5
Gedanken gehabt, was fossil sei nud deutlich nicht mehr bei unslebe, möge noch in unerforschten Ländern und Meerestiefenexistiren. Cuvier schnitt kurz ab: ihm war eine fossile Arteine verlorene. Als Lyell erwies, es gebe weder eine einfacheSchöpfung noch eine zerstückelte, vielmehr eine kontinuirlicheEntwicklung, belebte sich der alte Gedanke wieder. Mau hatteeine Menge rezenter europäischer Schalen stimmend mit fossilen,am meisten mit denen des Nnrrts ksIsAi-ino und von IHnruWibei Palermo. Ob sich das durch tieflebende vermehren lasse, ent-schloß sich Forbes, mit dem Schiffe Beacon im ägäischenMeere zu erforschen.
Die Naturwissenschaft hatte bis dahin für Tiefseekenntuißvon den kärglichen Gaben gezehrt, welche bei anderen Arbeitenabfielen. Die gewerbliche Ausbeutung und Untersuchung desMeeres hielt sich naturgemäß nahe den Küsten; in der blauen Seeachtete der Schiffer nur des Windes und der Gestirne; er über-ließ es der Phantasie, die Tiefe zu bevölkern. Die Schwamm-taucher, welche schon zu aristotelischer Zeit ein nach Fangmethodeuund Waareukeuutniß gut orgauisirtes Gewerbe hatten, gingennur in 15 F. ^), die Perlfischer mit ihrer in historisch nichtbestimmbarer Zeit mit anderen Culturzeichen von Asien nachMittelamerika übertragenen Industrie nur in 6 — 8 F.;Austerufischer, welche in 20 F. arbeiten und Korallenfischer,welche an Jschia, Mallorka, Algier und den Cap-verden selbstbis 50 und 100 F. gehen, hätten nach der Brauchbarkeit ihrerGeräthe Manches liefern können. Diese sind die Grundlagender heutigen Tiefseefangwerkzeuge. Das Schleppnetz (cki-sä^e),oder die Knrre, entlehnte der Däne O. F. Müller um Mittedes vorigen Jahrhunderts von den Austernfischern, welche vermuth-lich schon in der Steinzeit mit ihm die Haufen von Austern undHerzmuscheln zusammen brachten. Tieffischnetze (truvi) werdenin mancherlei Gestalt benutzt. Das beschwerte Kreuz, mit
(77)