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Wärme.
Holz, Stroh rc., ferner die Flüssigkeiten u. nament-lich die Lnst. Die scheinbar schnelle Fortleituug derW. durch Flüssigkeiten und Gase ist in Wirklichkeitkeine Leitung, sondern eine Strömung der W. Bonder Verschiedenheit der Leituugsfähigkeit macht manvielfachen Gebrauch; man schützt Dinge vor demErkalten u. Erfrieren dnrch Umgebung mit schlech-ten W-leitcrn, man benutzt die rasche Abkühlungder W. dnrch Metalle, des. durch Drahtnetze beiDa-vys Sicherheitslampe n. a. mehr.
Von den Veränderungen, welche die W. in denKörpern Hervorrust, ist die erste, die Ansdeh nn n g,schon in einem besonderen Artikel besprochen; aufihr beruhen die Thermometer (s. d.), deren Gradeals gleiche Temperaturintervalle gelten. Bei derzweiten Wirkung der W. handelt es sich um die Ä n-dernnq der Temperatur eines Körpers n. dieAbhängigkeit derselben von der dem Körper zuge-fnhrten u. entzogencnMenge. Es zeigt sich nämlich,Laß verschiedene Stoffe ungleicher W-mengen bedür-fen , um gleiche Temperaturerhöhung zu erfahren.Bringt man z. B. ein Gefäß mit Wasser u. ein an-deres mit gleicher Gewichtsmenge Quecksilber überein u. dieselbe Flamme, so wird in gleicher Zeit dieTemperatur des Quecksilbers um 33° 0. gehoben,während die des Wassers nur um 1 ° 0. steigt. Zurgenauen Untersuchung dieser Verhältnisse hat manals Einheit der W-mengen diejenige W-mcnge fest-gesetzt, welche 1 LZ Wasser in seiner Temperaturum 1 ° 0. erhöht. Man nennt diese W-mcnge W-einheit od. Calorie (1 Cal.), ferner die Bestimm-ung der bei irgend einem Prozeß gewonnenen oderverbrauchten W-mengen Calorimetrie u. die zudieser Bestimmung dienenden Apparate Calori«Nieter (vgl. d.). Um x. ic§ Wasser um b° zu er-wärmen, werden offenbar p. b Cal. verbraucht undebenso viel Cal. werden gewonnen oder dein Wasserentzogen, wenn man seine Temperatur um b° 0.erniedrigt. Die W-menge nun od. die Zahl von Cal.,die für irgend einen Körper erforderlich ist, um 1 KZdesselben in seiner Temperatur um 1 ° 6 . zu erhö-hen, nennt man die W-capacität des Körpers,oder auch, indem man als Nenner die W-capacitätdes Wassers (— 1 ) hinzndenkt, die specifische W.desKörpers. Nach dem Obigen ist also die specifischeW. des Quecksilbers — Zur experimentellenBestimmung der specifischen W. hat man für festeund flüssige Körper drei Methoden angewandt.Die erste derselben ist die Methode des Erkal-tens von Dulong u. Petit (Fig. 5). In der Mitteeines luftleer gepumpten Cylinders L, dessenWände durch einWasscrbad stets aufderselben Tem-peratur z. B. 15° erhalten werden, befindet sich einSilbergefäßU mit dem Thermometer b. Füllt mandas Silbergesäß zuerst mit Wasser von etwa 30° n.beobachtet die Zeit, die vergeht, damit sich das Sil-bergefäß von 25° auf 20" abkühle, füllt man zwei-tens das Silbergesäß mit dem zu untersuchendenKörper ».beobachtet die Zeitdauer derselben Erkalt-ung, so wird diese um so länger gefunden werden,je größer die W-capacität des Stoffes ist, womit einMittel zur Berechnung der letzteren gegeben ist. Diezweite Methode, die des Eisschmelz ens, benutztdas Eiscalorimeter von Lavoisier n.Laplace(Fig.O).!Die W-menge, dis ein Körper frei gibt, indem ersich von einer bestimmten Temperatur bis auf o°§
abkühlt, wird hier so bestimmt, daß man den Kör-per in einem Körbchen a in die Mitte eines mitEizangefüllten Gefäßes b bringt u.dieMenge des dnrchdie frei werdende W. geschmolzenen, bei s ablaufeu-den Wassers wiegt. Da man nun weiß, daß zumSchmelzen von 1 IcA Eis 80 Cal. nöthig sind (sSchmelzen), so hat man nur das Gewicht des ge-schmolzenen Eises mit 80 zu multipliciren, um dieZahl von W-cinheiten zu kennen, die der untersucht!Körper bei seiner Abkühlung frei gegeben hat. DerEinfluß der umgebenden wärmeren Luft wird da-durch abgehalten, daß das Gefäß b voneincmzweite»mit Eis gefüllten Mantel n umgeben ist, aus dem dasgeschmolzene Wasser bei cl abfließt. Genauer alsdiese beiden Methoden ist die Methode der Misch-ung von Regnault (Fig. 7 ). Auf einem Kasten stehtein mit einem Thermometer versehener Cyliuder, indessen Mitte ein Körbchen mit dem zu untersuchen-den Körper hängt. Aus einem kleinen Kessel zurRechten werden die Dämpfe von siedendem Wasserdurch das Rohr a, in diesen Cyliuder ein n. durch LasRohr o wieder abgeleitet. Der Lurch deuDampf auseine bestimmte Temperatur erhitzte Körper fällt Lau»in das links von dem Kasten stehende Gesäß mitWasser, welches zu diesem Zweck unter den Cylin-der gebracht wird. Indem man nun das Wasserrasch nmrührt u. die resultirende Temperatur mißt,kann man diejenige W-meuge berechnen, die der ab-gekühlte Körper an das Wasser abgegeben hat unddurch einfache Division auch diejenige W-meuge, die1 KZ; des Körpers bei einer Abkühlung um 1 ° 6 .abgibt. Zu dieser Berechnung dient eine auch für diePraxis zur Bestimmung der Temperatur der Misch-ung zweier Körper wichtige Regel, die für den ein-fachsten Fall, nämlich für zwei Mengen desselbenKörpers so lautet: zwei Mengen derselben Flüssig-keit von verschiedenen Temperaturen zeigen nachihrer Mischung eine Temperatur, die gleich ist derSumme der Producte aus den Gewichten in die zu-gehörigen Temperaturen, dividirt durch die Summeder Gewichte (Richmanusche Regel); so z. B. geben30 A Wasser von 80° u. 10 A von 40° eine Misch-nngstemperatur von 70°. Die vorerwähnten Me-thoden haben nun gezeigt, daß die specifische W. derfesten und flüssigen Körper kleiner ist, als die desWassers oder kleiner als 1 , u. daß die der flüssigenKörper durchschnittlich größer, als die der festen,ferner daß die specifische W. sich in geringem Maßemit der Temperatur u. der Dichtigkeit des Körpersändert. Die Vergleichung der spec. W. mit anderenConstanteu, insbesondere mit dem Atomgewicht,hat den Satz ergeben: Für fast alle chemischen Ele-mente in festem Zustande ist das Product aus derspecifischen W. u. dem Atomgewicht nahezu dasselbe,nämlich durchschnittlich gleich 6 , 4 . So ist z. B. diespecifische W. des Quecksilbers (fest) 0 ,^ 19 ! des Ku-pfers 0,gg52; des Eisens 0 , 1 , 9 «; des Schwefels 0^,»»!die bezüglichen Atomgewichte sind 200; 63, 4 ; 5li;32; folglich die Products 6 ,««; 6 , 94 ; 6 ,«,; 6 , 0 z. Mastspricht Liesen wichtigen Satz kurz so aus: die chemi-schen Elemente in festem Zustand haben nahezu die-selbe Atom-W., nämlich die Atom-W. 6,4. Grö-ßere Abweichungen von diesem Gesetz zeigen u. a.Kohlenstoff, Bor u. Silicium. Ein weiteres Gesetzvon Kopp sagt aus, daß die Atom-W. einer chemi-schen Verbindung in festem Zustand gleich ist der