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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Ziegcnhals

stark befestigt, 1546 51 durch die Kaiserlichen be-lagert, aber von Heinz von Luder tapfer u. mit Er-folg vertheidigt, diente im Dreißigjährigen Kriegeder Landgräfin Amalia Elisabeth als Zufluchtsort,ward 1631 von Tilch vergeblich belagert u. 11. Aug.176V von den Franzosen unter Steinville erobert.Die Festungswerke wurden 1807 geschleift. 4) Dorfim Verwallnngsbez. Apolda des GroßherzogthumsSachsen-Weimar-Eisenach, 3 Lin östl. von Jena;Bierbrauerei, Weinbau; Verfertigung der früherviel gebräuchlichen Ziegenhainer Stöcke (vom Holzdes Kornelkirschbaumes); etwa 330 Ew. Z., dasschon im 10. Jahrh. vorhanden war, wird vonJenaer Studenten viel besucht. H- Berns.

Ziegenhals, Stadt im Kreise Neiße des preuß.Regbez. Oppeln, an der Biele, Station der Mähr.«Schles. Centralbahn und der Oberschles. Eisenbahn;Amtsgericht,Schullehrerseminar; Wollen- u.Leinen-weberei, 2 Zwirn-, Strick- n. Nähgarnfabriken, 1Strumpf- u. Wollenwaaren-, 1 Knochenmehl- undSupcrphosphat-Fabrik, Bleicherei, Kalkbrennerei;Garnison (Husaren); (1875) 5828 Ew.

Ziegenmelker, so v. w. Nachtschwalbe.

Zicgenochs, so v. w. Jak, s. Rind.

Ziegenpeter, s. Ohrspeicheldrüsen-Entzündung.

Zicgcnpilz (Ziegenlippe,Kuhpilz, Loletus snd-tomentoous L.), ein in Wäldern im Späljahre häu-figer Pilz, mit breitem, anfangs kissenartig gewölb-tem, später zuweilen fast ganz flachem, trockenem,oberseits fahlgelbem, olivengrnnem, braunem oderkupferfarbenem, unterseits gelbem Hut, auf dickem,steifem, gelbrothem, glattem Strunke. Wird, ob-gleich das gelbe Fleisch an der Luft nicht selten bläu-lich wird, gegessen; man bereitet ihn wie den Stein-pilz zn.

Ziegenrück, 1) Kreis im preuß. Regbez. Erfurt,besteht aus einer großen, von Neuß j. L., Schwarz-bürg Rudolstadt und dem sachsen-weimar. Verwalt-ungsbezirk Neustadt a. d. Orla eingeschlossenen En-clave, einer zweiten westlichen, von Schwarzburg-Rudolstadt n. dem sachsen-meining. Kreise Saalfcldumschlossenen Enclave u. 4 kleineren im Renßischenliegenden Parzellen; 199,g 9 Usicm (3,gz UM) mit(1875) 15,172 Ew. Kreisstadt ist Ranis. 3) Stadtdarin, an der Saale; Amtsgericht; 3 Wollenspinne-reien, mechan. Wollenweberei, Holzstoff- u. Pappe-sabrik, Spielwaarenfabrik, mehrere Mahl-, Oel-,Loh- n. Schneidemühlen, Holzflößerei, Holzhandel;(1875) 1037 Ew. Im Dreißigjähr. Kriege wurdeZ. wiederholt geplündert u. verwüstet. H- Berns.

Zieger, 1) so v. w. Ziegenkäse. 2) Eine käse-artige Substanz, welche nach der Käsebereitung inden Molken zurückgeblieben ist u. nur durch Zusatzvon Säure u. Kochen daraus entfernt werden kann.Aus dem Z. wird auch der Schabziegerkäse bereitet.Vgl. Käse.

Zicgesar , uraltes Freiherrugeschlecht. Dasselbenennt sich von Ziesar (bei Burg, Regbez. Magde-burg), wo es früher ein Burglehen vom Bischof vonBrandenburg besaß, dessen Residenz Ziesar schon1214 war; als Ezeri existirte die Burg Ziesar schon949. Die Familie erscheint in der Folge reich mitGrundbesitz in Brandenburg, der preuß. ProvinzSachsen, den sächs. Herzogthllmern und in Frankenausgestattet, bald als Ziesar, Ziegeser,Ziesemer,Se-geser, Scieser, Zegeser, Czigeser, Zieszer, Zeieser,

Ziegesar.

Seyieser, Segcscre,Jezere, Cziesar.Zegeszere, Tzh-geser rc., bis Ziegesar der bleibende Name wurde.In den Zeiten der Quitzow (s. d.) spielten Henningu. Kuno v. Z. eine bedeutende Rolle. Später tratanstatt der Fehdelnst eine ausgesprochene Vorliebezum Waidwerke in der Familie auf und unter denvielen Gliedern, die in Brandenburg, Sachsen, Würt-temberg, Baden, Hessen, Nassau, Braunschweig rc.die höchsten Hofämter bekleideten, befindet sich einelange Reihe von Oberhofjägermeistern, währendnur ein hoher Militär, der kaiserliche Generalmajoru. Maria-Theresienritter Freiherr Karl Wilhelm(gest. 25. Sept. 1781) erscheint. Die Familie existirtheute in vier Linien, in Württemberg, Sachsen-Wei-mar, den sächsischen Herzogthümern und Nassau.Goethe, der nassanischen Linie durch die Freiherrenvon Lo'en verwandt, trat in die intimsten Bezieh-ungen zn den sächsischen Linien, die er häufig be-spricht und besingt. Aus ihnen sind zu nennen:1) Freiherr August Friedrich Karl, geb. aufdem Familiensitze Drackendorf (Sachsen-Altenburg)5. April 1746; wurde in Jena erzogen, bezog schon1761 die dösige Universität und studirte die Rechte,Geschichte und Mathematik; auch beschäftigte er sichviel mit alten n. neuen Sprachen, des. liebte er dielateinische. 1765 promoviric er bereits, wurde 1768in Weimar Hofrath, 1771 Kammerherr, 1774 Bei-sitzer am gemeinsamen Hofgerichte in Jena u. 178Üam Obersteuercollegium in Altenbnrg, 1782 Geh.Regierungsrath u. Vicepräsident des Oberconsisto-rinms, im Dec. 1785 Vicekanzler und Negierungs-Director, im Nov. 1790 Geheimrath und Kanzler,1793 Oberhofrichter in Jena, 1796 Beisitzer im Mi-nisterium mit Sitz u. Stimme u. 1804 Wirkt. Ge-heimrath. Seit 1769 war er mit der Freiin Mag-dalene Auguste von Wangenheim, der SchwägerinThümmels (s. d.) vermählt. Er stand im engstenVerkehr mit Goethe, Schiller, Frau v. Stein, denKnebels, Lengefelds rc. 1808 zog sich der rastloseArbeiter etwas von den Geschäften zurück, aber schon1809 trat er als General-Landschastsdircctor an dieSpitze der geeinigten Verwaltung für Weimar, Jenau. Eisenach u. nachdem er früher das Gothaische Ge-setzbuch herausgegeben, widmete er jetzt seine bedeu-tenden Kenntnisse dem neuen Amte, auch mit Leitungder Commissionen für Bauten, Zuchthaus -, Almo-sen-, Wittwen- u. Waisenwesen betraut. Seit langekränkelnd u. 1809 verwittwet, starb der greise Mi-nister in Weimar 19. Dec. 1813. Karl August (s.d.)verlor in ihm einen seiner treuesten u. berühmtestenRäthe. 2) Freiherr Anton, des Vor. dritter Sohn,geb. 26. Juni 1783 zu Gotha; bezog 1804 dis Uni-versität Jena und studirte hier und in Göttingen dieRechte; 1804 wurde er Doctor der Rechte u. weima-rischer Regiernngsassessor wie Kammerjunker undbald ein Liebling desHofes, zumal der hochbegabtenHerzogin-Mutter Anna Amalie (s.d.). 1806 erwirkteer bei Murat, daß die Franzosen das Haus Wielandsräumten. 1807 Regiernngsrath und Kammerherrgeworden, erfreute er sich der besonderen Gunst KarlAugusts u. begleitete im Nov. 1807 den Erbprinzennach Paris. 1807 heirathete er die bisherige Hof-dame Anna Amaliens, die Reichsfreiin Louise vonStein. 1808 ging er mit dem Erbprinzen nach St.Petersburg u. mit KarlAugust auf den Erfurter Kon-greß. Als JerömeS Truppen 1809 wiederholt Wei-