Druckschrift 
Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

Elcktricität.

217

I bestimmt die Torsion, welche der Draht dann hat.I Mn berührt man die eingcsenkte Kugel einen^ Augenblick mit einer dritten ihr genau gleichen§ isolirten nnelektrischen Kugel, so vertheilt sich dieH E. derselben nun ans die beiden, so daß die ein-st gesenkte Kugel nur noch die Hälfte der vorigenj Ladung besitzt. Die Abstoßung der beiden erstenKugeln nimmt dann ab, ihr Abstand wird also ins Folge der Torsion des Drahtes kleiner; um den" ersten Abstand wieder herzustellen, muß man dieTorsion des Drahtes auf die Hälfte vermindern.

, Wiederholt man dieselbe Operation, so daß alsodie eingesenkte Kugel nur noch H ihrer anfänglichen^ E-smenge besitzt, so muß, nm den Abstand derj Kugeln wiederherznstellcn, die Torsion des Drah-j tes auf 1- der ersten Torsion vermindert werden.A Es ergibt sich daraus das zweite Gesetz, daß dieH Abstoßung zweier gleichnamig elektrischer! Körper der Dichtigkeit der E. proportio-I, nal ist.

s I III. Das Dellmann'sch e Elektro Meter (Taf.^ ff 1. Fig. 6) ist nach dem Princip der Drehwage- coustruirt, aber weit empfindlicher als diese und^ daher zur Messung sehr geringer E-smengen ge-eignet, was bei der Coutomb'schen Drehwage nichtder Fall ist. Eine seine Metalluadel hängt aneinem am Torsionskreise befestigten Coconfaden.In eine Durchbohrung der Seitcnwand des Ge-säßes ist ein Messingdraht bei eingekittct, der außeneine Metallkngel oder wie in unserer Figur, eineCondensatorplatte, innen einen Streifen ab von^ Messing- od. Silberblech trägt, desseneineHälfte, von' a bis zur mittleren Biegung, etwas vor-, u. dessenandere Hälfte, von da bis b, etwas znrückgebogenist u. zwar so, daß die Nadel sich der Länge nachzur Hälfte an die Hinterseite, zur andern Hälfte( an die Vorderseite des Metallstreifens anlegen kann.

. l Man stellt das obere Ende des Coconfadens so,daß die Nadel in dieser Weise an den Metall-. streifen schwach angedrllckt wird. Sobald nun deri Condensatorplatte bei ä eine auch noch so geringe, Menge von E. mitgetheilt wird, wird die Nadelgleichnamig elektrisch, also von dem Streifen abi ^ abgestoßen u. stellt sich nach einigen SchwingungenW so, daß sie mit demselben einen Winkel einschließt,dessen Größe von der Stärke der mitgetheiltenLadung abhängig ist. Nach dem Princip des Dcll-inann'schen Elektronieters hat namentlich Kohlrausch^ einen zu den feinsten Messungen geeigneten Apparat^ coustruirt.

IV. Zu den elektrischen Meßapparaten gehört/ auch die von Laue erfundene elektrische Maß-slasche (Taf. II. Fig. 4), welche namentlich dazudient, die einer elektrischen Flasche crtheilte Ladungzu messen, stieben der auf einein Brett stehendenFlasche ist eine Säule a aufgestellt, welche obeneine Hülse von Messing trägt, durch welche sich, das mit der Kugel <: versehene Messingstäbchenhin und her schieben läßt. Dasselbe ist mit derE äußeren Belegung der Flasche leitend verbunden.-Z Die Kugel v steht dem Knopfe ä der Flasche inZ gleicher Höhe gegenüber. Wenn man nun dieFlasche lädt, indem man den Knopf ä mit dems- Conductor der Elektrisirmaschine in leitende Ber-bindung bringt, so wird sich die Flasche nach eini-i gen Umdrehungen der Maschine selbst entladen.

Die Stärke der Ladung, bei der dies erfolgt, istder Entfernung der Kugeln o u. ä proportional;bei einer u. derselben Entfernung muß die Ladung,bei welcher die Entladung erfolgt, immer dieselbeStärke haben. Um nun die einer andern elektri-schen Flasche ertheilte Ladung mittels der Maß-flasche zu messen, stellt man jene isolirt auf undverbindet ihre äußere Belegung leitend mit demKnopfe der Maßflasche, die äußere Belegung derMaßflasche mit dem Boden (am besten, indem mansie mit den Gasleitnngsrühren des Hauses verbin-det). Wird der inneren Belegung der Flasche-s- ist zngeführt, so strömt die abgestoßene -l- Istder äußeren Belegung in die innere Belegung derMaßflasche, wodurch diese geladen wird. Bon Zeitzu Zeit entlädt sich dabei die letztere, und an derZahl der Entladungen (bei einem bestimmten Ab-stande der Kugeln o u. ci) hat man ein genauesMaß der Ladung der ersten Flasche, dieselbe ist derZahl der Entladungen der Maßflasche proportional.

Ist. Die Dauer des elektrischen Funkensu. die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der E.Daß der elektrische Funke nicht momentan ist, son-dern eine, freilich sehr kurze, Dauer hat, istschon oben erwähnt worden. Wheatstone ist eszuerst gelungen, diese Dauer zu messen und zwarmittels eines rotirenden Spiegels. Ist L in derbeigedruckten Figur 1 ein ebener Spiegel, der um

eine Achse 6 O rotiren kann n. a ein leuchtendePunkt, so sieht ein Beobachter, dessen Auge sichbei o befindet, das Bild des Punktes in einembestimmten, auf der Verlängerung von oL liegen-den Punkte, so lange der Spiegel in Ruhe ist.Dreht sich der Spiegel langsam in der Richtungsb, so wird das Spiegelbild sich ebenfalls n. zwarmit der doppelten Winkelgeschwindigkeit, in dem-selben Sinne drehen. Dreht sich der Spiegel sehrrasch, so wird wegen der Dauer des Lichteindrncksim Auge, das Bild des Punktes, welches der erstenStellung des Spiegels entspricht, in der man das-selbe sehen konnte, zugleich mit den den folgendenStellungen des Spiegels entsprechenden Spiegel-bildern gesehen, so daß das Bild des Punktes zueiner Lichtlinie verlängert erscheint, die um so län-ger ist, je länger der Punkt geleuchtet hat und jerascher der Spiegel rotirt. Der Anfangs- n. End-punkt dieser Lichtlinie entsprechen den Stellungen,welche der Spiegel im Momente des Aufleuchtensn. im Momente des Verschwindens von a hatte.Kennt man die Umdrehungsgeschwindigkeit des