durch das Vorhandensein zweier Kehlköpfe besondersausgezeichnet. Hinter der Zunge liegt der zurStimmerzeugnng unfähige obere Kehlkops, dichtvor der Theilung der Luftröhre in die zwei Aste,Bronchien, der untere Kehlkopf. Letzterer fungirtals Stimmorgan. Fehlt er, so ist eine Stimmekaum vernehmbar, so beim Storch und Strauß.Die beiden ungetheilten, schwammigen u. HellrothenLungen liegen ander Rückseite der Brusthöhle. DieAthmnngslnft gelangt durch die Luftröhrenäste inweiteLungcngänge u.vondadnrch häutige Schläuchezu den hohlen Knochen u. andererseits durch zahl-reiche kleine, feine Öffnungen zn den Lungenbläs-chen. Die Luftsäcke können durch Muskeln, welche inetwa das Zwergfell vertreten, gegen die Lungen ab-geschlossen werden. Der Centralapparat des Blut-gesäßsystems, das Herz hat 2 Kammern n. 2 Vor-kammern. Man unterscheidet deutlich auch hier dengroßen od. Körperkreislauf, den kleinen od. Lungen-kreislauf des Blutes n. das Pfordtadersystem. DieBlutkörperchen sind gurkenkcrnsörmig. Die Tem-peratur des Blutes ist 40—43 ° 6. Die Nieren lie-gen in den vorderenHöhlungen der Krcnzbcinwirbeln. sind meist dreilappig. Eine Harnblase fehlt, derHarn gelangt in die Cloake n. ist breiartig n. weiß.Die V. sind getrennten Geschlechtes. Die Geschlech-ter sind in der Regel auch äußerlich auffallend voneinander verschieden. So besitzen die Männchen ent-weder ein glänzenderes, farbenreicheres Gefieder,oder zeichnen sich vor den Weibchen durch ihnencigenthiimliche Gebilde, als Sporen, Kämme, aus.Die Geschlechtsorgane selbst sind folgendermaßenangeordnet. Bei den Weibchen entwickelt sich nurder linke Eierstock weiter, der rechte verkümmert, mitAusnahme der Tagranb-V. Der anfangs sehr-kleine Eierstock liegt in einer Hantfalte vor der Nieren. nimmt mit dem Wachsthum der Eier eine höcke-rige bis tranbensörmige Gestalt an. Im Eileiterwird der Eidotter von dem Eiweiß umhüllt und ineinem folgenden Abschnitt desselben von gefalteterOberfläche bildet sich die Haut u. die Kaltschale umdasselbe. Der Endabschnitt des Eileiters mündetlinks vom Harnleiter in die Cloake. Die paarigenHoden liegen oberhalb der Nieren an der Nücken-wand der Bauchhöhle n. sind mir zur Brunstzeitvon bedeutender Größe. Die vielfach gewundenenSamenleiter verlausen über die Nieren u. mündenmeist in gcfäßhaltige Papille der Cloakenwand;in ihrem Endtheil bildet sich oft eine Art Samen-blase ans. Beim fast steten Mangel von Begat-tnngsorganen erfolgt die Befruchtung in den meistenFällen aus die Art, daß an die vorgepreßte Eileiter-öfsnnng die ebenfalls vorgeschobene Samcnleite»mündung sich anlegen, wobei der Samen in denEileiter Übertritt. Mehrere Wasser-V.,z.B. Gänse,Enten, Schwäne u. die Strauße besitzen Copnla-tionsorgane. Die Eier werden durch die Körper-wärme in der Regel ausgebrütet. Für den genann-ten Zweck besitzen die V. den sog. Brntflcck, welcheram Bauche alsnnbefiederte stelle belegenist. Wasser-V., die ganz am Baüche befiedert sind, rupfen sichfür das Brutgeschäst die Bauchfedern aus. Die Be-staudtheile des Vogeleies sind die äußere Schale,der Luftraum, das Eiweiß mit den Hagelschnuren n.der Dotter. Die Zahl der Eier geht von 1—30, dieLegezeit beginnt mit Eintritt der warmen Jahres-
zeit. Zwei oder mehrere Bruten in einem Sommerkommen nur ausnahmsweise vor. Das gilt abernicht von den zn Hausthiercn gewordenen V-n, z.
B. Hühnern, die bekanntlich in einem Jahre anEier eine so große Zahl legen, daß das Gewicht der-selben ihr Körpergewicht um ein Mehrfaches Uber-trisft, auch legen sie fast das ganze Jahr hindurch.In der Gestalt der Eier überwiegt die ovale Form,jedoch legen Eis-V. kugelige, die Schnepfen birn-sörmige, die Nachtschwalben walzenförmige und dieHaubentaucher spindelförmige. Die Größe der Eierrichtet sich nicht immer nach der Körpergröße, so legtder Pelikan n. Kuckuck kleine, Schnepfen, Strand-läufer, AlkenverhältnißmäßiggroßeEier. DieFarbeder Eier ist stets ans Braun u. Grün zurücksuhrbar,dreifarbige Eier gibt es nicht. Die Schale ist außengrob, feinhöckerig oder glatt u. dann von Porcellau-glauz, so bei denen der Eis-V., Spechte, Racken,auch sogar von Mctallglanz, so bei den Steißhüh-ncrn. Die Farbe der Eier ist der Umgebung oft an-gepaßt n. wirkt dann schützend, so bei den Lerchen,Schnepfen; in Höhlen oder im Finstern abgelegteEier sind weiß, so bei Spechten, Seglern, Eis-B°noder weiß mit rochen Pünktchen, so bei Meisen, od.hellblau, so bei Staarcn. Zur Aufnahme der Eier,sofern sie nicht direct ans den Boden abgelegt wer-den, dient eine künstlich hcrgestellte Stelle. DieSpechte zimmern eine Baumhöhle, viele Schwalbenmauern einen Verschluß, Tauben legen ein kunst-loses Nest an, Bentelmeise n. Beutclstaare, sowie diemeisten Sing-V. bauen höchst kunstvolle'Nester. DieHöhe u. Umgebung, der Neststand, ist für einzelneB. genau bestimmt. Das Brutgeschäst wird vonbeiden Geschlechtern, gewöhnlich aber vom Weibchenallein, besorgt, andere brüten gar nicht, so dieGroß«fnßhiihner Australiens, welche ihre in Haufen vonPstanzenstofsen abgelegte Eier durch die Gährungs-wärme ansbrüten lassen, der Kuckuck dagegen über-läßt anderen V-n. daSBebrüten. Die Dauer desBe-brütens ist verschieden, so gebraucht der Kolibri nur12, Kanarienvogel 13, das Hnhn 21, der Schwan40—45 Tage. Durch künstliche, der Höhe der Kör-pertemperatur angepaßte Wärme läßt sich das Brü-ten ersetzen« Es geschieht das in den sog. Brütma-schinen. Znm Zweck des- Ausschlüpfens ritzt der jungeVogel mit dem später absallende» Kalkzahn vorn aufder Schnabelfirste die Schale n. sprengt diese daundurch Druck. Die Jungen verbleiben entweder län-gere Zeit hilflos im Neste u. werden von den Altenfür diese Zeit gefüttert, Nesthocker, oder sie verlassensogleich das Nest u. laufen oder schwimmen mit denAlten umher, sich selbst Nahrung suchend, Nestflüch-ter. Nesthocker sind z. B. die Klette», Raub- undSing-B., Tauben, Störche, Möven; Nestflüchter,die Hühner, Schnepfen, Enten, Taucher. Die Le-bensweise der B. hängt innig zusammen mit derEntwickelung der Flnzkraft. Die guten Flieger füh-ren fast ein stetesLnstleben, bei denLand- n. Äasser-V-n.dagegenverkümmern entsprechend dem wenigerhäufigen Gebrauch die Flngorgane. Die größteZahl der V. ist über Tag thätig, andere jagen des'Nachts nach Beute umher. Monogamie herrscht beiihnen vor, dis Paare leben zur Brutzeit vereinzelt ^oder, wenn der Nahrnngserwerb ein weites Auf-stiegen erheischt, gesellschaftlich, so Schwalben, Doh'len, Möven. In Polygamie leben u. a. die Hühner.