoinAviotiooar/ (deutsche Ausgabe von Fleischer, Lpz.1826) hervorzuheben ist. Bei vielen Abweichungenim Einzelnen find die Ortho'episten über gewisseBezeichnungen überein gekommen, durch welche dieAussprache der einzelnen Laute angegeben wird.Die Vocale z. B. werden beziffert; so werden
vier verschiedene Laute des a, zwei v, zwei i, viero, drei u rc. unterschieden. Von den Consonan-ten ist der Zischlaut bst der schwierigste; er hateinen scharfen und einen sanften Laut, für welchedas angelsächsische Alphabet zwei verschiedene Buch,staben besaß; skr lautet wie soll, cir wie tsoki, sedwie 8>c; anlantendes kc vor n und anlautendes vvor r können die Engländer nicht aussprechen;das I ist nicht ein Zungen-, sondern ein Kehllaut;r nach einem Vocale ist ungemein weich u. löst sichfast selbst in einen Vocal auf; 8 ist in der Regelscharf, 2 dagegen wird wie ein weiches 8 gespro-chen. Übrigens übt die Mode einen nicht unbe-deutenden Einfluß auf die engl. Anssprache ans;ganz einfache Wörter (wie Roms, drama, Linon,neitlwr rc.) sind zu verschiedenen Zeiten ganz ver-schieden ausgesprochen worden n. werden es theil-weise noch. Vgl. Buschmann, Lehrbuch der engl.Anssprache, Berl. 1832, u. Voigtmann, Vollstän-diges Wörterbuch der englischen Anssprache, b)Formenlehre. Die E. S. hat alle Flexionenans das geringste Maß zurückgeführt. Von derBeugung der Hauptwörter ist nur in dem Plu-ralzeichcn 8 n. dem sogen, angelsächsischen Geni-tive eine Spur zurückgeblieben; Artikel u. Eigen-schaftswörter werden gar nicht declinirt, die letzterenjedoch in zweifacher Weise (deutsch u. französisch)gesteigert. Die Geschlechtsregeln sind einfach unddurchaus naturgemäß; die Conjngation hat nurEinen Modus u. zwei Zeiten (Rrasssns n. Im-porkeetmm), alle übrigen werden durch Hilfszeit-wörter gebildet. Die schwache Conjngation ist, wieim Deutschen, die herrschende geworden und dieÜberreste der starken werden gewöhnlich fälschlichals unregelmäßige Zeitwörter bezeichnet.
V. Hilfsmittel. Die ältesten Grammatikender E. S. waren lateinisch abgefaßt (6okst, I-iUx);die erste englisch geschriebene ist die von WilliamBullokar (Ürvb 6ramirmr kor RuMsst, 1586).Von späteren sind die hervorragendsten von BenJohnson, Samuel Johnson (1706), Robert Lowth(1762), Thomas Sheridan (Rlsmsntm ok LngstiskKrammar, 1786), sowie die von den AmerikanernLindley, Murray u. Noah Webster. Die bedeutend-sten deutsch-englischen Grammatiken, Grammatiken,die einzig in ihrer Art dastehen, u. denen Englandnichts Ähnliches an die Seite setzen kann, sind: E.Maetzner, Englische Grammatik, Berl. 1860—65,2Bde., n. C. F. Koch, Historische Grammatik derEnglischen Sprache, Weimar 1863—69; Loth,Etymologische angels.-engl. Grammatik, Elberfeld1870. Weitere wesentliche Hilfsmittel zum Stu-dium der E. S. sind: Grimms Deutsche Gram-matik, Göttingen 1819—37, 4 Bde., n. Ausl.,Berlin 1874 ff.; Gnest, liistorz- ok LnZIisirRllz-tdiins, London 1838; Rask (in schwedischerSprache geschrieben), Luxla - 8axon Oiawwai,translatsd bz- Rllorps, Lond. 1839; Trench, I-ng-lislr, past and present, Lond. 1855, 7. Aust. 1870;Derselbe, 8tndz- ob IVords, ebd. 1852, 14. ver-besserte Aust. 1872; Goold Brown, 6rainmar olRnZIisIi Orammars, New-Iork 1857; Latham,klandbook ok ttre RnZIiskr I-anZuags, London >>,New-Iork 1857; Fowler, RnAlisir I-anguaAs inits elsioonts and torins, New-Iork 1859 ; G. P.Marsh, Historz- cck tlls LnAlisü I-anAuaAS, ebd.