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Bd. 18 (1879) Vacarius - Zywilsk
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Wärmcäquatvr

lung von mechanischer Arbeit in W. ist eine Umsetz-ung der sichtbaren mechanischen Energie in die un-sichtbare der Molecularbewegnng. Wird nun einemKörper von außen W. zngcsührt, so thcilt sich die-selbe in 3 Theile. Der erste Theil wird verwandt,um Energie der Molecularbewegnng, also dieGeschwindigkeit der Moleciile zu vergrößern, od. wieman sagt, die Temperatur zu erhöhen; der zweiteTheil, um die Moleciile, der Cohäsion entgegen, nochweiter von einander zu entfernen; der dritte Theil,um den Oberflächcudruck znrückzuschieben, also denKörper auszudehnen. Das Umgekehrte tritt ein,wenn dem Körper W. entzogen wird; könnte manihm alle W. entziehen, also ihn ans den absolutenNullpunkt der Temperatur bringen, so wurden dieMoleciile zu vollständiger Ruhe kommen n. sich festan einander lagern. Hiernach besteht auch die Ge-sammtenergie, die ein Körper in einem gegcbe-neu Zustande enthält, ans 3 Theile». Der erste istdie actnclle Energie der Molecularbewegnng; manmißt dieselbe geradezu durch die absolute Tempera-tur deS Körpers. Der zweite Theil ist die in derTrennung der Moleciile enthaltene Spannkraft od.potentielle Energie; der dritteTheil die in der Über-windung des äußeren Drucks bestehende und durchdiesen gemessene änßereArbeit. Lader zweite TheilLer Gesammtenergie sich der Beobachtung ».Messungentzieht, so laßt sich die siir jeden Körper zwischen derabsoluten Temperatur, derCohäsion n. dem äußerenDruck stattfindende Beziehung mathematisch nicht an-geben. Nach dem Vorstehenden wird nur ein Theilder einem Körper zugesiihrten W. als solche, d. h.als Temperaturerhöhung empfunden. Unter Um-ständen ist dieser Theil Null, wie z. B. bei der Vcr-ändcrungdesAggrcgatzustandes Lurch W., wo allezu-gesiihrte W-energie zur Umlagcrung der Moleciile,oder bei der chemischen Zersetzung durch W., wo alleW. zur Überwindung der chemischen Kräfte und zurZerfällung der Moleciile in ihre Atome verwandtwird. Die hier angedentete Theorie, ans der sichviele experimentell gefundene Gesetze, wie das vonder Gleichheit der Atom-W. u. a., theoretisch vonselber ergeben, ist bis jetzt nur für dieGase (vgl. denArt. Materie) näher ausgeführt, bietet aber siir dieflüssigen u. festen Körper noch manche Schwierigkeit.

Literatur: Mayer, Mechanik der W., Stnttg.1874; Clausius, Mech. W-thcorie, 2. A. Brnschw.187»; Maxwell, Theorie derW., Brest. 1877; Tyn-dall, Die W., Brschw. 1875; Krebs, Einleitung indie mech. W-theorie, Lpz. 1874; Neuniann, Vorl.über die mech. W-theorie, Lpz. 1875; Riihlmann,Handbuch der mech. W-theorie I. II. I, Brnschw.1875 78; Zeuner, Grnndzüge der mech. W-theo-rie, Lpz. 1866; Meyer, Die kinet. Theorie der Gase,Brest. 1877. Stahl.

Wärmcäquator , eine Linie, welche alle dieje-lügen Punkte der Erde mit einander verbindet, derenTemperatur ein Maximum ist; er liegt größtenthcilsnördlicher als der terrestrische Äquator, welchen erunter 126" östlicher u. 136° westlicher Länge schneidet,indem er durch den Ostindischen Archipel, Vorder-indien,L-ndan u.anderNKüsteSAmerikas hinlänft.

Wärmestarre ist der durch eine 45° 6. über-steigende Temperatnr hervorgcrufene Instand derUnbeweglichkeit beiWmosapncklea. Allmählich tritt,wenn die Pflanze wieder unter niederer Temperatur

Warnköliig.

gehalten wird, das Vermögen, infolge eines Reizes -sich zu bewegen, wieder ein. '

Wärmestrahlcn, s. Wärme.

Warna, Stadt, so v. w. Varna. )

Warnalvin,Kreisstadt im rnss.Gouv.Kostroma, 2

an derWeilnga n.dergroßenHandclsstraßeNcschnci' )

Nowgorod-Wjatka, in holzrcicher Gegend; 1151 E. ^

Warnefrid, Paul, s. Paulus Diakonus. ^

Warncidcchscn, so v. w. Warans. !

WnrnemünSe, Marktflecken imRostockerDistrictdes Großhcrzoglhnms Mecklenburg-Schwerin, 14 jIcm nördl. von Rostock, am Ausfluß der Warnow indie Ostsee; Seehasen von Rostock (s. d.), Station zur .Rettung Schiffbrüchiger, meteorol. Station, Schiff- !sahrt, Fischerei, Handel (1877 liefen 713Schisse einn. 746 ans), stark besuchtes Seebad (1876 von über4000Kurgästen); (1875) l766Ew. W. istwahr- !scheinlich von Dänen angelegt, war schon 1252 im ^Besitze LerStadtNostock n. ist mehrfach durch Sturm-flnthen arg mitgenommen worden, zuletzt 12.13.

Nov. 1872. Vergl. W., Nathgeber für Badegäste,

Rost. 1867.

Warncton (vläm. Waestcn), Stadt im Arrond.S)pern der belg. Prov. Westflandern, an der Lys;Fabrikation von Tabak, Spitzen, Ziegeln; 3587 Ew.

Warnkönist, Leopold August, berühmter !Nechtshistorcker, geb. 1. August 1794 in Bruchsal, 1stndirte 181316 in Heidelberg u. Güttingen Phi-losophie, Philologie u. Jurisprudenz, wurde I8IKPrivatdocent u. anßerordentl. Beisitzer des Spruch- !collegiums in Göttingen, 1817 Professor der Rechtean der Universität Lüttich. In dieser Stellung suchte 1er eine Verbindung zwischen deutschen und sranzös.Rechtsgelehrten zu begründen und gab zu dem Be- !Hufe mit mehren Professoren der Rechtsschule in )Paris die Zeitschrift: Hismis, ou bidliotlisguo üu sjuriseonsnlts heraus. l827kamcranfseinenWu»sch -als Professor der Pandekten nach Löwen, wurde aber1850 mit den andern nichtbelgischen Prosessoren peu- 'sionirt, jedoch schon 1831 als Professor in Gent an-gestellt, wo er die eingehendsten Studien über flan-drische Rechtsgeschichte machte und später von derRegierung zum Mitglied der Commission für Her-ausgabe ungedrnckter Quellen der belg. Geschichte,n. der Commission für Hebung der Volksbildung er-nannt wurde. 1836 folgte W. einem Ruse an dieUniversität Frciburg, 1844 nach Tübingen; 1856gab er seine Professur auf, zog nach Stuttgart u.st.hier 19. Ang. 1866. Er schr.: Institutionum sivselgmsntornmfnris Romani privat» libri Vl., Lütt.1819, 4. A. cbd. 1860; Versuch einer Begründungdes Rechts durch eine Vernunstidee, Bonn 1819;Oommentarii jnris Romani privat», Lütt. 1825 ff.,

3 Thle.; Ooetrina furis plnlosoplnoa apllorisnüsckistinota, Löwen 1830; Rsolivroüss snr la legis-lation bsixxo an moz-vn a^s, Gent 1834; Flandri-sche Staats- u. Rechtsgeschichte, Tüb. 183542, 3Bde.; Ristoiro extorns ckn droit rornain, Brüssel1836; Über die Wichtigkeit des belg. Rechtes, Frei».1836; Grundriß zu Pandektenvorlesungen, ebend.1837; Rist, ckn ckroit i>sl§ignö oont. Iss institn-tions politignss st la le^islation cks la LolZiqnosons Iss Rranes, Brüss. 1837; Beiträge zur Gcsch.und Quellenkunde des Lütticher Gewohnheitsrechts,Freib.1838, 2. A. cbd. 1854; Rechtsphilosophie alsNaturlehre des Rechts- ebd. 1839, 2. A. ebd. 1854,