Zieaclfabrikation. 771
Siegen, Saalfeld, Dillenbnrg, Rudnok in Ungarn,Redrnth in Cornwall; dient zur Gewinnung desKupfers.
Ziegelfabrikation (Ziegelbrennerei). Sie zer-fällt H.) in die Vorbereitung der Rohmaterialien,Z) in das Formen der Ziegel ». 0) in das Trock-ne» u. Brennen derselben. ^.)DieVorbereitungder Rohmaterialien. Die Rohmaterialien sindentwederSchlacken,Infusorienerde mit Thon gemengtod. (vor Allem) Lehm. Man unterscheidet hiernachI) Schlackenziegel, 2) Jnfnsorienziegel, auch schwim-mende Ziegel genannt, weil sie sehr leicht u. porössind, u. 3) Lehmziegel. Die ersteren stellt man her,indemman die nochheiße, aus demHohofen fließendeSchlacke in Formen strömen läßt, bei den Jnfuso-rienziegeln mischt man Infusorienerde mit Lehm u.verarbeitet dieses Gemisch weiter, wie wenn es nuraus Lehm bestände, für die Lehmziegel endlich ver-I wendet man Lehm, welcher mager, etwas schmelzbar,nicht zu kalkhaltig und frei von Kalkstiicken undSchweselkies sein muß, und in Gruben meist durchTagebau gewonnen wird. Man gräbt ihn im Som-mer oder Herbst und setzt ihn in dünnen Schichtender Einwirkung des Frostes ans, wodurch er mürbeu. besser mengbar wird. Darauf arbeitet man ihnwiederholt durch, sumpft ihn in etwa 4 in lan-gen, 2 nr breiten und 1,3 m tiefen Gruben ein undläßt ihn mit Wasser begossen so lauge stehen, biser gehörig weich gewordenist. Sobald dies geschehen,wird er auf dem neben dem Sumpse gelegenenTretplatz durchgetreten, und dabei, wenn er zuseit ist, mit magerem Thon od. mit Sand vermengt.Zu magerer Thon wird zuw. durch Schlämmen; eines Theils seines Sandes befreit und dadurch zurZiegelfabrikation tauglich gemacht. Für gewöhn-liche Ziegel darf ein Thon nicht zu viele Vorar-s beiten erforderlich machen, um noch mit Nutzen ver>s arbeitet werden zu können. Das Dnrchtretcn desThones, welches den Zweck hat, fremde größere Kör-per auszuschciden, geschieht jetzt durch Knetmaschinenu. Schlämmvorrichtungen. Eine der einfachsten istdie von Henschel in Kassel, bei welcher der Thon in! einen hölzernen Kasten gebracht wird, in dessen Achses sich eine mit Rührarmen versehene Welle befindet.! Durch einen Zusatz von Wasser wird bei der Bewe-s gung der Welle der Thon zu einer Schlempe zer-rührt, die durch ein Sieb ablanseu gelassen wird.Sehr wirksam sind auch mit Steinen belastete Kar-ren, deren breite Räder von ungleichem DurchmesserdenThon durchschneiden u. dabei gehörig durchkueten.Sie werden von zwei außerhalb der Trettenne aueinem Schwenkbaum gespannten Pferden um eineAchse herumgezogen. Auch dieThoupresse, welcheaus einem sestgebauten, an der einen Seite guter,artig durchbrochenen Kasten besteht, in welchem einStempel gepreßt werden kann, um den in den Kastengeworfenen Thon durch die Öffnungen heranspres-" sen zu können, leistet guleDienste. Am besten entferntaber eine passende Schlämmvorrichtung fremde grö-ßere Körper. ö) Das Formen der Zisg el. Ess geschieht entweder mit n) der Hand oder b) mit> Hilse von Maschinen. In beiden Fällen ist dasSchwinden des Thones beim Trocknen und Brennenzu berücksichtigen, welches bei mittlerer Beschaffen-heit auf 30 am F-ormeulänge etwa 4 em beträgt,a) Die erstere Art des Formens der Z., die soge-
nannteH andsorm e rei(Ziegelstreichen),gehtschnellvon Statten, so daß ein von einem Gehilfen unter-stützter Arbeiter täglich 1500 Stück liefert. Die ein-fachste Form zur Herstellung von Mauerziegel ic.besteht in einem Rahmen aus Holz. Diese Formwird auf den etwa 1,g H>m großen Slreichtisch(Streichbrett) aufgesetzt, so daß dieser den Boden derForm bildet. Der Streicher wirft alsdann in die-selbe einen von einem Gehilfen durch wiederholtesZusammenlegen und Durchkneten (Walken vorbe-reiteten und ihm gereichten, hinreichend großenThonballen hinein, füllt die Form unter Drückenaus, streichtdasUeberflllssige ab (Abgleichen), nim-mdie Form vom Tisch u. setzt sie heftig auf ein vomGehilfen gereichtes Brettchen (Trockenbrett), so daßbeim Abheben der Ziegel ans letzterem liegen bleibt.Znr Ablösung des Ziegels genügt bei magerem Lehmdas Eintauchen der Form und des Lehmballens inWasser (Streichen im Wasser); bei fettem Lehm abermuß die befeuchtete Form mit Sand bestreut werden(Streichen im Sande). Auf den Trockenbrettchenmuß stets eine mehr oder weniger hohe Saudschichtliegen, damit der Ziegel beim nun folgenden Trock-nen u. Schwinden sich frei zusammenziehen n. aufder unteren Fläche auch etwas trocknen kann. Ge-krümmte u. gewellte Ziegel werden ans Lehmplattenhergestellt, mit denen man eine oben offene Formauslegt und über welche man mit einer passend ge-formten Walze hinweggeht. Verzierte, zu Ornamen-ten dienende Ziegel (Faxonbacksteine) stellt man mit-tels mehrtheiliger u. durch Riegel u. Keile zusam-mengehalteuer Formen dar; od. man setzt die einzelngeformten Stücke mitThonbreizusammen. Besonde-rer Einrichtungen bedarf eine,. vrm für durchlöcherteZiegel. Sie werden meist auf Maschinen gefertigt,was ebenso raschu. leicht wie dasAnfertigen gewöhn-licher Ziegel von Statten geht (s. unten). Um plattirteZiegel,d.h. mit einer dicken farbigen Glasnrverschene,wieFußbodenplatten,Fließen, Mosaiksteinc herznstel-len, bedarf man einer Mischung aus Thon u. Farbe-snbstauzen, welchemanvorhcrauseinerGlasurmühlefein reibt u. durch Schneiden mit einem Draht indünne Plättchen verwandelt, mit denen man denBoden der Form belegt. Durch Beimischen vonFeldspathputver re. muß die Neigung des Thones,verschieden stark zu schwinden, abgestimmt werden.Die Oberseite der Ptättchen wird mit Thonbrei ein-gcrieben und darauf die Form mit gewöhnlichem,nach Befinden mit Sand od. Chamottepnlver versetz-tem Thon ausgefllllt. Das gewöhnliche Glasiren ge-schieht nur durch Begießen des getrockneten ZiegelsmiteinemBreivonWasser, Farbesnbstanzen u.Fluß-mitteln od. durch Anfsieben des färbenden PulversanfdenznvormitMehlbreibestrichencnZiegeln. durchdaraus folgendes starkes Brennen. So erhält maneine schwarze Glasur aus 20 Th. Bleiglätte, 44 Th.Sand, 4 Th. Braunstein n. 2 Th. Salz, eine grüneaus50TH.Bleiglätte, IKTH.Sandn. 3TH. Kupfer-hammcrschlag, eine gelbe ans 5 Th. Spießglanz, 3Th. Blciglätte, 3 Th.Sand u. ITH. Hammerschlag.Die schwarze Farbe der holländischen Ziegel wird
dadurch erzeugt,daß man während des stärkstenB reun-seners ganz nasses Eschenholz in den fest verschlossenenOfen wirst u. erst nach dem Abkühlcn wieder össuet(Anränchern). Dachziegel werden häufig durch eineGlasur od. einen Anstrich wasserdicht gemacht. Die
40 *