Elcktricität.
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E. Außer durch Reiben kann E. noch durch meh-rere andere Mittel hervorgerufen werden. Zunächstdurch Wärme. Wenn man einen Turmalinkry-stall innerhalb gewisser Grenzen erwärmt, sozeigt sich, so lange die Temperatur steigt, das^ eine Ende positiv, das andere negativ elektrisch.8 Hört man mit dem Erwärmen auf, so verschwindetI auch diese elektrische Polarität für einenAugenblick; sobald aber derKrystall sich abzuknhlcn? beginnt, tritt auch wieder Polarität, aber nun diel entgegengesetzte, ein. Man bezeichnet diese Er-* scheinnng mit dem Namen Pyro-E. Dieselbe istauch bei mehreren anderen Krysiallen, so nament-lich beim Kieselzinkerz, beim Boracit n. beim Zuckerbeobachtet worden. Hemiedrische Krystalle zeigensie am ausgeprägtesten.
Ferner kann durch Druck E. erregt werden.Wenn man eine mit einem isolirenden Handgriffversehene Metallplatte mittels desselben auf einStuck Wachstaffet leicht aufdrückt u. dann abhebt,
> so zeigt sich die Metallplatte negativ u. der Wachs-tafset positiv elektrisch. Mehrere Mineralien wer-den durch Druck elektrisch. So wird Kalkspat!)durch schwaches Drücken zwischen den Fingernpositiv elektrisch n. behält diese seine E. tage-, jamonatelang. Auch Aragonit, Flußspath, Berg-
i krystall werden durch Druck zwischen den Fingern. elektrisch.
Auch durch Schaben, Feilen, Schneiden,
> Zerbrechen von Nichtleitern kann E. erregt wer-den. So sind von einer Siegellackstange, von Talg,Wachs, Holz, Knochen, Zucker, Kohle, Eis (von 0")abgeschabte Späne elektrisch, ebenso die von einemKork abgeschnittenen Stücke. Spaltet inan Gipsoder Glimmer, oder zerbricht man Siegellack, sozeigen sich die getrennten Flächen entgegengesetztelektrisch.
Endlich istnoch die gegenseitige Berührung vonMetallen u. leitenden Flüssigkeiten als die nächstder Reibung weitaus wichtigste Quelle der E. zuerwähnen, die vorzugsweise dann angewendet wird,wenn nicht mit ruhender, sondern mit bewegterE., mit dem elektrischen Strome, experimen-; tirt werden soll. Über die Berührnngs-E. u.i den elektrischen Strom s. den Art. Galvanismus,i 8. Die Apparate u. Maschinen zur Krreg-i, »ng u. Ansammlung von Kkekiricität. I. Das! Elektrophor (Taf. I, Fig. 1), ein von Wilke er-A snndener u. von Volta verbesserter Apparat, bestehtU ans einem Harzkuchen (5 Th. Schellack u. 1 Th.8 Wachs od. Terpentin; od. 1 Schellack, 8 Colopho-W iliiiin u. 1 Terpentin) od. einer Platte von gehär-M tetem Kautschuk (Hartgummi, Kammmasse) a, einerN metallischen Unterlage e u. einem ebenfalls metalli-L scheu, durch einen gläsernen Handgriff od. seidene» schnüre isolirten Deckel b. Unterlage u. Deckel8 können ganz aus Metall bestehen, in der Regel8 bestehen sie aus mit Stannio überzogenem Holze.8 Die Unterlage ist entweder eine tellerähnliche Form,m welche dann der Harzkuchen eingegossen ist;
, ' ^ flache Tafel, ans welche man den Harz-^ kochen frei auflegt. Der auf seiner (nicht isolirten!)t: Unterlage horizontal liegende Harzknchen wird,g nachdem er vorher durch Erwärmen gut getrocknet^ zunächst durch Reiben mit einem FuchsschwanzI°d. Katzenpelz negativ elektrisch gemacht (mau> Pierer^Universal-Couversatioiis-Lerikon. 6. Aull. '
muß den Pelz nicht von oben nach unten, schla-gend, sondern in horizontaler Richtung, mehrstreichend, über den Kuchen hin bewegen); dannsetzt man den Deckel mittels des isolirenden Hand-griffes ans. Hebt man den Deckel, ohne ihnvorher ableitend berührt zu haben, wieder ab,so zeigt er keine Spur von E.; es findet demnach(wenn die obere Fläche des Kuchens u. die unteredes Deckels vollkommen eben n. glatt sind) keineMittheilung der E. vom Kuchen an den Deckelstatt. Wenn man aber den Deckel, während erauf dem Kuchen liegt, mit dem Finger ableitendberührt, so erhält inan einen Funken; hebt mannun den Deckel (möglichst genau horizontal, sodaß er der Oberfläche des Kuchens parallel bleibt)ab n. nähert ihm dann den Finger, so erhältman abermals einen Funken. Dies erklärt sichfolgendermaßen. Die — L des Kuchens wirktvertheilend auf den Deckel, so daß sich ans dessenunterer Fläche si- L, auf der oberen — I! an-sammelt. Die erstere ist, so lauge der Deckelaufliegt, gebunden, die letztere frei. Hebt manden Deckel ohne vorherige ableitende Berührungab, so vereinigen sich die getrennten E-eu wiederu. der Deckel erscheint in Folge dessen unelektrisch.Berührt man aber den dem Kuchen aufliegendenDeckel mit dem Finger, so wird die an dessenoberer Fläche angesammelte freie — L abgeleitet;die jetzt noch gebundene -l- sik der unteren Flächewird bei nachfolgendem (isolirtem) Aufheben desDeckels frei und kann dann ebenfalls abgeleitetwerden. Um die Wirkung der metallischen Unter-lage zu erklären, muß man bedenken, daß der ge-riebene n. dadurch negativ elektrisch gewordeneKuchen auch auf die Unterlage vertheilend wirkt.In dieser sammelt sich -i- lll an, welche durch die
— L des Kuchens gebunden wird u. diese wie-derum ihrerseits (theilweise) bindet, während die
— ill der Unterlage von der gleichnamigen E. desKuchens abgestoßeu n. ans den Erdboden abgeleitetwird. Da also die — lü des Harzknchens durchdie -l- 8 (Jnfluenz-E. erster Art) der Unterlage(theilweise) gebunden wird, kann man durch Rei-ben weit mehr — lü ans dem Kuchen sich an-sammeln lassen, als ohne die Unterlage möglichwäre. Wenn man, anstatt den auf dem Kuchenliegenden Deckel des Elektrophors einfach ableitendzu berühren, vorher einen Finger an die Unter-lage legt u. dann einen anderen Finger dem Deckelnähert, so erhält man einen kräftigeren Entladungs-schlag, den man als einen Stoß od. Stich in derHand empfindet. Dieser Entladungsschlag rührtdaher, daß die -s- kll der Unterlage u. die — Ldes Deckels sich durch die Hand hindurch ver-einigen.
II. Die Elektrisirmaschine (s. Taf. I zurE. Fig. 2) besteht ans dem geriebenen Körperod. Reiber, dem Reibzeug u. demCondnctor.Der Reiber ist in der Regel, wie auch in unsererFig., eine um eine (hier gläserne) Achse ( 1 ) dreh-bare Glasscheibe, auch wohl eine Kugel oder einCylinder aus Glas; zn gewissen Zwecken verwendetman auch Scheiben aus Hartgummi. Als Reib-zeug für Glas dienen lederne, mit Amalgam be-strichene Kissen; bei der in unserer Fig. dargestellten,von Winter in Wien constrnirten Maschine bestehtsii. Band. 14