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Zur (icschk'hte dos Conversations -Lexikon.
1828 war aller die siebente, 12000 Exemplare starke Auflage des Werksvergriffen, und cs musste ein zweiter Abdruck derselben (in 1*1000 Exem-plaren) besorgt werden, der ebenfalls unter Basse’s Redaction binnen Jahres-frist (1829 — 30) erschien.
Was Professor Hasse für das Werk, früher als ileissiger Mitarbeiter,für die siebente Auflage als gewissenhafter und umsichtiger Rédacteur ge-leistet, mit welchem unermüdlichen Fleissc er in der ihm karg /«gemessenenZeit dasselbe berichtigt, ergänzt und fortgeführt, vermögen nur diejenigenrichtig zu ermessen und zu beurtheilen, welche die von ihm zurückgelegteHalm selbst von Anfang bis zu Ende verfolgt haben. Um so mehr war eszu bedauern, dass, als 1832 eine neue achte Auflage des Conversations-Lexikon nötliig wurde, seine anderweitigen llcrufsgeschäfle ihn abhielten,die Redaction nochmals zu übernehmen. Letztere wurde daher durch dieVerlagshandlung im October 1832 dem I)r. Karl August Espe*) über-tragen, der unter Anleitung und Ileirath von Friedrich und Heinrich Rrock-haus an das Werk ging.
Inzwischen hatten die raschen Fortschritte in der Entwickelung desgesellschaftlichen Zustandes, welche den Charakter der Zeit seit den Er-eignissen des Jahres 1830 bestimmten, und die lebendige Theilnalnne, mitwelcher die Zeitgenossen diese Entwickelung verfolgten, die Ycrlagshandlungveranlasst, die siebente Auflage des Conversations -Lexikon durch ein „Con-versations-Lcxikon der neuesten Zeit und Literatur“ (4 Bde.,1832—34) zu ergänzen, in welchem die damaligen Zeitereignisse mit der Un-befangenheit, die nur demjenigen möglich ist, der als Zuschauer des Bewegtender Gegenwart sich ein klares Auge bewahrt liât, aber auch mit der Theilnalnnedargestellt wurden, die dem Bilde der Zeit Wahrheit und Wärme gab.Das neue Werk, für dessen gelungene Ausführung nicht nur eine selteneTheilnalnne des Publikums, sondern auch das Urtheil der Sachverständigensich ausspracli, bildete zu gleicher Zeit aber auch ein selbständiges Ganzes.Alle darin abgehandelten Gegenstände waren gewissermassen abgeschlosseneDarstellungen, die als ein treuer Spiegel der Zeit, welcher sie angehörtennoch an Werth dadurch gewannen, dass die Arbeiten grossentheils vonMännern herrührten, die den Ereignissen selbst nahe gestanden hatten, unddass die zahlreichen biographischen Artikel meist aus autographischen Mit-theilungen und aus den sichersten Quellen geflossen waren. Dieses Werkwurde, unter steter Mitwirkung der Verleger, von dem SchriftstellerWilhelm Adolf Lindau**) redigirt, im December 1834 beendet und in27000 Exemplaren verbreitet.
Kaum war der erste Band dieses Ergänzungswerks erschienen, als dieVerlagshandlung den Druck der achten Auflage des Hauptwerks beginnenmusste. Dieselben Fortschritte auf dem Wege der Civilisation und derselbe
*) Karl August Espe, geh. 1804 zu Kühren bei Wurzen, machte seineStudien zu Leipzig, war seit 1827 Lehrer an der Friedrich-Augustschule zuLresden und lebte seit 1831 als Privatgelehrter in Leipzig. Im Frühjahr 1848ward er geisteskrank, und da sich sein Zustand verschlimmerte, wurde er in dieIrrenheilanstalt des Dr. Güntz zu Stötteritz bei Leipzig gebracht, wo er 24. Nov.1830 starb. Er war Milglied verschiedener historischer und Alterthumsvereine undvon der Deutschen Gesellschaft zu Leipzig mit der Geschäftsführung und der Her-ausgabe des „Jahrbuch“ derselben betraut.
**) Wilhelm Adolf Lindau, gcb. 24. Mai 1774 zu Düsseldorf, privatisirteeine Zeit lang zu Meissen und lebte seit 1806 als Privatgelebrter erst zu Dresden,dann zu Leipzig und hierauf wieder in Dresden, wo er 1. Juni 1849 starb. Er hatzahlreiche Uebcrsetzungen, Romano, populäre historische Schriften u. s. w. ver-öffentlicht.