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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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England (Geschichte).

sament aber ließ sich von jeden: Engländer über17 Jahre Treue schwören, setzte einen Regiernngs-ausschuß von 41 Mitgliedern, von denen dreiVicrtheile im Parlamente saßen, nieder, ernannteBradshaw znm Präsidenten desselben u. Fairfaxznm Lordgeneral der Armee. Cromwell begab sichals Lordstatthalter von Irland dorthin, nm denzn Gunsten Karls II. ansgebrochenen Aufstandniederznfchlagen; nachdem er 1650 die königlichePartei von Dublin ganz niedergeschlagen, wurdeIrland für die Republik in Besitz genommen.Was mit dem Leben davon kam, büßte die Theil-nahnie an dem Aufstande mit schweren Geldstra-fen; das Land wurde mit Blutströmen getränkt,Tausende seiner Bewohner wurden zu Bettlern,andere Tausende nach Westindien gesandt. Dannübernahm Cromwell auf Bitten des Parlamentseinen ähnlichen Vertilgnngskrieg gegen Schottland,wo der Prinz von Wales, nunmehr Karl II., am23. Juni 1650, vom Prinzen vonOranien unter-stützt, gelandet und ic» Juli nach Nnterschreibungdes Covenants als König anerkannt worden war,besiegte 3. Sept. 1650 diesen u. die Presbyteria-ner bei Dunbar, zog in Edinburg ein u. schlugden König, der 1651 zu Scone gekrönt wordenu. im Jan. in E. eingedrungen war, 3. Sept.bei Worcester (1651). Karl entkam unter großenGefahren nach der Normandie. Gleich daraufwurde die junge Republik in einen Krieg mit denGeneralstaaten verwickelt. Ihr Gesandter war imHaag in brutaler Weise geschmäht worden, wäh-rend die Stuarts dort Freunde u. Unterstützungfanden. Das Parlament erließ 9. Oct. deshalb dieNavigationsacte, nach welcher nur britische SchiffeMaaren nach E. bringen durften. Diese Acteverletzte tief die Handelsinteressen der Holländer,welche, als die Zurücknahme derselben nicht zuerlangen war, Caperbriese ansstellten und eineKriegsflotte in den Canal schickten. Anfangs unter-lagen die Engländer, deren Flotte unter den Stuartsin Verfall gerathen war, den berühmten See-helden Hollands, aber schon 1653 zeigten sie sichihnen gewachsen, und 18.—20. Febr. erfocht Ad-miral Blake über Tromp und de Ruyter einenglänzenden Seesieg. Der größte Theil des Ruhmesfiel indessen ans Cromwell, welcher die oberste Leit-ung des Staates ohne Widerspruch an sich gerissenhatte. Da das Parlament ans Furcht, Cromwellmöchte nach der Königskrone streben, damit umging,das schon reducirte Heer noch weiter zu reduciren,löste er, von den Offizieren des Heeres gedrängt,20. April 1653 das um alles Ansehen gekommeneLange Parlament mit 300 Mann auf und be>rief als Lordgeneral, mit einem Staatsrath um-geben, welcher zwei Drittel Offiziere zählte, einParlament ans den sogenannten Heiligen, d. h.Leuten, die in dem Ruse großer Frömmigkeit stan-den (Larsbons-parliamsut, Barfüßer-Parla-ment). Doch hatte Cromwell kein so leichtes Spielmit diesen Heiligen, denen der heilige Geist, vondem sie beseelt zu sein meinten, manche Beschlüsseeingab, welche dem Lordpräsidenten nicht behagten.Deshalb entledigte er sich ihrer 12. Oct., ließaber von einer Anzahl Mitglieder eine Acte unter-zeichnen, welche ihm die höchste Staatsgewaltübertrug. Von dem versammelten Kriegsrath znm

Lordprotector erklärt, entwarf er mit GeneralLambert eine Constitution, nach der er sich dieMacht über Krieg u. Frieden gab, das Parlamentalle 3 Jahre zu berufen u. nicht unter 5 Mona-ten ohne Zustimmung der Majorität zu vertage»oder aufzulösen versprach u. demselben, auch ohneseine Billigung, Gesetze zu geben verstattete. Nachseinem Tode sollte das Parlament einen anderenProtector wählen, der jedoch nicht wie er, zugleichdas Heer commandiren sollte. Das Wahlrechtknüpfte sich an ein Vermögen von 200 Pfd. St.,Katholiken u. ehemalige Rebelleu waren von dem-selben ausgeschlossen. E. stellte 340, Schottland u.Irland je 30 Abgeordnete. Fast ganz Europajuchte jetzt die Freundschaft des Usurpators n. er-kannte ihn an, Frankreich alliirte sich sogar mitihm; Schottland u. Irland hielt er in Schranken.Der Sold der Armee wurde stets pünktlich bezahlt,Las Staatseinkommeu mit Sparsamkeit verwaltet;ein Hauptverdienst seiner Regierung war die Ein-führung der religiösen Toleranz. Mit Glück en-digte er den Krieg mit Holland, dessen Flotte, durchden Admiral Monk 2. Juni 1654 bei North-Fore-land u. 31. Juli bei dem Texel eine Niederlageerlitten hatte. Der Frieden, welcher das HansOranien von der Statthalterschaft in den General-staaten ausschloß u. die Stuarts von holländischemBoden verwies, kam 5. April 1654 zu Stande.Mit Dänemark u. Schweden schloß er vortheil-hafte Handelsverträge. Da das am 12. Sept. zn-sammenbernfene Parlament sich auf Berfassungs-fragen einließ, löste er es 22. Jan. 1655 auf.Um allen aufständischen Bewegungen vorzubeugen,war das Land in 12 Militärdistricte getheilt. 1655gerieth Cromwell durch das französische Bllndmßin Conflict mit Spanien. Er berief ein neuesParlament, von welchem jedoch mißliebige Mit-glieder vorher ansgesondert und zurllckgewicsenwurden. Dieses willigte Anfang 1657 in denspanischen Krieg, welchen Cromwell zur Ausrott-ung der Inquisition u. zur Eröffnung der West-indischen Colonien Spaniens für den Handel E-sunternahm. Dasselbe Parlament, welches seinenicht mehr geheim gehaltenen Wünsche, aus dermilitärischen in eine bürgerliche Staatsordnungüberzuleiten, kannte, bot ihm den Königstitel an.Aber die Furcht vor der Armee, die sich durchausdagegen zeigte, hinderte ihn, denselben anzuneh-men; dennoch überbrachte ihm das Parlamentwenigstens die Zeichen der höchsten Herrschaft n.willigte in die Creirung eines neuen Oberhauses,welches aber .den bescheidenen Titel Zweites Hansführte. Dieses aus 6l von dem Protector er-nannten erblichen Mitgliedern bestehend, trat 20.Jan. 1658 zusammen. Als er aber den früherausgeschlossenen Mitgliedern des Hauses der Ge-meinen (jetzt Erstes Haus) den Zutritt gewährte,stieß er auf eine unerwartete Opposition gegen disneue Peerskammer u. seine Gelbforderungen zumspanischen Kriege. Er löste deshalb das Parlament4. Febr. 1658 auf. Inzwischen war er siegreichgegen Spanien. Blake siegte bei Cadix, u. Dün-kirchen fiel den Engländern in dis Hände. DieFrucht dieses Krieges, die Abtretung von Dün-kirchen u. Jamaica im Pyrenäischen Frieden 7.Nov. 1659 sollte Cromwell nicht erleben. Cromwell