4u- m ULB Düsseldorf +9015 588 01 Deutsche Texte des Mittelalters herausgegeben von der Preußischen Akademie der Wissenschaften Band XXXIII Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus Miraculorum von Caesarius von Heisterbach Aus der einzigen Londoner Handschrift herausgegeben von Karl Drescher f Mit zwei Tafeln in Lichtdruck BERLIN WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG 1929 ! LANDES- 'lH»fr STA DEUTSCHE TEXTE DES MITTELALTERS HERAUSGEGEBEN VON DER PßEUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN BAND XXXIII HARTLIEBS ÜBERSETZUNG DES DIALOGUS MIRA- CÜLORUM VON CAESAR1US VON HE1STERBA0H BERLIN WE1DMANNSCHE BUCHHANDLUNG 19 2 9 JOHANN HARTLIEBS ÜBERSETZUNG DES U DIALOGUS MIRACULORUM VON CAESARIÜS VON HEISTERBACH AUS DER EINZIGEN LONDONER HANDSCHRIFT HEßAUSGEGEBEN VON KARL DRESCHER f MIT ZWEI TAFELN IN LICHTDEÜCK BEKL1N WEIDMANNSCHEBUCHHANDLUNG 19 2 9 4 ->'U oi L d S ■ ' i ! LANDES- , UHD STW amuoT! DUSSELDQRP; BRÜCK VON C. SCHULZE & CO., G. M. B. H., GRÄPENHAINICHEN. Vorwort. Von der im gegenwärtigen Bande sehr verspätet ans Licht tretenden Veröffentlichung Karl Dreschers hatte der Herausgeber dieser Sammlung, Gustav Roethe, schon mehrere Jahre vor dem Weltkrieg das Manuskript des Textes zum Abdruck angenommen. Zunächst äußere Umstände, alsdann die anhaltenden wirtschaftlichen Nöte verzögerten aber die Drucklegung immer wieder, zur schmerz- liclien Enttäuschung des Verfassers. Als endlich die Aussicht bestand, seine jahrelange Erwartung zu erfüllen, entriß ein tragisches Schicksal den Deutschen Texten weit vor der Zeit ihren Begründer und Leiter, der mit nahezu beispielloser Hingabe, Energie und Umsicht über ihnen gewaltet hatte. Die beratende Fürsorge für diesen Band fiel nun mir zu. Nach eingehender Verständigung mit Drescher in einem umfangreichen Briefwechsel begann der Druck des Textes im Sommer 1927 und wurde im Januar 1928 beendet. Mit besten Kräften habe ich mich bemüht, den Herausgeber bei Überwindung der mancherlei eigentümlichen Schwierigkeiten, die der Textherstellung für dieses nur in einer einzigen, grob mundartlichen Handschrift erhaltene Werk sowohl nach der sprachlichen als nach der kritisch-exegetischen Seite entgegenstellen, zu unterstützen. Auf meinen Wunsch hat er das Wortverzeichnis wie das Namen- und Sachregister beso?ulers umfassend angelegt, damit hier dem Leser zum Verständnis des in Stoff und Darstellung vielfach fremdartigen Inhalts Handhaben und Hilfen geboten wurden. Eifrig und voll innerer Freude hatte Karl Drescher sich dieser Aufgabe und der Abfassung der gleichfalls ausführlich geplanten Einleitung gewidmet. War doch diese Ausgabe, deren Vollendung er mit dem Feuer und der Ungeduld eines Jünglings herbeisehnte, seit langer Zeit das Lieblingskind seiner selbständigen wissenschaftlichen Forschung neben dem ehrenvollen und höchst verdienstlichen, aber aufreibenden und nicht immer gebührend anerkannten Dienst an seinem großen Lebenswerk, der Fortführung der Weimarer Luther-Ausgabe. Gehörten doch seine Bemühungen um allseitige Würdigung Johann Hartliebs zu dem weiten und fruchtbaren Arbeitsgebiet, das Drescher sich seit seinen wissenschaftlichen Anfängen für sein gelehrtes Schaffen erwählt und erfolgreich gepflegt hatte. Mit dieser Ausgabe der bisher nahezu unbekannten und kaum beachteten Schrift des bayrischen Arztes hoffte Drescher seine gehaltvollen Untersuchungen über ihn VI Vorwort. (Euphorion Band 25 und 26) krönen zu können. Da erlag er mitten im rüstigsten Schaffen am 21. Juni 1928 plötzlich einem Schlaganfall. Tief beklagen seinen Verlust alle, die sein unermüdliches Wirken an der monumentalen Luther-Edition kennen, das im Laufe von 22 Jahren trotz unsäglichen Schwierigkeiten nicht weniger als 47 Bände betreut und zum Abschluß gebracht liat. Auf das innigste und schmerzlichste trauern um ihn jene, die ihm menschlich nahe standen und seine gütige, wahrhaft ritterliche Persönlichkeit, die selbstlose Sachlichkeit und edle Treue seiner gelehrten und lehrenden Tätigkeit wie seines Lebens aus unmittelbarer Beobachtung verehrten und liebten. So tritt nun dieser doppelt verwaiste Band der Deutschen Texte als Torso in die gelehrte Welt. Zwar das Glossar und die Register hatte Drescher im wesentlichen schon hergestellt. Die Einleitung aber hinterließ er als Bruchstück. Die Iiilfsarbeiten, die sich als notwendig erwiesen, um Glossar und Register zu ergänzen und druckfertig zu machen, namentlich aber um die Einleitung soweit abzurunden, daß sie den unabweislichen Ansprüchen der Leser genügen kann, übernahm unter meiner Leitung und nach meinen Weisungen Herr Dr. Hans Bork, ein Schüler Gustav Roethes. Natürlich mußten wir — und dies war auch die Ansicht der Deutschen Kommission — darauf verzichten, die Einleitung so auszugestalten, wie es der verewigte Verfasser geplant und dringend gewünscht hatte. Aber seine letzte selbständige wissenschaftliche Leistung wird auch so, hoffe ich, obgleich nicht ganz ausgereift und leider die eigentlichen Absichten und Ziele des zu früh Abberufenen nicht voll zum Ausdruck bringend, als ein wertvoller Beitrag gelten dürfen zur tieferen Einsicht in die sprachliche und literarische Entwicklung wie in den Geisteszustand Deutschlands während des fünfzehnten Jahrhunderts vor allem in jenen Kreisen Bayerns, die noch von mittelalterlichem Denken und Geschmack, von mittelalterliclien Überlieferungen beherrscht, für die modernere französisch-italienische Bildung wie für den von Südosten einbrechenden neuen Humanismus Italiens kaum eine gewisse, leise Empfänglichkeit besaßen. Und so möge denn der vorliegende Band der Deutschen Texte, der eine ungewöhnlich lange und schmerzliche Geschichte hat, wohlwollende Aufnahme finden als ein doppeltes Totenopfer: für Gustav Roethe und für Karl Drescher. Berlin-Grunewald, in der Osterwoche 1929. Konrad Burdach. Cinfeifung. Der große 'dialogus miraculorum' des Gaesarius von Heisterbach (f um 1240) ist ein im Mittelalter außerordentlich verbreitetes und geschätztes kulturhistorisches Werk ersten Ranges. Gegründet auf strengstgebundene kirchliche Weltanschauung seiner Zeit, zieht es alle damals lebendigen Tendenzen in den Kreis seiner Betrachtung. \Da ist wirklich historisches Geschehen, Soziales, Politisches, menschliche Tugend und menschliche Laster, geistliches Erleben, Bekehrungen, Versuchungen, Erscheinungen, Ekstase, Wunder, Träume, Gesichte, Verkündigungen, Sage, Legende, Mythologie^ — alles, soweit nötig, umgebogen und dienstbar gemacht dem kirchlichen Gedanken und gedacht als ..... Verherrlichung des OfdenslebenSj besonders des eigenen Zisterzienserordens, gegenüber dem unersprießlichen Treiben der Welt. ( Der 'dialogus miraculorum' ist ein Zwiegespräch zivischen einem Mönche und einem Novizen, der durch die Erzählungen des Mönches in die oben gezeichnete Stoff- und Geisteswelt eingeführt werden soll.jDas Werk ist eingeteilt in zwei Bücher zu je sechs 'Distinctiones'; das erste Buch enthält: I. Geschichten über Bekehrung zum Klosterleben (de conversione), II. Auseinandersetzungen über die Wirkungen der Reue und Zerknirschung (de contritione), III. über Bekenntnis und Beichte (de confessione), IV. über die Versuchungen der Christen (de tentatione), V. über das Wesen und Treiben der bösen Geister (de daemonibus) und VI. über wahre Herzenseinfalt als Gegenmittel gegen all diese Anfechtungen (de simplicitate). Das zweite Buch erzählt zunäclist wunderbare Taten der Jungfrau Maria (de sancta Maria), dann VIII. eine Reihe wunderbarer Gesichte (de diversis visionibus), IX. Wunder des Leibes und Blutes Christi (de sacramento corporis et sanguinis Christi), die X. Dislinktion Jiandelt von Wundern im allgemeinen (de miraculis), die XI. von Gesichten Sterbender (de morientibus) und die XII. vom, Gericht über die Verstorbenen, von ihrer Verklärung oder Verurteilung (de praemio mortuorum 1 )). [Neben der reichhaltigen handschriftlichen Überlieferung sind mehrere ältere Drucke erhalten, z. B. Prologus Cesarij cisterciesis monachi i Heyster- bacho in dyalogum miraculorum Incipit feliciter. [Coloniae: Ulricus Zell c. 1 ) Hartlieb hat, wohl auch um des faßlicheren und greifbareren Inhaltes willen (s. unten S. XVIII) nur dieses zweite Buch von Caesarius' Gesamtwerk übersetzt. VIII Einleitung. 1473]; Prologus Cesarij cisterziesis monachi in Heisterbacho in dialogü mira- culo 8 Incipit feliciter. Coloniae: Johannes Koelhoff 1481; Illustrium miracu- lorum et historiarum memorabilium lib. XII ante annos fere CCCC a Caesario Heisterbachensi . . . accurate conscripti . . . Coloniae Agrippinae. In officina Birckmannica, sumptibus Arnoldi Mylii, anno MDXCI (ed. Jacobus Fischerus Harlemius); Illustrium miraculorum et historiarum memorabilium lib. XII ante annos fere CCCC a Caesario Heisterbachensi ... accurate conscripti . . . Coloniae Agrippinae. In officina Birckmannica, sumptibus Arnoldi Mylii anno MDXCIX (ed. Jacobus Fischerus Harlemius); Illustrium miraculorum et historiarum memorabilium lib. XII ante annos fere CCCC a Caesario Heisterbachensi . . . accurate conscripti. Antwerpiae: ex officina typographia Martini Nutii, anno MDCV (ed. Jacobus Fischerus Harleminus). Den folgenden Untersuchungen ist für den lateinischen Text die Ausgabe von Joseph Strange: Caesarii Heisterbacensis monachi ordinis Cisterci- ensis dialogus miraculorum, 2 Bde., Köln, Bonn und Brüssel 1851 zugrunde gelegt. Von Ausgaben anderer Werke des Caesarius seien u. a. angeführt: J. Fr. Boehmer: Caesarii Heisterbacensis catalogus archiepiscoporum Coloniensium (— 1230) und Caesarii Heisterbacensis vita Sancti Engelberti archiepiscopi Coloniensis 1204—1225 = Fontes rerum Germanicarum, Bd. 2, Stuttgart 1845, S. 271—282 u. 294—329; H. Cardauns: Catalogi archiepiscoporum Coloniensium. Continuatio II auctore Caesario Heisterbacensi — Mon. Germ. hist. Scriplores, Bd. 24, Hannover 1879, S. 345—347; A. Meister: Die Fragmente der lib. VIII miraculorum des C. v. H., Born 1901 = Römische Quartalschrift f. christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte, Supplementheft 14. Vgl. hierzu die ausführliche und vor allem textkritisch wertvolle Besprechung A. E. Schönbachs in den Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, Bd. 23, Innsbruck 1902, S. 660—683. An weiterer Literatur über das Leben und die Schriften des Caesarius sind zu nennen: Juan Fastenrath: El monje Gesario de Heisterbach = Revista Contemporänea (dir D. lose de Cardenas), ano 29, tomo 126 (1903), 15 de marzo, pag. 295 ss.; Robert Guiette: La legende de la sacristine. Paris 1927, livre I, chap. 1 S. 15—22 u.a.; II . Höfer: Zur Lebensgeschichte des G. v. H. = Annalen des historischen Vereins f. d. Niederrhein, Heft 65 (Köln 1898), S. 237—240; ders.: Regesten über C. v. H. = Rheinische Geschichtsblätter, Jhrg. 5 (Bonn 1901), S. 341—351; A. Huyskens: Des G. v. H. Schriften über die heilige Elisabeth von Thüringen = Annalen d. hist. Vereins f. d. Niederrhein, Heft 86 (Köln 1908), S. 1—59; A. Kaufmann: C. v. H., Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 12. u. 13. Jahrh., 2. Aufl., Köln 1862; ders.: C. v. H. und seine Bedeutung für die Mythe = Ztschr. des Vereins zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Alterthümer in Mainz. 1. Bd. Mainz 1845—51 S. 226—238; ders.: Wunderbare und denkwürdige Geschichten aus den Werken des C. v. H., ausgewählt, übersetzt und erläutert = Annalen des hist. Vereins f. d. Niederrliein, Heft 47 (Köln 1888), Heft 53 (Köln 1891); K. Lamprecht Einleitung. IX [Über neugefundene Hdsclir. des C. v. H.] im Bericht über die Generalversammlung d. last. Vereins f. d. Niederrhein 1881 = Annalen d. h. V. f. d. Niederrhein, Heft 38 (Köln 1882), S. 173 f.; A. Poncelet, Note sur les libri VIII miraculorum de C. v. H. = Analecta Bolland. 21 (1902); J. Pschmadt, Der „Dialogus miraculorum" des C. v. H. in seinen Beziehungen zu Aachen = Aus Aachens Vorzeit, Jhrg. 13 (Aachen 1900), S. 1 — 16; A. E. Schönbach, Studien zur Erzählungsliteratur des Mittelalters: Über G. v. H. 3 Teile — Sitzungsberichte d. Wiener Akademie (philos.-histor. Klasse), Bd. 144 (Wien 1901), 159 (Wien 1908), 163 (Wien 1909); K. Unkel, Die Homilien des C. v. H., ihre Bedeutung für die Kultur- und Sittengeschichte des 12. u. 13. Jahrh. = Annalen d. histor. Vereins f. d. Niederrhein, Heft 34 (Köln 1879), S. 1-67; A. W. Wybrands, De dialogo miraculorum van C. v. H. beschouwd als bijdrage tot de kennis van het gotsdienslig leven in Nederland = Studien cn Bijdragen op't gebied der histor. Theologie (v. W. Moll en J. G. de Hoop-Scheffer), Bd. 2, Amsterdam 1871 1 ).] Die Übersetzung des dialogus miraculorum durch Hartlieb ist — zunächst stofflich genommen — der bedeutende Versuch, das Werk des Caesarius von Heisterbach etwa 250 Jahre später aus der mittelalterlichen Umwelt heraus in diejenige des Münchner Hofes und Bürgertums um die Mitte des 15. Jalvrh. zu versetzen, wo man in gleicher Gebundenheit lebend, solchen Stoffen immer noch Empfänglichkeit entgegenzubringen schien. Sie ist die umfangreicliste, allem Anschein nach späteste, am wenigsten bekannte und zugleich bedeutendste unter allen Übersetzungsarbeiten Hartliebs. Sie gelangte nicht zum Druck und es ist von ihr nur eine Hdschr. erhalten im British Museum (Sig. additionals 6039). Robert Priebsch, Deutsche Handschriften in England', Erlangen 1901, Bd. 2 (das British Museum), S. 89f. gibt von ihr die nachstehende Beschreibung: ,,Papier, 15. —16. Jahrh., 243 Blätter. 27,4 x 19,1. Bote Initialen und Überschriften. Mit Ausnahme von Bl. 242b (zweite Hälfte) und 243a von einer Hand geschrieben zwischen Linien zu 32 — 40 Zeilen. Lagen sind von verschiedenem Umfang. Wasserzeichen: Gestielte Blume auf dreizackiger Krone. Auf Bl. 242b und 243a von einer Hand des 17. Jahrh. ein Exempel hinzugefügt: Es ist gewesen ein priester N. Siluester D 8 hatt Ein wund s parlich vnd gar seltzam leben gefürt usw. — Zur Geschichte der Hdschr.: Auf Bl. la unten findet sich die Bibliotheksmarke: S. B. 12." x ) Vgl. hierzu noch: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 3, Leipzig 1876, C. v. H., S. 681 ff.; Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, 3. Aufl., 3. Bd., Leipzig 1897, C. v. H., 8. 628 — 632; Dahlmann-Waitz, Quellenkunde der deutsclien Geschichte, 8. Aufl., Leipzig 1912, C. v. H., Nr. 5085 (S. 357); Potthast, Bibliotheca historica medii aevi, 2. Aufl., 1. Bd., Berlin 1896, C. v. H., S. 180; Wattenbach, Deutschlands Geschichlsquellen im Mittelalter, 6. Aufl., 2. Bd., Berlin 1894, S. 412. 485; Wetzer und Weites, Kirclwnlexikon, 2. Aufl., 2. Bd., Freiburg (Breisgau) 1883, C. v. H., Sp. 1657 — 1660; über einzelne Wundererzählungen und ihre Verbreitung im späteren Mittelalter s. u. a. auch Johannes Pauli, Schimpf und Ernst (hrsg. von Johannes Boltc, 2 Teile, Berlin 1924) Kap. 61. 62 (Teil I S. 45 f.) 92. 93 (Teil 1 S. 63ff.) 620. 621 (Teil I 8. 344f.). Dazu die Anm. Teil II 8. 273. 281 f. und 391. X Einleitung. Die Handschrift zeigt im übrigen folgende Bestandteile: El. la (8. 1) beginnt mit der Überschrift: 'Incipit prologus in secundam partem dyalogi mira- culorum' [rot]. Es schließt sich eine Vorrede von Hartlieb selbst an (S. 1), auf weMie die sehr breit geratene Wiedergabe des lat. 'Prologus' folgt (S. lf.)\ danach jeweils die Register (über die noch gesondert zu handel nist, s. unten S. XII ff.) und die Texte der einzelnen Distinktionen (vgl. auch Ewphorion 26 (1925), 348ff.). Die unmittelbare Vorlage Hartliebs aufzufinden, ist schwierig, teils infolge der außerordentlich reichen Gaesariusüberlieferung (über 50 lateinische Handschriften), teils weil Hartlieb, trotzdem sein Werk eine Reihe gelegentlicher Erweiterungen bietet, doch nach einem verkürzten Texte übersetzt hat. In den Vorarbeiten zu einer Dissertation, die infolge der Kriegsnöte leider nicht beendet werden konnte, hat Joh. Wichmann festgestellt 1 ), daß die Hartliebsche Übersetzung sehr nahe mit der Innsbrucker Handschrift (=1) zusammengehört. Die Ausgabe des lateinischen Textes von Strange (= Str.) kann nach dem heutigen Stande der Forschung als eine kritisclie nicht mehr angesprochen werden; sie berücksichtigt nur zwei Düsseldorfer, eine Bonner und eine Kölner Handschrift, dazu drei ältere Drucke des 15. — 16. Jahrhunderts und stellt ihrem Wortlaute nach eine ganz andere Überlieferungsgruppe dar, als wir sie bei Hartlieb finden. Ich habe Strange, als zurzeit am leichtesten erreichbar und auch gerade um der von ihm gebotenen Überlieferung willen, stets mit herangezogen ; wo I von Strange abweicht, ist es stets besonders bemerkt. Die Innsbrucker Handschrift Nr. 185 (I) stammt aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, gr.-fol., zweispaltig. Bl.2a (unpag.) steht: 'Liber monasterii sancti Johannis Baptistae in Stams, nicht von der Hand des Schreibers, aber aus derselben Zeit. Die Handschrift ist also wahrscheinlich im Zisterzienserkloster zu Stams in Tirol, und zwar nach 1273, dem Gründungsjahr, angefertigt worden. Daß sie in räumlich größerer Entfernung von dem Ursprungsort des Originals entstand, darauf deutet auch die Behandlung mancher dem Rheinländer ganz bekannter, geläufiger, ja liebgewordener Namen, die in I weggelassen werden oder sich zu allgemeinen Bezeichnungen verflüchtigen: Wolkinburg, Drachinfels, Cottin- forst, der große Staatswald bei Bonn. Dist. XII Kap. V (8. 318): Respondit diabolus: Nosti castra vicina(!) Wolkinburg et Drachinfels ? Novi, inquit. Et ille: Par fidem meam . . . (S. 319): Respondit daemon: Nosti nemus in Cottinforst ? Optime, inquit, novi. Et ille: Non sunt tot folia in arboribus, quot . . . I: Respondit daemon: Per fidem meam . . . I: Respondit: Maxima silva sub celo in maio tot non habet folia. x ) Laut Auskunft der Breslauer Universitätsbibliothek ist eine Dissertation von Joh. Wichmann auch nach dem Kriege dort nicht bekannt. Einleitung. XI Auf der Innenseite des hinteren Handschriftendeckels von I sind Urkunden aufgeklebt, darunter eine Stamser Urkunde aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Der Text beginnt Bl. 2a (pag.): Incipit Dialogus miraculorum, die zweite Hälfte, die allein hier in Betracht kommt: Bl. 81b, Sp. 2, Z. 20: Incipiuntur capitula dist. VII de beata virgine. Jeder distinctio ist das Register (s. unten) vorausgeschickt; die einzelnen Kapitel haben keine Überschriften. Der Text schließt Bl. 150b, Sp. 2, Z. 6 mit: Explicit dyalogus Caesarii monacbi. Im Euphorion 26, 351/8 habe ich das Verhältnis von Hartlieb (= H) zu I näher untersucht, mit dem Ergebnis, daß I, wenn auch H sehr nahestehend, doch für ihn nicht die direkte Vorlage gewesen sei. Nun hat A. Hilka- Göttingen in außerordentlich liebenswürdiger Weise auf Grund seines gesamten Handschriftenapparates für seine kritisclie Caesariusausgabe an Hand der Kollation von Wichmann das Gruppenverlwltnis von I, H und den anderen Handschriften noch weiter nachgeprüft. Die Gruppe, welcher H. nahesteht, ist für die allgemeine Textkritik von geringer Bedeutung, da sie eine Kürzung des Originals und eine diesem schon ferner stehende Überlieferung darstellt; sie umfaßt nach Hilka acht Handschriften: I = Innsbruck 185 (s. XIII oder XIV). M 2 = München 2687 (s. XV). M 5 = „ 5106 (s. XV). M« = „ 5504 {s. XV). M? = „ 7545 (s. XV). H = Heidelberg Sal. 9, 46 (s. XIII). K 2 = Königsberg 1080 (s. XIV). B* = Basel B VIII 18 (geschr. 1404). Auf Grund der Feststellungen von Hilka und mir ergibt sich der folgende Stammbaum: (Sondergruppe, Kürzungen 12Hs.) B* K 2 gehen wieder besondere Wege, auch Heid. steht für sich. So tritt I mit den Münchner Handschriften in näheren Zusammenhang, ohne daß diese XII Einleitung. aber ihrerseits näher zu H ständen als I; auch ihnen fehlt z. B. das Stück Dist. VIII, Kap. 69 = S. 139,28—140,3 das bei Hartlieb vorhanden ist usw. H benutzt also eine uns zurzeit noch unbekannte Vorlage; die im Euph. 26, 351 ff. gegebenen Einzelbelege mögen dazu dienen, Fingerzeige für weitere Forschungen zu geben. Die den einzelnen Distinktionen vorangehenden Register (R) verlangen sowohl bei Hartlieb (=HR) als auch bei I (=IR) eine gesonderte Betrachtung. Zunächst decken sich bei Hartlieb die Kapitelzahlen im Register (H R) und im Texte (H) vielfach nicht. Die Register bei H (ebenso bei I) stellen in fortlaufender Reihe zwischen den Texten der Distinktionen; sie sind also in einem Zuge mit diesem selbst bei Anfertigung der Handschrift niedergeschrieben worden. So ergeben sich bei den Registern in H im allgemeinen auch die gleichen Abschreibfehler wie im Text. Dazu kommen gelegentlich noch besondere Unstimmigkeiten der Durchnummerierung. In Dist. VII, Kap. 9 ist im Register das richtige 'newent' durchgestrichen, fälschlich in 'zehent' geändert; dann wird fortgefahren 'Das aynlifft capitel', so daß Nummer 10 fehlt und von hier an das Register dem Texte bis auf weiteres um eine Nummer voraus ist. Auch ganz unbegründete Sprünge erscheinen, so Dist. VIII von 50 auf 52, Dist. IX von 32 auf 34. In Dist. VII ist im Register Kap. 43, das im Text an richtiger Stelle steht, ausgelassen, am Schlüsse aber als Kap. 60 nachgetragen; das Register ist aber zugleich durchnummeriert, so daß jetzt, weil ein Nummer unter schied schon vorhanden war, das Register um zwei Kapitel hinter dem Text zurückbleibt, bis es dann von 48 auf 51 springt und die richtige Reihenfolge wiedergewinnt. Ebenso entstellen durch Auslassungen und Nachträge am Ende Unstimmigkeiten bei Dist. X, 44 und XII, 54. Ferner ist Dist. VII, £7 doppelt gezählt. Man sieht schon jetzt hieraus, in unserer Handschrift ist eine nicht sehr taktfeste Registervorlage weiter in Unordnung geraten. Die oben bei der Betrachtung des äußeren Zustandes der Handschrift besprocliene Nummerierung der Kapitel im Texte selbst, die wiederum ohne Rücksicht auf die Nummerierung in den Registern durchgeführt wurde, hat dann noch weiter zu Unstimmigkeiten zwischen dem Text und den Registern beigetragen, und es ergibt sich als Endresultat dieser Erörterungen (vgl. Euphorion 26, 359) eine deutliche Auseinanderentwicklung zwischen Register und Text. Von Dist. IX, 49 an werden plötzlich die Kapitel mit deutschen Überschriften versehen; zugleich fallen die bisher stets beigesetzten Anfangsworte des lateinischen Textes fort. Diese neuen Überschriften im Hartliebschen Texte stimmen ebenfalls oft mit dem Wortlaut in den Registern in keiner Weise überein. Register. Dist. IX, 49 (201, 25): von eins pfaffen diern, dy von dem sacrament synnig ward. Text. 254, 2: von aines pfaffen diern, die durch empfahung des sacraments ir vernunfft wider gewan. Einleitung. XIII Dist. X, 54 (269, 5): von ainer mayd, der ain stain prach . . . Dist. X, 58 (269, 11): das die schwalben widerkeren an ir alte nesster. 304, 5: von ainer mayd und ainem kisling, der sich klob . .. 306, 25: das die swalben wider körnen an ir gewonlich herberg. Eine Reihe von Eigennamen der Register fehlen femer im Hartliebtexte, und es ist besonders bemerkenswert, daß das gleiche Verhältnis sich auch bei den Registern und Texten von I herausstellt: Register. Dist. VII, 28 (5,13): von ritter Theodorich . . . Dist. VII, 35 (6, 3): von prüder Hainreichen . . . Dist. VII, 56 (7, 7): von Symon . . . Dist. VIII, 7 (94, 19): von Reichmüden . . . Dist. VIII, 9 (94,23): von der vorgenanten Reichmüten . . . Dist. VIII, 20 (95, 12): von brüder Chunratt, einen pärting . . . Dist. XI, 45 (317,24): von ainem pawrn, hyes Haireich, der . . . 51, 4: ein junger ritter. 56, 30: ein junger . . . ritter. 88, 19: ein edler . . . ritter. 07, 27: ein junckfraw. 110, 11: die vorgenant junckfraw. 118, 29: ein conversz oder pärting. 355, 17: von ainem pawrn, der . . Hierzu kommen noch direkte inhaltliche Abweichungen, ja Widersprüche zwischen Register und Text (ebenso wie bei I Reg. und IT.): Dist. IX, 32 (200, 22): von Rymunden, der . . . Dist. IX, 34 (200,25): von der andacht desselben Rymundes, wie er . . . Dist. X, 17 (267, 5): von aim pecken des tayg ... Dist. XI, 4 (315, 7): von dem tod Richarts . . . Dist. XII, 30 (364, 12): von aim Saxsen, . . . Dist. XII, 35 (364,19): . . ., der sant Bernhartt beystünd. Dist. XII, 42 (364, 27): von der pen ains pilgrein aus der Schlananey [!]. 234, 24: die . junckfraw Richmüdis, von der ... (IT: virgo). 235, 7: do dieselbe junckfraw Rickh- mudis . . . (= IT). 282, 9: von ainer pfistrin, der . . . ir taig (= IT). 324, 28: von dem tod Syggberten (IT: Sigeherus). 384, 22: von aim sacristen (IT = sa- crista). 386, 29: . . ., der sant Benedictus. 391, 2: von der pen ains[!] durch ain schiaffin, das ist ain deck- mantell (IT: sclavinia = Walrock). XIV Einleitung. Aus alledem ergibt sich, daß die Register nicht nach unserem Texte gearbeitet wurden, sondern daß beide für sich, eins ohne Rücksicht auf das andere, aus einer besonderen Vorlage übernommen wurden. Es scheint aber sogar, als ob die Eintragung der Kapitelzahlen im Texte nach einer anderen Vorlage gemacht wäre als die Abschrift selbst, denn während z. B. Bist. VII bei Strange, Kap. 34: de Beatrice custode nicht nur in Register und Text, sondern auch in unserer ganzen Gruppe (oben S. XI f.) fehlt, d. h. also auch in I, und während daher das Register bei Hartlieb und in I dieses Kapitel nicht mitzählen, überspringt Hartliebs Textzählung an dieser Stelle die Zahl 34, trotzdem der Text das Kapitel auch nicht entliält, und geht entsprechend der Zählung bei Strange von 33 gleich auf 35. Aus all diesen Tatsachen ersehen wir 1. neben den fortlaufenden Übereinstimmungen zwischen den Texten von Hartlieb und I die gleichen Übereinstimmungen auch bei den Registern und 2. als neues wichtiges Ergebnis in beiden Überlieferungen die starke Verschiedenheit der Register und der Texte, die uns geradezu zwingt, für die Register ursprünglich eine völlig gesonderte Überlieferung anzunehmen. Wo die Stelle war, an welcher diese Verbindung zwischen dem lateinischen Texte und den aus einer andersstehenden Überlieferung stammenden Registern vorgenommen wurde und wie sie etwa erfolgte, ist zurzeit noch nicht zu erkennen. WahrscJieinlich aber lag diese Stelle nicht zu weit hinter I zurück, von wo sie dann auch in die unmittelbare Vorlage Hartliebs hineinkam. Das Verliältnis der Register zu den Texten kann bei der Beurteilung der Handschriftenfiliation beim Gaesarius eine Rolle spielen. Mit einer starken persönlichen Lobpreisung hat Hartlieb seine Übersetzung dem 'Hanns Pütrich, purger zw München' (vgl. Text S.l, Z.16f.) gewidmet. Mit dieser Widmung aber tritt er nicht, wie man vielleicht glauben könnte, aus den vornehmen Kreisen heraus, denen er seine Werke bisher zugeeignet hatte. Die Püterichs waren eines der ältesten Münchner P atrizier geschlechter, reich und angesehen, durch eine stattliche Reihe wohltätiger Stiftungen rühmlichst bekannt. Sehr liäufig erscheinen Mitglieder des Geschlechtes in den verschiedensten Urkunden der damaligen Zeit. Auch dem Herzog selbst waren sie teilweise näher getreten; der scharfe Gegensalz zwischen Fürsten und Bürgertum bestand unter Albrecht III. ohnehin nicht mehr, und gerade damals fand ein Aufsteigen der wohlhabenden Bürger in die Kreise des niederen Adels statt. Die „Geschlechter" des hölieren Bürgerstandes zählten zu den Wappengenossen, besuchten zum Teil die Turniere, wurden vom niederen Adel als ebenbürtig anerkannt und stellten gleich diesem den Landesherrn Beamte; die städtischen Behörden, besonders der innere Rat, setzte sich in der Regel aus ihren Kreisen zusammen 1 ). Sie bildeten allmählig mit den von ärmlichen Höfen auf dem Lande in die „wohnliche, sichere und belebte Stadt" gezogenen Edelleuten das Patriziat; Patrizier und Handwerker J ) Vgl. S. Riezler, Geschichte Bayerns III, 754. Einleitung. XV stehen sich eine Zeitlang mit einer Schroffheit gegenüber, wie nie zwei Gruppen des Adels (Riezler a. a. 0.). Dieser soziale Aufstieg des damaligen wohlhabenden Bürgertums zeigt sich bei dem reichen und angesehenen Geschlechte der Pütriche ganz besonders deutlich. Eine eingehende Schilderung seiner bedeutenden bürgerlich-sozialen Stellung finden wir in Lipowskys „Urgeschichten von München" 1 ). Lipowsky erklärt (S. 273) geradezu, daß die Pütrichs im 15. Jahrhundert in den landständigen Adel aufgestiegen seien. Für drei Linien ist dies einwandfrei erwiesen durch die Aufnahme in die Landtafel des Herzogs Albrecht 2 ). Hier sind drei Mitglieder des Geschlechtes verzeichnet (Anton zu Fueßberg, Ludwig zu Pasing und Jacob zu Reichertshausen (S. 430)) ; der letzte war durch seine Begeisterung für alles rittermäßige und als Sammler von Handschriften der mittelhochdeutschen Dichtungen besonders bekannt. Durch seinen Ehrenbrief für die Pfalzgräfin Mechthild behauptet er ja auch in der Literaturgeschichte einen wichtigen Platz. 1427 hatte er sich „als guter Gesell" bei einem Turnier in München gezeigt 3 ). In seiner Verehrung für höfisches Wesen an Hartlieb erinnernd und mehrmals mit Töchtern altadeliger Häuser verheiratet, stand er Albrecht III. sehr nahe und wurde von ihm zu den wichtigsten GescJiäften herangezogen. Als vierter erscheint ein Hans Püterich*), mit dem Zusatz 'zw Tawttenhofen', der seinen Landbesitz erweist, ebenfalls auf dem Wege in die Reihen des niederen Adels einzurücken, und dieser Hans Pülerich ist — wie wir noch selten werden — kein anderer als derjenige, welcher Hartliebs Widmung empfing 5 ). J ) Jos. Felix Lipowsky, Urgeschichten von München I (1814), § 129, S. 267 — 78. 2 ) Abgedr. bei Krenner, bayr. Landtagshandlungen in den Jahren 1424 — 1513. 15. Bd., München 1805, S. 422-38. s ) Goedeke, Grundriß I, 333 j. [Über die literarischen Neigungen dieses im wesentlichen allein jür die *itterliclhe Literatur des 13. Jahrhunderts und ihre Nachklänge begeisterten BücJterliebhabers, der mit seinem altmodischen Geschmack gerade dem etwas rückständigen Hart lieb verwandt und geistig nahe war, sowie über den Gegensatz dieser Richtung zu den mehr ■modernen Strömungen im Südwesten und Westen Deutschlands vgl. WiUielm Scherer, Die Anfänge des deutsclien Prosaromans, Quellen u. Forschungen 21, Straßburg 1877, S. 16; Philipp Strauch, Pfalzgräfin MechtMld in ihren literarischen Beziehungen, Tübingen 1883, S. 38f., Anm. 31. 45; Burdach, Die pfälzischen Wittelsbacher und die altdeutschen Handschriften der Palatino, Zentralblatt jür Bibliothekswesen, 5. Jahrg. (1888), Märzheft, S. HS ff., besonders S. 124 f. (wieder abgedruckt: 'Vorspiel' I, 2, Halle a. S. 1925, S. 79ff. 87f.); Gustav Roethe, Allgem. deutsche Biographie, 26. Bd. (1888), S. 744ff.; Ausgabe des Ehrenbriefs des Püterich von Reichertshausen von Fritz Behrend und Rudolf Wolkan, Weimar 1920 (Gesellschaft der Bibliophilen). Drescher wollte Hartliebs Verhältnis zu der gleichzeitigen literarischen Bewegung in dieser Einleitung kurz charakterisieren, ist aber nicht mehr dazu gekommen. Brd.] l ) Z. B. Mon. Boica XIX, 314 u. ö. 6 ) Eingehend über das Geschlecht der Pütriche handelt A. Schmidtner, Zur Genealogie der Pütriche. Obcrbayr. Archiv Bd. 36 (1877), München, S. 152 — 72 und wesentlich ergänzt und mit sehr verbessertem Stammbaum ebd. Bd. 41 (1882), S. 44 — 89. — Zur älteren Geschichte Chron. d. dtsch. Städte 15, 535 f. XVI Einleitung. In der hier in Betracht kommenden Zeit treten uns zunächst zwei Hans Pütriche, Söhne von Vettern, entgegen. Hans Patrick, zubenannt „der Ältere" 1 ), erscheint 1447 als Ratskerr, war Haupt der Linie zu Pasing und starb 1455 oder 1456; Hans Patrick „der Jangere", „zw Tawttenhofen", ist der Stifter der Deutenhofer Linie (gestorben 1467) (s. unten). Alle Umstände, Zeit und schriftstellerische Entwicklung Hartliebs weisen darauf hin, daß dieser Jüngere der Empfänger der CaesariusüberSetzung gewesen ist; eine einfache Erwägung macht dies zur Gewißheit. Im Jahre 1456 schrieb Hartlieb, wie wir wissen, sein 'puch aller verpotten kunst' 2 ). Hier findet sich eine dreimalige Erwähnung des Caesarius. Zuerst: 'Das zwölft capitel, ain gut byspild von dem tuiffel vnd ain rechter gelaub. Man liszt jn dem püch der zwyrede Cesary (D. Ulm S. 10ff. ; Kap. 12—16) = List. V, 36: de daemone, qui in specie hominis militi fideliter servivit = Strange S. 319. Hartlieb setzt es her, um den Kurfürsten Johann von Brandenburg, den Alchymisten, zu ermahnen, nach dem Beispiele des Ritters bei Caesarius sich von Teufelskünsten fernzuhalten. Mit dem zweiten Beispiele (D. Ulm S. 19, Kap. 29: Man liszt in dem püch der wunder Cesary) will Hartlieb den Fürsten von der Kunst der 'Notarey' abhalten: 'das ainer durch ettlich wort, vigur vnd caracter alle kunst lernen macht' 3 ). Es ist (= Dist. I, 32) die Gesckickte von dem Weisheit verleihenden Steine, den der Teufel dem erkrankten Scholaren zurückläßt. Hier aber gibt Hartlieb bloß den für seine Zwecke passenden ersten Teil der Erzählung des Caesarius wieder, nämlich die Verdammung des Sclwlaren und schließt kurz: jn kurtzen zeiten starb der münch, er ward verdambt' (S. 19) und unterdrückt die, von Caesarius noch weiter berichtete, spätere Erbarmung Gottes, die Erlösung, Wiederbelebung und den frommen Lebenswandel des Reuigen, der schließlich als Abt von Morimond stirbt. Die dritte Stelle {Kap. 95, D. Ulm S. 57: Man liszt jn dem püch Cesary), scheint nur ein freies Zitat aus dem Gedächtnisse zu sein, angeführt zum Beweise, wienaheder Teufel dem Göttlichen sei. Bei Caesarius (Dist.XII Kap.5—Str.318ff.) redet der schwer erkrankte Ritter Walter von Endenick mit dem Teufel, der von dem Sterbelager des Abtes Gevardus kommt. Bei Hartlieb ist der Fragende 'ain säliger münich' und der Teufel will die Seele Bruder Hermanns von Hemmerode (Eifel) gewinnen. Auf die Frage, wie er zu 'so ainem hailigen manne' komme, antwortet der Teufel: er sei sogar schon beim Hinscheiden Ckristi zugegen gewesen 1 ) Schmidtner, Oberbayr. Arch. 41, 50ff. — Lipowsky a. a. O. I, 184. a ) Johann Hartliebs Buch aller verbotenen Kunst. Hrsg. von Dora Ulm. Halle (Saale) 1914. 3 ) D. Ulm S. 18 unten. [Über Namen und Wesen dieses Zweiges der Magie vgl. meinen Kommentar zum Achermann aus Böhmen (Vom Mittelalter zur Reformation III, 1, Berlin, Weidmannseihe Buchhandlung 1917) zu Kap. 26, Zeile 30 Notenkunst (ars notoria) S. 360 — 363. Hier ist auch S. 362, Z. 7 ff. die oben angeführte Stelle aus Hartliebs Schrift mitgeteilt und erklärt. Sonstige Verweise auf diese von Dora Ulm ungenügend behandelte Schrift gab ich ebenda S. 339. 346. 348. 351. 352. 353. 355. 358. Brd.] Einleitung. XVII 'sedens super brachium crucis' (Strange S. 320), ivährend Hartlieb im Buch aller verbotenen Kunst noch hat 'vff dem dencken arm des crütz 1 ). Hartlieb wendet sich dann noch gegen die Geistlichen, welche meinen die (B. aller verb. K. Kap. 95 erwähnten) Engelerscheinungen 'in der patden' rührten tatsächlich von Engeln her. Später aber, in unserer Gaesariusüber Setzung, gibt er dieselben Wunder ruhig wider; in seiner Widmung hatte er ja noch ausdrücklich bemerkt S. 1 Z. 23: 'und ob . dise geschrillt alle erdicht waer, das doch nit ist ..." Man sieht, Hartlieb kannte den Caesarius sclion 1456, aber die aus ihm entnommenen Stellen sind durchaus in tendenziöser Absicht verwendet, das zweite Beispiel ist sogar direkt ins Gegenteil umgebogen. Von einer eigentlichen Übersetzung kann also damals noch nicht die Rede sein. Das Entstehungsjahr der 'verpotten kunst' ist aber das Jahr, in welchem der Tod Hans Pütriclis des Älteren spätestens anzusetzen ist; daher kann er also nicht als Empfänger der Widmung in Betracht kommen. Hans Püterich der Jüngere erscheint um 1447 und 1456 als Bürgermeister von München 2 ); in den Stammtafeln des P. Agnellus Kandlow (bei Schmidtner a. a. O. 41, 61) heißt es: "Hanns der jünger zu Teutenhofen gesessen, in der dienersgassen [in München], genannt der starke Pütrich." Gemahlin: Anna Streckhin [richtiger: Sterchin]. Beim großen Münchner Armbrustschießen am Pfingstfest 1467 steht er noch in der Liste der Schützen. Bald darauf muß er gestorben sein, also etwa ein Jahr vor Hartlieb. Am Weihnachtsabend 1467 war er nicht mehr am Leben; das zeigt ein Brief dieses Datums, worin zwei seiner Kinder wegen Ableben des Vaters unter Vormundschaft erscheinen^. Im inneren Rate erscheint Püterich oft: so 1448,1459,1464—67. Der innere Rat bestand aus 12 Mitgliedern, durch welche die 24 Mitglieder des äußeren Rates gewählt wurden; der innere Rat war mehr Obrigkeit, der äußere mehr Vertretung und Aufsichtsorgan*). Der innere ist also der einflußreichere und Püterich gehörte ihm augenscheinlich bis zu seinem Tode an. Man sieht, der Mann, mit den Hartlieb langjährige Freundschaft verband und dem er sein letztes Werk widmete, befand sich ebenso wie Hartlieb selbst in lioher äußerer sozialer Stellung, und wenn wir Hartliebs persönliche Wendungen betrachten, so muß man in Hans Püterich auch eine innerlich hochstellende Persönlichkeit erkennen. Es war immerhin ein kühnes Unternehmen, das umfangreiche Werk des Caesarius in den vornehmen Kreisen Münchens bekannt machen zu wollen (S. 1 Z. 19f.): und pitt dich, den [sc. übrigen Teil] mittailn allen guten und ergernden 1 ) In unserem Text S. 369, Z. 3 heißt der Abt Gerlach und es wird dort nur gesagt: „ich was gegenwurtig da Gots sün sein end nam und sein gaist auff gab und sas auff dem arm des chreücz." (Z. 9f.) 2 ) Mon. Boica XXI, 134. 3 ) Mon. Boica XIX, 285. «) Biezler a. a. O. III, 756. Deutsohe Texte des Mittelalters. XXXIII. II XVIII Einleitung. menschen, und wenn Hartlieb auch die Erzählungen in erster Linie als kirchliche Wundergeschichten und 'grosse und güttew underweysung', wie sie 'die höchst weyshait' als Beispiel gesetzt hat, bringen will, so zeigt seine Wahl doch auch entschieden ein Gefühl für den umfassenden und bedeutenden Inhalt. Er bemerkt in seiner Vorrede ausdrücklich, daß er hier den 'übrigen tayl Cesary zw teüsch' machen will, und diese Wendung legt uns die Frage vor, ob er vielleicht auch eine Übersetzung des ersten Teiles angefertigt habe. Diese Frage ist-aber mit ziemlicher Sicherheit zu verneinen. Es ist weder eine Übersetzung erhalten, noch eine Kunde von ihr überliefert, und ferner ist das Werk des Caesarius so umfangreich, daß schon aus äußeren Gründen eine damalige Wiedergabe des Ganzen unwahrscheinlich ist. Außerdem ist die Absicht beider Schreibenden eine völlig verschiedene: Caesarius ist ein Volksmann, ein Anwalt der Unterdrückten, er rügt die Untaten der Gewalthaber, er geht vor gegen die Fehden des Adels sowie der Bauerngeschlechter, deckt ohne Bücksicht auch Sünden der Geistlichkeit, der höheren wie der niederen, auf und muß durch seine mit Namen gegebenen Schilderungen soviel Anfeindungen erdulden, daß ihm das Schreiben fast verleidet wird 1 ). Diese kritisclie Einstellung, gebunden an die Erzählungen der Berufung zum Klosterleben, der Reue, der Beichte, der Versuchungen, an Erzählungen rührend-naiver Einfalt, zum Teil geknüpft an Personen, die am Rheine bekannt waren, denen man aber im Südwesten naturgemäß weniger Anteil entgegenbrachte, machten den ersten Teil für Hartlieb und seine Zwecke (s. oben) entschieden auch weniger geeignet. Eine Erzählung im Dist. II, 24, wo dem durch einen Kleriker verführten Judenmädchen eingeredet wird, sie gebäre ihrem Volke den Messias (der aber dann ein Mädchen ist!), könnte fast bei Boccaccio stehen, wenn nicht die geistliche Umrahmung dabei wäre. Der zweite Teil des Caesarius schildert dagegen mehr die Wunder der Göttlichkeit, ihr belohnendes, strafendes und schützendes Eingreifen, die Strafen des Zweifels, das Erleben der Sterbenden, wunderbare Erscheinungen nach dem Tode, die Seligkeiten der Entrückten oder der Verklärten und enthält besonders gleich in Dist. VII die Erzählungen vom Walten und Wirken der von Hartlieb besonders verehrten Jungfrau Maria — dem größten Abschnitte des ganzen Werkes. So ist die Übergehung des ersten Teiles durchaus verständlich, und wenn wir die Wendung vom "übrigen tayl" noch besonders erklären wollen, so wäre vielleicht (freilich in einer etwas dürftigen Begründung) auf die beiden oben besprochenen Kapitel zu verweisen, die Hartlieb schon 1456 dem ersten Teile entnommen hatte; noch besser aber auf die jahrelangen Beziehungen zu Püterich, bei denen Hartlieb ja schon im mündlichen Verkehr dem Freunde die Kenntnis des ersten Teiles ganz oder teilweise vermitteln konnte. Die CaesariusüberSetzung ist ein Spätwerk, das Jahr der Abfassung des 'püchs aller verpotten kunst' 1456 ist der Terminus post quem, auch nach dem *) A. Kaufmann, Wunderbare und denkwürdige Geschichten aus den Werken des Caesarius v. Heisterbach, a. a. 0., Heft 47, S. 8. Einführung. XIX Brandan muß es entstanden sein, dessen eine Handschrift sclion 1457 vorliegt (vgl. Euplwrion XXV (1921), 362). So kommen wir mit der Zeit der Entstehung an die Wende der sechziger Jahre oder noch weiter in die Zeit der Übersetzungen der "warmen bäder' und der 'Secreta mulierum'. Terminus ante quem ist Puterichs Todesjahr 1467. Und damit ergibt sich wieder die fatale Doppelseitigkeit von Hartliebs Wirken: auf der einen Seite im Verborgenen ein dienerndes Vorschubleisten gegenüber der erotischen Neugier der Großen, eines Herzog Siegmunds, ja sogar durch Siegmunds Vermittlung eines Kaiser Friedrichs III. (Euphorion XX V, 237f.), auf der anderen für die Öffentlichkeit und weitere Verbreitung bestimmt ein Erzählen frommer Geschichten zu Nutz und Lehre. Auch der Umstand, daß die Übersetzung wenig bekannt wurde und nur eine Handschrift von ihr vorhanden ist, kann für die späte Entstehung sprechen: nicht lange nach der Vollendung, bald nacheinander (1467 und 1468) starben Empfänger und Übersetzer, der öffentliche Anteil an der Arbeit erlosch. Ehe wir nun die Übersetzung des zweiten Teiles näher betrachten, müssen wir auf dasjenige Kapitel des ersten Teiles noch einen Blick werfen, das Hartlieb, wie wir ja wissen im 'B. allerv'erb. Kunst' übersetzt hatte (s. oben S. XVI f.). Dist.V', 36 erzählt die Geschichte von einem Teufel, der sich einem Ritter als Diener verdingt, Treue[\] und wunderbare Dienste leistet, schließlich aber in seinem wahren Wesen erkannt und von dem Ritter entlassen wird. Hartliebs Wiedergabe ist mehr eine freie Nacherzählung als eine direkte Übersetzung; als Ganzes wirkt sie ausgezeichnet, und es dürfte schwer sein, Leistungen von ähnlicher Schlagkraft und Lebendigkeit, wie sie hier nach der viel einfacheren Erzählung der Vorlage gegeben sind, in der gleichzeitigen Übersetzungsliteratur nachzuweisen. Man beachte die für die damalige Zeit auffallenden, fast nur aus Subjekt und Prädikat bestehenden, kurzen Hauptsätze (Beispiel 1 und 2), die wirkungsvollen Wechselreden, die direkte Rede statt des kühlen objektiven Berichtes, die Ausstattung mit lebendigen Einzelzügen, die plastische Herausarbeitung des Geschehens überhaupt. Str. Bd. I, 319: obsequium suum illi offerens . . . gratanter ab eo suscep- tus est. S. 320: respondente milite, nun- quam homo fluvium istum in hoc loco transvadavit, spe tarnen evasionis ser- vum ducem secutus sine periculo per- venit ad litus. Verp. Kunst. S. 10, Z. 8ff.: zu ainer zeitt begegnet dem ritter ain wolgestal- ter jüngling, der sprach zu dem ritter: 'herre, begert jr meiner dienst, jch will euch geren und triülich dienen, der ritter nam jn vff. S. 10, Z. 25ff.: der ritter sprach: 'lieber knecht, es was nye kain fürt durch das wasser.' Der knecht sprach: "her, jch raitt vor", lebens not zwang, der riter volgt dem knecht. sy chamen baid mit guter rü sunder alle müe durch das wasser. II* XX Einführung. 8. 320: a quo cum fuisset peruncta, mos meliorata pristinum recuperavit vigorem. Hinzugefügte Einzelzüge: Str. 8.320: in qua [sc. uxore], dum omnes medicorum artes defecissent, ait iterum daemon domino suo: 'Si domina mea inungeretur lacte leonino, statim sanaretur'. 8. 11, Z. 27ff.: er bestraich sein frawen damit: die fraw wart gesund zu derselben stunt. sy gieng zu jrem lierren und trost jn. Veri). Kunst. 8.11, Z. 3ff.: die weisen ärtzt wurden besandt: sy erfunden jn jren künsten nit anders, dann das die fraw des morgens sterben solt. sy sagten das dem ritter. die fraw was mit allen cristenlichen rechten fürsehen, der ritter gieng gar trauriclichen vff dem sal. das erparmet den knecht: er gieng zu seinem herren vnd sprach . . . Es folgt dann eine weitere Wechselrede zwischen Herr und Diener: dieser sucht zu tröstne, und jetzt bricht bei Hartlieb, wie öfter (Siegmund Hirsch, Das Alexanderbuch Johann Hartliebs, Berlin 1909 [Palaestra 82], 8. 95ff.; Pest zu Damiette Dist. VIII, 26) der Arzt durch, als der Knecht die Krankheit der Rittersfrau feststellen will und zu ihr geführt zu werden begehrt, ihr dann den Puls fühlt, das Leiden be- nennt und schließlich das Heilmittel (leon m'.llicli) angibt. Eindrucksvolle Steigerung und Spannung wird, erzeugt: Str. 8. 320: stupente milite ad verba ista, et dicente, quis es ergo tu ? respondit ille: 'Non solliciteris de hoc, servus enim tuus sum ego'. Instante milite, tandem confessus est dicens: 'daemon ego sum'. Yerp. Kunst. S. 12, Z. 4ff.: der knecht sprach: 'herr, wes fragt ir ? mein fraw ist gesunt'. — Der herre sprach: 'lieber knecht, jch frag dich vf deinen ayde, wer du seyest'. der Jüngling sprach: 'jch bin ewr truier knecht'. der herr sprach: 'jch gepult dir by got vnd seiner hailigen marter, das du mir sagest, wer du seyest.' der jüngling sprach: 'herre, ich bin ain tuiffel'. Während ferner bei Gaesarius das Kapitel beginnt: 'Daemon quidam adoles- centis venusti speciem induens, ad quendam militem venit . . .', ist es bei Hartlieb zunächst bloß 'ain . jüngling', und er verspart sich die Enthüllung van dessen wahrem Wesen bis zu dieser Stelle, also fast bis zum Schlüsse. Schließlich zeigt sich in diesem doch kurzen Teile wieder in ganz auffallender Weise die rhythmische Ausgestaltung von Hartliebs Sprache [vgl. Euphorion XXV, Einführung. XXI 588) am Schlüsse der kleinen Kapitel, in welche das ganze Stück in der 'Verbotenen Kunst' zerlegt ist: S. 10 Kap. 12: wann die weil er jm dienet, die weil geläng dem ritter in allen sächen wol. Kap. 14: der herre fürt den knecht zu seinem gemähel. Kap. 16: jn angesicht der stund verschwand der jüngling. Aber auch im Text selbst. Der Ritter drängt den Diener, sein wahres Wesen zu enthüllen: Kap. 16: lieber knecht, jch frag dich vf deinen äyde wer du seyest, dann nochmals stärker: jch gepüit dir by göt vnd seiner häiligen märter, das du mir sägest, wer du seyest und der Knecht sagt dagegen: herr, behält mich: jch will euch reichen und meren. Alles in allem sieht man auch schon bei diesem kurzen Stück wieder das hohe stilistische Können, über welches Hartlieb sclion damals {die ' Verbotene Kunst' stammt aus dem gleichen Jahre wie die Brandanlegende = 1456) gelegentlich verfügte. Eine Übersetzung des Caesarius im fünfzehnten Jahrhundert stellte der damals noch in den Anfängen steckenden Über Setzungskunst schwierige Probleme. Sachlich zeigt sich die lateinische Vorlage außerordentlich vielgestaltig, sie bewegt sich von einfachen Erzählungen, vollständigen Lebensbeschreibungen mit trefflicher Charakteristik (Dist. VII, 16; Strange S. 17ff.): vita . Christiani monachi; VII, 38 (S. 49ff.): vita . Walteri de Birbech) bis hinauf zu höchst verwickelten scholastischen Erörterungen (VII, 16 [S. 22]: Art und Wirkung der Gnade; VIII, 1 [S. 80]: über Visionen: IX, 1 [S. 165]: über das Sakrament usw.). Stilistisch sehen wir neben reichlichem Gebrauch abhängiger Sätze (mit cum, ut, antequam) eine starke Verwendung der relativischen Anknüpfung, des Abi. absolutus, des Partizipiums, des Gerundiums (weit zurücktretend des Akk. c. Inf.), wodurch die Vorstellung eine die Übersetzung erschwerende prägnante Kürze und Zusammengedrängtheit erlmlt. Ferner kennt die Übersetzungstechnik jener Zeit noch nicht die strengen Anforderungen von heule; sie ist vielmehr geneigt, mit vorausgesandter captatio benevo- lentiae aus der Not eine Tugend zu machen 1 ) und durch Zusätze, Weglassungen, 1 ) Vgl. unten S. 1, Z. 19: nach dem besten, als ich kan; Steinhöwel, Boccaccios berühmte Frauen ed. Drescher. Lit. Ver. Nr. 205, 8. 38: nit von wort zu wort, sundor von sin zu sin getütschet; Steinhöwel, Esop ed. Oeslerley. Lit. Ver. Nr. 117, S. 4: nit wort usz wort, sonder sin usz sin. XXII Einführung. Umschreibungen, freiere Wiedergabe die Vorlagen oft recht willkürlich zu behandeln 1 ). So werden wir von vornherein bei dem Gaesarius keine getreue Übersetzung erwarten dürfen. Die hierher gehörigen Urteile bei S. Hirsch, Alexanderbuch S.109f. sind direkt zu streichen; sie beruhen im Gegensatz zu anderen wertvollen Ausführungen des Buches auf unzureichender Vergleichung, und eigene Beobachtungen über "stilistische Umständlichkeit" Hartliebs (S.124f.) hätten Hirsch gegen seinGesaml- urteil mißtrauisch machen sollen. Entsprechend der Vielgestaltigkeit der Vorlage ist nun auch in Hartliebs Übersetzung ein Schwanken vortrefflicher Wiedergabe einzelner Erzählungen, (z. B. Bist. X, 2) bis zu höchst steifen und schwerfälligen Ausführungen, zumal in den scholastischen Kapiteln zu erkennen (in Bist. VII, VIII, IX). Im allgemeinen ergibt sich der Charakter von Hartliebs Übersetzung als der einer außerordentlichen Verbreiterung der Vorlage, die auf drei Ursachen zurückzuführen ist: 1. ein durchgehendes Streben nach möglichster Deutlichkeit; 2. auf die schwere, das ganze Werk gleichmäßig drückende Belastung mit synonymen Wendungen 2 ) und 3. auf den Umstand, daß Hartliebs syntaktisches Denken sich weniger unter der Form einzelner Begriffe als vielmehr der des ganzen Satzes vollzieht. Es ist ein Vorteil dieser freieren Übersetzungsweise, daß durch die sich ergebenden Abweichungen die Person des Übersetzers gelegentlich in recht willkommener Weise heraustritt. Aus der Fülle der Belege, wie sie Euphorion XXVI, 482ff. bei allen Erörterungen gegeben sind, ist dies deutlich zu ersehen. x ) Besonders breit die Wiedergabe des 'Prologus'; vgl. Euphorion XXVI, 349ff. (mit der tat. Hdschr. I verglichen). 2 ) Vgl. schon Hirsch a. a. 0. 120 f.; Euphorion XXV, 576ff. Karl Drescher f. Einführung. XXIII [Es sei hier noch wenigstens auf eine graphische Eigenart der Hdschr. verwiesen, die im Gegensatz zu den sonstigen Gepflogenlieiten der deutschen Texte in dieser Ausgabe wiederzugeben versucht wurde. Es finden sich nämlich über den Latiten a, e, o, u und w untereinander variierend die Zeiclien ', ' und '. Sie bedeuten im Grunde dasselbe, nämlich zunächst Umlautsbezeichnung, und zwar dürfte die Grundlage das Zeichen ' gewesen sein, das auch am weitaus liäufigsten auftritt. Die beiden anderen scheinen sich daraus durch mehr oder minder flüchtige Schreibung entwickelt zu haben: in einem Falle ging in der Niederschrift die Verbindungslinie der beiden Punkte verloren und diese wurden zu kurzen Strichen, im anderen fielen umgekehrt die Punkte fort und nur der schräge Strich blieb übrig. Nach Dreschers eigenen Angaben sind die Zeichen von unten angesetzt worden, wodurch sich auch die Schräg Stellung der zu kurzen Strichen erweiterten Punkte ergibt. Wo diese in der Hdschr. als Punkte noch deutlich zu erkennen sind, hat sie der Hrsg. auch in möglichst ähnlicher Form ' wiederzugeben versucht; Fälle dieser Art sind ziemlich selten, vgl. z. B. entsprüst (S. 1 Z. 11) oder sölichen (S. 13 Z. 28). Die zweite Variation ist im Text nicht zum Ausdruck gebracht, sondern jedesmal durch das erste Zeichen ' ersetzt worden. Dieses hat aber nicht nur die Aufgabe, den Umlaut graphisch zum Ausdruck zu bringen, sondern gibt auch dem Laut, über den es gesetzt wird, vokalischen Charakter: z. B. bedeutet w in mfr (S. 53 Z. 34), daß w =zu zu lesen sei; das gleiche gilt für frewnt (S. 63 Z. 16) und fewr (S. 97 Z. 20). Dieselbe Geltung hat das Zeichen bisweilen auch über einem u, um dieses deutlich von n unterscheiden zu können {ähnlich wohl wie ein übergeschriebenes kleines o in den Fällen, in denen kern Diphthong vorliegt, wie z. B. in sün (S. 29 Z. 18) gegen tu S. 29 Z. 17). Im Druck sind nun die verschiedenen Umlautsbezeichnungcn der Hdschr. folgendermaßen wiedergegeben worden: pärting) pärting/ = pärting pärting = pärting pärting = pärting.] [l r ] Incipit prologus in secundum partem dyalogi mira- culorum. Hye hebt sich an die vorred in den anndern tail des püchs dyalogi miraculorum, genant Cesarius, von zaichen und wunderwerchen darinne begriffen. Aristotiles in seinen natürlichen püchen lernt und gibt underschayd 5 ayn yegklich mensch zw erkwnden, und spricht allso: 'Wer ain ygklicher ist, da von redt er und würckt sein aygenschafft, dabey man in erkünden mag', wann hartt müglich ist, das kain natürlich würckung ausserhalb seiner natur würcken müg oder kün, als auch Jhesus unnser hayland in seiner ewangelischen lecczen gesprochen hatt: 'Ain böser bawm mag nit gütt frücht tragen' etc. 10 Seyd nwn begerung gütter ding allain entsprüst von fugenden und gütten sitten, so ist wol zymlich und pillich das zeitlichem begeren chain widersagen noch intrüg geschech. Darumb pin ich, doctor Hartliepp, wol genaygt dem bitten und flehen ains cdeln, tilgend und erberndes mans, der sein begyrd und willen allain secczt und naygt zw füdrung ains gemain nüccz, und der chaynerlay 15 geferd. lust noch lyst vor secczt erberkaytt, das hab ich nwn an dir, Hanns Pütrich, purger zw München, yecz lang jar gemerckt und erkanntt. Darumb volfür und layst ich dein begern und mach dir den übrigen tayl Cesary zw teüsch nach dem besten, als ich kan, und pitt dich den mittailn allen gütten und ergern- den menschen. Wann ich sag dir in w&& ütt das so vil gütter 1er und beispill 20 darinn sein, dar durch ain sunder bek—-ft und ain gütter gevest und bestätt wirft, als man in der heyligen geschrifft hindert erfinden kan oder mag, und ob nwn dise [!«] geschrifft alle erdicht wäer, das doch nit ist, noch dann mocht daraus grosse und güttcw underweysung geschechen, wann die höchst weyshait auch vil beyspill gesecczt hatt, unsz arme kristen damit zw under 25 weysen. Amen. Premissis sex distinctionibus etc., zw tewsch als vil gesprochen: Nach den vorgeschriben sechs underschaydungen, die in dem ersten tail des püchs Cesary beschriben sind, mit namen von der ersten underschaydung, die gehayssen ist bekerung, wie sich die menschen von der werlde zw Got be- 30 kerent, darnach von der andern underschaydung. genant die rewe, item von 2. die] d korrigiert aus v. 6. ainygkl icher. 7. erkünden] ü aus e korrigiert. 10. Matth. 7, IS. 14. bitten] b aus d korrigiert. 31. andrn darübergeschrieben. Deutsche Texte des Mittelalter«. XXX. 2 Prolog. Capitula von Teil 1. der peicht, item von der anfechtung, item von den tewfeln, item und von der krafft und genügsamkaitt der ainfeltikait, sind nw nachvolgent den selben sechsen underschaydungen die übrigen nachher geschriben sechs underschaydung in dem gegenwürtigen anndern tayl des vorgenanten püchs Cesari nach einander 5 ordenleich begriffen, und minder den selben angeenden sechs underschaydungen hat die aller heyligist junckfraw Maria, Gottes gepererin, die ersten underschaydung under den gegenwürtigen sechs angeenden underschaydungen ir zwgefüeget, des das sy das aller wirdigist glyd der heyligen kristenhchen kirchen ist, von der in der selben underschaydung vil genaden und wunderzaichen ge- 10 schriben sind. Darumb ir pillich und nicht unordenlich die stat der selben ersten underschaidung des anndern tayles zw geschriben ist. Wannd nach dem die maister phylosophy, liebhaber der weishait genennet, da von schreibent, so wirt, die genant ist der sybencr, der [2 r ] junckfrawlikait zw geaigent und zw geleichett, darumbe das die selbe sybend zah 1 in irem ersten zil, das ist von der 15 zall des sybenar bis auff die zall sybenczig zu zelen, do zwischen chainen zehener aus ir bringet oder gepiret. Das aber die hoch gelobet hymelkünigin junckfraw Maria Cristum, Gots sun unnsern herren Gott, aus irem mägtleichen leib kewsch- leich gepert hatt, dasselb ist über der natur lauff geschechen von grosser gütlicher krafft und genade, wann sy ist die gertt und rött, entsprungen von der 20 wurcz des stames Yesse, dy uns dy plumen Kristum von irem keuschen leib auff erde in menschait pracht hatt, darauff der gaist sybengabiger gnaden gerastet hatt. Und das ich von der selben hoch gelobten hymelkünigin junckfrawn Marien lob, wirden, krefften und hilffen, dye sy irn dienern und liebhabern und der ganczen kristenhait hye auff erde manigvaltiklich crzaigt hatt und noch 25 tut allen den dy sy in noten mit getrawem anrüffen, und das ich von ir wirdige dinge, gnad, hilff, zaichen und wunderwerch in der gegenwürtigen underschaydung beschreiben und loblich volbringen müg, so beginne ich die selben mütter der parmherczikait flechleich und diemüttiklich darinne umb hilff und gnade anze- rüffen. Amen. Explicit prologus etc. 30 Incipiunt capitula distinctionis prime huius secunde partis, sive septime, quo ad sex premissas prime partis distinctiones, de hys que beatam virginem Mariam mistice designant, et de beneficys humano generi per eam collatis etc. Hye endet sich die vorred des anndern tails und hebent sich an die capitel 85 diser gegenwürtigen underschaydung von zaichen und wunderwerchen [2 V ] und anndern dingen, domit dy junckfraw Maria geistlich bedewtt und bezaichent 3. nachher] nachh ; h übergeschrieben. nach underschaydung gestrichen: die vorigen hernach gescliriben. 16. hochj h aus einem angefangenen g korrigiert. 17. sun] von. 23. dye] y korrigiert am v. Capiiula von Teil I. 3 wirt, und von den gnaden und guttäten, die allen menschlichen geslächten durch sy geben und verlyhen sind. Prinium capitulum. Das erst capitel von den genaden und guttaten, dy sy den menschen in noten erzaigt etc. 5 Das ander capitel von einem unnser lieben frawen pild, das vor einer meng des Volkes gesehen ward als vor angsten und forchten der gütlichen urtail tropfen leipleich und sichtikleich swicczen. Das dritt von der plag von der uberlauffenden wasser in Fryesenland umb frävel an dem aller heyligisten goczleichnam unnsers herren 10 doselbs von einem trnncken mann begangen. Das vierde capitel von dem chlaingelerten priester, der von sand Thoman von Chandelberg von seiner pfarr und priesterlichem amppt entsecczt und durch unser heb frawn widerpracht ward. Das funfft capitel von dem unchunnenden chlaingelerten priester, 15 pfarrer in Derlar, der davon abgesaczt und auch durch unnser frawen hilff wider darzw kom etc. Das sechst capitel von papst Innocencio, den unser lisbe fraw durch herrn Reinherren mit straff uberfür, darumb das er auff die chloster grabs ordens steür gelegt hatt. 20 Das sybent capitel von der räch der feint unnser frawen statt. Das achtent capitel von herren Hainreich, kochlen zw sand Kum- precht, der durch unnser frawen bekert ward und an sich nam den orden. Das zehent von dem münich, der bey dem chloster Trappa kranch 25 Avard, dem unnser fraw die gnad der peicht erwarb. [3 r ] Das aynlifft cap. von zwain petlern, die in dem spital zw Parys kranch lagen, die unnser fraw der peicht ermont. Das zwelifft von herren Pettern Ayneuken, abt des chlosters Ciarenwalle, dem unnser fraw in dem thüm zw Speyr iren segen gab. Das dreyzehent de monachys, von den münchen und partingen zw Hemmerode. 16. in Derlar] in der Lar. — Ja'.: in Derlar (= Dorlar, Dorf bei Wetzlar an der Lahn). 22. kochlen. Tat. Text canonico. 25. zehent aus newnt korrigiert; es ist im Texte das neunte Capitel. Von hier an ist die Zählung unrichtig, da die Numerierung 'neun' fehlt, das als elftes Capitel gezählte hier (und auch unten im Texte) in Wirklichkeit das zehnte ist. Dadurch, da-ss dann unten Capitel XVII doppelt gezählt ist, wird die lieihenfolge wieder richtig. Hinter ward nochmals und an sich nam den orden, das aber wieder geslriclien ist. 29. lat.: de Petro monoculo. Clarenalle. — tat. Claraevallis. 80 4 Capitula von Teil I. Das XIIII. Item von dem selben prüder Hainreich pärting und von den andern kranchen partingen doselbs, die unnser liebe fraw nachtes haym sucht und in den segen gab. Das XV cap. Item von den münchen, die sy nachtes an iren schlaff 5 steten haym sucht, wenn sy slaffens pflagen, und iren segen über sy gab, ausgenomen das sy aynen münch doselbs, den sy unordenlich in seinem slaff unbedecket beschawtt, dem selben gab sy nicht iren segen und gieng für in hyn, umb das er also plöd lag. Das XVj cap. Item wie die hochgelobt junckfraw Maria mit sand Ely- 10 zabeth und sand Marie Magdalen erschynen demselben prüder Hainrich. Das XVIj cap. von sand Cristian leben von Hemmerode. Das XVIj i" von dem mesner oder guster zu Lukhin der stat, der doselbs unser lieb frawen zekirchen auff dem allter chläiieich sicczen sach. 15 Das XVII j cap. von einem münch desselben chlosters zw Hemmerode, der unnser liebe frawen zw einer vigil bey den münchen sach umb- geen und von yeglichs münchs antlicz den swais mit einem tüchlein abwischen sah, ausgenomen zwair münch doselbs, den sy des nicht abwischen wolde. 20 Das XIX cap. Item von einem anndern münich desselben chlosters, dem unser lieb fraw erschain [<3°] under einer grosz menig der heyligen in dem lufft ob dem allter sweben. Das XX cap. Item von den fürkomungen der edeln junckfrawn von Quida. 25 Das XXj cap. Item von der chlosterfrawen Cristina, die von unnser lieben frawen sach, wie die vom hymel herab ein choron über das convent des chlosters zu sand Peters tal nydergelassen hett. Das XXIj cap. Item von herrnOtten, probst des stifts Xantensis, der durch unnser lieben frawen hilff von zwain swären kranckhaitten 30 erledigt ward zu gesunt. Das XXIIj cap. Item von dem priester, dem die checczer Albienses sein zungen absnyten und ym unser liebe fraw ein annder zungen von newem fleisch wider anseczt. Das XXIIIj cap. Item von münch Adam von Luck, den unnser liebe 35 frawe von der unflatikait des hawbts, das genannt ist der grynnt, 0. gaben. 12. Hemmerode] das zweite e übergeschrieben. 13. m hochgestellt (decimum septimum). 14. Nach allter verwischte Stelle, auf der chl stand. 31. Albienses] das zweite e aus i korrigiert. 33. wid' anseczt ist am Ende der folg. Zeile mit Verweisungszeichen darunterge- schrieben. 35. grynnt] g am v korrigiert. Capitula von Teil I. 5 rain und gesundt macht, und auch von gesunt machungen der menschen kranchen, die unser liebe frawe würeket durch ir pilde, das do ist zw Sardanay. Das XXV cap. Item von dem pärting, der durch das sprechen des englischen grüszs ave Maria von swerer anfechtung des posen geistes 5 geledigt ward. Das XX Vj cap. Item von einer beslosner closnerin, die dadurch von grosser anfechtungen des tewfels erledigt ward mit dem englischen grüsz. Das XXVIj cap. Item von eines ritters weib, die durch den selben 10 heyligen englischen grüs von irm eeprechen, das sy mit andern ritter von des tewfels ein geben gethan hett, erledigt ward. Das XXVIIj capitel. Item von ritter Theodorich, dem in seiner fancknuß die eysneynen pant durch unnser frawen hilff zeprachen, das er der fancknuß ledig ward. etc. 15 [4 r ] Das XXVIIIj capitel von dem priester von Polege, dem unnser frawe erschain und im die forcht ab seiner kestigung und leyden mit irm trost mischett. Das XXX cap. Item von der säligen Elsjwten von Schönaw, dy zw einer zeitt, do man sang den vers in der sequenezen: 'Audi nos, nam 20 te filius' etc., 'hör uns, fraw, wann dein sün dich eret mit nicht versagen', das doselbs unser liebe fraw von ir gesehen ward, das sy Gott auff im chnyen für denselben conventt patt. Das XXXI cap. von einem priester, do der mit inniger andacht den vers sang: 'Ora, virgo, nos illo pane celi' etc., '0 junckfraw Maria, 25 erwirb uns mit dem selben hymelprott gespeisst werden', dem doselbs unnser liebe fraw dasselb hymelprott in seinen münt gab. Das XXXIj capitel. Item von einem jungen ritter, der von schon wegen seines herren hausfrauen von dem tewfel swärlich angefochten und durch der allercheüschisten junckfrawen Marie khüsz, den sy 30 im an seinen münt gab, davon genczlich geledigt ward. Das XXXIIj cap. Item von einer chloster frauen, dy in unorden- licher lieb von einem liebhaber enzünt was, wie unnser liebe fraw dieselben mit einem maulslag davon erledigt, den sy ir selber slüg. Das XXXIII j. Item von einem ritter, der in unnseren orden für und 35 pärting ward, den die wachung zw metten und zw andern zeitt 11. das mit. 12. erledigt ward zu ergänzen: lat. liberata est. 13. Theodorich] Über das zweite e -ist noch ein Punkt gemacht. 23. patt ist am Ende der folgenden Zeile mit Verweisungszeichen darunter geschrieben. 35. Cap. XXXIV des lat. Textes: 'Item de Beatrice custode' ist hier und im Text übersprungen, so daß die Zählung gegenüber dem Lat. um ein Cap. zurückbleibt. 6 Capiiida von Teil I. gar ser khrenckt, den unser fraw darinne trost und in davon ledigt, das im das fürbas liebt. Das XXXV cap. Item von prüder Hainreichen münch, der aus dem chloster versant ward, den unnser fraw wider doselb hin halff. 5 Das XXXVj cap. von wunderlichen sehungen oder fürkormmgen herrn Bertrames, münches von Karixto, von unnser lieben frawen. [ »] Das XXXVIj cap. Item hern Walthers von Birbech leben auff erdrich. Das XXXVIIj. Item von unnserm appt, dem unnser liebe fraw 10 eines abpis stab raicht, vor dann er abt ward. Das XXXVIIII. Item von pischoff Theodoro, der durch unnser liebe frawen zw Kollen bischoff ward, und mit irem verhengen und gunst wider davon abgeseczet. Das XL cap. Item von dem schuler zw Chollen, den unnser fraw in dem 15 slaff hart strafft, das er dem graben orden übel nachredt. Das XL] cap. von der peynung Seybots und seiner gesellen, die wider unnser frauen an irer kirchen und kirbey rawblich fräfelten. Das XLIj cap. von der peynung einer frauen von Veldenzen, die von unser frauen pild torlich geredt und gespott hette. 20 Das XLIIj cap. von einer andern frawen, der ir tochter von einem wolft gezucket durch dasselb unnser lieben frauen pild widerpracht. Das XLIIII cap. von unnser lieben frauen pild zw Yesse. Das XLV cap. von dem münch des chlosters Yesse, der ein arczt was, und ym unnser fraw des ersten mals in dem chor yr erczney versagt 25 und nach pessenmg seines lebens im ir erczney raicht. Das XLVj cap. von der chloster frauen, der unnser fraw ir zebrochen chnyescheyben in dem slaff salbet und wider hayl macht. Das XLVIj cap. von einem clausner, der durch den englischen grüs ave Maria ein wundersüeszikaitt empheng zw seinem pette. 30 Das XLVIII ca. von einem münch, den unnser fraw vor seinem end irn küsz pott. Das IL cap. von brüder Herman, einem pärting, für [5 r ] den unser liebe fraw tagzeitt sang und im die zeitt seines endes vorhin sagte. Das LIj cap. von einem pärting, der unser frawn vor seinem ende 35 sach. 10. AbpisJ ganz deutliches i statt eines t; das b ist darüber geschrieben. 18. Hier ist Cap. XLIII des lat. Textes übersprungen: dies wird als LX nachgetragen {vgl. unten S. 7). Im Text erscheint es an richtiger Stelle. Die Zählung des Inhaltsverzeichnisses ist also von hier an um 2 Cap. hinter der lat. zurück, bis durch Überspringen von L und LI die Übereinstimmung wieder hergestellt ist. 32. IL korrigiert aus XL. 34. Zu dem Springen der Zählung von IL auf LH vgl. oben. Capitula von Teil I. I, 1. 7 Das LIIj cap. von einer chlosterfrawn, der unser fraw erschain on irm end. Das LIIIj cap. von prüder Wernher pärting, dem unser fraw auch an seinem ennde erschain und von im die posen geist verjagt. Das LV cap. von einem Chorherren zw Choln, dem sy auch erschain 5 zw ende. Das LVI von Symon, der das kreücz an sich genomen hett, den unser fraw an seinem ende trost gab. Das LVIj ca. von dem enthaubten ritter, der durch unnser frawen vor der hell behütt und geledigt ward. ■ 10 Das LVIIj cap. von dem Schacher, den unser fraw nach seinem enthaup- pen in ein kirchen begraben hyesz. Das LVIIIj cap. von einem münch, der die münch grobes ordens under unnser frawen mantel ze hymel verdecket sach. Das LX cap. von eines spiler peynung, der unser liebe frawn in seinem 15 spil gelestert hette. Incipit septima distinctio de beata virgine Maria. Hye hebt sich an die sybent underschaydung des püchs von wunnderzaichen unnser lieben frauen. Primum capilulum. 20 Johannes in Appokalippsi vidit mulierem ammictam sole etc. Sand Johanns ewangelista hat gesehen in dem geist ein frawen bechlaidet mit der sunne schein und under iren füeszen den mon steen und ein koron mit zwelff steern auf irem haubtte, als er das beschreibt in seinem puch der taugen, genannt Apokalipsis. Dieselbe frawe ist die rain junckfraw Maria, die vil scheinper 25 ist an der chlarhait der lieb dann die ciliar sunn ist, und sy ist auch über [5 V ] des mon schein, das ist über alle weit, scheyniger mit versmehung aller weltlicher ere und lustperkait. Auch ist sy mit allen tugenden und chlarhait der Sterne als niit einem gezwaiten dyadem bekrönet, und das noch über das alles das wirdigist ist, mit götlicher gepurd gefrüchtigt. Dieselben reinen magt bezaichent mit 30 ebenpilden die hernach geschriben namen mons, castellum etc. Sy ist ein perck, sy ist ein castel, ein sal, ein tempel, ein statt, ein palme, ein zederpawm, ein weinstock, ein rosze und ein unzellicher adel der namen. Mich 3. Kap. LIV ist unten im Texte als LV gezählt. 4. ennde] über dem zweiten e Rasur. 15. Dieses LX. Kapitel steht im lat. Texte und auch unten als X LH (vgl. oben S. 6). 16. gelöster. 20. fehlt. 25. scheinper flexionsloser Komparativ (= lat.: lucidior). 27. ver (v) am Zeilenende. 28. als fehlt; lat: tanquam dyademate gemmato. 31. namen] korrigiert aus nane. 32. Sy] S korrigiert aus E. 8 I, 1. wundert in der selben irer bezaichnung des grünenden und frwchtigen zweyes Aaron und des gnmenden pusch Moysi, der in den flammen des fewrs nicht ver- pran, und Gedeonis scheper erfeüchtet und den helffenpainen tron Salomonis, den bezaichenten prunn, den beslossen garten und noch vil mer annder wirdiger 5 bezaichnung, die ich von kürcz wegen hye underwegen lasz. Wann zw gleicher weyse als in allen creaturen und geschepphen unnser frawen der goczgepererin nichts wirdiger noch heyliger noch höher ist, also auch über ir sunne chlares angesichtt oder ansehung ist chain sehung chaines heyligen wirdiger, fröleicher noch hoher zesehen. Der selben hochgelobten hymelkünigin Marie piten, das 10 sy für uns tut, benympt unnser sünde. Ir heyliger name verjagt alle traurikait der anfeehtung des posen geistes, ir lebsen übertreffent den honigsam in süssikait. Sy ist ze nennen süsz und gesmachet über nüsz, über muscaten, weisser dann der snee, über die rosen schymerig, über den mone scheynig von dem Hecht der waren sunne Jhesu Christi ires sün. 15 Novicius: Beati vere et ter beati etc. Werlich, sy sind sälig und dreymal sälig, die derselben hochgelobten junckfrauen Mareiu sehung und erschey-[6'] nung wirdig werdent, erfrewet \md mit irer red ergeczt, mit irm gepett getröstet und mit irem segen bestätt. Monachus: Hoc plenius nosces per exempla. Dasselbe wirst HO du noch volliklich erkennen durch ebCnpild hernach geschriben. Du hast yeczund eins tails wol gehört und vernomen dy figuren und peyspild. Wilt du nü wissen wie getan und wie gros guttat die werlt von ir und durch sy bey Gott herren irm sün enpfangen hab ? Novicius: Nichil plus sicio etc. Nicht nach mer durst mich dann Zö dasselb zehören. Monachus: Ipsa est orbis conservatrix. Sy ist der weit auff- halterin und behalterin, der betrübten menschen in notten ein trosterin und aller irer diener und dienerin ein getrewe beschirmerin. Dy sunder werdentt durch sy erleuchtet von irer sünden vinster, die verzagten in sünden werdent durch 30 sy zw der peicht pewegt und mit rew und püesz zw Gott wider pracht, die abtrünnigen und ausgelauffen münche werdent durch sy wunderleich zw Gots hulden gezogen, die gerechten menschen werdent durch sy mit gotlichen sehungen und Offenbarungen getröstet. Ir süszer nam Maria genennet und ir gedächtnüsz haylet grosz seuchten 35 und siechtumb, ir werder nam auch, in ganczen glitten getrawen angerüfft, loset die pannt und eysenhartt der gefangen menschen, ir nam genennet vertreibet 1. fürchtigen. 3. lat.: velkis madidum Gedeonis, thronum ebumcnm ac deauratum Salomonis. er am Zeilencnde. 15. Welich. 20. durch fehlt. 21. lat.: figuras et aenigmata. I, 1-1, 2. 9 die forcht und anfechtung der pöscn geiste. Die ungewiter und unstümkait des meres und anndern grossen, wilden wasser vertreibt und stillet ir nom angerüffet. Durch sy werdent die chlainmütigen und kranckmütigen menschen gestercket, die schläfferigen in sünden werden durch sy erwecket, die ausgeworffen sünder werdent durch sy parmhercziklich zw Got wider gerüffet. Die sy lieb liabent, hat 5 auch sy lieb, dieselben [6") sy auch mit lieb haben fürkumpt und eret, die aber sy versrnechent, die püsset und diemuttigt sy. Bey ir sind krefftig erczney der sunden und manigerlay sei Salbung von sünden und gesunthait des leibs. Ir nomen ist süß über das hönick. ir erbschafft ist über hönick und hönicksam. Den sterbenden menschen ist sy beygestendig ah irm ende, der toden menschen seel sy füret 10 zw dem ewigen leben. Novicius: Licet omnia hec credam etc. Wie wol ich das vor ge- schriben alles von der künigin der hymell Maria wol gelaub, noch denne wolt und beger ich mir dieselben ir genad, hilff und guttat zw erkennen geben mit geschichten, wunderzaichen und ebenpilden. 15 Monachus: Was ich davon han gehortt von geistlichen frummen mannen und frawen, das wil ich dir mit irer hilffe offenbarn mit ebenpilden, zaichen und exempeln. Secundum capitulum. Ante hos annos etc. Vor dysen vergangen jaren, darinne groß wintt 20 und wynntgestösz gewesen sind und donerslege und ungewiter, davon ich meidung getan hab voran in der vierden underschaydung des ayn und zwainczigisten capitel, do eines tags in einer kirchen unnsers lanndes das volck und die pfarr- lewt gemainkleich bey dem gocz dienst messe horten und ir gepet doselben vollbrachten, die weil der priester ob dem alter [. . .], dasselbe ward doselbs allen 25 gegenwärtigen lewten zw angesicht als ser swicczen, das dy frawen dabey mit irn slairlein dem selben pild die swaistropphen abzügen und abwischten. An der selben weil und an verhengknüsz und willen Gots was auch doselbs ein mensch mit dem bösen geist besessen, der selb ward von dem volck gefräget, was ursach das wär ; ^ as dasselbe unnser heben frawen pild also swiczet. Er antwurt und 30 sprach: 'Wes stet ir bundernt hye bey [7 r ] dem bild der junckfrawn ? Marie son Cristus Jhesus hett sein hant auffgehaben und ausgereckt die werlt zeslahen und zuverdilgen, und hiett dieselben sein hant nicht auffgehalten, die werlt wer vergangen. Dasselb ist die ursach, darumb das pild also swiczet.' Ab denselben wortten erschrickten alle, die do gegenwärtig desselben behafften menschen wort 35 also hörten. Das ist mir also gesagt worden von einem geistlichen abtte unnsers °rdens, wie das es also newlich geschehen sey. 1Ö. vor han ein ausgestrichenes, zwischen h und g schwankendes Zeichen. 25. alter] Lücke in der Übersetzung; lat,: ot divina sacerdos celebraret, imago ^ei Genitricis tarn vehementer sudare eoepit, . . . 33. dieselben; lat.: ipsa. 10 I, 3. Tercium capitulum. Parvo hoc emenso tempore: Nach diser kurcz vergangen zeitt des jares der gnaden do man zalt von Christi gepurt tausent zwayhundert und ach- zehen jar, do ubergieng das wasser des meres seine auff gesaczte zil von Gott und 5 kom mit solicher ungestümkait und uberlauffung in das land zw Friesen und in vil gegcnt und lanndc dobey gelegen und ertrenckt vil stete, märckt und dorffer, in achtung mer dann hundert tausent menschen, die doselbs vergengen, und was der uberflus desselben merwassers als hoch das es über die hoch der turn gienge, und ein lünde die andern traib und wütend seinen ungestomen lauff nam des 10 geleich als ein ander syntflucht komen sold, die werlde als vormals zu vertiligen, und als unnserm appt zw der selben zeitt do er in Fryesenland unnsers ordens closter haymsucht und visitirt, gesagt ward das die selbe meresgüssung und aus- lauffung bis gen Kolen zw der statt vil nach komen war, hett der allmächtig Gott, der das mit seiner macht erhebt hett, durch pittung seiner lieben mütter 15 nicht gestillet. Novicius: Nosti causam tante plage ? Waist du die ursach solicher grosz gocz plag gen den Fryesen ? Monachus: Novi. Ja, ich han das wol vernomen. Es was [7"] ein man in Fryesen lannd in der kunst schirmens mit dem swert, als offt und welches tags er 20 von der tafern des abents wider in trunckhenhait in sein haws kom, so dick und offt er sein hausfrauen mit Übelhandlung und mit siegen ser betrübt und bekümert. Darumb die selbe bekümert frawe zu einer zeitt von forchte wegen desselben ires truncken mannes sich, als ob sy kranck wäer, macht und stellet und das ir dasselbe gleichsenn der kranchait icht vermerekt würd, des vordert sy und begert 25 ir unnsers herren wirdigen leichnam zepringen. Und als ir der priester dieselben heylikait gots leichnam zu pracht und der priester domit zu dem haws kom, do begegent im der vorgenannt truncken schirmer oder fechter also trunckner mit einem koppf vol pyers enkegen gangen und erpot im den kopph mit pyer zetrincken. Und so ym der selb erberig priester darüber antwurt und sprach: 30 'Ich trag den heyligen goczleichnam und mag auch nicht zymlich diezeit mit dir trincken'. Der fryeß der ward darumb zornig und slüg dem priester die khebse ), darinn goczleichnam lag, mit sampt dem kopph piers aus der hant, das die stuckhe der wirdigen heylikait alle aus der kebsen auff plosz erde vielen zestrewet. Doselbs wurden die selbigen heyligen stuckh des wirdigen sacramencz von den 35 erbergen frawen die dem nach folgten, gesehen auff der erde zestrewet so scheynig als die hechten hymel stern. Die hüb derselb priester wirdikleich und mit klag und seüfften wider auff von der erden in die kebsen und geng domit von dannen. 6. vn. 10. geschrieben steht ater, ist es das lateinisclte Wort ( = schaurig)? 16. tanto. 19. lat.: Frino quidam arte pugil . . . exstitit. I, 3. 11 Und darnach in kürcz ward derselb fryes gots lesterer von dem techantt desselben pystumbs fürgeladen und fürgefordert und auch in den pan verchündet. Doch nam im des derselb pös man chain acht noch forcht. [8 r ] Er ward aber darnach mit geistlicher strengikait darzw geprauchet das er mit samppt dem erbern vor- genanten priester umb sölicher frävel und lestrung willen, die er in die heylikait 5 gots leichnam begangen und gefrävelt hett, mit dem zaichen des chraücz ver- merckett gen Rom für den pabst in püß weis geschicket. Derselb heylig pabst Honorius saczt im darüber zepüesz nach seiner peicht ein merfart, und das er enhalb meres in Kristi dienst drew jar wider die ungclaubigen hayden streitten scholde. Und also hüb er sich gehorsamleich mit sampt dem vorgenanten priester, 10 seinem geferten, auff den weg und schifften miteinander über mer und komen für ein belegte statt, genant Dannyata. Vor derselben statt sy payd vergiengen mit tode. Desselben jares do unnser herre Gott das vorgenant Fryesenland er- schrockenleich und swärleich hett geslagen mit uberlauffung der wasser, als voran ist berürtt, und dem volck doselb gemeinleich die ursach sölicher gocz 15 phlage unkunt und verholen was, do was ein geistlich, erberg fraw doselbs in Fryesenlannde, die sich darumb gar swärlich bekümert, und die was anligend mit irm fleissigen gepett zw Gott mit vasten, petten, wachen und allmusen geben, auch anrüffen die mütter der parmherezikait Mariam und die zepitten mit wainen, das sy ir zuerkennen geben und offenbaren wolt die ursach der vor- 20 genanten phlage. Die selbe hymelkünigin Maria Gottes mütter erhört das gepett und anrüffen, das die vorgenant frawe, die apbt Withwolds müme was, und der auch die zeitt sandBernhardcz appt was, mit vergiessung irer zäher und fleissigem gepett zw ir getan hett, und auch des volcks gemainkleich doselbs groß bekümer- nüsse und anligent nott, und erschain ir und sprach: [8"} 'Um die grossen frävel 25 und lesterung, die dem aller heyligisten leichnam meins lieben sün Jhesu Christi geschehen ist, hat er sölicher phlag über Friesen lannd verhenget, das die menschen mit uberlauffung der wasser, als vor gemeldet ist, vergangen und ertruneken sind, und wirt auch dasselbe Fryesenlannd hin für noch mer und swärlichcr darumb gepüsset und gepeynigt, ist das sy umb solich groß sund und verschulden nicht o im, das er das zesamen nat, und wenn du im das sagest, so gelaubt er dir zehant.' Des morgens darnach gieng der priester on all irrung für den pischoff und sagt im das warzaichen von der gots mütter und von dem herrein hemde cilicio etc. Do das der heylig pischoff vernam, der antwurt im mit schricken und sprach forchtiger zw im: 'Nym wider dein priesterlich amppt, und du solt fürbas [10 r ] ü5 chain annder messe denn von unser lieben frawen lesen und pitt auch für mich.' Novicius: Satis miror etc. Mich wundert genüg ab der güttikait unnser lieben frauen, das sy einen sölichen torachtew und chlain gelerten priester also wider den heyligen pischoff behieltt bey seinem amppt, des er pilleich beraubt was, und sy in des würdigen ampts wirdig sagt zw behalten. 30 Monachus: Hoc factum est ex ineffabili etc. Das ist geschechen aus irer unauszprechleicher parmherezikait, als du in dem nachfolgendem capitel noch mer davon wundrig wirst. 2. dir] wir. 3. 4 tu caplrh ist hinter dem den Text der )'olgenden Zeile beschließenden etc. nachgetragen. 19. hemd] hend. 25. fürbas] Der letzte Buchstabe scheint ursprünglich e gewesen zu sein, woran steh noch eine Abbreviatur ü schließt. 28. Corachtey; lat.: quod idiotam depositione dignum. — chlain am Zeilenschluß. 29. Vor wider ist von der gestrichen. er] es. 30. Vor wirdig ist wider gestrichen. 14 1, 5. Capitulum quintum. Canemicus quidam sancti Gereonis etc. in Colcm*a. Es was zw den zeitten in Kollen zw sand Gereon ein chorherr genant Hardereich, ein edel man geporn von Merenberckh, und was ein pastor oder pfarrer einer kirchen 5 gelegen auff dem wasser Logan, der was gar verwegen und milt und vertet mer dann sein järleich gült gehaben mochten. Er wont es sold sein vicary vil beraits gelts haben, des gedacht er, wie das er ettwe vil gelts von im mit gewalt und unrecht pringen mocht. Und er erkant in wol, das er ein chlaingelerter priester was, des nam er zw im den techant zw Lympurckh und kom dohyn zw seinem 10 vicary an dem achten tag der heyligen drey künig und gieng in die kirchen mit dem selben techant, als ob er messe hören wolt. So sy der vicary in der kirchen steen sach, do erschrickt er etwas ab irer zwkunfft, wann ym das amppt desselben tags etwas fromd und unchund was, und hüb ein ander amppt an ze- singen von unnser lieben frawen: 'Vultum tuum' etc. Des beschemt im sein 15 vorgenanter herr und pastor herr Harderach chorherr und der hüb wider in und wider seinen angehebten sang das amppt von dem tag an zesingen: 'In excelso throno' etc. Und do im der vicari [10 v ] desselben seines singens widerwärtig was und für sich seinen angehebten gesanck vol- bracht, also das im sein pastor der chorherr müst mit schannden seins 20 singen entweichen. Do die messe volbracht was, do strafft in der selb sein pastor hartt und genüg und sprach zw im: 'Herr, was mesz habtt ir hewtt gehalden?' Er antwurt: 'Ich hab von unser lieben frawen mess gesungen, ist die nicht gütt gewesen, so sagt warumb V Sein vorgenanter kircherr Harderadus sprach: 'Hütt eucli davor das ir fürbas icht mer messe in meiner 25 kirchen singet oder leset.' Und domit schied er von dannen und enphalch die selben sein pfarr einem andern priester. Do nü derselbe abgetriben priester also chain stät wesen hett, do viel er in grosse armüt, des ward im mitleidig dy mutter der parmherczikait Maria. Dy erschain dem vorgenanten Hardcrado nach der metten in sand Gereonis kirche allainc und sprach im hertikleich zu 3o mit solichen wortten: 'Warumbe hastu meinen capplan mit deiner geitikait von dem bestand deiner kirchen vertriben ? Und secczest du den selben meinen capplan nicht snellikleich wider in seinen bestand, so wirst du von mir der sprach der zungen beraubet und zu einem stummen werden.' Doselbs zehantt vyel er auff sein knye nyder vor unnser lieben frawen und pat genad und verhyesz 35 ir genügtueung dem vorgenanten irem capplan. Des morgens frü schickt ze- 2. Cananicus. Coloma. 5. lat.: Logonam, I.oganam, Lahn. verweben. ü. gült steht zweimal; das zweite Mal wieder gestrichen. 7. ettweuil. 9. jm im den. 18. singeno. 35. vorgen. /, 5-1, 6. 15 hant seinen poten nach dem abgestossen, armen priester und saczt in wider auff sein pfarr und gepot im das von unnser lieben frawen, welches tags er wold, messe lesen solde und das er sy für in päte. Novicius: Bonum est tali domine servire etc. Es ist gütt ze dienen einer solichen groszmächtigen frawen, die also iren dienern zw hülfe kumppt. 5 Monachus: Non solum eos a quibus etc. Sy straffet und er- monet nicht allain die von den ir diener bekümert und gelaidigt werdent, sy be[il']schirmt auch gewaltikleich derselben irer diener güetter und hab. Capitulum sextum. Tempore illo quo Paldewinus comes Flandrie etc. Zw den 10 zeitten da derPaldwein ein grave zw Flandern mit den bezaichenten des chreücz dy statt zw Constantinopel mit stürm den hayden angewunnen hett, do gepott der pabst Innocencius unserm orden mit seinem bullen und brieven, das wir im von aller unnser varenden hab den vierden tail geben solden zw hilif der rays an dy haiden geen Jerusalem. Des seczt sich unnser orden und hielt sich 15 der gnaden und freyhait, die uns desselben pabstes vorvardern verlyhen und geben hetten, und wolden des nicht do wider verhengen, das sy solche vorver- lyhen und gegeben freyhait den selben unnseren orden mit so swerem anslag solcher stewr und ausznöttung fürbas nicht dienstpär wurden machen. Darumb derselbe pabst Innocencius wider unnsern orden swerlich in tmgnad bewegt HO ward, also das er werltleichen gewalten erlaubt wolt haben das sy die gütter und besiczung unnsers ordens an sich ziechen und nemen solten von seiner erlaub- nüsz wegen, des doch von gnaden Gottes nicht beschach. Wann so zehannt m dem nesten unnserm gemaynen capitel darnach, do unnser vätter die äppt unsers ordens zesammen komen, von der und ander unseres ordens notturfft 25 wegen, do saczten sy ir hoffnung darinne in den scherm und hilffe gots mütter Marie, der haubt frawen desselben unnsers Orden und vorsprecherinn, und hofften das ein sölich urtail über unsern orden, von dem vorgenanten pabst geschopphet, mit understand und hilff der selben unser heben frauen und vor- s precherin wol abgericht würde mit widerrüffen. Darumbe zw der selben zeit 30 bis auff das ander capitell umb söliche anligend not besunder gepot aufgesaczt Wurden, und das auch darzu in allem unnserm orden [ll v ] von anegeng des aschen- mittich in der vassten unnser convent parfüs aus dem capitel geen und die s yben püesz psalm mit der letaney zu ende singen und lesen solden, das wir a uch also hielten und volbrachten. 35 In der selben zeitt erschain die sälig junckfraw Gots gepererinn Maria ei % geistleichen mann genant Rynerus, der desselben pabst Innocency peichtiger Wa s, und unnser liebe fraw empot bey im dem vorgenanten pabst also zesagen 18. Nach freyhait fehlt eluas. 26. schern. 29 f. versprecherin. 30. zw fehlt. 37. ein. 16 /, 6-2, 7. von irn wegen: 'Du pabst trachtest wie du den graben orden von Cistercy vernichten und zestoren wellest, desselben orden ich ein vogtynn und beschirmerin bin. Aber du wirst darinn nichcz schaffen, und ist das du von sölichem deinem posen fürsacz nicht widerlauffest snellikleich, ich wird dich und allen deinen 5 gwalt darumb zetreiben.' Do dieselbe potschafft dem pabst Innocencio von unser lieben frauen wegen durch den benanten Rynerum verchündet was und er wol wesst das derselb Rynerus ein frummer, warhaffter und heyliger mensch was, do erschrackt er ser und forcht im also hartt von dem vorgenomen Übeln und süntleichem ding, das er darüber püesz enpfieng und solche urtail abschüff. 10 und bestätt auch darzu alle unsers ordens vorgegeben freyhait und dulde und legt auch darzw von besundern gnaden das fürbas und ewikleich alle die sach desselben unnsers graben ordens, die in dem romischen pabstlichen hoff gehandelt wurden, das die selben unser sache vor allen anndern Sachen in dem selben romischen hoff sohlen ansgcricht und gefertigt werden. Die selben grossen 15 gnad bestätt er unnserm orden mit seiner anhangenden wulle mit under Schreibungen aller seiner brüder der cardinal, ausgenomen eins cardinals stymme. Do derselb das widersprach, do ward er mit sölichem zorn über in erzündt, das er im troen tet er wolt in von seiner wirdikait absecczen. Do nü [12 r ] darnach in dem nesten unserm gemaynen capitel unnseren 20 vättern die gnad und Verwandlung des pösen willen des pabst geoffenwart was, do lobten und danckten sy mit uns allen andern brüdern des ordens dem herren Christ und seiner lieben mütter unser vogtynn Marie und Hessen do von dem auff gesaczten gepet, das sy darumb angefangen hetten. Novicius: Non miror si tarn potens regina etc. Mich nympt 25 des nichtwunder,obeinso mächtige künigin ir vogtey so gewaltikleich beschirmet. Monachus: Verum dicis. Du sagst war, wann wie wol sy ein mütter der parmherczikait ist, yedoch vergisset sy nichtt irer räch über die unparm- herczigen menschen. Septimum capitulum. 30 Cum nobilis femina domina Alheydis etc. Do die edel frawe Alheyt von Malsperckh mit ires eelichen mannes gunst und willen etlich yr hoffe und gütter durch den einflüs gütlicher Offenbarung zu einer newen styftung einer abptey unsers ordens anzefahen und zepawen in die hende unseres herren appt Hainreichs ledikleich und ungenött on alles widersprechen gegeben hett, 35 und vor desselben appt Heinreichs tod das chloster genant unnser frawen statt 1. trahtest. den zweimal; das zweite Mal wieder gestrichen. 2. vogtym. 3. vom. 20. der. 22. vogtym. dem ist darüber geschrieben. 20. septim ca m ist am Ende der folgenden Zeile nach etc. nachgetragen. I, 7. von newen dingen gepawt was. do wurden nach desselben appts Hainreichs tod etlich edel lewtt, der obgenanten Alheyden frewnd und magen, nach irn tod wider Gott und recht, den selben newen stifft des chlosters unnser frauen stat mitt anschlag auff die gütter darzugeben, mit drö und mit rawb und in vil anndren ungemachen angreiffen und beswärn. Des ward warnemen die 5 heylig gotsgepererinn Maria desselben newen chlosters Marienstat ein haubtfraw und vogtynn, als das vil lewtten wissenleich gesagt ward, die fügt das in so- ücher weise das Hainreich von Molsberck, der vorderst furer und beswärer des vorgenanten chlosters, besessen ward, des er verderbkleich groß schaden emphieng [12 v ] und aus seiner aygen vessten gestossen ward, das het er an dem vorgenant 10 closter verschuldet. Septimum capitulum. De Höhenwerch vir nobilis etc. Ein edel man von Höhenwerg, nicht verr von dem selben closter gesessen, von dem dasselbe unnsers ordens haws und chloster manigvaltikleich beschedigt und beswert was, der ward 15 von seinem aygen chnecht pärmkchleich ermordet. Darnach erhüb sich ein ander edel man und eylt vast zuberauben dasselbe chloster, der selbe prach mitten enzway auff dem weg und verschied jämerkleichen. Do doch ein ander edel man, auch einer aus den selben mit erben, solche gots räche und seiner lieben mütter Marie vernam, do kom er von vorchte wegen solcher räch in aygner 20 person an dy stat des klosters und sprach: '0 heylige mein fraw Maria, was dein und deines chlosters ist, das hab dir, ich wil dir meinen tail des erbes gencz- leich und lediklich zwsägen und nymmermer darnach stellen.' Darnach ein ander edel man, Wilhelm von Helfenstain ein ritter ward von seiner hawsfrawn hart angetriben von der selben gütter wegen des benanten chlosters, darzu sy 25 maynt erb zesein und darnach zesprechen. und underwanten sich mit gewalt des pesten closterhoffs, den sy hetten, und pracht dy prüder desselben convents W grosz chost und schaden. In der zeitt ward ein geistlicher priester, desselben ritters peichtiger, in dem geist eines nachts in das vorgenant chloster Marienstat enzuckhet, der 3a sach do selbs, wie das einer aus den priestern des chlosters doselbs sich zw einer messe schicket und wolt die volbracht haben, der ward des geirret und gehindert v on dem vorgenanten Wilhalm von Helffenstain. Des was doselbs so zehant 1 — 5 - Nicht ganz übersichtliche, Konstruktion; lat.: viri quidam nobiles ex eius querf ^ P °' St eius mortem contra iusiurandum venientes, eandem novellam plantationem onus, minis, rapinis multisque alüs. incommodis molestare coeperunt. 10. borgen. Text Jta Die H8 ' bringi Hier n ° Ch einmal die Überschrift Septimum capitulum- * lat ' 9, , das Fol 9 en de ebenfalls zum vorigen Kapitel. HöJienwerch; lat.: Zegenbere *<. clostershoffs; das 2. s ist wieder gestrichen. •Deuttoh. Text, des Mitt.laltora. XXX. 18 I, 7. erschinen ein chloster swarczer man, der slüg den selben ritter mit einem grossen chnwtel zetod an der selben statt, das sach er in dem gcist. Und do er dasselbe fürkomen [13 r ] und geistlich gesichtt dem vorgenanten ritter also fürlegt und sprach zw im: 'Herre. ir werdet in kürcz sterben, es sey dann das ir ablasset 5 und hant abtut unser closter fürbas nicht mer zw beswären,' do gab er im die antwurt er müsst das von seiner hawsfrawn wegen, die ein erb darzu war, für sich treiben, wann sein hausfrau wer ym tägleich und swärlich darinn anhäbig, und also wolt er nicht des priesters rat und warnung volgen. Des ward er darumb von closter mit päbstlichen brieven fürgeladen, davon das er dasselbe gut mit 10 gewalt und an recht an sich gezogen hett und unrechtleich besäsz. Und die richtter und vorsprechen derselben sache hetten das recht und urteil lang verzogen und beschiden payden taylen zwen benannt tag, einen tag auff ein freunt- lich bericht, den andren tag auff das recht zw volfüeren in krieg. Do dieselben zwen widertail mit gütleichkait nicht bericht mochten 15 werden und dannoch drey tag zw dem andren tag warn, den krieg wider zu vol- füren, das was Johanns von Horcheim, ein cönters auff dem Altenperg, dem kom für des nachtes in treümen, wie das er in dem obgenanten closter Marien- stat war und hört die junckfrawn Marein mit loutten, vernamleichen worten also sprechen: 'Ich müs von der stat schaiden.' Der convers Johanns sprach 20 zw ir: 'Fraw, wohin wirst du komen V Sy sprach: 'Zw meinem lieben sün Christo, dem wil ich klagen über Wilhalnien von Helffenstain, der mich an der stat nicht mit rw wil lassen.' Des nächsten morgens darnach offenbart er dasselbe fürkomen und sagt es des vorgenanten Wilhelms von Helffenstain keiner und sprach also zw im: 'Ir schültt für war wissen das ewr herr schier sterben wirtt 25 von des closters wegen zw Marien statt.' Des antwurt im derselb keiner und sprach zw im hönischen: 'Habt chain sorg darauff, wir [13 v ] wolten aber doch gern domit unbekümert sein.' Des ward darnach in kurczer zeitt dem selben chelner umb seine vorgenante spot wort ein pain von seinen feinten ab gehawen, domit was im dasselbe spotten bezaltt. Auch desselben tags do sein vorgenanter 30 herre Wilhalm vor dem wald mit einem sparber payszens began, do begegenten im zwen des gräfen von Sein diener, dy fürten einen gefangen, der desselben Wilhalm undertan was, den hett er gern aus iren henden genomen; in dem spann ward er mit einer glafen durchstochen und starb an der selben stat in seinen sünden. 35 An der selben stund und zeitt geschach das ein frawe mit dem posen geist behafft in einem dorff etwas verr von der vesste Helffenstain groszleich 1. lat.: vir quidam nigerrimus. Lies im chloster ein swarczer man ? Burdach. 12. freuntlich] fr anscheinend aus v korrigiert. 16. cöners. 18. levtten; lat. clara voce. 26. sarg. 28. Vor chelner steht edeln gestrichen. 30. begegentem. 31. lat.: comitis Leynensis. lat.: lancea transfossus. /, 7. 19 frolockchen und toben ward, das sy chawni von zwelff mannen gehabt und geladen wart. Sy ward gefragt warumb sy also frolockt, sy sprach: 'Yeczunt an der stund hat mein maister drey seel gewunnen, und wisset das Wilhälm von Helffenstain ist ertött und erstochen.' Novicius: Que fuerunt ille tres anime etc. Wer sind die selben 5 drey seel gewesen ? Monachus: Occisi et occidencium, sicut conicio etc. Als ich main es sein gewesen zwo seel, der dye in erstochen haben, und die dritt des erstochen Wilhalm sele, darumb das er desselben Wilhelm seel iczunt berait in seiner hoffnung hett zegewinnen von des tods slags wegen, ob sy den nicht 10 püszten und pesserten. Nicht lang darnach ward derselb pos geist zu Briseker von des vorgenanten Wilhelms seel und von irem wesen gefraget, der antwurt durch der frawen münt also: 'Mein maister hat sein seel, und von des raubs und beschedi- gung wegen die er dem vorgenanten closter zu Marienstat getan, hatt in mein 15 maister Lucifer in wallenden swebel und pech gesencket und in do mit gefüllet.' Darnach ward desselben Wilhalms hawsfraw, dy in zw sölichem übel geheczt het, von [14 r ] irm steuffvater mit allen iren chinden aus derselben veste Helfpenstein gestossen und vertriben. Die selb vesste was ungewinleich, des komen die veintt pey nacht darein gestigen und gewunnen die selben und stiessen das 20 vorgenant p6s weib daraus, domit der pos gewalt und unrecht, die ir man Wilhalm durch ir anpringen dem vorgenanten unser lieben frawen chloster angelegt hett, also gerochen ward von unser lieben frawen. Von der selben zeitt bis auff den heutigen tag besicczet dasselbe chloster den hoffe, der in also enpfromdet was von den benanten Wilhelm und seiner hausfrau, und nü mit hilff und gnaden 25 unnser heben frauen glückleich wider pracht ist. Novicius: Satis michi probatum est. Nw ist mir yeczunt genüg gebärt das die mütter Gots Maria aller diser weit ein auffhalterinn, aller betrübten ein trösterin und aller der menschen, dy ir getreuleich dienent, ein ge- trewe beschirmerinn. Das auch die sunder durch dy erleücht werdent, das der 30 pesst Ion ist nach meinem duncken, pitt ich dich das du mir davon ettlich eben- pild sagest. Monachus: Cum homo homini etc. Sein das ist das ein mensch dem anndern menschen offt genad und huld gen Got erwerben mag, noch vil Hter vermag das die mütter Gots zw erberben. 35 2. Vor also steht gestrichen frölöckt. 8ff. Unklare Konstruktion, wohl Lücke nach berait; lat.: Occisi et occidontium, sicut coniicio, eo quod animam mortui habuerit in re, [alias duas] in spe (sc. diabolus). 9. es. 20. Vor stiessen ist stissen gestrichen. 22. anpringen] oder andringen? lat.: —. 33. das zweite das ist übergeschrieben. 20 I, S. Octavum capitulum. Canonicus quidam etc. Es was in sand Gumprecht kirchen zu Kollen ein korherr genannt Hainricus in seinem leben werltleich genüg, do der selb eines tags allain über feilt raitt, do flog für yn über den weg, den er raitt, ein 5 liechtes, klares wölcklein, daraus er hört und vernam ein stymm gar klärleich. die also sprach etc.: 'Fiat voluntas tua sicut in celo et in terra' etc. 'Dein will schol geschehen als in dem hymel auch in der erde.' Es was auch die selbe stymnie also süss zehören, das er hernach, als offt er daran gedacht, mit zähern seiner äugen begossen ward. Do er darnach solicher hymlischer [14 v ] 10 stymm nicht acht hett oder villeicht nicht verstund, do ward im eines nachtes in dem geist ein solich fürkomen, wie in deucht, das er in der cappellen seines hawss vor unser heben frawen pild vor dem allter stund und wie sy mit dem englischen grüs gewonlich grüszt, das doselbs unser liebe fraw zw im sprach: 'Warzu grüszt du mich % Du pist ein verlorn und verdampter mensch, und es 15 sey dann das du dein leben pesserst, süst ob du des nicht tust, so wirstu snellik- leich verderben, wann ich und sand Benedictus haben Got für dich gepeten.' Da er also zum andern mal ermond ward und von süszikait der wollust diser weit davon gezogen ward, das er des nicht acht hett, do ward er darnach in der sechsten Wochen also swärlich mit grosser kranchait gestraffet, das er in das 20 heylig 61 gesegent ward, das chain hoffen seines lebens was. Doch verleczt ward in sein gewissen berüren und ermonen der süssen stymme auff dem weg und der straff und warnung, dy im unser liebe fraw getan hett, und ward das innikleich mit rew seins herczen betrachten und offenwart das selbe alles ett- leichen unnsers ordens brüdern, die er zu im vordert und mit in daraus zerat 25 ward, das er darnach zw den nesten heyligen ostern den heyligen unnseren graben orden an sich nam und münch ward und rwmt sich darnach offt und dick der genaden und erleichtung. dy im unser liebe fraw domit parmherczik- leich erzaigt hett. Novicius: Cuius f uit illa vox etc. Wes ist die stymme aus der wolcken 80 gewesen und was ist der selben stymm syn und maynunge % Monachus: Quantum ex iam dictis colligitur. Als vil man ans den vorgesprochen wortten gesammen und versten mag, so ist die selbe süsz stymme aus der wolcken unnser lieben frauen und sand Benedictus, die an der selben zeitt Got für in gepeten habent, wann ir pett was darauff, als Gots 35 will ist in dem hymel, das ist in einem gerechten menschen |7<5>], das auch also sein will, der allzeit gut ist, geschäche in den selben jungen diezeit sunder. 29. vox] uxor. Vor wolcken steht gestrichen wochen. 33ff. Nicht ganz deutlich, lal.: Orabant enim Christum, ut sicut voluntas eius in coelo, id est in iusto, ita et eius voluntas, quae semper bona est, fieret in terra, hoc est in illo iuvene tunc peccatorc, 33. Benedictus (oder Benedictes?), korrigiert aus Benedicts. I, 8-2, 9. 21 Es sol auch dich nicht wundern, ob dy sünder durch unser liebe frawen also erleücht werdent wann nach irem namen, der gros ist, wann Maria der heylig nam ist mit auszlegung seiner wirdikait als vil gesprochen als ein stern des meres, das ist diser hütenden werlt der vinsterkait sy mit iren gnaden und verdienen erleuchtet mit irem gepet zw Gott. Das auch die verzagten sünder, 5 die verstopht und verhertet sind wider gnaden Gots, durch sy wei'den zw peicht und gnaden widerpracht werden, des sind an der stat ebenpikle. Nonum capitulum. In provincia Pertica etc. In dem land, das Pertica genant, ein chloster unsers ordens gelegen ist. genennet Trappa in latein, in dem selben haws oder 10 chloster. als mir appt Hainreich von Schönaw gesagt hatt, wie er von des vorgenanten chlosters Trappa appte gehört und er ym das gesagt hab, das ich hernach dir sagen wil und das newlich in dem selben chloster bey unsern zeitten geschehen ist. Es war ein münch doselbs in kranchait gevallen swarlich zw dem tod, dem selben kranchen münch wurden zwen diener zwgefügt den selben 15 zu besehen, zu gewarn. Do die selben zwen diener zw einer zeitt von im ausgangen warn und den kranchen allain ligen verHessen, do komen zwen swarcz pos geiste hinein zu im und stunden in dem wynckel, dy slügen yr hennd fro- lockend zesammen und mit chutern, als ob sy vor frewden lachten, und sprachen mit in selbs dem krancken münch zehorn solicher wort: 'Auff morgen zw der 20 dritten hör oder stund, so werden wir des münchs sei mit uns zw helle füren.' Darab so pald der kranck erschricken, zittern und erplichen ward, und besunder- leich von pewegnüsz seiner gewissen, [15 v ] wann er hett etlich swär sünde begangen, dy er von schäm wegen nicht gepeichten mocht, weder vor, die weil er ein schmier in der werlt was, noch hernach, do er in den 25 orden kom und münch in dem closter ward. Er ward vor forchten umb sich sehen, do erplickt er gegen im in einem winckel ein wunder schöne frawen, dy sprach zu den vorgenanten frolockenden posen geisten also: 'Ir schult euch nicht zu ser frewen auff des kranchen münchs sele, ich wil im ratt und hilff tun, wie er aus ewrn zennden erledigt werd.' An 30 den selben wortten verswannd alle dieselb sehung zu dem eingang der zwair diener, dy do wider zu dem selben siechen münch komen. Er ward auch soliche sehung und wort in seiner gewissen gedencken und innikleich betrachten, was die maynung soliches fürkomens wäre, und er hett doch darinn voren unser 1. Vor dich stellt gestrichen dann. 5. sünder] s ist über ein angefangenes v korrigiert. 7. sund. 14. ward. 19. chutern] lal.: cachinnantes*. 29. Vor 'Ir steht gestrichen ewr. 22 1, 9-1, 10. liebe frawen zw hilff angrüfft. Do gedacht er ym wol, wie die vor erschinen schön fraw in dem winckel die selbe mütter der parmherczikait war, und dy zwen swarczen mann, die sich auff sein seel frewten und den unnser liebe fraw absagt, sy wolt im raten von in zekomen, das die selben zwen pos geist auff sein 5 seel also warten warn. Er pat den preyal zw im zekomen, und tet dem ein gancz volle peichtt von allen seinen sünden, die er vormals verswigen und hernach begangen het, mit grosser andacht und rew, und wannd sein appt zw der zeitt nicht anhaim was, pat er den selben seinen peichtvatter, den preyal, in der peicht das er die selben sein verswigen und all ander gepeicht sünd nach seinem 10 tod dem aptt, wenn er zw haim kom, offenbarn und an seiner statt sagen scholt. Und also in der dritten her, als dieselben posen geist vorgesagt hetten, starb er, doch mit aller heylikait mit unsers herren leichnam und der heyligen Ölung von unser lieben frawen hilffe und [16 r ] gnad beruohet, in gutem trost verschyden. Das X capitel. 15 Simile beneficium consecuti sunt duo pauperes etc. Ein sämleich guttat und gnad habent zwen arm menschen zw Parys von unser lieben frawen enpfangen, als mir davon unnser münch Lampertus gesagt hatt, der zw der selben zeitt, so das geschechen ist, ein Student zw Parys was, wie das do selbs in einem spital, genant in dem paradeys, under andren kranchen und 20 syechen lewtten, dy darinn lagen, zwen arme syech warn, durch der willen und trostung unnser lieben frawe einem geistlichen diener der selben zwayer und auch der andern kranchen menschen do selbs zw einer zeit erschain in irem pethaws oder capellen doselbs, als sy auch aller sünder in ir gnade hoffende ein genädige helfferinn und erscheinerinn ist an irm ennde, und sprach zw im: 25 'Lieber, wartt das du mit fleissiger huet und guter ermonung anhäbichleich der zwayer kranchen menschen phlegest', mit nomen von ir benennet, 'wann sy in einem schedleichen und verdampleichen wesen steend, und dy teufel in hart zu secczen und sy zu allen zeitten umbgeen, wie sy in schaden bringen mochten.' Do das der selbe geistlich dj^ener einem priester desselben spitals 30 also fürlegt, der die vorgenanten zwen kranchen darinne ermonet, zw irer gewissen raynigung mit der peicht und heylikait sich zw pewarn, und er solch ermonung zum ersten und andren mal getan hett und darinn nichts geschaffen mocht, do kom er an sy mit ernst zum dritten mall und sprach: 'Ir armen torahten und dürftigen menschen, ich wais und erkemi euch in grossen sunden stinckend 35 ligen, und ir werdt schier sterben, und peicht ir nicht mit rew und, andacht ewer sünde, ir wert in die verdampnüsz der ewigen hellischen pein komen.' 11. her entrundet, aus hör (= 21, 21 hör). 12. herren fehlt. 35. und fehlt. Über ein v ist das a von andacht darübergeschrieben. I, 10— I, 11. 23 Sy erschrickten hart darab, und das wol glaubleich ist, sy sein darinn von unser lieben frawen [16 v ] gepet darzu pewegt und erleücht worden und erchlagten sich irer sünde mit rewiger peicht und enpfiengen die heyligen sacrament und verschieden mit gutter rew und gewissen nach kristenleichen syten, das den pösen geisten ein groß chlag, aber den engein groß frewd pracht in den hymeln. 5 Novicius: Valde letificant etc. Dise ebenpild erfrewent wol die sünder. Monachus: Non solum peccatoris etc. Sy erfrewent nicht allein die sünder, dy den glauben on werckh haben und werden auch nicht allein von unnser lieben frauen erleuchtet, sunder auch die, dy von dem kristenleichen 10 glauben abtrünnig sind, das noch ein vil grossers zaichen irer parmherczikait ist, wider zw Gots gnaden, hulden und rechtem glauben widerpracht werdent. Von dem selben hastu ein offenbar ebenpild in der anndern underschaydung an dem zweiften capitel von einem jungen bey Florencz, der unserem herren Christo absagt und verlaugent und sich dem tewfel ergab, der mit unser lieben 15 frawen gepet, hilff und gnad wider zw dem glauben und Gots hulden kom. Des gleich list man auch von Theophilo von Alexander. Novicius: Quia iam satis etc. Wann nü die rede von den gnaden und hilffe wegen, dy sy den sündern erzaigt hatt, genüg lang bis her gelengt ist, pit ich dich das du mir auch mit ebenpilden zw erkennen gebest, mit wie mangerlay 20 Offenbarungen und erscheynungen die gerechten, gütten menschen durch sy getrösst werden. Monachus: Quam mirifice etc. Wie unser liebe fraw ir diener in wunderweise tröstung geb, das wirst du aus etlichen hernach geschriben ebenpilden aygenlich erkennen. 25 Das XI. capitel. Causa extitit etc. Es bekom von sache wegen das etlich abpte unnsers ordens von notturfft unsers ordens zw kayser Hainreich, der ein sün kayser JYidreichs was, gesant wurden. [17 r ] Under den selben appten her Peter Aynauck, appt zw Clarenvall, 30 in heylikait und wirdikait der vorderst geschäczt was und gehalden, von dem auch meidung geschechen ist in der sechsten underschaydung des zehenden capitels. Und seint das was das ir öbrister appt zu Cistercy in seiner person selber do hin zw der zeitt nicht komen möcht, da sant er an seiner stat seinen preyal. Do die selben also desselbens weges miteinander gen Speyr in die stat komen in die 35 5. vber. 25. Vor erkennen steht en gestrichen. 26. XI eapitl' ist am Ende der folgenden Zeile mit Verweisungszeichen naclujclragen. 35. wages. 24 i, u. wirdigen kirchen des stiffts unnser lieben frawen do selbs und ir gepet do oppferten und kurczleich davon gelassen hotten, do giengen sy hin und her in dem selben tum, zeschawen den kostperlichen, grossen gepaw desselben unnser lieben frawen gotshauss. Do belaib derselb appt Peter Ainauck an seinem gepett vor unnser 5 lieben frauen allter, wann sein gedänck und betrachtung im vil mer stund zw dem hymlischen tempel Jerusalem dann zw dem gepaw des vergäncklichen tempels zw Speyr, den sein vorgenant mitgeferten die weil beschawten. Und so er also in seinem andächtigen gepet geharrett het, do geng er zu seinem geferten in den kreuczganck, do komen in enkegen etlich Chorherren doselbs, dy sy wirdik- 10 leich emphiengen und zu tische lueden. Do ward von ir ainem gefragt in welches heyligen ere die selb wirdig kirche gestifft war, des ward im geantwurt, wie das- selb in unser lieben frauen ere gepawet und gestifft war. Do sprach der vorgenant appt Peter der Ainauck von Chlarei-all an der selben red aus unbedachtem müt also: 'Das han ich vor wol gewisset.' Dasselbe wort und rede merckt gar aigent- 15 leich der preyal von Cistercy, wie er doch do selb darzu nicht redt, noch darauff frag tätt. Aber alspald er für die stat zw Speyr kom, do gedacht er derselben wort und sprach zw abpt Petern also: 'Herre und appt, sagt mir von wem ist 177"] euch das zewissen getan, oder wie wisszt ir es, das der thum zw Speyrn in den eren unnser lieben frawen geweihet ist?' Abpt Peter was laidig und er- 20 schrackt ab den gesprochen Worten, doch antwurt er im und sprach: 'Mich hat gedunckt, wie wol zimleich und pilleich war, das ein solicher zierlicher thum in den eren der hymel künigin gestifft und geweist sey, des dy wol wirdig haubt fraw sey.' Der vorgenant preyal erkannt wol sein heylikait und gedacht, wie im villeicht ettwas davon in der kirchen von unser lieben fraw wer geoffenbart und sprach 25 zw im: 'Ich trag auff der vart den gewalt unnsers öbristen vaters, des abpts von Cistercy, und in chrafft desselben gewalts gepeutt ich euch das ir mir in meiner fürgelegten frag die warhait antwurtt.' Des antwurt er im aus dem gepot der gehorsam ernott mit schäm und sprach: 'Do ich gestrewet lag an meinem gepet vor dem allter unser lieben frawen und für mein sünd und versawmnüsz unnsers 30 wegs gepeten hette, do erschain mir unser liebe fraw und gab den segen über mich, den unser orden gibt über die dy in des closters notdurfft überlannde gewesen und desselben wegs wider haim komen sind, mit solichen worten: "Allmächtiger, ewiger Gott, bis dem gegenwärtigen deinem diener parmherczig, und was er schedlichs auff dem weg mit sehen oder hören poser ding oder mit müsziger, 35 unnüczer rede begangen hatt, das vergib ich genädikleich durch dein unau- sprechliche gütikaitt, durch lieb unnsers herren Jhesu Christi".' (i. zuerg&ncklichen; lat.: in aedificiis eoiiuptibilibw. 10. ir] ire mit ausgestrichenem e. 13. Chlarenall. 17. Vor wem sieht ein gestrichenes z. 22. wal. 23. Vor sey steht ein gestrichenes fr. 27. es /, 11-1, 12. 25 Die dinger hat mir gesagt ein abpt unsers ordens, in des haws derselbe appt Peter offt gevisitirt und ir leben erfarn hatt, wie sy sich in der regel halten. Vnd aus demselben segen, den unser liebe fraw also über in gab in der selben kirchen zw Speyr, verstund er wol das die selb mütter der parmherczikait doselbs ein haubt [18 r ] fraw und vogtinn wer. 5 Novicius: Felix oratio etc. Es was ein säligs gepet. dadurch einer so mächtigen und heyligen junckfrawn segen verdient was. Monachus: Non solum orantes etc. Nicht allain ist sy gewon, die petenden sunder auch die ir lob singen oder sagen, zetrösten. Das zwelfft capitel. 10 Hainricus conversus. etc Bruder Hainreich, ein parting in dem closter unnsers ordens, genannt Hemmerode, des meidung ich vormals in der fünften underschaydung des ersten capitels, das von den teufein innhaltt, derselb hat offt in hohzeitleichen tagen unser liebe frawen zwischen chören unsers lobsangs wandeln und geen sechen mit seinem verdienen und gutem löblichen leben. 15 Eines nachts im zw angesicht gieng die selb unnser liebe fraw Maria aus der münche chör in der pärting chor und trüg irn herczenliben sün Jhesum Christum in chindlens weis an irn armen und nach syten und gewonhait des apts erweckt sy die schlaff enden brüder und geng von einem zw dem andern. Welche sy dann wachen und in irm gepet fleissig und andächtig sah. vor den hett sy einen stand 20 und zaigt in ir liebs chindel Jhesum und gab in iren segen und was sich irer an- dacht mit frewend. Aber welche brüder sy lassz und trag und slaffend an irem pett fand, für die selben gieng sy snell an stille stan und gab den chain trostung ires heyligen segens. Es sah auch derselbe brüder Hainreich ir yegklichen derselben brüder, dy sich also andachtikleich und löblichen inn gepet hielten, un- 25 slaffend und sah auch die anndern tragen und slaffenden an dem umbgang unser lieben frawen mit irm heben chindelein. Die selben er all und yeklich besunder wol sehend und erkennen was, die auch er mit fleysz merckt, und dieselben mit im namen herrn Herman, diezeitt preyal doselbs, der nw [18 v ] apt ist des chlosters zw unnser lieben frawen stat, als ich das offt von seinem mund gehört hau. 30 Novicius: Simile recordor etc. Eines sämlichen ich auch gedenck, das du vormals gesprochen hast in der ersten underscheid des XXXV t0 capitels von brüder Gotharden, munchen des chlosters Valerienser. Monachus: Tanta caritate etc. Dy mütter der parmherczikait junckfraw Maria umbfahet ir andächtig diener mit lieb und gnaden, das sy nicht 35 15. seelin. 20. wachend; das d ist gestrichen. 30. Nach etat Lücke; lat.: singulos domino Hermanno, tunc ibidem Priori, nunc panctae Mariae abbati nominatim exprimens. 31. recordar. 26 I, 12-1, 14. allain den selben im dienern pettenden oder lobsingenden, sunder auch slaffenden irn heyligen segen gibt. Das dreyzehent capitel. Nocte quadam etc. Zw einer nachts zeitt das geschach das der vorgenant 5 prüder Hainreich parting in dem syechaws an seiner pett statt sas, do die andern doselbs ligend slyeffen und er sein gepett sprach, do sah er unser liebe frawen in grosser chlarhait hinein zw in geen und vor derselben einen unser münch vorgeen, den ich hye nit nennen will, und ir giengen nach zwo ersam frawen. »Sy legt ir hant auff sein haubt und geng do dannen, zu besehen der andren slaf- 10 fenden liger statt, den sy allen und yeglichen iren säligen, heyligen segen gab, und gieng darnach wider zu im und legt im zum anndren mal ir hant aber auff sein haubt und sprach also: 'Got gesegen alles das, das hye beleibet', domit schied sy dannen. Novicius: Si sie dormientes etc. Seind das ist das die, dy also 15 nachtes slaffend, von dem spiegel aller keuschhait Marien besehen und haym- gesücht werdent, so ist wol pilleich und gar zimleich, das sich solich geistleich lewte des nachtes wol fleissen ordenleich, wolsitikleich und mit ganezer zucht also lassen in iren legersteten ligend, slaffend oder wachend, finden, das sich der mägtleich anplick, der ein Spiegel [19>] aller kewsch ist, an in nicht ge- 20 laidigt werde. Monachus : Juste moveris etc. Wärlich, du wirdest daran rechtleich pewegt. Referam tibi de hoc etc. Ich wil dir davon ein ebenpild sagen, des ich gedenck und das ich von meinem maister in dem jar meiner pewernüß gehört han. 25 Das XIIIj capitel. Monachus quidam etc. Es was ein münch unnsers ordens, do der, als gewöndleich geschieht, des nachtes an seiner pettstat nicht geslaffen mocht und also sein gepet sprach, der sah wie das ein frawe wunderschon und zirleich in dem slaff haws umbgeng und der slaffenden prüder liger stett beschawet und äO yeglichem iren segen gab ausgenomen eines prüder, den sy nicht besah und ym auch nicht iren segen gab. Den selben münch hett der vorgenant wachend münch aygentleich in dem gefert gemereket, das er unordenleich und villeicht unzimleich gelegen war, als er des des morgens in seiner peicht bechant und schuldig gab. 3. Das drey steht auf dem freien Raum der Schlusszeile; zehent capitl' ist am Ende der folgenden Zeile mit AbsperrungszeicJien nachgetragen. 16. werdent] das erste e aus & korrigiert. 19. Vor kewsch ist steht kew.sehistt gestrichen. ^8. frawe i r. 31. hatt] o aus a korrigiert. /, 14— I, 15. 27 als er darumb nach des ordens regel gepüszt und gestrafftt wart. Doch mocht mir mein maister davon nichts aigentleichs gesagen, ob er die gürtel oder hosen hett von irn gelegt oder des rocks sich enplösszt hett. Novicius: Si pro culpa tarn modica etc. Seind der münch umb solch chlain schuld der gnaden des heyligen unnser frawen segens beraubt ist, 5 so wan ich er sey darumb wol pesscrung und püszung schuldig gewesen, das er als unordenleich und unverschamleich pflag in seinem pett zeslaffen. Monachus : De hoc terribile etc. Von dem hastu ein erschrocken- leich ebenpild in der fünften underschaydung des XXXIII capitels von einem pärting, der auch also unverschamleich und unzimlich slaffend lag und den der 10 tewfel in einer nunnen [19 v ] gestalt an seinem munt chüszt, davon er also siech und kranck ward das er an dem dritten tag starb und begraben ward. Wann wir mügen slaffend sündcn und auch verdienen, und was wir wachend gedencken und uns domit pewegen, es sein gute oder pöse ding, die selben ding köment uns offt in dem slaff zw gesichtt mit treumen. Wann als ein eysnein kheten umb- 15 gezogen oder übereinander geworffen wirtt, so treibt ein kranck den andern, also auch in dem slaffen dem menschen die vorgeend betrachtung und gedanck, pewegnüsz oder verhengung, do er gewacht hat, pringent im denn in dem slaff gutes oder pöses für körnen oder erscheinen mit treumen. Novicius: Placet, quod dicis etc. Es gevellet mir wol, das du sagst, 20 sag mir nw fürbas von den trostungen der gerechten menschen. Capitulum XV m . Monachus: Supra dictum Hainricum conversum. Den vorgeschoben prüder Hainreich pärting pat ein ander münch mit fleisz das er unnser liebe frauen für in pitten wolt, so sy im zum nächsten mer erschin. Er gelobt 25 im das zetün, und darnach eines tags.do er in seiner petstat auff dem münch hoff, des er verweser was von des convents wegen, sein gepet zw abent mit der com- pletory gesprochen und auch für den vorgenanten münch, der in des gepeten hett, sein gepet in unnser lieben frawn getan hett, do erschynen im drey frawen, die wunderschön warn. Ab der selben frawen schön er serr erschrackt und wundert 30 sich in im selber mit inniger Betrachtung, wer die selben wunderschön frauen und von wann sy warn. Des antwurt seinem gedencken eins derselben frawen und sprach: 'Ich pin Maria Magdalen. aber die' — darauff sy mit dem finger zaigt — 'die ist des hymels und aller werlde fraw magt Maria gots gepererinn, aber die dritte ist sant Elspett,' und sprach darzu: 'Du pitest für den münch,' U5 [20 »] und nennet in mit namen, 'du pist vil notdurftiger, das er für dich pit denn du für in pittest.' Und also verswunden dieselben drey frawen. Auff desselben 1. gestrafftt wart] tt und w über Basur geschrieben. 16. lat.: pulsus pulsum impellit. — 22. Ca m XV m , darunter NB steht links am Bande. 31. detrachtung. 28 I, 15—1, 17. münchs hawpp, do er dannoch ewigilge und nicht vollent priester was, ward zw einer zeitt, do er das ewangeln las, von dem obgenanten pärting ein sneweisze taub auff seinem haubt gesehen, die also sicczen belaib, bis dasselbe ewangeli ward aus gelesen. 5 Das XVI capitel. In eodem claustro etc. In dem selben closter was ein münch, der dem vorgenanten pärting mit zeitig in dem orden was, mit dem namen und wercken Cristianus genennet. Den selben Cristianum unser liebe fraw in manigerlay weis gewon was zetrosten und offenbart im auch ir haimlichkait. Desselben 10 säligen mannes leben und würckung, wer und wie getaner er vor und nach seine]- bekerung gewesen sey in seinem leben, als verr ich das wais, und als vil ich des von im erfarn mocht, das wil ich dir alles kurczleich uberlanffen und nicht annders noch ander ding von im sagen dann als ich von frummen geistlichen lewtten, die sein leben und in wol erkannt habeilt, gehört und vernomen han. 15 Das XVIj capitel. Cum adhuc esset Scolaris etc. Do der selb Cristianus dannoch ein junger schüler was und die schul suchet in den lannden durch lernung willen, do kom er eines nachtes zw herberg in einer frawen haws, darinne er über nacht belaib. Derselben frawen tochter het ein unflätig haubt mit grynt befleckt, dy pat den 20 jungen anhäbikleich, ob er ichts erczney für solchen im geprechen weszt, das er sy das lern wolt umb Gots willen, wann er doch als die weit wandrenden schüler mangerlay versüclnmg zw solchen und andern geprechen wol wesste. Der junge laugent ir [20 v ] des alles und sprach er eirund nicht solicher dinge. Die tochter wolt im des nicht gelauben, und do im die als anhäbig und ungestüm was und mit 25 pittungen von im nicht lassen wolt, der warten das er von irer ungestümikait ledig würd, ward er also von ir überkömen und sprach zu ir: 'Nym ein chraut, das barba Iovis haiszt, und dar zu flug synter und salcz und stosz das durch einander und salb das hawbt domit, so wirstu so pald hailig und rain auff deinem haupt.' Dy mütter tat. als er sy leret, do ward dy junckfraw ir tochter snellikleich 30 gerainigt und gesundt auff irm haupt. Alio quidem tempore. Zu einer andern zeitt geschach das er in einem haws im unkunt geslaffen hett, und in der natur notdurfft darzu trang das er auff steen und zu stül geen müszt, und nicht mer an im dann die prüch hett, süst plossz und nackhet. Do begegent im der tewfel in gestalt eines nackendes 35 weibs und sprang im auff den ruck plosser. den mocht er in dhainerlay betrachtung 1. ewigilge und nicht vollent priester, tat.: cum adhuc esset diaconus. 15. Das XVII. Kapitel ist am Ende der folgenden Zeile mit Absperrungslinie naclis- getragen. 18. er fehlt. 19. chloster; lat.: Cuius filia . . . 22. junge] am Ende r noch sichtbar ausradiert. 27. flugsynter, lat.: fuliginem. 31. Am Rande: Id[em]. /, 17. 29 ab im gewerffen, und also gieng er hyn und her mit grossen sorgen, bis das die mettenzeitt kom. do ward er ledig von den sorgen und beswerung leibs und der seel. Ordinatus in sacerdotem etc. Do nw derselb Cristianus zw priester geweicht was, do ward er des grafen von Losan capplan, in des vessten er im messe 5 lesen pflag. Desselben grafen sün erkannt wol. das der selb seines vaters capplan Cristianus ein aynfeltiger, forchtsamer man was. und er gedacht in zeschrecken und ummdec/!/ sich mit eines pern hawt und gieng auff allen vieren, Messen und henden gleich einem tyer. Und als der vorgenant capplan Cristian in der cappeln an seinem gepett was, do kom der selbe grafens sün also mit der pernhawt 10 verstellet auff allen vieren mit geschray in die capellen gelauffen und erschrickt den vorgenanten Cristianum [21 r ] so sex das er vil nachen von synen körnen was, und er zuckt sein messer und stach des graffen sün als swind als hertikleich durch dy pernhawt in den hals, das er hin viel gleich einem toten. Und do derselb gestochen wider etwas zw im selber kom. do sprach er: 'Flihet. her Cristian, 15 ir habt des grafen sün erstochen.' Zehant her Cristian hart erschrackt und floh zw der vesten tor, das beslossen was, do sprach er zu dem torbart: 'Tu mir auff das tor und lassz mich flyehen. wann ich des grafen sün erstochen han.' Merck, wie gar ein grosz einfeltikait das gewesen ist. Alspald das dem grafen seinem vatter und mütter und dem hoffgesind verchündet was, do chlagten sy den 20 jungen grafen gros und vil. Doch genos er vor dem tod, und durch des jungen grafen gepet ward er wider zw der caplaney gerüeffet und kom zu genaden und zu hulden. Tempore quodam. Zw einer zeitt do der selb her Christian dy gedächt- nüsz eins gestorben menschen hett und für in auff der kanczel pat, als derselb 25 tot auff der par vor im lag, do ward er auff steen von der par, als ob er lebentig wer, und do alle gegenwärtig lewtt von im mit schrecken fliehen wurden, do floh auch der selb her Cristian und eylt zw einem wasser do nahent pey. Dem eylt der tod leichnam hyndennach und rüfft im mit geschray und sprach: 'Herre, ich hab doheyme einen vaisten ramen, nempt den selben und pitt Got für mich.' 30 Und domit warff er sich wider umb und eylt wider auff sein par, von der er körnen was, und starb und ward begraben. Item aliud de eodem Cristiano. Habeßat autem etc. Er hatt auch an die vorgenant cappellen ein aygen pharrkirchen, der pastor er was, und als offt er zu der selben seiner pfarr 85 gieng, so müst als offt über ein wasser fürten und waten, [21 v ] und wenn dasselb wasser chlain was, so rait er und swemt darüber, wenn es aber güssig was, so 4. Nota bene idem: steht am Bande. 8. ummdeckst. 12. er. von] o aus n korrigiert. 19. gar] g aus w korrigiert. 24. Am Rande: de eodem Christiano. 30. ramen] tat.: aries optimus. 34. lat.: habeat. 30 j, 17. must er darüber schiffen. Und zw einer zeitt als er in dasselb wasser kom nach gewonhait, do fand er dasselb wasser grosser dann er gelaubt, davon er sich und das pferd nicht wagen torst an dasselb wasser, und auch chayn schiffung do was, und so er sich also bedenckt was im ze tun sey, do erschain ym die heylig fraw 5 Maria Magdalena und nam in bey dem gewant auff irn halls und fürt in über dasselb wasser in einen andern pach, do sy in nyder lyessz also sicczenden auff dem pferd. Also kom er froleich zw seiner kirchen und hiellt darinne messe, da er kainen andern diener zu der selben messe hett denn einen pawren, der im zu allter dient, der derselben kirchen mesner was. Doch was auch pey der selben 10 seiner messe die vorgenant heylig fraw sand Maria Magdalena, die in über das wasser wunderleich mit sampt seinem pfard dar gefürt hett. Und wenn er sich in der messe umbchert zu dem volck und sprach: 'Der herr sey mit euch', so sah er ein wunderschone frauen in der kirchen umbgeen, dar inne er doch chainen andern menschen denn seinen vorgenanten mesner weszt. Und do er den gots- 15 dienst seiner messe volbracht hette. do bestund er denselben seinen mesner mit frag, ob er yemant bey der messz gesehen hett. Do bechant er im er hett auch die selben frauen also gesehen in der kirchen umbgeen, und er selber bechant auch dem mesner, das er das also gesehen hett, wann als die heylig geschrifft geweist: "Justus adhuc iustificetur' etc. 'Der gerecht wirt noch gerecht werden und der 20 heylig wirt noch geheyligt werden.' Derselb erberg priester bedacht doselbs der werlt besorgleichait und des pösen geists an fechtung. Von ingüsz gütlicher gnaden verliesz er die weit und nam an sich unseren orden in dem [22'] chloster Hemmerode. Eines tages do er dannoch in dem jar seiner pebernüsz was, do er an seinem gepet lag und die 25 swachhait seines leibs, dy strengikait des ordens und die pein des fegfewrs be- tracht, do ward darinne mit verdriessen bekümert, und snellikleich in wunderlicher krafft ward er enpfinden, wie sein seel von seinem leichnam schied, und sach auch vor im ein grab mit wunderlicher werchperleichait volbracht, und das unser liebe fraw gotsgepererinn mit grosser chlarhait und mit vil scharen heyliger 30 junckfrawen durch ein fenster im zu angesicht ein gieng, und ward im do gesagt das sy wer das weib von Nazareth. Sy hüb auff des priesters leichnam, der on seel bas, bey dem haubt, und kayser Fridreich, anherr des kayser Fridreichs der hewtt regnirt, hueb denselben leichnam auff bey den Messen und begruben den wirdikleichen. Darnach die aller heyligist magt Maria mit der meng der engel 35 ir dyenende wider zw hymel für, und die seel desselben begraben priesters mit ir fürt, der nach folgent waren vil scharen der pösen geiste mit flammigen fewr- straln, und doch von hilffe unnser lieben frawen von in ungelaidigt behütt ward. Doch ward dieselbe seel von den gütten engel in ein wundergrosz fewr gefürt, und ir wart do selbs von den engein gesagt, das sy nach irs leichnam tod wider 40 doselbshin komen und in dasselb fewr geen würd, und so zehant empfand die 8. das. 40. in fehlt. /, 17. 31 selbe seel, das sy wider irm leichnam zugefügt was, in welcher weise derselbe sele ausgieng von dem leichnam geschechen sey, und von was Sachen, da von wolt er nyemant ichts sagen. Aber er erkannt, das sein seel allenthalben mit äugen umb- geben war, und das auch die selb sein seel so künstreich wer in allen chünsten, als längs von seinem leichnam was, das in wunder darab \22 v ] nam, do er wider 5 erkückt ward, das in daucht, wie er an der seel als vinster worden war in seinem leichnam, do die selb sein seel wider darein kom, wider das er vor was aus dem leichnam, als ob er vil nahent erplindet war und durch einen tusem säch. Er ward gefragt in wie getaner gestalt er die enge! und auch die tewfel gesehen hett. Er antwurt und sprach er hett die engel in gestallt aller schönsten frawen und 10 die tewfel in gestalt der raben gesehen. Hye mit gedenck ich eines, der mir sagt, wie sein seel newlich auch von seinem leichnam enzuckt was und wider zu dem leichnam kom, und sagt mir dobei wie das die seien, die also von irn leichnamen enzuckt warn und nicht wider zw irn leichnamen komen würden, die selben seien sahen ander seien oder englisch 15 geiste als die in irem geschepph und wesen warn. Wenn sy aber wider zu irn leichnamen komen solden, so würd in das nicht geben von Gott, das sy die seien oder ander englisch oder tewflisch geist in iren rechten wesenleichen gestallten gesehen mochten, denn sy sehent die in einer gleichnüsz nicht gancz wesenleich als sy sind an irm geschepph, und das ist von dem lebentigen menschen wegen, 20 die das also nicht wissen noch sehen süllen denn mit Gots verhengnüsz. Novicius: Satis videtur rnichi istud esse probabile etc. Das dunckt mich genüg bewärleich sein, sag mir aber was bedewtet es, das unser liebe fraw Maria mit kaiser Hainrich gesehen wurden den vorgenanten priester in sein grab heben, unser fraw zu dem haubt und der kaiser zw den füessen, und in 25 miteinander in das grab hüeben ? Monachus : Ich sag dir, als mir gesagt hat der vorgenant Walther, der derselben begrabung au siegung mit grosser mü und arbait und in grosser gehaim aus im erfarn mocht, das im unser liebe fraw do mit erzaigt hatt mit sölicher sehung, das er daraus [23 r ] wissen solt, wie groszleich unnser liebe fraw in geliebt 30 hab, oder wie grosz verdienens er bey Got gewesen sey, als ob sy sprach: 'Es ist chain mensch nw lebentig in dem irdischen reich, das würdiger kaiser Fridrich sey, der nw lebt, der dannoch nicht wol wirdig ist mit seinem dienst dich zw be- 8. tuse in mit kleinerem Spatium; der Schreiber verstand offenbar das wort nicht; Grimm DW 11, 1756, Schmeller 2 1 548f. dusam, tusem = dust, vapor, vgl. Dusel (DWb. II 1756). — lat.: Testatus est autem animam suam ubique fuisse oculatam, et tantae scientiae, quamdiu exuta fuit a corpore, ut post suscitationem caecitatis suae caliginem miraretur. 17. lat.: non ei datur animas sive angelos contemplari nisi sub quadam similitudine propter viventes (nach Innsbrucker Hs. 1). 18. tewflisch] s ist hineinkorrigiert. 25. grab] am Ende e gestrichen. 27. Monachus fehlt. 32 /, 17. graben.' Also verstund er es, das er sagt, auch wie er die tewfel offt und dicke in manigerlaye gestalten gesehen hett in menschen und in tyeren und in würm ge- stalt gesehen hab, als ich gedenck, das davon in der fünften underschaydung gesagt han, völlikleicher in sechstem capitel: Cum tempore quodam etc. 5 Do er zw einer zeitt stund under den andren brüdern ze singen und zelesen in dem chor zw der sechsten zeitt, do sah er in mitten des chors einen tysch steen, der chostperlich gericht und zw berait was, do komen darzu gegangen drej- wunderschon frawen, dy do hyn priesterleich ornät und meszgewannt prachten und auff den tisch legten und auseinander praittentt und im die zaigten lö zw besehen. Alio itidem tempore etc. Zw einer andren zeitt sah aber derselbe, als man in den laudes psalmen liset: 'Deus misereatur nostrum, Got erparm sich über uns', die rechten hant Gottes in iren segen geben in mitten des chors über den conventt, und durch derselben Sache willen ist den brüdern pärtingen 15 verMhen und erlaubt, das syden selben psalm: 'Deus misereatur'etc. anhochzeit- leichen tagen über hören und nicht lesen süllen. Novicius: Miror, quibus meritis vir iste etc. Mich wundert mit welchem verdienen derselb man zw solchen würden und eren komen sey. Monachus: Virtutibus animi maxime, caritate. Er hat das 20 überkämen, besunderleich mit den tilgenden seines gemüts und mit ainfaltikait und diemüttikait und des geleichen, darinne und domit das reich Gots verdient wirt, und nicht in red oder in arbait [23 v ] des leibs, wann mit predigen und mit leiplicher arbait, do bei ein mensch nicht die vorgenanten und ander tugent und kewschait hatt, ist im das nicht fruchtper zw dem ewigen leben. 25 Der vorgenant Cristianus was auch in solicher diemüttikait, als offt im einer seiner mitbrüder begegent, so nayg er sich diemüttikleich mit zesamgelegten hennden und mit naygen und waich im neben aws, das er in icht anrüreth an sein gewant. Er ward darumb gefragt, warumb er das tat. Sein antwurt was: 'Ich pin ein sünder und pin nicht wirdig das ich die heyligen manne anrür oder 30 das ich von in angerürt werde.' Er hett auch zwen sün uneelichen mit einer ledigen frawen in seiner jugent gehabt, vor dann er in den orden für, einer was Heinricus genennet, ein heyliger pärting in dem closter in Vilaxio, von dem ich geschriben han in der fünfften underschayd des ayns und dreyssigisten capitels, und Jo- hannem, der ein münch ist und noch lebt. 35 Novicius: Quid est quod maiorem in huiustnodi revelationi- bus gratiam. Sag mir, wie kumpt es, das wir sehen und hören, das Gott den sündern, die gefallen sind, nach irr becherung und pueß und pesserung grosz 13. in übergeschrieben. 23. keubschait. 2G. mog. — lat. Complicatis manicis re contraheret; 31. der. 32. liario. 35. huismodi] fehlt; in d. Hs. leerer Raum; hier nach dem lat. ergänzt. 37. gefallen. 1, 17. 33 gnad tut mit heyligen offenbarlingen und andern gnaden, dann den menschen, die sich von jugent allzeit in Unschuld vor Bunden enthalden haben ? Monachus: Ubi super habundavit delictum etc. Wo überflüssig sünd gewesen sind, darnach hat auch nach der bekerung des menschen die Gots gnade tibertroffen, und dasselb geschieht von der unausprechleichen Gottes 5 parmherezikait, darumbe auch das die sünder gevallen und in irn sünden ligend nicht verzagent, und das die rainen und unschuldigen menschen von irer unschuldi- kait icht hochferten oder sich des ubernemen, wann ich sag dir, das ich eines tags in einem unnsers ordens frawencliloster zw red k6~[24'']men und gesessen was, do wir von der selben matery sölicher Offenbarung miteinander zered körnen. 10 Do sprach eine der selben closter junckfrauen zu mir mit zaigen irs fingers auff ein ander ir mitswester also mit worten: 'Seht, lieber herre, das unser herre Gott solchen personen, als die ist, sein haimlichait offent und nicht uns.' Do mit sy sich irer unschuldikait ubernam und rüemet sich domit. Auch maynt sy das die vorgezaigt ir swester nicht junckfraw noch unschuldig von sünden in den 15 orden komen war, der selben gab ich die antwurt, als ich voran gesprochen hab und saezt auch das darzu, das ich sprach: 'Wenn euch Gott solche gnade seiner heimlichait und Offenbarung erzaiget, so nempt ir es für euch, als ob das Gott von ewrer junckfrawschafft und Unschuld wegen der sünden getan hett, des ir euch dann ubernampt. Darumb so wil Gott das ir euch destermer diemüttigt 20 als die, dy sich von irn sünden bekert. gepessert, gepüesszt und gediemüttigt haben.' Und ich verstund wol an ir das sy sich domit gen mir mit rorn und hochfertikait erhaben hett. Das aber dy tugent der junckfrawschafft und ent- haldung der kewseke die gemüte sölicher junckfrawen erheben in hochfart, das wil ich dir aus worten einer andern junckfrawn oder chlosterfrawn völlik- 25 leicher erzaigen. Dieselbe sprach zw mir: 'Sicherleich, ich wird nicht gleich des ich ein junckfraw pin, den frawen, die witiben sind, die sün und tochter haben getragen', als ob sy sprach: 'Scholt ich mit einer solichen gleichen Ion emphahen ?' Wie gros aber und gevellikleich Gott sey dyeinütige junckfrawschafft 30 und wie wunderleich er den selben seine haimliche werch offenbar, das werdent dir die hernach geschriben ebenpild erleuttern etc. Novicius: Memini te superius dixisse etc. Ich pin wol ingedenck wie du vor an dem püch gesprochen hast, wie das verdienen gen Gott mer an den tugenden [24°] des gemüts dann an den tugenden der auswendigen werch 35 gelegen sey. Ey, warumb chestig wir uns denn tägleich mit gepeten. lesen, wachen, fasten, singen und mit anderer arbait unnser hennde ? Monachus: Hec omnia sine merito vite eterne fieri pos- sunt etc. Die selben werok alle mügen wol geschechen und volbracht werden 30. Vor gott steht gestriclien sey. 33. Nota beno: steht am Rande rechts. 34. Vor an (1.) ist ein v-ähnliclier Buchslabe gestrichen. Deutsche Texte des Mittelalters. XXX. 34 /, 17. on verdienen des ewigen lebens, aber die pebegung der tugent und des gemüts mvigen des zu kainer zeitt tun, wann alles das an rechte lieb und an annder tugend geschieht, das ist tod vor Gottes äugen. Darumbe so hör ein gar nuezper underschaidung aus den regeln der heyligen schriffte, dadurch du wol erkennen 5 magst, waran solichs verdienen und Ion lige. Wann der Ion zu dem ewigen leben der ligt bequämleich an der gnade Gots und ligt zufällikleich an dem freyen aygen willen, und ligt gestaltleich bey den tugenden, und bey den bebegungen der tugenden ligt der Ion und das verdienen wesenleich, und bey den wereken der tugenden als mit petten, lesen, wachen und mit den anderen vorgezalten 10 gutten wereken ligt es werckchzeugleich. Die selben underschaydung hett ich dir yeezund völlikleicher erleuttert und ausgelegt, wer ich nicht mit den sehungen und fürkomungen des vorgenanten säligen mannes bekümert, darzu ich eyle zu volenden dieselben. Quodam tempore etc. Zw einer zeitt do der selb Cristian kranck 15 lag und in der krancken prüder diener anpöt, das er etwas essen oder trincken solt, ob er wolt, do sprach er zu im: 'Es sind nw syben tag vergangen, in den ich alletag unnsers lieben herren Jhesu Christi und der aller süssisten junckfraw Marien seiner mütter tröstung und haymsuchung empfangen han in irer gegen- würtikait und mit iren Worten, davon ich als süszleich getrost und bekrefftigt 20 bin das ich chaines essens noch tryncken zenyessen nicht beger.' [25 r ] Alio iterum tempore. An einer andern zeitt do derselb aber krancker zw seiner leezten zeit lag und seinen obgenanten sün Johanni ettlich er- scheynung, die im fürkomen warn, auslegt und erzalt, do das vernam her Gebhart, diezeit siechmaister doselbs und hernach unser appte ward, von dem wir das 25 gehört haben, do lyeff er zu dem preyal und sagt im wie das derselb Cristianus ettlich wunderzaichen seinem sün Johanni sagt und erzalte. So pald kom derselb preyal zu im gangen und saezt sich für in, als ob er ichts mer sagen oder reden wolt, im zehörn, und er fragt in von der peichte auff das, das er in zerede prächte. Er sprach zw antwurt: 'Ja, ich han gepeicht'. Der preyal sprach: 30 'Ich pitt euch das ir mir ettwas güts zu pesserung meines lebens sagen wellet.' Er antwurt: 'Was sol ich euch sagen? Ja, es ist yeezunt unnser liebe fraw vor mir gewesen mit irem lieben sün, und do ich mein tagzeit vor kranckhait meins leibs nicht gesprechen möchtt, do hulffen sy mir payde die zepetten und zu volbringen.' Er was gewön ettleich besunder tagzeitt ze sprechen. Die selben 85 dinge alle hört derselb Gebhart, der dem preyal do zerucke sas. Er fragt in auch was chlaider oder gewants sy netten angehabt. Sein antwurt was, sy hyetten khütten, als sy nach irm graben orden, angehabt, und sy wolden sicli im und dem orden zelieb darinn sehen lassen, als er sich durch iren willen darein ergeben hette. Und also starb er eines säligen endes und ward doselbs von den 11. den] korrigiert aus dir. 34. Es. /, 17-1, 19. 35 selben empfangen und auffgenomen, die in also haimgesucht hetten, und in mit sich in die ewigen frewden fürten und salikleich einsaczten. Das XVIII capitel. Nuper monachus quidam etc. Newleich und in einer kurczen vergangen zeitt kom zw uns ein münch unnsers ordens mit dem namen Adam, 5 der sagt uns ettlich grosz wunderzaichen von unser [25 v ] lieben frauen, der hymelkünigin, der ich zway stuck hernach beschreiben wil und die andern behalten und bis an ir stat sparn wil. Desselben münchs chloster ist genant Luka und ist in Sachsen land gelegen, darinn was ein cüster, ein frummer, gtitter, geistlicher man. Do derselb eins nachts in ir pethaus gieng vor der metten zeitt, 10 do sah er unnser hebe frauen darinn auff dem allter als ein hauswirtinn in irem haws in grosser manigfaltiger zier und eren sicczen, davon er innikleich erfrewet ward und hoffte zu irn gnaden, wie ir villeicht sein dienst gevellikleich warn. Darnach zw einer andern zeitt do er des nachtes die kirchen besliessen wolt und also kom an die stat, do die geste pflegen ze steen, do sah er den tewfel in 15 eines swarczen menschen gestalt auff der par steen. Und do er sich vor im mit dem zaichen des heyligen chraücz gesegent, do wolt in der pös feint nicht weichen noch darauff acht haben, do gieng er khünleich und neher zw im, so pald verswand dieselb trücknüsz. Do legt er sich dem selben tewfel ze schänden an die selben stat auff die par und lag so lang darauff, bis das er die syben püesz psalm 20 doselbs ausgepett. Das XVIIII capitel. In eodem cenobio etc. In dem selben closter was ein münch, den dunckt wie er eines nachtes die glocken zw der metten leütten solt hören, do eylt er ser und gieng snell in die kirchen. Und als er in den chor kom, do sah 25 er einen zirkel von wunderlicher schon in gestalt eines regenpogen ob dem allter hangen, darinne er erplickt unsern haylant Ihesum mit seiner lieben mutter Marien, die umb geben waren mit grosser menge und scharen der heyligen, und besunderleich der heyligen, der gepain in der selben kirchen warn, und er wol erkannt die nomen derselben heyligen, [26'] wann er vormals ein sacrist 30 oder ein custer doselbs gewesen was, und wais doch nicht, ob er der gewesen war von dem ich voran gesagt han. Und do er also stund und das wunder ansah, 3. lat.: Capitulum XVII. 3 — 4. das XVIII capitel ist am Ende der Zeile nach quidam nachgetragen. 9. land] d ist auf Rasur geschrieben. 11. allter] e korrigiert aus a. 18. Vor khünleich steht gestrichen khümkleich. 22. Das kleine Stück lat. Capitulum XVIII fehlt in der obigen Übersetzung, to daß die Numerierung von fetzt ab wieder übereinstimmt. 25. n aus m korrigiert. 8» 36 /, 19-1, 20. do sprach unser fraw zu zwain engein: 'Fürt mir den münch, der dort stett, her zw mir.' Do die das getan hetten, do gepot unser liebe fraw dem selben münch, das er die geschrillt an dem zirkel irer künikleichen khron lesen solt. do mocht noch chund er die selben Umschrift nicht gelesen. Do sprach unnser 5 liebe fraw aber zu den engein: 'Legt in wider auff die erden und sagt im. das er genad und ablas pitt mit einem englischen grüsz, und darnach fürt mir in herwider.' Do das geschehen was, noch denne mocht er die vorgenanten schrifft und puchstaben in chainerlay weis gelesen noch vernemen, und als er zu dem drittenmal aber nidergelegt und wider gefürt ward, do mocht er dieselben ge- 10 schrifft wol gelesen und vernemen, doch ward im das eingepunden und swer- leich verpoten, das er dieselben geschrifft ftirbas chainen menschen scholt offen- barn, und do in die engel wider auff die erd saczten. do verswant die selb er- scheynung. Novicius: Miror. si sit domina nostra etc. Michnympt wunder, 15 seind unser liebe fraw also die volkömen mann haim sucht, ob sy auch des gleich die volkömen frawen haimsüche % Monachus: Non est aput ipsam differencia etc. Es ist darinn bey ir chain underschaid, sy tröstet beyderlay, frauen und auch manner, mit irer gnadenreichen haimsuchung und erscheynungen. Das es war sey, das wil 20 ich dir mer mit ebenpilden dann mit worten zw erkennen geben. Das XX csi-pitel. In regno Francie etc. In dem künigreich zw Franckreich in einem dorff, das Quido genant ist, ist gewesen ein edel junckfrau gar geistleichs lebens, an henden und füessen krumpp und lam, eines reichen [26°] mannes tochter, 25 der ir einen priester mit einer ewigen messe genügsamleich stü'ftet mit gülten. zinsen, rannten und dienern. Do dieselbe tochter sich dem allmächtigen Gott so gar und gancz ergab mit petten, vassten, wachen und andern säligen werchen, das sy darinne so süsz krafft und narung enpfieng das sy der leiplichen speise und chosten gancz abtrat und darab als grawen emphieng und der selben nicht 30 genüczen mocht denn understunden den safft von weinpern. Sy was auch gar gastperlich die eilenden zebehausen und beherbergen und kostgeben, dadurch sy verdient umb Gott den geist der Weissagungen. Sy hielt auch unseren orden in grossen eren und wirden.und ist offt geschechen, wenn die münch unnsers ordens oder die äbpte zw capiteln oder an anndern geschafften dosclbshin in ir haws 35 zeherberg körnen solten. das sy dasselbe vorhin in dem geist wol wesst und denne mit frolocken zu irm haus gesind sprach: 'Ir liebe kinder, stellet das 1. dor. 8. weis gelesen] — in gel — ist über Rasur geschrieben. als er] also.; Im.: tertio eodem modo depositus et reductus. 22. Nach Franckreich steht ein überflüssiges etc. 23. Nach edel steht gestrichen frau. /, 20. 37 haws raynikleich, uns werdent heint erberg geesst, die oder die, zw uns ze herberg komen, beraitt in das in zugehöret und des in notturfft ist.' Das geschach auch dann nach irm gepott. Auch ward ir ein genad von Gott geben, das sy von unnserm orden gar ein wunderleich fürkömen in dem geist sah, davon sy enzündet ward in lieb zu unnserm orden etc. 5 Tempore quo dam etc. Es geschach zu einer zeitt als sy ir capitel hielten gemainkleich nach irs ordens regel und gewonhait, do sah sy ein wunder schöne laitter aus dem capitelhaws auff gerackht steen und raichen bis an den hymel und unnseren herren sich oben in Irymel auff die selben laitter laynen und herab auff das capitel lügen. Der selben laitter seitten und auch ir sprüssel 10 gaben so gar hechten schein das sy der sunnen liechten schein ubertröffen. Novicius: Quid autem tibi significasse videtur? etc. Wie dunckt dich aber, was die selbe erscheynung be[27 r ]dewt hab ? Monachus: Licet omnia, que in eodem capitulo etc. Wie das ist das alle der selben prelaten sache und irer chloster notturfft, die doselbs in 15 irm capitel gehandelt und zum pessten betracht wurden,die aus manigen lannden dohin komen warn, mit götlichem inflüsz und des heyligen geist lere geschahen, noch denne an zweivel habent die heyligen engel solche geschieht und hannd- lung desselben capitels und irer Sachen dem haylant Cristo, an der selben laitter ab und auff steigend, im zw lob und zw eren verchündet, dem doch nicht not 20 tut ichts geschehen oder künfftiger ding zu verchünden, wann im die in seiner gütlichen weishait vorhin wol kund sind. Novicius: Videtur mihi saneta hec virgo etc. Mich dunckt wol, das dieselbe heylig junckfraw in der selben sehung oder fürkömung zu geleichen sey dem heyligen patriarchen Jacob, von dem wir lesen das er des gleichen 25 auch ein laitter von erd üncz an den hymel gelangen und die engel daran ab und auff steigen sah. Monachus: Judicio humano etc. Nach menschleichem urtailn so ist versehleich, die obgeschriben sehung der junckfrawn sey über dise sehung ■ sand Jacobs, darumb das die oben wachent von der junckfraw gesehen was, 80 aber die ander von Jacob in slaffen in fürkömen was zw Bethell. Do darnach in dem nächsten irem capitel solches fürkömen und sehung den äbbten und münchen gesagt ward, do wurden sy des in Gott erfrewet und sprachen, als Jacob in Bethel sprach: 'Werlich, die stat ist forchtsam, und ist nichtt annders hye dann das haws Gots und ein hymeltor.' 35 Alio vero tempore. Zw einer anndern zeitt do die vorgenant heylig kranck junckfraw an unser lieben frauen tag zw liechtmesz allein an irm pette kranch lag und ir haws gesind alles zw kirchen was bey dem Gots und unnser 3. nach am Bande beigesetzt; nachträglich mit roter Tinte. 15. die fehlt; lat.: Licet omnia, quae in eodem Capitulo traetabantur ab abba- tibus, qui . . . illuc confhixerant. 30. oben] n au,? r korrigiert. 38 I, 20. lieben frauen dienst und bei der kerczen weihung, do gedacht sy also in ir selber und sprach [27 v ] traurikleich: 'Nu ligst du hye allain und tust unsrer lieben frauen hewt an irem hochzeitleichen tag chainen dienst nach der gewonhait und lobsamkait des heyligen tags, als ander kristen menschen gewonleich hewtt 5 tünd, die ir prynnend kerczen lobleich zw eren dem ewigen liecht Christo und seiner lieben mütter in iren hennden tragent, des ich laider vor kranchait nicht getün mag.' Do sy dasselbe also in irem gemüt bechlagt und bctracht, do ward ir geist wunderleich mit Gots krefften von irm leichnam enzuckt und von den engein in die hymelischen stat Jerusalem gefürt. Do sah sy ein wundergrosse 10 processen und umbgang von mangerlay orden derselben stat, mit namen patri- archen, propheten, zwelfpoten, marterer, peichtiger, junckfraun und grosz, unzelleich menge des gemainen christenvolcks, aus den ye zwen und aber zwen miteinander gengen und prynnend cherczen in irn henden trügen, und sungen die loblich antiffen und responsz, die auff den tag in der heiligen christenhait 15 gewondleich gesungen werdent, und stunden auch irn stand, wo sy steen solden, und giengen, wenn sy gen scholden. Der engel, der do ein laitter des geists der kranchen junckfrawn was und sy dohin gefürt hett, der gesellt sy einer anndern junckfrawn zw, die eins geleichen verdyenen mit ir was, und gab ir auch ein prinnend kerczen in ir hant, do mit sy auch mit den anndern umbgieng. Do 20 sach sy solich zier, er und lobsamkait von den selben allen, das chain mensch ausgesprochen noch betrachten mag. Do selbs unser aller haylant Christus, der ein haupp ist aller heyligen, ward gesehen in der selben processen in pischof- lichem ornat in grosser chlarhait, als er die sunn der gerechtikait ist, ein infel auff seinem haupt. mit einem stab und mit allen andern pischoflichen zierten 25 und ornäten, und gieng mit seiner lieben mütter Marien zw aller leczst in der processen, und ab der selben [28''] hymel künigin schon und chlarhait namen die selben heyligen alle und mänikleich doselbs grosz wunder. Und do sy allso den dritten stand hielten und die dritten antiffen anhüben: 'Hodie beata virgo Maria etc. Hewt hat die sälig junckfraw Maria ir chindel in den tempel 30 geophert,' domit giengen sy alle wider ein denselben tempel, der mit chlarem' gold und edelm gestain gepawet was. Darnach die gesungen messz angehaben und von in allen mit gesungen ward. Do zwischen gieng Christus zw dem alltar und do das kirieleyson von paiden choren und das gloria in excelsis gesungen was, do hüb der erst martrer sand Stepfan die epistel ze lesen von dem 35 püch des propheten Malachie, darnach das ewangeli von dem tag ward von dem lieben herren sand Johanns ewangelisten gelesen: 'Postquam completi sunt' etc. Darnach gieng Christus der herr nach gewonhaitt unnsers ordens auff des allter stapphel und enpfieng von yeglichem sein opffer kerczen. Der vorgenanten junckfrawen seel enpfand wol das sy wider zw irm leichnam körnen 14. antiffen und responsz] lat.: antiphonas sive responsoria. 23. infel] lat.: mitram. 30. lat. : ingressi sunt templum. 33. do fehlt. — lat.: postquam expletum est. I, 20. 39 würd, die wolt ix kerezen behalten und nicht oppfern als die andern getan hetten, wie wol ir das der engel, ir ffirer, gepot zetün, wann sy maynt dieselben ir cherezen mit ir auff erd zw irm leichnam zepringen. Der engel merekt dasselbe wol und prach ir den obern tail der cherezen ob der hant ab und liesz ir den andern tail in der hant, den fürt sy mit ir wider haim zw irem leichnam und fand auch 5 den also in irs leichnams hende vestikleich gehalten, davon vil guter dinge erezney den kranchen und krefftigung in manigerlay weysc geschechen sind und noch geschechen von der selben cherezen und die kranchen lcwt, dy darab trincken wein oder wasser, die werdent gesunt. Dieselbe enezukehung und sehung ist als gros und hochwirdigs lobs gewesen, das die selbe heylig junckfraw 10 der nicht erkennen mocht, und wenn sy davon gefragt werd, so [28 v ] antwurt sy gleich sand Paulssen, als derselb heylig zwelfpot auch von einer enzuckung, die im geschach, do er grosz haimlichait in dem hymel sah, davon er schreibt also: 'Ich pin enzuckt gewesen in den dritten hymel, do ich gesehen han, das mir menschen nicht zimleich ist zereden, ob aber dasselbe in dem leichnam 15 oder aus dem leichnam geschehen sey, des wais ich nicht, Got wais das wol.' Herr Eustachius, appt von Chloster genannt, der unser visitator und obrister was, do der die selben sehung und enzuckung von ettlichen appten unnsers ordens sagen hört, do ward er also begirig dasselbe auff ein ennde zuerfarn, das er selber zu der vorgenanten junckfrawn darumb kom und von irem mund 20 hört alles, das voran ist geschriben etc. Novicius: Non possum visionem apostoli huic preferre etc. Mag ich nicht sand Pauls, des heyligen zwelfpoten, sehung oder enzuckung der vorgeschoben enzuckung der junckfraun fürgeseezen als die wirdigen und hohem sehung. wann er von im selber das bezeugt er sey in den dritten hymel enzuckt ? 25 Monachus: Nosti quid sit tercium celum etc.? Waist du was der dritt hymel ist ? Novicius: Non novi. Ich wais des nichtt. Monachus: Primum celum est etc. Der erst hymel ist die sehung mit leiplichen äugen, der annder hymel ist die geistleich sehung, der dritt hymel 30 ist die sehung des gemüts als in einem träum, die selben dritten sehung hatt der zwelfpott Paulus gesehen als auch die vorgenant junckfraw gesehen hatt, und was sy paide gesehen habent, das ist in verstäntleieh gewesen. Fragst du aber von der stat der hymel, so wisset und merck das der erst hymel ist der lüfftig hymel. darinn die vogel irn flüg und wonung haben, der ander hymel ist der 35 gestirnig hymel, den dy stern erleüchtent. Aber der dritt hymel ist Empir- 9. enezukehung] Das erste u ist übergeschrieben. 11. er(Zeilenende) kennen. 12. sy fehlt. 14. 2. Kor. 12,2. 17. Hett. lat.: Eustachius Abbas de Claustro (?'. e . Hemmenrode). 24. vorgesohribung. wirdigen] lies wirdigein. Burdach. 34. merck] merekt das i gestrichen. 36. lat.: primum caelum intelligas aereum;seeundum,sidereum; tertium empireum. 40 I, 20. reum, das ist der feürein hymel, darinne die erweiten werdent sein nach der gemainen, lobsamen ersteeung oder nrstend. Ob auch die [29'] vorgenant junck- fraw darein enzuckt sey, des wais ich nicht, Got wais das. Aliam vero visionem etc. Auch hat ir Gott noch ein annder sehung 5 geweist, die vil achtper und hoher der vorgeschriben sehung zeschätzen ist in solcher weis. Do zu einer zeitt die selb heylig junckfraw in betrachtung lag und auff die gruntlosen fürschickung oder fürsehung der chünftigen gerechten menschen gedacht, das zu latein haisset predestinacio, das Gott alle, die behalten schüllen werden bis auff den leczten menschen yeczund und alle zeitt, 10 wol wais, domit sich dieselb junckfraw in irer betrachtung also bekümert, und auch sich dobey von der unauszsäglichen heilikait der menschwerdung Gots bekümert mit tieften gedencken, do ward sy enzuckt in irem gemüt und sach do vor ir steen ein cristallen junckfraun, die zegeleich einem cristall durchsichtig was. In derselben keuschen junckfrawn leib sach sy ligen ein wunder- 15 schönes degenchind mit einem künigklichem dyadem bekrönet, und dasselbe dyadem oder kunckhleich krön hett vier hoch blümen, die ir zw angesicht auff wüchsen und der junckfrawn styrn Überbüchsen und sich aus praiten als ein pawm mit vil körnen eszten, die sich in chlainer zeitt also hoch und prayt machten das sy die vier ennde der werlde bedeckten und erfülten. Der selben 20 eszten fruchte war unmassen schön und eines edeln und wunderlichen guten gesmachen, und warzenemen erschain doselbs under der selben eszten alles menschlich geslächt, das von Adam, unnserm ersten vater, geporn was bis auff den leczten menschen, der geporn sol werden, und die erweiten Gottes allain chlaubten und aufflösen die fruchte der selben esste und ires pawmes und pflagen 25 der ze essen. Aber die pösen und ungerechten menschen möchten derselben fruchten nichts genyessen noch auch die awgerüren. In der selben sehung empfieng die selb vorgenant heylig [29 v ] junckfraw von Gott solche chunst und wissen- hait das sy darnach, wenn sy mit den leütten zurede kom, gar pald vernam und verstund, ob ein solicher mensch mer zu dem ewigen leben fürsehen, oder 30 zu der verdampnüsz fürgewisset war. Was dann ein solicher mensch, mit dem sy chöset, der behalten einer, mit dem selben was ir dann lustleich als mit irem mitpurger des hymelreichs lustleich zereden, was er aber zu der verdampnüsz für gewisset, zehant so stellet sy sich nicht mer mit im zereden. 2. ersteeung] Bas erste e ist aus r korrigiert. 4. alio] lat. : Aliam vero Deus Uli ostendit visionem. 6. weist. 10. wol was Hs., wol wais Burdach. 17. lat. : et virginis cerebrum excrescentes, in ramos arboreos profecerunt. 18. pawin. — komen] flexionsloses Part, praes. in abgeschliffener Form = mit vielen kommenden (Ästen) vgl. DWB V 1653, 15 a . Burdach. 19. Der] die. 26. augerüren; lat.: contingere. 28. Vor darnach steht gestrichen dardurch. 29. mensch oder. 30. lat.: Si praedestinatus, satis cum illr quasi cum eoncive loqui delectabatur. /, 20-1, 21. 41 Novicius: Mira sunt, que dicis. Solich dein reden sind wunderleich. Monachus: Si deus tanta iustis ostendit etc. Seind das ist das Got so grosse ding den gerechten erzaiget in disem irdischen leben, was Avänst du, das er in dann in dem ewigen leben des Vaterlandes beweisen und erzaigen wirt ? In warhait solche ding und frewde wirt er in geben, die nye chain 5 awg gesehen noch chain 6r gehört hatt. Aliud de eadem die, quadam cum corporale etc. Eines tages do sy ein corporal gewaschen und auff ein raynes, weisz tüch für sich auff ire knye gelegt het, dohin die sunne durch ir venster ein schain und auff dasselbe corporal zetruckhen iren chlaren schein liesz, do gieng zw ir ein ein fraw einer 10 groswirdigen gestalt, die trug an irem arme ein wunderschön degen chindlein und legt ir dasselb ir chindlein auff dasselbe corporal und gieng wider dannen aus irn äugen. Und do also die selben verdros des chindleins ligen auff dem corporal, do wolt sy es dannen gehebt haben, wann sy weszt noch verstund nicht, was chindleins es war, und do sy es also angraiff von dann ab dem corporal zetün, 15 do sprach das chindlein: 'Lasz mich auff meinen wynteln still ligen.' Und also verswand ir dasselbe chindlein vor irn äugen, und sy erkant das es Christ der herre was, der sich in der gestalt eines protes auff dem heyligen alltar in dem selben [30 r ] corporal ein zewicken pfligt. Vil ander groser zaichen und haimlich- kait sind der selben heyligen junckfrawn von Gott geoffenbart, dy mir nicht 20 gesagt und doch von anndern frnmen menschen beschriben sind. Das XXI capi/e/. In monte sancte Walpurgis etc. Auff sand Walpurgen perg in dem frawen chloster unsere ordens do selbs, das zwo meil wegs von Chollen gelegen ist, darinne vor -wenig vergangen jarn ein chloster junckfraw, junckfraw des tauf- 25 namen Cristina gehaissen, begraben ward. Der selbigen heyligen junckfrawen Christus unser hailant und sein lobsam gepererinn Maria vil irer haimleichait in irem leben auff erde offenbarten, der ich ir ettliche hernach offenbar. Cum tempore quodam etc. Do zu einer zeitt an dem hochzeit- leichen unser lieben frauen schydung tag assumpcionis unser vorgenanter herre 30 und obrister vater Ewstachius was haymsucht und besehen wolt unseres chlosters gelegenhait und unser leben erfarn nach gewonhait unnser regel, und mit im ettliche äppte unsers ordens an der vorgenanten heyligen unnser heben frawen abent assumpcionis, irer schydung, komen warn, do kom der vorgenanten junckfrawn Cristein ein solich sehung zu äugen. Do der selb appt Eustachius das 35 ewangeli in der metten gelesen und darnach den lobsang, zu latein: 'Te deum 6. Nach gesehen steht gestrichen moeht; vgl. 1. Cor. 2, 9. 22. cap. 28. Am Bande steht: De sancte Cristine vita. 30. Vor unser steht gestrichen tag. 31. was haymsucht] lies: vns haymsucht. Burdach. — lat.: visitaret apud nos. 36 den] der. 42 I, 21. laudamus' etc., angeliebt het, do stund Cristina vorgenant an irem tail des chores, do ward sy ires gemütes enzückt, also das sy den hymel offen sach über unser sammung auffgetan, und zu derselben zeitt was unser goczhaus zu payden seitten und gar von holcz gemacliet. Do sach sy dasselbe unnser goczhaus zw 5 paiden taylen als ob es von lautterm, chlarn gold war gepawet, und als sy ir äugen über sich gen hymel auff warff, do sah sy die lobsamen Gots mütter Mariam, unsers ordens haubtfrawen, auff einem wunderschönen, scheinpärn stül sycczen und pey ir der heyligen ein grosz menig, [30 ü ] in dem allter, als sy dunckt, bey sechs und zwainczig jaren. Und do der münch chor sich zu dem 10 lobsang: 'Sanctus, sanctus, sanctus' etc. diemüttikleich nider naigt mit singen und mit andacht, des ward dy lobsam hymelkiinigin Maria in mitfrewend sein solcher irer andacht und liesz herab von hymel ein wunderschone, guidein krön, in forme und gestalt der chron die man in die kirchen phligt für den fronallter auff zehahen, die liesz sy an einer guideinen chetten herab von hymel über 15 den convent, und an des chnopfs statt stund ein wunderschöner, kostper und durchleuchtender, edler stain, darinne geschriben stund: 'O mute, o gütige, o süsse Maria.' Und aus demselben edlen stain giengen drey guidein chettlein herab an die krön, die sy auff hielten, und aus dem nomen Maria erschynen ettlich sunnestram oder sunnestreim, dy die nomen aller münchen in dem 20 chor, dy in dem umbraiff der chron geschriben stunden, gar erleüchtent. Und under den selben geschriben namen der münche was ein grosz underschaid und ungleichikhait, payde in der scczung an ir sted und auch in irer chlarhait, wann nach der wiegetanikait der syten eines yeglichen do geschriben münches ward gesehen die wiegetanikait irer namen. Es wurden auch etlicher münche 25 nomen, dy nicht lang in dem orden gewesen waren, für der, dy lang in dem orden gelebt und gearbait hetten, höher geschriben gesehen, daraws zw versteen ist, das der Gottes diener Ion nicht zeschaczen ist nach der leng der zeitt oder nach der arbait des leibs, sunder vil mer nach der hiczikait der lieb und andacht. Und do darnach in dem selben lobsang 'Te deum laudamus' gesungen ward 30 auff die stat als an dem ennde zu latein: 'In te domine speravi' etc., zw deüsch: 'Herre Gott, ich han in dich gehoffet', do zoh unnser fraw dieselben guidein vorgesehenn krön wider an sich in den hymel [31 r ] und sprach mit vernem- licher stymm: 'Als ich hewtt in meiner eer und lobsamkait pin, also werdent alle dise münch bey mir ewikleich beleiben.' Und do die selbe sehung und er- 35 scheynung bey uns dennoch ungeöffent was, do kom desselben morgens einer unser bruder zw unserm vorgenanten öbristen und chlagt im wie das er in der 3. Am Bande bei auffgetan: Nota de Ligriensi cenobio. llf. lat. : devotioni eorum congratulons. — sein] abgeschliffenes Part, praes. (= seiend), mitfrewend dann hierzu adjeetivisch. Burdach. 14. chetten] chron. — lat.: per catonam auream. 25. Vor lang sieht am Ende der vorigen und im Anfang der laufenden Zeile lau-gen gestrichen. 27. der] dor. 36. er] es. I, 21-1, 22. 43 selben heyligen nacht und in der metten chain andacht gehaben mocht, bis auff die stat des gesanges: 'Sanctus, sanctus, sanctus.' De eadem Cristina. Ante quam eadem sanctimonialis veniret ad ordinem. Ee das die selbe heylig junckfraw Cristina in den orden kom und nw eines man 5 massigen allters was, do stund sy eines tags zw kirchen bey einer messe. Do gieng der mesner nach dem ewigilg aus der kirchen und maynt bei zeitt vor dem sanctus hinwider zekomen, des er nicht tet, und do der priester nach dem secret, der haymlichen pittung, sprechen ward: 'Per omnia secula seculorum dominus vobiscum, sursum corda', do antwurt dem priester über die selben gesprochen 10 wort Maria Gots mutter zw yeglichem spruchlein durch ir pild, das auff dem allter do selbs stund. Die vorgenant junckfraw Christein hört und merekt wol die selben seltsamen stymme aus unser lieben frawen pild und nyemant annders und verstund wol, das der mesner nicht gegenwart was, noch yemant annders, der dem priester solt geantwurt haben, und darumb so verstund sy wol das die 15 mütter der parmherezikait durch den münd ires pildes dem priester geantwurt hatt. Daraus uns und allen andern die schäm zugezogen wirt, sy sein priester oder layen, die also bey der heyligen messe steen und an geprechen eines schüler oder mesner oder alltordiener dem priester nicht antwurten und ander hant raich zw der messe tünd, das die selben groszleich sünden und chlainen Ion 20 der heyligen messe emphaAen umb ir hoff art, das sy sich doselbs dem allmächtigen Gott [31 v ] zu dienen vor der posen werlt schämen, wie doch bey ainer yecklichen messe dem aller heyligistem sacrament des warn leichnam Jhesu Christi grosz schar und menge der heyligen engel und ander heyligen gegenwürtikleich ir dienste raichen, des du todlicher, armer, snoder mensch dich vor der 25 snöden werlt schämest zetün. Das auch die anrüffung des lobsamen namens der küniginn Marie kranchen und brechenhafften menschen sey ein haylsam erezney und Aviderpringung. das peweisent dir die hernach geschriben ebenpilde. Das XXII capiZeZ. 30 Nobilis vir Xantensis etc. Der edelman Otto, weilent probst zw Xanten, etc., do der ein jüngling was, berürt in zwayrlay seüchten oder kranck- hait, eyne eines scharffen fiebers. die annder einer kranck, zw latein fistula genennet, das im an der haymlichen statt des mastdarmes da durch des menschen notdurfft zw stüll geet. Die selben haymlichen, grossen swere und geprechen 35 1. nacht] t ist rot(l) nacligelragen. 5. lal.: nubilis et adulta. 18. angeprechen. 21. emphasen. 29. cap. 34. mastdarmes] d aus a korrigiert. Es fehlt etwas (nach mastdarmes etwa was?); lat.: et fistula in locis naturae secretioribus. Statt das vielleicht die zu schreiben. 44 I, 22-1, 23. er den ärczten vor schäm verswaig und nicht sagen wolt, und von solcher ge- prechen und kranchait wegen er die mütter der parmherozikait Mariam täglich anrüfft mit seinem gepet. Doch ward der siechtumb des scharffen fyebers ye grösser und unge- 5 stümer und warff in ernyder in das siechpett, das er so kranck und an dem leben verzagt ward das die gegenwürtigen in zum tod arbaiten sahen und gaben im das liecht der kerczen in dy hanntund hyelten in also für einentottenmenschen. Do kom zestunden und snell die mutter Gots mit samppt dem selben irem lieben sün, als er die offt hett angerüfft, und sprach zw irem sün: 'Allerliebster herre 10 und sün, gib mir den krancken todsiechen jungeling.' Der antwurt und sprach: 'Aller liebste mutter, er sey dein.' So zehannt widerkert der jungling vom tod zw dem leben allen gegenwürtigen zw angesicht und hyesz sich an sein gewondleich pettstat legen. Also ward er [32 r ] vollikleich von dem fyeber erlost durch hili'f und gnad Marie Gots mütter, doch hielt in noch die swär kranchait der fisteln, 15 dadurch er haymleich in der statt zw Utrecht, in latein Traiectum genennet, ettleich messe zw singen und zelesen von unnser lieben frawen bestallt hett umb gesunthait und erlosung von dem selben haimlichen geprechen. Und seind das er die gaistlichen erczney der leiplichen erczney fürsaczt, davon mit krafft des heyligen sacraments Gots leichnam geschach,das ym die selbe fistula zebrach 20 und aller unflach daran kom und gancz gehallt ward, vor dann die gefrümmten messe volbracht warn. Und zw der selben zeitt kom er zw Verenzell in ein chloster umisers ordens, do selbs fand er maister Walther, der sein maister gewesen was, den grüszt er und sagt ym dise wunderliche geschieht, wie er wunderleich mit hilff der hymelküniginn Marie von seinem grossen syechtüm und geprechen 25 erledigt und gesunt worden wäre. Wie gar hailpär und erczenleich sey der süsse namen und anrüffung Marie der hymelkünigin, das wil dir sagen in dem hernach geschxiben frolichen eben- pild. ' Das XXIII capitel. 30 Ante hos annos etc. Vor dysen kurezen jarn do dy Christen das ehrewcz an sich namen wider die keezer Albiensis, do giengen zwen frumme priester durch ir lannde, und als sy auff dem weg zw einer aynluczen kirchen komen, do sprach ainer zu dem anndern: 'Es ist hewt sampeztag, wir süllen in die kirchen geen und sullen messe lesen von unnser lieben frawen.' Sy trügen mit in ein messe püch 7. also ist darüber geschrieben, totten] Das zweite t ist über ein d korrigiert. 8. Vor lieben steht ein f-ähnlicher Laut für sich. 12. leben fehlt. 13. er fehlt. 21. der] den. 23. dise] Das i ist undeutlich, mehr einem ö ähnlich. 24. hymel ist darüber geschrieben. 26. lat.: Quam medicinalo sit nomen Mariae. /, 23. 45 und einen ehelch und messgewannt und was darzu gehört, und ir ainer stund über allter, und vor dann er die selben messe zw ennde gelesen hett, do warn sv geen den vorgenanten checzern Albiensern verraten. Dieselben komen mit grossem geleüff und ungestümikait in dy kirchen gelauffen gewappent und zugen den priester von der messe [32»] ab dem allter und fürten in für die kirchen und 5 snvden im ab sein zungen. Der annder priester,. sein gesell, fürt in also kranchen mit grosser mw undarbait an seinen hennden bis in ein chloster unnsers ordens genantCluniacum, und enphalh in do selb den niünchen,die in als geistlich, frumm, christenleich lewtt gütlich auff namen und peweisten im alles gütt, wann sy erchanten das er durch Gots und seiner lieben mütter und kristenleichs glaubens 10 eer also seiner zungen smächleich beraubt was. Sy gaben im ein zelle in irem schlaffhaus, darnach in kürcz als an der heyligen dreykünig nacht, den man den Christen tag nennet, nicht dar umb er der aller öbrist und heyhgist im jar sey, sunder das der obrist Gott vatter an dem selben tag mit seiner väterlicher stymm die menscht Christi, seines liebes süns, verchündet bey seiner tawff 15 und sprach: 'Hie est filius meus dilectus'. 'Der ist mein lieber sun, m dem ich mir wolgefallen pin', desselben nachtes, do die münch zw metten g,engen, und der vorgenant arm, zunglose priester das vernam und auch durch des heyhgen tags willen gern zu metten gangen war, und nyemant hett, der m kranchen darzw geweist hett des slüg und pösst er mit seinem wallstab an der z eilen wannt un- 20 gestümleich und wolt davon nicht lassen, so lang bis das m die munch zw der metten mit in laytten und für unser lieben frauen allter furtten. Doselbs er sein innikait und andacht des rewigen herezen betracht, wie doch er nicht gereden mocht so rüfft er doch mit dem herezen und mit zaichen semer an pittung dy mütter der parmherezikait mit innikait und andacht an rr mütterlich parmung. 25 Die erschain im in grosser chlarhait und het in irer bannt em fleisch m einer ± u „v,rl «nrarli also zw im: 'Semd dw nw durch meines menschenzungen gestalt und spiacn aiso ^" A „: nam ii, a Anrnh der eren willen,dy du nur erzaigt hast mit deinem lieben süns gelauben und durch dei eren Aviiieii, > ,. r99rl .. j„„„^ , . „„,, , T „, A~n oheezern Albiensen beraubt [J^'lpist, darumb messelesen, deiner zungen von den eneezem ^. ,, j . . j, 8 „ so wil ich dir ein andree newe zungen widergeben, und tu auff deinen mund . 30 Er tet das gehorsamleich, unnser liebe fraw senckt im ir heyhg vmger mit dem fleisch,das sy darinn oder dozwischen hett,in seinem mund und saeezt im dasselb fleisch an den stümph oder würczeln seiner zungen und macht das gancz und x j ~:+ -.r™. sphieri auaen. Also zehant hub er auit mit gerecht, und verswant domit voi seinen augeu. Ltter stymm seines lobdancks zepetten und zeschreyen den englischen grus: 3o 'Ave Maria' etc. bis an das ennd^selben enghschen grusss. Und als er das ga r 12ff • lat bloß.- In nocte vero Ep.yphaniae cum sollemnes decantarentur vigiliae, baculo parietem pulsans ministros advoeavit, 15. mensch. 29. Vor checzern steht gestrichen cherezen. 30. andree] vgl. 37,2 geest (Gäste). _ 36. Vor ave steht gestrichen: vnd als er das gar offt wid vm sprach mit ruffen vnd mit. grüsss] grüffs Hs. 46 1, 23-1, 24. offt widerumb sprach mit rüeffen und mit schreien zelob der höchsten junck- frawen Marien, do komen zw im geloffen die munch aus dem chor und das annder gegenwärtig volck, die dasselbe grosz wunderwerch Marie an sahen und den allmächtigen Gott und sein liebe mütter Marien darinne lobten. Der selbe 5 priester was solcher gnaden nicht ungedechtig, davon so ward er zu einem munch in dem selben chloster. Do solches wunderzaichen her Johanns, die zeitt sco- lasticus Xantensis, also vernam, der in der selben gegent nahent was, der hüb sich und kom in das vorgenant chloster zu erfarn, ob es also geschehen war, und pat im zw erchennen geben den vorgenanten eingefaren munch, daran unser 10 liebe fraw ir genad und wunderwerch gethan hett. Er kom zw im und er zaigt im die zungen und hört auch aus seinem münd dasselbe alles das an im geschechen was, und als uns derselb her Johanns gesagt hatt, so was die zunge, die im unser liebe fraw an der abgesnyten würczen oder drum angesaczt hett, vil weisser und schöner denn der alten zungen stumph. Er sagt uns auch das die masen noch gar 16 sichtig wer an der stat, do unnser fraw die zungen an den stümph gesacczt hatt. Desselben wunderzaichen sind gezeugen der [33°] gancz convent desselben chlosters Clunia etc. Das XXIIII ca,-pitel. Adam sacerdos etc. Adam, ein priester und munch unnsers ordens, des 20 ich voran meidung getan hab, der sagt mir aus grosser lieb, das ich yeczunt sagen wird. Er sprach: 'Do ich ein chind der jar was, do hett ich so gar ein unrain haubt, das vor unflat desselben haubts und vor gestanck des grynts die schueler in der schul nicht mit mir lesen wolten. Es was auch das erst gepett, das ich lernt, der englisch grüs "Ave Maria", das ich in meiner chinthait zu gütter mass täglich 25 zw meinem gepet sprach. Als ich nw darnach in einem chloster zw Westval zu der lernung gen schul geseczt was, und alle tag gen der schul und auch zw metten zegeen für ein kirchen, die in unser lieben frauen ere geweicht was, geen müszt, in die selben ich alle fart gieng und grüszt unser liebe frawen mit dreyen ave Marien und mit so vil venien. Darnach eins nachtes was ich wänen, wie das lewtten zw 30 der metten geschechen war, do stund ich auff mit zittern und forchten und maynt ich hett verslaffen. Do eylt ich mit meinem geen und do ich zw dem selben chloster kom und aber darein nach meiner gewonhait geen wolt, do vand ich die kirchen allenthalben verslossen. Do sprach ich nach meiner gewonhait auff meinen chnyen drey englisch grüssz, und als ich auff stee, do fand ich die chirchentür 35 offen sten, darinne solcher schein hymelisch liechts was, das ichs dem sunne schein 1. schreiben. 8. Vor war steht sey gestriclien. 18. Das XXIIII capp. steht am linken Rande. 26. lat.: quotidie transirem per quandam ecclesiam conventualem ex necessi- tate viae. 35. hymelicsch. I, 24. 47 zu niittentag geleichen möcht. Und so ich also forchtsamer in die selben kirche gegangen kom, da each ich vor dem obristen allter syben wunderschon frawen sicczen, und die in der mitte saz, die übertraff die anndern mit irer ciliaren schone, die rüfft mir zw ir und sprach: "Güttes kind, warumb tut man dir nicht zw dem haubt besehung und erczney, als dir not wer ?" Ich antwurt ir und sprach: "Frawe, 5 [34 r ] frewnt haben vil und gros mü und arbait darauff gelegt, und mocht mich nicht gehelffen." Do sprach sy zw mir: ' 'Erchennest du wer ich sey ?'' Ich sprach: "Nayn ich, fraw." Sy sprach: "Ich pin dy mütter Christi und ein fraw diccz gocz- hauses, und seind du gewont pist, mein zegedencken an der stat, darumbe so wil ich dich besehen und gesund machen von dem unflat deines haubtes. Du solt 10 nemen dy frucht des holczs genant und lasz dir noch hewt vor messe dein hawbt zw dreymaln waschen in dem namen des vaters und süns und heyligen geists, zehant so wirst du gesunt werden." Des morgens sagt ich das alles einer gütten frawen, die gierige in das nächste tal dabey und fand die selben frucht die sy pracht und mich in solicher masz, als vor gesprochen 15 ist, domit wusch, do ward ich anderstat gancz gesundt on allen geprechen. Ich han auch syder derselben zeit bisher chaines weetagen noch kranchaitt meines haubts nye gehabt, weder chlain noch gros, wiedoch das in geistlichen orden gar wunderleich sey zugeschechen.' Novicius: Ut video medicina. Als ich nw prüff, so ist nichts hail- 20 wärtiger für die erczney unnser lieben frawen. Monachus: Nee mirum. Nicht lassz dich des wundern, wann sy hat den obristen arezt gepert, sy hat die erczney alles menschlichs geslächt aus irem keuschen leib auff erd pracht, als geschriben ist: 'Die erde wirt pringen ein grünends kchrawt', das ist: die keusche magt Maria wirt aus ir Christum den 25 menschen auff erd pringen. Item Ecclesiastes: 'Altissimus de terra creavit medicinam' etc. 'Der höchst Gott hat aus der erd die erczney beschaffen', das ist: den haylant Cristum hat er aus dem kewschen leib Marie auff erd gesant. Was wunder ist es dann, ob man allzeitt bey ir vindet allerlay erczney, payde leibes und der sele ? Wann sy ist der gart aller edeln gewürcz, wann sy 30 spricht von ir selber: [34 v ] 'Dilectus meus descendit in ortum suum' etc. 'Der mein lieber ist, hat in meinen garten gestigen zw dem gesmachen der edeln ge- würeze', das ist in meinen junckfrawleichen leib. 2. Vor vor steht von gestriclien. 3. saz die was, die übertraff; lat.: unam in medio, quae ceteris clarior erat. 8. lat.: non, domina. 11. lat.: ligni fusilis; das fusilis ist unübersetzt geblieben; in der Handschrift ist dafür ein freier Raum gelassen. 18. ordern. 20. medicina] nach a gestrichen m. 24. 1. Mos. 1, 11. 26. Ecclesiastes] lat.: richtig in Ecclesiastico (Sirach 34, 4). 31. HoheJ. Sal. 6, 1. 32. meinen] am Schlüsse ist n aus einem m korrigiert. 48 /, 24-1, 25. In monte Pessulano etc. Die selbe mütter der parmherczikait hatt ein kirchen in der statt genannt Pessulanus, do ein urspringender prunn der chunst in erczney der hohen schul ist. In der selben irer kirchen tut sy so grosse zaichen mit gesuntmachen und püssung aller geprechen krancher menschen, die sy do 5 selbs in ganczen getrauen anrüffen, darumb dy arczt in der selben statt von neyds wegen sprechen, so dy kranchen, brechenhafften, armen lewt zw im umb rat komen, an den sy chayn gab hoffen: 'Get zw unser frawen in die kirchen etc. und prennt ir ein cherczen, die macht euch Gott gesunt.' Und seind sy den armen kranchen, dy zu in körnen, also in gespot abweisunge geben, dy dann darnach 10 in die selben kirchen zw unnser lieben frawen gnaden komen und sy andächtik- lichen in iren kranchaiten anrüffen, so werden sy dann gewöndleichundgnädikleich von ir erhöret und von iren prechen erledigt. Siehst du und merekest nicht von den krancken, fyebrigen menschen, die unnser frawen do selbs geloben drey sameztag yeden tag bis nach dem undergang der sunnen ze vassten, wie gar 15 pald sy von irem siechtüm des fyebers erledigt und gesundt werdent ? Novicius: Video et miror etc. Ich sich das wol und nympt mich wunder. Monachus: Considera yconam eius etc. Merck und prüft' ir ge- pildnüsz in der stat Sardanay, das verwandelt ist als in fleisch und das davon 20 an ablas öl trophet oder treuphet. Der sach gezeugen sind unzelleich menschen, die von der selben stat wallen komen und das öl, das sy gesehen habent von dem selben unnser lieben frawen pild trieffen, mit in dannen zelande getragen und uns und [3o r ] auch anndern lantleütten und nachgesessen mit getailt und geben habent, das sich dasselbe öl in ettlich ampällen, darinne es gehalten ist, 25 zw fleisch und in fleisch verwandelt hatt, des ich zeug pin und gesehen han. Das auch die krafft des lobsamen Marie nomen des pösen geist vertreib, des sind ebenpild ze hant nachvolgig. Das XXV capitel. Itetulit michi Waltherus monachus. Mir hat gesagt brüder Walther, 30 unnser münch, wie das der tewfel einem pärting unnsers ordens so gar anhäbig und anfehtig war das er weder mit bezaichnung des heyligen kreüczs noch durch chainerlay gepet von im geledigt mocht werden von seiner sweren anfechtung. Er erschain im offt sichtikleich und erschreckt in unmassen seer. Darumb so ward im von einem geistlichen mann geraten er solt im enkegen mit dem englischen 35 grüsz, 'Ave Maria', rüffen. Do er dasselb tet, der tewfel schray, als ob yn ein wintsprew dann fürt und sprach: 'Das in der tewfel schennt und im sein zend auszschlach. der dich das gelert hat.' 3. tu. 6. Vor lewt gestrichen leütten. zw im] lat.: ad se = ad cos. 9. ab Zeilenende. 11. iniren. 18. ycomam. :?0. treuphet] p über ff korrigiert. 34. geistlichen] -Das ursprüngliche m ist in n korrigiert. /, 26. 49 Das XXVI o&^itel. Jnclusa quedam sicut michi retulit supprior noster etc. Es was ein beslossen klosnerinn, als mir unnser supprior und der preyal gesagt hat, der ir chuntschafft und gelegenhait weszt. dy was lang zeitt von dem pösen geist betrogen, wann ir was von Gott nicht geben die erkantnüsz gütter und poser 5 geiste. Des erschain ir der pos geist offt, mit falschem, chlaren schein umbgebeu, in gestalt eines gütten engeis, domit er dann mit zu reden kom als mit einer ainfaltigen, siechten frawen. Eines tages kom er aber zw ir und sprach: 'Nu küm ich und wil dir geben deinen Ion.' In der zeit kom ir peichtvatter zu ir, der fragt sy wie sy sich gehabet. Sy antwurt im: 'Ich mag zum pesten.' Der priester als 10 ein weiser man vernom ir wort und merckt ir hoffnung. die sy hett, und die ursach ires [35 v ] getrauens, das sy als auff einen glitten engel hett, und fragt sy von der sache. Sy sagt im, wie das sy von dem engel Gots offt und dick be- schawet und getroszt wurd. Der priester wesst wol aus der 1er des heyligen zwelf- poten sand Pauls, das sich der tewfel verwandeln mocht in einen engel des liechts 15 und grossz chlarhait, und er sprach zu ir nw fürbas: 'Wenn dich derselb engel mer haimsücht, so sprich zu im: "Mein herre, ich pitt dich das du mir unser frawen, die hymelküniginn Mariam, wellest zaigen." Wenn er dasselbe tut, und so du denn ein soliche gestalt einer chlarn junckfrawen sehen wirst, als pald du die selben gestalt erplickest, so vall nyder auff deine knye und sprich sy 20 zegrüssen: "Ave Maria" etc. Und ist das, das sy über den selben deinen gesprochen englischen grüs dir bestett und nicht von deinen äugen flüchtig wirt, so ist es chain gespenst, ist des nicht, so wisz das du von dem teüfel betrogen pist, der dir also in gespott zw secczet.' Do sy doch das nach sölicher anweysung irs peicht- vaters getan hett, do antwurt ir derselbe teüfel und sprach: 'Was begerst du sy 25 zesehen? Dich sol wol an meiner gegenwürtikait benügen.' Die chlosnerinn liesz nicht ab in anhabikleich zepitten, das er ir unser hebe frauen zaiget. Des verwandelt sich der tewfel und warff ir für ir äugen ein gestalt von teuflischem werck einer wunderschönen junckfrawen. So pald sy die selben junckfrawlichen gestalt erblickt, zw stünden viel sy auff ir chnye und rüfft den englischen grüs 30 und sprach: 'Grüszt seist, Maria vol gnaden.' etc. Zestund verswand das selbe tewflisch gesponst. Doch als der selbe poste geist also von ir schyed, erschreckt er sy so swärlich, das sy von synnen kom und in einem halben jar chaum [36 r ] ir krafft und vernunfft wider bringen mochte. Sichstü nw wol, wie in so gar groszer achtperkait und birdekait sey der 35 lobsam süsze nam Marie ? 1. Das steht am Ende der Schlußzeile, XXVI capp darunter in der nächsten Zeile mit Absperrungszeich-en. 2. quidam. 11. lat. responsionis fiduciam eius considerans. 28. Vor teuflichen gestrichen tewflischs. 30. grüs vnd ir augö vnd sprach; lat.: angelicam salutationem proferendo. Deutsche Texte des Mittelalters. XXX. i 50 /, 26-1, 27. Novicius: Bene video etc. Ich sich es wol und wil auch aus den vorgesagten iren exempel und ebenpilden die krafft irs hochgesegten nomens wol dabey mercken. Monachus: Invocacio huius nominis etc. Die anrüffung desselben hochgesegten nomen Marie macht nicht allain unkrefftig die anfechter der menschen gemüt, das sind die tewfel, sunder auch die unkewschen anfechter geen frawen, als du hernach wol hörest. Das XXVII ca-pitel. Matrona quedam cuiusdam honesti militis uxor etc. Ein 10 ersame frawe was eines frummen ritters hausfraw, die ward von cinplösen und schünttung des posen geists angefochten und enzündet so ser in unkeüschs das sy einen andern man in unkeüsch zu ir liesz. Darnach in churcz zeitt von gütlicher gnaden eingiessung ward sy zw rew und layd über die selben sünd innikleich peweget und widersagt dem selben eeprecher, der mit ir gesundet und auch sein 15 ee geprochen hett, gancz und gar ab, das sy fürbas nicht mer ir ee mit im prechen wolt wider Gots gepott. Er hat sein aysch und Wartung, bis das derselben frauen man nicht zw haws was, do gieng zu ir in ir haws allain, und so er sy doselbs auch allain fand, do begert er an sy der unkewsch mit gewondlichen worten, als er vormals gen 20 ir geredt und sy angesucht hett. Und so die selbe fraw im das also versagt und in nicht zw den sünden mer lassen wold, do versucht er sich mit allen seinen krefften in gewalt sy darzu ze dringen, und do sy seinen krefften nicht widersteen mocht, do nam sy ir ein zwflücht zw der mütter aller kewschs, junckfrawn Marien, und ermant die mit solchen worten und sprach: 'Ich pitt dich, raine magt Maria, 25 das du mich in chrafft deines heyligen englischen[<36 w ]grüsz, "aveMaria", von der not erledigest.' So snelle zu den selben worten des heyligen englischen grüs ward der selbe eepruchig ritter on aller seiner krafft machtlos, das er derselben frauen nichcz mer getün möcht, noch auch hinfür zu ir sölicher süntlicher Sachen nymmermer versuchen mocht noch getorst. 30 Novicius: Benedictum sit nomen Marie. Monachus: Quod eciam virtute in vocacionis eiusdem sanc- tissimi nominis Maria, Das auch in chrafft der anrüffung desselben aller heyligisten namen Maria die geslosz und pannt der gevangen leüte auffgelöszt und die gefangen erledigt werden, das wil ich dir durch ein ebenpild offen- 85 baren. 8. cap. 13. ein am Zeilenende. 17. lat.: mariti absentiam observans. 20. hett] e aus a korrigiert. I, 28. 51 Bas XXVIIj capitel. Eodem tempore, quo dominus Engelbertus etc. Zw der selben zeitt do her Engelbrecht, bischoff zw Cköllen, ein vessten von newen dingen gepawet hett wider einen edeln man genannt Gebhardus, do was ein junger ritter, der wollt im vor derselben vessten vor andern aus dem selben her einen 5 rüm und preys machen und verrantt sich, das er doselbs gefangen und lang zeitt in eysen und fäncknüsz gehalten ward. Do versprach er und gelobt ein summ gelts zegeben, das er der väncknüsz möcht ledig werden, darauff ward er aus dem turn und kärcher gezogen und ward in das ober haws in eysen und väncknüsz mit gütter hüet geleget. Eines nachtes do er slaffend was und sechs geraisig mann umb in 10 lagen in der hwte, das er nicht solt danne komen, do rüfft er innikleich und heym- lich an unnser liebe frawen umb erlosung aus seinen pannden. In dem ward er entslaffen, und also ward er sich sehen danne gefürten in unnser chloster, und wie er darinn wäre und wider daraus gen wolt, do sprachen zwen münich zw im, die sein geporn frewnde warn: 'Ir sült nicht ausgen, ir wellet dann herwider 15 körnen, wann die heylig junckfraw Maria von Hesterbach wirt euch von ewrer väncknüsz ledigen,' wann also ist unser chloster Hesterbach genant. Und in dem [37>] ward der gefangen erwachen und sich des trawms erfrewen, doch gedacht er auff die sach, ob im das also in warhait fürköme, oder ob es ein trüg- nüsz wäre, und wolt des an ein warhait und wissen komen. Und do er zu den 20 fuszeisen haimlich und still sein hant sendet, do zoch er einen der füesz an alle mw aus dem eysen und in gleicher leichtikait ledigt er auch die hant aus dem eysen, dasselbe hett er vormals offt versucht, er mocht aber bis auff die zeitt nichts geschaffen. Und also von dem chklanch der fueszeisen und hanteysen ward der hütter einer erwachen, des erschrackt er sere und wolt das fueszeisen 25 wider an den fües haimleich gelegt haben, des mocht er nicht tun, dobey verstund er doch unnser lieben frawen hilff und wunderwerch, die sy an im tun wolt. In dem ward der benant hütter widerslaffen, do nam er des war und erhüb sich stille auff und nam die ketten des füszeysen in ein hant und liesz sich an ainem leylachen durch ein fenster aus der festen und floch dannen. Do des die 30 hütter gewar namen, do eylten sy in und nachfolgten im mit huntten und mit horenplasen und mit grossem geschray, aber die menschlich hannde mocht in nicht begreiffen, den die götlich krafft in seinen scherm het empfangen. Er kom also an der selben flucht zw uns in unnser goczhaus und pracht mit im die eiserein ring zw hennden und fueszen, darinn er gefangen gelegen was, und oppfert die 35 selben ring auff unnser lieben frauen allter und danckt domit irn genaden, das 1. Die Kapitelzahl ist auf den noch freien Raum des neuen Kapiteltextes hinter etc. eingefügt; es war da aber nur noch Platz für die Zahl. - XXVIII korrigiert aus XXVIIII. 7. ver Zeilenschluß. 20. des aus das korrigiert. 24. Vor der steht gestrichen f. 31. nachfolgtem. 35. Vor zw steht gestrichen: auff vnns' liebe frawen allter vnd danckt domit. 4* 52 I, 28-1, 29. sy in also aus den selben panden erledigt hett. Das ist geschienen in dem jar der gnaden, do man zalt tausent zway hundert und newn und zwainezig jar. Novicius: Quia eosdem circulos vidi, amplius etc. Seind ich nw die selben czirkel und eysereinn pant selber doselbs gesehen han, [37°] 5 darumb so gelaub ich das dester pas also geschehen sein. Monachus: De hoe, quod timores pellat nomen Marie etc. Das auch der hochwirdig name Maria die schedlichen forchte vertreib, wo der genani wirt und angerüfft wirt, wil ich dir das offenbaren das ich newlich davon gehört und vernomen han. 10 Das XXVIIII cap^eZ. In Polege, villa diocesis Treverensis etc. In dem dorff Polege, das in dem pistumb zw Tryer ist gelegen, do besasz ein priester ein pfarrer, der was eines cheüschen leben und was auch noch alle, sein lebtag in unkeüsch nye vermailigt worden an seinem leib. Eines tages fügt sich, das ein pärting unnsers 15 ordens gen im zw herberg auff genommen ward, den er übernacht behawst, und under andern lieb kosungen von Gott sprach der selb pfarrer zw im: 'Ich han euren orden sunder lieb für annder orden, wann mir ist vil gutes davon geschechen. Ich han davon die loblich antiffen unnser heben frawen "salve regina", und was mir durch die selben loblichen antiffen ergangen sey, das wil ich offenbarn. 20 Ich pin gewon, dieselben antiffen "salve regina" zu allen hören meiner tagzeitt zelesen und als ich eins tages über feit gieng und wolt haimsuchen ein chlaus- nerinn, die wonend was allain bey einer kirchen, do wurden sich do erheben so grosz ungestüm ungewiter, doner und pliez mit ungefügem regen, das mir die mein krafft benömen zu geen, das ich verleczt mit grosser mw und arbait doch 25 zu der kirchen kom mit forchten, darein ich gieng und naigt mich mit meinem gepett für den allter und was pittent unser liebe frawen das sy dasselbe ungefüge weter mit iren gnaden zestört. Und so ich also knyet in meinem gepett, do er- schain mir ein wunderschönes junckfrawen pild, das kom von dem alltar zw mir geen, darab mich grosz wunder nam von irer unmässigen grossen schön und 30 zierde und ge-[3S»']dacht wer sy sein möcht. In dem sprach sy mir zw mit solchen Worten: "Seind das ist, das du die antiffen '"salve regina'" so gewöndleich und täglich als offte von mir sprichst, mir zw lob und zu eren, darumb so soll dir hinfür nymmer chain doner noch ungewiter chainen schaden pringen, domit du offt und dick in sorgen und forchten gewesen pist." Und domit gieng sy wider 35 von im auff de«, altar und verswant vor seinen äugen. Dobey ich zehannt wol verstund, das sy es gewesen was, die milt, die gütig und süsz junckfraw Maria.' K. genantwurt wirt. 10. capp. 24. lat.: veniens tandem cum multo labore. 27. wetet. 30. Vor ge-[3] complet gesungen hett und in ir schlaff- gellen waren gegangen, do wolt die vorgenant gustrinn durch die kirchen an die 25 zellen waren gegang , kirchtür, dadurch sy wolt ausversprochen stat gangen sein, do sane sy an uei ^ j gangen sein, unnsern lieben herren Jhesum Christum mit ausgespaniien armen, gecreüczten an der kirchtür sten. Sy besucht alle ander kirchtür, dadurch sy Lohte ausgeen, do fand sy des gleich den chreüczten unsern herren, a ls an der 4. dein, lat.: species mea. 6. lat.: accede ad me. 8. warten. überlieferten, die eine ^^Z^geclnt etc. MDCCCLI. ton, II, 41 se q ,, die . . dudogus ^ ac ^ u \ ed -^ 0S ;f' r ^ schrift de s Caesarius (= /). Dieser letzteren steht zueite steht z B. in der *™*™^'f ~£ Johann Hartlieb, über sein Leben und Hartliebs Übersetzung sehr nahe, vgl. Dres ™X^ VJ „-,,, schriftstellerische Tätigkeit. Euphorion, Bd. JCA K7 o ,j. 22. Vor solt gestrichen wold. Sy versprachen sy 23. gustrinn] lat.: (sanctimonialis virgo) erat emm custos ecclesxae. 28. ander] e aus r korrigiert. 56 I, 33. I, 35. ersten tür, mit ausgespannen armen an dem chreücz hangen. Do erschrackt sy seer und kom wider zu ir selbers vernüfften und sprach: 'Es ist villeicht nicht Gots wille, das du indert geest V Sy was gewon dieselbe junckfraw alle tag ein besunder gepet zepetten von unsers herren leiden, dadurch sy unser herre mit 5 so genädiger Warnung belönt und vor solichem übel behütt. Do geng sy darnach forchtig und zittern und strewt sich zu der erden für unnser lieben frawen pilde gnad von ir ze pitten, und do sy wider auff stund vom gepet, do slüg sy unnser lieben frawen pild mit einer hant an ir wang und sprach: 'Törinn, wohin wildu aus deinem orden geen 1' Derselbe packenslag des pildes unnser lieben 10 frauen was so krefftig das die junckfraw davon zu der erden viel und also ligen belaib biz auff metten zeitte. Do funden sy die andern ir geswestern in grossen unkrefften allso ligen, dy trugen sy an ir rw und speissten sy mit labung essens und trinckens. Und also kom sy wider zu ir selber und ward wider reden und sagt irn swestern, wie es ir allso von anfang zu ennde ergangen was. Wann ein 15 swärer siechtumb wil ein swäre erczney haben. Novicius: Valde attendere debet sexum virilem etc. [40 v ] Es sol pilleich alle manne gröszleich in unnser lieben frauen lieb enzünden, darumb das sy den obgenanten ritter so parmherczikleich von seiner grossen und sched- lichen anfechtung hat erledigit, und auch das sy der vorgenanten chloster- 20 frauen wange slüg, wann ir paider, des ritter und auch chlosterfrawen, willen pos und verchert warn. Monachus: Magis enim decet etc. Es ist mer zimlicher, das ein fraw ein diern umb ir missetat kestig und straffe denn einen irer knechte. Novicius: Placet, quod dicis etc. Es gevellet mir wol, das du also 25 darzu sprichest etc. Monachus: Quod pusillanimes per eam confortentur etc. Das die chlainmütigen menschen durch unnser liebe frauen getrost und ge- sterckt werden, das vindest du an dem hernachgeschriben ebenpild. Das XXXV capitel. 30 Miles quidam juvenis etc. Ein junger und wollustigs lebens ritter bekert sich von der werlt und ward in dem chloster Hemmerode unnsers ordens 8. Vor einer gestrichen unnser lieben frawen. 9. Vor geen gestriclien hin. — Der Zeilenschluß. 10. wa. 16. Monachus. 20. ritter] vgl. S. 55 Z. 21: priester. 26. Diese Worte des Monachus beschließen z. B. bei Strange im lat. Texte nicht dieses XXXIII, sondern sind der Schluß des XXXIV. Kapitels: 'Item de Beatrice Cmtode'. Dieses selbst ist hier bei der Übersetzung ausgelassen, ebenso auch bei der Zählung. — E* fehlt ebenso in I und der ihm nahestehenden Gruppe. 29. capitel fehlt. Die Zahl ganz eng am Band auf den kleinen freien Baum auf der Zeile nach ebenpild zusammengedrängt. /, 35-1, 36. 57 ein pärting. Der ward von einem anndern seinem mittritter gefragt wie im der orden geviel. Er antwurt im und sprach: "Gar wol gevellet mir der orden, ich mag auch wol an der krafft von gnaden Gots, aber ettlich zeit han ich tibel mögen.' Er wart gefragt von was sachen wegen er übel gemögt het. Er antwurt: 'Do ich des ersten mich von der werlt bechert und in den orden kom, 5 do warn mir die wachen zu der metten so gar swär und widerwärtig, iind wenn ich zw metten geen solt, so hett ich darab als grosz verdriessen das hercz und krafft davon swelckt. Und eines nachts kom mich untter metten in dem chor so grosz unkrefft an das mich der preyal aus dem chor in das siechhaus fürt, wann ich vor kranchait nicht gesteen mocht. Des ward ich in dem geist enzuckt, 10 do erschain mir ein wunderschöne, chlare [41 r ] fraw zwischen mir und des chores auff dem weg geend, und do die selbe frawe zu mir nähent, als ob sy etwas genötigs bey mir zeschaffen hett, rürt sy mich bey meinem chlayd, davon ich solche chraft und sterck gewan das ich von der selben stund und auch hinfür mit grossem wollust bey den metten und andern tag zeitten bestund. Und ich 15 hoffe dieselben allerschönist fraw sey die mütter Gots gewesen, die alle chlain- mütig lewt stercket, das sy in iren anfechtungen icht überwunden werden.' Novicius: Placet quod dicis. Die red gevellt mir wol. Monachus: Quod vero pro suis vicys eiecti de ordine etc. Das auch etlich, die umb ir missetat aus dem orden geworffen und versant 20 werden, mit hilff und parmherczikait der mütter Gots wider eingerüfft und auff- genomen werden, das beweist dir das hernachgeschriben ebenpild. Das XXXVI capitel. Eodem tempore etc. Zu der zeit do Daniel, ein münch zu Hemmerode, ein slechter und gerechter man, in sein leczte kranchait viel, do was auch bey 25 im in dem selben siechaws ein ander münch mit der Wassersucht bekrenchet und gepeynigt und was des ordens ein priester, doch was dannoch nicht leger- hafft an seiner kranchait, sunder er mocht dannoch wol geen. Der nähent zu der legerstatt des vorgenanten kranchen Danielis und hört von im soliche wort: 'Der münch hat unnser heben frauen wol zedancken, wann er von hilffe irer gnaden 30 wider in sein chloster ist auffgenomen, wann er was von schulde wegen seiner missetat und pöser syten wegen aus seinem chloster gestossen, und darumb rüfft er tag und nacht an unnser liebe frauen, das sy im wider ein hülffe. Zu der zeitt irs gemainen capitel do kom er mit grosser gepet und [4P] die- müttikait an seinen appt und altväter, das sy in wider auffnemen. Die ver- 35 3. lat.: bene haben, sod per tempus valclo male habui. 8. lat.: corpore quam corde tabescerem. Das s in eines ist aus e korrigiert. 11 — 12. Statt mir in der Hs. Lücke; lat.: per viam quae erat inter nie ei chorum. 16. chlainmütig] am Ende e gestrichen. 34. Vor capitel steht gestrichen artikel. 58 J, 36-1, 37. sagten im das und sprachen wie das er unsträffleich wer etc. Und do im also versagt ward, do erzürnt er sich gen unnser heben frauen, das sy in in seinem anrüffen umb die sach nicht erhört hett, und was er ir vorher gewonlicher dienst getan hett, die nam er ab und enzoh ir die alle. Darnach ward in das gerewen, 5 und was er also versaumpt hett, das erstatt er alles wider und dient ir wider als vor, domit nam urlaub und hüb sich wider haim zegeen zu seinem chloster. Doselbs er aber gnad und parmung süecht, doch ward er des verzigen. Aber allain der abbt, der im etwas günstig was, gab im den rat das er den erczpischoff zw Tryer umb füderbrieff solt anrüffen, und also erwarb er die selben füder- 10 brieff an den appt und convent, domit er wider eingenomen ward. Monachus: Vis nunc noscere? Wilt du nw wissen, wie gar mit inniger begir sy ir liebhaber liebhab und wie sy die selben eer, und wie mit so gar wündergrossen, lobleichen Offenbarungen sy die selben ere ? Novicius: Talia audire etc. Soliche ding zehören ist mein speys. 15 Monachus: Quo dicturus sum. Das ich dir sagen wil, das han ich von manges erbergen menschen mund gehört. Das XXXVII capitcl. In Lombardia quadam domo ordinis nostri etc. In dem lannde zw Lamparten in einem chloster unnsers ordens was ein münch,derunnserliebefrawen 20 die magt Mariam so inhiczikleich lieb hett, das er nicht an gehörn mocht, wo gelesen oder gepredigt ward mit zweifelung von unser lieben frauen leiphchen enpfachung in den hymel. Der selbe münch was pittend seinen appt an dem abent der schidung unnser frauen, das er im den selben unnser heben frauen tag erlaubt zw eren auswendig seines chlosters einen münchhoff, der irs chlosters 25 was nahent gelegen [42 r ~\ und sprach zw im: 'Lieber herr und vater, ich mag nicht angehören die predig sand Jeronimi, der auff zweifei von der selben unnser heben frawen schydung und leipleich in den hymel emphahung schreibet.' Er was ein hoffmaister desselben ires münchshoff. Des erlaubt im der appt und gab im das urlaub, wann er wolt sein heylikait nicht betrüben. Do er dar- 30 nach in den münchhoff kom, do zuckt in der engel Gots wunderleich und fürt in vil nah ein tagwaid von dannen zu einer klainen kirchen. Aber sein pferd, darauff er gesessen was, und auch sein chnecht die beliben daheim auff dem münich hoff und wessten nicht, wohin und von wem er also danne gefürt und gezuckt ward. Und do der selbe münich allso bey der kirchen nider gesaczt 1. unsträffleich] lat.: incorrigibilis. 3. hett] Das e ist aus a korrigiert. 4. entzah. 5. aller. 16. menschen darüber geschrieben. 24. lat.: ut sibi liceret ire ad vicinam grangiam. 32. daheim] Das o ist aus i korrigiert. 33. er fehlt. I, 37. 59 ward, do nam in ser wunder, wo und an was statt er doselbs war. In dem do gieng gar ein scheyniger, köstlicher junge aus der kirchen zu im und sagt mit vernemlicher red, wie das im unnser liebe fraue gepüt das er zu ir snelle in die kirchen geen sold. Er gieng zehannt zu irm gepot, und do er in die selben kirchen kom, do sach er die hymelkünigin Mariam mit irem erchlerten leichnam auff 5 einem wundergezirten stüel siezen, doselbs auch umb sy zering gesessen warn mangerlayer orden heyligen. Und was auch an dem tag, als umb die newnden höre in grüszt die aller säligist, kewsche magt Maria gar gütlich und sprach zu im: 'Berhtram, du wirst hye pesser predig von meiner sehydung hören dann die predig Jeronimi sind.' Do die selben umbsiezenden heiligen die none gelesen 10 hetten, do sprachen sy auch die anndern tagzeitt, vesper und complet. Es was auch der gesanck der selben lieben heyligen so süsze das es kain menschen stymme nicht volsagen möchte. Darnach erbot sy im irn allerchläristen schein und frölichisten anplick und sprach mit solicher frölicher stymm [42 v ] zu im: 'Ich wais wol warumb du nw zu der zeit aus deinem chloster gangen pist, du 15 solt das in warhait wissen und genczleich gelauben, das ich mit payden, leib und seel, geklärten und an dem vierezigisten tag meiner sehydung von dem tod erkücht sein.' Novicius: Hys verbis concordat visio domine Elizabeth. Den worten ist mithellig die erscheynung und sehung frawn Elizabeth von 20 Schönaw, darinne mit sämlichen worten gelesen wirt, wie ir unser liebe frawe in solicher weyse und mit solichen worten irer urstend zw gesagt hab. Monachus: Maiorem judico visionem etc. Ich acht die hernach- geschriben erscheynung noch grosser denn die zwo vorgenanten. Die quadam angelus domini etc. Eines tages der engel Gots gab 25 im ein zaichen von seines appts wegen, das er zu der porten geen solt. Der selb münch er nach volgt dem vorgeer, und so er pey der porten seinen appt nit fand, do zuckt in auff der engel und fürt in auff ein veld. In wundert und gedacht wo hin er scholt gefürt werden. Do komen sy zu gar hohen pergen, und so er über die selben hohen pergen körnen was, do fürt in der engel an die aller 30 wunniklichisten statt mit manigerlay pawmen, fruchten und plümen geziert, das was das irdisch paradys. Und under andern dingen, die er do selbs beschawt, sach er auch zwen wunderscheinig allt manne, Enoch und Helyam, die selben hyelten in iren hennden ein grosz püch, mit guidein puchstaben geschriben, darinne nwr ein läres platt ungeschriben was. Und der engel sprach zw im: 35 'Dicz ist das püch der fürsehung und innhaltet alle nomen der gerechten, behalten 1. ward, das d wieder gestrichen. 6. Vor sy steht gestricJien die. 17. geklärten] ge Zeilenschluß. und (2.) bis sehydung ist zweimal geschrieben. 20. erscheynung] er Zeilenschluß. 22. Vor irer steht gestrichen gelesen wirt. 33. Erst war wunderschön geschrieben, dann ist ön in einig korrigiert, das e Zciclien über dem neuen e ist jedoch geblieben. 60 I, 37. menschen, die von angeng der weide bis auff diezeitt geporen sind. Wenn aber das ain plat, das du ungeschriben schawst, volkömen und volschriben wirt, so müs die werlt zergeen.' Und sein nomen zaigt im der engel in dem [43 r ] selben püch geschriben. Do er den geschriben frölich gelesen hett, do sprach aber der 5 engel: 'Nymmer ewiklich wirt dein nomen aus dem püch getilget.' Disz ist das püch, davon David in dem psalm spricht: 'Et in libro tuo omnes scribentur. Herre, in deinem püch werdent alle die deinen geschriben und bezaichent'. Was ist es aber, das der selb prophett David von den verdampten spricht: 'Deleantur de libro vivencium etc. Sy süllen ausgetilgt werden von dem 10 püch der lebenden und nicht geschriben werden mit den gerechten.' Monachus: Psalmista hie loquitur. Der prophet David redt alhye, nach dem als die hoffent, die sich irer gütten werch und gerechtikait uber- nement und maynent das sy in dem selben püch geschriben steen. Das auch in dasselbe püch kain ungerechter geschriben werd, das weist der propAet 15 David, in dem als er darnach spricht: 'Und die süllen mit den gerechten nicht geschriben werden.' Novicius: Placet quod dicis etc. Mir gevellet wol was du also sprichest. Monachus: Tempore quo dam etc. Zu einer zeitt do derselb Ber- 20 tram in seinem gepett was, do sach er die säligen Gots gepererinn Mariam gegen im über auff einen grünen, wollustigen wasen steen, daraus ein frischer prunne mit goltfarbem wasser gewaltikleich entsprang und tailt sein flüsse der päch- lein, zu seinen füessen zu lauffen, darinne die griessstaindlein alle edel gestain warn. Und so er also ab dem gesieht wunder nam, do sprach zu im dieselb unser 25 liebe frawe: 'Nosti, Bertrame ? etc. Hastu verstanden, Bertrame, was die gesehen ding bedewtten?' Er sprach: 'Fraw, ich verstee des nicht.' Sy antwurt im: 'Der prunne mit dem flüsz des goltvarben wassers bedewt den graben orden von Cistercz, recht als das golt all ander gesmeyd fürtriff et, also auch fürtriff et derselb grab orden all ander orden in der heyligen, kristenlichen kirchen. Wie 30 doch von anndern orden auch eins grossen [43 v ] tails sy zu mir fliessen, ye doch von vortail besunder lieb wegen, so der grab orden zu mir hat, so sind sy tag- leich zu mir fliessend. Die stayndlein, die du in dem pach gesehen hast, das sind die besunder mein frewnd in dem graben orden, die mir inhicziklicher für die andern dienent.' Und also verswant sy aus seinen äugen. Die geschieht alle 35 sind unnser abpten und altvättern in unnsern gemainen capiteln fürbracht und gesagt worden. 2. Vor wirt steht gestrichen ist. 4. den frSlich geschriben; tat.: quod cum laetus legisset. 5. dij5, also eigentlich = diRer. 6. Ps. 139, 16. 9. Ps. 69, 29. 13—14. in auch. 14. propfet. 19. Monachus fehlt. 22.-23. lat.: Et ecce fons . . . rivulum suum ad pedes eins dirigebat. I, 37-1, 38. 61 Novioius: Miror si aliquas etc. Mich wundert ob ein solicher heyliger man icht ettlich anfechtung in dem orden gehabt habe. Monachus: In principio conversionis sue etc. In dem anfang seiner becherung, als ich gehört han, so ward er in der kchoste oder des ordens pfründ vil angefochten als ein edler, chlarer und zarter man des leibs. Do er 5 das dem appt sagt, do verstund er aus der rainikait seiner gewissen das der heylig geist in im wont. Respondit abbas. Der appt antwurt im: 'Pitt Gott, wes du wellest, er versagt dir sein nicht.' Oravit ille, erat etc. Er pat zu Gott und ward erhört. Von der selben zeitt gewan er sölich wollustikait in des ordens chlosterpfrunde, das er dem appt an ligend was umb erlaubnüsz einer 10 abnemung der selben pfründ an seinem leib. Novicius: Beati sunt chlaustrales etc. Sälig sind die chlöster lewtt und geistlicher orden, die mit der hymelkünigin zu solicher gehaim und trostleichen erscheynungen mit irem verdienen körnen und zw gelassen werdent. Monachus: Non solum claustrales etc. Nicht allain chlosterleich 15 und geistlich lewtt, sunder auch wertlich person, die dy mütter der schönen lieb liebent, die selben auch sy liebet und eret. Ex quibus occurrit etc. Aus den dingen mir begegent gütter gedächt- nüsz Walther, davon ich vormals gesagt han, den nicht allain personen nydererz ordens, sunder auch künig, fürsten, edel und unedel eerent, wenn sy hörent die 20 grossen [44 r ] gnad und guttat, die im die mütter der parmherczikait erzaigt hatt. Novicius: Cuius fuit professionis etc. Eins wiegetanen lebens der selb man gewesen sey, han ich aus den vorgeschriben dingen wol vernummen, was lebens er aber vor her zu, ee dann er in den orden für, an im gehabt hab, das beger ich zewissen. 25 Monachus: Quitquid de illius actibus etc. Was ich von desselben wercken wirdig seiner gedechtnüsz erchant han, das wil ich dir in trewen zu sagen offenbaren. Das XXXVIII capitel. Igitur Waltherus de Wirbeck etc. Walther, von Wirbeck dem 30 dorff geporen, was ein gar reicher, mächtiger und edel man, des herczog Heinrichs von Löwent vetter, do der in wertlichen eren und lussten ritterleichs lebens pflag und an seiner wesenleichkait an dem pessten strenge und manhafft was, und do bey von jugent auff gewönleich unser Hebe frauen anrüfft und aus inniger seines herczen gier liebhaben, und sy mit vasten, allmüsen und meszfrümen 3E gewondleich pflag zu eren. Und wie doch er des leibs vast genaigt und ergeben was zu stechen und turnieren, so was er doch mit dem herczen gancz in unnser 8. Er fehlt. 10. ut de licentia maioris abstinentiae abbati foret importunus. 16. wertlich (= tat.: saeculaiis) hier und 32 nicht geändert in werltlich mit Rücksicht auf 149, 3; vgl. auch 107, 28; 110, 29; 146, 35; 248, 3. 32. Lönent. — lat.: Ducis Lovaniae. 62 I, 38. lieben frawen dienste. Zu einer zeitt do er sich berait und eylt zu einem turney und hett mit im vil ritter in seiner geselschafft auff dem wege und komen under- wegen zu einer kirchen, darinn ein mesz solt gelesen werden, er ermont die selben sein mitgeferten, das sy mit im wolten messe hören, des sy doch nicht 5 tun wolten und maynten es prächt in versaumpnüsz ires wegs. Sy schyeden von im. Er belaib bey einer messe, die doselbs in unnser lieben frauen ere gesungen ward nach seinem haissen, dobey er oppfert und sein gepet sprach bis auff ennde derselben messe. Darnach volgt er allein hynnach zu dem turney, und so er hyn zu nähent, so begegent im ettlich von dem turney, die fragt er 10 ob der turney angehaben wer. Sy sprachen [44 v ] er wer geschechen. Er fragt wer das pesst do getan hett. Sy sprachen: 'Her Walther, im gibt yeder man den preys, für all ander und ist von manikleich gelobt worden.' Auch ander lewt, die im begegenten von dem selben turney, wurden von im gefragt, dy antwurtent im desgeleichen. Er erschrackt darab und nam in wunder wie das 15 also körne, seind er selbe doch nicht pey dem selben turney gewesen war. Und also was das geschechen von unsäglicher güttikait der junckfrauen Marie, die wolt iren ritter, der an irem dienst die selben zeitt andächtikleich bey der mesz gestanden und auff das end belyben was, auch widerumb in dem turney eren und sein stat mit wunderwerchen doselbs verwesen. Doch do er also zu der 20 stat körn, do wappent er sich und kom auch in die schrencken, er begeng aber nicht grosz mit sein selbs leibe. Nach dem derselbe schympff ein ennde nam, do giengen und komen ettlich ritter zu im in sein herberg und wurden in pitten das er in guttig wäre. Er sprach zu in: 'Was ist die sache ewrer begerung und pittens?' Sy antwurten: 'Ir habt uns hewt gefangen, des pitt wir euch, das ir 25 uns wol handelt.' Er laugent des und sprach: 'Ich hab euch nicht gefangen.' Sy antwurttend im: 'In warhait, wir haben euch hewtt gelobt und unnser hennd geben und geraichet, wir haben doselbs ewr ritterleich wappen gesehen und haben ewr stymm do gehört.' Und also verstund er wol dobey, das es geschechen was von gnaden der küniginn Marie, die er dieselben weil geeret hett mit einer 30 gesungen mesz und mit seinem innigen gepette. Novicius: Cum sit mortale peccatum. Seind das ein tödleich sünd ist dem der solicher turney phligt, wie mochten dann des benanten ritter „ Walthers gepett und oppher in solicher weis gefallen' ? Monachus: Duo ibi committuntur mortalia peccata etc. In den 35 selben turneyen werdent zwo todsünd begangen, die hochfart und un-[45 r ] gehor- samkait, die hochfart, wann das geschieht umb werblicher eren und rüems willen, die ungehorsamkait, wann das wider die gepott der heyligen kristenleichen kirchen ist. Wann die in den selben turneyen ertöt werden, den ist die kristen- 20. Vor begeng steht ein aus ge korrigiertes und wieder gestrichenes be. 21. lat.: nihil magni illic egit. Ludo vero expleto. dem und dem und derselbe. 24. Vor habt steht gestrichen hast. 32. lat.: cum sit mortale peccatum, ire et exercere tornamenta. /, 38. 63 leich begrebnüsz in die freythove versagt zegraben. Seind auch der dienst der selben gesungen messz dem benanten Walthern mocht verdientleich gewesen sein zu dem ewigen leben, ob das in heb Gots geschechen und gewesen war, so ist der selb unser lieben frauen geschechen zu eren und dein Walthern zu zeitlichem Ion, wann solichen gütten werchen, die in todsünden geschechen, nach- 5 volgt der zeitlich Ion. Auch weisent ettlich aus den schrifiten das solich gütte werch in todsünden machent den menschen schickleich zu enpfahen die gnade Gots. Das es war sey, das bewäret das hernach geschriben ebenpild. Aliud exemplum. Cum alio quodam tempore etc. Do zu einer andern zeitt der selbe 10 ritter Walther auff einen jarmarckt körnen was, und do er mit vil andern rittern und chnechten messe hört, und als der selb priester in der Wandlung den chelch auff hüb, do sah er under desselben priesters füessen ein guidein chreücz, daran was ein zetel oder ein priefel geheffet, daran solich wort geschriben warn: 'Crucem hanc etc. Dicz kreücz soltw tragen durch meinen, Marie Christi mütter, willen, 15 die zetel sol geben werden meinem frewnt, ritter Walthern.' Do nach derselben messe der priester die selben zedel under seinen füessen fand und gelesen hett, do staig er auff den predig stül und rüfft mit lautter stymme: 'Ist yndert hye ein ritter genant Walther von Werbreck ?' Do sprachen ettlich: 'Nym war, hye stet er.' Do nam in der priester zu im an ein ort und gab im das kreücz 20 und sagt im dobey wo er das funden und wer im das gesant hett. Er nam das kreücz mit freüden, und darnach zehant für er in den graben orden zum [45 v ] chloster Hemmerode und gab dosselbe chreücz dem appt do selbste. Darnach in chürcz sand die gräfinn von Holland ir erberg potschafft zu dem appt und convent doselbs, das sy ir dasselbe kreücz umb irer fleissigen 25 pet willen geben wolden. Der convent antwurt irn poten: 'Wir haben des chreücz nicht macht von uns czegeben dann mit willen Walthers,' und sy hofften er scholt seinen willen darzu nicht geben. Die potschafft kom an bruder Walthern, do antwurt er und sprach: 'Ich hab nichts, das mein aygen sey, das chreücz ist in meines appts gewalt.' Sicque dolentes sacram . . . Und domit müsten sy 30 dasselbe heylig kreücz mit smerczen und layd den benanten poten zu der grafinn handen geben. Desselben heyligen kreücz gold ist so chlares scheynes das alles anders goltt dogegen gestellet plaich gesehen wirt. Die selbe grafinn legt ez 4. ist fehlt. 7. in todsünden Zusatz Hartliebs. 9. Steht am Rande. 12. Nota bene (steht am Rande). 13. Lat.: sub eius pede, richtig = calicis pede, nicht wie oben übersetzt ist. er ist aus v korrigiert, vnd' ist auf Rasur geschrieben. 15. solten. — tat.: Crucem hanc defer . . . amico meo Waltere Es ist also tragen schon auf den frei gebrauchten Dativ meinem frewnt, ritter W. (= 'zu meinem Freunde, Ritter W.') mit zu beziehn. Burdach. 16. desselben. 17. vgl. oben zu 13. — lat. bloß: Quam [sc. cartulam] cum sacerdos legisset. 18. hye darübergeschrieben. 28. nicht darübergeschrieben. 32. ir. 64 1, 38. zw anderm irem wirdigen heyligtüm und getorst des nicht geprauchen, sich domit tägleich zebestreichen, wann sy maynt des nicht wirdig ze sein. Considerans ergo Waltherus etc. Do der selb ritter Walther dannoch in der werlde was, do bedacht er die grossen gnad und guttat, dy im unser liebe 5 fraw manigvaltikleich erzaigt hett. Des ward er davon zu der selben hymel- künigin Mariam in so grosser in hicziger heb enzünt das er in einer kirchen, die haimleich gelegen und die in unnser lieben frawen eren geweihet was, mit wissen des priesters derselben kirchen sich unnser lieben frauen zu aygen gab und oppfert sich mit einem sträng als an seinen hals gehencket mit einem erdeyn 10 pild, in seinem namen auff den alter geseczet mit dem stränge, davon er darnach alle jar einen zins unser lieben frauen in die selben kirchen gab von seinem haupp und leib, als noch die lewtt, die aygen sind, an ettlichen lannden gewon sind zegeben den järlichen zins von irm leibe irn herren. Auch seind er durch der hymelküniginn ere und lieb willen sich so sere diemüttigt, [46 r ] wolt auch sy 15 in als iren lieben diener mit wunderzaichen eren auff erden. Er was auch gewon an allen unser frauen abenden in wasser und prott zcvasten und auch offt des freitags auch in wasser und prott, als durch des nächsten sampstags als unnser frauen tag zu eren. Eines tags do er allso soliche vasten in wasser und prott volbringen wold, do raicht im sein knecht ein trinck- 20 wasser in einem krüglein. Do dasselbe krügel mit wasser in sein hennde ze- trincken kom, do ward dasselbe wasser von Gots krefften in seinen hannden zu edelm, güttem wein. Do er des wassers trincken wold, do chost er und enpfand eines gütten wein. Er vordert den chnecht haimleich zu im und strafft in hartt und sprach: 'Du gibst mir wein für wasser % ' Der chnecht stund des in laugen 25 imd sprach: 'Herre, ich han pey meinen trewen das wasser, das ich euch in ewr hennde geben han, selber aus dem prunn geschepffet.' Er hyesz im ein ander wasser pringen. Do nara der chnecht ein ander krüglein und pracht ein ander wasser, und vordann er es dem herren in sein hennd gab, do chost er es, do was es wasser. Er raicht das dem herren, und als er des aber trincken wolt, do fand 30 er aber gütten wein als vormals. Do sprach er aber zornikleich zu dem chnechte: 'Ey, was spottest du mein ? Du hast mir nw zum andern mal wein für wasser geraichet.' Auff die wort der chnecht ser erschrackt und laugent des mit grossem sweren. Do verstund er doch das es beschehen war von grosser parmherczi- kait und gnaden unnser lieben frauen, die in mit einem solichen wunderzaichen 35 geert hiett. Er beswür den selben seinen chnecht, der müszt im swärlich geloben das er davon chainem menschen sagt, so lang bis er gesturbe. Aus dem wol zuversteen das wunderzaichen und Gots würckung an seinem benanten 3. dannoch] Das o ist aus a korrigiert. 6. grosser in] vielleicht grosser und, aber lat.l in tantum in amore accensus est widerstrebt dieser Änderimg. Burdach. 18. Das s bei tags ist nachgetragen. 24. Vor Du ist herre ich han pey meinen trewen gestriclien. 37. wol zuversteen] Es ist wohl vorher ist dem knecht zu ergänzen, worauf sich dann auch das für bezieht; lat.: Ex quo colligitur quod non cupidus erat inanis gloriae. Nervus vero tanti partieeps miraculi frater est Arnoldus, qui cum eo venit ad ordinem. 1, SS. 65 herren, und für mit im in den graben orden. Er was ein wol ordenlicher man und heyligs lebens und [^6'"] ward begraben auff dem perg Stenberck. Doch ee das er starb, do offenbart er Gott zu lob das vorgeschechen zaichen und besorgt ob er das als einen verporgen schacz verhelt, er müst villeicht nach seinem tod davon dem allmächtigen Got wider rechenn. 5 Das XXXVIII capitel. Audiens sepe dictus Waltherus etc. Do der offt vorgenant Walther vernam das der grab sand Pernharts orden in unnser lieben frawen, der künigin in hymel und erd, eren gestift wäre, do verliesz er alles, das in der weit ist, reich- tumb. ere und alle sein freunde, und in dem chloster, Hemmerode genennet, 10 das dieselben zeitt und noch grossen nomen hatt und grosz geleumütigt ist, nam er an sich den heyligen graben sand Pernharts orden. Wie gar die- müttig, gehorsam und in hicziger in Gots lieb und dienste unnser lieben frauen er gewesen sey, das ervindet sich mit gezeügnüsz aller chlosterlichen lewt doselbst. Den psallter, ympnos und andern lobsanck und vil gepett von unser lieben 15 frauen hett er in dem ersten jar seiner bekerung gelernet, das alles er mit ganczem fleysz was übent. Der täglichen messe unser lieben frawen wolt er tagleich bey sein auff ein ennde. Was er redde oder tet, das was alles ebenpildlcich gütter, säliger wercke, wann nicht allain von seinen worten und angesicht, sunder auch von seinem gütten leümüt sind vil menschen ires lebens von im gepessert. 20 Er was des chlosters gastmeister worden. Do ward zu einer zeitt ein behaffter mensch mit dem posen geist auff hoffen seiner erledigung in das chloster und in das gasthaws gefüret und doselbs beherbergt, und er was ein reicher gepaure. Do der selb behafft in dhainerlay weise, weder mit gepet der münche noch mit der heyligen gepayne bestrichen, erledigt mocht werden, do haymsücht in und 25 geng über in der benant bruder Walther als von seines gastambts wegen und sprach im vor die gepet, die er von unnser lieben frawen geschriben hett, und legtt im \47 r ] dieselben geechriben sein gepett auff sein haubt und zaigt im mangerlay unnser lieben frawen und der lieben heyligen gemäl und pild- nüsz. Mit dem allen was er den posen geist besweren, das er au/ des selben be- 30 hafften menschen haubt gelegt hett, und in domit beswür. Do ward der selbe pös geist greylich schreyen und wüten und betrübt und raysz den selben menschen, von dem er scholt austrieben werden, so jämerleich und pärmklich das er zu der 5. tod darüber geschrieben. Int.: reddere rationem. 6. Die Ha. wiederholt hier die Überschrift Das 38. caprtel. 7. Audiens] Audieris. 12. den] der. nam] und nam. 13. vnnfrs. 14. er fehlt. 18. ebenpildleich] Das erste 1 ist aus einem Jmlben d korrigiert. 23. Vor gasthaws steht gestrichen gftshaws. 30. aus dem selben; tat.: super obsessi caput posuisset. 32. beraysz be gestrichen; lat.: turbavit et allisit. 33. er felüt. anstrichen; lat.: a quo exire cogebatur. Deutaohe Texte des Mittelalter«. XXX. 5 66 /, 38. erden viel, als ob er tod war. Darnach zehannd stund er wider auff und kom zu im selber und sprach mit vernunfft und mit lautter stymm: 'Gott sey ge- danck, ich pin erledigt von den panden des posen geists.' Dobey was auch ein pärting, der auch darzu hantraicht und den pawren hielt, der hat mir das 5 gesagt. Derselbe erledigt und gesund pawr hüb sich haym zu haws zegeen mit frewden und küm in einer kürcz hinwider und dauckt unnser lieben frauen iren gnaden und irem diener dem vorgenanten bruder Walthern, und legt darzu die wort vor dem ganczen convent und sprach: 'Und ob in dem chloster nichts annders heiltüm war denn der heylig man bruder Walther, mit des verdienen 10 ich von dem posen geist erledigt pin, es scholt der ganczen gegent hye bey genüg sein.' Novicius: Magna sunt que dicis etc. Du sagest grosse ding. Monachus: Non solum demones etc. Es sind nicht allain desselben bruder Walthers heylikait die tewfel, sunder auch unvernüftig tyer gehorsam 15 gewesen. Nym war, dasselbe chloster hett zu der zeitt ein gar schön, grosz pfärd, das was in solichem wert das der bischoff zw Tryer und auch der herczog von Lütring dar umb chaufften. und hett ir yeglicher gern vierzick marck dar- umbe geben. Domit ward der convent bekümert und besorgt sich, ob sy ir einem dasselbe pfärd verchaufften, es würd villeicht der ander darumb belaidigt. 20 Des wurden sy zw rat und komen über ayn das sy dasselbe schön pfard dem grafen von Holland bey dem benanten bruder [47 v ] Walthern, dem sy zwen pärting zu fügten, umb sunst schanckten und zusantten. Die selben drey parting erhüben sich auff dy fart und fürten dasselbe schon pfärd mit in ledig an der hennde, und do des wegs für ein gehülcz in ein streisslein komen, do gieng 25 doselb auff einen anger ein grosse stüt mit pferden. Do die das pferd, das sy fürten, ersach, do ward es schreyen und toben nach der stüt und raysz sich mit krefften von seinen fürern und eylt mit swindem lauff zu der stüt. Die selben pärting eylte«, im nach, des ward die stüt auch fliehen, und ye ferrer sich die stüt von in flüchtigt, ye ferrer das ledig, schön pf&rd von in aus iren äugen 30 kom. Und also warn sy an dem selben pfärd gar verzweifelt und hetten sich des verwegen und kerten widerumb zw bruder Walthern. Derselb sprach zu in: 'Lieben prüder, lat uns fürbas reitten, das pfärd ist verloren, uns well dann unnser liebe fraw dasselb widergeben.' Und als sy des wegs vil nahent zwo meil geriten hetten, do kom dasselbe pfärd mit swindem lauff widerumb zu 4. das darüber geschrieben. 8. vor korrigiert aus von. 14. Vor gehorsam steht gestrichen gewesen. 21. bey] lat.: per. 23. pfärd fehlt. 25. derstib. 28. eyltem. 29. Vor 2. von steht gestrichen gar. I, 38. 67 in gelauffen, das was dannoch ein ungezemet fül und lies sich senftleich als ein schaff wider anfahen und mit in füren. Es was auch derselb prüder Walther den edeln des lanndes wol erchannt, darumb so ward er in des chlosters notdurfft vil ausgesendet wider seinen willen. Zu einer zeit schyfft er mit des chlosters weynen gen Seelande, und do er mit 5 dem selben weinscheff auff die see kom, do erhüb sich ein grosz ungewiter, das schyff naigt sich zw undergang. Sy erschracken alle in dem schyffe und rüfften an Gott und unnser liebe frawen und den heyligen, getreuen nothelfer sand Niclas. Und also nachfolgt ein ungefell und sorgfeltikait der anndern, das in den selben grossen leibskümernüszen und sorgen ein raubscheff zu in eylt und 1° wolt sy beraubt haben. Und von Gots gerechten gericht geschach das zway vas mit speyse [48 r ] in dem raubscheff von gewallt und krafft des starckhen windes umbwalgten und das raubschiff an einer seitten nyder druckhen, das sich das schiff schöpfte und gancz undergeng mit allen den pösen raubern, die an dem schiff waren, die also all ertruncken. Das ist geschechen an sand Niclas 15 abent nach mitter nacht, und alle, die an brüder Walthers scheff warn, hetten sich irs lebens verwegen und rüfften zw Gott. Aber der benant man, brüder Walther, der gieng her für aus dem undern scheff und winckhet seinem chnecht und fürt in an ein ennd und tet im sein peicht, darnach er aber wider in das unter bedacht scheff gieng und nam für sich ein helffenpaynes pild unnser heben frauen, 20 das er allzeitt bey im trüg. Er strewt sich da für auff sein knye und hüb an sein inniges gepett zu unnser lieben frauen und ward also in seinem gepett entslaffen. Do bedeücht in wie er brüder Arnolden, einen heiligen man, umb die zeit als sy metten in irm chloster singen, auff einer harpfen, dem saittenspil, wol lustleich spilen hörte, und von desselben süssen härpffen don er erwacht. Es was auch umb 25 die metten zeitt. Er verstund an der selben harpfen wol das der selb heylig man für sy Gott pat, und gieng frölich herfür aus dem unttern schiff und gab allen den, die bey im warn, trostung irs lebens und sprach zu in: 'Ir schult euch nicht fürchten, euch mag nichts schedlichs widerfarn, ich han Arnolden, unsern müncft, her- phenden gehört.' Zehannt in Gots krefften und mit verdienen der künigin Marie, 30 die er also an gerüfft hett, und auch von herren Arnolds verdienen, do gelegt sich dasselb ungestüm ungewiter. DodiegeschichtherrnHerman,unserempreyal, gesagt wurden, zehant vordert er zu im den vorgenanten Arnolden, dem umb die sach nicht chund was, und fragt in wes er an sand Niclas nacht zu der metten und darunder gedacht hett und was 35 3. erchannt was. 5. weynen korr. aus weinen. 7. schyffe korr. aus schaffe. 10. jn korr. aus en. 11. beraubt korr. aus beraube. 13. Vor walgten steht gestrichen wältigt«. 20. Vor bedacht steht gestrichen dacht. 29. münchs. 33. vnfm also Doppelkürzung (f = er; ' = er). 35. Vor nacht steht gestrichen ab. 68 /, 38. er die selben zeit getan hett [48 v ]. Er antwurt im und sprach: 'Ir sült mir gelauben, ich die zeitt geherphent han.' 'In welcher weis', sprach er. Her Arnold sprach: 'Wenn ich chain andacht gehaben mag, so rür ich mein vinger under der chutten als einer der auff der herpfen spilt. und rür die saitten des herczen, und also 5 erweck ich des gemüts släffrikaitt zu der andacht.' Derselben rede nam den preyal grosz wunder, und ich main der selb Ornold tu gleich dem weissagen Helizeo, der auch zu zeitten den geist der Weissagung mit dem härpfen spil erwecket Er was auch solichs grosz mitleidens mit armen lewtten das er in das 10 almüsen raicht von den pfenningen, dy im zu seiner chost geben wurden. Eins tags begegent im ein parfüsz schuler in grosser chelten. Er hyesz in still steen und staig ab dem pfard und zoch ab sein schüch und gab sy dem selben armen schüler und nam zwen ander new schüch aus seinem sack, er zoch die wider an seinen füsz und staig wider auff sein pfard und raitt fürbas. Das ist geschechen 15 in meiner gegenwürtikait. Die misseheligen und zwaigen verricht er und pracht sy zw freüntschafft, die ungehorsamen erpat er zu der gehorsam, die ungeduldigen und zornigen prüder pracht er zu gedult, die angefochten prüder die tröst er mit manigerlay exempeln und gütten ebenpilden. 20 Auch zw einer zeitt do ich mit zu rede kom von ettlichen dingen wegen, do nam er mich an ein ort und sprach zu mir: 'Ich leid auch grosz anfechtung von meinem fleisch.' Er peicht auch sein aygen kranchait des fleischs den anndern und schamppt sich des nicht in zu peichten, das sy dardurch gesterckt an in selbs wurden. Eins tag ward er von seinem preial gefragt, das 25 er mir selber gesagt hatt, wes er ob dem tisch gedacht, die weil man [49 r ] in zetisch lasz und er der leczen nicht verstund und ungelert was. Er antwurt im also: 'Ich han doselbs mein aygen leczen, wenn ich anheb zu essen und bedenck denn wie der Gots sün umb mich von dem engel Gabriel verclrimdet sey, und in der kewschen junckfrauen leib von dem heyligen geist 30 empfangen sey, das betracht ich allso in meinem gemüt. Und donne so wend ich umb ein plat und gedenck dann wie er geporn sey, und im die engel grossen lobsang gesungen haben, do er mit snöden winteltüchlein eingewickelt was und in die krippen für die tier gelegt, so han ich dann das annder plat gelesen. Und in solicher weis überlauft ich dann die besneidung Christi und der heyligen drey 35 künig zukünfft, sein opphern in den tempel, sein tauff, sein vassten, sein leiden und pitter marter, sein frolich urstend. sein auffart und des heyligen geists sant- tung und das jungst gerichte. Also sind mein tägleich leczen, wenn sich die enndent. so endet sich auch mein essenzeit.' Was er in einem solichen püch 8. erwecken. 22. aygen] y ist aus u korrigiert. 28. Vor wie gestrichen der. 30. wend aus wond korrigiert. 31-32. lobfang. I, 38. 69 gelesen hab, das bezeugent die zäher seiner äugen, die ym ob tisch zeitt auff sein prust vielen von solicher inniger betrachtung der vorgeschechen dinge. Er hett auch vil mer luste in heyligen betrachtungen dann in knyeprauchungen, dadurch der geist des beschauunden menschen geirret wirt. Er was gewon nicht vil venig in seinem gepet zetün, sunder er stund oder lag auff seinen knyen, und mit auff- 5 geracktem antlicz sach er auff gen hymel gewonleich. Vor dann in Gott aus diser weit zu im vordert. do geschach einem münch ein wunderleich erscheynung oder fürkomen von im. Do der selb münch diezeit in chloster uimsers ordens was mit seinem appt und was an einem suntag, do hyesz der selb appt den ganczen convent doselbs nach essens zesamen [49 v ] 10 komen. Do das geschach, er sprach zu in: "Seind unnser prüder alle hye pey einannder?' Si sprachen: 'Herre, ja, sy sind all hye on zwen jungen, die von Franckreich gesst her gesant sind, die sind gar fleissig irs sweigens nach der regel gepietung, sunderlich welche tags sy unnsers herren leichnam emphahen.' Der abpte hyesz die selben jungen für sich vordem, dy komen, er sprach: 'Wie kompt 15 ir so gar lancksam?' Dy jungen do beredten sich diemüttikleich und sassen nyder. Des anndern tags do der convent von seiner arbait widerumb kom und stund vor irer porten und was wartend des zaichen der orglocken, do steürt sich der ellter münch aus in auff sein grabschaüfel und sprach die non von unser lieben frauen, in dem ward er lindleich entslaffen. Do sach er die hymel und erde 20 küniginn Mariam mit grosser menig allerlay orden umbgeben, die in grosser chlarhait zwischen der selben porten und sein fürgeen, und do in unnser liebe fraw fürgeent nicht onsehen noch im zu sprechen wolt, do sprach er trauriger wider sich selber: 'We mir armen. Warumb rüfft sy mich nicht zu ir V Und do sy ein wenig von im gangen was, do erparmt sy sich über in und hyesz in einen 25 münch, nahent bey ir geend, zu ir rüffen und sprach zu im: 'Gee, haisz mir den münch zu mir komen.' Do derselb münch zu im kom, do sprach er: 'Küm mit mir, unser liebe fraw haiszt dich zu ir komen.' Des ward er vor grossen frewden entwachen. Also genger in das chloster, do begegent im her Walther vorgenanter, des amplick ward er vast ansehen und prüefew und redt mit im selber: 'Ey, wie 30 gar geleich ist der münch dem münch, durch den mich unnser liebe frawe hewt zu [50 r ] ir gefordert und gerüfft hatt in meinem slaffen.' Nach wenig tag vergangen ward derselb Walther mit kranckhait berürt, der des glauben und der lieb vol was, mit peicht und rew, von unnser lieben frauen zu ir gerüfft ward aus dyser 4. venig. — lat.: venia. 18. lat.: cum stans super fossorium smim se reclinaret. 22. lat.: inter se et portam. 23. sprechen] s aus z korrigiert. 27. derselb] d' ist darüber geschrieben. 30. er fehlt. lat.: Intrans, et dominum Walterum considerans, dicebat intra se. pruefer. 70 I, 38, yrdischer vinsternüsz zu dem ewigen liecht, von dem glauben zu dem angesicht, von der arbait zu der rw, von dem verdienen zu dem Ion, von der werlt in sein vatterland, dohin uns auch helff der on ennde lebet und herschet, Amen. Monachus vero etc. Aber der vorgenant gerüfft münch Wiliarenser 5 schyed in kurczen tagen darnach aus disem eilend, als er das vormals in seiner erscheynung gesehen hett zw unnserm herren. Das auch unnser herre erzaigen und offenbarn wolt, wie grosz verdienens seiner lieben mütter diener Walther, offt genanter, bey im war, das hat er nach seinem tod mit wunderwerkhen von im erscheinen lassen etc. Eodem tempore etc. 10 Zu der selben zeitt was ein ritter von Alltendorrff, der an seinen glidern allen krumper in dem pett lag, in grossen unkrefften. Der vernam wie das der obgenant her Walther gestorben war. Er sandt seinen poten zu dem chloster und liesz den abpt bitten, das er im ettwas von herrn Walthers dingen geben wolt, sunder - leich umb sein pettschüch oder viltschuch liesz er pitten, wann er hofft, wurden 15 im dieselben, es solt gesundt pringen, so er sy an ir füsz legte. Sy schickten im zwen new filczschüch umb eren willen, die selben schickt pald hinwider, wann er erchannt, das sy an her Walthers heyligen füessen nicht gewesen warn. Der appt schickt im wider umb des heyligen herren Walthers allt vilczschüe, die em- phieng er wirdikleich und mit grossem dancke und nam sy mit seinen krumppen 20 hennden und hyesz die anziehen an sein füesse. So pald empfand er des gesundts und gemachs und ward auff steen und wider-[50 v ] geen, die hennd und alle glider widerprauchen mit ganczem gesundt. Alius quidem miles etc. Noch ein ritter gewan ein schedlich drus an der prust, do der vernam das dem vorgenanten ritter der gesunt von den 25 schüechen hern Walthers bekömen war, er pat das im der schüch einer gehhen würd. Das geschach, und so er den auff die drüs legt, do ward er gancz gesundt. Novicius: Satis michi fateor esse probatum etc. Ich bechenn das mir genüg pewdrt ist in den vorgeschoben ebenpilden, das die aller säligist und keüschist junckfraw Maria die lieb hatt und die eret dy sy erent. 30 Monachus: Non solum suos dilectores etc. Sy hatt nicht allain liebhaber lieb zu dem ewigen leben, sunder auch hilfft sy den selben gewöndleich zu zeitlichen eren etc. 2. row; lat.: ad requiem. 4. lat.: Viliarcnsis. 9. wunderwerkhen] das r und k sind übereinander auf einen Baum geschrieben. 10. glidern] i ist aus o korrigiert. 12. sandt] d aus t korrigiert. 13. von fehlt, 15. er aus ir korrigiert. 23. Vor Alius quidem miles steht schon: Noch ein ander ritter etc. 32. nach eren noch etc. I, 39-1, 40. 71 Das XXXVIIII capitel. Post mortem abbatis nostri huius predecessoris etc. Nach dem tod unnsers appts, der vor dem gewesen ist der hewtt unnser appten regiret, do was pey uns ein priester, der understunden, als uns bedacht, den geist het der Weissagung, derselb sagt ir mengem in gehaim das her Hainrich solt zu abpt er- 5 weit werden, und er sprach die wort: 'Ich han gesehen, das im unser liebe frawe als eines hütmans oder eines herter gerten geben hatt in sein hant.' Ey was mer ? Derselb her Hainrich ward so gar mithellikleich und ainträchtiklich zw unnserm appt erwelet, das des unnsern obristen gar wunder nam, und sprach: 'Ein so gancz aynmütig und mithelig welung mag nicht annders denn von Gott 10 sein.' Novicius: Quid si male se habuerint in prelaturis? Wie war im, ob sich solich übel hielten in iren abpteyen, dy also von unnser lieben frawen darzu gefürt warn ? Monachus: Sicut ab ea misericorditer exaltantur etc. Als 15 parmhercziklich die selben von ir zu eren hye erhöcht werdent, als gar mit rechter urtail werdent sy auch von ir gediemüttigt. Novicius: [51 r ] De hoc mihi dicas exemplum etc. Von dem solt du mir ein ebenpild sagen. Monachus: Ein ebenpild wil ich nicht versuchen. Ü0 Das XL capitel. Mortuo Brunone Coloniensi episcopo et post occisionem etc. Czu der zeit do her Bruno, bischoff zu Colen, gestorben und künig Phylipp ertöt was und künig Ott zu dem römischen reich bestatt was, do ward genüg umb einen anndern pischoff nachkomenden gen Köln geachtet und getrachtet. Des was her 25 Herman, techant doselbs, Gott den herren und sein liebe mütter Mariam mit innikait seins herczen pittend, das ein wirdiger man einer so wirdigen kirchen geben würd. Desselben nachtes ingesicht des geistes erschain im die selbe mütter Gots und raicht im ein püch mit guldeinn püchstaben und sprach zw im: 'Pring das püch dem pischoff.' In dem selben püch was nichts mer geschriben denn der 30 englisch grüs 'ave Maria'. Er verstund pey dem püch nicht annders dann das pistumb, das im dasselbe zugesant war, und do er dasselbe püch bischoff Johannsen zu tragen wolt, do rüfft im unnser liebe fraw wider umbe und sprach: 1. capitel fehlt. 3. dem fehlt. lat.: huius praedecessoris, qui hodie abbatizat . . . appten] apptey. Burdach. 4. lat.: ut nobis videbatur. 6. frawe zu ergänzen ; lat.: Dominam nostram vidi. . . virgam ei porrigere pastoralem. 7. im. 12. si] zuerst sit, das t dann gestrichen. 20. lat.: non longe quaeram. 22. Brunone] Das erste n ist über ein o korrigiert. Colomen. 21. —22. In der Handschrift steht die Überschrift nach dem lat. Texte. 72 /, 40-1, 41. 'Nicht pring das püch Johanni, dem pischoff, sunder pring es Theodorico und sag im von mir: "Sey das er sich bey dem bistumb nicht woZ hallt und ordenleich leb, als er denn darzu von mir gefordert ist, also wirt er auch desselben bistumbs von mir beraubet". Der selb Theodoricus was . . . gegenwärtig sein und opphert 5 alle tag do pey einen pfennyng. Do die zeitt der erwelung eines bischoffs kom, do ward die wal von allen thüm herren doselbs zu Kollen in vier manne henndo empfolchen und genczlich ergeben, und von denselben vier mannen ward der vorgenant Theodoricus in bischoff zu Kollen erwelet. Derselbe ward darnach in kurczer zeitt von seinen pösen [5P] ratgeben also verposet das er ein chlain 10 widerschaid hett zwischen geistlichen und werltlichen personen, zwischen münchen und gepaurn. Er nam von den allen geleich den zol und sein mautt von einem als von dem anndern, darinn er sy unpillichen beswart. In denselben und andern seinen pösen werckhen die mütter Gots verirret ward und schick« das allso das er unwirdikleich von einem bischoff von Maincz ward abgeseczet und ein ander 15 mit rechter wal an sein statt rechtleich Avard eingeseczet. Novicius: Quod durus fuerit ordini nostro etc. Das er unnserm orden hart gewesen sey diezeit und er geherscht hatt, des han ich genüg verstanden. Monachus: Id circo merito deiectus est etc. Dovon so ist er 20 pilleich von seinem pistumb abgestossen von Schickung der hymelkünigin, die unnsers ordens ein vogtinn ist, und ir so grosser vleis und versehung zw unserm orden, das sy die menschen, die unnserm orden enziehen und in besweren, wie chlain das ist, das die von ir nicht ungestrafft beleibent. Verbi gracia etc. Des nym ein ebenpild. 25 Das XLI capitel. Colonie quidam Scolaris erat etc. Zu Chöllen was ein schüler, der hett unnserm orden wunderlieb. Do geschach des jares do unnsers ordens schiffung über see nicht geschaffen torsten von den raubschiffen doselbs, des komen sagmär gen Kollen, wie das dieselben unnsers ordens schiffe beraubt und nyder 30 gelegt waren. Do sprachen ettlich: 'Es ist recht mit in gefarn, die münich sind geytig, sy sind chaufflewt und treibent chauffmanschafft, und soliche geitikait 1. Vor und steht gestrichen vnd ordenleich leb als er denn darzu. 2. wolt. 4. Theodoricus] ic aus a korrigiert. — Hier wohl Lücke; tat. : in eius obsequio . . . devotvis fuerat et . . . quotidie missae eius quotidianae vult Interesse, nummum . . . 7. empfolchen] c undeutlich, dem i ähnlich. 13. schick. 19. Vor er steht gestrichen ein j-ähnlic/ies Zeichen. 21. tat.: tanta illa cura est de ordine, ut. 24. Nach ebenpild steht ist. das die von ir gestrichen. 30. nicht. 31. Vor geitikait gestriclien kauifmansehafft. — Lat.: Juste actum est cum eis . . . mercatores sunt, Deus illorum avaritiam sustinere non potest. /, 41-1, 42. 73 mag unnser herre von in nicht geleiden.' Mit den selben Worten ward der obgenant schüler so hart verirret, das er auch unnsern orden hassen und im enziehen want, das er unser münch noch parting chainem mit gleichem, guten äugen mocht angesehen. Eins nachtes bedeücht in in dem [52 r ] schlaff, wie das er vor unnser lieben frawen pilde stund, und do in unnser liebe frawe gar scharfleich ansehen 5 ward, do chert sy irn anplick von im und sprach: "Du pösz chind, du fluchest und übelredest meinen frewnden in dem graben orden.' Das verstund der schüler wol und wart vor rechter forcht entwachen, und domit wider enzündt die gnad unnser lieben frawen die heb in desselben schüler herczen, die im vor von des ordens hassern erloschen was. 10 Das auch dieselbe allergütigist junckfraw Maria die menschen etwann peynig und straffe, das wil ich dir mit zwayen ebenpilden erweisen. Das XLII capitel. Anno preterito duo milites Germani etc. In dem vergangen jar komen zwen geprüder ritter, einer Seybott, der annder Waldemar genennet, 15 in ein dorff, Krüssel genennet, darinne desselben tags kirchtag oder kirchweich was, und hetten mit in vil geraisiger lewt genomen, zu beschedigen die selben dorff lewt und geste und zu hassz und neyd grafenWaltramen,als sy auch doselbs grossen raub nomen und mit in dannen prachten. Es was auch desselben tags ein drifaltig hochzeit in der selben kirchen: voran der heylig suntag, unnser 20 lieben frauen tag, als sy geporen was, und die kirchweihe derselben kirchen unnser lieben frawen, in der eren die geweicht was. In nocte vero precedenti etc. In der nächst vergangen nacht kom ein gesicht oder geistlich sehung als in einem trawm für einen ritter, des obgenanten grafen Sybots diener, in solicher weis: In bedaucht wie das er unnser liebe frawen Mariam vor Christo, irem lieben 25 sün, knyen säch und im klagen mit solichen Worten: 'Lieber sün, ich chlag dir über graff Syboten und sein mithelffer. Die habent die kirchweich und annder hochzeit doselbs vorstört und die lewt dosselbs beraubet und weder dein noch meines tags meiner gepurt daran nicht geschonet.' Derselb [52 v ] ritter nam der sehung und fürkomens wol war, und do er das allso dem benanten grafen Syboten 30 seinem herren, also sagt, do nam er im des chain acht und verslüg im das als in einem gespött. Doch Gott der herre, der, der den künig Nabuchonosor von Chaldea mit seräer macht über die Juden fürt und ir hoffart domit strafft das sy gedie- müttigt wurden, derselbe herre Gott ervordert auch den jungen graff Walt- ramen zu überziehen und zebeschedigen und seiner lieben mütter frävelung, 35 7. niemen. 8. wort vor rocht'. — lat.: et ex terroro evigilans. 18. Vor haffz, steht hätte gestriclien. 21. kirchweihe] Das zweite h ist aus e korrigiert. 22. was ist am Ende der folgenden Zeile mit Absperrungszeiclien nachgetragen. 23. ver Zeilenschluß. 26. liebe. 31. Nach seinem steht gestrichen also. 33. genier. 74 I, 42-1, 43. die er begangen hett, zerechen an dem benanten graff Syboten. Wann der selb Waltram ungewarnter dinge desselben tags, als um none zeit, mit seinem geraisigen zeug den vorgenanten bütreich Seyboten in dem dorff Crussele überviel, und was doch der selb Seybot in einem halben jar nicht in dem selben seinem dorff ge- 5 wesen, im netten auch die lewtt, den her Seybott ir hab und gut doselbs genomen hett, verchlaget. Her Waltram fragt wo er in mocht finden, sy sprachen: 'Er ist mit den seinen an einer sölichen statt, do er sich nicht besorgt und maint villeicht gar sicher zesein.' Sy zaigten im do. Do tet er nicht des geleichen, als ob er im nach körnen wolt, und sprach: 'Uns füget hewtt nicht zestreitten, wann unnser 10 lieben frauen tag ist.' Doch schüff er die pfärd ze fütern, das sy darauff dester kreftiger würden, und also desselben abents vor der sunne undergang hüb sich derselb graff Waltram bei nacht mit seinen helffern und über fiel den vorgenanten Seyboten und erslugen in mit allen den seinen, und domit ward in vergeben die smäch und lesterung, die sy unnser lieben frauen doselbs an dem tag irer gepurd 15 und kirchweich und süntag in irer kirchen mit kirchprüchikait, raub und prant erzaigt hetten. Novicius: Satis manifesta fuit vindicta hec etc. Die räch ist genüg offenbar gewesen. Monachus: Non solum matris iniuriam Christus vindicat etc. Der 20 herre Jhesus Christus hat darinn nicht allain seiner [ö3 r ] heben mütter Marie gewalt und unrecht, die ir geschehen sind, in irer vorbenanten kirchen gerochen, sunder auch rieht er das gen den die sein liebe mütter mit unzimleichen, scham- pern Worten und werchen handeint. Das XLIII capitel. 25 Legitur in libro miraculorum etc. Man liset in dem püch der wunder- zaichen, das zu Clarenval ist, von zwain spylern ein erschrockenlich ding. Do die selben zwen spiler mit einander spilten, do ward ir ainer gros Verliesen, und vor neyd, den er darumb zu seinem spilgesellen het, das es dem selben wol gieng, do ward aus grym und verzagtem müt unnsern herren Gott und sohöppfer schelten 30 und greulich lestern. Sein gesell der sprach zu im aus des posen geists einplosen: 'Sweig, gesell, du chanst nicht übel fluchen, hör mir zu, ich chan es pas denn du.' Also hüb er an greulich und grobleich Gott den herren und seinen aller heyligisten nomen zu schelten und zu lesstern. Do ward doselbs ein vernemlich stymm von hymel gehört, die allso was: 'Ich han die frävel und lesterung, die du mir erpoten 12. Waltram bei nacht ist darübergeschrieben. 19. matrix. 21. Vor sind steht gestrichen ist. 22. rieht] Zuerst war nicht geschrieben, woraus rieht korrigiert wurde. 24. Das XLIII capitel steht am Rande rechts. 28. es] aus er korrigiert. I, 43-1, 45. 75 hast, gehallten und übersehen. Aber die lesterung und Scheltwort, dy du mein aller liebste mütter hast angelegt, der mag ich dir nicht lenger vertragen.' Und so zehant ward im ob der tafel des spils unsichtikleich ein grosz sichtig wunden geslagen, das er den geist für warff und verschyed an der selben stünde. Was sol ich dir fürbas von sölicher lesterung und scheltworten sagen ? 5 Es werdent auch torieich red, die on gefär understunden geschechen sind, zu unnser lieben frawen pild hye gegenwürtikleich und auch schärfleich gepessert. Das XLIIII QSi-pitel. Jn capella castri Veldencz quodam etc. In der capellen zw Veldencz ist ein alltes unser heben frawen pilde, das ein chindlein in der schosz haldet, einer 10 schlechten forme, nicht werchperleich gemachet, von dem doch wunderzaichen geschechen sind und noch [53 v ] geschehent. Eines tags fügt sich, das ein fraue in der benanten vesten Veldencz in die capellen kom, dasselbe unser frawen altes und ungestalt pild zeschawen, und sprach die torlichen wort: 'Was sol die allt rümbel, das ungestalt pild, hye inne auff dem allter steen ? Man solt es hyn 15 dannen seczen.' Unnser liebe fraw wolt die selben frauen umb solich ir torlich und spotleich rede gen irem heben sün nicht verklagen, sy maynt sich aber selber darinn zerechen gegen der selben frawen, als sy auch das einer andern frawen .über sy chlagt und sprach: 'Seind das mich die fraw in der vessten Veldencz ein allte rumbel in gespott genennet hat, darumb so wirt also sy ir lebtag in armüt 20 sein.' Darnach in churczen tagen ward sy von irem aygen sün aus irm aigen haws und von allem irem gut abgestossen und pettelt das almusen ir lebtag. Das geschach ir umb solich ir törlich zu reden dem vorgenanten heyhgen unnser frawen pilde. Novicius: Sy sacras ymagines contempnentes etc. Seind das 25 ist das die versmäher und spotter sölicher heyligen pilde swärlich darumb ge- püsst werden, so wän ich wol, das auch die menschen, die söliche pilde unnser lieben frawen zu lob erent, wider von ir Ion und gnad emphahen. Monachus: Hoc in sequentibus plenius cognosces etc. Das wirdest du in den hernach geschriben ebenpilden vollikleicher erchennen. 30 Das XLV capitel. In predicto castro Veldencz etc. In der vorbenanten vesten Veldencz ist wonend ein erberge und andächtige frawe, und ist die frawe, zu der unnser liebe fraw Maria sprach und ir klagt über die frauen vorgenant, dy ir alltes pild ein allte rumbel in gespött gehaissen hett, als vor berürt ist. Und das was pilleich 35 4. gest. 8. cap. 13- uns. 15. Vor rümbel stellt gestrichen rinbel. 21. Am Rande links: NB. ambo. 31. Das XLV capitel steht am Rande links. 76 /, 45-1, 46. ir zeklagen, wann sy dasselbe unnser lieben frauen alltes pilde alle tag gewönd- leich mit irem gepett eren tat, mit venigen und mit englischen grüssen. [54 r ] Zu einer zeitt do die selbe frawe ir tochterlein in ein dorff, dabey nahent gelegen, empholhen het, das ir das do selbs gezogen solt werden, und do dasselbe töchter- 5 lein in dem dritten jar irs allters was und in einem garten mit andern kindern kurczweilen was, do kom ein wolff und zuckt dasselbe tochterlein bei dem hals und trüg es mit im eylent gen holez. Die dorfleüt eylten dem wolff nach und mochten im doch nicht zu komen und kerten widerumb zu haym und hetten sich des tochterleins verwegen. Der selben einer kom in die vorgenanten vesten zu 10 des tochterlein mütter gelauffen, dy do an dem tisch zu essen gesessen was, und sagt ir die verlüst irs tochterleins, wie das ein wolff gezucket und mit im gen holez getragen hett, und dem sy nach gefolget und doch nichts geschafft hetten. Die antwurt im in grossem trübsal und sprach: 'In warhait hat der wolff mein tochter ye nicht gefressen.' Und domit stund sy au ff von dem tische und gieng mit grosser 35 ires herezen pitterkait in die capellen für das vorgenant allt unnser frauen pild und ruckht ir das pild ires kindlcins aus irer schosz und sprach zw ir wainend und zährent söliche wort: 'Fraw hymelküniginn Maria, dein chindlein wirst du nicht widerhaben, ich hab dann voran mein tochterlein aus des wolfs gewalt herwider.' Merck ein wundergrosz diemüttikait von der hymelküniginn Maria. Sy gepott 20 dem wolff, der liesz das tochterlein unversert vallen, denn das es die masen von den wolffzennden dannoch in der hawtt an dem hals behieltt. Und ir ettlich dorffmann warn auch einen andern weg dem wolff nachkömen, die fünden das tochterlein vor dem holez ledig geen, das namen sy mit freüden und prachten es wider seiner mütter. Und als pald sy dasselb ir tochterlein ungelaidigt fand, 25 do ward sy [Ö4 V ] gar fröleich und eylt lauffent zu dem heyligen unser lieben frawen pild, also zu im sprechent: Traue mütter Gottes, seind du mir tochter wider geben hast, so wider gib ich auch dir deinen lieben sün,' und legt ir in wider in ir schosz. Novicius: Nescivi hactenus. Ich han nicht gewisst vormals so vil 30 trostung ze suchen vor der heyligen pilden. Monachus: De ymagine beate virginis. Von dem pild unnser lieben frawen wil ich dir sagen gar ein wunderleich ding. Das XLVI capitel. In Frisia cenobium quoddam sanetimonialium etc. In Frisen- 35 land ist ein frawen chloster unnsers ordens newlich gestifft, genant Yesse, und was ich davon reden wirf, das han ich gehört von dem preyal desselben chlosters 3. dorff ist aus darff korrigiert. 18. Vor tochterlein gestrichen chin. 27. vor ir gestrichen in. nach wider gestrichen geben hast. 33. Das XLVI capitel steht am Rande links. /, 46. 77 und han dasselbe pilde gesehen und vor im messe gelesen. Dasselbe pild ist von englischem würcken gar zierleich volbracht und ausgehawen und bedeüttet die gestalt unnser lieben frawen, als sy irn lieben sün Jhesum in irer schösse heltett. Eines tages do die gustrinn die cherczen vor dem selben pild nach der messe het abgeleschett, do giengen zwen zimerman hyn ein und wolten ir werck 5 doselbs volbringen. Do was nyemant in der kirchen denn sy payde. Do funden sy die kerczen vor unnser lieben frawen pild prynnen, dy doch dy gustrinn vormals abgeleschett hett. Die selben zimermann sprachen zu dem preyal: 'Herre, wir haben die kerczen prynnend funden und ist nyemant dobey gewesen. Und yr secht wol das dicz goczhaws noch alles von holcz angefangen und gepawt ist, 10 und cham daran ein soliche prynnende kercz, es verprunn alles in den grünt. Darumbe so enphelhet der gustrinn das sy das fürköm mit ableschung der und ander kerczen.' Die gustrinn ward gefordert und gestraffet, wie sy die kcherczen nicht gelescht solt haben. Sy laugent des, als auch war was, das sy die kerczen hett abgeleschett. Des andern tags do die selben [55 r ] zymmerman aber an 15 ir arbait in die selben kirchen giengen, do funden sy aber die selben kerczen prynnen, das sagten sy aber dem preyal. Der verpot das die selben cherczen nyemant leschen scholt, und domit maint zu erfarn was das wunder bedeüttet. Und also was die selb chercz vor dem selben unnser lieben frauen pild denselben tag und auch die ganczen nacht prynnend, und do man des morgens darzü lügt, 20 do erfand sich das des wachs derselben kerczen den selben vergangen tag und nacht chawm auff eins halben glides lanckh verprunnen was. Darnach an des heyligen zwelfpoten sand Anndres tag. do der vorgenanten czimerman einer bey der messe stund, und do der priester das heilig ewangeli anhüb zelesen, do er hüb sich Jhesus pilde, als es in der schossz des pildes unnser frawen gesessen was, 25 und nam die krön ab seiner mütter haubt und saczt die im selber auff sein haubt, und do darnach das ewangely gelesen was und der heylig glawb,'credo', gesungen ward bis auff die statt, do der chor sang in latein: 'Et homo factus est' etc., zu deutsch 'und er ist mensch worden,' so pald nam Jhesus die krön wider ab seinem haubt und saczt sy wider auff seiner lieben mütter, der ewigen junckfrawn, 30 haubt und seczt sich wider in ir schossz. Das sach also alles der vorgenanten zymmerman einer, der frummer, slechter man was, und do er das alles allso gesehen und aigentleich gemerckt hett, do erschrackt er darab und nam in ser wunder solicher grosser dinge, und redt also mit im selber in seinem gemüt: 'Es ist pesser vil du versweigest, das du yeczunt gesehen hast, denn das du es offenbarest, 35 wann dir doch nyemant das gelaubet.' Do doch darnach an des heyligen sand Niclas tag die selbe erscheynung und sehung zw gleicher weis als vormals aber zu gesicht kom, do besorgt er sich und bedacht mit forchten, ob er solch wunder Gocz verewig, das im das villeicht von Gott zu grosser rachung kome. Und also offenbart er [55 v ] alles, das er also gesehen hett, dem preyal doselbs, und seind 40 14. vor als gestrichen ich. 78 I, 46-1, 47. derselb zymerman ein lay was, mocht er dem preyal nicht aigentlich gesagen zw welcher zeitt Jhesus seiner lieben mütter die krön wider auff ir hawbt seczt. Do fragt in der preyal, was er die selben zeitt in dem glauben nennen hört. -Er sprach: 'Do der name Maria genennet ward, zehant saczt er die krön wider auff 5 seiner lieben mütter hawbt, zu eren der menschait, die er von ir enpfangen hett.' Darinne ward die preyalinn zweifeln, davon das an sand Niclas tag, der nicht ein zwelfpot ist, chain 'credo' sol gesungen oder gelesen werden, und vordert für sich den priester und sprach zu im: 'Habt ir an sand Niclas tag in dem convent mesz gelesen?', wann sy diezeit nicht anhaim was. Der priester sprach: 'Ja, ich 10 han messz gehabt.' Sy sprach: 'Habt ir auch 'credo' gehalten?' 'Ja', sprach er. Die preyalinn sprach: 'Ir habt nicht recht getan, wann sand Niclas nicht ain zwelfpot ist.' Der priester sprach: 'Sicher, ich han sand Niclas wol ettlichen zwelfpoten zu geleichen gehört.' Und also ward der prior versichert des zaichen, das im der zymerman gesagt hett etc. 15 Novicius: Misterium huius visionis etc. Die haimlikait und may- nung solicher sehung wolt ich gern erkennen. Monachus: Dyadema regium videtur hoc loco etc. Die künigk- lich krön bedewttet an der stat den lobsamen, kewschen leib der junckfrawn Marie, den sy von künigklichem Davids stam emphangen und genonien hett. 20 Aber das Christ der herre seiner lieben mütter krön auff sein haubt geseczt hatt, bede^t die heylikait der mensch werdung, die Christus von seiner lieben mütter nam, und die mit seiner gothait -veraynigt. Und zu einpildung solicher gröszer heylikait der menschwerdung Gots ermont uns der heylig geist also sprechend: 'Egrediemini filie Jerusalem' etc. 'Geet her für, yr töchter [56'] von Jerusalem, 25 und schawet den künig Salomonem, das ist Christum, den warn fridmacher, in seiner künigklichen krön, das ist in seiner menschlichen natür. Das auch Christus zu den Worten, die der priester in dem glauben sprach: 'Et homo factus est' etc., 'und er ist mensch worden', seiner lieben mütter ir krön wider auff ir haubt seczt, das tett er, als ob er sprach: 'Liebe mütter, als ich von dir mensch- 30 licher natur tailhäftig worden pin, also pist du durch mich gotlicher natur auch tailhäfftig worden.' Wannd wir sein Christi des herren leiehnam und seine glider, der ein warer Got und mensch ist. Das sind edel, chreftig wort geistlicher speise zu der sele. Das XLV1I capitel. 35 .Fuit in nostro phisicus etc. In unnserm orden was ein pücharczt, mer des nomen dann der werckh ein münche. Er nam zu fürbart die erczenney 3. ez. 6. lat. (stets) prior (Strange), hier: Mox priori occurrit, dagegen Innsbr. Hs. (I) hier priorissae, ebenso weibl. bei 76, 36; 77, 8; 77, 17, aber 78, 11 und 78, 13 hat I wieder prior. 35. Die Initiale ist H. 30. lal. : occasione medicinae per provincias discurrens. I, 47. 79 und wandert hin und her in dem lannde, das er seiden dann zu hochzeitlichen tagen in unnser chloster kom. Zu einer zeitt an einem hochzeitlichen unnser lieben frawen tag, do er mit den andern brüdern zu metten stund zu singen, do sach er wie unnser liebe fraw mit grosser chlarhait umb geben in den chor zu in geng, im zu gesicht, und trüg in irer hant ein püchsen vol edler specerey, 5 daraus sy mit einem loffelein der speczerey nam und gab yeglichem prüder der eines in seinen münd. Und do sy an den vorgenanten arczt kom, dem gab sy nicht und sprach zw im: 'Du bedarfft nicht meiner speczerei, wann du pist ein arczt und chanst dir wol manigerlay aufhaltung und erczney machen.' Und also gieng er, ir trauriger in herczen nach sehend, und erkant in im selber die schuld 10 der versagung sölicher gnaden. Und von der selben zeitt hat in nyemant aus dem chloster pringen mögen, es wurd im dann durch die gehorsam gepoten und wurden im alle sein trostung gesenftigt. In der nächsten hochzeit eines tags unnser lieben [56 v ] frauen, do erschain aber die hymelkuniginn Maria als vormals under der metten den brüdern mit irer püchsen, daraus sy aber iren lieben dienern ir 15 confect gab, und do sy an den vorgenanten arczt kom, do ward sy steen und sprach zu im: 'Darumb das du dich deines lebens gepessert und mein erczney der deinen fürgeseczt ist, so wil ich dir auch mein erczney als den andern brüdern mittailen.' Si raicht im die mit dem löffel, und alspald er die enpfieng in seinen münd, do empfand er sölicher krefft und süssikait, die alle leichtvertikait und 20 anfechtung benam, also das er hinfür vesst an seinem gemüt belaib und nicht mer begerung aus dem chloster hett, und versmechet auch fürbas alle gesmach- samkait des leibs. Bey der erczney aus unnser lieben frauen püchsen ist zu versteen die gnad des heyligen geists und der andächtikait davon bekömende, in der krafft die 25 lobsingenden brüder bekreftigt werdent und ir arbait singens, wachens und pettens in lustperkait gewandelt werdent, die speczerey sind die gedächtnüsz und bedrachtung unnsers herren marter und pitters leyden und ander seiner heylikait, die alle mit der hoffnung des künfftigen lones und widergeltens beraitt und wolgewurcztt werden und mit dem verdienen der lobsamen magt 30 Marie den lobsingenden irn dienern eingössen werdent. Novieius: Placet quod dicis. Mir gevellet wol das du gesprochen hast. Monachus: Quante virtutis sint hec ungenta etc. Wie grosser krefft und fruchtperkait sölich unnser heben frawen speczerey und salben sein den menschen, das offenbart dir das hernach volgent exempel etc. 35 4. Vor sach gestrichen dai. 12. gepoten] aus o ist e korrigiert, doch o richtig; lal.: per oboedientiam coa*tuK. 18. Vor der gestrichen: als den andern brüdern. 25. vor der gestrichen an. 27. der; lal.: species aromaticae sunt. 80 /, 48. Das XLVIII capitel. Contigit ante annos etc. Es ist vor wenig jarn in einem frawen chloster unnsers ordens geschehen ein lustper ding zehören. In dem selben chloster ist ein swester ein gewarten lebens und gar berait und inprünstig in dem dienst 5 unnser lieben frauen. [57 r ] Do dieselb eines tages innikleich auff im knyen in unser lieben frauen dienste an irm gepet was und das so lang weret das yr die chnye eines dürchlig und verseret ward, do legt sy sich zu untarn zeitt in dem slaffhaws ze slaffen und darauff ze rüen. Und do sy der slaff begraiff, do er- schain ir unnser liebe frawe, die trüg ein püchsen in irer hannt, darein senckt 10 sy ir finger und nam der salben daraus, damit sy der benanten swester ire wünt- lein und frettung an im knyen salbet. So pald gab die selb edel salbe so grossen süssen und edeln gesmachen allenthalben in dem slaffhaws das davon die swester alle entwachten und wunder nomen was solicher edler gesmach bedewttet, und volgten dein selben süssen gesmachen nach bis zu der vorgenanten junckfrawen 15 zelle, darinne wol befunden grosser krafft desselben edeln gesmachen denn an einer andern stat und weckhten sy aus dem slaffe und zaigten ir mit bezaich- nung. nach gewonhait irs ordens, das sy in zewissen tatt von was Sachen wegen der edel gesmachk so kreftikleich pey ir war. Sy verstund die ursach wol, doch wolt sy in nichts davon chünt thün und gab in zaichen sy solten wider schlaffen 20 geen an ir rw, und sy legt auch sich selber wider an ir rw. Und do sy aber ent- schlieff. do erschain ir aber unnser liebe fraw, und die nam sy bey ainer hanndt und fürt sy mit ir dannen in einen pawragarten, darinne sy mit irer heyligen hant der swester an yr knye liepleich graiff und sprach zu ir: 'Nw lasz dich nyder auff dein knye.' Do sy das getan hett, do sprach aber unnser hebe frawe 25 zu ir: 'Fürbas solt du massikleich auff deinen knyen gnad pitten.' Domit erwacht die chlosterfraw und schawt ir knye scheyben, die vor verbunt und nwn gesundt warn von gnaden unser lieben frawen. Novicius: Quantum ex hac visione conicio etc. Als ich aus der selben [57 v ] erscheynung oder fürkomung genemen und versteen mag, so 30 gefeilet mynner unnser lieben frauen ein dienst mit unbeschaidner begier als mit unbeschaidem petten, wachen und des gleich, denn ob es mit gütter, slechter beschaidenhait geschäche. Monachus: Non contra dico etc. Nichtt widersprich ich das. Ich wil gesweigen der person Gots gepererinn und wil mit new geschechen eben- 35 pilden und exempeln im heyligen nomen süssen über alles hönig erweisen. 1. Das XLVIII capitel steht am Bande links. 4. gewarten lebens] lat. : vitae probabilis. 5. dieselb] Am Ende ist ein Buchstabe, vermutlich ein s ausradiert. 7. ward] d aus s korrigiert. 8. Nach und steht gestrichen dranck; lat.: atque meridie in infirmitorio dormiret. IB. vor andern ein gestrichenes s. 22. pawngarten. I, 49. 81 Das XLVIIII capitel. Iuxta ecclesiam sancti Severini in Colonia inclusus etc. Nahent bey sand Severini kirchen zu Köllen was ein beslossner man wonend, zu dem selben vil erbergen frawen gewonleich giengen. Der selbem eine sagt im das sy unser lieben frawen nomen Maria nicht gesprechen mocht on wunder- 5 grosz süssikait irs herczen. Er fragt sy von was Sache das geschähe. Sy ant- wurt im: 'Ich sprich alle tag der hochgelobten küniginn Marie zu eren und zu lob fünffzig englisch grüsz "ave Maria" mit als vil venigen, domit ich solichen Ion von ir verdien das zu der selben zeit meins gepets die spaichel meines mundes als süsz mir sein als ymmer ein hönig gesein mocht'. Dö das derselb frumb 10 man also vernam, er gab sich auch zu soücher weis des gepets unrf der zal in masse als die vorgenant frawe alletag zepetten. Do er das vil nahent bey sechs wochen also gesprochen und gepettet hett, do ward er auch sölicher süssikait in seinem münd und halls enpfinden von den worten des heyligen englischen grüsz 'ave Maria', die alle süssikait irdischer ding übertrifft. Die selben emp- 15 findung sölicher süssikait hat auch verdienet einer unnser brüder dicz ordens. Nym war: In den dreyen exempeln und ebenpilden hast dw wol ver- nomen wie der süsz nome Maria süsz ist über das honig und ir erbtail über honig und honigsam. [58 r ] Novicius: Ut quid appositum est etc. Warumb ist das dar zu 20 gelegt: Ir erbschafft ist süss über honig und honigsam ? Monachus: Repeticio confirmacio est etc. Die widerzelung der wort ist ein bestättung derselben wort, wann das wir erben, das handeln wir embsik- leieh. In dem honig ist wachs und honig, das wachs bedeüttet die gedächtnüsz, die sol zach und langwerig sein als das wachs, das honig pringt die süssikait, 25 und mag auch die selb süssikait nicht verdient werden dann durch ein emssig, stat gedechtnüsz des nomens der gepererinn Gottes, Marie. Novicius: Ex quo tanta bona etc. Seind das den sündern und den gerechten durch den nomen unser lieben frauen Maria so vil gütter dinge verlihen und geben werdent, so sol den selben heyligen nomen dester stätik- 30 licher in meiner gedächtnüsz hallten. Monachus: Hoc si feceris etc. Ist das du dasselbe tust, du wirdest irer trostung an deinem end empfinden. Das auch die selbe mütter der parmherczikait den menschen, dy ir dienent, an irn leczten zeitten bey geständig sey und in ir müterleich und süsse gegen- 36 würtikait erzaige, davon sind gegenwürtig ebenpild und exempel. 4. selbe. 11. vn. 14. empfunden. 22. widerzelung] Ursprünglich war Widerlegung (auf zwei Zeilen verteilt) geschrieben; legung auf der nächsten Zeile ist gestrichen, und hinter wider ist über den Rand hinaus zelung angefügt. 33. empfunden. Dentaoh« Text« de» Mittelalter«. XXX. ß 82 I, 50. Das 1 c&^itel. In domo quadam Hyspanie etc. In einem chloster unnsers ordens zw Hyspany warn zwen jungern von der werlt in unnsern orden desselben chlosters komen und fürten ein als löbleichs leben, das es anndern wol zu gutem 5 ebenpilden kom. Der selben jungern ainer was so inhiczig in dem dienst unser lieben frawen und sölicher andacht und in dem gepett irer tagzeitt so gemach und betracht das er nicht allain in yeglichen versen, sunder auch in yegklichen worten unser lieben frauen state gedachtnüsz hette, und also volbracht er die selben tagzeitt mit grosser arbait. Do er dasselbe gepet und tagzeitt unser 10 lieben frauen sybenzehen jar in dem orden also mit grosser andacht und arbait volbracht hett, [58 v ] do berürt in ein swär kranchait und siechtumb, des ward im........ Sein gesell erkant wol sein heylikait, das er in dem dienst Gots und seiner Heben mütter gar fleissig und in hiczig was mit inniger, ganczer heb. Davon so pat er in durch besunder brüderlicher und geselhklicher lieb 15 willen das er im etwas güts und ebenpildigs dinges sagen wold, davon er an seinem leben mocht gepessert werden. Er antwurt im und wolt im nicht versagen und sprach: 'Gestern frü kom unser lieben frawen mich zu besehen, und sagt mir das ich an dem sybenden tag sterben und verschaiden scholt, und sprach auch zu mir: "Du hast mir vor allen tötlichen menschen wol gedienet, 20 darumb so wil ich dir tun und zu Ion geben, das ich chainem geben oder getan han." Und domit gab sy ir heylig arm umb meinen hals und erpot mir einen küs an mein wange.' Do darnach der sybend tag der zeitt seines Sterbens, als sy im vorgesagt hett, zum leczsten kom, das der selb sälig man nw sterben solt, do slieff der preyal in seiner zelle und sach in dem geiste ein grosse menig 25 der menschen all in weis bechlaidet in des säligen mannes zellen geen, dy sagten im das sy darumb dohin körnen warn von danne zefüren sein sälige sele zu den hymlischen freüden. Zu der selben zeit als do der slag auff ir tafel geschach nach irs ordens gewonhait, do erbacht er und was zu lauffend und erchant wol das dieselbe menig weisser schar einer sammung hymehschs heres war, 30 mit den der Gottes diener zu den hymlischen freüden solt gefüret werden. Das hat der Ornolt, diezeit abpt zw Cistercz, mir und manigem also fürwar gesagt, das ez also in dem chloster, do er vormals abpt gewesen was, geschehen sey. 1. Das 1 cap. sieht am Rande rechts. 5. ainer] a aus e korrigiert. 12. lat. (nach I): graviter infirmatus est et ministravit ei socius suus. Scienseum autem virum sanctum, so daß also hier offenbar eine Lücke vorliegt. 15. an ist darübergeschrieben. 18. ich fehlt. 21. vor arm ein gestriclienee 1. 27. zeit fehlt. 31. fürwar ward gesagt. 32. was was. I, 51. 83 Das lj capitel. In claustro, quod vulgari nomine. In dem chloster, das zw tewtsch Hemmeröd genennet ist, was ein conversz, die man pärting nennet, auff [59 r ] einen irer münchöff beschiden zu dem pflüeg. Der was ein man eines lautern lebens und het von Gott vil haimlicher trostung, der etlich zw uneerm wissen körnen 5 sind. Derselb hett under andern tyern, die im zu seiner arbait bevolhen warn, einen ochsen, der gar widerspanig und frayszsam was, so er solt in dem pflüg oder wagen ziecben, so pracht man in mit grosser mw an das joch. Eines tages wolt er in aber zu der arbait in das joch anpinten, do was er so tracz und wider- stendig das er in nicht darzu nicht pringen mocht. Des ward er zu ungedulg 10 und zorn peAveget und eylt in den walt, do bey einen starcken chnütel zehawen, domit er den widerspänigen ochsen mit grossen siegen in das joch zu ziehen pracht, und so er in nahent zu dem ochsem kom, do ward er im mit dem chnütel drolich zu streyen. Des erhüb sich der ochs als von einem geist peweget und lieff dem pärting entgegen und viel vor im auff sein knye, und des er mit Worten 15 nicht gepiten mocht, das erzaigt er mit diemütigung seines leibes, huld und gnad zepitten. Do das der selb heylig man also ansach, do sprach er zu dem ochsen: 'Du süchset parmung, die sol dir nicht von mir nicht versagt werden. Stee auff und mach mich fürbas nicht nier ungeduldig.' Also von dem selben tag legt von im derselb ochs alle wildikait, das er fürbas vor allen anndern ochsen 20 und tyern das gefolgist und willigist tyer was zw arbaiten. Derselbe prüder pärting do er zu einer andern zeitt von arbait wegen mwd und unkrefftig worden was und sich zu rü in sein pettstat gelegt hett, do gedacht er das er ein gewondleich gepett von unnser heben frawen tagzeit von arbait wegen auffgeslagen und des nicht volbracht hett. Des erhüb er sich 25 snell auff aus dem pett, zu volbringen dasselbe versaumpt gepet unser lieben frauen. Des erparmt sich die selbe frawe aller werlde über in und sein sw&r arbait und sprach zu im mit gepietten \59 v ~\ das er sich wider an sein rw legt, sy wolt das versawmpt pet an seiner statt volbringen. Do darnach der herre Gott dem selben getrewen arbaiten seiner getrewen arbait einen gerechten Ion 30 wider geben wolt, do schickt er im leibes kranchait, aber die frewd des gemüts und seiner trostung nam er im nicht dobey. Und do er also ettlich tag in kranchait was gelegen, do kom der appt und wolt in und auch die andern visitirn und besehen und sprach zu im: 'Prüder Herman, ist es dir nicht ein schäm, das prüder Gothart vor dir sol zu hymel sein?' Auff den er doselbs vingerzaigt, 35 der auch krancher doselbs lag und nicht mer dann drew jar in dem orden gewesen 2. wlgari. 14. der] des. 28. Nach vnd sprach zu jm mit gepietten ist ausgestrichen am Beginn der neuen Seite [59v\: das er sich wider an sein swär arbeit; es folgt dann nochmals unausgestrichen und spraeh zu jm mit gepieten, das also zweimal sieht. 30. lat.: iustam laboribus eius remunerationem reddere decrevit. 6"» 84 I, 51. was. Er antwurt im: 'Nicht, lieber herre und vatter, nym ich mir des zuschein das er mich zu den ewigen fraüden fürkömet, sunder was im Gots güts tun wil, des gan ich im wol und ist mein begern.' Der appt sprach: 'O prüder Herman, du lachest zu allen zeitten.' Sein anplick was allzeit von natur zu lachen gestellet. 5 'Hab dir urlaub zegeen in der chor, und wo du schaffen hast.' Er antwurt und sprach: 'Ich wird geen, wo hin Gott will.' Der abpt sprach: 'Wohin wirst du denn geen?' Er antwurt: 'Zu dem reich der hymel.' Er sprach: 'Wenn wirstu aber sterben?' Er sprach: 'Nach zwain tagen, wann darnach des dritten tags, als die messe angehaben wirt, so pin ich dennoch hye, und an dem anheben des 10 ewangely pin ich auch hye. Aber vor dem ennde der messe so wird ich in dem reich der hymel sein, und mir ist dizeitt der selben dreyer tag lennger dann mir alle die zeit gewesen ist die ich hye auff erd gelebt han.' Der apt sprach: 'Wavon waist du das also?' 'Die junckfraw Maria ist bey mir gewesen und hat mich getröstet und auch ich enzuckt pin in den hymel, do ich auch ge- 15 [60 r ]sehen han die sälikait, die ich von Gots gnaden haben wird.' Von dem selben tag tet in der selb appt stätikleich zu besehen. Do der dritt tag kom und die zeit der messe angieng, do kom zu im saliger gedechtnüsz bruder Dyetreich, sein beseher, und sprach: 'Brüder Herman, mag ich zu der messe geen, das ich euch in der zeit ichts versawm ?' Es was do in der vasten zeitt. Er sprach: 20 'Nicht geet von nur, lasset die anndern danne geen, aber ir sullet bey mir beleiben, und beraittet ein warm wasser, domit ich gewaschen werde, und zehant darnach, so strewet mir die matten auff erde und rüfft zu euch zwen bruder, die auch helffen, wann diezeit meines danne schaidens ist hye.' Do die tafel geslagen ward oder zu der tafel bezaichent ward zu dem anfang des ewangely, 25 do lieff in enkegen der convent und mit den ersten der appt, und also gieng die heylig sei von dem heiligen leichnam vor dem ennde des ewangely, als er vor gesagt hett. Novicius:Non miror si iustus iste etc. Mich nympt nicht wunder ob der selb gerecht man des todes begert hatt, den die künigin der hymel des 30 hymels vertröst hatt vor seinem tod. Monachus: Non solum presencia eius etc. Der hymelkünigin gegenwürtikait an leczsten ennden der menschen nicht allain den kranchen die hoffnung und begerung des todes gibt, sunder auch erweckt sy den sterbenden menschen den trost künftiger gnaden mit lachendem munde, wann das ain 35 zaichen grosser und unzergänckleich freüden ist. 3. neben gan, das am Eingang der Zeile steht, am Rande links vergun, nach dem Schrijtlypus aus späterer Zeit. 10. ich fehlt. 11. dreyer] d aus t korrigiert. 14. ich (2.) darüber geschrieben. I, 52-1, 53. 85 Das lij capitel, Conversus quidam. Es was ein jungling geporn von Frysenland, der bechert sich von der weit und nam unnsern orden an sich, der ward zu Lucka swarlich mit kranchait umb geben, von dem ich auch vormals etwas meidung getan hab. Do der in seiner kranchait an das leczste kom, als mir denn ainer 5 des ordens, desselben chlosters ein münch, gesagt und das gesehen hatt, wie das derselbe kranck Jüngling [60 v ] vor seinem ennde innikleich lachen ward, und do in einer darumb fragt, warumb er an solicher stat und ennde seins Sterbens so ynnikleich gelacht hett, er antwurt: 'Solt ich nicht pilleich lachen? Nym war, unnser liebe frawe ist hye bey mir gegenwürtikleich und wirt mein seel 10 mit ir zu den ewigen freüden füren.' Mich duncket es sey an dem selben convers der spruch des poeten erfüllet, er wolt sein als er sprichet: 'Disce, puer parve, risu cognoscere matrem' etc. Zu teüsch also: 'Du chlaines chind solt erkennen lernen dein mütter an dem lachen.' Der selb pärting und convers was ein chind der tugent, wann er was siecht und ainfeltig, darzu lauter in seiner gewissen 15 und was chlain, wann er diemüttig und senftmütig was, da von so ist nicht ze wundern, ob im die mutter Gots und aller parmherczikait und diemüttikait an seinem ennde müterlich trostung erzaigt hatt. Wann als ein ernstliches und scharpfes angesicht erwecket forcht an einem menschen, den es anplicket, also widerumb ein fr61ich, tröstleich amplick lachen und fraude enzündett. 20 Das liij capitel. Simile contigit etc. Des gleichen ist geschehen in sand Mauricien kirchen zu Kollen. Do ein chlosterfraw eins heyligen lebens an irm leczsten ennde was zum tod und ir swester, die andern chlosterfrawen alle umb sy stunden, irs enndes ze warten, do ward sy mit lauterm, wolgestalten anplicke allen den 25 selben iren swestern zehoren vernemleich und mit lachendem munde soliche wort sprechen: 'Wol sey komen die allersüssist und liebste mein fraw Maria.' Und domit beslosz ir der tod ir lebsen und gab auff iren gaist, wannd sy hett die selben unnser lieben frauen mit innikait irs herczen lieb, und domit het sy das umb sy verdient, das sy an der selben forchtsamen zeitt irs Sterbens sy 30 tröstleich und gegenwärtige bey ir hette und sy zegrüssen und emphahen und mit zefarn zu den hymelischen freüden. Novicius: [61 r ] Spero quod demones etc. Ich hoffe das die anhabigen und ungestümen pösen geiste, die pey der gerechten menschen sterben gewond- 1. nach capitel noch etc. 12. erfüllet fehlt; lat.: impletus. 12-13. Incipe, parve puer, risu cognoscere matrem (Verg. Eclog. IV, 60). kennen aus erkömen geändert. 27. lat.: beneveniat dulcissinm Domina mea. 28. mit. 86 I, 53. I, 55. leich anfechtig sind, das die in gegenwürtikait einer sölichen mächtigen hymel und erden küniginn nicht geschaffen, sunder dannen weichen müssen. Monachus: Hoc tibi volo ostendere per exemplum. Das wil ich dich mit einem ebenpild erweisen. 5 Das lv c&-pitel. Circa hoc etc. Bey den dreyen jaren ist ein münch in dem chloster zw Eberbach gestorben, der was des allters ein jüngling und hett nicht part, aber der synn und seines gemüts was er gra und greys. Und als ich von seinem abpt gehört han, do er an des todes ennde lag, und vor dann er verschied der 10 posen geiste anfechtung und schewkzleickait gegenwärtig und ungestüm vor im allenthalben und umb sich sehen müszt, do erschrickt er seer und ward schreyen: 'O heylige mütter Maria, erledig mich von disen posen feynten.' Das was er rüffen zu mengerm mal. Do das die umb in steend warn, allso horten, sy wundert und sprachen: 'Wie kumpt das ? Er ist doch allweg still gewesen 15 und kawm zu fragen geantwurt ?' Zehant darnach ward wider ein krafft emphahen und naigt sein haubt gar mit diemüttikait und sprach: 'Wolkömen sey mein aller liebste fraw, Gots mütter, Maria.' Und domit hüb er auff sein hant trölich wider die posen geist und sprach zu in: 'Nw müsst still ligen und mich unbe- kumert lassen.' Und allso ze hant darnach gab er seinen geist auff und ver- 20 schiet mit einem lauttern und chlaren antlicz zu Gott, domit er den engein freüd in hymeln und seinen brüdern des chlosters ein glaid machtte, wann er was in gar ein lieber, wol geschickter und ordenlicher junge und kewsch des leibs und des gemüts. Es ist auch wol zu gelauben das in der zwkunfft derselben hymelküniginn Marie alle die [61 v ] sammung der pösen geist vertriben sey, 25 als der nebel in dem aufgang der sünnen vertriben wirt. Novicius: Si domina nostra clementissima etc. Seind unser aller gütigiste fraue Maria zu dem tod ein sunders, als vormals an dem newnden capitel berürt ist, ir gegenwürtikait erzaigt und der pösen geist frolocken vertriben und geswaigt hatt, dester mynner wundert mich das sy auch an des vorgenanten 30 gerechten Jünglings ennde der tewfel freisleichkait vertriben hatt. Monachus: Bene sentis. Du hast es recht vor dir, wann es pilleich was, das die mütter aller keüschait auch an irem diener vor seinem tod mit so frö- licher zuchunfft die krafft der keüschait widerloneht. Es ist das auch nicht 5. Dieses Kapitel ist das LIV.; hier ist diese Zahl übersprungen. cap. 8. vn. 10. lat.: illorum importunitate valde turbatus. schenkzleickait. vnd vnd. 21. vor glaid gestrichen lai. glaidj lat. : dolorem. 24. alle die] alle die steht am Anfang von 61" noch einmal. 27. götigiste] am Ende n gestrichen. /, 55-1, 57. 87 ein wunder, das also die mütter aller keüschait einem volkömen münch mit irer gegenbürtigen trostung durch krafft der junckfrawnschafft und keusch willen beweist hai, seind sy auch desgleichen einem weriileichem priester an seinem ennd ir trostung da durch erzaigt hatt. Das lvj capitel. 5 Quidam canonicus. Es was ein thümherr zu der tumkirchen zu Köllen, do der selb an seinem ennde mit dem tod arbait, do sah er unnser liebe frauen gegenwärtig bey im und erchant sy wol, und do der selb den gegenwärtigen lewtten, die bey im warn, also sagt, wie unnser liebe frawe bey im wäre, do ward im ein unsichtiger packenslag geben. io Novicius: Que fuit ibi culpa? etc. Was schuld was do darumb der packenslag geschach ? Monachus: Puto quia inanis gloria etc. Ich wan es sey die schuld der eyteln ere und lobs, das er darinn gesucht hatt, die selb schuld und auch pein ward im mit dem selben packenslag abgenomen und gehailet. Und wie wol 15 der selbe tümherr des leibs keusch und rain was, so was er doch genüg wertleich und zarts lebens mit essen und trincken und mit scheinperlichem, höfischem gewant. Und das du icht gedenckest oder mainest das unnser liebe fraw [62 r ] allain chlösterlichen, ergebenn lewten, mann und frauen, junckfrawen und anndern 20 enthaldenden, die also an irm ennde zu dem tod arbaitend, allain in ir gnadenreiche gegenwürtikait erzaige und sy in das ewig leben füre, so gib ich dir auch ein ebenpild von einer person eines layen, der eelich was und ein hausfraw hette, das auch solichen layen so getane gnad von unnser lieben frauen widergeet. Das lvij capitel. 25 Civis quidam de Tupleto etc. Ein purger von Tidpen, der ein erwerg man was, ward mit andern seinen geprüdern pilgreymen auff die merfart ausgesegent und bezaichent. Der kom bis zu dem mere, do berürt in tödlich kranchait, und so er mit dem tod arbait, do ward er sich in wunder weise frewen und frolocken. Die gegenwürtigen lewt umb steend wurden zered was sache 30 das war einer solichen frewd und frolockens. Er antwurt im und sprach: 'Sol ich nicht pilleich mich frewen und frolockhen ? Nempt war, unnser liebe fraw ist hye gegenwürtikleich bey mir gewesen und hat also zu mir gesprochen: "Darumb das du dein hawsfrawn, dein süne und alles dein gut begeben und 3. hast. wertlleichem. m aus n korrigiert. 26. lat.: civis quidam de Tulpeto, vir honestus, Kono nomine. Emipen. 33. hat fehlt. 88 /, 57-1, SS. hinder dir umb die ere willen meines lieben sune, und hast dich in grosser leib- szorg gegeben, das alles wil ich dir vollikleich widerlonen." Und domit ward im die gnad verlihen das er die hymel offen sach und sprach mit lautter stymme: 'Secht, ich sich den hymel offen und darinne meinen beraitten stül, darauff 5 ich kürczleich siezen wil.' Do begert er und hiesz das sacrament der heyligen Ölung pringen und auch das wirdig sacrament des leichnam unnseres lieben herren Jhesum Christum, und emphieng die mit grosser andacht und gab domit auff seinen heyligen geist und legt von im sein pylgreimfart und emphieng darumb den Ion seiner arbait in den hymlischen freüden. 10 Novicius: Miror quod homo iste iustus etc. Mich wundert nicht, das derselb gerecht mensch, der durch [62 v ] die bezaichnüsz des heyligen chraücz auff die merfart so wunder grosse ding gesehen und verdient hatt, waist du es aber, so sag mir warumb mich des wunder näm. Monachus: Duo dicam tibi exempla divine pietatis etc. Ich 15 wil dir zway ebenpild der götlichen gütikait sagen und seiner lieben gepererinn Marie, die dich nicht allain zu wundern, sunder auch in forcht pilleichen becherent. Das lvijj capitel. Miles quidam etc. Zu einer zeitt sich fügt, das ein edler und doch 20 ungelewntter, reübischer ritter von seinen feinten gefangen was, und was dieselbe feintschafft zwischen in groz in den tod. Sy maynten den gefangenn ritter zehannt ertötten und nicht lenger leben lassen. Do der das verstund, das im der tod so nahen was und chain hilff dowider nicht erdencken mocht, do sprach er zu in mit flechleicher stymme: 'Ich pit euch durch Gots lieb willen das ir 25 mir ein chlein zeit den tod verziehen wellet, bis das ich einem priester mein sünd erchlagen müg mit der heyligen peichte.' Sy antwurtoi im und sprachen: 'Söliches verziehen und peitung wer uns nit sicher noch fügleich, wann es mocht sieh fügen, das dein frewnd an uns komen und dich mit gewalt aus unnsern hennden namen und wurd dann die leezst veintschafft grosser dann die erste.' 30 Und do sy im wurden gepieten das er nider scholt knyen und sich naygen zu dem slag des haubt abslahens, do sprach er die wort: 'Herr, allmächtiger Gott, 1. deines. 3. im darüber geschrieben. 10. Hier scheint schon Hartliebs Vorlage den Sinn nicht richtig verstanden oder in dem bloßen 'Miror' selbst schon einen unrichtigen Text vor sich gehabt zu haben. Die Stelle lautet richtig: 'Novicius: Non miror, si homo iste iustus vel potius per crucis signationem iustificatus tarn mirifica vidit et promeruit; sed si nosti, die unde mirer. Monachus: Duo tibi dicam exempla divinae pietatis eiusque Genitricis, quae te non solum in admirationem, imo etiam in stuporem merito convertant. 12. geschehen. 2G. anwurtem. 27 - vnd. 28. ane e gestrichen. 30. Und (1.)] vn. /, 58—1, 59. 89 du waist und erchennest meinen willen.' Und sprach darnach: 'Mein Bell emphilh ich der junckfrawen sün Marie.' Und also ward im der chopph abgehawet. Zu der selben zeitt was ein behaffter mensch mit dem pösen geist nahent dobey wonend, do sprachen ettlich lewtt zu dem selben behafften, die vernomen hetten von des benanten ritters und bütreichs töd: 'Ir pösen geist habt yeczund grosse 5 freüde mit des enthaubten [63>] ritters, des grossen bütreichs sele.' Der teüfel antwurt in mit trauriger und chläglicher stymme: 'Wir haben nichts an im, wann er hatt an seinem ennde ein rede getan, dadurch er hailwärtig worden ist.' Do ist auch chain zweifei an er sey durch hilffe der hymelküniginn, der sün er sein seel an dem ennde emphalhe, von der helle verdampnüsz erledigt worden, 10 als auch der Schacher an dem chreücz gnad empfieng von Christ dem herren und mit im zu den ewigen freüden gefürt ward. Noch wil ich dir ein anders ebenpild sagen, darab dich mer wundern wirt, das mir ein appt unsers ordens gesagt hatt, und geschehen ist in disen nächsten fünff jaren. 15 Das lviiij capitel. In vicinio civitatis etc. In der gegent nahent bey der stat genant Tryent, als mir ein appt gesagt hatt, was reichsend ein gar vermärter Schacher, von dem vil menschen beraubt und ermordert wurden. Wer sich zw wer saezt wider in, den ertott er an all parmunge. Dem selben Schacher begegent eines 20 tags ein münch unnsers ordens, er hofft bey im gellt zefinden und sprach zu im: 'Ey, sey dann das du wilhkleich mir nach volgest, sünst ertStt ich dich.' Do dem der münch also nach volgt und mit im auff dem weg zerede kom, do fragt er in und sprach zu im: 'Wer seyt ir?' Er sprach: 'Ich pin ein Schacher, der so vermert ist in dem lannde,' und nennet sich im bey seinem namen. Der 25 münch sprach zu im: 'Ir hebt yeezunt an grab zu werden auff ewrem haubt und fürchtet nicht ewrer armen sele, die ir allso mit sünden überladet V Er sprach zu dem münch: 'Ich furcht meiner seel mynner dann ein unvernüftigs tyer und weder Gott noch sein heyligen.' Domit swaig der münch, bis das er mit im in sein hol und wonung kom, do gedacht er mit im selben: '0, möchtest du 30 den menschen von seinen sünden bekeren. du verdientest grosz gnad umb Gott.' Und domit sprach er zu dem Schacher: 'Erlaubt [63 v ~] ir mir etwas mit euch zereden?' Der Schacher sprach: 'Sey euch erlaubt.' Der munch sprach: 'Sagt mir wie ir ewr leben in der jugent von anfang ewrer vernunfft bis auff die zeitt gefürt habt.' Er sprach: 'In vil poshait und sünden. Do ich ein chind was, 35 do aufflaynt ich mich mit allen anndern hindern, die mir an dem alter gleich 1 3. ad exemplum steht am Bande rechts. 14. Vor disen gestrichen den. 18. lat.: Iatro nominatus. 21. im zu. 33. Vor sey gestrichen: ja ich. 36. di. aller. 90 1, 59. warn, mit ubelhandeln, slahen und rauffen für all ander. Do ich darnach ein jungling was, do legt ich meinen fleiz auff stelen und do ich zu einem mann ward, do nam ich mich an zu rauben und morden die menschen on parmherczi- kait, und ward in der selben poshait so leüffig und vermärt das ich aller ander 5 rauber, Schacher und mörder ein haubt und ir öbrister in den sünden pin in disem lannde.' Der münch sprach: 'Ey, furcht ir nicht die hellischen, ewigen pein, die zu solichen pösen wercken berait sind?' 'Von meiner seel darff nyemant fragen, wann ich derselben chainen trost noch hoffnung han, das sy ymmer müg zu gnaden körnen von meiner grossen sünden wegen.' Der münch 10 sprach: 'Wie, und ob ich euch einen weg des hailes weist, wolt ir mir der volgen oder nicht?' Der Schacher sprach: 'Ja, ich wolt des gern volgen.' Der münch sprach: 'Ir sült alle wochen einen tag in unnser heben frauen eren vassten, und an dem selben tag sült ir nyemant, weder an leib noch an gut, laydigen noch beswarn. Tut ir das, so wisset in warhait das euch die selb mütter Gots 15 und aller parmherczikait, genad und säld von irem lieben sün erwirbet.' Der Schacher sprach: 'Das wil ich werlich tun und gelob das yeczund unnser lieben frauen, das ich desselben tags nichts essen, nyemant rauben noch laydigen wil, und erwell mir darzu den sampcztag und wil daran das alles halten und vol- bringen und nichts daran würcken.' Dasselbe volbracht er also ettlich zeit, 20 das er auch vil menschen aus der anndern Schacher, seiner gesellen, hennde pracht, [64''] die beraubt und er mordt warn worden, das tet er also in dienst und eren der küniginn Marie, in der liebe er also enzündt ward. Zu der selben zeitt was die vorgenant statt Tryent mit grosser veint- schafft umbgeben, die sy tägleich angriffen mit raub und mit anndern beschedi- 25 gungen. Eines sampstags zugen dieselben von Tryent mit irn soldnern aus der statt und eylten yr feynt nach und an dem selben nacheylen begriffen sy den Beiben Schacher mit etlichen anndern und viengen m on alle wer und ungewappent, gar plössen von des sampstags wegen, daran er von seiner gelüb wegen, die er unnser frawen getan hett, nyemant schaden pringen wolt, und sich auch nicht 30 zu weer stelt. Wie doch er ein gar ein starckher, werhaffter man was, so liesz er sich gtitleich on widersteen vahen und gefangen füren, und wes man in fragt, dem gab er chain antwurt und wolt auch nicht reden. Und so er also in der Btat Tryent pracht was, do ward er von etlichen wol erchant und ward geurtailt zu dem galgen. Doch von Schickung unnser heben frawen, als wol zu gelauben 35 ist, wurden die richter und schöpphen überain, das sy in von seines geraden, , starckhen und wol geschickten leibes wegen wolden bey leben beleiben lassen. 22. er fehlt. 25. desselben. — lat.: et exeuntes satellites civitatis, cum hostes die sabbati insequorentur. 26. nach fehlt. 27. ir. 36. lat.: iudices . . . convenerunt, ut provincia abiurata viveret. /, 59. 91 also dooh das er dasselbe land versworen hett, darein nymmermer hinfür zu körnen. Do er des nicht tun wolt, so sprach er: 'Es ist mir vil pesser, ich püss hye mein sünd dann in der künftigen werlt.' Sy sprachen aber zu im: 'So lassz dich doch enthaubten.' Er sprach: 'Ich acht nicht was todes und peynigung ir mich anlegent, das ich nur davon sterb.' Aber sprachen sy zu im: 'Wild 5 du das dir ein priester zugeschickt werd, dem du deiner sündera zu peicht körnest V Er sprach: 'Es tut nicht not, wann wir alle Christen sein, dar umb wil ich euch allen mein sünde peichten.' Und do er die selben offen peicht, allso mit grosser rew und andacht getan hett, do bekant er auch das er nye nichts gütter werch all sein tag getan [64 v ] hett, ausgenomen des vassten an dem sampcztag in io unser lieben frawen eren, daran in der vorgenant münch geweist hett. Und also ward er für dy statt gefürt und enthaubt und doselbs an der statt begraben. Desselben nachtes wurden prynnend cherczen liecht von den wachtern auff der stat maur gesehen und das auch fünff ersam frawen in der selben nacht seinen leichnam ausgraben und stiessen im sein abgeslagen haubt wider an den 15 leichnam, das es daran gancz stund als vormals, do er lebt, und legten in auff ein por in ein tüch wunderleich gewürckhet und gezieret und zugen darüber ein purper tüch. Der selben frauen vier yegliche ein prynnend kerczen in irer hannt und die par mit dem leichnam zu den vier ennden trugen, und die fünffte fraw was die aller clarist und schönist under in, die trüg auch ein prynnend kerczen 20 und gieng nach der par, und also trügen sy den leichnam für der stat tör und seczten die par do nyder. Do dy wachter das alles also gesehen hetten, dy warn in forchten und maynten das es ein trücknüsz war. In sprach zu die fraue, die nach der par gangen was, das was dy junckfraw Maria, und sagt in: 'Sprecht zu ewrm pischoff das er disen gegenwärtigen meinen diener, den ir purger ent- 25 haubt habt, in die kirchen an die stat, dy sy nennent, auff morgen erberleich begrabe. Versaumpt er das, es tu im nicht gut', und nennet sich do bey irm kewschen nomen Maria. Des morgens frü do die sach dem pischoff gesagt wurden, er gieng mit der menig seiner pfaffhait und des volcks zu der par und deckt darab die purper, und do er sach das abgeslagen haubt wider gancz an 30 dem leichnam steen, do erschrickt er und nam in grosz wunder ab der purger purpur und dem tüch, das so köstperleich und klügleich gewürckt was das das- selb werck alle menschleich würckung übertraft Und do bey gelaubt er was im die wachter gesagt hetten, und allso begrub er den selben [65 r ] menschen mit grossen eren, nicht als einen Schacher, sunder als ein martrer Gots an die 35 stat, die unnser hebe frawe den wachtern het ausgeweiset. 6. sünder. 18. yegliche] am Ende m gestrichen. 24. gangen] a aus ie korrigiert. spcht. 26. Vor begrabe gestrichen ge mit einem halben b. 28. morgens darüber geschrieben. 31. Hat.: texturaraque purpurae humanuni artificium excedentem. 92 I, 59-1, 60. Von der selben zeitt bis auff den tag und gegenwärtig zeit wirt selten ein mensch funden, das zu seinen jaren komen ist, es faste nicht den sampcztag alle wochen in unnser lieben frawen ere. Novicius: Cum opera bona extra caritatem sanctam mortua 5 sint etc. Seind das ist das die gütten werck, die ein mensch in todsünden und on die lieb Gots getan hat, vor Got tod sind, wie möcht dann das vassten oder ein annder werck, das der vorgenant Schacher in seinen grossen mordsünden gethan hatt, unnser lieben frauen gefellig sein gewesen? Monachus: Per obsequium quod beate virgini inpendit etc. 10 Durch den dienst, den der selb Schacher also unnser lieben frauen mit fasten und desselben tags nyemant zelaydigen getan hatt, domit hat er sich schickleich zu den gnaden Gots mit der rew und gutem fürsacz gemachet und auff sein end mit willigen leyden des Sterbens und seiner rew und peicht einen sün des ewigen lebens gemachet, und mit dem zeitlichen tod den ewigen tod der helle von im getriben. 15 Wann unnser herre Gott, der war richter, püsset nicht den menchen zwir umb ain schuld, es sey dann das ein mensch die erczney Gots, das ist seiner gnaden selber, ausslach. Nicht anders getar ich das aus zelegen. Novicius: Hystoria haec tarn mirabilis accendere debet etc. Dise wunderliche geschichte sol pilleich mangen sünder zu der lieb unser lieben 20 frawen enzünden. Monachus: Adhuc unum superest capitulum etc. Noch ist ein überigs capitel, das alle unnsers ordens bechenner und versprecher und gehorsamer, die sich darinn von der werlt bekert und ergeben habent, mer zu der lieb unnser heben frauen enzündet denn alles das du vorher von mir gehört hast. Darumbe 25 so han ich das bis auff das ennde diser underschaydung verhalten zu einer be- sliessung [65 v ] diser sybenden underschaidung von unnser lieben frauen, wann was an einem ennde güts gesagt wirt, das ist der gedechtmisz behältleicher und wirt dem menschen starckleicher eingepildet. Das lx capitel. 80 Monachus quidam etc. Ein münch unnsers ordens, der unser hebe frauen begirleich und gros lieb hett, der ward vor ertlicher kurczer zeitt des gemüts enzucket und in das beschawen der hymlischen ere und freuden gefüret. Der ersach der heyligen kristenhchen kirchen manigerlay geistleich orden, merckleich des ersten der engel, darnach der patriarchen, zwelfpoten, martrer 35 und peichtiger, die alle von einander underschaiden warn mit aygentleichen 2. nicht fehlt. — lat.: qui eins exemplo diem sabbati in honorem dominae nostrae non ieiunet. 4. am Bande rechts: Nota bene. 17. vor zelegen gestrichen legen. 29. Cap. LX entspricht Cap. LIX des lat. Textes (vgl. S. S6) u. des Inhaltsverzeichnisses (vgl. oben S. 7). I, CO. 93 vermerckungen als Chorherren, die geistlich regel haltent, die von Premonstrat, weissz münch, Benedicter orden und des gleich annder orden, ausgenomen unsers graben ordens ward er mangeln und den nicht gesehen mocht, wie doch er mit fleisz offt darnach umb sehen was und sich des ser bekümert, das er auch unnsern orden in solichen hymlischen eren und freüden bey andern geistlichen 5 orden nicht sehen solt. Do kert er sich gegen unnser lieben fraw und sprach zu ir mit seüffczen: '0. aller heyligiste fraue, was bedewtt das ich sich alle geistlich orden in disen hymlischen fremden, ausgenomen unnsern graen orden, des chan ich nicht ersehen und sich nyemant davon gegenwürtigen. Ey, war- umb werdent dein diener, dy dir so fleissikleich dienent, von solichen eren und 10 freüden ausgezelet ?' Dy hymelkünigrä sach in des ser betrübten \ind antwurt im also: 'Nymwar, mein sunderlieb diener des graen orden sind mir so gehaim und lieb das ich die selben bey mir under meinem mantel halde. Und allso laucht sy im mantel auff, der weit und prait gesehen was zu wunder, darunder er sehen was ein unzeliche menge der person unsers graen ordens, der münche, 15 der pärting und chlosterfrauen, dy sy im alle zaigt, des er sich unmassen ser erfrewet [66 r ] und mit frolocken also danne wider zu seinem leichnam für. Und was er also gesehen und gehört hett, das offenwart er seinem appte, derselbe sein appt pracht dasselbe an die andern äppte des ordens in dem nächsten capitel darnach. Die wurden des all erfrewet und fürbas vil mer in der lieb unnser Heben 20 frawen enzundet. Und darumb das ich die aller saligisten und heyligisten junck- frawen mariam, die ein spiegel ist der junckfrawnschafft, und der verdienen aller heyligen hoch über steigent, so bin ich unvermügent die selben hymels und erden küniginn zeloben als einem unversuchten lober. Doch pitt ich ir gnad und parmherczikaitt mit deinen hilffen, das sy durch unnser paider gepett 25 unnsers lobs geprechen mit im gnaden erfüll, und was hyeynne geschriben sey und noch geschriben werd, das sy das mit irem verdienen allen den menschen fruchtper mache, die das lesent oder lesen horent. Amen. 4. dar ist darübergeschrieben. was aus ward korrigiert. 8. geistlich] li über ein c korrigiert und am Ende e gestrichen. 11. hymelkünig. 14. sy] ist. 19. Vor dasselbe steht gestrichen an. 21 ff. Die Übersetzung fällt hier aus der Konstruktion. — lat. (nach I): Igitur quia Virginem beatam, imo speculum virginitatis, cuius merita et gloria omnem altitudinem sanetorum transcendunt, laudare non sufficio, quasi imperitus laudando illam deficio: ipsam igitur . . . depreoor, ut etc. 24. als ein unversuchter lober, doch (Anfang des Nachsalzes) pitt ich. Burdach y - " Capituki von Teil II. Capitula octave distinccionis de diversis divisionibus prole- gentibus. Racio quare in octava distinccione de divisionibus diversis tracteturetc. Das capitel der achten underschaydung helltet inne von maniger- 5 lay geistleichen sehungen und fürkömen mit enzuckung des geistes oder in trawm weise. Das erst capitel, von den sehungen, und ist sache, warumbe davon in diser achten underschaydung betracht wirt von mangerlay sehungen in dem geist. 10 Das ander capitel, von dem priester, dem unnsers herren gepurt im slaff geweist ward. Das dritt capitel, von swester Christein und auch von der selben Christi gepurt. Das vierde, von manigerlaykait der trewme und geistlicher sehungen. 15 Das fünfft, von einem münch, der do sach Christum, als er erst geporn war und dobey Mariam und Joseph. [66 v ] Das sechste, von dem preyal, der an der christnacht ein stern sach ob dem convent. Das sybent, von Reichmüden, die an dem obristen Cristum ligen sach 20 in der chrippen. Das achtet cap., von der junckfrawn, der Christus erschain als in einem allter dreyer jar. Das newnt, von der vorgenanten Reichmüten, die Christum sach in des Cayphe haws. äfj Das czehent, von einer junckfrawn, der Christus offt erschain, wann sy wachen was, am kreicz. Das Xj. capitel, von dem münch Daniel, dem Got an dem chreücz erschain und gab im zäher. Das XI j. cap., wie das zu versteen sey: percussit petram. 30 Das XIIj ca., von dem münch desselben chlosters von Closter. 1. Capitulum. 7. sehungen] das erste e aus r korrigiert. davo. 10. im fehlt. lat.: in somnis. 15. Vor do ausgestrichen ein j. 30. lat.: Monacho de Claustro (vgl. oben S. 39, 18). Capitula von Teil II. 95 Das XIIIjcap.,von einem münch desselben chlosters, der an gefochten ward lange zeitt, wie das er solt ein ainsidler werden. Das XVcapitel, von der chlosterfrauen Cristina, der unser herr Christus chrauczigter erschain. Das XVj cap., von einer angefochten chlosterfrawn, der Christus er- 5 schain. Das XVIj capitel, von zwain partingen, die Christum an dem chreücz in dem lufft Sachen, hangen. Das XVIIj cap., von einem pärting von Lucka, der Christum auch an dem chreücz sach in dem lufft. 10 Das XVIIIj, von dem chreuczigen, das die gaistlichen ergeben leiden. Das XX, von brüder Chunratt, einen parting, der enzuckt ward. Das XX j cap., von dem ritter, dem das chreücz in Jerusalem naigt. Das XXIj ca., von einer chlosterfrawn, der auch Christus erschain. 15 Das XXIIj ca., von einem noviczen, dem ein chreücz an sein stirn ward etc. Das XXIIIj capitel, von einem münch, der ein maier was. Das XXV ca., von dem chreücz, das in der kirchen sand Jorgens zu K611en ist, das den mesner stiesz. 20 Das XXVj ca., von der räch, die Gott von unnser frawen wegen ver- hengt über ettlich ritter. [67 r ] Das XXVIj, von der räch, die Gott den Dannatanen tet, die den chreüczten etc. Das XXVIIj ca., von den hayden, die zu den Christen weiten ge- 25 flohen sein etc. Das XXVIIIj, von Christo, der sich chlagt einem pärting, wie er in eines armen gestalt . . . Das XXX cap., von brüder Hainrich, dem krumppen von Chlarenfall, der Christum sach. 30 Das XXXj cap., von Theobalden, einem grafen der Christi füssz wuscA in eines ausseczel gestalt. Das XXXIj cap., von einem pischoff, der einem auszeezigen sein trieffend nazlöcher leckt. Das XXXII j capi., von einem pischoff von Salczpurg, der einen 35 auszeezigen bericht. Das XXXIIIj capitel, von dem edeln gesmachen. des die prüder an dem ostertag emphunden. 8. sach in dem lufft sach; lat.: viderunt. 23. lat.: Damiatanos. 29. XXX korrigiert aus XXV. 32. wüschs. 96 Capitula von Teil II. Das XXXV cap., von dem leiden und marter Christi, des herren von dem heyligen geist. Das XXXV j ca., von brüder Hainreich, dem pärting, und von der tauben, dy er sach. 0 Das XXXVIj ca., von dem münch auff des haubt gesehen was die taub zesiczen. Das XXX VII j, von der chlosterfrauen, der in dem geist gezaigt ward dy haimlikait der heiligen drivaltikait. Das XXX VIII j, in was geleichnüsz werden die erweiten die glider 10 Christi gehaissen. Das XL ca., von den heyligen engein. Das XLj cap., von einer junckfrauen, die durch einen engel von swere anfechtungs des fleisch erledigt ward. Das XLIj, von einem conversz, der die engel gewöndlich sach, die gnad 16 er verlos, das er das sagt. Das XLIIj capitel, was die gütten oder die p6sen engel bey den menschen würcken. Das XLIIIj ca., von der swester Cristina, die einen engel ein seel zu hymel füren sach. 20 Das XLV cap., von den menschen, die das heyligtum von Gündins- perg in lufften faren sahen auf Stramberg. Das XLVj cap., von den rittern des tempels, die dy [67 v ] pegin nicht sehen mochten, dy weil sy ir tagzeit laz. Das XLVIj cap., von den patriarchen und den propheten, item de 25 monacho Clarenvallis etc. Das XLVIIj cap., von dem münch zu Clarenvall, der den heyligen sand Johanns gocztauffer lieb hett. Das XLVIIIj capitel, von einer chlosterfrauen, die denselben sand Johanns gocztauffer auch lieb hett. Das. L. capi., von zwain chlosterfrauen, die sich gewondleich kriegten umb in. 30 2. von dem heyligen geist steht in der Handschriftzeile vorher nach emphunden und ist durch Verweisungszeichen an Herrn angeschlossen. 3. Das XXXVI capitel des lat. Textes 'de spiritu sancto' ist hier ausgelassen. 9. Das XXXVIIII capitel fehlt unten im Text. 22. lat. : de militibus Tempii, quos pagani videre non potuerunt, dum horas suas dicerent. 27. Vor gocztauffer steht gestrichen tag. 30. Die Zählung springt hier von L auf LII; hierdurch ist die Übereinstimmung mit dem lat. Texte wieder hergestellt. Der Übersetzungstext hier zählt LI (s. unten), bleibt also hinter dem Inhaltsverzeichnis um ein Kapitel zurück {vgl. über diese Verhältnisse im Zusammenhang Drescher, Joh. Hartlieb, Euphorion Bd. XXVI, 358ff.). Capitula von Teil II. 97 Das LIj capitel, von dem tumherren zu Bunne, den sand Johannse stiessz uinb sein etc. Das LIIj capitel, von einem chauffman, dem ein gemaine fraw sand Johannsen arm zekauffen gaben. Das LIIIj cap., von sand Johanns zannd, der bey uns ist. und von 5 den zaichen dardurch geschechen. Das LV cap.. von den heyligen zwelfpoten. Das LVj cap., von einer frauen, die sand Andren, den heyligen zwelfpoten, verwarft an dem laz. Das LVIj cap., von der pernhawt, die sand Andren chaufft was, domit 10 das mer gestillet ward. Das LVIIj cap., von einer frauen, die auch an dem lazzen den zwelfpoten Judam versmacht. Das LVIIIj capitel, von dem menschen, der von dem galgen erledigt ward durch sand Jacoben. 15 Das LX ca., von ritter Pernharden, den der teüfel fürt von India aus sand Thome kirchen haim zu lannd. Das LXj cap., von sand Bartholomäus zand, der mit plüt beran, do man in tailen solt. DasLXIj ca., von einer pyer prewinn, derselben haws von dem fewr 20 umb und umb unverprant was. Das LXIIj, von Karlein, einem purger. Das LXIIIj, von den martrer. Das LXV, von einer offenwarung etc. Das LXVj, von den heyligen, dy in den lüfften gesehen wurden, do 25 dy kristen den hayden oblagen. Das LXVIj, von der heyligen gepain, die martrer gewesen sind, item de dente sancti Nycolay. [68'] Das LXVIIj, von sand Niclas zannd. Das LXVIIIj, war umb sand Thomas von Chandelberg ... 30 Das LXX ca., von dem zawm, da durch vil zaichen geschehen sind, den man hielt für sand Thomas zawm und doch nicht was. Das LXXj, von den peichtigern. Das LXXIj, von dem conversz, dem sand Niclas in dem chor erschain und mit im redt etc. 35 Das LXXIIj, von einem dieb, den der selb heylig sand Niclas von dem galgen erledigt. 4. gaben] lies gab?, aber vgl. 273, 28; 287, 1. 12. Das LVIII capitel steht in den lat. Texten erst als LXI, unten im Text ah LX. 28. tonte. — de dente usw.: Vorwegnahme der Überschrift des folgenden Kap. 30. lat.: Quare beatus Thomas Cantuariensis plus ceteris martyribus miraculi« choruscet. Dtut60h6 Teilte des Mittelalters. XXX. ao 98 Capitula von Teil II. Das LXXIIIj, von dem münch Adam, den sand Niclas und sand Pa- trimon von seinem siechtumb erlediget. Das LXXV, von einem chind, dem der heylig sand Niclas seinen tag fürsagt. 5 DasLXXVj, von der tafel sand Niclas. dy doselbs in dem chloster zu Portetum ist. Das LXXVIj, von maister Johannsen, dem sand Mauricius und sand Gothart zw hilff komen. Das LXXVIIj, von Gerolden, appt zu Clarenval, dem sand Euchari 1° mit seinen gesellen erschain. Das LXXVIIIj, von den junckfrawen. Das LXXX ca., von Theodorico bischoffen. Das LXXXj ca., von Arnolden, munch von Viliariensi, den sand Maria Magdalen gesundt macht. 15 DasLXXXIj, von der äbptessin des frawen chlosters zu Höven, der äugen sand Linthildi gesundt machet. Das LXXXIIj, von sand Kathreyn pild doselbs. Das LXXXIIIj, von sand Kathrein gepein. Das LXXXV, von einem conversz, den die selb heylig junckfraw im slaffe an sein wang küste. Das LXXXVj, von zwain heyligen junckfrauen, die wider zu Köllen komen und beliben. Das LXXXVIj, von zwain junckfrawen aus sand Ursel schar, die geoffenbart und uns geben sind. Das LXXXVIIj, von einem landfarer, dem mit wunder zaichen derselben junckfrawn heyltumbs ward. \68 v '\ Das LXXXVIIIj, von einem roszgepain, das aus irem gepain aus geworffen ward. Das IXXXX, von der junckfrauen, die zu dem lobsang 'te deum lau- 80 damus' die hymel offen sach. Das LXXXXj, von den dingen, die her Hermann, unnser appt, in geist gesehen hatt. DasLXXXXIj, von Rudolfen, der mit ungewaschen hennden den weich - prunn nicht anrürt. 85 Das LXXXXIIj, von dem munch, der enzuckt was, sein aygen seel aygentleieh wol sach. Das LXXXXIIIj, von einer chlosterfrawen, die durch geprechen einer pytancz trost emphieng. 16. Vor machet steht gestrichen ge und das e ist aus t korrigiert. 19. Der Text unten läßt cap. LXXXV zunächst aus, bringt es aber dann als cap. LXXXVII; im lat. Text ist es cap. LXXXVIII. 23. lat. : de duabus virginibus undecim millium. 25. dem (. . ward)] ders; lat.: obtinuit. 26 Capitula von Teil II. — II, 1. 99 Das LXXXXV cap., von dem pärting, der von sagens wegen die sussikait der trostung verlos. Das LXXXXVj, von einem wegfertigen, weiszagenden mann, dem brtider Hainrich erschain. Das LXXXXVIj, von Rudolfen korherren, dem manne in weissen 5 chlaidern dy tagzeit sungen. Octava distinccio de uisionibus. Die acht underschaidung von sehungen. Das erst capitel. Mirari poteris quare distinecionem diversarum visionum etc. 10 Dich mocht wol wunder nemen, warumb ich die underschaydung manigerlay sehunge bis her auff die achten statt verzogen habe. Das solt du wissen, dasez nicht an sach einer heyligen maynung geschechen ist, wann als Christus der herr, urmser haylant, in seinem heyligen ewangelio von acht sälikaiten ein laitter gemacht hatt, daran ein yder Christen mensch zw hymel gesteigen mag, also 15 ist auch zw gleicher weise in diser achten underschaydung die laitter aus zerichten aus so vil orden, dar durch der menschlichen sehung die hymlische schar herab zu steigen. Die zwo seytten derselben laytter sind zwaierlay sehung, [69'"] die leipleich und die geistleich, zu uersteen, also doch das durch die geistlichen versten sol werden alle die sehung. darum allain der geist würeket. 20 Novicius: Que est visio corporalis etc. Was ist die leiplich sehung ? Monachus: Cum aliqua Dei dono etc. Wenn etliche ding von Gots gaben leipleich gesehen werdent, und das da durch etwas bedewtt wirt, als do Heliseus der prophet, in der zückung des weissagen Hebe, fewrein wagen sach und künick Walthascr schreibent finger an einer want sach, in solicher weyse 25 werdent offte mit leipleichen äugen von gaben Gots so liehe verporgen haimlickait gesehen, als hernach mit ebenpilden davon gesagt wirt. Novicius: Que est visio spiritualis ? Was ist die geistlich sehung zu versten ? Monachus: Que per ymagines fit etc. Die durch pildnüsz un- 30 leiplichen geschechen, als geschieht in enzuckungen der menschen irer geist und 8. divisionibus. 9. Das erst capitel fehlt. 10. Miram. 14—15. gemacht hatt ganz klein am Bande rechts mit Verweisungszeichen auf das in Zeile 14 stehende laitter zugesetzt; dagegen sind dieselben Worte vor also, wo sie zuerst im Texte standen, gestrichen. 17ff. lat. : scala erigenda est ex totidem ordinibus, per quam humanao visioni condescendat coelestis exercitus. 19. die (1.) darübergeschrieben. 24. 2. Kön. 2, llff. 25. Dan. 5, 5. 26. himlickait. 31. Vor geschieht noch einmal geschehen ist; wieder gestrichen. 100 ii, 1. auch in slaffen und trewmen, dar under wir auch begreiffen mügen die verstend- lichen sehung. wie doch die ein grosz underschaid hat, und dieselbe wirt drivaltig gehayssen, von etlich ausgelegt. Der ersten, die sehung der vernunfft oder ge- müts, nach gleichmachung eines dinges, das weder leipleich noch pildleich gesehen 5 wirt, sunder in dem gemüt und verstentikait betracht wirt und gesehen, als ob es mit den leiplichen äugen gesehen würd. Solich sehung habent die wegfertigen lewt oder lauffund poten. So sy die Strassen wandele, so betracht er in seinem gemüt: 'also schier küm ich auff den weg oder au ff die strasz,do und dort gelegen', als er im dann dasselbe vormals eingepildet hatt. Und also sieht er denn die- 10 selben weg mit der sehung seiner verstendikait und gedächtnüsz und nicht mit leiplicher sehung der äugen, wann er dannoch auff die selben weg nicht komen ist, nwr das er sy in seinem gemüt und mit den äugen seiner vernunfft beschawet und betrachtet. Die ander sehung [69 ü ] des gemüts und verstandikait haisset die zufallig sehung, als die menschen gemainkleich ir notdurfft betrachten und 15 in irer vernunfft beschawen, was sy schicken, raten oder fürsehen wellen, das nement sy in dem gemüt für sich und beleibent darauff, als ob sy das mit leiplichen äugen auswendig sähen. Die dritte sehung der vernwnfft oder des gemüts haisset die mithellig sehunge, dieselben habent Adam undEva in dem paradeys gehabt etc. Novicius: Quid sit visio intellectualis? Was ist die verstendleich 20 sehung oder synnleich sehung ? Monachus: Visio intellectualis sive mentalis est etc. Die verstendleich oder synnikleich sehung ist die, wenn weder leipleiche noch pildleiche ding mit leiplichen äugen gesehen werdent, sunder in unleiplichem wesen des gemüts sehung dy wunderleich mächtikait Gots mit einpildung gesehen wirt. An 25 der vorgenanten laytter der acht sprüssel, daran ein yegklich mensch zu hymel gesteigen mag, ob er wil, schullen wir auff den obristen sprüssel oder staphfel unsern Gott herren Jhesum Christum seezen, der warer Got und mensch ist und ein hawpp und Ursprung aller heyligen ist. Denn darnach herab ze nemen. so seezen wir den orden der engel auff den andern sprüssel der selben laitter, 30 und darnach an den dritten sprüssel oder stapphel den orden der heyligen Patriarchen und propheten, auff den vierden stapffei den orden der heyligen zwelf- poten. Auff den funfften sprüssel seezen wir die heyligen martrer, auff den sechsten sprüssel der hymellaytter die heyligen bekenner und peichtiger Gots, 3. Der ersten] = in der ersten ('erstens'). 7. straffen, wandelt. er: einer der Boten. 12. seinem] der erste m-Slrich aus r korrigiert. 18. mitheilig] lat. : mediastinam. 21. —27. Visio usw. — lat. viel kürzer: Visio intellectualis sive mentalis est, quando nee corpora nee imagines rerum videntur, sedinincorporeissubstantiisintuitns »lentis mira Dei figitur potentia. In supremo gradu huius scalae locemus Christum usw. 24. sehung Genetiv, lat.: in incorporeis substantiis intuitus mentis. 27. Christum der. 28. lat.: in seeundo grado descendendo. //, 1- 101 auff den sybenden der heyligen junckfrauen, wytiben und aller ander enthalden, frummen menschen, die sich vor unke tisch behutt und enthalden haben, in dem achtem stappfel oder sprüssel der laitter die sehung oder beschawung allerlay dinger, die wunderleich erscheynend sind. Novicius: Quali modo vel qualibus formis Celestes Spiritus 5 sive sint angeli [70 r ] seu humani? etc. In welcher weis oder massz oder in wiegetanen formen und gestalten, es sein englisch oder der menschen geist, von hymel sich die selben geist den lebendigen, todleichen menschen hye auff ertrich mit fürkomen zu gesicht, leipleich oder geistlich, sehen lassen, das wolt ich lieber mit exempeln und ebenpilden denn mit worten von dir hören, doch allso das du 10 mir voran von der sehung unnsers lieben herren Gots und haylants Jhesu Christi des ersten die ebenpild offenwarest. Monachus: Invoca mecum spiritum sanctum, qui ab ipso procedit etc. Hylff mir an ze ruffen den heyligen geist, der von im entspreüsset, von des erscheynung ich auch dir etwas willen hab zu sagen, das ich mit seinen 15 gnaden dir, des du von mir begerest. rnüg dieselben dein fragung in pillicher und zeitlicher weys geoffenwarn. Und wie doch das ist, das die werck der heyligen drivaltikait ungetailt sind, auch das der sün dem vatter und den selben payden der heylig geist gleich mitewesenleich ist mit ungetailten wercken, so ist doch nye erfunden noch gehört worden, das der vater in seiner gothait ye noch ye in 20 einer creatur gestalt den tödlichen menschen sey erschynen, das von Got sün und heyligem geist nicht gesagt mag werden. Wir bechennen das der in der person. Christi zwo natur sind, die gotleich und auch die menschleich person. Nach der götlichen person mag er nicht gesehen werden, noch yn nyemant gesehen hatt, aber nach der menschait ist er auff ertreich gesehen worden und mit den 25 menschen gewandelt hat, wann er ist vor der allten ee und in der zeitt der newen ee von den vätern, aber doch ye under ainer gestalt einer creatur. Er ist auch gesehen in der zeit der gnaden in menschlicher natur, und wie doch er ains mala aus ainer raynen junckfraw geporn, genert und gesewget ist, ains mala von den heyligen dreyen kiinigen angepet ist, [70 v '\ in den tempel geantwurt, gemartert SO und von den toten erkückhet und erstanden und in hymel gestigen sey, dennoch so verlat er nicht dieselben yecz genanten heylikait alle und ir yegklich bis an den tag seines jüngsten gerichts in wunderleich seiner götlichen wurckung zu vernewen nach der masz und in der weyse der vor berürten geistlicher sehunge, damit er sich seinen lieben und erweiten etlich zeitt erzaiget als in seiner kintleichen 35 1. der] der Genetiv abhängig von einem noch vorschwebenden (oder ausgefallenen?) Orden. Burdach. 9. Heber] lieb. 23. perRonen, zu. — lat.: Duassiquidem in Christi persona naturas confitemui . . . 26. newen] richtiger alten, lat.: sub lege. Burdach. 27. Nach creatur ist noch einmal gesehen worden zu ergänzen. 28. ains] über ein gestrichenes vm übergeschrieben. 32. nicht fehlt; lat.: renovare non desinit. heylikait Plural; lat.: sacramenta. 34. sehunge] am Ende n gestrichen. 102 II, 7-/7, 3. und menschlichen gestalt, zu zeitten in seiner gestalt, als er ein jungling gewesen ist, und in der jugent, darinne er sich den menschen in menschlicher natur gegenwärtigen erzaigt hat, als die nachfolgenden ebenpild ausweisend Das ander capitel. 5 Sacerdos quidam de domo nostra etc. Ein priester unsers ordens und chlosters do der von der haimlichkait der mensch werdung Christi offt und vil in seinem betrachten gedacht, do ward er eines nachtes enzuckt und gefürt in die gemainen statt, dar inne Christus zw Bethlehem geporn was. Doselbs hört er, wie ein junckfraw gepern solt, darüber er antwurt: 'Christus ist ainsmals 10 geporn, er mag zum andern mal nicht geporn werden, ist aber das die junckfraw gepern sol, so mag von ir ein grosser weissag und prophet geporen werden, doch nicht Christus'. Er hett dieselben wort chawm von seinem münd gelassen und geendet, nym war, do hett die selb junckfraw on allen smerczen einen sün geporn, und erpot den in tüchlein gewickhelt dem münch an seinen arm. Der münch 15 nam dasselbe lieb chindlein in sein arme und chuste das. Do ward er versteen die haimlichkait Christi mensch werdung. Und mit pebegung solicher sussikait entwacht er und ward seiner vorgehabten gedancken und betrachtung, die er domit gehabt hett, mit grossen frewden ergeczet, also das er in nichte mer zweifelt von der mensch werdung unnsers herren Jhesu Christi. 20 Nym war: Die sehung ist geistlich gewesen, und in den släffen und trewmen [/"/'] geschehen, und ich wil noch ein ander sehung offenbarn, der ich nicht erchennen mag ob dieselb in trewmen oder in enzuckung des geists geschechen sey von manger menschen rede wegen etc. Das III. capitel. 25 Dominus venerabilem virginem Cristinam etc. Cristus der herre, do der die wirdigen junckfraw Cristinam, von der ich vorgesagt han, mit sehung seiner menschleich gepurt erfrewen wolt, do erschain er ir zu einer zeitt mit seiner lieben mütter und mit Joseph, gewickhelt in tüchlein und in die chripp gelegt. Dieselben tüchlein waren wollen und weis als der geswester tücher in den 30 chlöstern, aber das wyegpant, das umb in gewunten was, gleich graber varbe gestalt. Nym war, wie grossz gütikait und diemüttikait der Gots sün gehabt hatt, das er seine tüchlein der varb des ordens geleichen wolt, das sich die selbe salig Cristina, das sy desselben ordens varb an sich genomen, dester mer wurd frewen. Des gleich hast du in den vordem underschaydung, do Christ der herre 4. Steht am Rande links. 11. Vor so) gestrichen solt. 26. Vgl. oben S. 41 ff. 27. ir aus zr korrigiert. 33. das sy und varb fehlen, sind aber nach dem tat. Text zu ergänzen: ut ampliun illa beata de suscepto habitu gratularetur. 34. bast] s ist über ein angefangenes t korrigiert. II, 3— II, 4. 103 herren Cristiano an seinem ennde mit seiner lieben mütter Maria in graben kütten erschain. Novicius: Quod genus visionis etc.? Welche sehung dunckt dich under den zwayen sehungen, die do in dem slaffen oder in der enzuckung des gemüts oder des geistes, die andern fürtreffen ? 5 Monachus: Ut plenius de hac questione te expedire etc. Das ich dich diser frage dester vollikleicher entschaiden müg, so wil ich dir vor an von mangerlay Ursachen, davon die trewm bekömen, underschaiden. Das vierd capitel. Sompnium quandoque fit ex reliquys cogitacionum et curis 10 de die causatis etc. Eines menschen trawm kümpt understunden von den gedäncken und sorgen, die ein mensch tag hanndelt, und was im desselben in seiner gedächtnüsz über beleibt, und sich domit slaffen legt, davon bekömen im denn solich trawm. Auch etwenn bekömen trewm von frassikait, understunden von uberriger lerung und hunger des pauchs, etwann auch ['/!"] von be- 15 trocknusz und einpildung wunderlicher gedäncken, understunden von ver- gangenn betrachtungen und gedenckungen mit nachfolgender betrügnüsz, auch under zeitten von Offenbarungen des heyligen geistes, das in manigerlay weise geschieht. Und soliche trewm sind die aller wirdigisten, und ist auch nicht dester mynner verdienleich, ob ein heylig gedenckung fürkömen hatt, und darumb 20 in welcherlay masse die nächtleich sehung geschieht, so dunckt mich nach meinem versten das die enzuckung derselben nachtlichen sehung für treff und wirdiger fürzeseezen sey, wann die sehung die aus der enzuckung geschieht, die ist sicher und seltsamer dann die nächtleich sehung, wann sy ist frewdenreicher und er- geczleicher. Die nächtleich sehung in den trawmen, wenn die von hymlisohen 25 dingen geschieht, so wirt die gehaissen ein Offenbarung. Aber die enzuckung und was darinn gesehen wirt, das ist als ein beschawung gehaissen, und in den paiden sehungen ist der auswendig mensch an seiner würchung als tod, und der inwendig mensch, das ist die seel, die grünet dieselben zeitt von sehen solicher dinge. Die nächtleich sehung ist under der vernunfft des menschen, und darumb 30 enphahet sy davon das verdienen. Aber die enzuchung ist über die vernunfft, und ist mer versechleich, das die selb sehung gehör zu emphahung des Ions, wann so der mensch durch das beschawleich leben in Gott wandelt, so werdent die synne 3. sich. 6. Vor vt gestrichen vn. questione] o aus a korrigiert. Am Rande: Nota do diversis causis sompnorum. Randbemerkung hat kleine Schrift. Nach diversis folgt ca mit gestrichenem c, dann war der Blattrand zu Ende und es wird in der zweiten Zeile causis wiederholt. 23. Vor fürzeseozen gestrichen fürs. 30. vnd. — lat.: infra rationem. 104 II, 4 -II, 5. eines menschen prechenhäftig. Do bey ist zu versten das in der alten ee in der geperung Benianym starb sein mütter Rachel. Der nomen Rachel ist als vil gesprochen als ein gesehener anfang und bedewttet die vernünfft, Benianym ist als vil gesprochen als ein sün der rechten hant und bedeüttet das beschawlich 5 leben, und also stirbt Rachel an der gepurt irs sün Benianym, seind er von der beschawung hymelicher dinge geporn wirt. Und wie kranck die synn der vernünfft [72 r ] an in selber sein, des emphindet das gemüt inwendig, und wenn das nicht war war, der heylig sand Pauls zwelfpot sprech nicht von im selber von der enzuckung: 'Scio hominem' etc.: 'Ich wais einen menschen, der enzuckt ist 10 in den dritten hymel, ob aber das in dem leichnam oder aus dem leichnam geschehen sey, das ist mir unchunt, Gott wais es.' Novicius: Licet visio spiritualis etc. Wie das ist das die geistleich sehung wirdiger sey und ist dann die leiplich sehung, noch denne so lusst mich mer zehoren ebenpild von der leiplichen sehung dann von der geistlichen, wann 15 die hymlischen geiste zesehen und iren schöppfer, das mer ist. den in leiplichen äugen mügen gesehen, das fürsecz ich allen andern sehungen. Monachus: Visionem tibi nunc referam etc. Ich wil dir nwn von einer sehung sagen, von der du selber dein erkantnüsz geben solt, ob die selb sey geistlich oder leipleich, und ist die sehung von der gepurd unsers hay- 20 lants Jhesu Christi. Das fünfft capitel. In quodam claustro monachus erat in magna devocione etc. In einem clauster was ein münch grosser andacht und versach sich das Gott sein hant gnädikleich ob im hett. Er was in seinen wercken der hennde streng, in 25 seinem gepett und lobsang andächtig, mächtig zw wachen und in hiczig zu allem dem, das im gepoten was zetün. Zu aller heyligen tag an der loblichen hochzeitt, do ward er mit der gnaden des heyligen geists also gestercket das er in vil tagen darnach chainen geprechen noch swachait an seinem leib empfinden mocht. Darnach an dem heyligen abent der gepurt unnsers lieben herren Jhesu Christi 30 ward er im künleich gedencken und betrachten wie er yecz etwas tröstlichs von Got pitten wold, das im an dem heyligen christag von besundern gnaden Gots ergeen und geben solt werden. Davon liesz er nicht ab ze pitten. Desselben nachtes do die prüder zu metten auff gestanden waren und er auch zu metten gen solt, do kom an in ain grosse trakait und släffrikait an dem leib und an seinem 35 gemüt, das in zeleben verdriessen [72 v ] nam. Doch gieng er in den chor mit den andern seinen prüdem, doch mocht noch wolt er nichts loblichs gesingen nooh 9. 2. Kor. 12, 2. 12ff. lat.: Licet visio spiritualis dignior sit corporali, magis tarnen me delectat audire exempla de ista. 16f. den bis gesehon = lat.: ipsum creatorem spirituum ooulis corporeis poß&e videre. 23. clauster] e aus r korrigiert. IT, S. 105 gepeten und was recht als an seiner hoffnung, die er vor her mit grossen trawen gehabt hett, als in dunckt gar verzweifelt und sein andacht gar verlorn. Do gieng zu im der münch ainer, ein junger, und was in pittend das er für in das zehend responsorium singen wolt. Er gab im zaichen das er des nicht tun wolt, nicht vor kranchait, sunder vor trackait und swärmütikait. Domit war die zeitt 5 überwunden, und also verlasset er dieselben säligen vigil und hochzeitliche frewd der gepurt Jhesu Christi mit seiner unsäligen lässikait und släffrikait, wann er nicht mocht noch wolt chain lieb noch lusst haben das Gots lob eestngen. Und do die zehent leccion gelesen ward, da sasz er in einem getracht und doch im selber mit zugetanen äugen, domit er leiplich nicht gesehen mocht, und was do 10 wegend und prüfen sein grosz swärmütikait und lasshait mit rew und pitterkait seines herczen. Er ward im selber wechselred, frag und antwurt seines gemüts berüren, als ob er sprach: 'Also und in solicher weis hast du dich vorher gehalten und hast dich des und des über nömen ze pitten von deinen Gott und herren. Ey wo ist nw soliche dein andacht, dein hoffnung und dein gütige ubernemmung 15 von der gütikait Gots ? Was sol nw mit dir geschehen 1 ' Und sprach aber mit im selb: 'Nw hast gepeten das dir ein Offenbarung von gnaden Gots komen solt, und ob dir nw eine komen solt, in welcher weyse wer dir dieselb Offenbarung aller liebste?' Er gedacht: 'Du woldest ye unnsern lieben herren Jhesum Christum oder sein aller süssiste mütter und magt Mariam, oder sy payde miteinander.' 20 Und do er also mit sölichen swären gedäncken siczent peicht und doch wachte mit zugetanen äugen, als vor berürt ist, nym war, do las der leser derselben leczen das ennde: 'Tu autem, domine'. Und domit hüb der singer [73 r ] das response an, das in latein ist: 'Benedictus, qui venit in nomine domini' etc. 'Er ist ge- segent, der do kumpt in dem namen des herren Gots, seines lieben vatters.' Und 25 in dem so was vor im släfferigen und lasszmütigen münche steend zu gesicht ein gar wirdige fraue eines gar schönen, wirdigen amplicks und unmässiger, grosser schön, die hett an irem arm ein chlaines degen chindel in gestalt als das erst ge- porn und in snöde, verworfen tüchel oder wintelein uber/dait und gepunden war, das er darinne ab den selben verleczten wintelein oder tüchlein mit dem chindlein 30 ein mitleiden hett. Es stund auch hinder der selben frawen ein allter man mit einem mantel umbgeben und mit einem rock angetan und ein hütt, der nicht spiczig was noch ein güpphen hett, auff seinem hauppt, das was alles zesehen von weisser wollen und rainer gemachet. Doch mocht er desselben allten manne8 3. er] e aus a korrigiert. 5. war er. 8. gesungen. 9. da] am Ende c gestrichen. 14. nömen] ö aus e korrigiert. 23. der] e aus r korrigiert. 2 7. gar] g aus w korrigiert. 28f. lat. : quasi reconter natum. 29. ubeiikait; lat. : involutum fasciolis vilibus valde et abieetis. 106 U, 5. anplick nicht gesehen vor dem hütt, der im das bedackte. Er sach auch zu der frawen seitten ein wickel von einem rocken hangen, aber chainen rocken sach er nicht. Do er das allso hett in släffrikait gesehen, do wolt er dasselbe noch chlarlicher sehen, dann er es gesehen hett. Do verswant im das und mocht nichts 5 mer gesehen, wann er öffent seine leipliche äugen das zesehen, das er im geist gesehen hett, do verlos er die selben loblichen sehung. Do vernam er wol das die erwirdige fraue die mütter Gots gewesen was, das chindlein ir sün Christus, der allt man Joseph etc. Und nam wider seinen glitten geist an der selben stünde, und die übrigen zeitt der heylig hochzeit verzert er in grossen frewden. 10 Anno gracie millesimo ducentesimo XIIj° etc. Des jares der genaden do man zalt von Christi gepurd tausend zwayhundert und XIIj jar, do ist geschehen ein soliche sehung. Novicius: Quia genus huius visionis discernere non valeo etc. Seind ich den Ursprung diser sehung nicht erchennen mag, so lasz ich das zu 15 deiner verhörung. Monachus: Expertorum esset talia diffinire etc. Soliche ding durch gründen und be-[7<3»]schayden steet zu gar erfarn, gelerten lewtten. Wann ob ich sprach die vorgenant sehung sey geistlich geschechen, so wirt mir do wider fürgeworffen, sy sey nicht in slaff geschechen, wann der münch hat do gewachet. 20 Er ist auch nicht enzuckt, wann er seiner auswendigen synn wol vermügend gewesen ist. Sprich ich ob die selbe sehung sey leiplich gewesen, so sprichst du do wider, das er mit beslossen äugen seines leibs das nicht leipleich sehen mocht. Ey, wie ez dann zu versteen? Hör davon mein maynung und wänung, nicht bestattung oder bechennung. Als vil ich aus den andern sehungen versten 25 mag, so main ich das dez vorgenanten münchs sehung leipleich gewesen sey, wann ez mag die want der augenpräen den chlaren amplick des götlichen liechts Jhesu Christi nicht bedecken, er hab es dannoch durch die leipleich äugenprä gesehen. Des gleich nym ivar von einer chlosnerinn, die beslossen was, die der pös 30 geist in der gestalt und chlarhait eines gütten engel offte und lange zeitt betrogen hett, bis auff ein zeitt das sy in einer peicht irem peichtvater davon sagt, der antwurt ir und sprach: 'Liebe tochtter, wenn er dir fürbas also mer erscheinet, so tu dein äugen zu, ist dann das er ein engel Gots guter ist, nicht mynner siehst du in mit zugetanen äugen denn mit offenn, ist aber ein pöser engel und pöser yö geist, so magst dw in mit zugetanen äugen nicht gesehen.' Und des ward die selb chlosnerinn also mit einer gewarung wol mit warhait ynnen. 16. expectorum. 29. war fehlt. 33. Vor mynner gestrichen myna, vor siehst ebenfalls gestrichen ist. 35. dw] w aus u korrigiert. war. 36. mit gewarung einer; lat.: Quod verum esse didicit experimento. II, 6— II, 7. 107 Das sechst capiZeZ. Alteri cuidam sacerdoti etc. Einem andern priester, der diezeitt des vorgenanten chlosters preyal was, gab der herre Christ die haimlikait seiner mensch werdung in ander weis zu erchennen. Do zu einer zeitt des vierden suntags in dem heyligen advent der synger des kores diezeitt in der metten das 5 responsorium 'intuemini quantus» etc. an hüb und der chor dasselbe gesanck für sich sang, do sach er in dem chor des appts auff der form der singenden münche [74>] einen gar ciliaren, scheinpärn circkel ob in in demluffte swebenund mitten in dem cirkel einen wunderchlaren stern erscheinen. Und so palde verstund er wol, als er dann pilleich versten mocht, das der selbe chlar stern mitten in dem 10 czirkel Cristum den herren, und der cirkel die scheibiligen werlt, die Christus mit seiner zukunfft erleücht, bedeütten tett, wann Christ der herre sich selber in dem püch Apokalipsi nennet einen stern, do er spricht: 'Ich pin ein wurczen Davids und ein metten stein.' Das sey dir von der gepurt Christi gesagt und lasz dich des benügen. 15 Wisz auch das ich die selben sehung von desselben münchs münd gehört han, der das umb Got verdient hett, das er solicher haimlichkait wirdig was zesehen. Wie auch einen andern unser priester so gar ein lobsame sehung in der heyligen nacht der gepurt Jhesu Christi, unnsers herren, von der selben seinen gepurt geoffenbart sey, das wirst du hören in den hernach geschriben exempeln. 20 Novicius: Precor, ut gradatim ascendas etc. Ich pitt dich das du in stapphenweise von einer heyligen hochzeit zu der andern auff steigest und von einer chinthait des haylants zu der andern chinthait. Monachus: Sic faciam etc. Ich wil im also tun und wil dir die sehunge, die ich davon verstanden und vernomen han, offenbarn. 25 Das Vlj capitel etc. Virgo quedam circa hoc etc. Es ist bey den dreyen jaren ein junck- fraw gestorben, die an irm gewant wertleich was, aber des lebens was sy gar andächtig und geistlich. Zu vil zeitten pflag sy vasten und an irm stäten gepet was sy emssikleich. Offt ward sy enzuckt, das den hymeiischen freüden mit was 30 und gegenwärtig in dem geist, das sy auch den hymelkünig mit den hymeiischen geisten statikleich ansehen mocht. Zu einer zeitt an dem hochzeitlichen tag der heyligen dreyer künig, den man den öbristen nennet, do sy bey der metten 1. oap. 6. Nach der gestriclien selbe. 11. lat.: orbem terrarum. 13. Offenb. 22, 76. 28. was (1.)] übergeschrieben. 30. sy (l.)| übergeschrieben. ward] übergeschrieben. das] vielleicht durch Enklise und Assimilation aus das sy, doch kann bei Hartlieb das Personalpronomen auch fehlen. Burdach. 108 ii, 7— II, S. auff sand Walpurg perg was und die äptessinn hett das zwelfft [74°] responsz angehebt, zu latein: 'In columbe specie', 'in der gestalt einer weissen tauben', ist der heylig geist gesehen worden, aller heyligists chindlein Christ unseren herren heylant in tüehlein gewichelt und in die kripp gelegt, und sy sach auch bey im 5 einen lüfftigen thron gleich einem regenpogen. Und zu paiden seitten was ein grosse menig der engel, die in mit auff gerächten hennden anpedten, und ir äugen unferwentleich stät an in spiczten und schickten. Und des was nicht wunder, das sy in so stätikleich an sahen, wann er der ist von dem der weissag David in dem psalter spricht: 'Ey wie schon ist er an seiner menschlichen gestalt und form vor 10 allen menschen sünen'. in den die engel begernt stätikleich ze sehen, als sand Pauls sprichet. Und do dasselb responsz bis auff die statt: 'Paterna vox audita est' etc. gesungen ward, zw teüsch: 'Also die väterlich stymm Gots gehört was', da hört sy Gott den vatter und nicht den convent zu ir sprechen: 'Hie est filius meus dilectus' etc. 'Der ist mein lieber sün, in dem ich mir gefallen han.' Nicht 15 hört die selb sälig junckfraw die selben stymm mit irn leiplichen oren, wann die selben und auch alle ander ir leipleich synn die selben zeit beslossen warn, die weil sy in der enzuckung was. Es was auch derselbe Gottes und menschens sün Christus in solicher menschleicher schon und die stymm seines hymlischen vatters ir so süsz zehörn das sy mir dasselbe nicht aigentleich noch genczleich auszprechen 20 möcht. Sy ward von mir gefragt wie der engel anplick ein gestalt hetten und in wie getaner pildung. Sy antwurt mir darüber und sprach: 'Sy habent mensch - leich anplick, gleich den junckfrawen, yr kynpack als die liecht, roten rosen, und an den andern geliden sind sy weisser dann ye chain snee.' Sy sagt mir auch ettlich ander Offenbarung, die ich sparn will bis an ir statt. 25 Novicius: Puto huiusmodi visiones etc. [75 r ] Ich wän das solich sehung understunden aus andächtigem, fleissigen gepett verdient werden? Monachus: Hoc certissimum est etc. Das ist sicherleich war. Das VIIj capitel. In Francia etc. In Franckreich was ein sälige junckfraw, die selbe 30 begert von herezenlicher innikait unnsern lieben herren Jhesum Christum in seiner menschait und seines allters bey dreyen jarn, als er dann nach menschlicher natur in solichem allter gereden möcht. Und das sy des von Got erhört würd, des was sy pittend in irem gepett gewöndleich, wann die selbe s&lig junckfraw was so volkomens, güts lebens das nicht unpilleich solicher dinge begert 35 und sich darinne hoffte zu erhören. Sich fügt eines tages, das nach den messen und volprachten Gots dienst allein in der kirchen an irem gepet belaib und alles 9. -Ps. 46, ä. 11. 7. Petr. 1, 12. 13. Matth. 3, 17. 17. die. 18. stymm fehlt; lat.: vox Patris. II, 8. 109 volck aus der kirchen gangen was. Do sach sy bey dem allter ein wunderschönes kindlein umb geen, in dem allter als bey dreyen jarn. Sy gedacht wie villeicht sein mütter des in der kirchen vergessen hett. Das chindlein was so liepleich anzesehen das sy es zw ir rüfft und es mit im hennden in liebleichkait straikchte und sprach zw im: 'Sag mir, liebes kindlein, wo ist dein mütter V Es 5 gab ir darüber chain antwurt. Do gedacht sy das chindlein chund vor jugent noch nicht reden, do sprach sy aber zu im: 'Chanst du den pater noster sprechen V Es antwurt aber nicht als vormals. Sy sprach zu im: 'Sag mir noch das ave Maria etc.' Und sprach ir das chindlein den englischen grüs nach iren Worten so vernemleich und gänczleich das sy darab wunder nam. Und als sy 10 im auch wolt vorsprechen das tail: "Und die gesegent frucht deines leibs", die selben wort wolt das chindlein nicht nach sprechen, wann im das zugehört, und er sich selber aus seinem mund nicht loben wolt, sunder von andern und aus andern münden gelobt werden. Wann er ein wurcz der diemüttikait ist, [75 v ] dar umbe so wolt er dasselbe stücklein des englischen grüs nicht nachsprechen. 15 Und als pald sy es darumb an sehen ward und gedencken, warumb es ir nicht nachsprach die selben wort, do für das chindlein in der selben gestalt ir zu an- gesicht in die hymel. Do verstund erst die selb erwirdig junckfraw, das sy Gott der herre ires pittens erhört hett. Des sagt sy gnad und danck dem herren Christo, der sie nach irem pett und begern so snelle und gnadikleich het erhöret. 20 Derselbe herre Jhesus Christus ist in warhait die gesegent frucht, davon Ysaias, der weissage, schreibet: 'Es wirdet die frucht der erden gar hoch werden.' 'Die frucht der erden ist der sün Marie, als der weissag David sprichtt: 'Herre, du hast dein erde gesegent.' Das gesegent ertreich macht nicht annders dann ein gesegent frucht tragen. 25 Novicius: Dignum michi videtur etc. Es dunckt mich pilleich sein das der herre Christus das gepet des englischen grüsz, das er selber gemacht hett, nicht nach sprechen wolt, und die wort die zu dem lob seiner lieben mütter warn, er gar liebleich ir zu eren ausprechend was. Monachus: Exemplum nobis dedit etc. Er hat uns das zu einem 30 ebenpild geben, das wir auch darnach tun stillen. Wir haben die rede von der chinthait unnsers herren und haylants Jhesu Christi lang gemacht. Wild du nvv hören von den sehungen, darinne er sich seinen freunden erzaiget in einem volkömen allter etc. ? Novicius: Volo et desidero etc. Das wil ich und beger sein, doch 35 allermaist von seinem leiden und marter. 9. Nach den gesiriclien g. 13. Spr. Sal. 27, 2. 20. sich. 22. Jes. 4, 2. 23. Psalm 85, 2. 30. dedit] de ist über etc. korrigiert. HO II, 8— II, 10. Monachus: Du hast es wol und recht vor dir, wann des herren Christi marter und leydung ist die nächst hochzeitt nach der hochzeit der heyligen Hechtmessz. Wann die selbe marter zeitt Christi ist ein hochzeitt der nachlassung und Vergebung unsers falles von Adam, wann dadurch ist die helle zestort, das 5 paradeys geoffent, unser fäncknüsz gefangen und unser ewiger tod ausgeleret. Die marter und leydung unnsers lieben herren JhesuChristi [76'' ] ist aller menschen leydung und trübsale ein volkomen erczney und Vertreibung. Die betrach- tung Gots marlter erwecket die andacht, die zäher sy bewegt, und gestillet alle pös, teuflichs anfechtung. w Das IX capitel. Predicta enim virgo tempore quodam etc. Die vorgenant junck- fraw zu einer zeitt der marterwochen, do sy in der betrachtung desselben unnsers herren leyden gar innikleiche rew emphieng, do ward sy enzuckt und ward in dem geist gefürt in ein weites haws, in ein sumerlauben, die doch winterig was 15 zu der selben zeitt. Darinne sach sy unnsern hailant Christum parfüessen und gefangen steen und umb in die menige der Juden. Er stund mit nyder gesencktem antlicz, nur mit einem rock bedecket und ein gürtel und mit den armen nyder gesencket, und sy bedeücht wie der selb sein rock ain wolkenfarbe hett. Und als sy selber mir gesagt hatt, so bedeücht sy wie in mengern winckeln und staten 20 die sammungen, ye zehen oder zwelff iuden beyeinander stünden und zu einander ir hälls reckten und raunden als die storchen und besprachen sich auff den tod Christi. Dasselbe was des Juden pischoffs Anne haws, darinne die ding alle geschehen sind, und die Got seiner lieben dienerin zaigen wolde geistleichen. Und wie grösleich solich sehung geistleicher menschen gemüt zu andacht 26 und mitleiden enzünde und erweckte, das weiset dir die hernach geschriben sehung, die leiplich geschehen ist. Das X csi-pitel. Nuper virgo quedam etc. Newlich ein junckfraw geistleichs lebens, die dennoch in wertlichen chlaydern was, sagt unserm underpreyal mit vil zähern 30 und waynen wie das sy unsern hayland Christum an dem chreücz hangen sähe offt und dick, auch mit frischen, offen wunden, und sach in auch nicht dester mynner mit zugetanen äugen, wenn sy dasselbe leiden und sein pitter marter 8. Aus mtitter korrigiert. — lat. : Passio Domini omnium tribulationum huma- narum est antidotum. Contritionem excitat, lacriroas produeit. 18. lat.: flavum videbatur habere colorem. 19. Vor vii gestrichen st. 20. sammugen. — in den]. 22. haws zu ergänzen. — lat. : erat enim domus summi pontificis, in qua acta sunt. 27. das X. cap. steht am Rande rechts. 29. in wertlichen chlaydern] lat. : in habitu saeculari, aber vgl. oben zu 61, 10. //, 10— II, 11. 111 in mitleiden betracht. Nymwar, in dem hast du ein kintleich pewärnüsz, das die obgenant sehung leiplich gewesen [76 r ] ist. Es hett auch die yecz genant junck- fraw aus den selben leipleieli sehungen so vil innikait und mitleidens empfangen das sy nicht gelassen mocht, als offt sy unsers herren leyden betracht und daran gedacht oder davon mit etwenn redt, das sy allzeit pitterleich wainen ward mit 5 inniger rew und grossem mitleiden. Das auch von gedächtnüsz und betrachtung desselben aller säligisten leyden und marter Jhesu Christi der zäher güssen aus den äugen als von einem prunnen entspringen, das peweiset die hernach folgig rede, wann die zäher werdent einer veltgüssz geleichet. Als die gösse pald verlaufft und nicht stätikleich 10 fleüsset, also auch werdent die zäher der äugen schir trucken. Das XI capitel. In claustro nostro sacerdos quidam ante etc. In unnserm closter was ein priester, Daniel gehaissen, der vor wenig jaren gestorben ist, der ein hartt leben fürte. Er was seines gepetes und venigligen gar fleissig und innig 15 unverdrossenleich. Alle die pytanczen seins abentrincken gab er von im und liessz die wider auff heben und prach im dasselb ab gewondleich. Eines tages do er zu tisch was gesessen, do sand im sein appt einen fisch von seiner schüssel, des wolt er nicht essen noch nemen. Darnach an der andern nacht under der metten sach er den tewfel vor im steen und den selben verworffen fisch essen, 20 den im sein appt gesent het, und im der versmächt. Und umb die selb ungehorsam tet er selben genüg mit seines leibs püssung. Do der selb Daniel an seinem ennde aller seiner synn bechkrencht was und allain sein lebsen rürt,noch chain stymm oder red vor im gehört ward, do gab er allso in seinem petten seinen leczten geist auff und verschied. Der selb Daniel hat vil offenwarung gehabt und vil gesehen. 25 Er hat aber wenig das den lewtten geoffent, doch hat er mir bechant, das im unnser herre drey malen erschynen sey, des ersten mals, als er an dem chreucz gehangen was, weder vor der stiegen eines alters, des andern mals in weissen [77 r ] chlaidern vor dem obristen altar, des dritten mals in einer feürein gestalt auff dem allter. Und do unnser herre zu im sprach: 'Daniel, pitt von mir was du wild, 30 das sol dir geschechen,' do antwurt er unserm herren und sprach: 'Herre, dein gnad ist mir genügsam,ich pit nicht anders von dir denn das ich zeher des wainen und beklagen in gedechtnüsz deiner heyligen marter gehaben müg.' Do sprach der herr: 'So hab dir die gnad.' Und von der selben stund als offt er hernach an unsers herren leyden gedacht oder davon redt, zehannt drungen im die zäher 35 2. Er. 3. was. 20. fisch] s ist hineinkorrigiert. 21. lat. piscem quem ipse despexerat. 28. lat. : Prima vice in cruce ante gradum presbyterii, secunda in candidif vestibus. 29. vor] von; lat. : ante maius altare. 33. müg] am Ende en gestrichen. 112 II, 11. aus seinen äugen. Nicht lasz dich des wundern, wann Christ der herre ist der flinsz und kisling, der ungeprechenleich wasser den Juden in der wüsste gab, den Moyses mit der rutten slüg. Sy truncken alle von dem geistlichen flinsz oder stain, aber derselbe geistleich stain was Christ der herre. 5 Novicius: Quomodo est hoc etc.? Wie ist das zu versten etc. Per- cussit petram etc. Er hat den stain geslagen und davon flussen die wasser, und in trucken lannden flussen die wasser. Monachus: Davon wil ich dir sagen: Moyses slüg den kysling oder de« stain in der wüstung etc. Das verstee also: Bey dem Moyse verstee 10 einen ergeben chloster menschen. Den selben Moyses nam des künigs Pharaon tochter aus dem wasser. Die tochter ist die gnad Gots, die einen menschen parmherczikleich aus dem wasser der wütenden werlt in ein chloster nymppt. Bey dem stain verstee die hertikait des herczen, die rütt Moysi bedewt das heylig kreücz, das slahen auff den stain bedewt die 15 gedechtnüsz der marter Christi. Die aufftüung des stains oder kliebung des flyns, da durch das wasser ensprang, bedewttet eins menschen herczenlich mitleiden. Moyses slüg zwir auff den chisling mit der rutten, do erst, nach dem andern slag, gab der stain wasser. Der erst slag bedewttet die gedächtnüsz und betrachtung des leyden Christi, der ander slag bedewt das mitleiden der marter 20 Christi. Der jud [77 v ] siecht den stain aynsmals, so er ettwann gedenckt wie Christus von seinen vor vordem gemartert sey. Er nympt ym aber des chain mitleiden, und darumb mag sein hercz nicht gespalten werden zu pewegung der äugen zäher. Seczest du aber das mitleiden zu der gedächtnüsz des leidens Christi, so hast du den stain deines herczen zwir geslagen, und mag dann hart 25 anders gesein, es spalt sich dann dein hercz zu der mitleidung, also das die wasser deiner zäher denn durch dein äugen ausdringen als mit einem gedrang, do ein prunn auff quillet und mit gedrang die erde er feuchtet. Novicius: Placet quod dicis etc. Es gevelt mir wol das du also gesagt hast. 30 Monachws: Quod Christi passio medicina sit. Das die betrachtung des leidens und marter Christi ein recht erczney sey für alle anfechten, das hSr an dem ebenpild. 3. 2. Mos. 17, 5; 1. Kor. 10, 4. 6. Pa. 105, 41. 8. Nach Davon wil ich dir sagen (lat. : idcirco aliquid tibi dicere volo) beginnt der lat. Text ein neues capitel: 'Capitulum XII. Quomodo intelligendum sit: Percussit petram eteetera.' Hier fehlt diese Überschrift, das Kapitel ist aber doch als XII gezählt und im Register auch als XII aufgeführt. 12. Vor aus gestrichen was. 17. 4. Mos. 20, 11. 24. Vor deines gestrichen des. IL 13. 113 Das XIIj capitel. Fuerat in predicto claustro juvenis quidam etc. Es was in dem vorgenanten chloster ein junger eines gütten geslachts, von Choblencz aus der stat geporn, dem Gott der herre gar wunsam trostnng gab. Derselben tröstung und Offenbarung han ich dir voran etleich erzelt, und dunckt mich wol pilleich 5 das ich desselben nocheinmal widerumb sag an der stat, wann ich die selben syden und hernach an einem seiner brüder vollikleich und aigentlicher ver- nomen und erfarn han. Er hat understunden den lobsanck hymelischer geiste in der hoch der lüffte oder hymele singen gehört. Auch zw einer zeitt do er sein peicht getan hett und sich mit andacht nyder naygte zu dem ablasz, den im der 10 peichtvatter sprechen solt, do hört er ein hymelische stymm zu im sprechen: 'Dir sind all dein sünd vergeben.' Auch zu einer andern zeit do der güster wolt mesz haben und er bey im stund vor dem allter, do was die lamppen erloschen. Er wolt anderswa hin nach einem liecht gangen sein, do sach er zu der lamppen und pliez darein, do enzünt sich der erloschen chnoden oder zache von seinem 15 plasen, das er davon zu der messz ein liecht zündet. Auch was gewan der selb junge zw [78 r ] mynsten des tags ainmal betrachten und erzelen unseres lieben haylants Jhesu Christi marter, leiden und smachkait, dy in dy Juden angelegt haben, die do sind die aller volkomisten beschirmung und erczney wider alle diser weide und aller unser feinde anfechtung. In der selben unnsers herren leyden 20 und marter betrachtung und mitleidung er bey einem halben jar im den fleiz und arbait nam unverdrossenleich. Darnach in kürcz ward im der selbe fleiz solicher betrachtung ettwas hertt und verdrossen worden, darumb das er die selben zeitt nichts besunder Offenbarung gehabt hett von solchen stäten unnsers herren leyden, gedencken, mitleiden und betrachtungen, und gedacht im dasselbe 25 nicht als fruchtper sein als er gedacht hett. Das bestund er darinne noch lenger zeitt dasselbe ze tun und prach im selber ab die verdrossenhait, die er gehabt hett. Do gab im der herre Christ die gnad, das er die selben löblichen gewonhait under in hicziger lieb volbracht, und domit gieng er wider in die gehaime der haimlikait Cristi, und domit stund im zu grosz lust und süssikait die betrachtung 30 fürbas on alle swär und irrung tägleich zu volbringen. Er het auch stätikleich in seiner herczenlicher begir und mit grossem gepett und andacht, wie er die gnad von Gott gewinnen möcht, das im geoffenbart würd der anplick und pildnüsz unnsers haylands Jhesu Christi. Der herre Christus, der im die selben begir in zesehen eingeben hett, der wolt in an der selben seiner andächtigen und die- 35 1. Das fehlt. 5. Vor wol ein angefangenes p wieder gestrichen. 9. einer] e ist aus z korrigiert. 22. ward] was? 23. worden] o über ein halbes e korrigiert. 2C. als (2.)] aus as korrigiert. Das] Doch? 29. wider] er aus n korrigiert. lat.: Tandem cum perstitisset. 31 ff. lat. : Habebat item in desiderio et . . . optabat. Deutsch» Texte dea Mittelalters. XXX. 114 //, 13— II, 14. müttigen begerung nicht absiahen. Er hett auch umnassen grosz anfechtung von der unkeusch des fleischs und von dem tewfel ungestümikait. Zu einer zeitt do er in der pärting kor in einem winckel langzeit in andacht sein pett in andacht gesprochen hett und unnseren herren mit innikait gepeten hett zebehütten in, 5 das er icht in sünde viel, do stund er auff und gieng wider danne. Des kom im zu gedencken, das er etwas zetün hett [78 v ] von gepots wegen. Das zu volenden und sein gehorsam genug zetün, hüb er dannen czegeen und kom für der conversen alter, vor dem stund er durch ablasz willen, und do er also auff lügt, do sach er Jhesum den herren vor im steen, als ob er an dem chreücz hieng. Der mute Got 10 zoch sein payd arme herab von dem chreücz und umbgab in domit und druckt in zw im an sein prust, zu einem besundern zaichen der lieb und haimlichkait, domit der gütig herre im alle sein anfechtung benam, das in fürbas chain anfechtung, weder des fleischs noch des posen geists, nymmermer bekümert. Und do er also gestrewet auff der erde lag, hett er dannoch sein gancz vernunfft, 15 doch mocht er nicht erkennen ob er die selben offenwarung mit leiplichen oder geistlichen äugen gesehent hett, und wie doch er vor und hinnach vil götlicher Offenbarung empfangen hett, der selben Mas doch chaine diser yecz gesagten sehung gleich, wann dise alle ander sein sehung über troffen hatt. Auch gab im Gott solich gnade der zäher das im under metten zeitt selten sein äugen trucken 20 gesehen wurden, des ich ein gezeüg pin, wann ich ettlich zeit neben im zu chkor stund und das aigentleich gesehen han. Er was auch als begirig und inhiczig in der marter und leiden Christi, das er hoffnung hett ein marterer durch des glauben predigens willen ze werden. Und darauff so volgt er nach dem pischoff von Livony Theodorico, mit dem er an die haiden mit ettlichen andern zoch, 25 doch mit des pabsts urlaub und erlaubnüsz, doch nicht mit verhengknüsz seines apptes, wann der selbe pischoff von Livonia von pabst Innocencio die macht und vollen gewallt hett, mit in zeffircn alle, die mit im wolten, sy warn geistleich oder werltleich, zu pflanczen der Weingarten des herren von Sabaoth in dem barbarischen, ungelaubigen volck. 30 Das XIIIj cm-pitel. In supradicto claustro alius quidam etc. In dem obgenanten chloster was ein ander prüder, der ein grosz und lange anfechtung gehabt hett. Do ryeten im sein [79 r ] synn er solt ein aynsidel werden, und mit der selben Versuchung ward er so verr angefochten das er domit über wunden ward, also das 85 er im selber ein stat zu einer wonung aussucht. In der pewegung chert er sich 3. er fehlt. 5. Vor in gestrichen hett. 6. er fehlt. 22. marteer. 27. zefaren; lat.: secum ducere. 28. der. — lat.: ad piopagandam vinearn domini Sabaoth in populo baibaro. 30. cap. 34. Vor angefochten gestrichen aus. //, 14-11, 17. 115 zw unnser lieben frawen, er nam im die selber für sich zw porgen und gelobt ir, was sy im in den Sachen ryet, das wolt er für sich nemen und halden unzebrochen. Er rüfft in solicher maynung unnser lieben frawen gar offt an mit pitten und flehen innikleich. Zw einer zeitt do er peten was vor einem allter, do hört er ein stymm, dy im also zw sprach: 'Du hast mich zu einem pürgen für dich ge- 5 nomen, ich wil mich des ledig sagen.' Zu der selben stymm lügt er über sich, do sach er vor dem allter steen einen man in wirdigem wesen, der ein chreücz in seiner hant hielt und mit seinen fingern über die fünff wunden des chreuczigten straich und daran zaigt und sprach zu im: 'Also bestreichet und salbet ein yeck- licher mensch, der deinem orden gehorsam getan hatt, als du hast, und den haldet 10 und darinn beleibt, die wunden unnsers herren Jhesu Christi, als du mich hast tun sehen die selben heyligen fünff wunden mit meinen fingern lindleich salben und überstreichen.' Domit ward er von der selben seinen swaren anfechtung gancz erledigt und gedacht fürbas nicht mer aus dem selben chloster zekomen. Das XV capüeL 15 Beate memorie Christine eciam etc. Junckfrawn Cristein säliger gedechtnüsz erschain auch der gechräuczigt Christus, unnser hayland, und bey im stund ein alter man, der ein püchsen in seiner hant hett, daraus er ein salben nam und besalbt Christo seine wunden. Die sehung mag ich nicht zuerkennen geben, wie die geschehen sey, leipleich oder geistlich. 20 Das XV j. capitel. Alteri cuidam sanctimoniali ordinis nostri etc. Einer andern chloster frawen unnsers ordens erschain unnser herre Jhesus, der heyligen, kristenlichen kirchen ein prewtgam, zu einer zeitt do sy gar swärleich [79°] angefochten was, und slüg sein arm umb sy und umb irn hals und benam ir 25 domit alle ir betrtibnüsz und anfechtung. Nym war: In den sehungen und exempeln hastu wol vernomen das die sehung und betrachtung des heyligen leydens und marter unnsers herren Jhesu Christi und auch sein mitleidung die gröste erczney ist wider alle schedliche anfechtung. Es sind auch darinne mangerlay geistleich trostung, als das pe- 30 weieent die hernach geschriben bezeucknüszen und exempeln. Das XVIj. capitel etc. Duo conversi Hemmerode in quadam grangia eiusdem do- mus. Es warn zwen conversz, brüder von dem chloster Hemmerode, in einem 15. cap. 21. Steht am Bande rechts. 22. nostro. 33. quodam. 8* 116 II, 17—11, 18. munchoff desselben chlosters, darinn sy ettlich zeitt beliben. Eines tags stunden sy bey einander und hüben an zepetten ir schuldig zeitt, die complet. Do sy die gesprochen hetten, do lügt ir ainer auff zw hymel, der sach in der wolcken höhe ein gar liecht, scheinpär chreücz sweben und daran unsern herren Jhesum, 5 den chreüczten. Es was auch das selb chreücz so mit grosser chlarhait und schein umb geben das sy sich von dem selben schein wol an einander sahen, wann es was umb die selben zeitt die vinster an dem abent, und was zw winters zeitt. Sy getorsten nicht zimleich nach der gesprochen complet miteinander reden. Do gab der einer dem andern ein zaichen, ob er ichts sehe, der zaigt 10 widerumb, wie er nichts sähe, do gab er im zaichen, das er nyder chnyen und petten solt. Do sy das payd also miteinander redten, zehant darnach sach der ander aber wider zu hymel, do sach er das sein bruder gesehen hett, und ward domit ein gezeüg derselben waren sehung. Sy lebent noch payde, den das von gnaden Gots ergangen ist. 15 Novicius: Que tibi videtur fuisse causa tante visionis con- versorum eorundem etc. Wie dunckt dich umb die sache solicher sehung der benanten conversz oder pärting, weder ist es sach gewesen irs verdienenz oder irer schulde ? Monachus: Si propter eos visio eadem facta est etc. Ist, 20 das [80 r ] die selbe sehung durch im willen geschechen ist, so ist verseuch es sey ir einer der selben sehung ursach gewesen, aintweder ein sach eines gütten lebens oder sach einer schuld oder der paider sach, güts lebens und schuld. Das es war sey, das weiset die hernach geschriben sehung. Das XVII j capitel. 25 In Luka domo ordinis nostri etc. Zu Luka in dem chloster unnsers ordens was ein conversz, ein gütter man und züchtig, dem Gott von besundern gnaden vil seiner haimlichen dinge offenbart. Do derselb eines nachtes sein metten gesprochen hett und vor tags stund an den hymel zesehen und sein gepet sprechen was, do sach er Christum den herren hoch in den lüfften an dem 30 chreücz hangen und bey im fünffzehen menschen, yeglichen auch an seinem besundern chreücz hangen. Aus den selben fünffzehen warn dy zehen münche, und die übrigen fünff warn conversz oder pärting, die im all wol erchant warn und in seiner sammung gehorsam gethan hetten. Es was auch do selbs der lufft von gegenwürtikait wegen Christi, der dy war sunn ist, so chlar und liecht das 35 er yr yegleich vor dem andern wol gesehen und erkennen mochte. Und so er allso ab der selben sehung erschrocken stund, wann die wunderleich was, do schray zu im Christ der herr von dem chreücz und sprach: 'Kennest die, dy du 28. den] ursprüngliches den in dem korrigiert, schließlich aber der angehängte m-Strich wieder gestrichen. 32. wol] w aus v korrigiert. II, 18—11, 19. 117 bey mir gekreüczigt eichst V Er antwurt und sprach: 'Herrej ich chenn sy wol. Aber was es sey, das ich sich, das wais ich gar nicht.' Do sprach der herr: 'Allain die aus aller ewrer sammung sind mit mir gekreiiczigt, wann sy habent ir leben gleich meinen leyden getragen.' Novicius: In quo se i 11 i conformaverunt 1 In was sache habent 5 sy sich im zugeleichent ? Monachus: Utique etc. Ye zwar in der gehorsam, in gedultikait und in diemüttikait, in absagung aller aygenschafft und aygens willen. Soliche ding und der gleich machent die münch zw marterer. [80 v ] In der selben person spricht der prophet David in dem psaltter: 'Wir werden tägleich durch dich 10 getottet, herr, wir sein geacht &ls dy sc/iäff der tottung.' Nym war, das ist das chreücz, da von Christus in dem ewangelio spricht: 'Wer der ist, der nicht sein chreücz tägleich auff hebt und mir nach folgt, der selb ist mein nicht wirdig.' Er spricht das chreücz nicht ain mal auff zeheben als sand Peter, sunder alletag, als sand Antonius. 15 Novicius: Nemo claustralium hanc visionem etc. Es war pilleich das chain chloster mensch der sehung nicht unwissen war. Monachus: Verum dicis. Du sagst war, wann ir sind vil dy wawent, das sy münch sein und sind des nicht mit irm leben, sunder mit dem mund. Novicius: Die queso, quomodo est intelligendum, das der 20 zwelfpot sand Pawl spricht: 'Qui autem sunt Cristi carnem suam' etc. 'Aber die, dy Christi sind, habent ir fleisch gechreüczigt mit laster und mit begir- lichkait.' Monachus: Secundum precedencia videtur sie intelligendum etc. Nach den vorgeschriben dingen ist verseleich es sey also zuversten. 25 Das XVIIIj capitel. Appostolus enumeratis operibus carnis etc. Der heylig zwelf- pott sand Pauls nach dem und er in seiner epistel die werck des fleisch oder des menschen leichnam erzelt hett und darnach die frucht des geists, das ist der seel, ausgelegt hett, da saezt zu die wort: 'Que sunt Cristi', das er maint 30 die werck des geists warn die werck Christi. Der geistlichen und ergebenn, chlosterlichen menschen chreüczigung ist zwayrlay, inwendig des menschen 9. materiell. — lat. : Haec et his similia monachos martyres faciunt. 10. Ps. 44, 23. 11. als] acht. släff. — lat. : aestimati sumua sicut oves occisionis. 12. Matth. 10, 38; Luc. 9, 23. 16. claustralium] u aus a korrigiert. 18. warnent. 20. Hier fehlt die Übersetzung. 21. Gal. 5, 24. 26. Das XVIIII capitel sieht am Rande links. 118 II, 19—11, 20. mit einer frömden mitleydung, die ander kreuczigung ist des auswendigen menschen, als des leichnam und fleischs, mit aygner töttung der werch desselben leichnam. Das chreücz hat seinen namen von der kreuczigung, das ist von peynigung. Der münche kreücz ist dy hertikait und scharfhait des ordens, 5 als wol von dem wachen und gepeten, als durch vasten und leibes kestigung und auch von sweigens, [81 r ] hant arbait, enthaltung vor unkeüsch und seiner chlaider und pettstat hertikait. Darumbe die menschen, die Christi sind, die mugen mit dem zwelfpoten sprechen: 'Wir sein mit Christo dem chreücz zugenagelt und angeheftet,' streytende mit den sunden der werche und mit den 10 begerungen der wolluste des fleischs. Drey sind der nagel, domit der leichnam eines münches zu dem chreücz sol genagelt sein, auch sind drey tugend, da durch in gezeügknüsz sand Jeronimi die marterer werdent. Die erste tugend ist die gehorsam, die ander ist gedultikait, die dritte diemüttikait. Die rechten hant des münchs sol der nagel der gehorsam zu dem chreücz hefften, on wider 15 pellen oder kallen, die dencken hant sol der nagel der gedultikait zu hefften on gleichsnerey. Aber der nagel der gehorsam sol ein treiben die lieb der obristen freyhait, den nagel der geduld sol treiben die forcht der hellischen pein. Der nagel der warn diemüttikait sol die füsse drucken und zu dem chreücz hefften, also das er nicht allain den f>relaten des ordens, sunder auch den prüdem des 20 ordens, durch Christi lieb willen, sol er sich in undertänigen, das er mit David in dem psallter gesprechen müg etc.: 'Humiliatus sum' etc. 'Ich pin allenthalben gediemüttigt, herre.' Die zwen füessz bedewttent zwaierlay hoffart, des ge- müts und des leichnam, und wie das ist das die hochfart ein haubt aller sünden ist, ye doch wirt sy understunden nicht unpillich zu den füessen gezellet. 25 Novicius: Satis michi placet. quod dicis etc. Es gevelt mir genüg wol, das du sagest. Nvv beger ich von dir die übrigen sehung von unnsers haillands leiden mir zeoffenbarn. Das XX. capitel. Conversus quidam aput nos ante annos etc. Ein conversz 30 odorparting unsers ordens ist vor etlichen jarn gestorben, eingütter, gotforchtiger man gewesen ist, der auff bruder Wilhalms rucke einen slangen kriechen sach, die weil der Wilhalm [8F] under dem lobsang der metten slaffens pflag. Der- 8 Gal. 2. 79. 10. der 2 ] aus die korrigiert. 15. lat. : Manum monaehi dexteram eoiifigat oboediontia sine lminmiratione, sinistram patientia sine simulatione. 16. vii. — lat. sine. 20. vndt anigen. 21. Psalm 119 v. 107. 24. Vor gezellet gestrichen gesellet. 31. Nach man gestrichen vnd; lat. : vir bonus ac timoratus II, 20—11, 21. 119 selbe conversz do er zu einer zeitt in unserm chloster allain was und emphand eines grossen geprechen seines herczen, do redt er mit im selber: '0 du armer dürfftig, solt du also allain sterben on trostung aller menschen, das ain mensch bey dir nicht ist ?' Er sprach die wort chawm auff ein cenndt, do viel er in en- zuckung des geists und sach vor im den haylant Christum an dem chreücz 5 hangen, der sprach zw im: 'Bruder Conrat, du siehst wol, was ich umb dich marter geliten han.' Darnach zehant sprach er zu im mit trostlichen Worten: 'Alle deine werch gefallent mir wol, ausgenomen eines dinges.' Ab der trostung ward der conversz von der sehung so hailbärtig als kreftikleich gestereket das er wider zu im selber kom, und do er sein äugen auff tet, den sehen mit leiplichen 10 äugen, den er vor in dem geist gesehen hett, do verswand die sehung, das er nicht davon lcipleich gesehen mocht. Er ward gefragt von Brüder Reicharden, der ein geistlicher, andächtiger pärting was, nach dem und er im die sehung also geoffenwart hett, ob im der herr Christus dasselbe eine ausgenomen werck, das im missvelliklich was, icht geoffenwart hiet. Er sprach: 'Nayn, mir was 15 vor nott davon nicht zefragen.' Novicius: Quid est quod salvator in viro saneto reprehendit etc. ? Was mag es sein, das der haillant Christus an dem heyligen mann gestrafft, und das im nicht zu erchennen geben wolt % Monachus: Puto quia illum. Ich wan er hab es darumb getan, das er 20 denselben an allen seinen wereken wolt fleissig sein, und dy weil er desselben einen Got missvelligen werchs nicht wesst, das er im dann von den andern allen forcht näm. Er hat auch dasselbe unnserm appt vor seinem tod gepeichtet, und wie er auch eines nachtes den engelischen lobsanck gehört hiett in dem hymel. Er starb auch in der heyligen, süssen zeitt der sehydung unser lieben 25 frawen Gots mütter, an irem tag assumpeionis, als ich [82 r ] hoffe von erberbung wegen der selben hymelküniginn, der er mit fleysz in dem orden gedientt hett, und die in mit ir zu den hymelischen frewden gefürt hatt. Es ist auch nicht allain trostung in dem leiden Christi, sunder auch in ettlichen pilden, die sein heylig marter bezaichent, wann so wir die selben pild- 30 nius'Ä unsers herren leiden und marter eren, die eret auch Christus und lont in des mit gnaden, und peynigt auch die dy solicher pildnüsz seiner marter unandächtig sind on danckh. Das XX j capi^eZ. Temporibus nostris etc. Bey unnsern zeitten in unnserm lannde was 35 ein ritter, der eines andern ritters vatter ertött hett. Eins tags geschach das 1. Vor allain gestrichen was. 10. leiplichlichen. 21—22. lat. nur: ut unum nesciret. 31. pildnüff. 34. cap. 36. Nach ritters am Ende der Zeile wieder ausgestrichen vati. Nota bene steht am Bande. 120 II, 21. des ertotten ritters sün den benanten seines vatters totter von geschieht on kom und fieng. Do wolt er in in der ersten gäch und zorn zehant ertött hau und stund ob im mit ausgezogen, plossem swert. Do viel im derselb gefangen ritter zu seinen ftiessen und sprach: Herre, ich pitt euch das ir durch der eren 5 willen des heyligen chreücz, daran Christus gehangen und erstorben ist und aller werlde sein parmung erweist hatt, das ir auch dar durch euch über mich erparmet und lebent lasset mein sünde ze püssen.' Von den selben Worten ward der ritter so ynnikleich pebeget, das er stund und bedacht sich, was er tun wolde. Die parmherezikait nam im uberhant, das er sein swert wider ein stiessz und 10 hüb den selben seinen feint auff von der erd und sprach: 'Nym war, durch die ere des heyligen chreüczs und des der daran mich und alle werlt erledigt hatt mit seinem pittern tod, das mir derselbe unnser haylant Christus auch mein sünd vergeben well, so wil ich dir nicht allain die schuld, die du an meines lieben vatters tod umb mich verdient hast, vergeben, sunder auch dein gütter freund 15 wil sein hinfür.' Und gab im domit den kusz seines frides zu einer bestätigung einer ganezen bericht. Nicht lang darnach nam der selbe ritter an sich das zaichen des heyligen chreücz und für über mere. Und als er zu Jerusalem in die kirchen kom, darinn das heylig grab unnseres [82"] haylands ist, mit andern vil brüdern imd lantlewtten gangen was, do gieng er für einen alter, darauff 20 das pild unnsers herren marter stund, dasselbe pild ward sich gen ym tieff naygen von dem chreücz herab. Do das ettlich brüder merekten und doch nicht wessten, welchen under in soliche ere erpoten war, do wurden sy des über- ain das sy aynezigen yeglicher besunder wider für das selbe pild unsers herren marter zegeen, noch denne naigt es sich gen ir chaynen nicht, nwr gen den do 25 gegen es sich vormals genaigt hett. Do wurden die prüder denselben ritter fragen, von was Sachen das geschechen war. Er sprach es war im nicht wissen- leich, und er war auch sölichen eren von Got nicht wirdig anzelegen. Doch kom im in gedächtnüsz die vorgeschriben getat, das er seines vatter t6tter, den er in seinen handen gefangen und sein swert über in gezogen het, los und 30 ledig liesz und im sein huld gab, dem heyligen chreiicz und dem der daran uns erledigt hat, dem herren Christ, zu eren, als er in dann domit gepeten und er- mont hett. Das sagt er do den prüdem. Dy nam grosz wunder von solicher diemüttikait wegen Gott des herren, die er also irem prüder mit solicher danck- nemer diemüttikait getan hett. 4. Vor euch gestrichen dich. 6. werlde] rl aus 11 korrigiert. $. bedraoht. — lat. : deliberaret. 17. als aus as korrigiert. 18—19. lat. : cum ecelesiam Dominici sepulchii aliis peregrinis virie honestis de sua provincia commixtus intraret. 22. vb (Zeilenende) ain. 24. mütter, vgl. oben S. 110, 8; lat. nur: ex consilio singillatim reversi sunt. 29. lös] 1 aus b korrigiert. II, 22-11, 24. 121 Das XXI j. capitel. Soror quedam ordinis nostri etc. Ein swester unnsers orden» die gieng in die capellen des pethauszs, und do sy vor alltar vor unnsers herren marter ettlich psalm lesen ward, do was spat an dem abent, das der mesner die kirchen zu sperren wolt und auch das tet, wann er wesst nicht das sy dannoch 5 so spät in der kirchen war, und sperret die kirchen auswendig zu und gieng zw haws. Do das die selbe swester hört xmd wol vernam das er hett zw gesperret, do getorst sy nicht ankloppfen und belaib also doselbs ubernacht. Und als ich aus irem münd gehört han, do sach sy als einen strenen oder einen stram als von der chlaren sunnen, zugleich einen stern von dem arm des chreüczigten 10 ausgeen, [83 r ] davon sy so hechten schein hett das sy in der selben nacht vinster do bey ir psalme sach zelesen. Es ist auch auff dem selben allter ein hüllczein pild unnser lieben frauen, das ein chindlein in seiner schösse hildet. Zu einer zeitt do die selb chloster frawe vor dem selben pilde den psallter lesend was, do kom zu ir ein chindlein gangen und hört irem lese?i zu, als ob er wissen wolt 15 was sy lesens pflag. Also lügt es ir in das püch und gieng wider dannen. Die selbe wirdig fraw ist ein laynn, ein witib gar andächtig und in prünstig zu gütlichen dingen und zu unnserm orden, und hat vil trostung und offenwarung von Gott. Das XXII j. ca,j)itel. 20 Novieius quidam in Hemmerode etc. Ein novicius in dem chloster zu Hemmerode do sich der selbe zu einer zeit in dem chor zu dem versikel der heyligen drivaltikait gar andächtikleich naygt, do empfandt er, als ob im ein zaichen des heyligen chreücz an sein styrn gedruckt war, und ich main das er die selben zeitt des lew/ens und marter unnsers lieben herren gedacht hab. 25 Novicius: Puto quod scriptores et pictores etc. Ich main und gedenck mir, das die Schreiber und maier der heyligen pilde besundern Ion davon emphahen. Monachus: De hoc dubitare non debes etc. Des solt du chainen zweifei haben, ob das doch mer von andacht denn von geitikait der emphahung 80 des lones darumb geschieht. Das XXIIIj capitel. Monachus quidam nigri ordinis. Aus dem pistumb von Maincz was ein münch swarezs ordens vor kurezen jaren gestorben, der was ein gütter, werchperleicher maier und hett grosz lieb und andacht zw unnserm graben 35 9. Vor strenen gestrichen sternen. 15. leser. 17. laynn, lat. : laica. 20. cap. 25. lebens. — lat. : de passione. 30. also doch ob das; lat.: si tarnen magis sit devotio. 122 II, 24—11, 25. orden, also das er in mangen imsern chlostern zw vil altern das crucifix, die figur der mar/er Christi, mit wunderschöner zir malt und ausberaitt, und davon nicht mer zu Ion begert denn die chösst. Er hat auch auff unseren alltern die selben crucifix gemalt und chain chosst davon gefordert. Der öbrist gekreüczigt 5 herre Jhesus Christus wolt dem selben [83''] gestaltmacher oder maier seiner marter pildnüsz weysen und erzaigcn, wie wol im das von seinen würckungen und arbaiten gevallen hett, und nam in zu im aus diser werlt an dem heyligen karfreitag, als er sein marter und tod umb ünnser erlosung geliden hatt zu wunder manigen menschen, als ob er sprach: 'Seind du in den eren meines leidens und 10 marter allzeit getreulich gearbait hast, die selben zu betrachten und den lewtten zw andacht schickleich zemahi, darumb wil ich dich an dem tag meiner marter von deiner arbait in die ewigen rw emphahen, darinn du mV fürbas nicht eben- pildleich in figuren gemäl, sunder wesenleichen und gegenwürtigen von gestalt zu gestalt under äugen sehen magst.' 15 Das sey dir allso gesagt von den. die unnseres herren pildnüsz und pildung seiner heyligen marter und leidens erent, das er auch die wider umb eret und in des hye und dort lonet. Nw wil ich dir sagen, wie er die sewmigen und un- dancknemen menschen, die seiner marter vergessen und selten daran gedenckent und die versmechent, zu seinen zeitten darumb peynig und straffe. 20 Das XXV c&pitel. ('olonie in ecclesia saneti Georgyotis crux metallina est ef f igiem habens etc. Zu Kollen in der kirchen sand Gorgen ist ein chreücz von gesmeid gemacht in gestalt des gemarterten unsers haylands Christi, da durch vil wunderzaichen und gesunthait prechenhaffter menschen geschehen sind, dar umb 25 auch die frawen der selben stat gewon sind vil kerczenliecht davor zeprennen. Doch mainent ettlich das der selb zaichen ein ursach gewesen sey ein stücklein des holez von dem heyligen chreücz, das darinn vermachet und vervvürckhet was, das nw her aus genomen und mit gold und edelm gestain kostperleich gezirt ist. Der glokner oder mesner derselben kirchen was in solicher grobikait und 30 roher gewissen das demselben heyligen chreücz chain er noch wird erpot, und gewondleich, so wolt des nachts zu pett geen. so nam [84 r ] er dann die prynnen- den kerezen von den kerczstalen und lescht sy ab und trüg die selben mit im dannen und wenndet die in seinen nücz. Eines nachtes als er sich gelegt hett an sein pettstat und dannoch wachte, do kom dasselbe crucifix für in und strafft 35 in mit scharpfen Worten und stossen, das er davon kranck ward und vil tag das plüt zu münd aus stiessz. Desselben zaichen gedenck ich selber wol, und 2. martrer. 13. i a t. : per picturas figuraliter. 20. cap. 21. lat.: Georgii. Nota bene de ingenti beneficio dominice passionis steht am Bande links (spätere Schrift). 30. er fehlt; aber vgl. z. 13. 58, 6 ; 66, 24 : 108, 34 v. ö. II, 25—11, 26. 123 was in der ganczen statt doselbs zw Kollen ein gemain offenbar chuntschafft, also das darnach dasselbe heylig chreücz mer dann vormals geziert und geeret ward. Das XXVj cap^eZ. In comicia de Monte, non multos etc. In der grafschafft vomPerg, 5 nicht vor vil jaren, do erhüben sich so grosz veintschafft zwischen zwayen ritter gesiechten das sy auff payden tailen aneinander fiengen und erslugen. Eines tages do komen ir meniger des ainen tails zesammen in einer kirchen ein dorffes, das genant ist Wescupe. Do wurden die selben dem widertail irer feynt verraten von einem alten weibe, das irn feinten das zaichen gab und sprach: 10 'Wenn ich in die kirchen küm, so wil ich ein glockel zucken, so kumpt zu stund, so vindet ir sy, dy ewr feind sind.' Do dasselb pös weib, die verräterinn, dasselbe tet und die glocken an zoch, do erhüben sich die feint in grosser macht auff irem tail und drungen in die kirchen über ir ungewarnt und ungewappent feynt. Do sy das sachen, do zuckten sy dy pilder von den älltern und hielten 15 die wider der feint p.'osse swert und hofften, das sy durch der heyligen statt der kirchen und der heyligen pilder eeren willen ir schonen und übersehen solden, des die selben feint doch nicht teten. Sy schonten weder der kirchen noch der pilder unnsers lieben herren marter, und waren also girig nach dem plüt vergiessen das sy die fürgehalten pilder zu drümern hackten und unsers lieben '20 herren marter die arm abhackten, und ertotten doselbs acht ritter in der selben kirchen, dy also entert was, das Uot doch hernach swärlich und her-[84' ]tikleich hatt gerochen. Wann darnach in kurezer zeitt wurden die frewnd und magen der erstochen ritter so inhiezig, ir plüt zerechen. das sy der selben irer feint ein grosz menig nyder legten und die alle an zwen mann tötten und erslugen. Aber 25 das pös allt weib, ir verräterinn, die erstickt in dem snytt vor hieze auff dem veld. Was sol ich von den benanten pösen kristen sagen, die nicht schonen wolden unnsers herren kirchen noch der heyligen pilder darinn, seind doch Gott sein rachung über die hayden der statt Damiaten getan hatt umb des willen das sy den gekreüczigten an eiiiem strick alle gassen in dem khott umb 30 zugen in der stat, den kristen zu smach, die vor der statt lagen ? Darumb sy 4. cap. 6. geslechlon ritter; Int. : inter duas cognationes militum. 9. das aus ein korrigiert. — einer kirchen das genant ist ein dorffes; lat.: villae quae Wescupe dicitur. 15. das ist darübergeschrieben. 16. polosse. 18. kirchen] über pilder, das gestrichen ist, darübergeschrieben; vor pilder (Z. 19) gestrichen kirchen. 20. Vor hackten gestrichen k. 31 f. lat. nur: graviter sint pimiti; die vorliegende Erweiterung stützt sich auf das jolgende Kapitel. 124 H, 26— II, 27. auch Got peynigt, das alle die selben in der stat gemainkleich grosser druse an irn halsen gewunnen, das in die hals verswullen und weder essen noch trmekhen mochten und also starben, was ir schuldig daran warn. Das XXVIj capitel. 5 Cum in obsidione etc. Do die Christen vor einer haidnischen stat, Damiata genennet, lagen und sy belegt hetten allenthalben, do zoch ein michel tail der Christen dem haidnischen volck engeken. Do wais ich nicht, wie ez kom, das Gott so vil verhenget tiber die unnsern kristen, das die selben von den hayden gefluchtigt wurden, das vil Christen an der flucht erslagen und gefangen wurden. 10 Da des die besessen haiden in der stat innen wurden, das ir haidnischs volck obgelegen warn und die unnsern gefhichtigt hetten, des erfrewten sy sich als hoch das sy unserm Christen gelauben zu smäche unnsers herren Christi pild seiner marter namen und legten im einen sträng umb den hals und Hessen in mit grossem geschray und froloken durch alle gassen in der stat slaippfen und 15 in dem khot umbziehen unserem herren Christo zu smachait und irem abgott zu eren, als ob der selb ir falscher Gott unserem warn Gott, Christo dem herren, mit gewallt obgelegen war. Doch der allmächtig herre Jhesus Christ, von dem sy als wenig hielten [85 r ] als von einem totten menschen, der ward darnach in kürcz soliche smachait, die sy in an seiner marter pildung angelegt hetten, swär- 20 lieh peynigen, m ann er die selben Damiaten, die lewt der haiden in der selben stat, ein solich peynigung anlegt, die etwas geleicht der smachhait, dy sy im getan hetten. Wann also dy das pild seiner marter umb slaipften mit einem Strang an seinem hals geworffen, also liesz er in yn iren hällsen aysz und drws werden, das sy ir chost noch trincken nicht verslinden mochten. Und ein chlain 25 zeitt darnach ward in von uns Christen die selb statt Damyat, die als ein un- gewynleich stat was, in Gots gewalt angewunnen, also das an dem stürmen und einsteigen derselben stat nye ein Christen mensch leibloz ward. Ich mocht dir auch noch mer ander wunderzaichen von der heyligen pilden sagen, so wil ich die selben bis auff die zehenden underschaidung sparn 30 und behalten. Und wisz auch, das noch hewt zu zeitten Christ der herre in seinen gelidern gemartert wirt von Juden, hayden und von falschen cristen. Als er davon durch den propheten Malachia sich erchlagt, also sprechend: 'Ist, das ein mensch Gott durchnagelt und chreüczigt, so tut ir dasselbe.' Auch han ich vernomen, das bey unnsern zeitten etlich Christen von Juden gemartert sein, 2. truckhen (vgl. Z. 24). 4. eapitol fehlt. 5. absidione. 9. er (Zeilenende,) slagen. 10. die des; lat. : in eivitate obsessi. 17ff. lat. (nach I): Christus vero, qui mortuus et quasi nullius valoris videbatur, in tarn execrabili culpa, post breve tempus valde terribiliter redivivus esse in vindieta. 18. da. 21. die sy. 32. Mal. 3. 8j. //, 27—11, 29. 125 ich han auch newlich vernomen wie ettlich Christen von den hayden sein ge- kreüczigt. Das XXVIIj capitel. Supra dicta ergo Damiata civitas etc. Do die ob genant stat Damiat mit dem besessz und belegung der Christen ser benotigt war, do wurden 5 ettlich der selben haiden aus der selben statt haimlich weichen und hüben sich zefliehen zu den Christen, die vor der selben statt ir geleger mit macht hetten, villeicht in fürsacz das sy wolden Christen werden, oder villeicht dem tod zu empfliehen. Die haiden in der statt wurden des pald gewar und eylten die selben ausgewichen . . ., die sy ereilten, vordann sy zu der Christen her komen, und io fürten die selben gefangen mit in zu &n-[85' ]gesicht der kristen in ir statt und hiengen dieselben alle, yeglichen besunder an ein kreücz, dem kreuczigten unnserem herren Jhesu Christo und unserm kristenlichen gelauben zw schänden und zw smäche, über die zynnen irer mauren. Novicius: Quid senciendum est de istis etc.? Was ist von den 15 selben kreuczigten hayden zu versteen ? Monachus: Si fidem siciebant et in fide timore penarum non etc. Habent die selben kreuczigt haiden des kristen gelatiben begert und in irer marter an dem glauben nicht gezweifelt, so ist das on zweifei das sy wäre marterer vor Christo sind. Es wirt auch noch tägleich der herre Christus nicht 20 allain von den ungelaubigen gekreüczigt, sunder auch von pösen Christen, fürsten, herren und edeln und unedeln lewtten, die Christum durch die armen lewte, die sy mit auflegung grosser arbait, schäczung und fronung beswärent, täglichen kreuczigent und gayselent. Das XXVIIIj capitel. 25 Non est diu quod pauper quidam necessitate etc. Es ist nicht lang zeitt vergangen, das ein armer man von betwingung seiner notturfft herczog Hainreichen von Löfent, der noch lebt, sein notdurfft klagen und für in geen wolt. Das versmächt einem des herren kamrer, der slüg in mit einem steckhen über sein achseln und allenthalben und stiesz in für die tür on par- 30 munge. Do das ainer unseres ordens parting ersehen hette, dem gieng das mitleiden so ser zu herczen das er zewainen pewegt ward. Dem selben pärting 3. Steht am Bande rechts. 5. warn. 6. statt] tt ans einem zweiten a korrigiert. 10. fehlt etwas; lat.: quos Sarraceni insequentes et comprehendentes reduxerunt. — Vor zu gestrichen d. 26. necessitate korrigiert aus necessitatis. 28. der sein. ... 29. lat.: Cui cum unus camerariorum indignatus. 126 H } 29-11, 30. erschain unser hayland Christus in der nächsten nacht darnach in dem slaffe auff dem alltar in grosser chlarhait und sprach zw im: 'Ich sag dir danck das du mit mir gestern ein mitleiden gehabt hast, do mich des herczogen kamrer so peynleich mit siegen für die tür gestossen hatt. Domit erwacht derselbe 5 pärting und verstund wol daraus das noch hewtt Christus in seinen gelidern gemartert würde. Novicius: Die michi, queso, est ne alia etc.? Ich pitt dich das du mir sagest, ob icht ander [86 r ] forme und gestalt, die versmächt sein, darinne Christ der herre sich ettwann uns armen, totlichen menschen erzaigett und 10 erscheinet ? Monachus: Eciam. Es ist in Christus dem herren solich grosz diemütti- kait das er uns todlichen, armen menschen understunden in krancher menschen und, das noch mer ist, in aus seezigen menschen gestalt, dy er an sich nympt, erscheinet. War das erst nicht war, das ist das sich Gott nicht in krancher 15 menschen gestalt uns erzaiget und erschin, so sprach er unpillich in dem ewan- gelio von im selber: 'Ich pin krancher und siecher gewesen, und ir habt mich haim gesucht.' Von dem andern spricht der weissag Ysaias: 'Vere langwores nostros ipse tulit' etc. Wärlich, er hat unnser seüchten über sich genomen, und unser smerezen hatt er getragen, und wir haben in in unnser acht als einen aus- 20 seezigen gezelet.' Und wie doch in dem püch Dyalogy, das der heylig sand Gregori gemacht hatt, und auch an anndern emiden der heyligen schrifft vil mer eben- pild davon herzu mochten geseezt werden, die sich vor langen zeitten vergangen habent, so wil ich das lassen farn, wann ich dir versprochen hab ze offenbarn wunderzaichen und ebenpild, die bey unnsern zeitten geschehen sind. 25 Das XXX capitel. Hainricius contractus Clarenvall etc. Es was in dem selben chloster ein münch Hainricus Contractus genennet, der vor kurezen jarn gestorben ist und ettlich zeitt ein siechmaister doselbs gewesen was. Do der selb zu einer zeitt einen grossen, kranchen menschen in seiner pfleg hett, der nicht verre zu dem 30 tod hett, und do er in der nacht auff stund zu der metten zegeen, do besach er vor den selben kranchen prüder, und was sein hoffen, das der selb kranck wol geleben mocht, bis das er von der metten wider zu im kome. Des gieng er dester sicher in die metten, und do er doselbs ein klains genaezt und entnuckht was in seinem stül, do erschain im unser haylant Christus in der gestalt des kranchen 35 münchs, von dann er [86 v ] gangen was, und er naigt sich auff sein prüst zerüen. Her Hainreich ward erschrecken und wolt auff gestanden sein von seiner siez- 16. Matth. 25, 36. 17. Jes. 53, 4. 20. Tapst Gregor d. Grossen 'libri IV dialogorum de vita et miracttlis patnmi s. Namenregister. 33. lat.: In quo dum sedendo modicum quid dormitasset. 34. der. 35. Nach er 1 gestrichen komen. //, 30—11, 31. 127 statt, do sprach zu im Christus: 'Gütter mensch, lassz mich rüen.' Ab den worten erwacht er von dem slaff und gedacht an seinen kranchen prüder in dem siech- haws und eylt snell zu im, do sach er in in den zügen mit dem tod arbaiten. Also wolt er in auff die erden gelegt haben, und do er in auff sein prüst nam, do gab er seinen geist an der selben stat, als im das in der metten von Christo für- 5 komen was. Zu gleicher weyse das auch der herre Christus der ausseczigen menschen gestalt und form an sich näine, das wirst du hören in den hernach geschriben ebenpilden. Das XXX j capitel. 10 Nobilissimus princeps Thcobaldus comes Campanie etc. Der edel fürst Theobaldus, ein grave in Campania, von des leben und wercken der parm- herczikait vil wunder gelesen werdent in sand Pernharts leben, er was in sölicher diemüttikait, das er selber in der ausseczigen menschen hewser und wonung gieng, und lebent noch ettlich lewt dy in habent lebendigen gesehen. Der selbig parm- 15 herczig grave hett vor seiner fessten ein hewslein und darinn einen allten ausseczigen manne, und als offte er für in raitt oder gieng, so staig er von seinem pfärd und gieng zu im in sein hewslein, und so er im denn sein füsse gewaschen hett, so gab er im dann sein almüsen und schyed domit von dannen. Darnach in churczer zeitt starb derselbe ausseczel [und ward begraben, das dem vor- 20 genanten graven nichts davon gesagt ward, und er w&nt, er sohle noch leben. Eines tags do der selb graff für dasselbe hewslein rait, do staig er von seinem pfard und gieng in das hewsel und sprach: 'Ich müs meinen lieben vater besehen, wie er sich gehab.' Und do er hynein kom, do sach er in des selben ausseczel] gestalt einen vor im steen, es was aber der herre Jhesus Christus, des der 25 graff doch nicht verstund. Und do er nw die werch der parmherczikait nach seiner gewonhait also volbracht hett mit grosser begir und andacht, do gieng er frölich wider zu seinen dyenern und sprach: 'Ich frew mich, das ich meinen vatter gesehen han.' Do sprachen ettlich der selben seiner diener: 'Herre, ir sült wissen, das derselb ausseczel vor gütter zeitt gestorben und an sein statt, dy ich euch wol 30 zaigen [87 r ] wil, wo er begraben ist.' Do des der selbe aller gütigist fürste also 3. Es steht bloß vn. in fehlt; lat.: illum agonizantem reperit. 10. cap. 12. Nach Theobaldus nochmals wieder gestrichen Comes Campanie. 13. S. Bemardi vita et res gestae VII Hb.; über Theobald lib. 11 cap. VI und Hb. IV cap. II; s. Namenregister. 20—25. Das Eingeklammerte ist in. ganz kleiner Schrift mit einem Verweisungszeichen unter dem Texte nachgetragen; Z.21 nach ward steht zunächst weiter: vnd er wand er scholde noch leben eines tags davon gesagt ward, dieses ist aber wieder gestrichen. — Ebenso steht (Z. 25) nach ausseczel nochmals gestalt gestrichen. 29. Vor ir gestrichen jn. 31. lat.: et in tali loco sepultum. 128 II, 31—11, 32. gewar ward, do frolockt er in seinem geist über das, das sich der herre Crist im allso sein gegenwürtikaitt erzaigt hett, des er lang begert hett, und auch in darumb in seinen gelidern der auzmerckigen menschen offt geeret hett. Und das unnser herre Christus seine wort, die er in seinem ewangelio spricht: 'Quod uni ex ö minimis meis fecistis' etc. 'Was ir einem dem minsten der meinen glider getan habt, dasselb habt ir auch mir getan,' bestatten wollt, erschain er im, als du wol gehört hast. Das XXXIj capitel. Audi aliam visionem ista etc. Hör noch ein ander sehung, die noch 10 hoher denn die gewesen ist. Zu der zeit do die keczere?/ Albiensium auffgieng und plüend was, do ist geschehen, das ich yeczund sagen wil. Eswasindemkünigreichzu Franckreich ein pischoff, junck an den jarn und doch grosz geistleichait an seinem leben hett, seines pistumbs und taufnamens mag ich nicht gedencken. Der selbe pischoff was in sölicher gütikait tmd parmung und diemüttikait, das er chainen 15 ausseczigen menschen nicht für sich geen liesz, wo das was, er gab im das all- müsen. Offt staig er ab seinem, pfärd, und für kom sy, vor dann sy in pitten wolten und gab in sein almüsen in yr hant, als in den hymelischen schacz, und küsst sy an ir wange, domit er dann wider auff sein pfärd staig und dann fürbas sein wege raitt. Eines tages do er auff einer gemainen strasz raitt, do stund von im 20 aus dem weg in einem ackher ein aussecziger mensch, der rüfft zu im in einer stymm, die vast hayser was, das er sich über in mit einem allmüsen wold erparmen. Desselben gestalt was so grauleich, und als von dem geprechen des auszsacz so gar durchnagen und verzert das in ein menschlich aug an grossen grawen und peynung nicht angesehen möchte. Do den derselbe heylig pischoff an sehen 25 was, do ward er mit parmung peweget und staig von seinem pfärd in grosser eyl und begir und lauffend trüg er im sein almüsen. [87 e ] Der selbe ausseozel sprach zu im: 'Was sind mir dein pfenning nücze ? Ich bedarff ir nicht.' Der pischoff sprach: 'Was ist aber dein begern, das ich dir tun sülle V Er antwurt und sprach: 'Ich beger das du mir den unflat meiner kranchait ab wischest,' 30 und zaigt im an sein nazlöcher, daran ein gar grauliche unflat hieng. Der sälig, heylig man was in der lieb Christi so innikleich enzündet, das er im den selben unflat etwas mit seiner hant abstraich. Derselbe siech mensch ward darab schreyen und sprechen: 'Hör auff, hör auff, ich mag die scharphait deiner hennde nicht erleiden.' Der salig pischoff nam ein drum von seinem hemde, das von 35 gar lynden, behendem tüch gewürcket was, und straich im aber von seinen naz- 1. frolockter. 4. Matth. 25, 40. 8. Das XXXII capitel steht am Rande rechts. 9. NB. steht am Rande rechts. 10. keczer. — lat. : Albiensium haeresis. 16. seniem. — Nach sy übergeschrieben vr, auf der Zeile dann; beides wieder ausgestrichen; lat.: et petentes praeveniens. 29. abwischet. II, 32. 129 löchern den grawlichen unflat. Er ward aber als vor von dem siechen an ge- schryren. das er davon lassen solt, es tatt im wee. Der hejdig, sälig pischoff sprach aber zu im: 'Seynd du weder mein hannt, weder meines hembdes lindikait nicht erleyden magst, das ich dir erpoten han, wo mit oder mit was dinge sol ich dir deinen unflat abstreichen ?' Der ausseczig sprach: 'Mit chainem andern ding 5 denn mit deiner zungen magst du mir meinen unf lat abstreichen.' Darauf f desselben pischoffs hercze nicht mit chlainer pewegung und zwitracht ward be- kümert zwischen seiner natur und der gnaden, die im Gott darinn geben hett, das die selbe gnad Gots in daran weiset, er solt das thun, do wider dy natur des fleisch ser widerstund von soliches graulichen geprechen wegen. Doch mit hilffe 10 der gnaden Gots über wand er den widerstand und grossen growen der natur also das er sein zungen an den unflat der nasen wendet und leckt im dasselbe lindikleich und senftleich von dannen. Merck ein grosz ding und wunder. Als pald der pischoff sein zungen an des, der do gesehen was als ein aussecziger mensch, nasen und unflat praucht, zehant viel im aus des menschen nasen ein 15 vil edler und kostper [88 r ] stain in seinen münd, und das derselbe pischoff sehen solt, das sich der herre Christus im in eines auszseczel gestalt erzaigt hett, des für er im zu angesicht auff zu den hymeln und sprach zu im: 'Solicher fräuden und hymelischer gnaden wil ich dich tailhaftig machen künftikleich.' — Das hat mir gesagt unnser herre appt Gerhart, do er von dem capitel her wider zu unserm 20 chloster kom, das sich die dinge newleich verlauffen und geschehen warn. Novicius: Quid est gracia cooperans etc.? Was ist die mit- würckend gnad ? Monachus: Gots gnad ist zvvifaltig, da durch der vorgenant heylig pischoff so vil güts getün möcht, und die mitwürckend gnad, dadurch er das volbracht. 25 Es möcht auch der selbe wirdig pischoff wol gesprochen haben mit dem heyligen Patriarchen Jacob: 'Vidi dominum facie ad faciem' etc. 'Ich han den herren gesehen von angesicht zu angesicht.' Novicius: Magna sunt, que dicis etc. Die ding sind gros, die du sagst. 30 Monachus: Ut autem non solum in ore duorum, sedet trium testium etc. Auch umb das das nicht allain in zwayer gezeugen münde bestee die gezeugnüsz der warhait, sunder auch in dreyer menschen bezeugnüsz, darumb so wil ich noch die dritten sehung den vordem zwayn zu seczen, die den selben zwain sehungen nicht ungleich sol gehört werden. 85 3. lindikait] li aus h korrigiert. 15. praucht] = pracht. 23. gnad fehlt. 24. Monachus fehlt. 27. 1. Mos. 32, 30. Deutsch» Texte des Mittelalters. XXX. 130 II, 33. Das XXXIIj capitel. In Salczburgensi ecclesia iam a multo tempore religiosy extiterunt episcopi exquibus unus etc. In dem pistumb zw Salczpurg sind langzeit her geistlich pischhoff gewesen, der einer des pischoffs, der nw 5 ist oder seines vorvordern vor im, das mir nicht wol kirnt ist, . . was, ein so die- müttiger und parmhercziger herre das er in der armen, siechen, krancken und auch auszmerckiger lewt hewslein und wonung gewonleich pflag zegeen und die selber haymsücht und in mittailt die werck der parmherczikait. Eines tags er hüb er sich zegeen in der siechen, ausseczigen hewslein, do fand er einen als in bedaücht 10 gar kranchen und klagenden ausseczel an einem pettlem ellendiklich [88'] ligen und sein geprechen ser chlagen. Der pischoff fragt in ob er ichts wolt und wes er begert, des wolt er im zw rat ziechen. Der kranck sprach: 'Herre, ich beger unnsers lieben herren heyligen leichnam vor allen dingen.' Der frumb pischoff eylt snell und pracht das heylig,lieb sacrament zu im und gab den heyligen leich- 15 nam unnsercs heben herren dem selben grawlichen und scheüczlichen gestalt, so er sicher ic/. vor was gestrichen das. 7. or. 8. verlest; lat. : falleriß. 9. Mauroi. lat. nur: nam vir unus et dimidius in eo iacent. 12. Nach mensch ist das Abkürzungszeichen für er = ' gestrichen. 22. lat.: Ulixifbonae. 166 II, 65—11, 66. sy nach den die in ob gelegen waren des streite, und sagten in wie das sy ein grosse streitende schar an unnserm vorstreit gesehen hetten, die alle und ir yeglicher in weisse varb gechlaidet warn, und an ir prüst ein rott chreücz bezaichent, und die selbe weisse schar hett alle der hayden macht und streitman fluchtig gemachet. 5 Auch hetten die selben haidnischen künige grosz volck in auff dem mer mit galeen nach folgent, die zu in in den streitt komen solden sein. Die selben wurden all mit sampt ir galeen von den hymlischen engel scharen also erschrockenleich auff dem mer angefochten, das sy alle wider flüchtikleich umb cherten. Do das die kriesten von den gefangen haiden durch yr tulmätschen verstunden, do 10 danckten und lobten Gott, den allmachtigen, und die heyligen sand Jacob und sand Vincenczen und ander heyligen, die sy also in den nöten des streits angerüfft hetten und in so gnädikleich und hilffleich bey gestanden warn. Das habent mir erberg und wolgeporn edel lewt gesaget, die bey dem selben streit gewesen sind etc. Novicius: Est ne pecatum etc. Ist des icht sünde, ob ein mensch 15 heylgtum bey im trüg und domit gieng zu stülen natürlicher notturfft zu pflegen % Monachus: Pecatum est etc. Sein ist stund, es sey dann, das die selben ein redlich notturfft verspreche. Wannd die lieben heyligen habent chainen graben des gestanckes, der von natur kumppt, in grawett aber ab dem menschen schulde. 20 Das LXVj capitel. ßernhardus monachus etc. Her Wernhart, die zeitt [112 r ] unnsrer münch ainer, der gienge zu einer zeitt über velt, vor dann er sich von der werlt in unsern orden chert, und trüg bey im in ainem secklein an seiner seitten heylg- tumb des gepain sand Johannis und Pauli. Und do er also des wegs gieng, do 25 wurden in pös unkeüschs gedänck pewegen, darinne er ein weil swebt mit lusste. Do würden die vorgenanten heyligen martrer, der gepain er an seiner seitten trüg in einem seckel, solchen seinen unraynen gedäncken widersteen, als in zu er- manen davon zelassen, und stiessen in mit dem selben irem heyligen gepain, das er an der seitten trüg, in sein seytten allenthalben hertikleich und merckleich. 30 Do er des alles nicht achten wolt und für sich den weg gieng, do gelagen im die selben unraynen gedencken und entgiengen im. Und über ein gütte weil darnach wurden sich die selben pösen gelusst des fleischs aber wider an im enzünden und mercklichen pewegen, und so pald ward in das lieb heyltum, das er trüg, aber in die seitten stossen und stecken als mit einem gartt, als ob sy zu im mit der 35 zwelfpoten stymme sprächen: 'Raynig dich und tu dein pös gelüsst und gedanck von dir, wannd du tregst die vässer des herren Gots.' Die vässer des herren sind der heyligen leichnam, darinne Gott hye auff erde, do sy gelebt habent, gewont 3. ge (Zeilenende) chlaidet. 16. lat.: Peccatum est, si gestalltes illas non excusaverit neeessitas. 26. nach do würde noch einmal do wurde; wieder cfestrichen. 32. sy. — lat. : cum iterum titillationes surgerent. 36. Jes. 52, 11. 11, 66-11, 67. 167 hatt. Und darumbe so versagt Abymelech Davids dyenern das heylig prott zegeben und maint sy warn nicht rain vor unkewsch. Darüber so antwurt im David und sprach: 'Ist das du mainest, das wir mit frawen ver unraint sein und uns domit bedenckest, so wissz das in warhait, das wir von dem dritten tag bis her, do wir auszogten, unsere vässer heylig und rain sind vor aller frawen unraini- 5 kait.' Und als mir derselb her Pernhart gesagt hatt, als pald er versteen ward die pein von der stickhelung des heylgtums, do vermayd er und slüg von im die unrainen, [112"] pösen gelusst und gedäncken und nam do bey war das den lieben heyligen wolgevellet die rainikait paide, leibes und gemütes. Novicius: Quid sentis de predicatoribus etc.? Was verstest 10 du von der prediger leben, dy do scaczemrer genant sind, die durch sammung des gelts willen der heyligen gepain in den lannden hin und her füren und darzu gütt samment und die menig des volcks teüschent ? Monachus: Quod sancti ad talium truphas indignentur. Das die heyligen, der gepain und heylgtum sy also umbfürent und darzu predigent 15 und gelt samment, das für unwirde auffnemen als für ein geteüsche, so wil ich dir davon sagen was mir ein münch darinne geöffent und gesagt hat. Das LXVIj capitel. Quando ecclesiam suam monachi iam dicti etc. Do die selben münche ir kirchen erbeyten wolten mit dem gepaw, do bestelten sy zu sammen 20 ettlich lay priester, prediger, die redhafft und gesprächig darzu warn, zesammen hin und her im lannde zu dem gepaw irer kirchen. Sy sanden sy aus mit sand Niclas, des wirdigen heyligen, zannd in ein cristalle gewürckhet. Eines tages do die selben sammer und der sammung bestantler und prediger dasselbe wirdig heylgtum umbfürten und unwirdikleich hanndelten mid sich unerberleich dobey 25 und mit hyelten, do zeprach der selb cristall von einander ze drümern. An benötigung dobey zu versten was, das der selbe wirdige heylig sand Niclasz der selben prediger und samner lesterung und unfür nicht vertragen mocht. Und do sy das selbe zaichen also sahen und vernomen, do fürten sy den selben heyligen sand Niclas zand wider haim den münchen. Die behyelten den als vormals und 30 wolden in darnach nymmer den sammern empfolhen. Ich han den pruch desselben cristallen gese7ien etc. Novicius: Quid est? etc. Was bedewtt es, das ettlich martrer nach irem tod gröszerewunderzaichen denn die andern tun kunt ? Dasselbe icht von der 3. 1. Sam. 21, 5. 11 ff. lat.: qui tantum propter quaestum reliquias sanctorum circumferunt, mul- tosque decipiunt. 18. Das LXVII capitel steht am Rande links. 29. vernomen] o aus e korrigiert. 32. gesellen; lat.: rupturam eiusdem cristalli vidi. 34. dasselbe] d aus i korrigiert. 168 II, 67—11. 68. hohe irer heylikait oder von welchen andern sachen, des wolt [113 r ] ich gern von dir underweiset werden. Monachus: Sicut superius dixi miracula non sunt de sub- stancia meriti. Ich han vormals oben an dem püch gesprochen das soliche 5 wunderzaichen sind nicht sache des verdienens, sunder sy sind zaichen irer heylikait. Ettlich heyligen tünd vil zaichen in irem leben auff erde und rasten davon zetün nach irem tod, ander heyligen tun widerumb hie in irem leben chain zaichen und erscheynent mit vi! zaichen nach irem tod. Das LXVII/ capitel. 10 Beatus Thomas Cantuariensis archiepiscopus qui nostriß tem- poribus etc. Der sälig und heylig sand Thomas, erczbischoff zw Kandelwerck, der bey unnsern zeitten umb seiner kirchen freyhait willen bis in den tod ge- striten hatt, aber er tet chain zaichen, die weil er auff erde lebt und also von seinen veynden geächtet ward, und ist auch von im nach seinem tod von vil 15 maistern genug disputiert worden. Ettlich verdampten in als einen Verräter des englischen reichs, die andern hielten in als einen heyligen martrer, der durch der kirchen recht und freyhait willen gestorben ist. Dieselbe disputierung ist under den maistern zu Parys ettlich zeitt gehandelt worden. Kam magister Rugorus iuravit illum dignum fuisse morte, constanciara eiusdem 20 beati viri iudicans contumaciam etc. Maister Rüger swur darumb er ward des tods wol wirdig gewesen und hett den wol verschuldet, also urtailt er desselben säligen mannes bestendikait für ein widersässikait. Contra magister Petrus cantor etc. Do wider swür maister Peter, der singer, das er ein martrer wirdiger des herren Gots war und sey der umb die recht und frey- 25 hait seiner kirchen den tod gellten hab von seinen feynden. Der selben payder maister frogung und zwaigung der haylant Christus gelöst und entschaiden hatt mit dem das er in darnach mit vil grossen wunderzaichen ge eret hat. Doch ist er darumb den heyligen zwelfpoten und andern martrern nicht fürzeseczen mit heylikait, dar[ü3"]umb das er mer zaichen dann sy getan hatt. Des- 30 gleichen hast du von sand Doman. dem kölennischen erczbischoff, do dem selben nach seinem tod maniger übel nachred und sagten wie er der kirchen verderber und seiner purger zu Kölen ein verplender und peswärer gewesen 4. Nota bene rechts am Rande. 9. LXVIII] LXVIIII. llff. lat. : Beatus vero Thomas . . . qui nostris temporibus . . . dimicavit, nullis miraculis in suis persecutionibus choruscavit. 19. constancia. — lat.: morte, et si non tali, beati viri constantiam iudicans contumaciam. 26. lat. : quaestionem. 30. lat.: de sancto Annonc. 31. nach] a aus o korrigiert. — lat.: Cum . . mtüti detraherent. II, 68—11, 69. 169 war, darmnbe so geschach es, das in Gott zu seiner enthebung, do sein hevliger leichnam erhebt ward, mit grossen wunderzaichen geert hatt. Novicius: Probabile est quod dicis etc. Du sagst an dem pewerlich. Es ist aber noch ein ander dinck. das mich pewegt. wann es geschieht offt, das für der heyligen gepain oder heyltum ander ding gehabt werden, domit denn 5 falsche für wäre ding geeret und gewirdigt werdent. Wes dunckt dich darinn: Ob die selben erer sölicher dinge domit sünden oder verdienen? Monachus:Meo iudicio etc. Nach meiner urtail so dunckt mich das darinn die itnwissenhait soliche schuld enthebe, wann dy gütikait verdienet gnade. Das es war sey, das ist sicher, wannd unser herre Gott tut understunden 10 zaichen durch soliche ding und ere, die sein heyligen angelegt werden mit erung sölicher ding, dy für ir heylgtum gehalten und geeret werden und doch nicht ires heyltums ist, den selben heyligen zu eren und den menschen, die sy eren zu pesserm gelauben. Das LXVIIIj capitel. 15 Miles quidam predictum martirem sanetum Thomam Can- tuariensem etc. Ein ritter was, der den selben sand Thomas mit innikait seines herezen lieb hett und an manigen steten sein aysch und erfarung hett, wie im desselben heyligen etwas seines heyltums werden möcht. Do das ein trugenhaffter priester vernam, in des haws er über nacht zu herwerg was, der 20 sprach zu dem ritter: 'Herre, ich han einen zäum, der des heyligen sand Thomas gewesen ist, mit dem er lang zeitt geriten hatt, den selben zawm han ich in meiner gewalt und han vil zaichen da durch gesehen und empfunden.' Do das der ritter vernam, er gelaubt [114 r ] des trugenhafften priester worten und was fro und gab im umb den selben zawm, der sand Thomans gewesen solt sein und 25 doch nicht was, das gelt, das der priester darumb gefordert hett, und nam von im den selben zawm mit freüden und mit grosser andacht. Aber der allmächtig Gott, dem nichts unmüglich ist zetün, der wolt des ritters glauben mit lone wider gelten seinen marterer zu eren, und Hesse vil zaichen da durch geschechen. Dasselbe ward der ritter wol mereken und solche wunderzaichen auff nemen 80 und liesz ein kirchen von gründe new in desselben heyligen sand Thomans eren pawen und liesz darein des p6sen priesters zawm für sand Thomans heylig- tum legen. Domit habend hye ein ennde die sehunge von den heyligen marterern. Novicius: Qui sint confessores et quare etc.? Welche heyligen 35 die sein, die gehaissen sind peichtiger oder verjeher und warumb sy also gehaissen sein, das sag mir mit nachfolgendem sehungen davon. 4. ist übergeschrieben. 11. vor werden gestrichen sind. 13. eren aus ire korrigiert. 19. wir. 25. zwm. 32. vor priesters gestrichen ritters. 170 n, 70. Das LXX cap^eZ. Monachus: Adordinem confessorum pertinent pontifices abbates. Zu dem orden der heyligen peichtiger, die zu latein confessores genant sind, gehörent pischoff, äppte und ander priester und münche und auch geistlich 5 und andächtig layen, die Christ den herren mit irem leben und münden be- chennent und nachfolgent und an ires plutes vergiessung zu dem den sy sechent und glaubt haben, mit freüden in das ewig leben köment. In der zeitt gemainen ächtung der kristenhait do wurden alle christenlewt, die Christum bechanten und gelaubten, peichtiger gehaissen als bechenner des glauben Christi, die in 10 in glaubten und in allen iren ächtungen und trübsal bechanten, das er der war Gott ist, und voraus die die umb den kristenglauben gemartert und gestorben sind und darnach besunderleich marterer gehaissen und noch sind. Und der nomen der peichtiger ist besundert von der marterern an dem maisten zu den priestern Gots, [114 r ] die an Gots statt die peicht und bechennung der sünden 15 von den lewtten hörent und in püsz darüber seczent, von dem gewalt Gots in darüber geben, zu pinten und ledig zesagen. Novicius: Qui tibi videntur maiores, martires an confessores ? Monachus: Questio hec solvenda est secundum meritorum exigenciam et excellenciam etc. Dise frag ist zu erlosen nach des ver- 20 dienens übertreffen. Wann wie das ist das der orden der heyligen martrer den orden der peichtiger mit wirdikait übertriff et, noch denne sind ettlich peichtiger mit irem verdienen verre über die martrer. Davon hör das ebenpild. Das ist ye war. das das pischof leich orden wirdiger ist dann der äppte orden, noch denne sind ettlich äbppte, die an lob und an eren etlichen pischoffen vor sind und für- 25 treffen*. Novicius: Consencio. Des verhil ich. Monachus: Quanta sit in visionibus beatorum confessorum etc. Wie gros die trostung der heyligen peichtiger sey, domit sy ir lieb- haber und diener in iren erscheynung und sehungen erzaigent, das wil ich dir 30 ein wenig offenbarn. 7. haben] am Ende t gestrichen. 12 ff. lat.: et nomen confessorum specificatum est maxime ad sacordotes domini 13. der] = dem der. 22. Nach martrer jehh der im lat. Text zitierte Hymnenvers: Plus currit in eertamine Confessor iste sustinens, Quam martyr ietum sufferens, Mucrone fundens sanguinem. Nach das gestrichen vbe]. 29. iren ans irer korrigiert. //, 71-11, 72. 171 Das LXXj capitel. Est quidam aput nos etc. Es ist bey uns einconvers, ein man gutes wandeis, der besunderleich den getrewen nothelffer sand Niclas lieb hat. Der selbe conversz, als er mir selber gesagt hatt, stund zu einer hochzeitlichen zeitt bey der metten, und als er in den chor sehend was, do sach er den selben heyligen 5 pischoff sand Niclas darinne sten in pischofleichem ornat angelegten. Des ward er von der selben löblichen sehung so innikleich mit freüden bewegt, das in be- däucht, wie er ob der erde in dem lufft bey zwair schüch hohe swebte. Der selb wol sälig pischoff sand Niclas ist nicht allain der gerechten und volkömer menschew, beseher und helffer, sunder auch der armen, dürftigen menschen und in nöten io bekumerten ein parmhercziger helffer und erlöser. Das LXXIj capitel. [115 r ] Nondum duo anni sunt elapsi etc. Es sind noch nicht zway jar vergangen, das in einem dorffe bey Kölen gelegen, als mir newlich doselb gesagt ward, do ich da für gieng, wie das daselbste ein dieb gefangen was. Ob 15 der schuldig der getat oder unschuldig war, des mochten sy mir nicht gesagen, und der selbe arm mensch zu dem galgen geurtailt und gehangen ward. Als er do in dem stränge hieng, do emphand er chaines smerczen noch laidigung von dem stränge, und als das umb steend volck in dem wänen was er solt nw wol tod und erwürgt sein in dem stricke, do rüfft er von dem strick mit lautier 20 stymm zu in und sprach: 'Ewr arbait, die ir zu meinem tod tut, die ist umb sünst. Ir mügt mich nicht erbürgen, wann mein lieber herre und nothelffer, sand Niclas, ist mir bey geständig, und ich sich in, das er mich auffhaldet, das mir der stranck nicht schaden mag.' Und do sy das hörten und erkantten, do Hessen sy den selben wider herab von dem galgen, dem lieben heyligen sand Niclas 25 zu eren, und hiessen in ledig dannen geen und Gott und sand Niclas irer gnaden dancken. Und allso hüb er sich snell zegeen zu dem heyligen sand Niclas und sagt do allenthalben, do er under wegen hin kom, wie Gott und sand Niclas das zaichen an im getan hetten. Novicius: Audivi ab infanoia etc. Ich han es von jugent bis her 30 gehört, das der heylig sand Niclas alle ander heylig pischove in parmherczigen w-ercken und nöten fürtreffe. Monachus: Tante pietatis est et misericordie. Er ist so grosser gütikait und parmherczikait vol das er auch pöse, sündig lewt offt von dem tod erledigt, als du yeczund gehört hast, und das er auch die gütten und gerechten 35 begert zu sterbeti, die ersten, das sy irs lebens gepessert werden, die andern, 9. menscher. Das r kleiner dazwischen geschrieben; dazu n-Sirich über e (sehe). 26. Niclas] s undeutlich-. 172 II, 72-11, 74. das die in der lieb Gots sterben und die ewigen frewd und rwe emphahen. Wann in warhait die menschen sälig sind, die in Got ver^Il^schaiden etc. Das LXXIIj capitel etc. Adam monachus de Luke, cuius etc. Adam, ein münch von Luke, f> des ich. vormals wol gedacht han, do der dannoch zu schul stund in einer schul eines convents, in Saxenland gelegen, do warn auff dem freithoff doselb vil ziegelstain. Do nam er einen und ward darein etwas graben und entwerffen. Do das sein schulmaister sehend was, der erschreckt in und sprach zu im: 'Leg von dir den ziegelstain, wann du pist in dem panne.' Zu den selben worten war 10 der schüler so hart erschricken das er zehannt in ein kranchait viel, und legt sich nyder sicher und kranoher. Und do er in der selben kranchait nw als zu seinem leczten ennde komen was, do komen im zu gesichtc als vor im steen die zwen heyligen pischove sande Niclas und sand Paterniam, der selben kirchen ein haubtherr, die er wol erchannt in pischofflichen zirden und in grosser chlarheit. 15 Do sprach sand Niclas zu sand Paterniam : 'Wilt du das wir das chint mit uns füren von hynne ?' Er antwurt und sprach zu im: 'Nayn, wann es wirt in einem andern orden sterben.' Und domit verswunden sy vor seinen äugen. An der selben stund chert das chint wider von seiner kranchait und stund auff aus dem siech- pett und sagt seinem schulmaister dasselbe wunderzaichen. Das ward fürbas 20 geoffenbart under dem volck, do lief fen sy in die kirchen doselbs und zugen die gloken, ze lawtten mit dem lobsang: "Te Deum laudamus' etc. Das LXXIIly capi^eZ. In villa que Leglinde vocatur etc. In dem dorff gehaissen Leglinde, bey Chollen nahent gelegen, ist vor disen syben jaren geschehen, das ich 25 sagend wirt. In dem selben dorffe hette ein fraue einen chnaben, der ir des fihz hütt auff der waid zu velde. Der selbe jung chnab hett den heyligen nothelffer sand Niclas so lieb das er im alle tag sein besunder gepet sprach und sein prot, das im zu speis geben was, das gab er auch alle tag halbes [116 r ] einem armen menschen durch Gots und sand Niclas lieb willen. Davon derselb heylig sand 80 Niclas von dem selben chinde ein wol gevallnüsz nam, und eines tags erschain er im auff einem acker, und do er des vychs hütt, in gestalt eines alten, erbergen mannes und sprach zu im: 'Liebes chint, treib dein hert vichs zu haim.' Das 1. Offenb. 11, 13. 5. Vgl. oben S. 35; 40f. 7. Do nam er fehlt; lal.: . . . lirulti lateres essent repositi ad fabricam oratorii, ipse siout puer unum ex eis tulit, et in eo sculpere coepit. 9. war] am Ende d gestriclien. 13. lat. : Paterhianum. 16. vor nayn gestrichen nym. 18. chint fehlt; lat.: puer convalescens surrexit. 22. LXXIII cap. 23. lat. : Leiglinge. 25. fihz korrigiert am filez. II, 74. 173 chind sprach: 'Lieber herre, es ist noch ze frü, das ich haym treib, mein fraw die wurd mich straffen.' Der heylig sprach: Tu, als ich dir gesagt hab und treib das vich zw haim, wannd du wirst noch heynt vor der sunne underganck mit tod abgeen und sterben.' Von der red erschrakt das chint gar hart und sprach: 'Lieber herre, wer seytt ir, das ich euch mocht erchennen ? Das wolt ich gern'. 5 Der heylig sprach: 'Ich pinNicolaus, den du allzeitt anruffest, und dem du dein prott, das dir zu essen geben ist. mit getailt hast. Darumb so pin ich zu dir körnen, das ich deiner dienst und güts getrauens löne. Darumbe so gee haym zu der herberg und berait dich zu dem tode, und haisz dir goczleichnam und die heylikait geben, wannd du nicht lenger geleben magst, du stirbest noch vor 10 undergang der sunnen, als ich vorgesprochen han.' Und domit verswant er vor seinen äugen. Das chint traib sein hert vichs zu haym, do sprach sein fraw: 'Wie pist du so frü her haym körnen mit dem vich?' Er sprach: 'Fraw, grosz nott mich darzu hatt betwungen, wann ich wird noch vor nachtes sterben?' Die fraw sprach: 'Wie ist dir geschechen ? Pist du abiczig worden ? Treib das 15 vich wider auff die waid, dir gewirret nichts, du stirbest noch nicht.' Er chert sich nicht an der frauen wort, er naigt sich in ein pette und sand nach einem priester, der zu im kom. Do den die fraue zu im komen sach do sprach sy zu im: 'Lieber herre, ich furcht das chint hab villeicht etwas erschrockenleiches dings gesehen, als von gespenst des pösen geistes. fragt in was im widergangen 20 sey.' Der priester [116"] hört sein peicht. er sagt im was er auff dem acker gesehen und von sand Niclas gehört hett. Und so er empfieng den heyligen leichnam Christi von seinen henden, darnach an der zeitt, als er gesagt hett, verschied er mit tod aus disem eilend. Nym war an den zwain vorgenanten jungen magst du wol erchennen die grossen gütikait und nothilff des getrewen nothelffer sand 25 Niclas. Er hat den obgenanten schäler aus ratt sand Patermans den tod verzogen zu einem pessern leben zekömen und hat disen knaben von der waid des vychs zu der waid des ewigen lebens gefixrt. Novicius: Quia sanctus Nicolaus etc. Seind das sand Niclas ge- vvöndlicher und mer dann ander heyligen pildung in den kirchen gemalt wirt, 30 wolt ich gerne und grosser begier ein pilde geleich seiner gestalt sehen, da durch mir sein heylige gestalt meinem herczen dester vester eingepildet würd sein, dester mynner zuvergessen. Monachus: Ostendam tibi etc. Ich wil dir weysen ein pilde seiner gestalt in wunderleicher werchperikait gewürcket von einem der in in leben auff 35 erd gesehen hatt und dasselbe pild darnach hat formiret und gemalet. 1. ze« (Zeilenende) frü. 4. erschrakt; a aus ec korrigiert, vgl. S. 172, Z. S. 16. die] ursprünglich stand der do; die ist übergeschrieben. 23. seinen korrigiert aus seiner. henden fehlt. 25. der. 26. lat. : Paterniani consilio distulit spe vitae melioris. 27. vor. 174 II, 75—11, 76. Das LXXV capitel. In Porceto monasterio etc. In dem chloster zu Porteco, pey Ache nahent gelegen, ist in ein tafel einer dawm eilen lanck, daran die pildnvisz des hey- ligen, grossen nothelffer sand Niclas als von dem nabel über sich gemalt ist. 5 Dieselben tafel hat ein heyliger man, genant Gregorius, eines künigs von Kriechen sün, der desselben benanten chlosters erster appt was, doselbs hin pracht von Kriechen. Und sprechent ettlich es sey das pild, das Barbaras der hayden zu einer hütt auff sein zollstat saczt, da durch er zum leczsten zu kristemleichen gelauben bekert ward. Durch dasselbe pild sind auch vil zaichen geschehen und 10 aller maist an swangern frawen. Wannd zu einer zeitt do dasselbe heylig pild zu einer erbergen, swangern frauen getragen und gegen ir über an ein want ge- henckt ward, und do die zeit kom, das das kindlein [117'] von der selben frauen komen solt, do wendet sich dasselbe pild und chert sich umb von der perenden frauen an die abichen seitten, allermänikleich do gegenbürtig zu gesichte. 15 Desselben pildes antlicz ist ein langer anplick, mager und eingefallen, einer ernstleichen und wirdigen gestalt, ob der styrn chal und glaczig, sein har und part sneweis und gra. Es ist nicht lanck das die mimch desselben chlosters mit sambtt dem obgenanten heyligen pilde underwunden und das besassen und noch be- siczent. 20 Novicius: Satis nie edificat. Es chumpt mir zu gutem ebenpild die gütikait und diemüttikait des obgenanten heyligen pischoffs sand Niclasz, der sich vor her gerümt hatt wie er von dem genanten vich hertten mit prot gespeiset sey. Monachus: Ey wer ist grosser dann Christus der haylant, der an 25 dem jüngsten gericht siezen und sprechen wirt zu den gerechten: 'Ich was hungerig, ir habt mich gespeiset.' Und wie wol gevellig Cristo dem herren und seinen heyligen sey das almüsen geben, das armen lewtten umb iren willen geben wirt, und wie es in in nöten, so sy mynst getrauen, zu statten und zu hilffe kumppt, das wirst du an den hernach geschriben ebenpilden wol vernemen aigentlichen. 30 Das LXXVj capitel. Magister Johannes decanus Aquensis etc. Maister Johanns ein techant zu Aquey do derselbe dannoch ein junger schüler in der schul was, do ward er eines tags so swärleich mit kranchait niderfallen zu pette das er sich 1. Die Kapitelüberschrift fehlt; das Kapitel ist aber mitgezählt. 8. lat.: tabula oubitalis est. 13. den. 14. gegenbürtig; b aus o korrigiert. 17. lat.: Nuper vero mrnachis cedentibus sanctimoniales ordinis nostri cum tabula locum roeeperunt. 20. nach gutem gestrichen willen. 24. Monachus fehlt. 25. Matth. 25, 35. 30. Das LXXVI capitel steht am Rande rechts. II, 76. 175 peicht und mit goczleichnam beruchen liesz, und das er sich nicht anders vermach dann Sterbens. Und do im die selbe materi der kranchait in das hirn gezuckt was und allein an dem pette lag, do ward er enzucket und sach zu im eingeen unerkant lewtte, die trügen ein wag mit zwain wag schusseln in im handen, und darauf f an einem tail der wag lagen kureze, gefyertehölczer, das alles saezten 5 s y für den kranchen jungen. Und do sy also an einer seitten des pettes stünden, do sach er aber ein geen drey edel, grosz, heylig manne, sandMartein, sand Got- harden, die pischofe, und den heyligen appt [117 1 '] sand Bernhart. Dieselben drey umbstunden den selben kranchen schüler auff dem andern tail des pettes. Im der selben angesicht ward der selbe junge auff einen tail der wag geleget, 10 und gegen im wurden auff den andern tail der wag die hölezer gelegt zu wider wegen. Do über wagen die hölezer den kranchen jungen und flügen für. Do namen die benanten drey heyligen ein chlaines, armes chindlein und legten im das in sein schösse auff die wag seines tails, do überwüg er den andern tail der hölezer, das der snell in die hoch Überwegen wilden. Und so zehant, als mir 15 derselb Johannes das fürkömen und sehung selber gesagt hatt, do graiff er zu der eher, das zu latein crisis haisset, und ward grösleich swiezen, und domit so ward er gancz gesundt. Novicius: Scolaris huius. Was desselben kranchen schüler vvegung und des armen kindleins in sein schos>z legung auff der wag bedewtt. ist mir gar 20 unwissen. Monachus: Puer idem valde pauper fuerat etc. Dasselbe kindlein, das dem kranchen schüler auff die wag und in sein schösse gelegt ward, das was gar ein armes, eilendes chindlein und meniklich versmächt gewesen, darüber er- parmt sich der vorgenant schüler Johannes, das er im stätikleich das prot gab und 25 seiner mütter empfalh. Die haidenischen lewtt, die in auff die wag legten auff einen tail, und die gefyerten holezer enkegen auff den andern tail, in zw widerlegen, legten, ist mein wänung es sein tewfel gewesen, die sich allzeitt fügen zu den kranchen, siechen lewtten an ireni ende und doselbs im vortail zu der sele suchen. Die holezer gefiert oder vierekkig, auff der selben wag wider den schüler 30 auffgelegt, bedewttet sein sünde, die wider sein werck gewegen würden, und waren gegen seinen gütten wereken zw swär und überwegig. Darumb so körnen im die vorgenanten drey heyligen, die er angerüfft und in gedient und almüsen durch iren willen geben hett, mit dem allmüsen desselben kindleins auff die wag gelegt zu statten, das sein tail auff der wag fürslüeg [H8 r ] und gar überwag den 35 widertail seiner sünden, domit im ward geholffen. Das auch das leben eines menschen mit almusen geben dem tod enzogen werd, des hast du ein ebenpild in sand Johannsen leben von Petro, dem zolner, in gleicher weis und gleicher sehung. Es ward auch dem chünig Nabucodonosor, 27. andern] a über t korrigiert. 27—28. zwischen wider und begen ein g gestrichen. 36. im ward im. 39. Dan. 4, 7 ff. 176 II , 76—11, 77. do er in für komen und geistlichen sehungen als in eines pawmes gestalt sich sach von dem engel werden nyder gehawen, do ryet im der prophet Daniel das er dasselbe mit almüsen geben gen Got dem herren abtrüg. Aber doselbs waren die sünde desselben künigs vil swerer und ubertrefflicher denn sein gütt werck, 5 darumb so ward er in derselben nacht getött etc. Novicius: Placet quod dicis etc. Es gevellet mir wol was du also sagest. Monachus: Tres prefati pontificis. Die vorgenanten drey heyligen die geben mir zegedencken dreyer ander heyligen pischoffe sehunge, wol wirdik- 10 leich zu gedencken. Das LXXVIj capitel. Bone memorie etc. Her Gerhart gutter gedachtnüsz, ein appt zu Clarevalle, der bey unnsern zeitten gelebt hatt, do der selb zu einen zeitten etlich 15 chloster visitieren und beschawen wolt in irer geistüchen Ordnung und kom in sand Mathie chloster und ward doselb von den münchen beherberget, desselben nachtes, do er sein metten gepett hett, gieng er allain in die grüfft zu den grebern der heyligen dreyer pischoffe Valery, Euchary atque Materni, die zu Trier die ersten drey pischove gewesen sind und zwelfpoten unnsers lannde, und sprach 20 do selbs mit andacht sein gepete. Doch was das sein gröszte begir, darumb er sy anrüfft, das sy im offenbaren wolten, ob im nüczer zu seiner seel hayl war bey seiner abptey zu beleiben sein lebtag oder die selben auff geben. Im erschynen die selben drey heylig bischoffe in grosser chlarhait und sprachen zu im: 'Prüder, umb chainerlay sache willen solt du dein abptey auffgeben, wann du kümest 25 in kurczer zeitt zw uns mit der marter palmen.' Domit verswunden sy vor seinen äugen. Des morgens frü do er dannen [118 v ] seines weges verrer ziehen wolt, do kom zu im der probst zu sand Symean und was in diemüttikleich pittend, das er an seiner widerfart bey im zu herberg benachten wolt, das gelob er im zetün. Do nw der selb abptte sein visitacen und besehung der chloster seines 30 ordens volbracht hett und widerumb zu haim chert und gen Tryer kom, do hett in ser gerawen das geloben, das er dem vorgenanten probst zu im zekomen gelobt hett, do wolt er aber sein gepett in der obgenanten grufft und begrebnüssen der vor genanten dreyer heyligen pischoven umb Offenbarung pitten. Novicius: Que fuerunt illa etc? Was offenwarunge sohlen sy im tun 1 35 Monachus: Ubi anima sancti Materni fuisset etc. Wo sand Matern sele in den dreissig tagen, als er begraben was, gewesen sey. Der vorgenant abppt gedacht der gelüb, die er in des benanten probsts haws getan hett 15. visitieren] visitiertn. 20. es. 36. den] am Ende noch ein Abstrich gestrichen. 11, 77—11, 78. 177 zu konien, und er hüb sich indesselben probsts havvs ze reitten. Und als er bestellet hette, do er an der selben nacht zu metten zeitt auff stund und sein metten sprechen was, nam er zu im seinen pärting und gieng in sand Euchary kirchen in die grufft zu petten, als er vormals gethan hett. Do erschynen im aber die vor gesehen drey heyligen pischoffe, do sprach zu im der heylig pischoff Eucha- r> rius: 'Ich wais die sach, darumb du komen pist. Nym war, hye ist Maternus, frag in.' Das tet er und fragt in. Sand Matern antburt im und sprach: 'Mein sei die ist nach meinem verschaiden die dreyssig tag in dem paradeys gewesen, und sy wesste wol. das sy wider zu irm leichnam körnen solt, darumb so mocht sy irn beraitten Ion in den ewigen freüden diezeit nicht gehaben. Darumbe so 10 beleih in deinem amppt, wann du wirst mit der marter palmen schier zu uns komen.' Das geschach auch also, wannd er ward von einem pösen menschen haynüich von des ordens wegen ermordet. Auch sprach der selb heylig zu im: Diezeit und ich die dreissig tag in dem paradeis was, dieselben zeitt geschach nichts so chlain noch so gros, ich säch es alles, [119 r ] als ob ich dobey war gewesen 15 m der werlde.' Nym war, wie gros ist die macht eines gerechten menschen sele. ^'on dem leib geschiden hat er so grosse ding in dem irdischen paradeys gesehen. ^Vas wanst du, das er denn in dem hymel mit beschawung Gots amplick sehen werd ? Novicius: Non ambigo etc. Ich zweifei nicht daran, er wisz und sehe 20 und höre alle ding in hymel und in erden. Seind der heylig Benedictus, do er dannoch auff erde in totlichem leibe lebt von verdienens wegen einer sele, die er in die hymel varen sach, das er auch domit alle werlt in einem sunnenstram sten sach und vor seinen äugen gesammet, so ist auch nicht wunder, ob ein sele, die Gots amplick beschawet, auch alle dinge gesehen mag. 25 Monachus: Bene sentis etc. Du hast es recht vor dir. Und domit ■sey hye ein ennde von den sehungen der heyligen peichtiger oder confessoren. Ich wil dir aber nw sagen ettlich sehung von etlichen heyligen junckfrawen, doch wil ich dioh voran berichten was die ordenung des junckfräwleichen wesens sey. 30 Das LXXVlIj capitel. Tanta est gloria virginalis etc. Die junckfräwleich ere und wirde ist so gros etc. das die der engel eer und wird geleichet wirt, wannd die junck- frawn, die ir kewsch und rainikait behaltent, die werdent als die engel vor Gots 3. Sprech. 7. dat. 0. vor solt gestrichen wollt. 15. war gewesen w e r. 17. gesohaiden, aber a gestrichen. 23. in 2 ] jn ans en korrigiert. 33. Matth. 22, 30. 34. als übergeschrieben. ■DouUeha Tute des Mittelalters. XXX. ] ■_< 178 II, 78. amplick und volgent stätikleich nach den füszstapphen des unschuldigen lambes mit payden irn füessen, das ist mit enthaldung irer kewsch an leib und an gemüt. Novicius: Ergo virgines coniugatis etc. Darumbe so sind die junckfrawen grösser und wirdiger vor den äugen Gots dann die eefrawen und 5 witiben sind, die sich kewschleich halden ? Monachus: Sy sind grösser vil. wenn du ein leben und wesen zu den andern gleichen tust, wann ye der junckfrawlich orden über den eelichen ge- wirdigt ist. Doch sind etwann ettlich eefrawen und witiben [119 v ] in irem orden vil grössers verdienens dann die ettlich junckfrawn sind. Wannd das verdienen 10 leit nicht an der enthaldung der kewsch, das nicht ein tugent ist, wann die un- gelaubigen menschen, als Juden, hayden etc., auch understunden irer enthaldung pflegen, und empfahen doch davon chainen Ion von Gott, und darumb so ligt daran nicht das verdienen, sunder es liget an der liebe. Und darumb wo ist einer der getürre, ettliche junckfrawen, die ye gar gros heylig sein, den heyligen pro- 15 pheten und patriarchen und ettlichen zwelfpoten, dy vil nach alle eeleichs lebens gewesen sind, in dy junckfrawn fürseczen ? Novicius: Quid ergo est sancti etc. Was macht aber das, das die heyligen so gros achtent und schäczen die junckfrawnsckaft 1 Monachus: Ut ostendant etc. Das sy erzaigen, wie gros gevellig 20 Gott sey die junckfrawnschafft und kewscheit, die an den junckfrawen genant ist ein enthaltung der junckfrawlichen kewschen, in den eefrauen gehayssen ein eeliche schamikait, in den witiben ein witibleich enthaldung der kewsch. Und da von wirt gesprochen in den ewangelio von dem samen, der von des säenden hande in das gut erdreich vellet. einer pringet dreissigfaltige 25 frucht. Der erste same bedewt die eelichen lewtte, der ander same die witiben und ander enthalden frawen, der dritte same stet zu den junckfrawen, und chomppt doch offt das in dem dreissigfaltigen samen mer lönes stett dann in dem hunderfeltigen samen, und das chumpt von der grösz der liebe. Und darumb so hatt die heylig römisch kirch die heyligen frauen Mariam Magdalenam in der 30 letaney, do man in der vassten die heyligen mit benennen anrüffet, den junck- frauen fürgeseczt, das sy icht von ires valles wegen den selben heyligen junck- frauen nyderer dann sy gesehen werde. Doch wisse, das pesser ist das enthalden leben dann das eleich leben, wann unser haylant Cristus, der der \120 r ] aller weisist mensch, der ye geporn ward, gewesen ist, hatt erweit die junckfräulichen 35 kewschait. 1. Offcnb. 14, 4. 5. halden sind. 9. die übergeschrieben. 11. jn den. 15. lal.: qui coniugati erant, pene omnes. 24. vor säenden gestrichen saehenden. II, 78-11, 81. 17 9 Auch wie gar frolockleich die sehung der junckfrawn sein, das wil ich dir offenbaren. Das LXXVIIIj capitel. Venerabilis etc. Der erwirdig herre pischoff Theodoricus, des ich vor gedacht hab, do derselb zu einer zeitt pflag chlosterfrawn zu gesegenn und zu 5 wei7ien, do sach der münch einer sand Mariam Magdalenam pey der schar der witiben steen und sach auch sand Margareten bey der schar der junckfrawen sten. Die giengen under den steenden hin und her, und die zu dem pischoff gerufft wurden, die antwurtent sy dem pischoff und laittend im die zu und legten in yr weil auff ir haubte und dienten in mit fleisse. Der selben geistlichen sehung 10 was derselb münch wol wirdig, wann er geistlicher, wol werder man was. Das LXXX capitel. In Vilario domo ordinis nostri etc. In dem chloster Vilario, das unnsers ordens ist, was ein münch des nomen Arnoldus, eines loblichen lebens, der grosz lieb hett zu der zucht des ordens. Do derselbe von übrigen vassten 15 und auffhaltung von essen und chosste seinen magen so ser erchelt hett, das er chawm ettleich chlain speise empfieng, die er doch an meisten wider von im warff, do kom er zu einer zeitt in einen sölichen geprechen das er sich zu pette legen müsst und sich versach zu sterben. Des nachtes im die heylig fraw Maria Magdalena sichtikleich erschain, und als er diezeitt mit p losser prüst und unbedechtem 20 Ziagen krancher lag, do legt im die heylig fraw ir hant auff seinen magen und straich die darüber. So zehant von berürung der selben heyligen hannt ward er von allem geprechen gesunt und gieng des morgens gesunter in den chor zu seinen brüdern on alle geprechen. Darab die brüder alle grosz wunder nam, wie er von sölicher grosser kranchait erledigt wäre. 25 Das LXXXI capitel. Recordor nunc dominice Gerdrudis, abbatisse de etc. Nw gedenck ich frawen Gerdrawten, der abptissinn zu Hovene, die genüg wunderleich durch ein se»[i2ö"]hung einer heyligen junckfrawen, die sy sähe, gesunt ward von grosser kranchait, als sy selber mir gesagt hatt. Wann als die selbe bey 30 einem halben jar grosz leyden und smerczen an irn äugen gehabt hett, do ward sy an rüffen die heyligen junckfrawen sand Linthilden, dye do selbs in dem gots- 6. weilen; lat. : consecraret. am Rande rechts: Nota bene. 10. lat,: Coronas et velamina eomponobant. 12. steht am Rande rechts. 20. erschain] a aus e korrigiert. 29—30. ward von ist über werden korrigiert. 12* 180 II, 81—11, SU. haws und in dein lannde gar ein namhaffte, heylige junckfraw gehalden ist, und sy hoffte das sy mit irer hilffe und durch yr verdienen den gesunt irer äugen gewynnen solde. Eines morgens frü, als sy an irm pette als vil nache plint lag und doch wachte, do sach sy vor ir steen die benanten heyligen junckfrawen 5 Lynthilden in einem sneweissen gewant, die nam ires weissen gewants und wischet ir die kranchen, swirigen und flüssigen äugen. So zehant ward sy chlar- leich sehen, und als pald sy vor irn äugen verswant, do verswant ir auch aller irer äugen smercz und geprechen. Das LXXXIj capitel. 10 In eiusdem virginis. In der selben heyligen junckfrawen Lynthilden kirchen und auff irem allter was ein ziorleich pilde der lobsamen junckfrawen und marterinn Katherine, von holcze gar zierleich volbracht und gefasset. Eines tags kom für dasselbe pilde mit gepett ein ersame frawe, genant Alhayt, mit samppt irer nachgeerinn, einer diern, und was die selbe frawe hern Wyrichs. 15 eines ritters von Girczeve, hawsfrawe. Do was dasselbe pilde villeicht unver- dachtleich von ettwem also verruckt und gesaczt worden das es seinen amplick als gegen der want vil nachent gar gestellet hett. Und als die selbe ersame frawe mit samppt irer dienerinn und den andern frawen, die auch dobey waren, ir gepet und anrüffung zu dem pilde teten, do ward sich dasselbe pilde sitleich und 80 gar gemach her umb von der wand zu in wenden. Do das die dienerinn des ritters frawen erplickt. do ward sy lawt schreyen zu irer frawen und sprach: 'Secht, fraw, und schawet, wie sich das pild mit seinem antlicz von der want zw uns gemachtsam umbreydet.' Ir frawe sprach: 'Ja, ich sich [222'] es wol. Und sahen auch dasselbe die andern frauen alle, die doselbs gegenwärtig warn. Und des ist 25 chawm ein jar vergangen, das dasselbe wunderzaichen geschehen ist. Novicius: Quia huius sacratissime virginis Katherine ossa oleum stillare non cessawt etc. Seind das ist das der selben heyligen junck- frauen und Katherein gepain noch hewt die zeitt nicht auff höret zetrieffen mit dem 61 der salikait und hailwärtikait, so ist auch sicher das ein zaichen von Gott, 30 das sy dobey sol gar süsse, gütig und parmherczig sein gen allen den dy sy an rüffen in nöten. Monachus: Virtutum eius iudicium est etc. Das ist der selben heyligen junckfrawn scheinper zaichen ir gute und kreffte, das trieffend und fliessend 61 aus irem heyligen gepaine. 4. vor sach gestrichen sy. 9. steht am Bande links. 25. ge (Zeilenende) schehen. 26. osso. 27. nocessat. 30. sol gar] zuerst, war so gar geschrieben, dann wurde noch das 1 angefügt, so daß die beiden Worte zusammengeschrieben erscheinen. II, 83-11, 84. 181 Das LXXXIIj capitel. Retulit nobis dominus Hainricus etc. Uns hat gesagt her Hainreich, appte des chlosters zu Senenn, das zu einer zeitt geschach, do er uns von einem gepain der selben sand Kathrein ein stücklein geben und mittailen wolt in unser goczhaws. Und als er das atücklein herab prach, do sprang heraws ein trophe 5 Öles sichtikleich, das er chawm mit der haut empfieng, das es nicht auff die erde kom gesprungen. Was sol ich aber von ainem trophen ires heyligen oles sagen, seind doch ir heyliges grab, als ich von den gehört han, die newlich dannen komen sind, vol öles swymme ? Die selben sagten mir auch wie das sy gesehen hetten ir heyliges hawppt mit sampt irem har in dem grab auff dem öl swymmen. Des- 10 selben heyligen Öles in die munche. geprüder derselben kirchen, yr wie mange glesein und ander vasselein gaben, die sy mit in her zu lannde prachten, und das mit uns und andern goczhäwsern tauten durch unnszeres gepets willen. Novicius: Vellem nunc aliquas de nostris virginibus sanctis undecim milibus etc. Ich wil auch nw gern ettwas hören sagen von den se- 15 hungen unser heyligen junckfrawen, der aynleftausent mayd Ursele und irer geselschafft, das mocht uns dester pas sy zeeren und in zedienen pewegen. Monachus: Referantur quedam [121"]. Ich wil dir etlich ding davon sagen, das allen den die ires heyltum habent, ein forcht pringen sol, ob sy zu eren und zu wirdigen sehung warn, die aber sy erent, das die selben grossen trost 20 und Ion davon von Gott empfahen. Das LXXXIIIj c&ipitel. In Folcoldes rode etc. In dem chloster unnsers ordens Folcoldes genennet, in Düiingen gelegen, was ein abpte, der vor churezen jaren gestorben ist, und der der heyligen gepain und ir heyltum mit andacht und wirdikait eret, 35 und darumb so wolt im der herre Gott ein söliche sehung davon offenbarn. Eines nachtes ward er in dem slaffe aus seinem chloster gen Chölen in die statt ge- dencken, wie er doselbs war in der kirchen der aynleftausent mayde. Do ward im geoffenwart wie das der selben junckfrawn zwo auswendig der selben kirchen 1. Nur das Das der Überschrift steht auf der Zeile, die beiden anderen Worte ragen über die Zeile auf den Band hinaus und zwar steht capitel unter LXXXIII in der Höhe der folgenden Zeile. 3. lal.: Abbas de Scimenu. 11. yr wie mange ir; lat. : De quo cum a monachis loci diversa vascula sacri Hquoris reciperent. Vielleicht derselben yr [der heiligen Katherina] kirchen, wie mange glesein. Brd. 22. Das LXXXIIII cap.] steht am Rande links. — Es entspricht Kap. LXXXV1 des Inhaltsverzeichnisses, dessen Kap. LXXXV zunächst übersprungen ist, dann aber als Kap. LXXXV II folgt. Von LXXXIIII bis LXXX VII bleibt also die Zählung des Textes «m zwei Kapitel zurück. 28. w&n. 29. zwo] o ist nachträglich angefügt, so daß iviomit dem folgenden Wort zusammengeschrieben erscheint. 182 //, 8t. und chlosters mauren pey einer andern maur nahent begraben lägen, den lewtten gar verporgen. Und als er aus dem slaffe erwachte und nach dem fürkomen also gedacht, do hüb er sich ze stunden auff den weg gen Kollen, und als er do hin kom, do erkant er aus warem zaichen wol die stat, do hyn im getrawmt was, 5 do die zwen junckfrawlich leichnam solden begraben ligen. Und er hüb sich zegeen zu der abtessinn desselben chlosters und sagt ir davon, wie im das also in slaff weys und in trawmen fürkomen war, das an der selben stat, do hin im getrawmt hctt, zwen heylig junckfrawen leichnam aus der schar der aynleftausent mayde begraben lagen, und das sy im irn willen und gunst geben wolt, dieselben 10 heyligon leichnam zesüchen. Das was sein andächtig, fleissig gepett, und er ward des von der selben frawen abptessinn geweret,' und die im das erlaubet. Im ward gezaiget einer, genant Ulreich, dem gewonhait was, das er solicher heyligen leichnam ausgrub und darzu wol chunde. Er ward von der selben abptessinn geringet umb einen benanten Ion, die selben leichnam zesüchen und ausgraben. Und 15 als er darzu graben ward, do kom er auff zwen sarch, der ain sarch was offen, der ander was bedecket. Do sach er in dem offen sarch auff dem heyligen gepain \122 r ] ein gar schönen champpf ligen, er beger des und nam in zu im in seinen püsem haimleich. Derselbe champ oder sträler irret in an seiner arbait des grabens, wann er hett in in einen hantschüch gestossen und domit in den püsem, 20 und darumb so nam er in mit sampt dem hantschüch wider aus dem püsem und legt in auff ein ort des grabes. Dar zu so kom ein chlosterfraw gegangen, dy hett den kamp ersehen, der geviel ir aus der masse wol. Sy tet doch nicht des gleiche denn das sy in zu ir pracht und in von dannen mit ir trüg, das er sein nicht gewar ward, do darnach die selben zwen heyligen leichnam also aus gegraben und wir- 25 dikleich und löbleich in einen schrein beslossen und von dem abpte danne gefürt wurden in des abptes hoffe doselbs. Und als er morgens frw willen hett domit gen haim in sein chloster zefaren, do ersehynen im die selben zwo junckfrawn desselben nachtes in junckfrewleichem, zirleichem chlayde und sprachen zu im: 'Wir mügen mit dir nicht gefaren.' Der appt sprach: 'Warumbe, ir heyligen 30 junckfrawen ?' Die aine antwurt und sprach: 'Dar umbe das ich meinen champ verloren han, den mir mein mütter geben hatt, do ich von ir von dem land sehyede.' Der appt sprach: 'Heylige mein junckfraw, wer hatt den selben ewren champp V Sy antwurt also: 'Do der Ulreich mein grab auff tett und den selben champp ersach, do stiesz er in in seinen hantschüch und schob in in seinen püsem, 36 darnach nam er in wider aus seinem püsem und legt in auff ein ort des grabs. In der zeitt kom ein chlosterfraw mit namen genant Pricleruna, die stal im den selben kampp und hatt in noch. 'Der appt hüb sich morgens frü und kom zu der abptissinne, zu der er sprach: 'Frawe, wie ist der man genant der mir die heyligen 19. nach püsem noch einmal, gestrichen: haimleich der selbe champ. 22ff. lat. : tarn curialitate quam sanetitate pectinis delectata, secrete tulit et abiit. 38. der (2.) ist zweimal geschrieben. II, 84. L83 zwen leichnam der junckfrawn ausgegraben hatt?' Sy sprach: 'Er haisset Ul- reich.' Der appt sprach aber: 'Ersame, wirdige frawe, ist yndert hye ein frawe des namen Frideruna V Sy sprach: 'Ja.' Der appt sprach: 'Ich pitt euch durch Gott ir wellet die genenten paide für euch vordem.' Das geschach allso. Der appt sprach zu im: 'Sag mir, Ulreich, do du die heyligen leichnam [122°] hast 5 ausgraben, do hast du einen champ do bey funden, die du in einen hantschüch und domit in deinen püsem hast geschoben, wo ist der selb hin körnen V Ulreich sprach- 'Herre, ir habt war.' Domit chert er sich gegen der chlosterfrauen Fn- deruno und sprach zw ir: 'Frawe, den selben champp habt ir mir genomen.' Die fraw bechant im des. Der appt sprach zu ir: 'Ich pitt euch durch Gott, gebt 10 mir wider den champp, wann die weil ich des nicht hau, so wellent die heyligen junckfrawn nicht mit mir haim komen zu meinem chloster.' Die chlosterfrawe Pracht snelle den selben champp und gab im dem appt. Do er den zu den heyligen in den schrein legt, do Hessen sich die selben heyligen junckfrawn stat füren bis zu dem chloster. Do wurden sy mit grossen eren und lobsang empfangen 15 und an ein erberge statt geseczt, do sy wirdikleich geeret und gehalten wurden die zeitt und der selb apte lebt, dem sy sich also in slaff geoffenbart hetten. Zu der zeitt der zwayung und krieg, die do warn zwischen herren Otten und herren Philippen, zwain erweiten römischen künigen, do warn grosz kneg und prannt in dem lannde zu Düringen, und von sölicher kriege wegen wurden die selben 20 zwen heyligen junckfrawn leibe mit sampt dem andern heyltum desselben chloster und mit den ornaten an ein ander haimlich statt auff ein gewelb geseczet. Darnach do die lande gefridet wurden, do warden die benanten stuck alle an ir allte statt gesaczt, ausgenomen der vorgenanten zwair heyligen junckfraw leichnam, derselben ward vergessen, das sy in dem gewelbe beliben warn. Und geschach das 25 sy an irn sarch, darinne sy lagen, zw zwain malen graüleich und forchtsamleich chloppften, das es von mengerm gehört ward. Auch erschynen sy zwir dem guster des sagrer und sagten im wie sy von der selben stat danne weichen und beleiben vollen, also versmächt und ungeeret. Do dasselbe mit dem chlopphen und auch mit irer erscheynung und offenwarung nicht geacht noch understanden ward, do erschynen sy an einem heyligen tag under der metten in dem chor vor der pnester stül in wirdiklichen chlaidern und naigten sich zum ersten gegen den obern alltar W] und darnach gegen dem appt und den priestern allen und giengen domit von durch ein tür, nahen gelegen do bey, die allzeit wolgesperret und auch die selb zeitt gesperret was, in allen zugesicht da durch, als ob die selbe tut offen und 8, nicht versperret war. Und wie doch dieselben heyl igen junckfrauen doselbs von 3. vor ich gestrichen ja. 7. einen. 19. vor krieg ein gestrichenes g. ,,,.., j 28. lat.: Bis etiam sacristae in somnis apparuerunt. und beleihen] und von derselben Statt (fern) bleiben? Brd. 29. wol; lat. : quod recedere vellent de loco in quo ita haberentur contemptm. 184 H, 84—11, SS. dem appt und von den prüdem allen gesehen wurden, noch denne gedacht im ir yeglicher besunder er hett sy allain und chain andrer mer gesehen. Do darnach dy metten volbracht ward, do pat der brüder einer den appt mit im an ein haimleioh ennde zegeen. Er gieng mit im allain. Derselb münch sagt do dem selben seinem 5 appt wie das er aus der massen schöner und löbleicher junckfrawen zwo in dem chor under metten zeitt gesehen hette, und do im der appte antwurt und sprach: 'Ich han auch dieselben zwo junckfrauen gesehen,' do komen auch ander mer derselben münche und sagten des gleichen dem appt. Der antwurt in auch, als er dem ersten geantwurt hett. Do derselbe abpt nw erfarn hett, das die selben 10 heyligen junckfrauen den prüdem allen also sichtikleich erschynen warn, do ward er sy alle für sich zu capitel vordem und sy fragen, ainen nach dem andern, wes in deucht, und was sölich scheynung bedewtten möchte. Und do ir mengerr yr manigvaltig maynung darumb sagten, do sprach einer aus in für die andern alle, villeicht, als ich wän, von Gottes eingeben: 'Ich wän es sein die zwo heyligen 15 junckfrauen, die uns von Köllen her pracht wurden, und die lange zeitt auff dem gewelbe verseümleich und unwirdikleich verhalten sind.' Also zehant giengen sy mit einander zu dem schrein oder sarch, darinne sy gelegen warn. Do sy den auff slussen, do was nichts darinne, und warn der vorgenanten heyligen junckfrawen leichnam von danne geschiden. Darab sy ser erschrackten und schickten 20 den appt darumb gen Chölen zu erfarn, ob sy doselbshin an ir allte statt körnen warn, das er dann die selben hin wider zu irm chloster prächt. Do der apt gen Kölen kam und der aptissinn und irem conventt die sach und Offenbarung also fürlegte, und das die selben [123'] heyligen junckfrawn wider an irer alten leger- statt gefunden wurden, und sy der appt mit grossem fleysse gepeten hett im die 25 selben heyligen leichnam wider zegeben und erlauben wider in sein chloster ze- füren, do antwurt im der convent und sprachen: 'Willekomen und vil wol komen süllen uns sein unnser aller liebsten, heyligen junckfrawen, die allso wider zu uns körnen sind. Ja sicherleich, seind sy allso wider zw uns körnen sind und bey uns maynend zu beleiben, so geben wir euch noch nyemant ander die selben 30 heyligen leichnam, wir wellen sy uns behalten.' Doch ward dem appt einer andern heyligen junckfrawn hawbt gegeben, das fürt er trauriger mit im zu hayme. Ich wan auch das die obgenant junckfraw Friderarmynn[!] noch hewtt leb. Es ist yr chaine in dem selben chloster, yr sey dise fröleich und löbleich Offenbarung wol chunt etc, 35 Das LXXXV capitel. Sunt aput nos de eodem sacro collegio due sacre virgines etc. Es sind bey uns auch von der selben heyligen geselschafft oder sammung der vorgenanten aynliftausent mayde noch zwo heylig junckfrawen, die auch durch 32. die die. lat.: Adhuc puto eandem Friderunam vivere. — vor he^nv gestrichen leb. 35. capitel etc. //, 85. 185 ir selbs Offenbarung bey uns erfunden sind, also geoffenbart worden. Do die fraw Eufemia abptissinn, die in kurczen jarn gestorben ist, dannoch in der schul zu lernung ein junge tochter was, do erschynen yr zwo junckfrawen in irem slaff, die klagten ir wie das sy an dem leczten tail und ennde ires slaffhaws, das an der keller stiessz, unwirdikleich und langzeit do begraben warn. Die selbe Eufemia 5 nam ir die selbe Offenbarung nicht zu herczen an der selben zeit, als sy dann junge tochter in der schul was, und liesz das irem synne als einem gemainen trawme und sagt nyemant davon. Darnach do sy zu irm allter und irer jar ver- nunfft kom, do erschynen yr zum andern mal dieselben heyligen zwo junckfrawen an der vorgenanten statt in gestalt und forme zwair unmässiger schöner 10 junckfrawen und namen sy bey irer gürtel und sprachen: 'Von der statt, daran wir yecz unwirdikleich ligen, müg wir an dein hilff nicht erhebt werden. Do gedacht sy an die ersten erscheynung und [124'] spiach zu der aynen, die sy die pessertz oder die fürtreffigen verstund, mit sölicher frag: 'Wie pist du mit deinem namen genennet V Die selb antwurt ir: 'Ich pin genant Anastasya.' Und von 15 der selben zeit nam sich die selb Eufemia mit fleysz und mit ernst zu arbaiten mit irem convent und in ze raten wie das sy den selben iren keller erlengen solten als verre ir slaffhaws daran weret zu ennde, auff das vertröst sy den selben con- ventt sy wurden do zwischen on zweivel zwayer heyligen junckfrawn leichnam begraben fynden, die ir zw zwayn malen erschynen warn. Und darzu wolt sy 20 den arbaytern über iren verdingten Ion ein benant süm gelts geben. Der convent gab darzu gunst und verhengnusz. Und als mir brüder Rymbod, ein pärtmg unnsers chlosters, dem dasselb gepew des chelers empfolhen was, gesagt hatt, do die erde an der selben statt ausgeworfen was allenthalben, do wurden die heyligen leichnam der obgenanten heyligen junckfrawen in gegenwürtikait der 25 vorgenanten frawen Eufemie under der gruntvesste der maure erfunden. Die selben heyligen leichnam schickt uns die selbe chlosterfraw Eufemia in unsem convent, vor dann sy abptissinn doselbs erweit was. Desselben tags als uns die körnen, do emphiengen wir die wirdikleich. als pilleich was, und besungen die heyligen junckfräwlichen leichnam mit lobsang Got zelobe. Novioius- Non putabam hactenus efficaces esse nocturnas vi- siones. Ich han nicht gewant noch darauff acht gehabt das die nachtleichen trewme oder fürkömen oder sehung in slaffes weyse zu sölichen geschichten körnen solden. Monachus: Sepe per ardencia luminaria etc. Es geschieht und ist 35 vil geschehen das der heyligen vorporgen und vergraben leichnam imt hechtem schein von hymel bey nacht geoffenwart werden, als mit kerezenhecht prynnend, des doch chain mensch gesehen mag, er sey dann kewschens lebens. Von sölichen sehungen und fürkömungen, nachtleichen und trewmlichen, hat her Conratt, 1. werden. 17ff. lat.: oonventui coepit suggerere, quatenus eellarmm usque ad finem dorni- torii extenderent. 30 186 II, 85—11, 86. preyal zu Marienstat, gewöndleich gesagt, der ich hye umb kürcze willen ge- sweygen wil. [124 L ] Novicius: Placet ne sacris istis virginibus etc. Ist aber den selben heyligen junckfrawen icht gevellig, das ir heylig gepain auff ertreich 5 so an mange statt getailt und geben werdent ? Monachus: Ad hoc enim se dignantur etc. Dar umb offenbarent sy sich also den lewtten in nächtlechem f ürkomen und erscheynen, das sy an vil steten geeret und ir gedächtnüsze lobleich gehalden werde. Das LXXXVj capitel. 10 Homo quidam religiosus de ordine Viatorum etc. Es was ein geistleich mensch von dem orden der wegfertigen lewtte, die gewöndleich in den lannden hyn und her wandernt. Do der selb in die stat Nussyen zu einer erbergern frawen über nacht zu herberg was, under andern Worten, die er mit ir reddt, klagt er ir, wie das er in sölicher zeit als bey zehen jaren sich vil gearbait 15 und versucht hett. das im noch nye werden mocht: ein stücklein von dem heyligen gepain der aynliftausent mayde. Do das die selbe fraw also vernam, sy darumb ein mitleydcn mit dem selben irem gasste hett, und er hüb sich zu den chl oster - frawen zegeen und sy ze pitten umb etwas des heylgtums der heyligen, säligen junckfrauen. Sy knyett in andacht auff einen grossen, swären stain, der auff 20 dem grab einer heyligen junckfrawen lag, und do sy ir gepett volbracht, do versucht sy, ob sy der selben stain ein wenig von statt gerucken mocht, die weil es doch nyemant sach noch gegenwärtig was, wie wol sy chlain hoffnung hett den selben stain von seiner statt zebringen. Nym war die grossen gütikait der selben heyligen junckfrawen. Als pald die selbe frawe den stain angraiff von stat ze- 25 schyeben, do waich der selb grosz, swär stain vor irn hennden ab dem grab so verre das sy wol sach den schacz der heyligen stucke darinne ligen. Sy lügt und sach umb sich, ob das yemant merckt oder sähe. Do sy also nyemant gegenwärtig sach, do liesz sy in das grab ir hennde und nam von dem heyligen schacz ein stuck des heyligen gepaines, das pracht und gab sy dem obgenanten irem gasste. 30 Und als pald sy ir hennd aus dem grab her wider aus pracht, do graiff wider an den swären stain, den sechs manne mit werch | i25 r ]gezeuge kawm wider an sein statt geruckt hetten, den selben ruckt wider als vor aliain an sein vorgelegen statt. Des sagt sy mit innikait ires herczen lob und danck dem allmachtigen Gott und den heyligen aynleftausent mayden und schyed wider danne zu haym 35 mit grossen frewden zu irm obgenanten gasste. Die lieben heyligen, wie das ist das sy allzeit den gütlichen anplick beschauent, noch denne habent irer cörper und heyligs gepayns auff erden wol ir achte, und wenn sy uns todlich menschen 3. Nota beno links am Rande. 7. in fehlt. 17. hett fehlt; lat.: iMa homini compassa. //, 86-11, 88. 187 bey solchem irm heylgtüm andächtig sehent, darinne habent sy ein grosz ge- vallen. Das LXXXVIj c&pitel Conversus quidam de ordine nostro etc. Es was einer unnsers ordens pärting, do derselb etlich heylig haubte der geselschafft der vorgenanten 5 aynleftausent mayde in eines unnser chloster pracht, do wusch er die selben hey- ligen haubte mit gutem wein in andacht in zu eren, und do er die gewaschen hett, do küsst er sy in gutter andacht. Desselben nachtes erschain im ein aus der massen schone junckfrawe in dem trawme, die in mit irn armen liebleich umbfieng und sprach zu im: 'An gestern dem tag hast du mein haubt mit wein gewaschen 10 und darnach in andacht geküsset, nw gib ich dir widerumb den Ion meines kuszs.' Und als sy sich zu im zu dem küsse naigt, do bedacht er die glüb seiner gehorsam und zuckt sein haubt von der selben junckfrawen und wolt den küsz nicht halden, und mit derselben pewegung seines widerzucken entwacht er aus dem slaffe und verstund wol die maynung der selben sehunge. l5 Novicius: Cum in stratis et in ortis civitatis Colonie etc. Seind das ist das der heyligen aynleftausent mayd heyligs gepain gewondleich und offt auff den gassen und in den garten gefunden werdent, so mag hart rat gesein es körnen etwan frömde pain darunder, die mit der heyligen gepain vermischt werdent. 20 Monachus: Retulit michi monachus quidam etc. Mir hat gesagt ein münch von dem Allterperg doselbs zu Kollen wie das doselbs in irem chloster mer dann tausent der heyligen aynleftausent mayde leichnam begraben [725'] wern und nach do begraben sind, die chain falsches gepain under in und bey in lassent beleiben. 25 Das LXXXVIIj capi'/eL Tempore quodam etc. Zu einer zeitt do in dasselbe münch chloster ettwe vil der selben heyligen leichnam und gepain gebracht warn, do wuschen die münch desselben chlosters die selben heyligen leichnam und stellten die auff die penck und siezstatt in yr capitel und strewten darunder teppich und ander 30 tücher, das sy dester pas mochten truckhen werden. Do erhüb sich doselbs em 3. oft], ist über den Band hinaus geschrieben. Kap. LXXXVII entspricht dem oben (S. 184) ausgelassenen Kap. LXXXV des Inhaltsverzeichnisses. Von hier ab bleibt bis zum Ende die Zählung des Textes hinter der des Inhaltsverzeichnisses und des lal. Textes um ein Kapitel zurück. 22. lal. : de Veteri Monte. 26. cap. 27. nach chloster gestrichen fiawen. 31. truckhen] h aus einem angefangenen e korrigiert. 188 77, 88—II t 89. so grosz gestanck das den die münche nicht erleiden mochten. Der appt doselbs, her Gözwein genennet, besorgt sich das derselb gestanck von würckung nnd betrügnüsz des pösen geistes geschach, der die prüder domit von der erung der selben heyligen corpel ziehen nnd vertreiben wolt, das in ir andacht zu dem heylg- 5 tum domit erloschen wurde. Er nam zu im ettlich seiner geprüder, die priester warn, die legten sich an die heyligen clayder der messen und stünden vor der tür des capitels. Do erhüb der appt doselbs sein stymme und sprach mit rüff ein das capitel gegen den heyligen corpeln: 'Ich peswer dich umaynen, posen geist durch den der künfftig ist zerichten lebentig und tod und alle werlt mit 10 dem feür, sey, das dyser gestanck von deiner poshait, sey, das du das offenbarest und gar vertreibest und vernichtest, und gib domit die ere dem almächtigen Gott und seinen lieben heyligen.' Mira res etc. Ein wunder dinge. Als snell der appt die selben wort seiner beswerung volbracht, do erhüb sich als aus der mitt desselben heyligen gepaine ein grosz pain und sprang für das capitel menik- l"> leich zu gesichte, als ob das ein stürm wint hiett heraus gefüret. Und so zehant was aller gestanck in dem capitel vergangen, und erhüb sich doch der edlest gesmach und süsser geroch bey der heyligen gepain, den nye chain mensch des gleichen gerochen oder gesmack hatt. Des lobten sy do Gott den herren und erten die lieben heyligen mit irem lobgesange. Das sey dir allso von der heyligen 20 [126 r ] junckfraucn gesaezt und hab daran ein benügen zw disem mal. Doch müs ich dir noch ein wundergrosse sehung, die ein junckfraw gesehen hatt, zu einer besliessung diser dinge, sagen. Das LXXXVIiIj capitel. ]S T arravit michi nuper sacerdos quidam de Saxonia etc. Mir 25 hat ein priester von Saxen newlich gesagt wie das in einem chloster do selbs zw Sachsen, des namen er zu der zeitt nicht gedencken mocht, ein junge tochter was, chlain imd noch chindisch an den jarn. Der verhengt die maisterin allain zu hochzeitleichen tagen bey der metten ein tail ze sein, und so die metten nicht volpracht warn, so ward dasselbe töchterl wider aus gefürt zu slaffen wider in 3o sein pettstatt. Zu einer andern hochzeitt, aber zu metten, als zu dem dritten necturn die maisterinn chlopft mit der hant dem vorgenanten töchterlein auff sein achsel und sprach zu im: ' Gang für dich slaffen als vormals, dein zeitt ist hye.' Das töchterlein tat das ungern, doch stund es auswendigs des chors und laynt sich haymlich in ein vinster und vermaint es wolt die metten gancz hören G. die; lat.: vewtes sacras induit (sc. abbat,). 14. gepaine] g aus h korrigiert. 17. des] s undeutlich. 22. sagen fehlt; lat.: referam tibi adhuc. 24. Nairavit] i war ursprünglich ausgelassen, dann wurde über das t ein Punkt gesetzt und noch ein t angefügt. 28. lat.: vigiliis solemnibus interesse permittebatur. II, 89. 189 von des heyligen tags wegen. Und als der chor den lobsanck anhub; 'Te Deum laudamus' 'dich, herren Got, wir loben' etc., do ward die vorgenant tochter yr äugen auff zu hymel heben. Do sach sy das sich der hymel auff tett und hüb den selben singenden chor zu im auff in die lüffte. Und do sy mit dem gesang an die stat komen: 'Tibi omnes angeli' etc.. do sach sy alle örden der englischen 5 chöre und yecklicher auff seine knye und sein haiibt nyder senckt zu anpeten den allmächtigen Gott mit auf gerächten hennden und laut schreyend: 'Sanctus. sanctus, sanctus' etc., 'heyliger, heyliger, heyliger herre Got Sabaoth!' Domit sy Gott drivaltigen in einem wesen bechanten und lobten. Des gleichen auch die heyligen zwelfpoten täten mit irem lobsang und anpittung, do man sang: 'Te 10 gloriosus appostolorum chorus' etc., 'dich lobet der lobsam chor der heyligen zwelfpoten'. 'Te prophetarum' etc., 'dich lobt auch die lobsam zal der weissagen.' 'Te martirum candidatus' etc., 'der heyligen | 726''] marterer weisse schar tut dich loben und anpitten. Dich lobent auch all die heyligen peichvater. Dich bechennent durch alle werlde die heylig, kristenleich kirche.' Sy sach auch aller 15 junckfrawn und hymelischer chöre lobsamkait, wie die selben mit irem lobsang und anpitten den allmächtigen Gott lobten. Und do ir chor auff den verss kom, als sy zu ennde sungen: 'In te domine speravi.' etc., do liesz sich irs convents chor wider herab, und der hymel slos sich wider zu. Do das die selbe tochter also gesehen hett, do erseüfczt sy innikleich mit layde, das sy nicht in dem chor gewesen 20 was bey den andern iren swestern, do die also in den hymel empfangen wurden, soliche lobsamkeit zesehen. Des bekumert sy sich so ser mit klag und wainen das sy die swester darumb fragten was ir geprechen war, darumb sy solich klag an im leib legt. Sy woltes chainer nicht sagen, was sy gesehen hett. Des nam war yr maisterinn, die sy aus der metten hyesz in slaffen geen, als voran gemelt ist, 25 die gepot yr bey gehorsam das sy es yr sagen müszt, wie und was sy gesehen hett. Do sprach die junckfraw: 'Fraw maisterin, solicher grosz freviden habt yr mich beraubet, hiett ir mich bey der metten lassen bey euch und den andern meinen swestern, so war ich mitt euch auch zu den freüden in den hymel enzuckt worden.' Die maisterinn sprach: 'Liebe tochter, du solt nicht wainen, du solt so hyn für nymmer von mir werden aus dem chor getriben.' Novicius: Mirifica sunt que recitas etc. Dein reden sind wundersam zu hören. Monachus: Vis nunc audire ? etc. Wil du nw zum achten mal hören ettwas von dingen, die mit gesicht, mit gehören und mit chosten A^ernomen 35 1. anhub fehlt; lat.: cumque inceptus fuisset hymnus. 2. hören. 15. werlde] d aus einem anderen Buchstaben, anscheinend einem t, korrigiert. 18. sich fehlt; lat.: chorus ad terram descendit. 22. mit steht zweimal. 31. werden] Zuerst war — am Zeilenende — w'd', also werder geschrieben; dann wurde noch e angefügt und d'e in de (= den) korrigiert. 34. lat.: oclavo loco. 190 77, 89-11, 90. sind, die doch nicht under den vorgenanten örden begriffen möchten werden, von verrung wegen der gelegenhait ? Novicius: Volo et desideroeic. Ich wil und beger das also ze hören. Monachus: Sicut in capite huius distinccionis premissum est 5 scalam erexi etc. Als an dem anfang diser underschaydung vorgesagt ist, ich han auff gehaben oder auff gelaynt ein laytter, [127 r ] da durch dem menschlichen gesicht zu äugen die heyligen ab und auff gestigen sind, die zwo seitten der selben laytter sind bedewttend zwayerlay sehung oder beschawung, leipleich und geist- leich. Ich han auch in die selben hymel laytter acht sprüssel geseczet, den öbristen 10 sprüssel han ich Christo zu gefüget, die sechs sprüssel darnach han ich den sechs orden der heyligen, von den vor her genügsamleich gesagt ist. Aber den achten sprüssel han ich zw geaygent manigerlay dinge, sehung oder fürkömung, doch des ersten von dem, das bey uns hye gesehen und beschehen ist. Das LXXXX capitel. 15 Ante quam conventus noster de claustro emissus etc. Läng vor ee das unnser convent aus dem chloster gesant was und auch zu der zeit her Herman, der nw appt ist des chlosters genant Unser Frauen Statt, die selben zeit was ein aynfaltiger münch in unserem chloster. Do kom im bey nacht zu gesicht wie das er stund vor der priester stülen, und im ward in sein hennde 20 unseres herren niarter geben zu tragen, als denn gewonhait ist zutun in der ausz- sendung eines convents zu einer andern stat. Und stunden bey im herlich manne in weisser wat bechlaidet. Er sach auch in dem chor ein fliessend, durchlautter und durchsichtig wasser, das durch paide chör fliessend was, und darauff ein scheff in swinder vart, darein er staig vil snelle. Dasselbe scheff in so swindem 25 fluszs sich vil nahent an einer sewien des chores zestossen hett, ob das her Thoman mit seiner klüghait nicht ab cheret. Das scheff wolt nicht stille steen, bis das es kom on ein gestad zenachste bey unserm schlaffhaws. Es komen auch mit im die vorgenanten weisschlaidten manne. Do ward gesehen in wunderleicher weyse, das von auswendig hin ein zu in dürre menschen pain mit sambt den 80 haubten über die chlostermaur vielen. Der selben warn so vil das ich dobey des weissagen Ezechielis sehung gedencke. Do der selb convent zwischen dem perg Stromburg und zwischen der yecz [127 v ] genanten stat bestund, do ward unser hailant Christus under in schemberleich gesehen wie er einen aus den brüder 1. lat.: nee tarnen praedictis ordinibus propter distantiam inseri potuerunt. 17. lat.: Loci sanetae Mariae. 21. eines] s undeutlich. 24ff. lat.: . . . ut navis in unam eolumnarum impegisset, nisi per tbemonem (!) eius industria fuisset aversa. 27. vor schlaffhaws gestrichen chloster. 31. Ez. 37, 2jf. II, 90. 191 herticleich strafft und einen andern mazlicher danne saczt. Nymwar, das ist die sehung vorgeschriben. . Novicius• Wie ist die auslegung des fürkömens oder sehens in dem geist ? Monachus- Dens illi preostendit. Got hat dem selben für bezaichent die chünftigen dinge der stat unnsers chlosters. Die selben dinge waren vorzeitten 5 gar verporgen, doch sind sy nw umb uns gar siecht. Der herre Philippus, diezeit erczpischoff zu Köllen, verstund und erchant den heyligen graben orden in unnserm chloster Hemmerod volkomen sein als einen früchtigen pawm, grünen in gutten werckhen und in Gots forchte, und das lautter wasser daraus flies«», das die dürren herczen befeüchtett, des er von uns begert das wir im aus unserm 10 chloster einen conventt unnsers ordens in seinem erczbistumb mocht stifften und volbringen. Er ward seiner pet gewert, und wurden zu dem selben convent aus unseren brüdern zwelff erweit und der obgenant Hermannus zu einem abpte über sy geseczet, der vor her, nicht langen zeitt vergangen, das alles gesehen nett in dem geist oder in trawm, do im das chreücz in sein hennd geben ward von den 15 brüdern, mit den er auff dem wasser mit schiffung gen Stromburg auff den perg kom, do selbs sy drew gancze jar wonten in chlosterleichem, heyhgen leben Darnach komen sy herab von dem selben perg in das tal, das nw sand PetersTal genant ist, do beslussen sy sich mit mauren, als oben geschnben stett. Die dürren pain bedeuten die werblichen menschen die an geisthch 20 gnade sind und in dem selben tal bekert sind zu einem geistleichen leben. Das wasser. das gesehen ward mit snellem flussz durch die kirchen fliessend, bedewt desselben chlosters strengen orden, dasselbe was chlar und durch sichtig mit der lautterkait irer regel, desselben wassers ungestümikait die inhiczikait und grosz Heb zu der behaltung irer regel. Das desselben wasser schiff in swynden flusz 25 von der seülen abkert ward, das ez [128'] sich daran icht zestiesz, das ist an die sach nicht geschehen. Wann do der new convent auff den vorgenanten perck zu Stromburg mit wesen kom, do gewunnen manigerlay geprechen, das ir etlich gedachten wider in ir chloster, do sy im gutten gemach und notturfft woi an geprechen gehabt hetten, und wurden murmeln under ein ander und hetten willen 30 wider haim ze körnen. Her Herman, ir appt doselbs, ermont sy zum ersten und zum andern mal, sich stat doselbs zehalten in beleiben und mocht sy des nicht überkömen. Das bedewt das er das schiff als mit einem rüder von der seülen Btyesz und abkert und sprach zu in: 'Hört auff, lieben brüder hört auff und kert von ewrm fürsacz, es chumpt ewr chainer von hynnen wider haym. Dasjstdie 35 6. siecht] lau: plana. 8. Hemmerod] d aus 0 korrigiert. 11. stifften] das zweite t aus e korrigiert. 20. werltlichen] t aus 1 korrigiert. Vgl. zu Gl, 16 •i.j 24. Vor die ergänze aus Z. 22 bedewt; vgl. zu 158, 22f. Burdach, 26. an fehlt; lat.: sine causa non fuit. 28. lat.: et multa eis necessaria deessent. 31. vor appt gestrichen habt. 192 //, 90-11, 92. auslegung der vorgenanten sehung. als ich von appt Herman von im selber gehört und underweist pin. Novicius: Nichil hie actum est etc. In den dingen ist nichts an Schickung beschehen. 5 Monachus: Navigantibus eis in Reno etc. Do die vorgenanten bruder auff dem Rein in schiffung füren, do sahen sy ob in in den lüfften sweben einen zirkel scheynigen als die sunn, und in dem selben zirkel syben sunnen. Novicius: Quid per circulum? etc. Wes dunckt dich, das bey dem cirkel und bey den syben sunnen zuversten sey ? 10 Monachus: Per Circulum eundem. Durch den selben czirkel verstee ich die drivaltikait des heyligen geistes, und bey den syben sunnen, darinne scheynend, verste ich die syben gab desselben heyligen geists, domit durch die gütten ebenpild des vorbenanten appt Hermannes und seiner bruder sammung doselbs das lannde solt erleucht werden. 15 Das LXXXXj capitel. Quirfam conversiis etc. Ein pärting, der mit dem selben convent was ausgesant, genant Rudolfus, ein gütter, geistleicher man, do derselb eines tags von der haimlichkait seines gemaches in die kirchen geen solde und sich nach gewonhait des ordens schuldig wesst sein hennde ze waschen und mit dem weich- 20 prunn sich zesprengen. do ward er aus seinen gedäneken als mit im selber betrachten : 'Das [12S V ] wasser des weich prunnes ist heylig und gesegent, dir zymmt nicht das ich mich domit süll besprengen.' Im ward zehant ein stym chlarleich in dem lufft antburten mit soliehen Worten: 'Das ich gerainigt hab, das magst du nicht unrainen.' Daraus er verstund, das dem almächtigen Gott 25 vil mer des herezen denn des leibs unrainikait missvallen, wann Gott ein gevallen hat in lauterkait der sele. Das LXXXXIj capitel. Monacho cuidam Deus ostendere volens etc. Gort wolt einem munch zu erkennen geben seiner sei lauterkait, er enzuckt sein seel mit ausgang 80 von dem leichnam. Do sach er zwischen seinen armen wunderschönes kindlein sich frolocken und do er wider zu im selber kom, do verstund er es war dasselb kindlein sein sei gewesen, dy mit Gots gaben von aller unflatikait der sünden was gerainigt. Ein kint ist genennet in latein von lautterkait als ein lautterz lufft. 1. vor sehung gestrichen ding. 7. lat. : circulum lucidum. 16. steht am Bande rechts. lf>. Quia. 25. dem. 28. Golt. 30. schönes] s am Ende aus c korrigiert. 33. lat.: Puer enim a puritate [andere Hss. pueriUa] dictus est. 77, 92—77, 94. 193 Novicius: Puto quod non sit tutum etc. Ich wän es sey nicht sicher das ein mensch solch götleich trostung und seiner haimlikait offenwarung den menschen offenbare. MonachusiPer multos labores etc. Durch vil arbait und anfechtung verdient ein mensch solich götlich trostung, die er doch gar leichtleich mit offen- 5 baren verbürcket. Das die paide war sein, wil ich dich mit ebenpilden under- weisen. Das LXXXXIIj oapiJeZ. Cum nuper hoc anno etc. Do nw in churczer vergangen zeitt do nw nächst in disem jar, in einem trauenchloster urmsers ordens die kelnerinn 10 desselben chlosters zu einer pitanczen gepachen ayr den convent swester tailt, do ward einer vergessen, das ir chain tail ward, doch main ich dasselbe von Gots Schickung besehenen, das die ere Gots an der selben swester geoffenbart würd. Wann den selben geprechen ires fcails der pietanezen gar gedultikleich und willik- leich vertrüg, das sy sich des geprechen mer frewt dann traurt, dar umbe do sy 15 das 'gracias' sprach mit frolichem, geduldigem herezen, do gab ir der allmächtig Gott ein unsichtige pitanczen für iren tail, domit ir müntt [729 r ] und hercz mit unsäglicher, groszkrefftiger süsz erfült ward, das sy pey iren tagen solicher kreff- tiger sussikait vormals nymmer empfangen noch empfunden hett. Und doch was die selbe sussikait leipleich, das sy den ganezen leichnam krefftigt, und was 20 auch domit gaistlich, das sy ir sele und das gemüt krefftigt allenthalben. Und sy sagt dasselbe unnserm öbristen appte und sprach, sy wolt gern darumb ir lebtag kainer pitanczen nyessen, das wir noch zu einem mal solcher sussikait solt empfinden. Darumb auch der selb unnser abpte unnser yeckliohe swester auff saezt Got zu danok zelesen den lobsanck: 'Te Deum laudamus' 25 Novicius: Si Deus sie excellenter etc. Seind das Gott so ein chlain guttat so groszleich widergilt in dem gegenwürtigen leben, so zweivel ich nicht er werd auch gros/, trübsal und angste diser weit in künftiger zeitt grözleich widergelten. Monachus: Das solich gotlich trostung in der werlt gar leichtleich ver- 30 würekt werden, des gib ich dir berait ein gleichnüsz und ebenpilde. Das LXXXXIIIj capitel. Conversus quidam etc. Es was zu Hemmerod in dem chloster unnsers ordens ein pärting, der empfieng in seinem gepet vil süsser und gotlicher trostung, 8. Bloß die Zahl LXX steht auf der Seile, das übrige ragt über den Band hinaus ; nicht das ich des benanten priesters person benenne, wann er ist ein man solicher volkomenhait das er wol solicher gnaden wirdig ist. 3. und] vn übergeschrieben. 10. Von der Überschrift steht ca nicht auf der Seite, sondern ist über den Rand geschrieben. 11. lat.: Vilario. 12. nach nomen gestrichen hain. 16. sach er die. 16. eingeslossen] en aus re korrigiert. 18. do fehlt. 26. auch. 28. gesagt hatt fehlt; lat.: Et sicut mihi dixit. 32. mit. ^34 ni, 31— III, 33. Novicius: Eundem Ulricum etc. Ich mag den selben Ulricum in solicher sehung zu dem heyligen sand Martein wol geleich, auff des haubt auch in seiner messe ein fewrein chugel gesehen ward. Monachus: In utroque Signum extitit. Es ist an in paiden ein 5 zaicheh* einer grossen andacht gewesen, die von dem heyligen geist chumppt, der ob den heyligen zwelfpoten in fewrein zungen erschain, und darumb werd wir nicht unpillich von dem priester vor der stillmesz ermonet mit den Worten: 'Sursum corda' etc., das aufrichtig gen hymel mit den gedäneken unserr herezen sein sollen. 10 Das XXXIj capitel. Ali um novi sacerdotem etc. Ich han noch einen anndern priester er- channt, dem Gott soliche andacht gab, wenn er sich seiner messe schickt, das in solich ?ebcgung bestund das in dunckt im wolt sein hercz zereissen, und das er die selben pewegung in sich wider drucken müst von des volcks wegen, das 15 bey seiner messe stund. Novicius: Puto quod valde mundis maaibus sacrificent, qui tarn flammeum etc. Ich wän das dieselben priester mit gar rainen hennden das heylig sacrament hanndeln, die also in prünstigen herezen habent. Monachus: Quod huiusmodi etc. Das die selben priester rayn 20 und liecht, scheynig hennde in iren messen haben, das ausweisent dir die hernach geschriben ebenpild etc. Das XXXllj capitel. [153 v ] tum die qua dam etc. Do eines tags ein priester auff sand Walburg perg messe hielt, do stund hinder im zeruck die geistleich junckfraw 25 Richmüdis, von der ich voran in der achten underschaid geredt han. Die sach do selben in der wanndlung der selben messe die ostien des heyligen sacraments in des priester hennden so ciliaren und durchsichtigen als einen durchsichtigen cristall, und mit der chlaren sunnenstramen umb geben. Es bedackhten auch nicht die dawmen des priesters, die dasselbe hosti hielten, den schein und sichti- 30 kait der ganezen hostien an chainen end, sunder sy ward gesehen in ganezer figure. Der selbe priester was Wilhelm genennt, junck an den jaren und geistleich in seinem leben. Die selben sehung hat die vorgenant junckfraw, fraw Richmodis, unnserm subprior, hern Gerlachen, gesagt, der mir das darnach gesagt hatt. 2. nach zu ein f gestrichen. goleich Infinitiv (= geleichen). das. 8. unserr] geschrieben vnfr. 12. vor messe gestrichen ein angefangenes f. 13. bebegung] Es ist bebebegung geschrieben, das erste be am Zeilenende (be||). 25. Richmüdis] vgl. Distinct VIII cap. 7 und 9 (oben S. 107 und 110); der Name nur im Register 8. 94 und im lal. Text. 29. vor hosti gestrichen oppfer; daher das Neutrum: dasselbe. III, 33-111, 35. 235 Novicius: Seind soliche chlarhait in der gestalt des prots do selbe gewesen ist, was grosser chlarhait und scheinikait mag dann in dem leichnam Christi sein ? Monaohus: Hoc sequens visio prodit. Das offenwart dir das hernach gesc/,riben exempel. 5 Das XXXUIj capitel. Dum eadem Rickhmudis, prout ab cius ore etc. Do die selbe junckfraw Rickhmudis, als ich aus irem mund gehört han, in der vorgenanten kirchen bey einer messe stund nach der metten, do sach sy under der stilmesse bey dem heyligen sacramcnt so grossen chlaren schein das sy gedacht, es drung 10 die sunne mit irm ganczen schein zu dem venster ein auff den airbar. Des nähent sy hynzu, das zu besehen, do waich der schein ir zu gesicht ainziklich wider dannen aus iren äugen. Dobcy vernam sy das dasselbe liecht und chlarer schein aus der chlarhait des heyligen leichnam Christi körnen war und nicht aus dem sunnen schein, wann die selbe messe lange vor der sunne auff gang gesprochen 15 was. [154 r ] Von der selben junckfrauen Rickhmudis und von irer andacht, die sy zu dem heyligen sacrament gehabt hatt, han ich willen dir grosz wunder ze offenbaren. Wann zu der zeitt als sy zu dem alltar gieng, zu emphahen unnsers herren leichnam, so geschach ir, das etwann vor ee sy goczleichnam emphieng, etwann hyn nach das sy vor grosser andacht nyder sayg zu der erden als in omacht, 20 als ob sy in dem geist enzuckt oder sünst des leibs prechenhafft war. Und wenn das die priester von ir sahen, so betrübten sy sich darumb in mitleiden, und wer do selbs gegenwürtig was, den nam ser darab wunder. Lasz dir domit genüg gesagt sein von den priester, die ir messe und amppt wirdikleich volpringen. Wil du nw hören von den die nicht priester sind und 85 dannoch wirdikleich zu Gots tische geen ? Novicius: Volo et clesidero etc. Ja, ich wil davon gern und mit begir zuhören. Monachus: Quantum aput Deum mereantur etc. Wie grosser ere und süssikait, genad und sterck, hails und gelücks die menschen bey Gott 30 zu Ion emphahen, die wirdikleich zu Gots tische geen, das wil ich dir in den hernach geschriben ebenpilden offenbarn. Das XXXV capüeZ. Nondum duo anni etc. Es sind noch nicht zway jar vergangen, das ein geistliche fraw in Prafant, Uda genennet, von dem dorff, Tortibeys genennet, 35 mit inhiezikait irs gemüts begert Gots leichnam zu emphahen und aischet das 5. gescriben. 20. sayg] vgl. oben S. 2IS. 24. genüg] am Ende ein angefangenes t gestrichen. 33. capitel] capi. 236 III, 35. an ireh pfarrer mit grosser gepet. Der versagt ir das und sprach es solt nicht sein, das layfrawen so offt und nach irem begern unnsern herren nemen und empfahen scholden, sy solten das zu rechten gesaezten zeitten tun. Des bechümert sy sich sere und chlagt das Got mit grossen seufezen und waynen. Derselbe gütig 5 herre Got, der obrist priester über alle priester ist, der sach an der selben in- prünstigen und andächtigen frauen begirlich hiezikait, die sy zu im hett, und liesz sy nicht lang solicher irer begir [154"] mangeln. Er kom zu ir desselben nachtes, do sy in irer schlaffkamer wachte und an irem gepet lag, und gieng zu ir hynein mit grossem schein und chlarhait, und trüg in seinen hennden 10 seinen heyligen leichnam in der püchsen, die gewondleich mit Gots leichnam in der pfarr kirchen durch der siechen lewt willen behalten und beslossen was, und mit im und umb in allenthalben ein solicher süsser gesmach mit sammet einer grossen menig der engel, die im dientten mit irem süssen, aynheiigen gesang: 'Speciosus forma' etc. 'Du aller schönster in deiner gestalt von allen 15 menseben chindern.' Die selbig sälig fraw do sy das also sach und darab mit forcht vor im sttind, do sprach der haylant Christus zu ir: 'Tochter mein, seind dir dein priester meinen leichnam zeraichen versagt hat, so wil ich dir in aus meinen hennden geben.' Als er auch das tat und nam ein stuck aus der püchsen und raicht ir das und schied domit von ir dannen. Es was auch ein ander geist- 20 leich fraw bey ir in dem selben gemache wonend, der gab Gott dasselbe alles zu sehen, wann sy wachte, und die ander, Uda, weszt nicht das sy das gesehen hett, und wänt sy hiett diezeit geslaffen. Darumb fragt sy die des morgens ob sy ichts desselben nachts gesehent hett. Sy sprach: 'Ja, ich han das und das von dir gesehen.' Des ward sy domit mer sicher solicher sehung und erhüb 25 sich zu dem priester in die kirchen zegeen, und ward mit im so verre von unnsers herren leichnam reden mit grossen pitten das er sy die heyligen stat, da gocz- leichnam innen ligt und die püchsen, domit wolt sehen lassen umb Gots willen. Er liesz sy das also beschawen, do sprach sy: 'O, wolt Gott das ich allzeit dise heyligen statt sehen solde und das mir das zimlich war zesehen.' Do fragt sy 30 in: 'Herre, wisset ir wie manig stuck ir habt mit der zal des heyligen leichnam Christi in der püchsen?' Er antwurt und sprach: 'Ja, ich wais das gar aigent- lich [155 r ] und gar wol.' Die sälig fraw sprach: 'Ich pitt euch durch Gott das ir die selben heyligen stuck alle mit der zal besehet, wie vil der "sein, und ob ir die selben gar an der zal habt.' Do der priester das getan 35 hett, do mangelt er eines stuckes, des er ze wenig hett. Des erschrackt er mit innigem laide, und mit grosser klag bewaint er das, wann er hett alle sloszs des sarchs nnd der püchsen bewarent unverruckt und unversert gancz funden. Die fraw nam ir des ein mitleiden mit im und ward in trösten und im alles das sagen und offenwarn das der parmherezig Gott mit der selben hostyen mit ir 2. und fehlt, vgl. iS. 241, 18; lat.: pro libitu suo coinmuiiieare. 24. ir. 35. vor eines gestrichen des. nach er gestrichen ser. III, 35— III, 36. 237 gewürckhet hett, und ermont in darüber das er sy fürbas von solichen gnaden und irer grossen begir nicht abtreiben solde. Das ist uns gesagt von hern Jo- hannsen, unnserm münche, der zu der selben zeit von dem selben dorffe körnen was und das alles darinne aigentleich erchande und mit warer chuntschafft erfarn hett. 5 Novicius: Bencdicta sit gloria domini etc. Das sey gelobt die ere Gots ewiklichen. Monachus: H6r aber ein anders ebenpild. Das XXXVj capitel. In villa Lubelare, que duobus miliaribus etc. In dem dorff Lube- io lare, von Kolen zwo med gelegen, was gesessen ein erberg witib geistleichs lebens, mit dem tauffnam Hildegund genennet, unnsers herren appt Hainricus muem. Die selbig witib kom selben aus der kirchen, darinne sy gewondlich mit irem gepet und vassten Gott fleissikleich dienet. Sy hett einen jungen sün, der was ein ritter, genant Wilhelmus, der ir wenig em, gemachs, lieb, noch trost müter- 15 leicher trew ze danck erzaigte. Und wie doch er reich und wol habend was, noch denne so vergas er derselben seiner natürlichen frummen mütter und liesz sy vil armüt leyden und betrübt sy vil und in manigen stucken. Er gedacht nicht der geschrifft etc. [155 v ] 'Maledictus a Deo qui exasperat matrem.' 'Der ist von Gott verfluchtet der sein mütter laidigt oder betrübet.' In gleicher weis ao ward sy atich von irer snwr, desselben irs suns hausfrawen, in manigerlay weis bechümert und gelaidigt. Wann zu der zeitt do dieselb fraw Hildegund mit kranchait beswart was und sich zu dem tod gebarn wold mit der heylikait, do rüfft sy zw ir ir dyerw und sprach: 'l'ring mir den priester, das mich der gewar mit der heylikait.' Die diern pracht die selben wort an ir snwr, des ritters haus- 25 frauen, und sagt ir wie ir fraw sy nach dem priester geschickt hett, der sy mit der heylikait scholt berüchen. Die snwr sprach zu der diern: 'Ey, sy hatt doch in der wochen unnsern herren empfangen, und mich deucht wie sy noch lebe.' Und sprach do bey in Unwillen: 'Wolhin pring ir den priester.' Do derselb priester mit dem heyligen sacrament kom zu der kranchen frawen, do sprach sy zu im: 30 1. nach sy gestrichen darüber. 9. Das XXXVj etc. 15 — 16. müterleicher] Das dritte e ist aus einem andern Buchslaben vermutlich einem r korrigiert. 16. doch] o aus a korrigiert. 19. Sirach 3, 18. exsperat. 23. gebarn] Über dem g ist der senkrechte Strich eines b angefangen. 24. dyern] dyener, vgl. Z. 25; lat.: ancillae. \n\v\ mit. 28. deucht] v übergeschrieben. 30. kom] o aus r korrigiert. 238 III. 36— III, 38. 'Herre, warzu seit ir her komen?' Der priester sprach: 'Darumb pin ich zu ir komen das ich euch mit dem heyligen sacrament pewar.' Sy antwurt und sprach: 'Mein lieber herre Jhesus, des leichnam ich begert han und gepeten, der ist gegenwärtig bey mir alhye gewesen und hat mich mit seinen aigen hennden 5 berichet, und darumb so wil ich in fürbas von kainem menschen nicht cmphahen.' Darnach über ettlich tag starb sy eines andächtigen enndes. Et quia scriptum est, qui non etc. Und darumb das geschriben ist: 'Wer nicht vatter und mütter eret, der selb mensch wirt in seinen chindern nicht erfrewet,' des nam in der selben wochen dem vorgenanten ritter Wilhelm seinem ersten sün 10 mit dem tod und darnach die andern geswistreyd, der bey zwelfen an der zall warn, aynes nach dem andern in churezer zeitt mit sterben. Das XXXVIj capitel. [756''] Ketulit nobis dominus Bernliardus de Lippa, abbas Livonie etc. Uns hat gesagt her Wernhart von Lippe, ein appt zu Livoniam, 15 nw ein pischoff doselbs, ein wol loblich ding, wie das ein becherter, der newlich zu dem christengelauben kchömen was, in einem chloster die münche zu einer heyligen zeitt zu dem allter gen und unnsers herren Gots leichnam nach ein annder cmphahen säch und dobey stund, und doch wol verstund das im nicht zimleich noch erlaubt war auch also das heylig sacrament zu emphahen. Des 20 ward er von grosser seines herezen begir erseüfczen, das er das heylig sacrament nicht als die andern emphahen solt. Nymwar die grossen gütikait des herren Gots, der an des priesters raichung und hilff sich von dem allter in desselben münd Hesse, zu gesicht aller der die do gegenwärtig waren, und zaigt in mit offen mund das heylig sacrament auff seiner zungen ligend und die gnade Gots 25 mit im geschehen, des sich alle gegenwärtig wunderten und wurden cheret zu Gots forcht. Der priester hett dy zal der stuck des heyligen sacraments aigentleieh in gedächtnüsz und do er die selben heyligen stuck widerumb zelent was, do mangelt er desselben stucks eines, dobey er wol verstund das Got sein gnad dem vorgenanten erzaiget. Desgleichen ist geschehen vor den zwain jarn, 80 das so vil wunderlicher ist als vil das menschleichem synn ist ze tyeffe. Das XXXVIIj capiieZ. Erkchenwaldus de Burban vir nobilis etc. Her Erkchenwald von Burban was ein edel und mächtig man. Der was ein sölicher liebhaber der gerechtikait das er in dem rechten chain person für die andern ansach, weder 1. nach pin ich nochmals darum ; wieder gestrichen. 7. Sirach 3, G. 10. lat.: Wilhelmi primogenitum extinxit; reliqui vero ehis liberi. 12. capitel etc. 31. XXXVIII cap. steht über die Zeile ragend am Bande. ///, 38. 239 freüntschafft, adel noch myetung der gaben, nwr die gereehtikait allain. Do zu einer zeitt derselbe Erkchenwolt in swärer kranchait zw pette lag, do hört er eines tags in der kamer nahent bey seiner kamer ein tumeln und ein freylich geschray. [156 v ] Er fragt die umb in stunden was die Sache war soliches weib- leichen schreyens. Ir chainer getorst im des nicht sagen, wie das sy das doch 5 wol wessten. Do sant er einen seiner chnecht und sprach zu im: 'Ich gepewtfc dir, als du wellest dein äugen behalten von mir unauszgeprochen, das du die sach erfarest und mir die lauttern warhait darinn sagest.' Der chnecht erfür das und sagt dem herren mit grosser forchtte also: 'Herre, mein junckherre, ewrer swester sün, hat ein frauenpild notgezogt zu seinem willen und hat darumb mit ir ge- ie rungen, das ist die sach des tummelns und schreyens.' Do er das vernam, do wart hart mit zorn erzündet und sprach zu seinen rittern: 'Ich schaff mit euch das ir bey meinen hulden in erhenckhett.' Die ritter taten des gleichen, als ob sy des gehorsam wolden sein zetün, und als sy von dem herren khoinen, do besprachen sy sich miteinander und komen überain das sy des herren gepott 15 nicht volpringen wolden, und sprachen also einer zu dem andern: 'Ist das wilden edlen jungen also totten nach unsers herren gepott und derselb unnser herre als versechleich in seiner kranchait des ligens stirbet, so wurden wir von des jungen wegen getött oder landrümig werden.' Sy übergiengen des herren gepott und wolden den jungen nicht tötten. Doch strafften sy in genüg swar- 20 leich mit Worten und verpüten im das er bey seinem leben irem herren und seinem öheim nicht zu gesicht geen solt, als lang bis das er das nach irem ratt tatt. Das gelobt er in und domit komen sy wider umb zu irem herren und sagten dem wie sy sein gepott volbracht und den jungen getött hetten. Damach an dem fünfften tag gedacht der junge wie das villeicht sein vorgenanter herre 25 und öheim sölicher schuld und missetatt vergessen hett und sein zorn im entgangen war, und gieng wider für seinem gemach und öffennt des herren chamer tür und lugt hinein, was der herre tätt. Do ersach in der herre und rüfft in zu im zesiezen mit [157*] se«iten, gütigen Worten. Und als der jung zu im gesessen was, do gab er im einen arm umb seinen hals und hielt in so hart, bis das er mit 30 der andern hant sein messer gewan und stach im das in seinen hals, bis das er in ertött. Der jung ward mit grosser clilag des volcks zu grab getragen und ab der sach nam das gancz lannd einen Bohrecken. Do ward auch dem benanten herren Erckhenbolden zu Valien smercz über sein kranckhait smerezen, das in also hart übergieng das er sich des tods besorgt, und schickt zu dem pischoff, 35 seinem peichtiger, das im derselb unnsers herren leichnam solt pringen und in domit berüchen. Do der selbig pischoff also kom mit dem heyligen sacrament, do tett im der herre Erkchenbold sein peichte. Mit wainen und grosser rew 29. setiften. — lat.: verbis blandis advoeans. 34f. lat.: Erkenbaldo additus est dolor dolori. 38. Erkchenbold] 1 hinein korrigiert. '240 III, 38— III, 39. und andacht seines herczen bechlagt er all sein sünd, ausgenomen das er ver- swaig mit willen den todslag seiner swester sün und tet davon chain peichte. Des nam den pischoff grosz wunder und der sprach zu im: 'Warumbe versweigt ir den todslag ewrer swester sün, der doch wissenleich und mangen menschen 5 chunt ist, das ir gethan habt?' Er antwurt im und sprach: 'Ist auch dasselb ein sünd?' Der pischoff sprach: 'Ja, herre, es ist ein grawlich sünd.' Der herre sprach: 'Ich schacz für chain sünd und beger auch nicht von Gott, das er mir das vergeh.' Der pischoff sprach: 'Herre, ich raich euch nicht den heyligen leichnam Jhesu Christi, ir peichtet dann vor den todslag, den ir an ewrer swester sün 10 begangen habt.' Der edel herre sprach: 'Her pischoff, ir schult in warhait wissen das ich den selben meiner swester sün aus chaynem grymme noch zornes pe- wegung sunder aus Gottes forcbte und aus lieb der gerechtikait ertött han. Es mocht chain mensch seiner swester sün lieber gehabt han dann ich den selben geliebt han. Ist das ir mir den heyligen unnsers herren leichnam versaget, so 15 empfilch ich im dannoch mein seel und leib in sein [757"] parmunf/.' Das sprach er und tet das darumb das der gerechtikait icht enzogen wurd und auch andern lewtten zu gutem ebenpild. Der pischoff trüg unnsers herren leichnam wider dannen, und do er für die haustür kom, do hyesz in der kranch her wider zw im rüffen. Der pischoff chert wider umb, und maynt er würd im die sünde des Ü0 todslags peichten, und so er zu dem kranchen herren kom, do sprach er zu im: 'Herre, besehet die püchsen, ob ir noch unnsers herren leichnam darinne fyndet.' Do er das besach, do fand er nicht, und die püchs was lare. Des sprach zu im der kranch herre: 'Nempt war, den ir mir versagt habt, der hat sich mir nicht versagt. Schawet auff mein zungen, do secht ir das ich in darauff han, als er mir selb 25 das heylig sacrament darauff gelegt hatt.' Do ward volbracht des weisen Salo- monis spruch: 'Ir richter und herren, die auff ertreich die menschen richtent, ir schult die gerechtikait lieb haben.' Ob dem wunderzaichen erschrackt der pischoff und berufft das über all in seinem pistumb. Und er sagt es auch ettlichen appten unnsers ordens, die dasselbe in dem nächst vergangen jar in unserm ge- 30 mainen capitel zu rede prachten, Got zu lob und dem heyligen sacrament, der gelobt ist ymmer und ewikleich on ennde. Novicius: Valde me letificat huius exempli relacio etc. Das ebenpild hat mich gros erfrewet. Monachus: Adverte nunc etc. Merck nw darauff wie grosse süssi- 35 kait in dem heyligen leichnam Christi sey etc. Das XXXVIlIj capitel. Novi quandam monialem etc. Ich han ein chloster frauen erchannt unnsers ordens, die von Gott solich genad hett, als offt sy unnsers herren leich- 10. vor edel gestrichen edle. 13. senior. 15. parmungs. 26. Weiah. Sal. 1, 1. 27. Ab. III, 39- III. 40. 241 nam empfieng, als offt sy solich grosz süssikait in irem münd empfand als ob sy h6nig darinne hett. Sy empfand auch in dem nyessen chaines protes gesmachen, nur allain wie sy hönigsam in grosser suesz empfienge, davon ir auch den ganczen tag ir [158 r ] spaicheln von irm munde flössen als der süsz honigsam. Das ist auch nicht wunder, wann wir lesen das in allter ee in der wüstung, das hymel- 5 prott den Juden so suesz als hönig was zu essen. Die selbe junckfraw ist auch eines raynen, wirdigen lebens, und ir person sol von mir nicht gemeldet werden, wann sy noch in leben ist und verhengt nicht das sy darinn geoffenwart werde. Das XL capitel. Similem graciam. Ein söliche gnade und villeicht ein grosser han ich 10 vernomen, die Got verlihen hab frauen Alhaiden, der ersten abtessinn des chlosters der statt zu Besstfal. Also'offte die selbe unnsers herren leichnam emphienge von dem priester, als offte was ir das heylig sacrament in irem münd, das sy chainen gesmachen des prots empfand, sunder das ir das sacrament in dem münd als ein hönig zeflos aus dem münd in iren leib, also das aller ir leib inwendig mit 15 süssikait erfüllet ward. Do die selb sälig junckfraw gestorben was, do was her Florencius, appt des chlosters zu Marienfelt, bey irer begrebnüsz, wenn er ir oberister und peichtvater was, der predigt und offenwart doselbs allen gegenwärtigen leytten derselben junckfrawn genaden, die yr Gott verlyhen hett, als vorgesprochen ist. 20 Novicius: Si de cadavere leonis etc. Ist von dem toten 6z eines leben süsser gesmach gangen, als man geschriben findet in dem püch der Bibel, das genant ist das püch der richtter, so sol mich nicht wundern ob von dem heyli- ligen leichnam Christi ein süsser gesmach gee, wann er ist der lebe von dem ge- slächt Juda. 25 Monachus: Juste moveris etc. Du hast das recht vor dir, es mag auch der vorgenanten saugen junckfrawen wol zw geaigent werden der spruch: 'Favus distillans labia tua' etc. 'Der hönigsam durchfleüsset dein lebsen', als Christus der prewtgan zu seiner prawt, der heyligen kirchen, sprichet in dem püch Cantica Canticorum. 30 2ff. lat. : Non saporem panis, sed mellis ut dixi in masticatione sentit tota iüa die . . . 6. 2. Mos. 16, 31. 8. lat.: se prodi non permittat. 9. steht am rande rechts. 17. wenn ir. 18. und fehlt, vgl. S. 236, 2. lat.: omuibus qui confluxerant eandem giatiam praedicavit. 21. cadavare. 23. Rieht. 14, 8. 24. liebe. 29. prawt] a aus e korrigiert. 30. Hohel. 4, 11. Danische Text« do, Mittelalter«. XXX. jg 242 in, 40. Novicius: Que tibi videtur fuisse causa etc. Wie [158 v ] be- dunckt dich, was mag die sache sein sölicher süssikait in dem heyligen sacra- ment ? Monachus: Die ursach sölicher süssikait ist die hicze der volkomen lieb 5 in Got, dy inprünstig ist. Wann davon das sy allzeit von natur oder villeicht von arbait, von mässikait trinckhens und essens gewonleich plaicher gestalt was under äugen und magers leibs, yedoch zu der zeit als sy das heylig sacrament empfieng, so ward sy also inhiczig in der lieb Gots das ir amplick in fewres varbe erschayn. Auch wirt gelesen in dem püch Exodi, des ausgangs der chinder 10 von Israhel aus Egippen lannd, do die Gott speist in der wüsst mit dem hymel- prot, das dasselbe prot manna, so es ein zeit an der sunnen lag, so ward es von der sunnen hicz als ein wachs von fewr zergeen. Das hymelprot manna bedewt mit seiner weiszikait und süszikait den herren Jhesum Christum, der von im selber spricht: 'Ego sum panis vivus' etc. 'Ich pin das lebontig prott, das von 15 hymel herkömen ist.' Davon der prophet in dem psaHter spricht: 'Panem ange- lorum manducavit horao' etc. 'Der mensch was essend der engel prot.' Die sunne hiczet und erleuchtet als auch die volkomen lieb tut. Seind das was das das hymelprot von hicze der sunne zuergieng und waich ward, also ist auch nicht wunder, ob sein bcdewtung, das ist das heylig sacrament, von in hiczikait der 20 götlichen lieb in eines gerechten menschen mund zergeet. Und wie das ist das in der empfahung des heyligen sacraments soliche leipliche süssikait und zuergewng seltsamer sey, noch denne ist sy der süssikait und der geistlichen zuergewng in der sei nicht hailwartiger. Sy was wol empfindend der süssikait Christi in dem emphahen des heyligen sacraments, als David spricht: 'Der herre ist süess und 25 gerecht' etc. und auch sprichet an einer andern stat: 'Herre, wie gar süss sind deine ge-[7<5ö r ]spräch oder khosen meinem gümen des mundes über aller alles hönig und honigsam'. Von sölicher zergeung und süssikait spricht die prawt in dem püch Canticorum: 'Anima mea liquefacta est' etc. 'Mein sele ist zergangen in geistlicher lieb, als mein liebhaber mir zugesagt hatt.' Novicius: Placet quod dicis. Das du also gesagt hast, das gevellet mir wol. Monachus: Corpus dominicum manna est etc. Des herren Gots leichnam ist ein verporgens hymel prott, das in im hatt alle lustperkait und alles gesmachen süssikait. 5 — 6. oder villeicht von arbait ist zweimal geschrieben. 9. 1. Mos. 16, 21. 14. Joh. 6, 51. 16. Ps. 78, 25. 18. zu {Zeilenende) ergieng; lat. : manna liquefiebat; vgl. unten. 21. und fehlt. 21 — 22. zuergeung seltsamer] lat.: liquefactio Bit rarior . . . non est salubrior; vgl. unten Z. 27 zergeung und oben Z. 18 zuergieng. 22. zu ergerung. 24. Ps. 25, 8. 25. Ps. 119, 103. 28. Hohel. 5, 6. 32. Corpus fehlt. 33. Ojfenb. 2, 17. 30 ///, 40 — III, 41. 243 Novicius: Si tanta est gracia in sacramento. Sein das ist das soliche gnad in dem heyligen eacrament empfangen wirt, was ist es das etlich etlichen seltsamer dasselbe wirdig sacrament empfahen 1 M ona chus: Wann ettlich verlassent das und ziehent sich davon, das sy sich aus irer diemüttikait des unwirdig dunckent. Auch ettlich habent nicht 5 vil achtung darauff, oder von berürung irer gewissen nicht getürren darzu geen zu empfahen das heylig sacrament. Die ersten, das aus diemüttikait sich darzu unwirdig achtent, die empfahent das sacrament geistleich, aber die andern be- raubent sich grosser gnaden, die aus leichtvertikait sich davon ziehen. Auch sind ettlich die sich gern darzu schicken das sy das heylig sacrament empfahen und 10 erpieten sich darzu, als sy des wirdig sein, die selben sind salig menschen. Nym war, es körn also das zwen menschen gleich warn in der lieb Gots, der ain gieng ainfeltikleich zu Gots leichnam, der ander gieng slechtleich nicht darzu und liesz ainfeltikleich underwegen. Als ich dann wol gelaub, so wirt die lieb in dem der darzu gangen ist, gemeret, und wirt domit zwischen den selben zwain unge- 15 leichikait des verdienen. Novicius: Unde hoc probas? Wie wilt du das erweysen? Monachus? Manna non descendit sine rore etc. Das hymel- prot kom den vättern in der wüst nicht 6n taw herab von hymel, also auch wirt der leichnam Christi von den gütten menschen nicht [159 v ] on merung der gnaden 20 empfangen. Das auch den gütten menschen gütt sey zu empfahen Christi leichnam, das peweis ich dir mit den hernach geschriben zwayen ebenpilden. Das XLj capitel. In claustro, cuius sepe memini, sicut michi etc. In dem 25 chloster, des ich offt meidung getan hab, als mir ein priester desselben haws geschriben hat, das zu einer zeitt des hochzeitleichen heyligen weinnachtagen, das die prüder desselben haws darzu schickten und beraiten sich zu empfahen den heyligen Christi leichnam. Und do sy das zaichen und den chus des frids, darzu sy sich nach gewonhait auff yrn chnyen beraitt und geschickt hetten, 30 empfahen solden, do sach der selben prüder ainer den herren Jhesum in eines chindes gestalt, und doch nicht in solicher gestalt als das chint newlich geporen war, sunder er sach als yeczunt newlich an dem chreücz war gemartert worden, und aus allen seinen wunden was das frisch plüt tryeffend, dar under ein chelch stund, der dasselbe heylig plüt von den wunden in sich emphieng. Und von 35 2 — 3. lat.: quid est quod alii aliis rarius coinmunicant ? 4. Monachus fehlt. 19. wüst] w aus n korrigiert. 30. ym. 33. worden] o aus a korrigiert. 16* 244 III, 41— III, 42. sölichem für körnen und sehen nam im der selb prüder ze synn und gedacht im wie er derselben heylikait des sacraments nicht wirdig war zu emphahen, und hüb sich von in zegeen in das höher gestüll der prüder. Und was im die andern prüder zaichen geben, er solt bey in beleiben und das sacrament empfahen, das gieng 5 im nicht zu herczen, und gab in hyn wider zaichen nach irer regel, das er nicht wolt mit in zu der zeit das sacrament empfahen. Darnach als die preym gesungen was, do die andern in das capitel giengen, do gieng er ab von in an sein gepet, als etlich pflegten zetün. Und so er zu dem allter des heyligen chreücz kom, do gab er sich in sein gepett mit andacht ein gütte zeitt, und die selbe zeit [160 r ] 10 was im kürcz von grosse wegen seiner andacht, die im Gott doselbs gab. Und do er also mit dem gepett die zeitt verlengt und chain acht hett auff die zeit, die dieselben weil hingieng, do erschain im die lobsam küniginn und gepererinn Gots Maria und ward im zu sprechen mit solichen worten: 'Warumb hast du den heyligen leichnam und plüt meins aller liebsten sün hewt nicht empfangen mit 15 andern deinen geprüdern V Er antwurt mit lautter stymme er war des nicht wirdig gewesen. Im antwurt unnser liebe fraw und sprach: 'Du gedenckst dir selber wie du des unwirdig gewesen seist, wie magst du oder yemant gedencken eines der solicher grossen dinge müg wirdig sein zw empfahen ? Das sey dir zu disem mal vergeben und für sich dich eben das du fürbas des gleichen nymmer 20 tust.' Jn der selben zeit do er also seines gepets innig was und der mitchosung unser lieben frawen anhorig mit grossem lust auf nam, do was im als er enzuckt war in dem geist, und kom doch wider zu im selber, also das er gedacht zu capitel zegeen und eylt doselbs hyn nach den andern prüdem. Do begegenten im ettlich der selben seiner prüder, die zu den älltern giengen, und das capitel was geendet. 25 Des wesst er nicht und belaib dannoch an seinem gepet. Do ward zu der tercz gelewttet, do erst gedacht er und verstund was im widergangen was, das er sölichs versawmen getan hett, und liesz sich seinen öbristen davon absolviren und ledig sagen. Das XLIj capitel. 30 Ibat post hoc in cena domini quidam etc. Darnach an dem heyligen antlas tag do gieng der prüder einer zu dem heyligen sacrament. Der selbe was mit grosser trakait und missetrawung bekümert also das er im gedacht: Hett er es mügen ze tun, er war vil lieber nicht doselbs gewesen in gegenwürtikait der empfahung des wirdigen sacraments [160''] von seinen prüdem. Wann do 35 er zu dem allter gieng, das tet er mit solicher swärikait und tragen geen das er sein nach geend prüder auffhielt und irrt, das sy in als für scbuben. Und sy komen an die stappfeln des alltar, do kert er sich umb und sach einen andern 1. nach sehen gestrichen wann. 8. des] s undeutlich. 21. anh'rig. 31. Tat.', in coena domini. III, 42. 245 prüder im nach folgen, von dem ich voran geredt hau. Und domit kom im in gedachtnüsz ein sehung oder fürkömen, das im der selb prüder vormals gesagt hett, und domit bekert er sich so zehant, und ward in einen andern menschen verwandelt, und ward gahen und eylen mit inhiczikait des geists enzündet, und inwendig als ein haisser ofen in andacht und grosz begir inprünsttig, also das er 5 sich selber chawm enthielt. Und do er also in solichem geist was in lieb und begier zu dem heyligen sacrament und das zu empfahen enzündet, und also zu dem alltar eylt und gahet, do sach sein prüder, der im nach folgt, in des priesters hannden das heylig sacrament in eines aller schönsten kindleins gestalt, der dasselbe chindlein im in seinen mnndt raicht. Und weder der priester, der im das sacrament 10 raichet, noch der es empfieng, sahen nicht des chindleins gestalt in dem sacrament, nur allain der gut, sälig prüder, der hinder im bey dem allter stund. Der selb vyel auff sein knye und was das kindlein anpettend, das im die andern für einen übel stand und wider ordenleich gewonhait für unzimlich auff viengen. Und das hüb im der prüder ainer offenlich auff in straffung von andern prüdem 15 und droet im er wolt in darumb vor dem oberisten verchlagen, darinne sich der selb gütt prüder bekümert und besorgt und empfalch die sache dem der sy wol wesst, und den in chindleins weis gesehen hett. Der selb gab im ein den geist der geduld und des frids, das er das verswaig und nicht chlagt, als er im gedroet hett. Nymwar, der prüder, der das saug sacrament in des chindleins weys emp- 20 fangen hett, der was so ser enzündt und in dem geist pewegt [161 r ] mit frolockung seines herezen und enzündung des geists das er als einer der von weyn truncken war, sein selbs nicht wol empfinden mocht, das er chaum ungefallen wider in seinen stül kom. Darnach ward er offt gefragt von seinem prüder, der das von im gesehen hett, dem wolt er langzeit nichcz davon sagen, biz das im der 25 selber piüder sagt was er von im und dem chindlein gesehen hett. Und darnach verhal er im desselben alles und wurden darnach offte in grosz lieb und andacht mit einander davon chosen. Novicius: Si se a Sacra communione subtrahentes a beata Dei etc. Seind das also ist das die lobsani junckfraw Maria die menschen also 30 straffet, die sich von der empfahung des heyligen sacraments abziehent und nicht darzu geen, und das auch der Gots sün Christus Jhesus als wärleich und als 16b- leich empfangen wirt und auch aus solicher empfahung die Gottes lieb gemert wirt, darumb so wil ich hinfür dester gerner und frölicher zu dem heyligen sacrament geen. 35 Monachus: In sacra eukaristia etc. Wie grosse und manigvaltige gnade und krafft und erezney seel und leibs in dem heyligen sacrament sey und ist, das pewarent dir die hernach geschriben ebenpild. 13ff. lat. : Moti sunt autem super hac venia illius quidam, eo quod inordinato fecisse videretur. 16. verchlagen] h aus einem anderen Buchstaben korrigiert. 26. er fehlt. 27. desselben ans dast-elben korrigiert. 246 III, 43— III, 44. Das XLIIj capitel. Magister Mauricius Parisiensis etc. Maister Mauricius zu Parys, ein pischoff, der ward vor seinem tod so swärleich kranch das die materi derselben kranchait in sein hirn gezuckt ward, davon er sein vemunfft und synn 5 verloz. Und in sölicher unmechtikait und kranchait vordert er stätikleich und pat im unnsers herren leichuam zegeben. Aber die pey im waren und sein pflägen, do in die selben als krancken und unwiezigen sahen und hörten, die wolten nicht verhangen das im das sacrament geben würd. Und do er des so stätikleich begert und ervordert, do schickten die selben sein pfleger nach dem priester und redten 10 mit im, das er dem selben maister ein ungesegencz oblat für das sacrament geben und in seinen [16P] mund, als ob es das heylig sacrament war, legen scholt. Do der selb priester also mit grosser zier und löbleichait kom, als einem pischoff zugehört, als pald er über das drischschüfel des bischoffs haws kom, do schray derselbe pischoff mit lautter stymm: 'Tu hin, tu hin, trag das wider haim, es 15 ist nicht mein herre Christus.' Das hett im Gott in sein or gerawmet, das er wol wesst wes sy mit im pflegen wolten. Der priester und alle die anndern doselbs gegenwürtig wurden mit forcht bestanden. Do gieng darnach der priester wider zu der kirchen und pracht im unnsers herren waren leichnam, den empfieng mit grossen kristenleichen lob reden und mit rew und andacht und diemüttigem 20 anpeten. Und mit der selben empfahung des heyligen sacraments wurden im also sein synne, krafft und vernunfft widergeben von gnaden und krafft des heyligen sacraments, und also starb er in gütter bechanntnüsz mit vollem glauben und götlicher liebe. Das XLIIIj capitel. 95 Simile contingit cuidam puero iuveni sicut etc. Des gleich ist geschehen einem kind, das die jar seiner vernunfft nicht hett, als mir desselben chindlens leiplich prüder Ludolff und Haydenreich, zwen münch unnsers chlosters gesagt habent. Do dasselbe chind in chranchait viel, do ward es von ein flusz des heyligen geistes darzu pewegt, das er pitten ward umb das heylig sacrament, 30 das im das solt geben werden. Den priester in der pfarre ward das angesucht, der sprach es war nicht zetün das er einem solichen chint solt goczleichnam geben, wann es verstund nicht was daran wird und gnaden war. Doch wolt er dem chind ein genügen tun mit einer gleichnüsz und pracht mit im zu dem chint ein unge- segent oblat. Do er im dasselbe raicht und geben wolt, do sprach er: 'Nym hyn, 35 das ist unnsers herren leichnam'. Nym war, unnser herre Gott gab dem chind 2. l'arionsis. 13. lat. : mox ut Urnen domus sacerdos attigit. 16. weis. 24. das XLIIIj. 25. den] Zuerst war Es geschrieben; dann wurde d vor das E gesetzt. .35. vor dein tifi.at. Das LXVIj capitel, von einer kroten, die funden ward in ainer schall ains truncken priesters. Das LXVIIj, von ainer kroten, die funden ward auff ainem alltar der Juden, da sy ir fest pflagen. Das LXVIIIj ca., von ainer slangen, die ains ritters wunden saugt so und in gesundt macht. Das LXX ca., von ainer frawen aus flandein, die ain slangen tranck aus ainer wagenlays und sy gepar mit aim kind. Das LXXj capitel, von ainer frawen, der in dem slaff ain slang in den mund schloff und auch mit ir gepürt von ir kam etc. 3. prun; tat.: de . . arbore eius meritis scifisa. i. der fehlt. 11. Schwaben; lat.: hyrundines. 12. nesster ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 23. nach aus gestrichen de drüssel. 28. ainem] aime. 270 IV> L [175 r ] Hye hebt sich an die czehent underschaid von den wundern und was ain wunder sey, und von wem die wunder geschehen, und was ursach sey dar umb die wunder geschehen etcetera. Das erst capitel. 5 Nit an ursach betracht und main ich nach dem wirdigen sacrament des fleisch und plüts Christi Jhesu zu schreiben von den wundern, wann wer die sacrament handeln und nyessen, die werden offt und vil erleücht, mit den wundern. Wie wol all vor geschriben exempel und red genüg wunderleich sein, ye doch so hab ich mir für geseczt in dyeer underschayd von vil wunder zu schreyben 10 und man das sölichs pillich geschech in der zehenden underschaid, darumb das Egippten land mit czehen gar grossen plagen gestrafft und geplagt sey. Novicius: Was ist ain wunder? Monachus: Wir hayssen und nennen alles das wunder das geschieht wider den gemayn lauff der natur, dar ab wir dan wundern, aber nach den 15 höchsten Ursachen, so ist kain wunder. Novicius: Von wem geschehen die wunder? Monachus: Die wunder geschehen von Gott, aller ding schöppffer, als wir dann lesen in dem psalter: 'Du pist der der allain wunder thütt und macht.' Die wunder geschehen durch gütt und pösz menschen, von den gütten ist kain 20 zweifei, aber von den pösen redt Gott in seinem ewangely: 'Vil sprechen zu mir an dem tag: "0 herre, o herre, in deinem namen haben wir weisgesagt, in deinem namen haben wir die tewfel austriben" etc. Ich wais nit wer ir sind.' Novicius: Was ist ursach der wunder? Monachus: Die ursach ist manigvaltig und mir unausleglich. Under- 25 stund tut Gott wunderzaichen in den dementen, das er uns tödlich erzaig sein mächtigen gewalt. Underweyln gibt er mangerhand sprach und ain gaist der weyssagung, das er erzaig sein gruntlosz weishaitt. Underweiln gibt er gnad der gesundhait, das er erzaig sein entlos parmherezikait. Novicius: In weihen dingen geschehen die wunder? 30 Monachus: In den menschen, in den dementen fewr, lüfft, wasser und erd, vischen, vögeln, tyern und chriechenden dingen. Und das dir das dester pas künd [17 5 V ] werd, so wil ich von yeglichem tier sagen etliche exempel und beyspil. Von den heyligen, die zu unnser zeitt gewest sind, mocht ich dir vil peyspil und exempel sagen, aber andre ding machen das ich davon gesweig. 35 Doch wil ich dir ettlichs sagen, die zu unnsern zeitten geschehen sind, davon du vast wundern wirst. Das ist yecz am ersten nach geend. 5. wain. 10. man] = meine; lat. : aibitror. 14. wider] aus widen korrigiert durch Verlängerung des ersten n-Abstriches 16. von] vö ist darüber geschrieben. 18. Ps. 77, 15. 21. Matth. 7, 22 f. IV, 2. 271 Das ander capitel. Von Winanden, der in ainer stund von Jerusalem gefürt ward in das pistumb Luttich etc. In dem pistumb Luttich ist ain dorff, das haiszt Elselo, darinn wonet ain geistlicher lay mit namen Weinand, ain prüder der mütter unnsers münchs ains, 5 genant Weinant, von dem er den namen hett. Der selb kam zu einer zeit kirch- ferten mit andern sein nachpauren gen Jerusalem. An dem heiligen ostertag da sein gesellen sich beraytten zu der widerfartt, und in der genant Weinand, als ain andächtiger man, ryet also: '0, lieben prüder, ez zimpt wol das wir an disem aller heyligisten tag rüen und alle amppt der priester hörn.' Er mocht 10 in so vil nit geraten, sy eylten zu der schiffung, er belaib allain hynder in. Er hört alle ampt des löblichen tags und gieng allain nach in auff den weg an dem andern tag. Im begegent gar ein erberg person auff aim pfärd und grüsst m und sprach: 'O, gütter man, war umb gest du also ainig, oder von wannen kumpst du.' Er antwurt: 'Ich kum von Jerusalem, und also pin ich von meinen geferten 15 geschaiden.' Der reittund sprach: 'Steig auff mein pfärd und siez an mein rucken, so wellen wir dein gesellen wol erfolgen.' Da das geschacht, da saezt er sich zu im auff das pfärd und fürt in an dem selben tag zu seinem dorff und sprach: 'Kenst dw wo du Beyst V Er antwurt: 'Das land kenn ich wol, was aber mit mir geschehen sey, das ist mir gancz unkunt.' Der reittend sprach: 'Darumb das 20 du Christum Jhesum geert hast, darumb pin ich zu dir gesant, das ich dich haym für. Schaw, das ist dein haws. Und sag die wunder Gots, die er mit dir gethan hatt.' Da in sahen sein künden, sy fragten wa sein gesellen warn. Er antwurt: 'Ich pin hewtt gewest in Jerusalem, und sy haben mich gestern da gelassen und sind vor mir auszgangen.' Sy gelaupten im nit und sprachen all gemamckleich: 25 'Dyser allt man geet [176 r ] an die aberwiez.' Er floch das gespött seiner nach- pawren und nam das gelt, das im über was worden von der gnad des hymhschen f wrers und gieng zu sand Jacob in Galiczen, und ee sein gesellen komen, da was er auch widerkomen. Da ward er geeret mit zwifacher zeügnüsz der pilgnn, die in am ostertag zu Jherusalem gelassen hetten, auch seiner nachpawren, die 30 in an dem andern ostertag zu Elselo gesehen hetten. Von in payden ward Gott groszgemacht und gelobt. Sy verküntten soliche wunder allenthalben. Novicius: Ist das Gerhart von Hollanch, als gesagt ist in der ächten underschayd am LVIIj capitel, gefürt durch den tewffel von India in unnser land in ainer stund, doch von Gots gepott, so wundert mich das nit von amem 35 hymelischen potten. 5. ains ist übergeschrieben. 9. ain aus in korrigiert, indem das a vor i gesetzt wurde. 16. pfard] p aus a korrigiert. 28. f^res — lat.: gratia coelestis convectoris. 33. Vgl. oben 8. 159. 272 IV, 2— IV, 3. Monachus: Die alten wunder werden ernewt in unsern zeitten. Helyaa der ist mit wagen und pferden gezugtt in das paradys, so ist das nit vil minder das er durch ain reittend mit aim pferd in ainer klain weil gefürt ist über grosse weytt des mers und des ertrichs. Das verstee und merok und bekänncz mit dir. Nwn hör ettliche wunder von den person unnsers ordens. Das IIj capitel. Von aim ungelerten münch, der in dem slaff empfieng kunst der predig etc. Von sagen ettlicher äppt unnsers ordens hab ich gelernt das ich da sagen 10 und melden wird. Ain münch der sach des nachtes in seinem slaff das er gefürt ward in das hymlisch tempel, daselbst ward er angelegt mit alben und stoln und lasz zu der mesz das ewangely. Er was dyacan und gancz ungelert. Und da er den segen zu lesen ayscht und begert von Gott dem herren, da enpfieng er ain solich antwurt: 'Von der stund solt du haben kunst und krafft zu predigen 15 das wortt Gocz, als offt und vill dir das gepotten und auff gesaczt wirt.' Da er das ewangely gelasz, da erwacht er und verstund das ez ain trawm was, und wundert in doch das er das so offenlich gesehen hett und sprach zu im selber: 'Hewt wirdest du lesen das ewangely zu der mesz, und viril ich ain stoll ainer solichen varb als ich in dem hymel hab gesehen, so ist mein gesicht war und 20 getecht.' Von dem willen Gots [176"] ist ez geschehen das der custos gleich ain solich stoll ausser trwg, von stund ward er vertröst das dicz gesicht recht wäre. Was er gesehen hett das offenwart er seinem appt, von dem ward im gepotten und auff gesaczt das er reden und predigen solt das wortt Gocz. Do tett er als pald und unbedacht so hoch und wol das wort Gots und predigt so hoch köstlioh 25 und krefftiklich das alle die die ez horten vast darab wunderten, und zu andern zeitten, so im das nit gepoten ward, so kundt er gar wenig und klain geschrifft. Novicius: Das ist das wunder Salomons, der auch in dem slaff die weys- hait empfieng als dyser münch. Monachus: Gott ist für war aller kunst ain herr, er gibt ettlich kunst 30 wunderlich, als dann gesagt ist. Etlichen enzeucht auch Gott ir kunsst, und das ist ain klainer wunder. 1. 2. Kön. 2, 11. 4. bekänncz] c aus d korrigiert. 11. mit] m aus v korrigiert. 18. vint fehlt; lat.: si eiusdem coloris inveneris stolam ... 19—20. lat.: vera est visio. 27. 1. Kön. 3, 5 ff. IV, 4-1V, 5. 273 Das IIIj capitel. Von einem priester, der durch aderlasz all sein geschrifft verloz und die über ain jar durch ain ander aderlasz wider gewan. Der appt von sand Michels perg der fwr zw ainem gemainen capitel und rayt durch Hemerrod, der sagt uns gar ain wunderleich geschieht. Er sprach: 5 'Ez was ain priester bey uns, wol gelertt und erber, der selb lyesz zu ader an einem . tag, also verlor und vergaz er aller kunst und geschrifft, und nyemant verstund anders, dann das er durch das plütt lassen verlorn hett. Von der zeitt kunt er kain puchstaben und kunt auch lateinisch wort weder reden noch versteen, und das er sein synn nit verloren hett, das erzogt er domit, wan er alle ding die er 10 vor ye gethan hett, die wesst er wol. Der selb münich klagt mangem man die Verlust seiner geschrifft. Da kam ain behender man und ryet im das er gleich über ain jar und an dem selben tag und stund anderwerb das plütt lyesz gleich auff der selben ader, so vermaint er das er wider gewunn sein schedlich verlwst. Da er das allso tett, da gewan er von stund wider all sein kunst und geschrifft, 16 die er vor gehabt hett. Das ist geschehen von Gott dem herren und ist vast wunderleich in unnseren äugen. Ettlichen gibt Gott gnad der gesunthaitt, als hernach geschriben stett. Das funfft capitel. Von aim convers von Ebrach, der die siechen gesundt macht, 20 wann er sy berürt etc. [177 r ] Zw Ebrach was ain convers, ain ainfaltiger und gütter mensch, vast allt, dem hett Gott so vill gnaden verlihen das von dem an greiffen seiner hend gar vil fremder siechen gesund wurden. Da das die gemain vernam, da komen von paeden geslachten, man und frawen, gar vill lewt zu dem chloster, 26 die dann die tugend und gnad seines haylsamen Segens enpfyengen. Von solichem zwlawffen verstund und merekt der appt das die prwder an ir andacht gehyndert wurden, auch das chloster mit zerung vast beschedigt werden. Da gepot er dem selben convers das er hyn fiir kaynen layen sein hend auff legt, und von der stund hortt die krafft der zaichen an im auff. Das ist mir warlich gesagt von den 30 münchen zu Ebrach in disen zwayn jaren, da ich da was. Ich gieng auch selb zu dem heyligen mann und pat in das er für mich Got pät, da antwurt er ainfaltik- leich: 'Ich pett alltag für dich und die ganezen weit.' Novicius: Mit was wereken verdient man solich gnadl Monachus: Mit beyspiln und nit mit worten wil ich dir antwurten etc. 36 3. gewan ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 6. wol ist übergeschrieben. 7. und 1 ] vn sind aus einem anderen Buchstaben korrigiert. 19. Das fünfft capitel] ist im Inhaltsverzeichnis (S. 266) Kapitel VII. 27. andacht] h undeutlich. .Deutsche Texte des Mittelalter«. XXX. , K 274 IV, ß-IV, 7. Das Vj capitel. Von ainem niünch, der alle irdische ding versmächt, von desselben chlayder berürrung werden siech gesundt. Nächst hat uns gesagt ain appt unnsers ordens von ainem münch, dem 5 Gott so vil gnaden verlyhen hett das von seiner klayder kraiit vil menschen gesund wurden, und noch offt wann sein prüder sein gewant anlegten oder sich mit seiner gürtel gürtetten, so werden sy gesund. Das merckt nw wol zu einer zeitt sein appt und sach doch chain sunderhayt an im. Er sprach zu im in ge- haim soliche wort: 'Sun, sag mir was ist die ursach dyser wunderzaichen?' Er 10 antwurt: 'Herre, ich wais sein nit. Ich pett nit mer dann ander prüder, ich vast nit mer, ich wach nit mer, ich arbayt nit mer. Doch hab ich ains an mir: das mich kain gelück erfreyt, so mag mich kain widerwartikait entrütten, es sey von meiner person oder andern dingen.' Der appt antwurt im: 'Hat dich nit betrübt das uns der ritter unnsern prüderhoff verprantt hatt?' Er sprach: 15 'Nayn, ich hab alle sach Got bevolhen, hab ich wenig, so enpfach ich ez mit danck Gotts, hab ich vil, [177 v ] so sag ich aber Gott gleichen danck.' Da verstund der appt das solich gnad der zaichen allein was die lieb zw Gott und verschmähung aller irdischen ding und die heyligen tugent: der glawb, die lieb, hoffnung und die gerechtikait, diemüttikait, gehorsam, lieb der untertänikait und mitleyden. 20 Offt wirt die er der zaichen hye belontt, als disz nach geschriben exempel ausweyszt. Das sybent capitel. Von aim pawrn, der gefangen was und von sant Jacob erledigtt etc. Bey Köln warn zway geslächt der pawren, die he tten zwischen in grosz 25 vech und krieg. Da zoch der ain tail, der dann krencher was, äuff ain schlosz, hayszt Hamerspach, von dem schlosz tetten sy iren widertaylen grosz schaden. Zw ainer zeitt ward ir ainer von jener dreyen gefangen, aus dem wolten sy grosz geelt schäczen und sprachen: 'Gibst dti uns nit gelt, so wellen wir dich peynigen.' Er sprach: 'Ich hab drey helbling, kaufft darumb drey weck und esset die, 30 wann von mir mügt ir nit mer gehaben.' Er hett grossen trost und glauben zw Gott und sant Jacob. Er sprach mer: 'Ich hab noch fünff marck da haym in meiner trfihen und zwen new schüch, mit den wil ich suchen sand Jacoben und wil vor auff gang des tags von euch aus geen.' Sy verwunderten seiner bestunden wort. Sy legten im an zway füeszeysen und saczten in in ainen turn und bestalten 1. Das VI capitel entspricht dem Kapitel V des Inhaltsverzeichnisses. 3. Nota beno am Bande uechts. 13. nach dich am Zeilenende gestrichen nit. 20. belantt. 22. Das sybent capitel entspricht dem Kapitel VI des Inhaltsverzeichnisses. 25. schluf. 26. haypt (p = er). grof*. 27. jener] Es scheint zuerst jenen beabsichtigt gewesen zu sein, denn es steht da: jener. grof'. IV, 7-IV, 9. 275 acht mann, die sein die selben nacht hütten solten. Sy fragten in ains und zum andern mal ob er noch da war, und er antwurt in: 'Ja, ich pin noch hye'. Zu dem dritten mal fragten sy in, da antwurt er nit, wann die krafft Gots hett in yecz ans beslossem turn gefürt. Von der hoffnung ist oben vill gesagt, aber die krafft der lieb werden die 5 nach geenden beyspil auszlegen. Das acht capitel. Von ainem appt, der durch lieb Beins pruders gemant ward fleysch zu essen. Ain appt unnsers ordens gepott seinem syechen münch fleysch zu essen, 10 er was von stund an gehorsam und tet das, doch un gern. Er antwurt seinem apptt: 'In der selben lieb man ich euch das ir mit mir fleysch esset.' Er sas zu stund nyder und nam ain pyssen aus der schüssel des münchs und assz es. An dem andern tag \178 r ] kam er in ain kirchen, da ain mensch von dem tewfel vast bekrwtt was. Die umb stenden patten den appt das er den tewfel beswür, 15 da sprach der appt dise wort: 'Ich beswer dich, unrainer geist, in der lieb dar in ich den vordem tag fleisch mit meinem münch asz, das du von disem menschen varest.' Von stund an floch der tewfel und verlies den menschen und mocht die in prünstig hycz der lieb nit geleyden. Wie vil Gott die lieb gevall, das hat man aus dem lasster der ungehorsam. 20 Das VIII] capitel. Von ainem münch, der ain fauln hunt asz und gütt fleysch von gepott seins appts nit essen wolt. Ain appt hett ain siechen munch, und das der wider zw krafft kam, gepot im der appt das er fleysch ässz. Der was widerspänig und wolt dem appt des gar 25 nit volgen. Da wolt Gott erzaigen das gehorsam pesser ist dann der unweysen kesten und oppfer: Der ungehorsam münch ward von stund wüttend und lyeff auff das veld, da fand er ain fawln huntt, den hüb er an zu essen mit grosser begird und lust. Und darumb das er von des fleysch wegen gesündt hett, darumb müsst er mit dem stinckenden fleisch püssen. Was hin für mit dem münch ge- 80 schach, das ways ich nit. Die zway zaichen hatt uns gesagt maister Hanns 2. nach noch gestrichen tag. 11. ungern] Zuerst war vn gern geschrieben, also und gern, doch wurde das Abkürzungszeichen wieder gestrichen. 17. nach ich gestrickten dich. 24. zw] steht zweimal da, am, Ende der Zeile zw, am Anfang der folgenden zu. 27. und 1 ] vnd; v aus einem angefangenen o korrigiert. 18* 276 IV, 9— IV, 11. von Ach und sprach das ez im in warhait gesagt war, das ßüllen die münch hören und gehorsam sein und sullen chain ding der gehorsam versiezen. Ich wil dir sagen noch ain exempel, dar durch du erchennen magst, wie gütt ist die krafft der lieb und wie gar schedlich ist das lasster der ungehorsam. 5 Das X capitel. Von ainer frawen, die geledigt ward von dem tewfel und die durch ungehorsam von dem tewfel zerissen ward. Ain edel weib besäsz der tewfel in Saxen und kesstigt sie gar hertiklich. Ir diener fürten sy zu manigen heyligen durch erlösung willen. Da begegnet in 10 ain priester, der was vast ungestalt und hett ain mitleiden über die frawen. Er pat Got in grosser lieb und warff aus den tewfel und macht die frawen gesundt. Er gab yr zu pwsz das sy dreyssig tag ver&lieb und alltag da unnsern herren enpfieng und das sy all syben zeitt in der kirchen die tag hörn solt. Da sy das newn tag getan hett, da verstunden [178 v ] ir diener kain pösz mer an ir und 15 fürten sy hyn. Da kam an sy auff dem weg ain grosz ungewiter, und der tewfel zerraysz sy gancz und gar zu klain stücklein als die ingewayd der menschen. Novicius: Was ist die ursach ainer so scharpfen pen? Monachus: Ungehorsam. Des gleichen hast du in den wesselWorten sant Gregori von aim priester, der besessen was und von sant Benedicten erledigt. 20 Dem gepott sand Benedict, das er nymmermer priesterlich amppt volpracht. Das über fwr er über vill jar, von stund viel in an der tewffel und kestigt in so lang pisz er sein gaist auff gab. Das Xj capitel. Von aim tewfel, den Albrecht Schottenhart in gespött von aim 35 besessen traib etc. Der appt vom Newenberg, das ist die reichist äpptey swarcz ordens in Saxen land, der sagt uns nächst ain gar lächerleich wunder, wie ain mayd von dem tewfel erledigt ward. Es ist bey uns ain geistlich ritter mit namen Albrecht Schottenhart. Der was vor seiner bekerung so streng und fraydig und in der 30 ritterschafft so wol geübt das all unnser lantt herren in mit gaben, pferd, har- nasch und gewand ertten und in zu4n lockten. Zu ainem tag sas ain mayd bey zweliff jarn, ains ritters tochter, in ainer kirchen, die wa.s behafft mit dem tewfel, und ettlich geystlich lewtt stunden umb sy zu besweren und erledigen von dem tewfel. Die mayd schray lawtt mit kuchender stym: 'Wartta, wartta, mein 85 frewnt der kumppt, mein frewnt der kumpt!' Sy fragten den tewfel von wem er 8. sich. 12. verblieb] Zuerst war nur lieb geschrieben; dann wurde v' über geschrieben, b aber vergessen. 14. p6sz] p6p (= pöser). 15. grosz] grop ( = groser). 16. lat. : ut membra humanis visceribus simil tima apparerent. 19. Gregorms] vgl. Namenregister. 31. in ertten. IV, 11. 277 redt. Er sprach: 'Ich red von aim ritter, der noch ferre ist von der kirchen, aber er kumppt.' So der ritter ye nächner kompt, so der tewfel durch der mayd mund ye lautter schray, und da er in die kirchen gieng, da stund sy gegen im auff und frolockt mit iren henden und grüsst in und sprach: 'Nempt war, der ist mein frewnt, weicht im, weicht im und lat in nahent zu mir.' Er was wol beklaytt 5 mit purpurgewantt, das an den enden zu ha wen und zerzottet was. Er nachnett zu ir und sprach: 'Pin ich dein frewnt?' Der tewfel antwurt durch den mund der mayd und sprach: 'Ja, dw pist mein gröster frewnt, wann dw tust allen mein willen.' Von den wort wart der ritter in im selber vast betrübt und in sich geschlagen, wie wol er des gleichen nit tett. Er lacht und sprach also: 10 'Dw pist ein närrischer und unweyser tewfel. Wärst dw weys, dw fürst mit uns in die türnan, \179 r ] äo die lewt gefangen, geslagen und ert6tt werden. War- umb betrübst dw die unschuldigen mayd, die nicht gesündt noch übel getan hatt V Der tewfel sprach: 'Sol ich mit dir, so vergwn mir das ich in dein leib far.' Der ritter antwurt: 'Du kumpst in mich nit.' Der tewfel sprach: 'So vergünd mir 15 das ich siez in dein sattel.' Da der ritter das nit vergünden wolt, da sprach der tewfel: 'So gib mir doch ain statt an deinem pferd oder zawm.' Das alles versagt der ritter dem tewfel. Der tewfel sprach: 'Wilt du nwn das ich mit dir far, so vergün mir doch etwann ain statt bey dir, wann ich mag ye nit zw füsz gen.' Der ritter hett ain mitleiden mit der mayd und sprach: 'Wilt du die mayd 20 ledig lassen, so verleich ich dir ain zoten an meinem mantel mit solicher under- schayd das du in chain Sachen mich laydigst und auch so lang bey mir wonest, als lang ich die turney such, und wann ich dir gepewtt, das du mit güttem willen an all wider red von mir kerest.' Der tewfel swür im und sprach: 'Ich wil dich nit laydigen, sunder ich wil dich fürdern.' Er für aus von der mayd und sprang 25 an das zöttlein und öffnet sein ausfart mit wunderlicher bewegung. Zw der selben zeitt gewan der ritter so vil eren und wird in dem turney das er valt mit dem sper wen er wolt, wen er dann vahen wolt, den vieng er. Er tett in dem turney was er wolt. Wa der ritter was, er rett mit im und gieng mit im. Wann er zu lang in der kirchen pettet, so sprach der tewfel: 'Yecz murmelst du zw 30 vül.' Und wann er sich besprengt mit dem weichwasser, so sprach er aber zu dem ritter: 'Schaw das du mich nit berürest.' Der ritter sprach: 'Ist das dich ain troppf berürtt, das ist wider mein gefallen.' Zw der zeit do man das chreücz predigt wider die hayden, da gieng der ritter auch in die kirchen und wolt sich lassen zaichen mit dem creücz. Da arbait der tewfel gar vast, das er hye ausser 35 beleiben solt und sprach: 'Was wilt du yecz thün?' Der ritter sprach: 'Ich hab mir fürgesaezt Gott zu dienen und wil dir absagen, du solt von mir geen und nymmermer her wider körnen.' Da der ritter das gesprach, der tewfel antwurt: 'Was hatt dir an mir missvallen ? Ich hab dich nye gelaydigt, ich hab dich 12. die die le£t. 23. das] da. 32. dich aus ich durch Versetzung des d korrigiert. 278 IV, 11 -IV, 12. reich gemacht. Du hast durch mich grosz er und wird erlangt. Doch so mag noch wil ich bey dir nicht wonen, ez sey dann dein will, wann ich hab dir das versprochen.' Der ritter sprach: 'Ich will yecz das creücz enpfahen, [179*] dar umb eher pald von mir und küm zw mir nymmermer, des beswer ich dich bey 5 dem namen des chreüczigisten Gots.' Da schied der tewfel von im. Als er mit dem chrewez gezaichet ward, da für er über mer, da belayb er zway jar in der ritterschafft Gots. Da er wider cham, da bawt er gar ain grosz und reichz spitall pilgrinen und siechen lewtten. Das chloster hat all jargüllt mer dann drew hundert marck silbers als bezeugt hat der selb appt.' In dem selben spital er 10 und sein gemahol hewt den armen menschen, die dann sind 1yd Christi Jhesu, dienen und wartten in ergeben chlaidern, und er ist gar ein grosser, begiriger enpfaher und liebhaber unnsers ordens. Der selb ritter redt offt in schercz und gespött: 'Ir äppt und yr münch seyt nit heylig, wir ritter, die twrney suchen, sind heylig, wann die tewfel sind uns gehorsam, und wir treiben die aws von 15 den lewtten.' Novicius: Ich vermählt nit das die tewffel also in gespött mochten von den lewtten aus getriben werden. Monachus: Der schimpff und das gespött hatt nit den tewfel aus getriben sunder das grosz mitleiden, das der ritter gehabt hatt. Wann was grösser SO sach ver mügen die lieb und prüderlich mitleyden, das wirt dir ausgelegt in dem nach genden exempel und beyspyl. Das XIj. capitel. Von Dietrichen, ahn ritter, der in der rwr und flwssz des plüts die hayden wunderlich flüchtig macht. 25 Bruder Walther von Hemmerod der sagt ain grosz wunder zaichen, das er gesehen und gehörtt hatt. Da die merfart an der ersten zeit besasz die stat Acharon, da geschach an aim tag das die haiden heraus ranntten mit fraw- lichem gewalt und die Christen jagten in ir gezelt und horr. Da was ain junger ritter mit namen Dietreich, der prüder was herren Rwland, der hewt leppt, 80 der was so vast syech an der rwr das er an seinem pett sich selb nit mocht wenden. Der selb hört das gedösz und geschray, und er fragt was das war. Und da er die sach hört, er hyesz im pald pringen seinen harnasch und wappent sich siezent am pett. Er hyesz sateln sein streytrosz und umb gürtt sich mit seinem swert und schüff sich zw heben auff das ros, da floz das plütt über den sattel ab. Er 2. nicht fehlt. 7. grosz] grof>; sz wird jetzt auch öfters durch f urieder- (jegeben (eigentlich = ser). 10. lat. : cum uxore sua in habitvi religioso membris Christi servit. 22. Steht am Rande links. 23. Vor plüts gestrichen flüs. 28. lat.: in castra sua. 29. dietreich, prüder herren was Rwland; lat. : f rater domini Kononis de Rulant. IV, 12— IV. 14. 279 enpfieng ain lanczen und sprach: 'Herr Gott, hilff mir und deinem heyligen grab.' Er für mit solicher ungestümikait durch die hayden und her wider, [180*] durch das er manigen hayden falt und sy flüchtig macht, und all Christen wider von verzaghait zu herczen und krefften pracht, das sy die hayden gar pald aus irem horr wider slügen. Da das geschach, er legt sich wider in sein syech pett 5 und starb an dem dritten tag. Nwn hör von der gerechtikait gar ain erwirdig wunderzaichen. Das XIIj capitel. Von aim ritter. des weingart wider erfüllt ward durch sein recht zehenden. 10 Es was ain ritter in seinem zehend geben so gerecht das er allen vleisz dett den gar wol und recht zu geben, sunder an als verziehen und sunder an alle untrew. Er het ain Weingarten, der trüg gewönleich alle jar bey zehen vaschen Weins. Zw ainer zeitt geschach von Gott gewalt mer dann von unschickung des wetters das der wein gartt gelesen ward, der wein ausgepresst und ward 15 im nit mer dann ain vas. Da der ritter das vernam, er sprach zu seinem knecht gar ain löblich, gedächtig wort: 'Das mein gewesen ist, das hatt Gott der herre hyn, ich wil im sein tail nicht empfremden, gee und gib dem priester das vasz zu zehenden.' Das geschach. Zu der zeitt gieng ain priester, der des ritters frewnt was, bey dem Weingarten, der sach das der weingart stund voller wein- 20 trawben. Er gieng von stund zu dem ritter und strafft in von solicher ablässi- kait und sprach: 'Warumb habt ir nit gelesen ewren Weingarten bisher?' Der ritter sprach: 'Er ist langst gelesen.' Der priester sprach: 'Er ist in chain weis gelesen, wann ich hab in yecz gesehen steen voller weintrawben.' Man fragt darnach und er vand die warhait, wann der weingart het nye kain jar so vil 25 weintrawben getragen als er yecz trüg. Das ist uns auch gesagt zu der zeit, und mir ist vast layd das ich des ritters namen und des dorffs vergessen hab. Ain ander exempel wil ich dir sagen von diemüttikait, das wol genüg ain wunder ist. Das XIIIj capitel. 30 Von aim convers, der mit seinem gepett ain geprochen haffen dett gancz machen. Zw Hemerod was ain convers, Eberhart mit namen, der was porttner an der mittel porten. Der gieng zw stunden mit anndern prüdem aus. das er 6. herr; vgl. S. 278, 28; tat.: a oastris. 12. an ist übergeschrieben. 13. vor zehen gestrichen ein zwischen e und einem angefangenen X schwankendes Zeichen. 280 IV, 14 -IV, 15. halff essen tragen in den walt den zimerlewtten, er behyelt in auch ir geschirr und hacken und was offt yr choch. Zu ainer zeit als er lenger, [180 v ] dann sein gewonhait was, gelegen und ander prüder zu der arbayt gangen warn, da belaib er anhaim und tett sein andachtig bett und macht ain fewr und saczt ain haffen 5 darzu, das den arbaitern das essen dester ee gesoten wurd. In seinem andächtigem gepett vergasz er das er nit wasser dar an gosz. Nach dem als er sein ge- pett volbracht, kam er das essen beraitten und vand den haffen allen glüend. Er ward betrübt und goz unbedacht wasser in den haffen, der tett nach seiner natur und zersprang aller in klain stucklein. Er het kain andern hafen, darinn 10 er chochet den arbaittern. Er pog seine knye zu andachtigem gepett und rüfft Gott an mit haissen zähern andächtiklich, das Gott durch sein gütt die armen, arbaitten brüder ir speys nit dett berauben durch sein lässikait. Der allmächtig, milt Gott sach an die ainfalt seines dieners und erhört sein gepett. Als er auff stund, da vand er den selben hafen gancz bey im stan. Er sagt gnad Gott dem 15 herren und nam den haffen und zoch in von dem fewr und goz wasser darein und bereit sein gemwsz und chocht das, so er aller pöldest kunt und ver- pringen mocht. Da das wol beraytt was, da was ez umb tercz, und die prüder sassen zu tisch. Nach dem als sy geassen, da sprachen sy das sy allzeitt, so sy alda gewont hetten, nye pesser gemüs geessen noch enpfangen hetten. 20 Sy verwundert auch das die tercz so pald worden war, wie wol der betrübt prüder gedacht das sy solten vast zornig gewesen sein das er das essen so lang verzogen hett. Es was nit ain wunder das im die zeitt an dem kochen vast lang gewesen war, wann er verstund nit wol was Gott der herre mit im und mit dem essen würcken und erzaigen wolt. 25 Von gehorsam wil ich dir sagen ein exempel, das dysem gar vi 1 höher und wunderlicher ist etcetera. Das XV. capitel. Von aim convers, der arbaysz auff ain acker drucken solt und die arbaysz sich selben umbkerten. 30 In dem yecz genanten chloster Hemerod hetten die prüder arbaysz ge- snyten, die lagen entwerch in dem ackher, das sy solten trucken. Die convers komen zu dem prior und sprachen: 'Ez sey dann das der gancz conventt, syech und gesund, ausgeend und die arbaysz wenden, so verderben sy gar,' wann sy fürchten ain grossen gwssregen, darzu der hymel [18l r ] gestickt stund. Da 35 gepott der prior allen, die gen mochten, das sy sich beraitten. Von stund gieng ain ainfaltiger convers von dem syech haws der conversen, der eylt von grosser hycz der gehorsam vor in allen. Und da er nachett dem acker, da die arbaysz 6- e°f- 8. wassen. 16. beryet. 24. nach würcken gestrichen wolt. IV, 15-IV, 16. 281 lagen, da kerten sich die arbaysz alle unib in seinem angesicht, und da er das sach, da sagt er danck und gnad dem allmächtigen Gott und chert wider umb. Der prior begegnet im und sprach: 'Prüder, warumb kerst du umb und fleuchst die arbayt?' Der ainfaltig prüder sprach: '0 herre, es ist nit nott das ir für sich gett, wann die arbaysz sind all umbkert. Der prior sprach: 'Wer bat sy 5 umb gewentt?' Er sprach gar diemüttikleich: 'Ainer der es wol getün mocht'. Da der prior das verstund, er kert wider haym mit ganczem convent und hetten all nit klain wunder. Novicius: Ich zweyfel mt die krafft der gehorsam sey vast grosz und krefftig, wann sy mit solichen wundem ergeczt und belontt wirt. 10 Monachus: Als Got lieb hat die gehorsam in den imderthan, also hat er auch lieb die trew und lieb der prelaten. Das XVj capitel. Von Sophia, ainer apptessin, der ring pier zw güttem wein wartete. In Hoffen, ainem frawen chloster unnsers ordens, das auch unnserm appt IS bevolhen ist, yecz in dem andern jar ist ain apptessin begraben, die hies Sophia. Die selb was so inprunstig und so streng auff die regel das die swestren offt dar umb laydig warn, wann aus der tugend kam zu stunden ain ranckyssz greinen. Der selben ist offt an den vast tagen ir pier zu wein worden, der selben Sophya gieng auch ein engel vor mit ainer lucern ains nachts, da sy von der metten gieng. 20 Die zway zaichen hat die selb apptessin verjehen unnserm appt an dem tod pett. Wie wol er ain grosser chorherre was zu Bwnd, noch ermont in das zaichen das er in unnser chloster kam und all sein gütt . . . auff, das geschach von gnaden Gots. Die selb apptessin was vor in dem swarezen orden und cham darnach m unnseren orden, daraus wolten sy ir frewnd gezogen. Die selb apptessin pat 25 auch Gott gar vast umb den Chorherren, und zu ainer nacht kam er ir fwr in dem slaff und sprach zu ir: 'Du wirst mein erste messz hörn von mir in dem orden sand Bernharts.' Also ver-[i52"]wandelten sy sich paide, und auff sand Walpurgen perg ward sy priorin und hörtt daselbst sein erste messz. Novicius: Mich wundert nit das Gott der heyligen frauen pier in wein 30 verwandelt hatt, wann ich gesweyg von den gütten und den gerechten, seid mir noviezen Gott der herre alle ding in süssikait kertt, wann mich tunckt unnser ungesmalczen kraut yecz pesser und süsser sein dann das aller pesst und pas berayttest fleysch, das ich in der weit ye ge essen hab. 18. lat. : ut sorores saepe turbatae, quod erat virtutis Vitium iudicarent. 22. lat. : Bonnensi. ' 23. Lücke; lat.: Deo inspirante ille relictis omnibus conversionis gratia ad domum noetram venit et ipsa pro eius perseverantia quanto intentiua potuit Domino supplieavit. 282 IV, 16— IV, 18. Monachus: Das mell Helisey und die gnad Gots die machen das. Es was ain münch in Hemerrod, mit namen Jordan, der was ettlich jar gancz unge- truncken und tett das durch Gott, wann er aber snayd und in der grossen hycz was, so tranck er mit andern lewtten. Und das ich wider ker an die vorgenden ß red, so wisz das Gott allen gutten menschen saurikait, layd und pitterkait kert und verwandelt in rechte lieb und wol gesmache süssikait. Also kert er widerstunden den pösen \xnä widerspänigen all süssikait in sawre pitterkait. Das XVIj capitel. Von ainer pfistrin, der durch ir schelten ir taig zw mist ward etc. 10 Nach der bestättung künig Otten, da beschach ain s61ich wol fayl in dem pistumb Köln das lange zeit ain malter frücht galt fünff oder sechs pfenning. Da geschach in aim dorff desselben pistumbs, des nam mir vergessen ist, ain grosz wunder. Ain beckin hett ir prott zu dem pachen beraitt, und darumb das in der wolfayl die pecken gar wenig gewinnen, da was sy zornigk und schray 15 zu irem kind: 'Schyesz wir dysen mist in den pachoffen.' Da geschach das war gericht Gots, wann ez ward war ir wort. Der edel taig ward in dem offen zu mist. Da sy die gestalt aus dem offen dett, da erschrack sy und mocht doch das wunder nicht verpergen. Marmann, unnser münch, der unnser kellner was, der pracht der form des prots ains zu unns, und da man das wol beschawtt 80 und fleyssiklich ansach, da mocht man nichts daran erkennen dann ain gewollen mist. Das ist wol ain grosz zaichen zu ainer solichen zeitt, wann Gott strafft offt und vil die lewtt, mit dem sy gesündtt haben, als ich dir sag dicz exempel. Das XVIIj capitel. SB Von Otten von Schawpurck, der die ganczen vasten fleysch ass und des nicht essen mocht nach ostern. [182 r ] Der edell man Ott von Schawnburg, da sein vatter was über mer in dem dienst Gots, da tett er wider unnsern herren und auch wider den chnecht Gots, sein aygen vatter, wann er und die sein helffer swürn zu samen wider 30 den marckt, der under dem selben schlosz ligt. Er dett das mit grosser untrew und wolt sy gefangen haben und vermaynt sy zu schäczen. Sy wurden gewarnt und fluhen. Da vieng der wütreich ire weib und kint und beraubt sy alle, und darumb das er gar poslich wider die seinen dett, da slüg in Got der herre mit 1. 2. Kön. 4, 41. 5. rod; lat. : ut ad praedicta redeamus. 12. darff. 19. lat. : fimum conglutinatura. 30. nach dem gestrichen schlop lagen. 32. ire] ir aus w korrigiert. IV, 18-IV, 19. 283 ainer unhailsamen pflag. Wann er gewann ain wunderlich pein das er in der vassten solichen lüst zu fleysch essen gewan, das er ye des fleisch nit mangeln mocht noch wort. Auch zwang und nöttet er sein choch fleysch zu essen. Da er das frävenlich die ganczen vasten getan hett und komen was zu dem heyligen charfreitg vor ostern, da sprachen sein diener zu im: 'Herre, hewtt 5 ist der tag des gütlichen leydens und ain tag kristenleicher lewtt peynigung und kestigung, darumb zimppt in kayn weys fleysch zu essen.' Er antwurt in und sprach: 'Ich wil hewtt essen als ich piz her ge ezzen hab.' Hör und merck ain wunderlich geschieht: An dem aller heyligisten tag zu ostern, so das fleysch gesegentt wirtt, da vermocht er kain fleysch geessen von solicher grossz, 10 beganger fravell, das geschach von der rechten urtail und gericht Gots des allmächtigen, und müsst darnach visch essen piz zu seinem tod. Novicius: Der herre ist der gerecht richter. Monachus: Zu lob Gott, dem ebigen behaltter, sag ich ettliche wunderlichen von seinem heyligen pild, darnach wil ich komen zu den elementen. 15 Das XIX capitel. Von aim pild, das zu sand Goar gewunt wart, aus dem vil plücz floz. Zw der zeitt der widertracht zwischen Otten und Phylippen in die kirchen »ant Goars, die gelegen ist in dem pistumb Tryer, und ist vast starck gepaw 20 und hoffstat, detten die lantlewtt durch sicherhait flöhen ir gütt. Das wart gewar Wernhert von Ponlantt, ain vast reicher und machtiger man, der kam dar mit vill wappnäm und stürmt die kirchen mitt plwenden und hantwerck und mocht doch die nit gewinnen. Die genötten und betrübten in der kirchen die namen ain hilezein marter pild und hüben das zu rettung und trost für ain 25 venster, [182»] und vermainten das sy durch des chreücz er und wird an die end nit sturmpten. Under den äussern was ain schücz, der klain acht hett auff das chreücz und ward grimend auff den der das chreücz aldar hüb, und schos zu im ain pfeyl und wunt das heylig pild vast tieff in ain arm. Von stund an wurden ernewtt die allten wunder, wann in gleicher weys als hett ein mensch 30 zu ader gelassen, troff das plütt aus dem arm, und von forcht des selben zaichens ward der benantt Bernher hernach mit dem chreücz gezaichett zu der merfartt. Do das hört hern Philipp der appt von Ortenburg, er rait selb darzu, erfragen die rechten warhaitt. Da im alle die dy da waren zeügnüsz gaben, da was ain jud, der nam den appt an ain gehaym und sprach: 'Wärlichen, pey dem leben- 35 tigen Gott, herre, das ist alles war.' Und als er mir sagt, so hett er grossen lüsst 20. starck und; lat. : est firmisrimum, tum propter situm loci, tum propter strueturam. 23. lat.: arietes machinasque applicuisset.^ 30. Zuerst wunde, also wunden; dann t angefügt und ~ gestrichen. 36f. lat.: multo amplius delectabatur in testimonio inimici. 284 iv, 19— IV, 21. das zu rechen. Hewtt auff den tag ist der pfeyl alda behalten, und die wunden und die pluts tropfen zaigt man hewtt bey tag in der selben kirchen. Das alles hat zeugnusz geben unnser appt, das er das gesehen hatt. Das XX capitel. 5 Von ahn gewuntten creücz mit ainer lanczen, dem gleich also geschach. Da zu der selben zeitt künig Ott aus fwr mit heres krafft wider künig Philyppen, bis er kam zu Weissenburg, sein wäppner vielen in ain kirchen, da sach ainer ain crucifix, das was mit ainem snee weissen tüch behangen, er 10 begert das mit allem vleisz zu erlangen und gewinnen. Do er das mit der hant nit gelangen mocht, er gedacht wie er das mit der lanczen gewinnen mocht. Das tüch was gar starck und vesst an das chreücz gehefft, da stach er darein an vil enden. Das nw Gott der herre erzaigt was man seinem pild tätt, das das im selb geschechen war, es war er oder uner, er dett erscheinen sein gewaltig 15 krafft und lyes aus yeglichem stich völlikleich plütt vliessen. Er ist aber ge- wundt und gestochen hye auff erden, der da siezt zu der rechtten hantt seins vatters in dem hymel, als er dann selb klagt durch den propheten: 'Sy chreüczigen mich den ganezen tag.' Was aber pen die selben leyden, das beweysst das nach gend exempell. 30 Das XXI capitel. Von den dieben, die zu Wtricht das crewez staln und erhangen wurden. [183 r ] Bey nydern Wtricht da haben dyepp in dysem jar den sagrer ge- prochen und ettlich gütt mit samppt ainem creücz, das gar mit köstlichen ge- 85 stainen in golt verseezt und eingefangen was . . . Der selben tyepp warn vill, S3- taillten zwen das creücz und die andern namen das gütt und vergiengen sich. Des morgens da solicher chirchprüch an kam den pischoff und die Chorherren, sy wurden vast betrübtt und laydig, und besunder umb das chraücz, darinn dann was ain grosser span dez heyligen holez, da Gott sein tod an gelitten hett. 80 Des selben morgens santten sy vil reyttender man in vil Strassen und weg, das sy suchten die dieb. Die zwen, die das chreücz trügen, die giengen ain offen strasz, zu den kamen die reittenden und hetten auff sy kain arkwan und ritten für sy. Da tett Got ain zaichen und verkert den zwain dieben ir gedänck und synn, das sy von der offen strassz wichen und giengen in ain mos, und wie vil sy za- 14. geschechen] das zweite e aus & korrigiert. 17. Sach. 11; Mal. 2. 24f. fehlt das Verb. ; tat. : sacrarium . . . effringentes . . . asportaverunt. 26. tat. : abierunt. IV, 21-IV, 22. 285 belten mit den füssen, noch dami mochten sy verrer noch weitter nicht komen. An dem andern tag da die reittenden wider kerten und die zwen nahentt an der selben statt funden und nämlich da sy also in dem mwr wüten und in das kott traten, da sprachen sy wider ein ander: 'Das sind die mann, die wir gestern alhye Hessen und auch allda sahen.' Zu in rüfft der reittenden ainer: '0, ir gutten 5 mann, ir gett unrecht, war umb gett ir nicht auff die rechten Strassen?' Sy antwurtten: 'Wir geen wol und recht, euch sol unnser weg nit bekümern noch laydigen.' Da sprach ainer aus den reittenden: 'Das sol etwas wunderlichs be- dewtten, ich main sy sind schuldig, wir sollen sy vahen.' Das gab im Gott in seinn syn. Do sy zu in ab vieln, da versanckten sy das chreücz in das mos. 10 Da man sy fragt umb das dieppstal, da antwurten sy: 'Wir haben ez gestoln und wissen wa das ist, aber wir zaigen ez nymmer, wir sind dann des lebens sicher.' Was mer ? Man fürt sy zu dem pischoff, von lieb wegen des chreücz wurden sy versichert, man pantt sy aus dem land. Gott, der war richtter, der strafft under weyln ain sündt mit der andern. Er verhengt das sy zu dem andern 15 mall ain kirchen prachen, da wurden sy begriffen und erhangen. Novicius: Das was wol ain grosz zaichen. Monachus: So grosz ist die tugent und krafft des chreücz: Wer das versmächt und unert, der kumppt in schantt und [183 v ] arbait, und wer das heylig chreücz eret, dem verleicht ez gnad, lieb, er, gütt und gesimthait. 20 Das XXIj capitel. Von ainer frawen, die an we gebar, darumb das sy iren man ver- guntt das creücz zu enphahen. Da Oliverus, der schulmaister von Köln, das chreücz predigt in Planndem, als er uns selb gesagt hatt, under andern, die dann gezaichet würden, was gar 25 ain erber, reicher ritter, do das sein weib vernam, sy bart belaidigt und betrübt piz in den tod, wann sy was nahent in genyst. Zu ir gieng Oliverus durch gepett irs mans und tröst sy und sprach under andern wortten: 'Ist das du meinem ratt volgest und lässt dein man Gott arbaitten in seiner ritterschafft, so wirst du dein frucht frolich sunder an als wee und smerczen gepern.' Da die selb 30 fraw von den wortten gesenfft und wol willig ward, da sprach der schulmaister: 'Wann du arbayst umb das kintt, so bedeck dich mit dem gwant, darauff dein man das chreücz enpfangen hatt.' Die fraw gepar vor albegen mit grossem wee, da geschach von Gott ain grosz zaichen. Da die zeit kam der gepurt des kindes, da was sy des predigers ratt nit vergessen, sy dackt irs mans gwantt 35 über sy, da gewan sy ir frucht sunder an als enpfintlichs wee. Andre zaichen von dem chreücz, die wil ich auch sagen, wan ich eyl yecz zu den wunderzaichen der element. 10. das; lat. : Ad quos cum descenderent. 26. bart = wart. 30. an ist übergeschrieben. 286 IV, 22—1 V, 23. Novicius: Wie vil sind der dement? Monachus: Vier: fewr, lufft, wasser, erd, in den wirt Gott volpringen das er gerett hat durch sein sün, unnsern behauter: 'Es geschehent zaichen in der sunnen und in dem man und in dem gestirn, und auff der erd geschieht 5 nottnwssz und zwanck den menschen, und als dann darnach geschriben stett. Doch so spricht er in ahn andern ewangely: 'Es geschehen streyt und erdpidmen und pestelencz in allen lannden, hunger und forcht und grosse zaichen von dem hymel.' Wie wol die ding alle volkomenleich geschehen vor dem jüngsten gericht, doch so haben wir der ding vil gesehen, die yecz geschehen sind, als dann 10 in dem nach geenden exempel geschriben stett. Wann wir sehen all tag zaichen von dem hymel und nottzwanck der menschen, wir haben auch gehörtt den dossz des mers und die bewegung der erde, wir haben auch gehörtt das man des menschen [184 r ] kint hab gesehen in dem gewüreken und forcht von dem hymel und grosse zaichen. Von dem fewr, das dann ist das öbrist dement und den 15 stern am nächsten, sollen wir am ersten sagen und darnach von den andern. Das XXIIj capitel. Von der siuui, die in drew tail getailt ward. Nach Christi gepurt anno iausent zway hundert Vj jar da künig Philipp hett sein grossen hoff mit den fürsten, da geschach ain grosz zaichen an der sunnen, 20 wann sy wart getailt in drew tail, das yecklichs tail von dem andern was under- schayden, gleich als ain lily, die drey plümen hatt. Da man das ersach, da ward gar ain grosz gelaüff der menschen, die dann sich wundertten von aim solichem ding. Herman, lanntgraff, der selb legt die sach aus und sprach: 'Es wirt in dem jar ain grosser fürst sterben aus dem reych.' Die auslegung was nit gerecht. 25 Nach langer zeitt wurden die drew tail wider ain tail. Appt Karlus von Valery und Wikerus, sein münch, die warn auff dem selben hoff, und was da von gesagt wart, das sagtten sy uns zu der selben zeitt. Das geschach an der dritten kalender februarii. Novicius: Was mainst dw das diez drewtail der sunnen bedewttet? 80 Monachus: Gott der wolt den gesamelten fürsten erzaigen den standt des reichs, wann die sunn bedewtt das romisch reich. Wann wie die sunn mit grösz und mit liechtem schein über trifft alle gestirn des hymels, also leweht und scheint das römisch reich über alle reich der weit. Wann zu Rom was vor zeitten ain jungkherschafft der werlt, wann wie all stern irn schein haben von 85 der sunnen, also haben alle künigreich ir herschen und regnyern von dem kayser zw Rom. Die tailung in drew bedewtt das das römisch reich in drew tail getailt 3. Luk. 21, 25 f. 6. Luk, 21, 10. 18. Anno zway hundert VI iar. 29. drewtail tail 36. das fehlt; lat.: designabat schisma imperii. IV, 23-IV, 24. 287 würden, wann in kurczen zeitten stunden auff drey forsten, der yeklicher sich des römischen reichs underwantt. Der erst was künig Fridreich, der von allen kurfürsten erweit wartt und die im huldigten. Der ander was sein öham künig Philypp, der nach seins pruders tod von ettlichen fürsten erweit wart. Der dritt was Otto, der von dem pischoff von Köln und seinem anhanck erweit wart. 5 Die zwen wurden zu Ach payd gekröntt. Der ainer wart erstochen, der ander ward ab gesecztt, und künig Fridrich, [184 v ] der hewtt herschtt, der belaib künig allain, also cham die sunn wider zu aim tail. In ettlichen lannden wurden gesehen fünff tail, dry iail bedewtten die drey künig, die zwen andern tail bedewtten den herczog Bernhart von Saxen und herczog Berchtold von Zeringen, der 10 yecklicher vast arbaytt das römisch reich zu gewinnen, Das XXIIIj capitel. Von der vinster der sunnen und von dem tod künig Philippen etc. In dem andern monet darnach, das ist der ander tag mercz, da erschain am ander zaichen an der sunnen, ich sag nit das ez ain wunder war, wann ez 15 was natürlich, aber ez bedewtt ain grosse sach. Es ward zu mittag so ain grosse vinster der sunnen das man sy kawm erchennen mocht. Vil die ez sahen, die sprachen es bedewtt etwas grosz, das künfftig ist. Novicius: Was mainst du das dise vinster bedewtt hab ? Monachus: Ich pin nit Daniel, darumb leg ich die sach nit aus warlich, 80 nwr allain als mich bedunckt: Ich schäcz das der mangel des Scheins der sunnen bedewtt hab den tod Philippen, der ward in dem andern jar erslagen. Das tail das an der sunnen wuchs und gros ward, das bedewtt künig Otten, der nach seinem tod gros und machtig ward. Zu der zeitt ward erfüllt das Gott in dem ewangely spricht: 'Die krafft der hymel werden bewegt.' Der hymel bedewtt 25 zu stünden die kristenleich kirchen, als pischoff, appt und propst, wann die wurden durch forcht oder durch gütt gar unstatt, wann sy swurn yecz dem, yecz aim andern. Wann der fürst aller pischoff, das ist der pabst, der dritt Innocencius, der hielt ez am ersten mit künig Otten und dett in krönen, dar- nach saczt er in ab von schult, die vil lewtten kunt was, und weckt auff künig 30 Fridrichen, sein widertaill, und hyelt ez mit im. In dem man wurden auch vil vinster, die auch frömd ding bedewtten. Ob du dann fragest nach zaichen des gestirns, so wil ich dir sagen das ich gesehen hab. 2. reiches] s undeutlich, wie die Abbreu. n. 5. der fehlt; lat.: a Coloniensi Archiepiscopo . . . substitutus. 9. drytail. 25. Luk. 21, 26. 29—30. darvmb; lat,: postea. 31. man] lat.: In hma. 288 IV, 25—IV, 28. Das XXV capitel. Von aim stern zu Köln nach mittag. Nach dem tod kayser Hainreichs, da man zu Köln auff dem sal von ainem andern kayser redett, da sach man nach mittag gar ain Hechten stern. Da 5 lieff ich mit vil andern in des pischoffs hoff, und wir sahen in all. Was aber ain [185 r ] sölich ungewönlicher stern bedewtt, das kwnden wir nit versten. Das XXVj capitel. Von aim grossen stern. den man sach nach der sunnen under- ganck etc. 10 Des gleichen geschach in dem selben jar das man ain stern sach zwo wochen, der so gros was das er glest von im lyes als die sunn. Die Juden sprachen ez war ain zaichen das Messias kam. Das sey gesagt von den zaichen der stern. Nwn wil ich sagen von dem hymlischen fewr, von pliczen, von tanrren und was von zuflewssz des gewülckes 15 chumppt, daran dw wol hören wirdest das nach den wortten Gots, des behalters von den hymeln, grosse sorg, forcht und angst körnen sey. Das XXVIj capitel. Von dem torwen und pliczen an sant Matheys abent. In dem abent sand Matheys, des zwelfpoten, wirt ez zway jar das zw 20 Köln geschach gar ain wunderlich sach und darumb wunderlich, wann sy was ungewönlich. Zwischen tag und nacht da viel fewr von dem hymel und ver- prant den turn sant Andres und auch ain zawn ains korherren dapey. Das fewr ward kawm mit grosser arbait und mw der purger erleschet. In der selben nacht gefror ein grosz, dick eys, darumb zalt man es für ain wunder das in solicher 26 chellt plicz und doner solten körnen. Noch sag ich dir ain ander wunder, das genüg forchtsam ist. Das XXVIIj o&-pitel. Von aim tanczhaws, das in Saxen von pliczen verprant ward etc. Ain priester aus Saxen der sagt mir nächst gar ain frömd wunder und 30 sprach: 'In disem jar sind in unnserm lannd mit aim tanczhaws verprant XX men- 5. hoff] am Ende s gestrichen. 7. Steht am Rande rechts. Pap. 14. tanrren] nr aus m korrigiert. 18. tornen] torren. 22. ains] ain; lat. : sepem circa curiam cuiusdam canonici. 27. XXVIIj cap.] ist über den Rand rechts geschrieben. IV, 28— IV, 29. 289 scheu, und allain ain priester kam dar von, wann der floch, da er die anndern prynnen sach.' Er sprach: 'Seyd nichcz leichters ist dann das fewr, so sol auch das fewr peynigen die liehhaber der leichtikait.' NoAncius: Mich wundert das der priester davon kom, so er mer dann die andern gesündt hat. 5 Monachus: Got vertregt offt den priestern durch ir weich, als man list von Aran, der nit mit ausseezikait geplagt ward als sein swester und doch nit minder dann sein swester gesündt hett, oder villeicht hat Gott ettwas gücz an im künfftig gewest, dar umb er im vertragen hat. Das aber Gott zu weylen priester auch strafft umb solich [185"] leichti- 10 kait als tanezen, fidein, pfeiffen, dez ist yecz ain exempel verhanden. Das XXIX capitel. Von aim priester, der im Elsaz verprant ward von dem pliez und doner etc. Es ist ain dorff in dem stifft zu Tryer, das haisst Elsasz, in dem geschach 15 an disem jar am mitwoch vor sand Johannsen tag, des tauffers, dycz wunder- leich und grosz zaichen. Der priester desselben dorffs mit namen //enrich, da der s as in der tabern, da ward gar grosz ungestümkaitt von winden. Er eylt gar pald mit seinem mesner in die kirchen, und so sy ye vester läwtten, so das weter ye grösser ward, und nämlich ain grosser nebel und so graussamlich gedos ward in 20 der kirchen das da von kawm zu sagen ist. Da kam geswind ein donerslag und valt den priester und den mesnär, das der mesnär viel under den priester. Der mesnär ward in chainem suchen versert, der priester lag tod, dem warn sein gemächt hoden gar verprant, und der ander tail des leibs belaib gancz unversert. Das fewr verlast sein sün, sünst ward der leib gancz verprunnen. Daraus mag 25 man kyesen das der priester ein unkewscher gewesen sey. Sein gewant ward so gar zerrissen das kain tail an dem andern hyeng, allain der denck arm, daran die stol gewönleich hyeng, der wart unversert mit dem gewant und sünst. Aber sein styfal, die new warn also zerschlissen, als warn sy mit hacken zuryssen, die soln an den stifaln warn so gerunczelt als warn sy in hayssem wasscr gesoten. 30 Der mesner lag in grossen sorgen und angsten, der sach das die tewfel vil gespenst triben in der kirchen, und die lad des heyltums, die hinder dem alltar was, die 6. vertregt] lat.: parcit. 7. 2. Mos. 8, 12. 8. hat] ist darübergeschrieben. 17. Lenrich; lat. : Hemicus. — Das n ist undeutlich, als hätte der Schreiber ein w schreiben wollen. 25. lat.: Quae filius eius aecurrens calcando extinxit. Nach mag gestrichen ein senkrechter Strich, wie der Anfang eines 1, h oder k. 30. wassor. ä'2. nach lad gestrichen was. Deutsche Texte des Mittelalters. XXX. iq 290 iv, 29-IV, 30. sprang auff den alltar, und ez ward ain loch darin, das noch also stet. Da sach der glocknär das die heyligen, der heyltüm in der kirchen warn, das die liepplich mit den tewfeln fachten und sy vast vertriben, wann da geschach gar ain grosser streitt. Die tewfel wurden sygloz und mochten des priesters leib nit hyngefürn, 5 doch fürtten sj^ ain micheln tail des tachs mit in. Der glockner hatt offenlich gesagt das die tewffel des priesters leib gar offt und vil auff fürten pis under das tach des tums, darinn sy lawtten. So komen albeg die heyligen und namen den leip den tewfeln [186 r ] wider. Man sagt das der selb priester newlich mit tanezen ain grosse er und gab ertanezett hett, den selben krancz hett er zu seinem haws 10 aus gehangen, als er der aller pest tanezer war, wann vor dem selben pfaffen haws pflagen die jungen närrischen ir tanczspil zu treiben. Novicius: Als ich verstee so hatt Gott an dem priester gestrafft hoch- fart, da er verhengt hatt das sein gewant also zerrissen ward, und hatt gestrafft unkewsch damit im sein gemächt hoden also verplant wurden. 15 Monachus: Du verstest ez recht und wol, wann die pein gehört zu sölicher schuld und sündt. Wissz auch: Als Gott die pösen plagt und strafft durch die doner und pliez, also kumpt er zu stunden den gütten darmit zu hilff. Das XXX capitel. Von Reichwein, der durch ain donerslag von den räubern er- 20 ledigt würd. Reichwein, unnser keilner, da er zu ainem tag gen Köln raytt in der zwi- trächt zwischen den offt genanten künigen, da sach er gar vil wäppner auff ireu pfärden halten, nit verre von der statt, darab erschrack er vast. Da rant ainer mit snellem lauff zu im und vieng sein pferd bej T dem zawm, zu dem sprach er 25 also: 'Munich, steig ab von dem pferd, ich müs es haben.' Kaum hett er seine wort geendet, da antwurt Gott von hymel für sein knecht, nit mit Worten, sunder mit ainem grossen donerslag. An dem ganezen tag ward nye doner gehört noch pliez gesehen. Von dem grossen donerslag erschiack des raubers rosz so ser das ez auff seine knye viel und das er kawm besassz. Von stund zoch er sein band 30 an sich von dem zawm des münches und sprach gar andächtikleich: 'Reitt hyn mit fryd, wann wärleich ir seytt ain gütter man.' Der Reichwein danckt im und raytt frölich haym und bechantt das in Jhesus Christus götlich erlöst hett. Das hat mir der selb Reichwein mit seinem mund selb gesagt. Novicius: Wem Gott also mit fwr beybestett, der ist wol zu fürchten. 3" 1 Monachus: Es ist das hymelisch fewr nit allain zu fürchten, sunder auch das irdisch fewr, das mit holez enzüntt und ander prynnenden dingen und von menschen gemacht wirt, wann alle ding die steend zu gepott und willen Gocz, 2. lieppiioh] 'leibhaftig' ; lat.: fortitor. 4. hyngofurn] y aus n korrigiert 32. ir. 37. von fehlt ; lat. : ab hominibus. IV, 30- IV, 32. 291 irs schopffers, yecz kälten, yeoz wermen, das tütt Gott wie seinen götlichen gnaden wol gefeit etc. [186 v ] Das XXXj capitel. ' ' Von ainer witib, die ir prewgschyr saczt wider die flammen und ir haus mit errettet. 5 In dem pistumb zu Köln in dem kayserlichen schlosz, das man nent Duchsendorff, da sas ain witib, die pflag pyer prwen und verchauffen. Zu ainem tag ward die statt von aygen fewr gar vast prinnen, und das fewr nachett gar vast irem haus, da verstund sy das sy kain menschlich hilff gehaben mag und floch zw Gott dem herren. Sy saczt all ir gefässz, damit sy masz iren gakauffen 10 das pier, wider und enge gen dem grossen fewr und patt Gott den herren in lautrer ainfalt und mit andächtigem herczen also: 'Herre Gott, du gerechter und parmhercziger, hab ich ye chain menschen mit disem massen betrogen, so vergund, verheng das dicz haws verprynn. Hab ich aber recht gethan in deinen äugen, so pitt ich dein gerechtikait das du auff dyse stund parmhercziklich an 15 sehest mein grosse nottdurfft und behütt mich und mein hawsgeschirr.' Da ge- sohach ain grosse gnad Gots: Gott der herre, der in seinem ewangely gesprochen hat zw uns: 'Mit welcherlay masz ir messett, mit der wirt euch wider gemessen,' also hett die ainfaltig witib Gott mit irem gepett genött. Die flammen des fewrs verprantten alle hewser, dann allain an irem haws verlaschen sy. Das nam yeder 20 man wunder, wann die hiczigen flammen leckten die gepickten gefäsz und ver- prantten sy nit. Nun hör noch ain sölich wunder. Das XXXlj capitel. Von aim purger von Sünst, dez gewant verpran, und dem chreücz 25 daran geschach kain schad. Zw Susacz in der statt des pistumb zu Köln da wartt ain purger yecz m der leczten herfait mit dem chreücz gezaichet. Zu der selben zeitt wolt Gott sein ritter versuchen, als er versucht Job. Er verhangt das sein haws alles ver- pran, da wart alles, das in dem haws was, verzert in aschen durch die grimmen 30 flammen des fewres dann allain das tau seins gcwanntz, darauff das chreücz gehefft ward, dasselbig belaib gancz unversert. Des verwunderten sich alle die das Sachen und sagten nahent und weytt von der grossen chrafft des chreücz. 10. ir] in oder m. gakauffen] lat.: emptoribus. 13. lat.: unquam aliquem hominum. 17 ff. lat. : Is qni dixil : . . . ac si ei oratione fidelis viduae cont-lusum fuisset, ammas omnia . . . 18. Matth. 7, 2. 20. vor nam gestrichen man. 1!)* 292 IV, 32-1 V, 34. Ain sölich zaichen geschach an ainer andern statt, als ich selb gehört hab von maister Hannsen, teohant zu Ach etc. Das XXXIIj capitel. ^ Von aim apphel, der verpran, und ain snwr, darum!) gürtt, daran das chreücz was, belaib unversert. [187 r ] Mir hatt ain erber weib gesagt das sy ain binden vand, darauff das chreücz der merfart gezaichett ward, die pand sy umb ain appfel und legt den auff am gestüll pey dem fewr und gieng ain weil darvon. Geschieht oder von wi len Gocz, das pas zu glauben ist, der appfel viel mit der pinden in glüend -köln. Nach klamer frist kam die fraw wider und sucht iren appfel. Sy vand sein mt und was umb die pinden laidig. Sy sucht in dem fewr und vand den appel verprantt zu aschen, und die pinden mit dem chreücz nam sy heraus unversert. Das hat sy gehabt für ain grossz wunder und hatt das gesagt dem prediger. Novicius: Ez ist wol zu wundern das diez dement in den Sachen sein 15 natur, würeken und krafft verwandelt. Monachus: Das solich ding geschehen von ertlicher lewtt verdienen, das wil ich dir beweysen mit ertlichen beyspiln. Das XXXIIIj capitel. Von ftl »i priester, der von ainer hüni geunlewmpt ward, der der flammen des fewrs nit enpfuntt. Gerung, der schülmaister von Bwn, der neAvlich kam von der schul Parys, der .sagt uns gar ain wunderlich geschieht und sagt das die yecz geschehen war. Am hwr die volgt nach aim hoff ains edeln und mächtigen herren in Franck- reich, mit der sündetten unverschaidenlich vil mann. Nw hett der selb herre 25 am geistlichen, frummen capplan, dem was layd umb die verfürung und sünd des hoffgesinds, der sprach zu dem herren dise wortt: 'Als unnser hoff gesind ist nachentt mit der sünde diser hurn ver wickelt und beladen, die sünd alle vordertt Gott von ewrer lieb, gütt und gewalt, und das sol ewr genad für war wissen und glauben: Ir wert auch mangeln meins dienst, ob yr sy nit von euch 30 schaidet.' Die Sünderin wart gevodert, man sagt ir des priesters wort, darzu antwurt sy also: 'Herre, er redt von neyd, wann ich wolt seinen willen nye geeisten, darumb durch achtett er mich'. Der herre sprach sy lüg, wami ez was ain kewscher man. Sy sprach: 'Ich wil euch die warhayd pald innen lassen werden.' 35 i StÜnd giCng Sy ZU dem P riester mit nassen äugen in der form ainer rewerin, als ob sy peichten wollt. Nach der erdichten peichtt sprach sy: 'Lieber herre, 8. Geschieht] lat.: casu. 13. ain .über Rasur geschrieben. 18. XXXIIII ca.] steht am Rande. 20. NB.] rechts am Rande. IV, 34 -IV, 35. 293 ich hab sölich anvechten von ewrer [187 v ] person. Und ob yr mir nit zu lieb wert, das ir mir verlescht die inprünstig hicz der lieb, so mag ich nit geleben.' Von den Worten bewart er sich wol und weyszt sy mit gütten wortten von im. An dem andern tag kam sy wider und redt die selben wortt und saczt dar;.ü: 'Ist das ir nit erfüllt mein pitten, so wil ich mich selber tötten.' Da er das hortt, 5 er forcht im vast und hett doch kain willen zu unkewsch. Er antwurt ir: 'Nym war, auff den tag und auff die stund und an der statt wil ich mit dir slaffen, darumb tött dich nit.' Die hwr gieng frölich von im und lieff pald zu irem herren und sagt im mit unverschomppten wortten das der capplan das und das ir versprochen hett. Dazwischen gepott der capplan seinem Schüler das er an der 10 selben statt ain pett liessz beraitten gar von dürren schaitten und dar under rösch strou legt, darnach das wol deckt und zieret mit deck und leylachen. Das ward gethan. An dem benantten tag kam der capplan, die fraw kam auch. Der priester züntt das pett an und legt sich darauff und rüfft ir das sy auch zu im legett. Da sy die hiczigen flammen ersach, sy waich hinder sich. Er rüfft ir offt, 15 do wolt sy zu so grausamlichem schymppf nit körnen. Dem priester wart gehöhten von der parmherczikait des muten Gocz, das er in allen flammen nicht anders enpfand dann ains kwlen dawes, und ain härlein wart an im nit besengtt noch seins gewands ward chains versert. Da das die arm Sünderin sach, da ward s y vast erschrechen, und von sölichen grossen zaichen wart sy bekert und ver- 20 jach offenlich irem herren und andern allen das sy den heyligen man sunder alle schuld allain in neytt beschuldigt hett. Der selb gütt man was auch nicht undächtig der grossen gnad, die Gott an in gelegt hatt, und gab sich in ain chloster Prediger ordens. Das XXXV capitel. 25 Von einem vischer, der sein ee prach, den das glüend eyssen von der peicht wegen nit prantt, und da er wider fiel, da prantt in ain kalcz wasser etc. Uns hatt gesagt her Wernhartt von Lipp, der etwann unser appt, yecz unnser pischoff ist zu Leven, ain wunder, das disen dingen gleich widerwärtig 80 ist. Er sprach das er bechantt hett ain vischer in dem styfft zu Ewtricht, der hett lang zeitt sein ee geprochen mit ainem weyb, und die selb sünd ward ye lenger ye offenbarer. Da forcht er er würd bechlagt in dem capitel [188 r ] und sprach: 'Ich armer, was sol ich nwn thün ? Ist das ich yecz in dem capitel be- 1. ich] j über z korrigiert. 5. Vor tötten gestrichen pitten. 12. strou] u (v) ist übergeschrieben. 18. kwlen] 1 scheint hineinkorrigiert. nit ist übergeschrieben. 23. gesagt] das erste g aus einem angefangenen h korrigiert. 294 IV, 35— IV, 36. klagt wird und das sich die warhait erfind, so wird ich gezwungen sy zu kirohen laytten, ist dann das ich sein laugen, so wird ich mit dem glüenden eysen über wunden und wirt ewiklich gesehentt.' Er gieng pald zu aim priester, mer durch forch*; dann durch andacht, als hernach erschain. Er peichtett die sündt, er 5 sucht hilff und vand hilff und ratt. Der priester sprach: 'Hast du ain vcsten fürsacz das du nymmcr mer mit ir sünden wilt, so machst du das glüend eysen sicherlich tragen und magst der sünd gancz laugen, wann ich hoff das die krafft der peicht dich erledig.' Das geschach also, er trüg das glüend eysen unversert. Alle die wessten die sach, die namen all darab grosz wunder. Nym war, da ver- lü los das fewr durch die gnad der peicht sein chrafft und natur, als dann auch oben geschach. Was mer ? Der vi scher ward unschuldig. Darnach über vil tag da fwr er in das wasser vischen mit aim andern vischer, und da sy der frauen haws sahen, da sprach ainer zu dem andern: 'Mich und vil lewtt wundert gar vast warumb das glüend eysen dich in dem capitel nit geprantt hab, wann doch dein 15 sünd offenwar ist und was.' Der selb vischer hett die gnad, die in geschach, nit wirdiklich gehalten, wann er hett darnach willen gewunnen aber mit ir zu sünden. Er styes sein hand in das wasser und sprach: 'Schaw, so vil hat mir das glüend eysen geschadett.' Da geschach wol ain wunder Gots, wann die gerechti- kaitt der peicht hett den rewer wol behütt vor schänden und schaden. Da ward 20 er umb sein pösen willen rechtleich und wunderlich gepeinigt. Als pald er das wasser berürt, da brand es als das glüend eysen. Er zuckt sein hantt gar snell mit grossem geschray aus dem wasser, das hett im hawtt und har ab geprantt. Da sagt er all geschieht seiner peicht, auch seins willes, seinem gesellen und ge- wan da erst afftcr rew. 25 Dicz exempel ist nit verre von dem peyspil des weib Gangolffi, das uns offt gesagt hatt Lampertus, unser manch etc. Das XXXVj capiie/. Von aim waller, den ain kalt eysen prantt etc. Es hett ain pawr feintschafft wider ain andern pawrn, der gab myett 30 aim pösen waller, als der vil sein, ain michel gellt, das er im sein haws verprennen solt. Der pösz waller gieng in da.i haws als ain pilgrin, und zu der zeit alls [188 v ] menkleich slieff, zündett er im das haws an. Der snSd waller was ungedächtig der trewen herberg. Da das haws wider gepawen wart, der pös pawr gab dem snöden waller wider gelt, das er das haws anderwerb verprennet, der arm pawr 35 was laidig umb den zwifachen schaden. Er bechlagt alle die er hett in arckwan, die wurden all ledig durch das glüend eysen. Darnach wart das verprantt haws anderberb gepawen, und das eysen ward in ain eck geworffen. Was geschach 12. frauen] r ist aus einem anderen Buchslaben korrigiert. 21. da] d ist 041s einem, anderen Buchstaben korrigiert. 22. gsse. 27. XXXVj cap.] ist über den Band geschrieben. IV, 36-IV, 38. 295 nwn ? Der schnöd waller und falsch pilgrim der kam aber in das haws und hett aber gern durch sein geitikait gelt verdient. Er ward genüg freüntlich enpfangen, da er das gemelt eysen in dem eck ligen sach, er sprach: 'Warzu nüczt man das eysen?' Der wirt sprach: 'Ich wais nit wer mir dicz mein haws zum andern mal verprenntt hatt und ich hett ettlich in arckwan, die trugen dicz eysen glüend 5 und ward doch kainer verprannt.' Der waller sprach ez war noch wol ze nüczen, und von Gots willen hüb er das eysen auff, da ward er in seiner hant also ver- prantt das er das eysen mit grossem geschray Valien leyssz. Da das ersach der hauswirt, er hüb den mortprenner mit der hant bey seinem gewantt und schray lautt: 'Warlich, du pist der recht schuldig.' Er ward von stund gefürtt zu dem 10 richtter, da verjach er sein schuld. Also ward er mit redern getStt. Der zaichen vindest du vil in der underschayd von der peicht, die wellen wir ligen lassen und sagen was Gott, der aller wunder ain macher ist,' gethan hab Wunders in dem lüfft. Und das unnser herre Jhesus Christus sey gesehen worden in den wolcken des hymels, nit in seiner maiestatt, sunder in seiner diemüttikait, 15 das mag ich dir beschaiden mit ettlichen waren exempeln. Das XXVlj capitel. Von chreüczen, die erschynen in Friesen land, da man das chreücz predigt. Da Oliverus das chreücz predigt in Friesenland, in Mönstrer pistüm, 20 in dem dorff Rodian im mayen, am freitag vor pfingsten, als ich wol gedenck an andern enden auch gesagt hab, da erschain ain drifache form der chreücz in dem lufft. Ain chreücz was vast schön und prehend gegen mitternacht, das . ander gegen mittag, das dritt in der mitt und hett ains menschen gestalt an im hangend mit auff gereckten armen und gepraytten henden, und warn hend und 25 füsz daran genagelt, und sein hauppt hett er vasst genaygt. Das chreücz [189 r ] was mitten den zwain chreüczen, in den zwain was kains menschen gestalt. Das XXXVIIj capitel. Von aim chreücz, das erschain zu Schwttenhussen. Zw ainer andern zeitt, auch in ainem andern dorff in Fryesen, mit namen 30 Schuttenhausen, der man das creücz predigt, da erschain pey der sunnen ain chreücz, das was prawn var etc. 5. mal] m aus v korrigiert. 7. hant] hat ist übergeschrieben. 21. darff. 31. das. 296 IV, 39-1 V, 41. Das XXVIIIj capitel. Von aim ander chreücz, das gesehen wartt in dem dorff Dot- haim etc. Die dritt erscheynung der chreücz geschach in dem pistüm Wtricht, in 5 dem dorff Dothaim, do sant Bonifacius mit marter gekrönt ward. Das XL capitel. Von den creüczen, die zu der selben zeitt gesehen wurden bey Köln zu Ellendorff etc. Mir hatt gesagt ain geistliche fraw das in disem jar, wenig ee man das 10 chreücz predigt in dem dorff Ellendorff, das nit verr ligt von Köln, das sy nach undergang der sunnen sach zway chreücz in dem lufft, ains grosser dann das ander, die chreücz giengen gar sittiklich von occident gen orient. Die fraw wolt der sach zcugnüsz haben und berufft etwan vil ir nachpaurn, die ez auch sahen. Soliche gesicht gedenck ich gesagt haben in der achten underschaid am 15 XVj capitel und an dem XVIj am ersten, von zwain conversen, die Got sahen hangen an dem chreücz, darnach von Rüdolffen, conversen in Bidia, der sach Christum Jhesum geschreücziget in dem lufft. Hör noch gar ain wunderlich geschieht, die in dem lufft geschehen ist. Das XLj capi/.e/. 20 Von ainer wolcken prweht, die in Saxen viel und vil lewtt er- trenckt etc. In disem jar ist in Saxen gefallen gar ain grosse wolcken zwischen zwayn pergen und hatt gar vil lewtt und gutta ertrenckt. Ez ward das wasser so grosz das ez ain chloster, in dem selben tal gelegen, aus wusch und töd darirm alle 25 lebend, mensch und vich, das wasser kert umb all graben, maüren und zewn. Allain fünff münch, die fluhen in den turn, die genasen. Das selb chloster hyes Wunenburg und was von dem swarezen orden. Darnach floz dasselb wasser gar ungestümlich an die nächst statt dapey, die haist Islein. Da tett ez auch gar grossen schaden. Ez durchfloz all kirchen und gepaw mit gewalt und ertranckt vil men- so sehen [189 v ] und vich. Seid dann Gott nit acht hatt auff ochsen und rinder, sunder auff die menschen, so erzaigt er wol ain grausamlich wunder an den ertruncken menschen, wann alle totten, die man vand in den kirchen oder in iren hewsern, die schinen und Jauchten alle als weisz als der snee, die aber in den 2. darf f. 5. gekronttj gekunttu ist aus r korrigiert; lat.: coronatus fuit martyrio. — Hiermit bricht die Übersetzung ab. 15. Vgl. oben S. 115ff., Kapitel XVII u. XVIII. 17. Bidia] lat.: Lucka. 19. Die Überschrift ist am, Ende der folgenden Zeile nach viel nachgetragen; capi. 28. lat.: Isleve, Eisleben. i IV, 41-IV, U. 297 tabernen, in den tanozhe^sern oder sünst an den glusten funden würden, die warn swerczer dann die verprunnen koln. Mit solichen zaichen hett Gott ge- schayden die gütten von den pösen. Novicius: Als ich an den Sachen veistee, so werden wir offt geplagt von den gewalt und willen Gots und nit albeg natürlich. 5 Monachus: Das magst du vöilikUcher veisten an der sintflwssz in Fryesen, da mer dann hundeit tausent menschen auff ain mal versuncken \nd darnach in dem andern jar bey XL tausent eitrunhen, die zeitt und die ursach der sintflücht hab ich lautter gesagt in der sybenten underschayd am IIj capitel. Novicius: Mich bedunckt das solich klain sintflwtt bedewtten ain snelle 10 zuchunfft des jüngsten gerichts. Monachus: Das ist war, wann zu der selben zeitt ist ain tail erfüllt, das uns Got gelopt und versprochen hatt, da er spricht: 'Es geschehen auff der erd kestigung der menschen etc.' Wann als mir gesagt hatt der appt von sand Bern- hartt das soliche forcht was in Priesen land das yeder man zu aller zeitt des totz 15 ward wartend, und die lewtt wurden krafftloz vor rechtter forcht. Da selbst geschach auch solich kestigung der menschen das vil Fryesen aus dem land zügen. Novicius: Ich hab das auch zu der zeitt gehortt und verstanden. Monachus: Seyd ich angehaben hab von dem wasser zu reden, so wil 20 ich dir erzaigen was Gott in unnsern zeitten darin hatt wunders gethan. Das XLIj capitel. Von aim kind, das durch die kraft dez tauffs gesund wart. Gotfrid, der schülmaister unser novizen, der pflag zu verwesen ain pfarr- kirchen, ee er in den orden bekert ward. Da der zu ainer zeitt ain kind taufft, 25 aus des seitten hieng ain gar grausamlich stück fleisch; von stund als er das kind zu drein maln in dem namen des vaters, des süns ;md des heyligen geist aus dem tauff zoch, da verswand das grausamlich apostem und ward nymmermer gesehen. Da die das ersahen, die da warn, die loppten Gott und rafften aus allenthalben die gnad und krafft der tauff etc. 30 Das XLIIj capitel. Von aim hayden, der zu Babilon getaufft ward und gesund wart von stunden. [190 r ] Da von unnser sünd wegen die merfartt fwr Damasco nyderlag und all fielen in den gewalt der hayden, da wart der pischoff von Besencz ge- 35 fangen gefürt gen Babilon und mit im vil cristen. Der soldan pflag sein mensch- 9. Oben S. lOff. 13. Luk. 21. 20. den. 22. Vgl. S. 268 Antn. zu Z. 17. 36. vor cristen gestrichen mensche. 298 IV, 43-IV, 44. lieh und wol. Da was ein purgerin von Babilon, vast mächtig und reich, die hett ain sün, der was so vast siech und kranck das nyemant zu seinem leben gedingen oder trost hett. In ainer nacht ckam ir für in dem slaff, wann der Christen pischoff in tau/ent in aim wasser, das dann ir sün all gesunthait und vermügen des leibs 5 wider gewunn. Die fraw was vast emssig umb iren sün, sy eylt des morgens frw mit iren frewnden und hawsgesind zu dem pischoff und legt im aus was sy gesehen hett und pat gar andächtiklich das er im sün tauffet, und sy erlangt yr gepett. Das hat mir gesagt her Chunrat, ain ritter von Ulm, der und vil Christen umb den tauff stünden und des spotten, das in darnach hoch verchert und yr 10 gelächter in ain wainen verwandelt ward, wann der Jüngling todsiecher in den tauff kam und von stund daraus wol gesundt und frischer selber staig. Ich hoff er leb noch und sey vesst und bestandig in christenleichem glauben, und ich hoff das ander hayden sich da von auch gepessert haben. Was darf ich nwn vil von der krafft und tugent des tauffs sagen, das an 15 andern geschehen ist. so ich das an mir selber wol erinndert pin etc. Das XLIIIj capitel etc. Von dem tichtter des püchs. Da ich noch klain und ain schüler was, da hett ich zu ainer zeitt ain scharff fieber. Ich viel ainsz und zum andern mal hin wider. Ez geschach das 20 mein pas ain haidnisch diernlein chaufft und tett die tauffen, sy was wol pey zehen jarn. Da wart geraten meiner mütter das man mich wickelt in ir feweht westerherad, so würd ich von stund gesund. Da das geschach, als pald mich die nesz des tüchs an rürtt, da ward ich von stund swiezen und ward gesund. Wie wol der tawff ist ain erezney der sei, ye doch so sind vil die dar durch 25 auch erlangt haben gesunthait des leibs, als man lyst von Tranquilino, dem richtter zu Rom. Novicius: Ich wolt gern hörn ain wunderzaichen das in slechtem wasser geschehen wäre, das nit geweicht ist, noch mit dem heyligen crysem sein kraft sam der tauff ervolgt. 30 Monachus: Ich wil dir vor noch ains sagen von dem tawff, das du sein krafft in ainem widerwärtigen ding erchennest etc. 2. nach gedingen gestrichen hett. 4. tausent. 20. chraufft. — lal. : quam maitertera mea peeunia comparaverat. 22. westerhend. 25. Tranquilino] n sehr undeutlich, aus einem anderen Buchstaben korrigiert; vgl. Register. 30. vor] ist übergeschrieben. 31. ding erchennest ist unter der letzten Zeile nacligetragen. IV, 41 -IV, 46. 299 [190"] Das XLV oapitel. Von aim hünd, den schüler taufften und der wüttend ward. Zw ainer zeitt warn ettlich schüler volgen den siten der priester, die tawffen ain hund in aim wasser in dem namen der heyligen drivaltikait. Der hund mocht die tugent und krafft des heyligen namen nit geleyden, er ward von £ stund vor irem angesiohtt wüttend. Den knaben vertrüg Gott die sünd, Avann er west das sy es than hetten nit von poshait, sunder von irer torhait. Von dem siechten wasser hast dw aber in dem XXXV capitel ain exempel von dem vischer, den das ehalt., flyessend wasser verprannt. Du hast auch ain ander exempel in der dritten underschayd von dem sunder, durch des willen das 10 mer über sich lyeff und nach seiner peicht ward es gestüm. Des gleichen wil ich dir yecz sagen da von genüg vast wundren wirdest. Das XLVj capitel. Von künig Rychart aus Engellant und von dem fortün, das er im mer hett. 15 Jn der ersten merfart gen Jherusalem da schifft kiinig Reichart mit grosser chost und vil volcks über. Zu ainer zeitt als sych tag und nacht schyed, da ward ain vast grosz ungewiter, das die schyff durch das wasser der unden umb gestössz der wind vast krachten und yeder man sich lebens hett verwegen. Der künig sach sein tod vor im als die ander, der schray die ganezen nacht: 20 '0, wann wirt ez zeitt das die grawen münch auff stend Gott zu loben? Wann ich hab in so vil güts gethan das ich nit zweifei, so pald sy Gott für mich pitten, Gott erhör sy!' Hör den grossen glauben des künigs. Got, der gesprochen hatt in seinem ewangely: 'Ist das ir glauben happt als ain seniff körn, so sprecht zu dem perg: "Gee her über",so gett er',mit dem zaichen hat er belont den vessten 25 glauben des künigz. Wann umb die achten stund der nacht, so die münch zu metten geend, da ward Gott mit irem gepett gesemfft und gepott mit seiner macht den winden und dem mer, da ward ain grosse schön und still, das yeder man wunder nam das so gar gächling und snell das ungewitter auff hortt. Da der selb künig wide rkam, da ert und reicht er den orden vil dester mer von des 30 zaichens wegen, wann er begappt ettliche chlöster mit reicher güllt, so pawett er ettlich von new auff. Dysz sey gesagt von den wundern des wassers, wann ich wil nwn eyln zu den wundern des erdrichs. 2. vor hünd yesiriclisn schul. 6. Vgl. oben S. 293. 10. Diät. 3 cap. 21. 13. steht am Bande links. 17. sych] y aus ie korrigiert. 18. wasser] davor ein q, und das r aus n korrigiert. 24. Maith. 17, 20. sprecht] e aus i korrigiert. 25. er 1 ] e aus r korrigiert. 300 IV, 47-IV, 49. Das XLVIj capitel. Von der kestigung, die zu unnsren zeitten ist geschehen. [191 r ] Zw unser zeitt ist erfült das Gott sagtt in dem ewangely: 'Ez stett auff ain volck wider das volck, und ain reich wider die reicii wirt auff sten, 5 und vil erdpydem werden in allen lannden' etc. Wie wol ich von den dingen oben ettwas gesagt hab, noch wil ich vil darzü seezen. Zu unnseren zeitten zoch das sarracenisch volck mit irem herren Salatino, der kxinig ist zu Syria, wider die kristen, von im ward gewunnen Jherusalem und das heylig land. Wider das selbig pös volck haben wir gesehen drey grosz herfart, die erst was under kayser 10 Pridrichen, die ander geschach under kayser Hainrichen, seinem sün, die drit geschach under kayser Fridrichen, der hewtt regnyert. Zw unnsern zeitten erhüben sich die nydern Walhen, als Prigaul und Ysterreich, wider die Kriechen. Sy wurden so hasszgrimig das sy gewunnen Constantinopel und ain grosz tayl in dem land Kriechen. Zu den zeitten stund auff die keezerey der Albiensen, 15 dar umb von lieb des glaubens wurden bewegt die lant der kristenhait und vill reich wurden genaigt darzü, als Franckreich und Hysponia, das sy die keezerey zustörten. Aber es hat noch nit end. Ich wil gesweigen von den künigreichen als in Franckreich und Hysponia und das tewsch reich wider Franckreich, das haben wir all wol gehört. Ain ander volck zoch auch in dem andern jar wider 20 das reych der Rewssen, und das vertiligt alle lebent menschen dar inn; wir wissen nit was volckes das ist, von wannen es kam oder wohyn es wider zoch. Von der pestelencz und dem hunger haben wir genüg gelesen, nit in den püchern, sunder in unnserer kümernüsz, wann nach dem tod kayser Hainrich was ain solich hunger das ain malter rockens in tewschen landen galt ain kölnisch marck 25 und in andern lannden XXIlIj Schilling pfenning, und von dem grossen hungei starb unzalbär volck. Von dem erdpydem durch die land sag ich dir newe und grosse wunder etc. Das XLVIIj capitel. Von dem erdpydem in Cyperen. 30 In dem hewrigen jar als man zeit von Christi Jhesu gebürtt anno zway hundert XXIj jar, da vielen zwo stett gar nyder von dem erdpydem in dem land Cypern. In der ain statt stund der pischoff ob dem alltar, da ward die kirch zittern und viel nyder, da verdarb alle pfaffhait und sünst gar vil volcks in der statt. 35 Das XLVlIIj capitel. Von dem erdpydem zu Prixen. [191 v ] In dem adventt da santten die keezer von Mayland gar vil wägen mit speis und narung zu Prixen, und an dem tag der gepurt Jhesu Christi, Gott 3. Luk. 21, lOf, S. von] vo aus w korrigiert. 14. den. 16. resch. IV, 49 -IV, 52. 301 des herren, da ir gar vil zu .samen kamen, da wegt Gott das ertrich, und gar vil baw fieln und verlaschen und tötten mer dann zweliff tausentt menschen. Etlich die flühen in das veld, da sy hortten und sahen das jamerlich geschray und geschieht, und nyeman cham in zu hilf f. Da flohen die purger von Mayland aus ir statt und wonten bey VIIj tagen auff dem veld under hütten und gezelten. 5 Zu der zeit geschachen solich erdpydem in Pergamo, zu Kwm, zu Venedig, zu Cypern, in Barey und in andern vill steten und lannden, das so vil hoher turn und gepaw nyder fieln das meniklich gedacht das end der werlt wolt körnen. Das wart vor nye gehörtt. Maister Oliverus hatt gepredigt in der ersten vast Wochen zu Köln das pey Pfaffey zwen berg, darzwischen ain fliessend wasser 10 was, zu ainem perg wurden, da wuchs das wasser bis ez durch prach zu ainem andern flwssz und was da zwischen was, das ertrenckt ez alles etc. Das L capitel. Von dem erdpydem zu Köln. Ain Maine zeitt nach dem erd pydem am dritten ydus des hornung, 15 da ward ain grosz erdpydem zu Köln umb non zeitt, der was so grausamlich das all maür zitterten als ob sy fallen wolten. In der stund lasz der appt von sand Walpurgen perg mesz, da ward die kirch zittern und wagen, auch der alltar so vast wackeln das er vorcht die erd verslwnd in und den altar. Und darnach über zway manett da geschach zu Ach aber ein erdpidmen. In dem jar geschahen 20 zway wunderzaichen: Das tanezhaws verplan und die wolckenprwst, als dann geschriben stett in dem XXVUj und XLIj capitel. Das LJ capitel. Von dem fewr, das man vallen sach in der gravschaft zu Perg. In diser wochen Sachen die wachter auff ainem schlosz in der grafen lant 25 von Perg, als ich warlich gehört hab, das sy sahen, das sich der hymel auff tett und das gar vil und grosz flamen fewrs daraus giengen. Da die flammen nyder in den lufft komen, da tauten sy sich gar in vil land und tetten vast grausam- leich, als bedewtten sy ain grosz wunder und zaichen. Novicius: Sag solicher ding, die dü'tt mich vasst schrecken. 30 Monachus: Noch wil ich dir sagen von den wundern auff der erden etc. Das LIj capitel. Von ainem verfallen mann in ainer arezgrub etc. [192 r ] In dem stifft von Tryer ist ain dorff, haysst Wainpach, da pey was ain silbergrüb, darinn arbaitten zwen man, ain am grund, der ander oben 35 7. Baroy] lat.: in Papho ; ebenso Z. 10. 12—13. alles etc. Das L capitel ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen; vor L gestrichen X. 22. Oben S. 288 und 296. 302 IV, 52—17, 53. bey dem loch. Da suncken die wäntt zu samen, und der under ward verscMtt mit der swär der erden, der ober ward auch so vast von dem ertrich zermischt das er am dritten tag starb. Das weib des verfallen wolt wänen er war gestorben, die dett in besingen und gab vil umb seiner seel willen, doch bedeweht das 5 weib es war zu wenig und oppfert all tag wein und prott und cherezen mit wey- rach ain gancz jar minder dreyer tag. Darnach hüben ander an die grub zu rwmen durch gewins willen, und da sy nahetten mit den bickeln dem verfallen, da schray er lawtt: 'Gmach, gmach, und sehontt mein, werff die stain leysz, das ir mir nit wee tütt!' Sy erschracken und wäntten es war ain trügniisz, doch 10 über lanck erkantten sy sein stymm und grüben gar leysz. Da sy in enplösten, da fragten sy in wie er so lang zeitt nißcht geleben. Er antwurtt in und sprach: 'Ich pin alltag zu mesz zeitt wol gespeiszt und sunder mit aim so süszen ge- smachen das mich den ganezen tag und nacht weder gehungertt noch gedürst hatt bysz wyder zu der zeitt, und diez gancz jar hab ich das gehabt, dann allain 15 drey tag sind mir abgangen, und da was ich nahent tod vor hunger. Er moelit nit volsagen die tugent und chrafft desselben gesmachen. Da seinem weib das gesagt ward, da verstund sy pald das der rauch was, den sy alltag mit weirach in der chirchen für sein seil than hett. Die sagt darnach allen lewtten was sy gethan hett umb sein seel. 20 Novicius: Mögen die geistlichen ding, die man für die seel tut, also zu hilff und trost körnen dem leib, so hoff ich das sy den seien, die dann in peyn sem, vast nücz und gut sein. Monachus: Davon wirst du vil und genüg hörn in den nachgeenden geschryfften, wann wie vil den gütten nücz pringt das christenlich gesaez, als 25 vil Schadens und pen pringt ez den pösen, die dann die heylikait und gesaez der kirchen versmähen. Das LIIj capitel. Von aim man, der das sacrament der aschen verspott, der in aschen darnach erstickett. 80 Uns hatt gesagt umiser münch Thodricus, der vor was graff zu Weyda, gar ain frömd, wunderlich sach. Er sprach: 'Ich bab erkantt zu Kopplencz ain meezker, der in sein amppt gar früm und erber was,' doch sein namen sagt er nit. Der selb sas ain mal an der vasnacht die ganezen [192"] nacht pey der lull und frässerey. Des morgens gieng er mit aim seim gesellen in die tafern und wolten 9. tütt] tu ist undeutlich, anscheinend über Rasur geschrieben. 11. geleben] das zweite e aus o korrigiert. 16. weib ist übergeschrieben. 22. sein] seim; vor dem o gestrichen y, 30. was] s undeutlich, wie die Abbrev. n. 31. nach orkantt nochmals er kant. IV, 53 -IV, 54. 3° 3 das fleisch abwaschen, und da man zu dem amppt der messz lewtt und die gütten kristen zu der kirchen eylten und auch ettlich aus der tabern giengen, da verMyben allain die zwen und truncken. Da sprach der ander zu dem meczker: 'Wir harren zu lang warlich, darumb lasz uns eylen zu der kirchen durch der heyligen aschen willen.' Der meczker antwurtt im spöttlich und versmacht 5 das sacrament der aschen und sprach: 'Siez still, so wil ich dir geben die aschen das tw auch mir.' Er nam auch aschen von ainer chlumssen und warffs auif seins gesellen hauppt. Nym war, von stund kam die pen des gespöts, wann es stawb umb sein hauppt, nasen und mund so dicker aschen als ob man die mit plöspälgen zu im plies. Er erschrack gar seer, und wann er schray: 0 zoch 10 er so vfl aschen und staubs in sich das er nachett erstickt was Da helfen zu gar vil lewtt, die sahen die grausamlichen phlag und pem. Man fürt m ault ain werd, da nwr gras und kam asch was, aber ez halff in gar nichts er mocht sich nyndert, weder im Rein, in garten, in kamer, noch in hewser vor der aschen behütten Er ward pald ersteckt von der aschen und dolt die pilhchen pem 15 seins gespöez. Nwn nym war, wie der ober man von gnaden wegen under der erd gelept hat, also ist der von siind wegen in dem lufft von der erden getott worden. , ,. , • Noch wil ich sagen zway wunder, das erst geschacht von verdien der tugent der diemüttikait, das ander von der kewscliait. Das LIIIj eapitel. Von ahn convers, der hwtt der swein, und von aim pawm, der durch sein gepett nyder viel. Luffhart, des ich gedacht hab in der vierden underschaid im fünfiten eapitel, der was ain convers in Hemerrod. Der selb was ain wol geporn man 2* den verdroz nit das er der swein hüttet, darumb das er durch sein diemüttikait dester mer verdient. Er pat auch den appt fleissikleich umb dasselb amppt. Zu ainem tag da er bey ainem waW sein swein waydett, da sach er zwen schon pawm, die waren aus ainem stam gewachsen, der selben pawm geyiel im arner gar wol, da sprach er in seinem herozen: 'O Gott, wie geschickt war der pawm 30 zu ainem trog mein sweinen.' Von stund viel der pawm nyder, als war er mit 3. verblybeni v'lyben. . , 7. nach auch - am Anfang der neuen Zeile - noch einmal auch. 9. obj o ist aus einem anderen Buchstaben, vielleicht einem r korrigiert. 11. siych; aus siech korrigiert. 13. vor gras gestrichen gar. 15. vor ward gestrichen ein angefangenen p. 18. werden. 28. ward; tat. : cum iuxta nemus gregeji Uli 304 Jv, 54 -IV, 56. ainer aclis gehawen. Nym war, nit dem der es badt, sunder allain gedacht, dem ward ge-[253' , ]horsam das holcz. Das geschach von der diemüttikait. Nun hör ain ander wunder von der kewschaitt. Das LV capitel. 5 Von ainer mayd und ainem kisling, der sich klob zu zaichen irer kewschait. Alardus, unnser münch, der hett ain mümlein, die hyesz Jenna, als er uns selb gesagt hatt. Wie wol die vor ingang des ordens mit dem leib kewsch und rain was, so erzaigt sy sich doch mit den wercken gar leichtfertig und fräffel, 10 wann sy was wol manbär. Die selb mayd tanczt ains tag mit iren swestern und gespyln. Das ersach yr prüder, ain ernstlich man und ain wol geleümpter priester, der het ain hertten kysling in seiner hantt und sprach: 'Der stain zu klüb sich ee in meiner hantt, ee mein swester statt und kewsch belyb oder ain nwn wurde.' Da erzaigt Got das kain mensch den andern nach seiner gestalt 15 urtailen sol. Der spielt den kysling von stund an in seiner band. Da das die mayd ersach, da ward sy in sich selb vast geschlagen, ain tail von den wortten irs prüders, ainhalb von dem grossen zaichen des kislings, der so wunderlich zerbrach. Sy vermitt die weit und sagt ab allen irem gespensten und wollusten und nam an sich den orden der chlosterfrawen in ain chloster, das man nentt 20 Bechurn. Den selben stain tett sy behalten zu der sach zeücknüsz ir lebtag. Diser ding ist nwn genwg von den dementen. Wilt du nwn etwas hörn von den wundern, die in den dementen wonen, als von vischen, tyern, wurmen und gefügel? Novicius: Ja, das gefeit mir wol zu hören. 25 Monachus: Das ich sagen wird, wais ich nit ob das geschriben stett oder nitt, wann ich hab ez gehört von ainem gar frommen man, der mir das gesagt hatt. Das LVj capitel. Von aim vogel, der durch verdienen sant Thomas des pischoffs 30 erlöst ward. Ain erber, alte fraw hett sant Thoman von Kandelberg vast lieb, die lag gar lang zeitt siech, und wann ir weetag und geprech am grössten was, so rüfft sy sant Thoman gar andächtiklich an mit den wortten: 'Sant Thomam, hylff mir.' Sy hett ain redenden vogel, ob das war spächt, die tahen oder alster, 35 ways ich nicht. Zu ainem tag kam sy aus dem vogelhaws, das ersach ain weyar, 1. vor achs gestrichen asch. 15. spielt] e ist ganz klein übergeschrieben. 16. selb] am Ende er gestrichen. 18. vor gespensten gestrichen gepse. IV, 56— IV, 57. 305 der vieng den vogel und flog hyn weck. An dem flüg druckt der weyar den vogel gar vast mit seim chloen, da schray der vogel in dem lufft, das ez mämk- lioh hörtt: 'Sant Thomam, hilff mir.' Das aber der wunderlich Gott [193 v ] erscheinen lyesz wie er sant Thomam seiner martter gern lontt, er gepott dem weyar das er den vogel vallen lyess. Der vogel kam pald mit freüden zu seiner 5 frauen, und der weyar viel totter auff die erd garnen und leiden den tod umb den raub etc. Novicius: Warumb hatt der heyligt dem verlornen vogel geholffen und nit der syechen frawen ? » Monachus: Der vogel hett kain ander leben, aber dem weib halff er an 10 dem ewigen leben. Auch dar umb, wann in kranchait, der man mit willen dult darinn ist grosz verdienen, und in leyden wirt dye recht tugent bewertt und gesterckt. Nun hör ain ander exempel. Das LVIj o&pitel. la Von den tauben, den ain ritter urlaub gab zu fliegen. Ain ritter hves Anshelmus von Lysare, der phlag zu haben gar vil tawben. Da wart im gesagt, das er daran gar vast sündet, dar umb das sy die sat und frucht der nachpauren beschedigten. Zu ainem tag warff er m essen für, und da komen sy all miteinander. Da sprach er mit lautter stymm, das es alle 20 die da waren, wol hörten: '0, ix lieben tauben, sey es Gottes will das ir pey mir wonen sült, so beleippt bey mir, ist es aber nit sein will, so gepewtt ich euch allen in seinem namen das ir hyn flyogt. Von dem wort wischten auffall tauben und fingen ain hyn weg, und ir kaine kam wider, weder zu rren nächsten jungen ^ noch ayern. ... „ Novicius: Wie mochten sy da sein wider den gotlichen willen! Monachus: Es was nit der will Gots das der ritter die tauben nerett und mochten doch nit wider den willen Gocz da beleyben. Der will Gots ist sein macht, als der Davit in dem psalter sagt: 'Alles das er wil, das tutt er. Mainst du das ez Gottes will sey das man nert sparber, habich, krenich oder 30 desgleichen ? Nain, für war, ez ist nit Gottes will, doch mag man ethch gefugel j;.^ j u „1 ™„™ Von den wil ich dir auch sagen ettlich zu notturfft der menschen wol speysen. > 011 uou w« o mirakel. , 1 j ■ 1 +„+f earnenl vgl. oben S. 215 Z. 29. G. nach und fjestriclien tett. !>'""'" J " 11. 2. Kor. 12, 9. 29 Ps 115 3- vor er destrichen er, dessen e korrigiert. 32". nach sagen - am Anfang der folgenden Zeile - nochmals sagen. Deutsche Texte de» Mittelalters. XXX. 20 306 IV, 58- IV, 59. Das LVIlj capitel. Von den starchen, den der prior von Cistercz, unsers conventz, den segen gab. Bey dem chloster Cistercz, das dann das hauppt ist in unnserm orden, 5 da nysten gar vil starcken. Das hengen die prüder dar umb, wann das chloster und all umb ligent gegent wirt von den storchen geraint von pösen, gifftigen wurmen und slangen. Wann der wintter nahet, so fliegen sy hyn, und zu dem glencz körnen sy wider. Zu ainer zeitt hetten sy sich gesammelt zu dem hyn fliegen. Nun was der conventt aller auff aim acker und hetten nottig arbaytt, 10 da wolten die starchen nit [194 r ] undanckper sein der gütten herberg und flogen gar offt umb die prüder und tryben grosz snabeln und kleppem. Das verwundert die prüder all, und kainer west was sy damit maintten. Da sprach der prior: 'Ich schäcz das sy nrlaub ayschen, von uns zu schayden.' Er hüb auff sein hantt und gab in den segen. Von stund an wurden sy wunderlich fro und flogen 15 all mit einander hyn. Des solt sich pillich pessern ain münch, der sunder Urlaub geitt und reytt riber velt. Novicius: Was sol thün ain mensch, so die tauben gehorsam sind und die starcken danckpär ir woltatt ? 0 sy solten ,<- : eh schämen! Monachus: Das ist die maynung die Gott durch sein propheten Jeremias 20 sein volck Israhel beschempt und strafft, da er spricht: 'Die turteltaub und die swalb die behalten die zeitt ir wider kunpft, aber mein volck hatt nit be- chantt das urtayl ires Gots.' Novicius: Wo wanen die vogel in dem wintter? Monachus: Umb und umb an den warmen steten. Das LIX capitel. 25 Das die swalben wider körnen an ir gewonlich herberg. Als mir gesagt hatt ain priester, ain hawswirt het vil swalben in seinem haws, der begert auch zw wissen das du fragst. Er vieng ain und pand ir ain karten also geschriben an iren füs: 'O, swalb, wa wanest dw in dem wintter?', und lyes sy flyegen, wann er hett an ir gemerekt das sy offt pey im gewesen 30 was, das hett er lang zeit an in beprüfft. Die selb swalb flog mit andern swalben in das lant Asiam und kam in ains mans haus, hyes Petter, darinn nystet sy. Der wirt sach aine ans und ein fliegen, der wirft wolt ye wissen was die zedel an dem füsz bedewtt. Er vieng die swalben und las die karten und nam sy herab und pand ain ander daran, die antwurtt der ersten zedel frag also: 'In Asia, 35 in Peters haws pin ich gewesen.' Da die swalb wider kam, der hawswirt nam die zedel und lasz sy und sagt die hystory für ain wunder. 2. vnp — also unser. 20. Jer. 8, 7. IV, 60- IV, Ol. 307 Bas LX capitel. Von ainer Störchin, die getött wartt, dar umb das sy ir statt geprochen hett. Von den starchen wolt ich dir wol wunderlich ding sagen, solt ich nit eyln zu Sachen die nüczer warn. Die mändlein sind vasst ey/ern auff yr weyb, 5 und wann sy ir statt prechen, so rechen sy das gar häfftiklichen. Die weiblein haben dar wider gar ain selczam erczney, wann sy waschen sich vor ee das sein genystel widerkumppt, dann so mag der man die unstätt nitt [194°] erchennen noch geprieffen, also entfliehen sy den tod umb ir brüchig schuld. Ich hab gehört von aim geistlichen mann das in ains ritters hoff was ain genyst der 10 starchen, mann und weibleins. Die sy pflag offt unstätt so der er aus was, darnach flog sy zu ainem mosz, das nahett bey dem haws was, darin wusch sy sich. Das merckt der ritter und wolt gern wissen die ursach. Zu ainer zeitt dett er das loch bedechen mit garten und zewnen. Was geschach nwn? Da die sy ir sünd verpracht hett, da sucht sy sich zw waschen nach alter gewonhait in dem 15 mos und mocht nit darin komen. Da zwischen cham der er. Er verstund die missetat, er stach mit dem snabel in die storchin, und da er sy allain nit ge- dotten mocht, er flog mit grimen hin und kam in kurczer stund wider und pracht vil starchen mit im, und die starchen erstachen die sy in angesicht vil menschen, die der sach zu lugten. 20 Novicius: Ich main das dyser eyffer betewtt etwas haimlikait. Monachus: Du mainst wol und recht, wann offt und vil gleicht sich Gott dem gefügel in der geschrifft: Desselben warn, guts gemahel ist ain yeglich glaubig seel, unstätt ist ain yeglich tod sünd, die sünd schaid die seel von Gott und ainigt sy mit den teüffeln, das wasser ist der tauff und die rew, die albeg 25 die sünd abwäscht, das sy Gott nit säch oder bechenn zu rechen. Nach dem wil ich dir exempel von vischen auch sagen, die auch von wasser gemacht sein, darumb wil ich dir etwas wunderliche sagen. Das LXj capitel. Von aim guidein vingerlein, das funden wart in ainem lachs etc. 80 (Jhunrat, probst zu sant Severini zu Köln, der was auch probst zw Xanten. Da der selb probst zu der selben seiner probstey auff dem wasser für, da wusch er sein hend in dem Rein über das schyff, da schlayff ain guidein ring, der vast 5. eysern. 11. er] aus ar korrigiert. 11—12. lat. : lila abseilte masculo adiilterium adniittens. 12. ainer mesz; lat. : paludi . . . se immersit. darin] Zuerst war darnach geschrieben, dann wurde nacli gestrichen und dahinter jn gesetzt. 20* 3Ü8 IV, 61-JV, 63. gütt was, von seinem vinger und viel in den Rein. Darnach in dem andern jar für er aber zu dem selben chloster. Als er nahent kam zu der stat, da er sein ring verloren hett, da begegneten im visclier. Da tet er fragen ob sy chain gefangen visch betten. Sy antwurten: 'Wir haben nwr ain laehs, der gehört zu 5 dem probst von Xanten, sünst hab wir kam visch, wir getürren auch den selben lachs nit verkawffen.' Die diener sagtten das der probst da war, da schanckten sy im den visch. Da in der choch auff tett und entwaidet, da vand er den verlornen ring des probst in seinem ingwayd, [195 r ] den chunde noch wolt der choch nit verbergen und zeigt den ring dem probst, der kantt in von stund und 10 enpfieng den mit grossem verwundern. Das LXII capitel. Von dem wasser, das in plütt verkert ward, und die visch auch in dem wasser plütvar wurden. Ain priester von den swarczen münch, der hat mir gesagt yecz in dem 15 andern jar gar ain wunderlich ding von dem wasser und vischen. Er sprach: 'In unnserem land wurden alle wasser, stende und fliessende, zu plüt und die visch all plütvar, das haben gesehen all in woner unnsers lannds. Das wasser ward auch so pitter das die visch die pitter nit erleyden mochten, sy zabalten an das land und verliessen das wasser. Die all schlichen auff die zewn und hiengen 20 daran, das man ir gar vil vieng auff den zewnen. Gar grosse menig der visch stürben, gleich als zu Egippten das land gephlagt ward.' Nwn wil ich dir ettwas sagen von den tyern, die auff der erd geend, das auch vast wunderlich ist. Das LXIIj c&pit&l. 25 Von den ochsen, die iren hertter dötten. Da Wilhalm, unnser novicz, in der ersten merfart wider kam gen Rom, da hortt er das auff die selb zeitt erst geschehen was ain dinck, da von gar vil lewtt sich verwunderten. Ain hertter der pflag der ochsen und pwffeln zu mitten bey zwain jarn oder mer. Zu ainem tag do slyeff er nit verre von dem vych, 3 0 da lieffcn vier ochsen zusamen und hüben ire häuppter zu hawff, als ob sy racz pflägen, darnach lyeffen sy über iren hertter und dratten in mit den füssen und warffen in hyn und her mit den hörnen und zerstiessen in zu klain stucken zu tod etc. 9. zogt. 24. IIj ca.] ist über den Rand hinaus geschrieben. IV, 64— IV, 65. 309 Das LXIIIj capitel. Von ainer wülpin, die ain schüler ertöttet in Carpania etc. Uns hatt gesagt her Daniel von ainer wülpin gar ain wunderlich geschieht. 'In Carpania', sprach er, 'da ich schülmaister was, da wart erlauppt den schillern m ain walt ze geen. Die selben schüler funden in ainem walt ain loch, darinn 5 warn jung wölff, die warffen sy all aus dem loch. Da was ain schüler, der hackt önt aim peyl den jungen wolffen allen die füsz ab. Da sy von dannen giengen, die wülpin kam zu den jungen . . . ir füsz ab gehawen, da lyeff sy nach den Schülern und viel gar frävenlichen allain den an der die füsz abgehackt hett. Der schüler forcht im seer und stayg auff ain pawm. Da die wülpin darauff 10 nit gesteygen mocht, da hüb sy an zu [195 v ] graben mit iren chlawen zu des pawms wurezen, und da sy den allain nit umb graben mocht, do lyeff sy nach andern wolffen und pracht sy mit ir zu dem pawm. Da zwischen lieffen die andern schüler in die törffer und sagten die mär. Da kamen vil lewtt mitt swerten und spiessen, kolben und stecken und verjagten die wölff und fürten 15 den schüler mitten under in. Die wolffen giengen ain weil nach mit grausam- üchem hwln; sy verwagen sich des schwlers, aber die wülpin lieff in allain gar zorniklich lang zeitt nach und versucht sich in manger masz zu rechen; und da sy gar nachett dem dorff körnen, da gab sich die wülpin in den tod zu räch ir jungen: Sy lieff in die hend der wappnär und spranck dem schüler in 20 sein kein und erwürgt den under iren henden, wie wol sy auch dar umb starb.' Novicius: Mich wundert vast das sy den schüler vor den andern erkennen künden. Monachus: Solicher sach geschehen vil von Gottes haimlichen urtailn, 25 als ich dir ains yccz nachgeend sagen wil. Das LXV capitel. Von ainem mann, des kind alle die wolff frassen und tötten etc. Es sas ain man bey Ach, der hett drew kind. Zu der zeit als künig Philipp alda gekröntt ward, da warn zu der selben zeitt gar vil wölff in dem selben land. 30 5. zegeen fehlt; lat.: licentiatum fuerat ire ad Silvas. 7. beyl] p »«« b korrigiert. 8. Lücke der Hdschr. — lat. : catulorum pedos praescisos vidit. nach] a aus o korrigiert. 12. den ist übergeschrieben. 13. andern] das Ena-n nachträglich angefügt. 21. erwürgt] Zuerst war — am Zeilenende — erwürekt geschrieben, dann wurde das würekt gestrichen und auf der neuen Zeile noch einmal würgt gesetzt. den wäppner; vor wappner gestrichen schüler; lat. : et scholaris gulae insiliens, protinus extinxit. älO IV, 65-IV, 66. Der wolff ainer lieff in des benantten mans haws und nam ain kind und zooh das mit im hyn in seinen gyel und fiirtt das kind mit im in ain walt. Da kam ain ritter von geschieht aldar und ersach das kind in des wolff'es gyel; er sprangt zu mit snellem lauff und errettet das kind iebend und gesünt von dem wolff. Nit laug 5 darnach wart dasselb kind von aim wolff verzuckt, geelött und gefressen. Das kind hett ain swester, die grosser was, die wart zu ainem mal gesandt auff das feit nach prunwasser. Da lyeff zu ir ain wolff, das sahen vil lewtt, und ee die lewtt ir zu hilff komen, wie vast sy eylten, da hett sy der wolff erwürgt und verslickt ir ingewayd, also hett der man zway kind von den wölffen verlorn. 10 Zu ainer zeitt was krieg in dem selben land, da flöhet die fraw des selben maus ettlich haws geschirr in ain stat und lyes das dritt kind da haym des hawss zu be warn und hätten, bis sy wider kam. Da sy wider kam, sy vand des kinds nit, es was verlorn und gesach es nymmermer. Es ist wol zu glauben die wolff haben es gleich sam die andern [196 r ] hin tragen und ertött. 15 Seyd wir reden von wölffen, so wil ich dir sagen von aim wolff, das ich newlich gehörtt hab und hatt mich vasst verwundert. Das LXVj capitel. Von ainem wolff, der ain mayd zoch in ain wald, das sy ain pain zug aus aines andern wolffs slund, der sein gesell was. 20 Wey Köln geschach in aim dorff, des nam mir vergessen ist, das ain wolff zuckt ain gewachsen diem und hielt sy mit seinen zenden bey aim arm. Er zoch &y mit im, und wann sy schray, so druckt er sy härttiklich und wann sy swayg, so tett er ir nit wee. Was geschach? Der wolff fürt sy in ain walt zu ainem andern wolff, in des hals stackt ain pain, der hett gar grossen smerezen. 25 Der gesündt wolff nam der diem hantt mit dem maul und styes die in den schlünt seines gesellen, die grayff das pain und zoch das heraus. Da fürten die zwen wölff von stund die diern sunder an all schaden haym wider in ir aygen dorff. Novicius: Ich hab gesehen ain Jüngling, der in seiner kinthait von 30 aim wolff gerauppt ward und ward bey in erzogen, bys er ward ain Jüngling. Er chund auch auff henden und füssen lauffen als die wölff, und er hwlt gleich als ain wolff. Das hatt end von der diern und von den wurmen, dann hatt end dise distincion. 8. ir] ist übergeschrieben, nach zu nochmals ezu. 22. härttiklich] ä aus e korrigiert. :33. lat.: Ishuic vero de veimibus alique subiungam. 34. distincion] o aus e korrigiert. IV, 67. 311 Das LXVlj capitel. Von ainer kroten, die durch ächtett Theodoricum, Krepps mit dem zu nam. In Carpen, dem dorff in dem stifft zu Köln, das ich vor auch genantt hab, da was ain man, ich wais jiit ob er noch leb. Er was erber und gaistlichs 5 lebens, der hies Dietreich Krepps. Der selb was ainsten in seiner jugent dorn eameln auff ain acker, da laidigt er ain kroten, die krott rieht sich gegen im auff zu wer, da ward er zornig und erslüg sy zu tod mit ainem holez. Hör ain wunder: Da Diettreich an die kroten nit gedacht, da sach er das sy im nachlyeff. Die durch spist er und ertöd sy aber, ez halff nit, er verprantt sy mer dann ainsten, 10 ez halff alles nit. Er mocht so veno nit komen oder an chainer sicher und wol bewartten statt nye geschlaffen das er vor der kroten sicher war; des nachtes hyeng er sein pett enpar an die tillen vor forcht. Zu ainer zeitt rayt er jagen mit ainem seim gesellen und klagt im sölich sein ungemach und wunder, da sach sein gesell das die krott an des pferdes swancz auff staig, vasst zu im eylend. 15 Der schray gar lawtt: 'Bewar dich und hwtt dich, [196"] der tewfel steygt an deinem pferd auff!' Von stund sprang er von dem pfärd und ertöttet sy aber. Zu ainer zeitt sas er bey seinen gesellen, da sach er den selben wurm gegen im kriechen auff dem gestuel an der wantt. 'Nwn schäwtt, 'sprach er, 'den tewffel, ich mag nymmermer von im erledigt werden, er hab sich dann gerochen.' Da 20 enplösst er ain pain und lyesz den wurm zu im. Die ways in, da warff er sy mit der hantt hyn dan und schnayd von stund den pys ab mit aim scharschach, das darzu vor berait was, und warff das stuck auch verre hin dan. Hör ain wunder: Das ab gesnyten stucklein das wart geswellen als ain grosse faust und zersprang von ain ander, also ward er geledigt von dem unrainen wurm. Dar- 25 nach ward der selb Theodoricus von ainem ritter unrechtiklich geplentt. Er ward so gaistlich das er albeg mit plossen fassen gieng, er wollet also parfüsz offt gen Rom und zu sant Jacob in Conpostel gar andächtiklich. Novicius: Solichs hab ich nye gehörtt. Monachus: Got ersterekt offt und vil die sünder mit sölichen wunder- 30 zaichen, das sy mereken und versten das von so grosser pein die würm nit sterben und nit das fewr erlischett an den leichtfertigen und füllern, auch unkewschen, den allen wirt solich pen ewiklich beraytt. Von dem leichtfertigen, als die jager sind, als yecz gesagt ist, von den unkewschen hast du ain ebenpild in dem leben sand Malachie, da sagt man das ain unkewscher man von ainer kroten ge jagt 35 ward von ainer gaistlichen frauen. Von den süssen hab ich gesagt in der zehenden underschayd, da die ingwaid der hüner wurden zu ainer kroten. Ich wil dir auch davon sagen ain new geschehe n exempel. _____________________________ 6. hies] h aus 1 korrigiert. 20. sy. -1. war. 32. nit das fewr nit. Jes. 66, 24. leichtfertigen] das erste t aus einem anderen Buchstaben korrigiert. 36. süssen] lai.: de gulosis; aber nicht Dist. 10, sondern Diät. 4 cap. 86. 312 IV, 68- IV, 69. Das LXVIIj capitel. Von ainer kroten, die funden wart in ains truncken priestera trinckvas. In dem dorff Perg, in dem stifft zu Köln, da was ain priester mesz tünd, 5 der was gar ain wunderlich man und gancz genaygt zu der frasserey. Ich wil in nit nennen, wann ich hoff er werd sein leben pessern. Der selb hat ain ge- wonhait das er durch besunders glust wegen zu sumer zeitt allweg aus den angstern tranck und aus glessern. Zu ainem tag hett er sein geschirr vol ge- schenckt und pott die ainem seiner mass gesellen zu trincken, da sas ain grosse 10 krott am poden desselben angsters. Von dem gesicht ir gar vil erschracken und namen das fwr ain grosz wunder, das ain so grosz tyer in das trinckvas körnen war, so das loch so eng und der hals so lang wäre. [197 r ] Und da der schüler den wurm nit mocht ausgeschritten und das glas auch nit precheu wolt, der saczt das glas an die end, da er es genommen hett, und er kam über ain 15 klain zeitt hyn wider und vand gar nichts in dem glas. Nym war das der wein von bcsunderm wunder was zu ainem so grausamlichen wurm worden, da da von der priester ver meiden solt trunckenhaitt und solich grosz unzimlich fwll. Das LXVIIIj capitel. Von ainer kroten, die funden wart auff der Juden alltar, da sy 20 ir hochzeitt hetten. Es ist nit lang das Gott die Juden, die dann mit allen iren Sachen gancz unrain seind, gar vast und wunderlich smacht durch ain solichen un rain wurm. In dem nächsten dorff, das Winczer haysset, da komcn die Juden, da umb wonen, zu samen in ains ritters haws, das sy zu ir hochzeitt bestanden hetten. Und 25 da sy iren alltar mit vil schönen und rain tüchern bedeckt hett zw vesper zeitt, da giengen sy in iren gemachten tempel, yr priester gieng zu dem alltar. Und da er die tüch umb kertt, da vand er under den tüchen mitten auff dem alltar gar ain grosz, grausamlich krotten. Und da er von schrecken gar vasst und lawtt schray, da lyeffen zu die Juden, vil kristen eylten auch dar zu. Do mochten 30 die Juden das wunderlich chuntter und zaichen nit verbergen, wann es warren vil ritter und ir frauen zu der hochzeit komen, die selben verspotten der Juden fesst und prachten sy in ain grosse smäch. Die selben ritter sagten das darnach unnserm appt, hern Gebharten, von dem ich das gehörtt hab. Novicius: Ich hab grosz gelust in solichen wunderzaichen, die dann 35 irrung und lasster zerstörn und die dann pauen und machen in prünstig lieb der tugent und gnaden. Monachus: Du solt wissen das die gifftigen tyer auch ettlich natürlich tugent an in habent. 30. chuntter] vgl. oben S. 254, 8 u. ö. IV, 70 -IV, 71. 31.3 Das LXX capitel. Von ainer «langen, die ains ritters wunden saug und in gesunt macht. Uns hatt gesagt Hainrich von Forst, ain erber und warhaffter ritter, gar ain fromd ding von ainer slangen. Es ward ain ritter bey uns in dem jar gewuntt 5 in der seitten und ward nit wol gehaylt, das aytter prach aus, er gewan grosz smerczen Zu ainem tag hett er sich vor wee genaygt auff ain abgehawen stock und enplöst sein wunden, das der unflatt daraus rynnen solt. Er entslyeff, da kam ain slang und sawg die wunden. Er wart muntter und warff die slangen [197 v ] von im und wie wol er vast erschrack, noch dann enpfand er von stund an grosse 10 hylff und pesserung. Da wartt im geraten das er aber sich da hyn legett und die schlangen genüg sawgen lyes, so mocht er villeicht gancz gesund werden. Das geschach also. Er wart gar wol gesund, die slang gewan in so lyeb das er an kamem end geschlaffen künd, sy kam zu im an sein pett. Der ritter hasset vast die gesel- schafft, er raytt aus dem land anderhalbs jar, die weil sach er die slangen nit. la Da er wider kam, die slang kam auch wider, und wann er sein gemach verschlos, das die slang nit ein mocht, so vand er sy doch albeg des morgens vor der tür. Da ward im geraten das er das kuntter dotten solt. Er antwurt: 'Mein hayler und gesundmacher wil ich nit tötten.' Die slang trayb das so vast und vil das er zu lesst erzürntt ward und die slangen dottet. Novicius: Die slang was pesser dann die schlang von der oben gesagt ist. Monachus: Die ober slang hat gestrafft ain grosz missetat und ward darzu beschaffen. ., Wie vil die slangen den menschen übersehen und nach geben, das wil ^ ich dir offen und chunt machen mit zwain mirakeln. Das LXXj capitel. Von ainer flauen in Flandern, die ain slangen tranck aus ainer wagen lays. Es was ain fraw in Flandern, als ich nächst gehört hab von Wei- ' karten, unnseren münch von Valery, da die ain kind gepar, da was am grosse schlang im umb den hals gewikelt, davon retten die lewtt wie man sy an sundern schaden des kindes herab gewinnen mocht. Da ward nach ains weysen 30 6. prach] am Ende t gestrichen. 7. lat. : nudato lateie. 8. sein fehlt. , 15. nach land — am Zeilenendc — gestriclien and b. 19. vor vast gestrichen lang. 21. Dist. 6 cap. 22. 22. gestrafft] st aus f korrigiert. 31. an] ist übergeschrieben. 32. sundern] n nachträglich an sund' angefügt. 314 IV, 71-IV, 72. maus ratt ain kalt swertt a uff sy gelegt, von der kelt erhüb sich der slang und viel und das kint wart getaufft und leppt kurcze zeitt. Man sagt das die fraw die slangen aus ainer wagenlays getrimcken liab. Das LXXIj uapitel. 5 Von ainer trauen, der schlaffend ain slang in den münd kroch und kam mit der gepurt her wider aus. Nachent ain solichs ist geschehen in dem stifft von Tryer, in ain dorff genant Dulre. Da die sawgam Alardy unsers noviczen zu ainem tag slieff beiden beinkorben, der sach das die slang ir durch iren mund in den pauch ir einan 10 kam, und wolt sy wecken, der sach das die slang iren swancz noch eins vingers lanck her vor hett. Da er die slangen nit mocht her aus ziehen, sy er wacht und sprach: 'Ich hab mit grossem ungemach geschlaf fem' Der man wolt ir nit sagen was ir \198 r ] geschehen was, das sy vor schrecken icht stürb, wann sy was vasst nahett der gepurt. Die mütter gab ir nach des maus ratt zw trincken warm milich 15 und manger hand süsser tranck, das der slang dester stiller lag und die frauen nit laydigt. Zu der zeitt der gepurtt genasz die fraw des kindz, und die slang kam auch mit der gepurt von der frauen. Die schlangen slüg der man mit gezogem swert, sy wolt wider in die frauen sein, als sy daim von natur weys seyn, da erslüg sy der man der frauen zwischen iren pain, die fraw leppt noch. 20 Wolt ich alle ding sagen, die zu meiner zeitt wunderlich geschehen sind, das ist wider den gemain lauft der natur, so vergieng die zeit vil ee, ee das ich davon nit wesst zu sagen. Darumb solt du die ding behalten und dich darinn erglwsten, wann ich wil zu vil nüczern dingen eylen, wann es ist geschriben von Gott: 'Gedenckt der wunder, die Gott gethan hatt.' Der sach sollen wir gedenckeu 25 und sprechen mit dem propheten: ' 0 Gott, du pist der der alle wunder allain thütt. herre, nit uns, herre, nit uns gib die er, sunder deinem namen. Der nam Gots ist unnser herre Jhesus Christus, durch den alle ding gemacht sind, dem sey mit Gott und dem heyligen geist er, lob und wird von ewikait in eben. Amen. 1. nach swertt gestrichen bär. 2. das 1 ] k ist über Rasur geschrieben. Das zweite die ist über Rasur geschrieben. 4. LXXlj aus LXXIIj korrigiert. eap. 9. einan] e aus k korrigiert. 24. Ps. 105, 5. 25. Ps. 76, 15; 136, 4. Capitula von Teil V. 315 Hye anheben sich die capitel der aindleften undersohayd. Das erst capitel, was der tott sey und von wann und warumb er tod haysz, und von vier geslächt der sterbenden. Bas ander capitel. von dem tod hern Mainharts, ains priesters aus aim chloster. Das dritt capitel, von dem tod Eysenharts, hütter desselben ohlosters. Das vierd capitel, von dem tod Richarts, des münchs. Das fünfft capitel, von dem tod ains junglings, der lay was, mit dem die engel retten, da er begund sterben. Das sechst capitel, von Ruprechten, dem convers, der das englisch 10 gesanck hörtt, als er sterben wolt. Das VIj capi., von aim plinden convers, der hört die engel singen ain sellmesz für die totten. Das VII j capitel, von dem tod prüder Hilprancz, des seel die munch füren'sahen ain grosse samlung weysser lewtt in ainer gestalt ams 15 new geporn kinds. Das IX capitel, von aim convers, pey des grab prüder Walther sach prinnend kerczen steen. Das X capitel, von dem tod Herwigz, unnsers priors. Das Xj capitel, von dem tod Margeti, des convers, der von gepott 20 [198 v ] Geyselberti, ains appts, wider lebend ward. Das Xlj capi., von dem tod Goszberti, des convers, der wider lebend ward und sagt was er gesehen hett. Das XIIj capitel, von der leczten revv ains priesters, der vorzeitten ^ ain swarczer münch was. Das XIIIj capitel, von Rwkero, ainem münch, dem sand Ott sem end verchündet. 7. Richarts] im Text Sygbertus; lat. : Sigerus, vgl. unten S. f^^- 10. Rupiechtenj im Text Opertns; lat. : Obertus, vgl. unten S. 326, 9. 20. Margeti] im Text Mangotti, vgl, unten S. 329, 25; lat.: Mengozr. 26. Statt Ott im lat. und auch im deutschen Text Davit, vgl. S. 334, Sff. 316 Capitula von Teil V. Das XV capitel, von dem tod Gerungz, des oonvers, des endt wartent waren swarcz lewtt und geyrn. Das XVj capitel, von dem tod ains convers auff den vil kra und raben sassen, und da kam ain weisse tawb tuid vertraib sy all. 5 Das XVIj ca., von dem tod herrn Chün, des münch von Malburg etcetera. Das XVIIj capi., von dem tod Lwttoldi von der Porten. Das XIX capitel, von dem tod Alardi, des mtinchs von Lucka, der sach Jhesum Christum, sein mütter und vil heyligen an seim end. 10 Das XX capitel, von einem ritter, der erstochen wart und an seinem end Gott anrüfft und behalten ward. Das XXj capitel, von aim Fryesen, der erslagen wart und vor seinem end alle seine christenliche recht enpfieng. Das XXIj capi., von Wigero, aim ritter, der von den hayden erslagen 15 wart. Das XXII j capi., von Theodorico von Kwland, der Gott pat das er zu Jherusalem stürb, und das erwürb. Das XXIIIj capitel, von ainem münch, der des tod wünschett durch das ungeornt leben seins appts zu Bespurg. 20 Das XXV capitel, von aim appt in Payrn, der verprant ward und nach seinem tod vil zaichen tett. Das XXVj capitel, von dem tod ains ainsydels zu Köln zu sant Maximii. Das XXVIj capi., von dem tod Clemencio, der chloster frauen, an 25 der leib man vand newn eysnen ring. Das XXVIIj ca., von Osilia von Luttich, die sy mit eysen ringen pand. Das XXIX capitel, von dem tod hern Bernbrand, appt zu Schonveld. Das XXX capitel, von dem tod Udelgart, der chloster frauen. 30 Das XXXj capitel, von dem tod unnsers kellers, herrn Chünrats. 2. lewtt steht zweimal da. 3. vor kra gestrichen der obere Teil eines g. 4. sy all ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 12. Kapitel XXI des Inhaltsverzeichnisses entspricht XXII des lat. Textes und auch der Übersetzung, vgl. unten S. 341, 9. Dadurch bleibt von hier ab die Zählung des Inhaltsverzeichnisses hinter der des Textes um ein Kapitel zurück. 16. statt Kwland im Text {unten S. 342, 21 Kwland; lat. Ruland. 19. statt Bespurg im Text unten S. 343, 4: Ce.spurg, lat.: Oeabroeck. 23. Maximii ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 25. dem. 27. ringen] ringe, das e ist undeutlich, fast wie t. pandj ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 28. statt Bernbrand unten S. 346, 21 uml im lat. Text: Gerbrand. 29. statt Udelgart im Text unten 8. 347, 2: Wdelhait, lat.: Udellolt. Capitula von Teil V. 317 Das XXX Ij ca., von dem tod hern Chunrats, unnsers münch, dem rwff Reichwein an dem tod pett. Das XXXIIj cap., von dem tod Gregori von Armenia, dem sein be- grabne mütter vordert zu dem tod. Das XXXIIIj capitel, von aim convers von Culna, der wider zu dem 5 leben kam von ains helblings wegen, den er aygen hett [199 r ]. Das XXXV ca., von aim münch, der sein kutten am todpett abzoch, dar umb das er in das paradeys nit mocht. Das XXX Vj cap., von ainem purger von Straspurg, des sei wider zu dem leib kam. 10 Das XXX VIj capi., von maister Thoman, dem gotlichen lerer, der den tewfel sach an seinem tod pett etc. Das XXX VII j capitel, von dem wüchrer von Maincz, pey dem man vergrub ain grosse bey gürttel mit gellt. Das XXXIX capi., von ainerwücherrin, die in unnserland gestorben ist. 15 Das XL capitel, von ainer wücherrin, der die tewfel ir seel in raben gestalt aus dem leyb ryssen. Das XLj capitel, von Theodorico, dem wüchrer, der an seinem sterben Pfenning tett kewen. Das XLIj capitel, von dem tod WaZtheri, ains priesters, der pfleger 20 was des probst von Bwnn. Das XLIIj capi., von dem tod Gottfrido, ehorherrn zu Köln. Das XLIIIj cap., von dem tod ains legisten in Saxenland. Das XLV capi., von ainem pawrn, hyes Hainreich, der an seinem todpett ain glüenden stain sach hangen ob seinem hauppt. 25 Das XLVj capitel, von ainem pawrn, dem der tewfel ain glüenden pfeill wolt in seinen hals st6ssen. Das XLVIj capitel, von ainem priester, der nach tod wider kam und sagt das er verdamppt war. Das XLVIIj capi., von ainem priester, der an seinem todpett hört die 30 hellischen pwsawn. DasXLVIIIj cap., von dem tod des graffen von Fwlen, der umb Scheltwort getött ward. 9. dessel. T,r/Mecz vol. S. 351,14; lat. : Metensi. 13. Maincz] ai aus ec korrigiert ; unten im 1 exl Mecz, vgt. 15. vor die gestrichen der, dahinter gestrichen tewiel. 20. Wathei. , , „ u4 am; 'Von dem tod hern Hermans, 23. Im Text folgt als Kapitel XLV (vgl. b.dot,au). ui v .,, Y7 VT des andern techant L W, wahrend 'Von dem todarns legxsten etc. erst Ka V ilelXLVI erscheint. Von hier ab bleibt die Zählung des Inhaltsverzetchmsses gegen den Text um zwei Kapitel zurück. 28. nachl am Ende t gestrichen. 32. Fftei] w aus « korrigiert; im Text unten S. 35',, 2: Fulcken; tat. : Fulke^is. 318 Capitula von Teil F. V, 1. Das L capitel, von dem tod Johcmnis Dani, der den tewfel sach. Das Lj capitel, von ainem kriecht, den zwen hüntt zerrissen, darumb das er sich für ain pischoff hyelt und ausgab. Das LI] capitel, von dem tod Bernhai ts von Münster, der seinen •"» swestern man ertöttet. Das LIIj capi., von den schachern, die zu Köln geredert wurden. Das LIIIj cap., von den pawrn, die in dem grab mit ain ander kriegten etcetera. Das LV capitel, von ainem convers. der gächling starb, das er sich 10 wider den appt verpunden hett. Das LVj capi., von ainem korherren, der ain geweicht chlosterfrauen enterett an irem magthum. Das LVIj capitel, von ainer mayd, auff der grab die hünd sich all- zeitt pyssen [199 1 ']. 15 Das LVIIj ca., von aim spitalmaister, der sich selb ertrenckett. Das LIX capitel, von ainer frawen, die zoch und der tod lyes von yi" und kam an ain priester, der pey ir stund. Das LX capitel, von ainem wunder, das zwen me/ischen töttet. Das LXj capitel, von aim wunderthyer, das zu Wunn aus aim grab 20 gieng und in ain anders schloff. Das LXIj capitel, von ainem münch, der in ain hwlben viell und er tranck, da er las das ewangely: 'Wacht, ir wisst nit zw welcher zeitt der tod kumppt.' G«ent sind die capitel. 25 Hye hebt sich an die aindlefft distinccion. Das erst Capitel. Zw der aindlefften stund zuckt sich die sunn zu dem nyder gang, das ist auch das sechst allter, das dem tod vast nahentt ist, so ist nit an ursach in der aindlifften underschayd von den sterbenden zu sagen, als ich dann mayn und 30 verstee auch das aindliffe die erst zal ist nach zehen, darinn dann die gepott der 1. Jodam; lat. : Johannis Dani. 10. vor appt. gestrichen vi. 15. Oap. LVIIj fehlt unten im Text, stall dessen bringt der Text ein anderes Kapitel (£., 360, 34), das im lat. Text als LX steht, aber hier im Inhaltsverzeichnis fehlt, so daß die Differenz in der Zählung die gleiche bleibt. Dem oben als LVIIj bezeichneten Kapitel entspricht im lat. Text Kapitel LXJ. 16. ainerj a aus e korrigiert. 18. zwermchen; lat.: familiam ctuarum curiarum; unten im Text (S. 361, 24): z.M'aier herren hawsfoJck. V, 1. H19 ee geschriben steend, wann von Überfarn des gepots, das tetcn unnser allt vätter, ist der tod körnen auff die erden. Dar umb haisst der tod der totten, wann mit dem pyss wir getött wurden, wann von des pyss ist als menschlich gesl&cht in den tod gefallen Der tod wirt auch von pitterkait also genennett, wann als man sagt so ist kain pein auff dyser erden so pitter und hertt als schyedung des 5 leybs und seel Wist das dreyerlay tod sind, als dann Ysiderus spricht: Am pitter tod, ain unzeittiger tod, und ain natürlicher tod. An dem pittern sterben die kinder, an dem unzeittigen sterben die Jüngling, an dem natürlichen sterben die alten. Seyd wir nwn an gevangen haben zu jeden von dem sterbenden, so soltu wissen das vierlay weys ist zu sterben: Etlich die leben wol und sterben wol, 10 etlich haben übel'geleppt und sterben dannoch wol in den gnaden Gots, und ez sind auch lewtt die wol geleppt haben, und doch von rechtem urtail Gots Übel sterben. Die underschavd hatt Gott genüg durch den propheten Ezecluel aus gelegt, von den wol lebenden und wol sterbenden spricht er: 'Ob am man gerecht ist und tut gerechte urtayl und werch', und darnach nentt er vil gütter werch 15 und besehest also: 'Der selb ist gerecht und leppt des ewigen lebens, also spricht Gott der herr.' Von den Übel lebenden und Übel sterbenden spricht er [200 r ] von stund darnach: 'Ist das der pös gepirt ain sün, der das plüt vergewst' etc. und sagt von vil wereken der poshait und beschlewst am end also: 'Der leppt mt, er Wirt sterben so er so vil Übels tütt und sein plütt vergyessen wirt in im sein'. 20 Von dem dann der Übel geleppt hatt und der sein leben berewt, spricht er also: 'Wann der pös pwsz entpfächt über all sein sünd oder missetat, die er begangen hatt, und behalt darnach alle meine gepott und tütt recht urtail und gericht der wirt leben und nit sterben, und all sein poshait, die er gethan hatt, der wd ich nvmmermer gedencken.er wirt leben in der gerechtikait, so er begangen hatt. 25 Novicius: Das ist ain grosser trost allen sündern. Monachus: Ez ist war, aber das hernach gett, das ist gar grausamheher dann diser trost: 'Ob sich der recht kert von seiner gerechtikart und begmtt treiben poshait nach allen seinem pösen willen und fürsaez, als dann die posen thünt, so gedenck ich nvmmermer der guttat, so er vor gethan hatt, und er wirt 30 sterben in sein sünden.'die er begangen hatt.' Petrus hatt wol geleppt und wol geendet. Symon, der zaubrer, hatt Übel geleppt und Übel geendett, der Schacher am chrewez hatt Übel geleppt und hatt doch gfitt end genomen. Nicolaus, der waller, sagt man. wie er wol geleppt hab am ersten, er hatt aber mt wo geendet Novicius: War umb die gütten wol sterben und die pösen übel darumb 35 isf mir kain frag. Warumb aber die gütten lang zeitt wol geleppt haben und 2. lat.: Unde mors a morsu nomon aeeepit. 6. Ysidorus (Originum libri XX) Üb. XI s. 76. 13. Hesek. 18. 15. umb. 16. beschwst, Hesek. IS, 5—9. 18. Hesek. 10—13. 20. lat.: in ipso erit. 22. Hesek. 18, 21 j. 24. vor der 2 gestrichen wirt. 28. Hesek. 18, 24. 320 V, 1—V, 2. nit bestend bys an das end und warumb ettlich p6s lewtt, die lang zeitt die übel geleppt haben, sich an dem end pessern, das wolt ich geren wissen. Monachus: Ich pin nit Chusi, der rattgeb Davitt, wann der spricht: 'Wer wais den syn und maynung des herren, oder wer was Gottes rattgeb V 5 Novicius: Welcher tod ist gütt oder welcher ist pös ? Monachus: Wer in der lieb des liechts schaydett von hynnen, der sieht das ewig Hecht, darunib gibt man den layen ain prynnend Hecht in yr hantt, wann sy sterben aus den klöstern. Wer aber aus sunder lieb stirbt, der wirt ver- senckt in die äussern vinsternüsz. Mit dem ainigen urtail werden beslossen alle 10 dise underschayd: 'Wie ich dich vind, also urtail ich dich.' Novicius: Ich bekenn das mir durch das urtail genüg geschehen ist. Nun pitt ich dich das du mir ettliche exempel sagest. Monachus: Ich tu des du mich manst [200"] und pittest und will halten die obern ordenung. Wie köstlich und scheinber sey der tod der gerechten in 15 angesicht Gots und wie snöd und peinleich sey der pösen tod, das beweysen dir die nach geschriben underschayd und exempel. Das Ij ca,pi(el. Von dem tod Mainrichs, des priesters aus aim chloster. Zu der zeitt da der heylig appt Dawitt von diser weltt schyed, da wartt 20 in dem selben haws, das man nennet Hemmerod, ain grosser srecken, wann Gott erweit im die menschen die an dem leben die pesten warn und die hayligisten, als die taub tütt, die der pessten körner sich nertt und aus klaupt. Da was ain priester, mit namen Mainhartt, der vor zeitten zu sant Symeon in Tryer ain chorherr was, der wart durch die hailsamen wort und 1er sand Bernharts ermant 25 und gezogen in unnsern orden. Darinn was er über dreissig jar und hett grosz göttlich lieb und forcht zu Gottes dienst. Also strencklich leppt er das er die hochen statt der heylikait erlangt. Er wart zu mangen amppten in dem selben haws erweit durch sein frünckait, als prior, keiner, kastner, maister der noviezen. In den amppten allen hat er so unsträfflich gelept das in nyeman nye gefarlich 30 finden mocht. Er wart vast kranck, und das der tod nahett war, das erzeugt sein grosser smercz und leyden. Der appt hett wol gemerekt sein grossen vleys und arbait, dar umb hett er in vast lieb und tett in legen in ain besunder haus und saezt vier die im dientten und wol warteten. Wie wol er fro was das er allain sein solt, doch wart er vast betrübt von sölicher er, die im erpoten wärt: 'Wachen 3. Chusi] vgl. 2. Sam. IS, 31f. 4. Eöm. 11, 34. 6. der. 8. vor aus gestrichen siinder. 10. Hesek. 18, 30. 14. Ps. 110, 15. 15. Pe. 34, 22. 17. eap. 19. Davitt] danitt. 20. stecken. 26—27. lat. : per plurimos labores ad sublime sanetitatis eulmen pervenerat. 28. Vor kastner gestrichen chaster. V, 2-V, 3. 321 und arbaytt, ich bedarff yr nit mer. Ich pin gar gern allain und ich pin nimmer einiger, so ich allain pin, wann der ist nit allain dem der öbrist herr, das ist Gott, selb pey wonet. Ob ich mangel der menschen hilff, so ist doch der hymelisch trost bey mir.' Da der appt von im schyed und sein wort gar wol gemerckt hett, er traib die prüder auch von im. Zu mitter nacht gepott der prior das die jungen 5 in dasselb haus giengen ir amppt und gepett zu sprechen. Da wart enzüntt ain fewr, wann ez was in dem wmtter. Da die metten gesprochen wartt, da gieng zu im der prior, und die andern prüder stunden umb das pett, er sprach zu in: 'Die ganczen nacht hab ich gehörtt das süssest gesanck und lobews, und hett ich hundert zungen, ich möcht \201 r ] die fräud nit ausgesprochen. Ich hab ge- 10 sehen das götlich liecht, gehört hab ich der engel lobsanck, ich pin gestanden m den chören der hymel, da ich mit ge sungen hab die süssen psalm, der stymm warn an aal, aber gleich hellend als die dön der wolzogen härpfen. Der don was so süsz das ez menschlich nit zu versten ist; die stym stigen und erhöchten sich als die edellest mwsig. Die gleich hellung mag menschlich kranchait nit gehörn 15 noch versten. Da ich darab grosz wunder hett, da stund ain allter man in gar erberm klayt bey mir, der sprach: "Was wundert dich? Das ist das lob des wortt Gots", und da er das gesprach, da kam er in die schar der singenden und sang auch mit grosser krafft. Dar zwischen sach ich gar ain lustig gesicht. Ich sach ain köstlich strasz, die auff mich von den hymeln gieng und laytt die gericht 20 in die hymel und sach das ainer von uns schyed und auff die strasz tratt und kam gar snell und pald zu den singenden. Er ward frölich mit allem her des hymels, wann er kam dar ein sunder an als leyden und pein, und derselbe prüder wart mir mit namen nit bezaichnett. In dem hymel warn zwen, die strafften unnsern orden. Der erst sprach das die prüder den totten ir gepett nit andächtik- S5 lieh sprachen und das sy ir alt rock nit von stund widergäben, so sy die newen angethan hetten. In ainem gib ich mich schuldig: das ich ettlichen prüdem nit alle selmesz geprochen hab. Ich hab in aber gar vil psalter gesprochen. Ich sag Gott gnad und danck, mein lebssen sind nye gestanden vor dem lob Gots.' Da er das geprach, da verschyed er und gab seinen worten bewarte zeügnüsz. Die 30 prüder sungen von im das er offt ains tag zwen psalter pettet sunder alle gesaezte gepett. Es ist wol zu schäczen das er der prüder sey der die rewlich strasz in den hymel so behend und snell für; er ist geschayden von dem tod zu dem ewigen leben, da er hersch mit Gott, dem ewige er und lob sey. Amen. Das dritt capitel. 36 Von dem tod Eysenhartt, des sacresten desselben chlosters. In dem selben chloster lag kranck ain priester mit namen Eysenhartt, der custos was mer dann dreissig jar und hett wol gedientt und kam zu seinem 4. er. 9. lob ims; lat. : sollemnizabani. 12. vor in gestrichen e. 13. aiv/.al. Deutsch« Texte des Mittelalters. XXX. Ol 322 V, 3. allter. Zu mitternacht, da sein gar mit fleysz pflegten mit wachen und petten, da horten [201°] sy in mit Senaten Worten leys reden. Sy forchten das er dem tod nahent war und abredett. Sy naygten ire oren zu seiner red und hörten das er sogar von tyeffen, ungruntlosen wortten der heyligen gothait redet, auch 5 von unzalber frewd der heyligen, das das nyeman gesagen noch aussprechen mag. Da vermählten die sach war wol wirdig grosser zeügnüsz; sy berüfften iren appt und sprachen: 'Er arbaytt mit grossen suchten.' Der berwfft appt kam in gegenwürtt, da zwischen slüg die ör. Da nam er ain werwort und sprach also: 'O, wie ain süsse nacht hab ich heint gehappt. 0, wie ain süsse stund hab ich 10 volpracht. Wie süsz und wol gedönt gesanck hab ich gehörtt! Ich pin gewesen in gegenwürtt der hymelischen chor, die Got mit singen geloppt haben. 0 wie gleich heylig, wie ainstimig gesang haben sy gesungen! Ach und ach, wie gros miszdön ist in unnserm gesanck, wie grosz verdriessen, wie lange weil! Da ist den dingen verre anders. Sy hellen und lautten all gleich in ain süsz gedön, das 15 über alle süssikait süss ist; sy werden nymmermer müd, darumb hörn sy nit auff, und so sy Gott ye vester loben, so ir lieb und lust des lobes ye grosser wirtt; yr gesanck ist so wunsam und so süsz, dez ez nyeman gesagen mag. Sy gewunnen darinn solich lüst und willen das sy nwmer auff gehörn mügen, sy loben iren Schöpfer. Da hab ich gesehen lewtt unnsers Ordens, die mit gnad und heylikait 20 vil ander lewtt über traffen. Wer hye am diemüttigisten ist und sich des minste hye umb Gocz willen benwgen lätt, der ist da selbst der höchst geloppt und ge- wirdigt. Sy sind empfabend die grösten ergeezung mit dem aller schönsten angesicht; yr klayd sind reich. Ich hab mit in geredt und getadingt mit mund zu münd und wort zw wortt und hab mit in gehapt vil freüntlicher mitkosung. 25 Mir sind auch erschynen unnser prüder, hern Wernher, prior, und her Matheys und her Albrecht, hern Cün und hern Davit, der schönst under in allen, die all chutten an hetten. Die chutten gaben solichen schein und gleissen in mein äugen als der plicz tütt am hymel; ich gewan unsäglich freüd an iren klaidern. Ich fragt mit grossem vleys ob ich auch ain solich kütten erlangen mocht. Mir wart 30 geantwurtt: 'Wer leppt xrn straf flieh, der mag wol ain solich kütten oder gewantt erlangen, und wer in seinem handeil nit lautter ist oder in seinem gewissen nit rain, der gewint an seinem [202 r ] klayd ain makel und flecken, und wer sich behelt vor allem übel, der gewint ain rains, unfleckecz gewantt." Ich fragt sy: "Wa von körnen die fleck ?" Sy antwurten mir: "Von wider reden, murmeln, 3. und] d aus b korrigiert. 10. nach pin gestrichen in ge. 14. sy] I über e korrigiert. 21. selbst] st aus einem anderen Buchstaben korrigiert. 28. an] vnd. 29. vor wart gestrichen hatt. 30. unsti-Äfflieh] vnd strÄfflich. 34. nuiimeln] 1 aus r korrigiert. V, 3. 323 unglimppfen, von hass, von neyd und versawmung der regel und was den orden swechett. Wer sölichen handel treibt, der gewint ain flecket klayd, aber umb dein grosse arbayt und umb dein ainfaltig, unstrafflich leben gewinst dw ain solich klayd." Da das geschach, da wurden dürr sein gwmen, und sein krafft ent- slayff im das er nit mer reden mocht. Da wartt im labung gössen auff sein zungen, 5 er gewan new krafft und hüb an zu reden ain trostliehen spruch und sprach: 'Wolt Got das er mich so lang enthielt das ich mit meinem herren mocht gereden. O, wie ainer frolichen potschafft wolt ich vi erber sein, wie so gar grosse fröliche und wunderliche ding wolt ich verkünden, die ich gehörtt, gesehen und enpfunden hab. Die ding sind alle beraytt den liebhabern Gots und dysen die in seinem 10 dienst wachen und arbaytten.' Der appt sprach: 'Prüder, wie hast dw das gesehen V Er antwurtt: 'Ich pin in diser nacht vier mal verzugkt gewesen für Gott. Mein prust ist offen und mein seel wart daraus gefürt für Gott, da kam ich zu hantt in die chor der engel und Bach die rayn maytt Maria, unnser frauen, in unsäglicher chlarhait pey gar vil schöner junckfrawen. Sy verloppt und ver- 15 sprach mir besen bey standig und hilfflich in allem bedürften, wann ich hab iren alltar und gedechtnüsz offt geeret. Ich sach auch unzalicher schar der heyligen, die ich vor nit gesehen hett, doch kantt ich etj von stund an.' Aber ward er krafft und machtlos und hörtt auff zu reden. Da ward im aber ain wenig krafft prw genott in gössen, das schland er und sprach: '0, wie süsz ist Got 20 disen die in versucht haben. O, wie über flüssig ist sein süssikait! Wie reich flüssig und unzergäncklich ist genwg aller lüst bey im, mit den hatt er mich auch in dyser nacht gespeyst. In meinem herczen hab ich die ding alle enpfintlich; ich mag das mit wollten nit aus gelegen, das ich enpfind, des mag ich lüczel aus gesprechen, wann der glust ist allen menschlichen zungen unaussprechlich. S5 Wie gar ist aller der weit freüd so tunckel gegen den freüden des hymels, die nymmermer end noch verdriessen gewinnen.' Der appt besant ettlich noviczen, die in der weit gar herlich betten getriben turney und ritterspil, die selben tröst der siech prüder mit sölichen Worten: [202 v ] 'Das \r von ewrer üppikait berwfft seyt und gevolgt happt, des happt ir grossen tayl und vil verdienens in hymel. 30 Mir ist ewer hailwärtikait alle zu gesicht und wissen körnen, ob ir in den orden belyeppt. Wann hör wann hern Davit pit an underlos Got den herren für euch das ir das verpringt das ir haylsamlich hapt angevengt.' Er nantt ainen under 7. mit ist übergeschrieben. 11. nach arbaytten gestrichen da sprach. 18. «ich an stund an; lat.: statim agnovi. 19. auff fehlt; lat.: loqui cessavit. 21. disen] korrigiert aus dieem. 26. gar] g aus einem angefangenen v korrigiert. vor die gestrichen vi, 29. ich. 31. mit. 32. hör] 6 aus e korrigiert. wann] wa über Rasur geschrieben; lat. nur: Nam dominus David. 81* 324 V, S—V, 4. in mit namen und sprach zu im: 'Wärst du nit in die geschlosz, dy des chlosters, k8men, so wärst du der ewigen, hellischen pein nit entrannen.' In dem chloster warn auch gest, die, durch die regell und orden enpfahen, dar komen warn, die wurden auch von iren kamern berüfft. Sy warn aber so vest behafft mit zeit- 5 lichem gütt und der weit gelwsten das sy grosz zweivel hetten solich swär und hert pürd auff sich zu laden. Die giengen in grossem getrauen zu dem mann Gots und bekantten da ir wankelkayt und paten das er Gott für sy pätt das er sy dätt bestatten in dem fürsacz und in benäm die wanckelkaytt. Er antwurtt in und sprach : 'Als lang ir mit ewren gedencken und mwt in die weit gedenekt, 10 so lang mügt ir Gott nit gefällig sein. Auch nyeman mag in gütt gevesst werden der sein fürsacz in pös hatt. Dar umb slacht gancz aus die weit und yr gelwst, ir happt sy holt, eytel und unfruchtperleich, und wann ir das tütt, so gewintt ir an mangel die genad des behalters Jhesu. Hett yr gesehen das ich hab gesehen, ir hyelt alle er der weit ymer snöd und unrain.' Darnach waren ir vil die in gar 15 vil fragten, der von seinem vatter, der von seiner mütter, ertlicher von seinem kwnpfftigen stantt, ertlicher von seinen gegenwärtigen leben. Aber der man Gotts hett all sein antwurt gar in behwtter masz und ordenung, das er pillich der haim- lichen ding und gewissen ain rechter versweyger was. Darnach zu hantt, als Gott in rief, wart sein heylige seel erledigt und von seim leib und bedorfft des leib 20 leyden und arbaytt nit mer besorgen. Wir hoffen und glauben das die seel von stund mit dem liecht aller glori beclaytt und umb geben ward, da sy nyessen wirtt unzergenckleich lust und fräud. Die zway capitel und funff darnach hab ich von aim gehörtt,der es gesehen hatt, darumb hab ich sy geschriben, wann der ding sind noch hewtt vil zewgen. SB Novicius: Ich pitt dich vollend die andern auch, so hörn sy die leser dester lieber, so sy so newlich geschehen und so warlich bezewgt sind. Capitulum quartum. Von dem tod Syggberten, des münchs. [203 r ] Es was in dem selben chloster ain münch, priester, der hyes Syg- 30 bertus, jung und ain liebhaber des ordens, seins leibs ain rechter und warer kestiger, der hett inprünstiklichen lieb die kewschen mayd Maria, und sünst was er aller tugend voll, und wie er kund oder mocht, so lockett und zoch er all ander zu der lieb und dienst Marie. Da nwn die zeitt seiner beruffung kam, wann er was vast kranck und sein leyden vast grosz, da was ain convers, der 35 von Gott sunder gnad und offen warung hett, sehentt ain solich gesicht. In be- deücht das man kloppfet an die tafel der totten, und er gieng zu trost des prüders 13. vor die gestrichen des. 15. ettlicher] Zuerst war ettliche geschrieben', dann wurde r angefügt und gestrichen. J6. Gott. 19. in rief fehlt; \at.\ Mox vocante Domino, sancta illa anima. V, 4- V, 5. 325 schydung, da kam er in ain pallas, der von wunder wercken vasst kostlich glawben was. Darinn sach er siezen ain frauen, grosz er und wird wol wertt, ir angesicht über traf f alle hymelisch gnad und schein. Er plickt sy vast an mit gehafften äugen und gedacht wol das discz bedewtt Gottes wunder und auch grosser sach ain bedewttung war, ye doch gewan er ain turren und gieng uner- 5 schrockenleich zu ir und sprach gar andächtiklichen dise wort: 'O, aller wirdigiste fraw, durch was ursach pist du zu uns herin kommen, seyd doch kainer frauen zu uns zu gen zimppt noch erlauppt ist V Sy sprach: 'Ich hab ain sunder freyhait hye in disem haws, und dar umb küm ich zu sehen mein gehajan knecht und diener.' Der convers hett fleysz umb sein prüder und sprach: 'Aller wirdigiste 10 fraw, unser prüder verschayden vast und vil, jung und allt, auch die mittern, und ist kainer person bey unnsz underschayd. Was sollen wir darumb thün?' Sy antwurt: 'Ir solt umb sölich ursach Gott loben.' Und da sy nit mer reden wolt, da behielt er dyse wortt, wann ez was gar ain ainfaltig man und der ge- scArifft nit gelert. Da zwischen läwtt man zu der totten taffei, da hörtt auff 15 sein gesicht. Wir glawben das die kewsch, rain magt, die gepererin Jhesu Christi, als ain mütter der erparmung irem trewen ebener bey gestanden sey und hab dem convers das zu ainem zaichen geben. Das fünfft capitel. Von dem tod ains jungen layen, mit dem die engel redden, da er 20 sterben begünd. In dem selben sterben kam zu bekerung ain Jüngling, der ain lay was, der wolt die zergencklich weit rain und lautter meyden, wann er kam zw uns mit seiner kewschaytt, das doch wol ain gottlich gab ist. Und da er komen was zu dem capitel, da ward er mit dem tod begriffen. Er wartt mit den [203"] sacra- 25 menten fürsehen, gleich in der weyl starb ain ander münch. Zu des seelamppt all prüder und münch giengen und lyessen disen allain, da hörtt der Jüngling die engelischen k6r singen das seelamppt, und er ward hoch er- frewtt und erlwst in dem englischen gesanck und psalm lesen; ettlich der engel giengen zu im und sprachen: 'O frewntt, was sagst dw? Gefeit dir 30 das du zw uns körnest yecz auff dyser stund?' Er antwurtt in und sprach: 'Ich beger mit grossen begirden yecz zu sterben, das ich kum zu Jhesu Christo und sein engein.' Die engel sprachen: 'Beraytt dich, wann so pald disz selamppt end hatt, so wirst du mit uns farn.' Dem was nwn 7. vor zu gestrichen her. 8. genj Am Ende ist ein zweites a durch Basur getilgt. 15. gestifft; lat. : sine litteris. 25. vor mit gestrichen dem. 27. lat.: Cuius exequiis universis interessent, infirmis Interim sine custode relictis. 32. begirden] gir avs vn korrigiert. 326 V, 5—V, (>. sunder zweivel durch die englisch verhayssung des ewigen reichs, darumb ward er vast frölich und wol gemütt. Da kam der syechmaister, dem sagt er die geschieht alle und sprach dar zu: 'Beraitt die metten und kloppft die tavel und beraytt snell was zu beraitten sey, wann ich far yecz zu Jhesu Christo, unnserm 5 herren.' Das geschach allso. Nwn lag ein siecher zu nächst pey im, das nwr ain dun want schied, der hörtt die cngel mit im reden, der ist noch dyser sach ain getrewer zewg. auch tütt sein gaistlicli leben sein zetickntisz bestatten. Das Vj capitel. Von Operto, dem convers, der an dem todpett höret die 10 hymelischen gesanck der engel. Es was in dem selben haws ain convers, der lay was und hyesz Opertus; er was gütter sytten und in allen seinem thün fürsichtig und weys. Er was von angend seiner jar vast dienen in dem orden und allem hayssen und geschafft gar willig und snell dienstlich. Der selb Opertus was bey XXX jaren den siechen 15 dienen in dem syechaws mit grossem fleysz und innigen begirden. Er viel in ain grosse kranchaytt und layd pey dreyssig jaren grossen smerezen und graussam- liche marter, und wie wol er mit dem leib nicht mocht, ye doch mangelt er seiner vernünfft noch weishayt nye, er ordentt alle notturfft der prüder nach rechtter masz und beschaidenhaytt. Nach solicher langer arbaytt wolt der ewig Gott 20 im Ionen mit hymelischen freu den und tett in ledigen von seiner marter und arbaytt mit ettlichem zu greyffen zu dem tod. An sand Stepfans tag, nächst nach der gepurtt Jhesu Christi, da wart geslagen die totten tavel zu seinem end, Die prüder warn snell auff stend und eylten zu im und patten flechlich sein end und sehydung haylsam werden. Er lag nach der münch sytten auff 25 der matten und zoch nwn an sein leezten zügen. Da die [204 r ] letaney gesprochen wart, da was er dannocht nit gancz verschayden. Sy hüben an die syben psalm, zwischen den psalmen wartt er gar senfftiklich erweckt, als von aim linden schlaff, und ward wider lebend. Er sach umb mit seinen äugen, der appt schwff in wider in sein pett legen. Der conventt gieng an sein rw, ettlich die beliben 30 da zw wartten der newen mär, und beliben, bis er wider zu gütten krefften kam. Sy mainten dem wunder zu end wartten und ob sy icht von im h6rtten, das pessert, und als er zu krefften kam, da hüb er an zu reden: '0 was thw ich hye ? Warlich ich wil nit hye beleiben noch sein, ich wil wider kern, da ich was. Ich was gefürtt in die süssikait der hymel und hört das englisch gesanck. Ich 35 was geselt zu sant Stepfan und was all seiner er und glori mit nyessen und solt ewiklichen sein mit genos beliben sein. 0 was tw ich hye ? Warlich ich wil wider von hynnen.' Nach ainer klain zeitt wart aber geslagen die tafel, da ver- 27. orweckt. 37. die] d aus t korrigiert. V, 6-V, 7. 327 schied er in Gott säliklichen, und'wir gelauben das er an seinem grossen gedingen und fürsacz nit betrogen sey. Er hab tail in der hymelischen glori mit allen heyligen. Und da er der hymelischen gnaden ain klaine weil ge mangelt hatt, so ist wol ze ratten unnser plödikaytt, sunder zweifei das es dar um» geschehen sey das er die trägen und unfleissigen raycz zu dem dienst Gottes und die glitten 5 darzü dester mer enzündett und in prünstig machett. Das VI] capitel. M Von aim plinden convers, der die engel hört vavpringen die seelamppt und vigily. In dem selben haws was ain plinder convers, dem hett Got das in wendig 10 gesicht verlyhen und hett im die leiplichen geprechen verwechselt mit hymelischen gnaden, wann im was geben das er offt die göttlichen gesicht beschawett. Er sach auch die er und glori der heyligen, und gar offt sach er die pen und marter der pösen. Er sach das der tewffel zu aller stund glüend kwgeln aus seinem hals warft Das was wol ain wunder Goccz und sein gab. Die tewffel laidigten in 15 gar offt und giengen umb in, sy zuppften in offt, er schlug sy dick und vil mit den fewsten und stecken. Solich an fechten tetten sy im gar vil in mamgen steten und am maysten in der kirchen und aller maist.so er fwr die totten pettet. In solichem umb treyben der tewffel ward er hoch begappt mit den hymelischen freüden, [204°] wann er offt und vill die engel singen und die sellamppt ver 20 pringen hört, etwann sungen sy mit den manchen, ettwann so sungen sy allain. Und wann man die totten leichnam zu grab trüg und der conventt vor gieng, so beliben die engel in dem chor und erfüllten die seel amppt, und zwischen dem sanctus und pater noster, so hörtt er unsäglich süsz gesanck und frolocken, das weytt über aller menschen syn und kunst was. Die süssikait hörtt er pas 25 und süsser zu der grebnüsz hern Davit wann vor ye. Der appt gieng zw weil durch pesserung wegen zu dem plintten, der selb verjach im das under andern gnaden Gots, die im geben warn. Der appt wart in gar fleissiklichen ermonen das er sölichen gütlichen gnad danckper wer und all weltlich er und lob zu ruck dett und aus slüg und nyemant sagt von sölichen gnaden, das er nit das 30 götlich gab den hunden. Er antwurt dem appt das er das nyeman dann ainem seinem leiblichen prüder gesagt hett, da verstund der appt das der mensch gefallen was. Nach ertlichen tagen kam der appt wider zu im, der plintt naigt 3. die. 8. er; lat. : qui audivit angelow officia exequiarum complere; vgl. Z. 20—21. 13. der heyligen steht zweimal da, 20. vor offt gestrichen hofft. 21. hfirt fehlt. 28. ermonen fehlt; lat.: praemonitus est ab abbate . . 31. vor appt gestrichen huntt. 328 V, 7-V, 9. sich inniklich und verjach das er aller solichen gnaden mangelt und entwert war. Der appt saczt im ain swäre püsz, und als er umb sein geüden und hoffartt die gnad verlorn hett, also gewann er sy wider durch sein rew und püszwärtig leben. 5 Das VIIj capitel. Von dem tod Hilprants, des sei man sach zu hymel furn ain grosse menig schneweisses convents in ains schönen kindes gestalt etc. Da an den leczten zügen arbayt prüder Hilprant, die tavel wartt gelewtt, der conventt lieff zu. Sy pflagen ires gewönüchs pets, da stund ain prüder under 10 in, dem het Gott verlyhen das gesicht. Er sach das ain grosser conventt weysser, klarer lewtt kam, der selb conventt nam gar ain schöns kind aus dem münd des verschyden, sy fürten das mit in mit grossen freüden und jubilen. Also wart die seel des prüders mit zwifachen freüden begappt, wann der weys conventt fürt sein seel zu der ewigen rw, so trüg der ander convent sein leib zu der 15 kirchen; bayd tail sungen den lob Gottes, doch nit in gleichem gedön. Novicius: Was bedewtt das man in ettlicher gütten menschen tod söliche wunder sieht und in ander lewtt tod, die in woll gleich sind, auch zu stünden gar vil pesser sind, gar nichcz sichtt % Monachus: Des ist ain ursach das die übergen haylikait der [20o r ] 20 sterbenden den menschen verkünd werd, die ander ursach das man volg iren gütten wereken, da mit sy ir gnad verdient haben. Die dritt ursach ist das die Unschuld der gütten, die dann offt und vil arckwantt werden, entschuldigt werd, als hernach hören wirst. Das IX capitel. 25 Von aim convers, bey des leych prüder Walther sach vil wachs liecht steen. In dem selben chloster was ain convers mit namen Wernher, den selben neytten und durch ächten ettlich prüder unverschult, also das er von in ver- triben wartt. Es geschach hernach das der selb prüder sterben began und ainer 30 seiner durch ächtter dar pey was und halff petten umb sein salig hinfartt. Nun was zu den selben zeitten gewonhait: wie die prüder zu lyeffen, also stunden sy sunder ordenung, wann ainer auff der matten lag, es warn layen oder priester, wie ainer kam, also stund er. Da nwn der tod leichnam in die par gelegt wartt, da sach ain priester, der in vor veracht hett, gar vil kerezen umb die par sten, 35 die all prunnen, und an der seitten, da er stund, da warn die kerezen all ver- lescht, da von er vast wundert und gar seer erschrack. Und da man die leich in die kirchen getragen hett, da zoch der selb priester hem Seyfriden an ain V, 9-V, 11. 329 ortt und dett im sein peicht und vermaint ye das die kerczen von seinen sünden verloschen warn und das er solt offenbarn die Unschuld des prüders. Er kam wider in die kirchen und sach die kerczen all an allen steten brinnen. Das zehent capitel. Von dem tod Herwici, des priors. 5 In dem vergangen jar ist gestorben her Härtwick, prior an der selben statt, gar ain zeittiger und frummer man und ain rechter liebhaber gaistlicher zucht und gehorsam. Als man nwn maint er solt des abents sein gestorben, da sprach er mit lautter stymm zu allen die dar komen warn: 'Ich wird heint nit sterben, aber morgen umb non zeitt wird ich sein vor dem höchsten richter 10 und mwssz von allen mein wercken da selbst vor im rayttung thün.' Und an der selben stund verschyed er. In seinem verschayden haben vil verjehen das sy die engel gesehen haben. Desgleichen Last du auch von hern Ulrichen, münch von Valery. Novicz: Ich pitt dich das du mir sagest was bedewtt das her Ulreich 15 sprach er wolt gern zu ainer hochzeitt und diser [205"] prior sprach : 'Ich wird geen zu dem gericht und rechtem urtail?' Monachus: Ich main das her Ulreich in seiner jugent sich allweg behwtt hatt vor aller vermaylung. Den andern haben erschrecket sein sünd, die er lang zeitt in der weit begangen hett, wann er was allt, da er in den orden kam. 20 Novicius: Sälig sind die totten, die in Gott sterben. Monachus: Wie vil sälikait haben die in Gott sterben, das bedewtten dir die nachgeschriben exempel. Das XI capitel. Von dem tod Mangotti convers, der wider lebentig wartt, als 25 im gepott Geiselbert sein appt etc. In dem offt gemelten chloster was ain convers mit namen Mangott, ain ain faltiger und geistlicher man, der dient in der kwchen. Es geschach das er zu ainem tag holcz hacket mit ainem jungen munch, der die zeitt wochner was. Er hett sein füsz ungewarlich geseczt, der münch spielt im den selben füsz. 3C Man trüg in in das syech haws, sein kranchait was gros, er wart in das 611 gesegnet. Nwn was die zeitt das man in das gemain capitel solt, da sprach zu im der lieb yetiigt. 1. vermaint] v' ist übergeschrieben. 10. vor nächsten gestrichen jüngsten, nach höchsten ein Buchstabe durch Rasur 13. nach das sy nochmals: vil v'iehen das sy. Ulrichen] vgl. S. 233, 12. 15. Novicz] Ursprünglich war Novicius geschrieben, dann wurde das zweite i in z verbessert und us gestriclten. 21. Offenb. 14, 13. 24. fehlt. 28. in der fehlt. 330 v, 11. appt gütter gedächtnüsz, her Geysellpert: 'Prüder Mangos, du solt nit sterben, sunder meiner wider kumpft warten.' Er antwurt und sprach: 'Stet es an mir, so thü ich das.' Der appt sprach: 'Ich gepewt dir es.' Er rayt zu dem capitel und belayb da ettwa lang. Da er wider kert und kam zu der porten, da lawtt 5 man die glocken. Der appt fragt wem man lewttet, im antwurt der portner 'Prüder Mangosen.' Der appt sprach: 'Ich solt im ye noch zu sprechen.' Er eylt und kam pettent zu dem syechaws, da was er verschayden. Er begund sich naygent zu dem totten und sprach mit heller stim: 'Prüder Mangos!' Er swayg, wann da was weder wort noch leben; da der appt das zu dem andern 10 mal gesprach, da antwurt der prior: 'Ir solt euch nit betrüben, wann für war, er ist verschayden.' Da naygt sich der appt bas zu seinen oren und schraj T lautt also: 'Mangose, ich hab dir gepotten das du nit sterben sohlest, pys ich wider kam, also gepewtt ich dir aber, das du mir antwurtt gebest.' Zu dem wortt erkückt er sich, als war er von ainem tyeffen schlaff entwacht und tett auff sein 15 äugen, und er sewffczet und sprach: '0, lieber vatter, was hast du gethan. Mir was gar woll. Warumb hast du mich herwider gefordert?' Der apptt sprach: 'Wa pist du gewesen?' Der convers sprach: 'In dem paradys was mir gesaczt ain guk/einer stüll bey den füssen \206 r ] unnser frawen, und da du mich her wider beruftest, da kam her Ysenhart, unnser custos, der zoch mich von dem 20 stül und sprach: "Du solt hye in ungehorsam nit siezen, wann du pist in ungehorsam her körnen, ker wider umb zu deinem appt." Also pin ich her wider körnen, doch ist mir ver sprochen diser stül zu behalten. Da sach ich den selb( n Ysenhartt in grossen eren, doch so hett er ain flecken an seinem füsz. das was dar umb die weil er hye pey uns was, da arbaitt er gar ungern.' 25 Novicius: So nwn die heyligen aller fleck und unrainikait mangeln und flecken vor dem tron Gocz, was ist das das in dem wirdigen man gesehen ist ain makel und fleck ? Monachus: Durch die lebenden ist im diser makel erzaigt, das die er de?i münchen war ain trostung, die dann gern zu arbait geend, und den trägen 30 war ain straff. Wie wol nwn der man gar ungern arbaittet mit den henden, noch so was er gar emssig und begirlioh zu dem dienst Gottes. Er lewtt die metten gern frw, er sanck und las gern alle tagzeitt. Novicius: Mir gevelt dein antwurt. Monachus: Der selb Mangos der hatt gesagtt das er he in Davit auch 35 in dem paradys sach und vil ander auch, die newlich gestorben warn. Er sprach auch das ir vil aus dem fegfewr in dreissig tagen erledigt würden. Und da er 4. ettwa lang] Zuerst war etwan geschrieben, dann wurde la aus dem n korrigiert, vor kert gestrichen kam, dessen a zu e korrigiert ist. 18. guleiner. 25. Offenb. 14, 5. 26. von; lat. : ante. 28. Durch; lat.: Propter. 29. der; lat.: monachie. 30. war aus ain korrigiert. V, 11- V, 12. 331 das und des gleichen ftn hüb zu sagen, da berwfft man ettlich noviczen, die dann W der weit gar grosz er und wird hetten, Gebhartt und Marczman. Auch der appt der kam dar, von des hant er asz zu aim zaichen ainer waren urstend. Darnach begertt er Urlaub wider zu verschaiden, da anttwurtt im der appt: 'Nwn gee mit fryd,' und segnet in. Zu hantt als das wortt geschach, da beschlos 5 «r sein äugen und versohyed. Dise ding sind mir gesagt von unnsern eitern und s uiiderleich von Marczman, der da bey was. Und da der genant Ysenhart sterben wolt und da öerhartt, mit zünamen Waschart, zu seinen füssen sas, da sterckt er in zu bestandenhaitt mit der prophetischen Sprüchen und sprach: '0, Gerhard, big das du nit aus dem orden körnest, wann gar vil tewffel wartten dein vor der 10 portten.' Was dar nach geschach mit dem selben Gerhart, das wissen wir all wol. Das XIj capitel. Von dem tod Gosperti, des convers, der wider erkückt wartt und sagt was er gesehen hett. Ain solich wunder ist geschehen in dem selben haws, da dar in was novicz 15 her Herman, yecz appt zu sant Mu-\206']vien, als er mir gesagt hatt, da kam zu im ains tags ain alter man und sprach: 'Kumpt mit mir, ich lasz euch sehen in dem conventt das ir gern secht und höret.' Er fürt in zu aim convers Gospert, der tod was und wart erkückt. In volgten nach ettlich convers, ich wais nit wie vil, die vermaintten da ettwas news zu hören. Zu in sprach Gospert: 'Ir 20 herren, zeit die tag ewres ingangs in den orden, ainer vierczig jar, ainer zwainczig jar, ainer zehen jar, ich sag euch das der münich salig ist oder der convers, der ain jar oder ain manet oder ain wochen wol in aim orden geleppt hatt.' Und da er in nit mer sagen wolt, da schyeden sy von im. Zu im sprach ain novicz: 'Ich pitt euch, gütter prüder, das ir mir ettwas sagt das mich pesser, und sterck 25 in der lieb Gots.' Er sprach: 'Da ich nächst kranck was und hett grossen smerczen und wee, da kam zu meinem pette etwas, ich wais nit was, das berürt am ersten mein fwsz, darnach staig ez gar leys auff bys zu meinem püch, darnach zu meiner 1. dann] drin; d aus e korrigiert. 3. der. — lat.: advocati sunt novioii ... et po.stea Abbas, de cuius etiam manu comedit. 5. vor gee gestrichen frid. 8. sterben wolt vnd da der genant Ysenhartt mit zu namen zu seinen füssen sas; tat.: et Gerardus cognomento Waschart ad pedes illius resideret. 8. vor wolt gestrichen solt. 12. Die Überschrift ist am Ende der nächsten Zeile nachgetragen. 14. was steht zweimal da. 15. haws] korrigiert aus band. 17. an. _ 18. convers] s ist ■undeutlich, wie die Abbreviatur h. 22. vor euch ein angefangener unbestimmbarer Buchstabe gestrichen. 332 V, 12-V, 13. prust, ye doch so enpfand ich von dem berürn kain wee und von stund als ez mein hauppt berürt, da ver schyed ich. Da ward ich gefürtt in die aller lustigisten statt, die ye wartt, da sach ich manger hantt pawm und darauff gar frömd plw. Da begegneten mir die aller schönsten Jüngling, die grüsten mich vast 5 züchtiklichen und fürten mich für unnser frawen, ain künigin der hymel, mit grossen freüden. Da wart mir gesaczt ain stül zu iren füssen, darauff sas ich in grosser freüd meins herczen. Da wart mir gepoten das ich wider kern solt in mein leichnam, da von ich grosz traurn und layd gewan; da trösten sy mich und sprachen: "Du solt nitt traurn, dann dyser stül ist dir behalten, und über 10 ain wenig zeitt der tag so wirst du wider dar auff körnen." Und da ich ye in mein leib wider körnen solt, da fragt ich sy A*on dem künfftigen stand unnsers chlosters. Sy sprachen: "Der gegenwärtig, ycczig stand der ist gütt under dem appt Geiselperto", und ich mocht von in nit mer erfragen.' Und an dem dritten tag da verschyed ander werb der selb Gospertus. 15 Novicius: Seyd in dem ersten capitel dyser underschayd gerett ist das kain leyden in diser weit grösser sey dann der tod, warumb hat diser zwayer convers kainer von dem leyden des tods gesagt \ Monachus: Ich schacz und main das das wee allain von den zu ver sten sey der seel nit mer kumppt zu dem leib dann [207 r ] an dem jüngsten 20 gerieht. Ich lysz das Lazarus mit ainer mayd erkückt ward, auch Thabitam und Maternum und ander vil, der aller kainer von der pitterkait des dots tütt klagen. Auch so sehen wir ettlich so senffticklich sterben als ob sy in dem slaff vergiengen, darumb mag ich auff dise frag nicht gewisslich antwurtten. Novicius: Ist icht mer zu sagen von den sterbenden in demselben 25 haws, so pitt ich dich das mir zu sagen. Monachus: Sol ich das thün, so müs ich ver wandeln mein für gesaezte ordenung und müs gestaffelt auff steigen mit meiner red als: yecz von den wol- lebenden und wol sterbenden, nwn von den übel lebenden und übel sterbenden, und dann wider zu den Sachen greyffen. 30 Novicius: Seid du mir sagest nüczliche und gütte ding, dar durch ich mag gepessert werden, so ist mir kain acht umb die ordenung. Monachus: So hör nwn wie gros ist die parmherezikait Gottes. Das XIIj capitel. Von den leezten ettliche rew ains priesters, der ettwann was 35 ain swarezer münch. Vor etlichen jarn ist ain priester in aim kloster gestorben, des leben was also: Er was worden ain münch in dem swarezen orden und priester, darin 9. nitt] das erste t aus J korrigiert; 11. sych. 12. vor stand gestrichen sant. under] und; lat. : sub. V, 13. 333 leppt er so ordenlich das er prior ward. Da rayczt in der tewffel so vast mit seinem gespenst das er all sein er, wird und fcewschait verlyesz und der weit üppikait nach volgett. Das traib er lang. Darnach gewan er rew umb die misse- tatundaustretten und kam in den weissen orden premonstrenczen. Dawart er aber umb geben mit des tewffels gespenst und trat aus und viel in noch grösser 5 weltlich üppikait. Darnach gab er sich in unnsern orden, da wart er aber am abtrunner und entlyesz sein zawm mit weltlicher torhaytt und hyelt aber nit das er versprochen und geloppt. Er wyelt kainer er noch schäm, er sacz sich zw haus mit ainem sündigen weib. Am leczsten gosz im Gott aber in sein gnad, da verlyes er die weit und all ir torhait und gespenst. Er kam gen Hemmerod 10 und patt umb den orden und erlangt den. Da nam er an sich das harnasch der rechten rew, auch täglich peicht, püsz, betten und on massen hayssen zacher umb sein sünd vergyessen. Er pflag solich andacht mit vassten und qweln Seins leybs das er allen rewern ain spyegel und exempel was. Da vergieng am klaine zeitt, und das jar noch nit halb verschyssen was, und da viel er m am grosse 15 sucht und wart pettligrig. Wie [207°] kranck er was, noch lyes er nit von seinem gütten anfanck mit betten und anderm lob und sunderlich weil und zeitt die rain maid Maria zu grüssen. Er kunt etlich englisch grwsz, die pflag er zu aller zeitt zu betten, und die kewschen mütter Gots da mit loben. Die selben bett tett er hengen und pinden an seinen hals, da er vor kranchait sy nit gepetten 20 mocht; das tett er zu zeücknüsz der rechten lieb und grosz getrauens, das er zu der mayd Marie hett. Er pat das der appt zu im kam mit etthchen pnidern, zu den sprach er also: 'Erwirdiger herre und lieber prüder, ich pitt euch das ir mein zeug wesen wolt das ich gern beicht und püsz thün wil und ich vergich das mir kain püsz noch martter zu grossen wesen mag, ich wil sy gern cloln und leyden, gibt mir Gott frist meins lebens, wann ich beger der pusz und gnug zu thün so begirlich das mir nichts zu vil, zw säur, zu swär noch un mughch ist, ich well es alles gern thün.' In solicher grossen rew, warn und klagen gab er auff sein geist. In desselben verschaydung hat ain münch am sohch gesicht gesehen: Er sach das die engel Gots in das siechaus körnen und darum grosz frewd und wirtschafft hotten, und sach in der mitt siez den Salomon, der was aller freüden tailhäfftig, wann sein nam was Salomon. Darnach kamen ander engel und prachten mit in sechs prüder, die auch newlich verschaiden war. Sy warn in alben becklaytt und prehetten lautter dann der sunnen schein. Sy sprachen: 'Den sexen sind ir all ir sünd vergeben und auch disem, der ist 35 2. v'ewschait. 7. entlyeszl e l aus o gebessert, e 2 ist übergeschrieben. 12. betten] b am t korrigiert. on nmssen) den magen. 16. pettligrig] das erste i ist über Rasur geschrieben. 22. nach prüdern nochmals, gestrichen, mit etthchen. 31. fre-ftdl Zuerst war frid geschrieben, dann wurde i in u korrigiert und, schließlich das Ganze gestrichen und fre^d dahinter geschrieben. 334 v, 13-V, 14. der sybend,' und dewtten all auff Salomonem. Da zwischen wartt die tafel geslagen, der prüder, der das gesehen hett, der erwacht, und er eylt und sach in an der selben statt, da er die engel gesehen hett, auff geben sein geist. Novicius: Ich main das die säligen umb ir prüder in dem leben offt 5 flechlich pitten, Monachus: Das beweist dir dise nach geschriben red. Das XlIIj capitel. Von Rugero, dem münch, dem der sälig Davit sein end vor gesagt hatt. 10 Es was in dem selben chloster ain münich, Rugker mit namen, der was vast grob und raucber sitten, wann er in dem orden genüg übel und torlich gelebett, und laider das pösst: er lyeff offt aus, und die zeitt seiner rew und püsz die lyes er gnüg imnüczlich hyn schleyffen. Zu der zeitt seins alters kam er wider und ward auff genomen [208 r ] und was vast wasser süchtig. Da er zu 15 ainem tag vor seinem pett 3as und ettlich pett sprach, der sälig appt Davit, der vor zehen jarn tod was, der gieng zu im in ainer gestalt die er wol erkantt, auch zwen ander mit im, die auch langst gestorben warn, und sprach zu im: 'Prüder Rwdiger, was tust du und wie gehabst dw dich?' Er antwurt im: 'Ich gehab mich als ain armer, siecher man, wann mein leib wil mir gepresten vor 20 grosser geswulst und das mich am maisten betrübt und laidigt, das ist das mein gewissen mit grossen bürden der sünd beladen und beschwärtt ist.' In clett trösten der heilig Davit und sprach: 'Du hast lang übel geleppt, doch wissz das du hewtt sterben wirdest; ich hab unnser frauen, die gepererin Jhesu Christi, und auch ander heyligen für dich gepetten zu pitten, und ich hab sy hertt und S5 widerspen fanden, und ob sy mich nit erhörn, so wil ich das gancz hymelisch herer bewegen das sy all für dich pitten.' Und also verswand er. Das ted er pald kund hern Her man, appt, der ettwann was zu dem apposteln zu Köln techantt, und auch dem prior sagt er das. Da antwurtt der appt und sprach: 'Lieber her Rwdiger,ir seytt ain alter man und werd pald sterben,sagt nit annders 80 dann die warhaitt, wann der appt west wol sein leben. Da antwurt der siech: 'Ist das ich nit stirb hewtt umb newn hör, so ist alles gelogen das ich gesagt hab.' Was mer ? Der münch starb zu der selben stund, da wartt der prior ge- wisz das die gesicht geschehen Avas. 8. der der. 12. lat. : et quod deterius erat saepius apoatatanuo. 13. gnüg vnd nüczlich; lat.: inutiliter consumpserat. vor alters gestrichen lebens. 18. wast. dw] w aus i korrigiert. 31. utirh] Zuerst war stwrb gesehrieben, dann wurde der zweite Teil des w in y korrigiert, schließlich y gestrichen, so daß nur i blieb. V, 14- V, 15. 335 Novicius: Ich main das die tewffel vastwütten und toben, so in solich lewtt enzogen und entfürt werden. Monachus: Als die heyligen engel sich freyen, so sie die seel der gütten fürn in den hymel, also frewen sich die tewffel wann sy die seel der posen stossen in die hell. ' 3 Das XV capitel. Von dem tod Gerungz , des convers, dem vil swarczer lewtt und geirn des ents warteten. In dem selben haws ist gestorben ain convers, mit namen Gerung, der was ettlicher pischoff von Tryer nach ein ander schaffer und räntmaister und io was den armen mann gar ain hertter beswarer. Er wart an der leczt gemantt von ettlichen lewtten das er gen Hemmerod kam und sein sünd alda pwsst. Das tett er und kam in das kloster und zerett darinn ettlich zeitt sein aygen gütt. Er viel in grosse kranchait und begertt an zu legen den orden, mer durch forcht der hellischen [208'} pen, dann durch die lieb Gots. Er wart getragen 15 in das syechaus der conversen. Da er kam zu seinen leczten zügen und allain in seinem pett lag, da sach ain convers, der hyes Lücz, vil geyrn zw fliegen und sassen auff sein pettprett, und darnach giengen in gar lang swarcz lewtt, die vast ungestalt warn, die stünden all umb das pett. Da ward der benant Lwcz vast betrübt und wundern von dem gesicht, darnach gedacht er das es 20 teuf fei warn, die der menschen seel warttend und begern als die geyrn des äsz. Er schray mit lautter stymm: 'Was stet ir hye oder wen sucht ir?' Sy wolten nit weichen, da schray er zu dem andern mal: 'Ich gepewtt euch in dem namen des herren das ir aus geett!' Von stund giengen die mann aus von dem wortt, und die geyrn flugen hyn und komen nit wider. Der selb Lwcz lag auch syech 25 m ain bett gegen im über. Daz gesicht und das darnach sind mir gesagt von hern Herman appt, der da zu der zeitt prior was. Wie vil und vast den sterbenden der prwder betten nwcz und saldn und ir seel trostz pring, das wirt in dem gesicht lautter aus gelegt. 30 3. sich. 12. nach swnd gestrichen pwsst. ald. 24. von] vo, wobei das o aus n korrigiert ist. 26. über] Lücke. — Diese Stelle ist von Wichtigkeit für das VerMUnis der Handschriften, unsere Übersetzung ist hier augensclieinlich unvollständig; aber sie folgt genau der ihr nahstehenden Innsbrucker Handschrift (I); Stranges Ausgbe des Caesarius hat den vollen Text: 'Jacebat autem idem Ludo infirmus in lecto opposito [vir senex et religiosus, corpore virgo]. Visio haec . . . 336 F, iß -V, 17. Das XVj capitel. Von dem tod ains convers, auff des leib raven sassen, da er zoch, und ain tawb vertrayb sy. Zw der selben zeitt starb ain ander convers in dem selben chloster, der 5 hyelt gar vil von im selb, dar umb versmächten in die andern. Da er gelegt ward auff die matten und sein end nahent was, da flügen zu zwen raben und flugen gar offt und geschwüwd umb in; darnach sassen sy auff ain trawm zu seinen hawpten. Da die sach prüder Herman Hainrich, von dem oben vil gesagt ist, der gedacht das es tewffel warn und hartt was sy beginnen und an heben woltten. 10 Da zwischen wartt die tafel geslagen. Der conventt lieff zu, und da sy das creücz ein trugen, da flog dar vor ain schneeAveisse tawb und flog vor in zu der twr des siech haws, und flog auff den gemelten trawm und sass mitten zwischen die zween rappen. Sy tett in vill layds imd slüg sy hyn und her mit iren flügen. Sy trayb das lang, zu leczt gesygt sy und trayb die raben payd aus dem siechaws 15 und sas alda so lang bis der prüder verschyed und gewaschen wartt und in die par gelegt. Da in die prüder trwgen in die kirchen, die selb taub flog aber vor dem chreücz und verswand in der kirchen. Novicius: Was bedunckt dich das dyse taub gewesen sey? Monachus: Ich main es sey ain englische person, [209 r ] die geholffen 20 hab mit dem gepett der prüder, da sy umb die seel pettetten, da facht sy mit den raben und hat auch gesygt. Wie gros darzu der tewfel zugläuff, da solich lewtt sterben, die in dann gedient haben, das bezaichnet dise nach geschriben red. Das XVIj capitel. 25 Von dem tod Vernonis von Miltperg, der in dem chloster was. Cüno, ain grosser herr der pürg zu Miltperg, ain mächtig und reicher man in weltlichen gütten und eren, der vast hoch was in der ritterschafft, ich main nit die ritterschafft Gots sunder in der weit üppikait. Der selb nam an sich vor seinem tod ain geistlichen orden in der selben purg, 30 und da er das nit than hett in der jugent, da gedacht er es doch zu thün in dem alter. Da selbst ward er also bestätt, das er in churczen zeitten erlangt gnad gar lange zeitt, wann sein seel was Gott gefallig und gnäm. 2. traven; lat.: corvi. 7. geschwüed. trawm] lat. : trabe. 8. lat.: frater Henricus, cuius saepe . . . mentio facta est. 15. gemaschen. 20. facht] f aus w korrigiert. 26. Im Inhaltsverzeichnis (oben S. 316) Cliün und im lat. Text: Kononis. V, 17. 337 Wann da er in berwfft und gefordertt hett zu seinem dienst, der het im nit allain rew verlyhen seiner sünd, sunder auch vcrchünd das end seines lebens. Der selb conventt hett gar ain schönen beschäln, den sy zu ir stüdt behyelten und nüczten. Den selben mayden begert gar vast hern Hainrich von Ysenbürg und mocht in doch umb kain gelt gehaben. Da ward der mayden haimlich ver- 5 stoln und gesant hern Hainrichen von Ysenbürg. Da er "den mayden nit wider geben wolt, da santte der conventt zu im den genantten Cün, der im in der weit gar holt und freüntlich was. Und da er nicht erlangen mocht, wann er was verhertt, da viel er in sich selb mit dem gayst Gots, als hernach erschain, und sprach: 'Ich lad dich zu dem gütlichen urteil,' und saczt im den tag. Was mer? 10 Her Hainrich versmächt die ladung, Cwno kam wider haim und eylt, so er beldest kund und mocht und sagt dem appt: 'Herr der appt, an dem freytag hab ich das chreücz genomen, am freitag pin ich über mer gefarn, am freittag hab ich mich in meiner capellen euch ergeben, am freitag hab ich den orden an gelegt,' am freitag wartt mir Gott belonen mein arbaitt.' Da nun waren vergangen 15 drew jar, da wartt er vast syech. Sein frewnt die giengen über in, den sagt er das er stürb an dem dritten tag. Sy wolten von im geschayden sein, dar- [209 v ] umb das sein kranchait leycht und lind was und noch chain zaichen des tods an im erscheinet, da pat er sy das sy nit wichen von seiner leczten hoch- zeitt. Da geschach das er starb an dem dritten tag, das was an sant Jacobs, 20 des zwelfpoten, abent, als er dann vor gesagt hett. Zu der selben zeitt was ain besessen fraw in dem dorff Meyrn, die wartt erledigt in der stund desselben Kwn. Sy kam zu irem peicht vatter und sagt im das der tewffel von ir war. Über ain klain zeitt kam der tewffel wider und laidigt die armen noch vil vester. Man fürtt sy zu dem priester, der rett gar aygentlich mit dem tewffel und fragt 25 in: 'O, armer gaist, pist du aus gewesst V Er sprach: 'Ja,.' Der priester sprach: 'Wa pist dw gewesen, dw unsäliger tewffel V Der tewfel sprach: 'Zu Hemerod.' Der priester sprach: 'Was hast du da gethan?' Der tewffel antwurt: 'Cüno, der lag auff der matten und solt sterben; zu seiner schydung kam ich und XV tausent tewffel meiner gesellen gar frolich, wann ich maynt kain groser 30 frewd zu erlangen dann das ich mit in fwr. Ich wesst wol das ich dise vassz nit verlyeren mocht, wann es ist mir geben, dar umb bin ich ain weil daraus gefarn und für mit mein gesellen.' Der priester sprach: 'Was ist da geschehen?' Der tewffel antwurt im: 'Es komen die verflüchten beschornen und stunden umb die leich und hüben an so stark zu murmeln das unnser kainer im genahen 35 dorst noch mocht.' Da sprach aber der priester: 'Wa kam sein seel' ? Der tewffel sprach: 'Zu den füssen des aller höchsten, und secht an, ir gütten lewtt, wie grosz unrecht ist uns tewffeln geschehen: Der mensch Cün hatt uns nach unnserm willen ge dientt mer dann vierzig jar, zu nacht und tag und aller zeitt was er "-------------------1-------------------------------------------------------------------------------------■------------------'--------------------------------------------------------------------------------------------—-----------------------1---------------------- M 1. ir; lat. : Unde et qui vocaverat eum . . . 10. in; lat. : ei. 11. beldest] ld aus b korrigiert. Deutsche Texte des Hittelalien. XXX. Og 338 V, 17— V, 18. unsz alweg beraytt und hatt yecz allain drew jar aim andern herren gedientt, der selb hat in unnsz hin zogen. Und da er sein seel hyn fürtt, da wurden wir all vast zornig von, mit spött er satt. Nun hab ich kain statt da ich mich müg gerechen dann allain in dem vass, das mir geben und zu gefugt ist.' Da nun 5 wenig tag vergangen warn, als die sach geschach in dem chloster, da hett her Hertwig, ain münch desselben chlosters, ain geschick durch die selben gegend zu reytten. Da west nwn der priester das der tewffel lugen-f^/ö^hafftig ist dann ain vatter der lüg, er wolt die warhait erfarn. Er fürt den münch mit im zu der besessen flauen und begert ain worzaichen der warhait von dem 1° tewffel. Das wolt er am ersten nit thün, aber er wartt von dem münch mit beswärung gepunden das er sprach: 'Dein äpptlein hätt des sterbenden hand in sein henden.' Das verjach der münch, da betten die andern all glawben daran. Hern Hainrich von Ysenburg der hortt das er auff den selben tag den er im ge- seczt hett, gestorben was, der forcht seiner hawt gar vast, und der kom in das 15 kloster mit grossem eyln. Das rosz, das er mit hoffart verhalten hett, das fürt er mit parfüssen füssen mit seiner aygen hantt zxi dem grab des Cün und begert gnad von im. Das ist mir kuntt und wissenlich von dem tod der die in den kloster sterben Novicius: Seyd die tewffel den er weiten an irem end so hafftig sind, 20 was geschieht dann von den pösen, die so vil sünd gethan haben das sy irren die hilff der engel ? Monachus: Von dem wil ich dir genüg sagen in den nach genden exempeln. Der tod Chün der pringt mir in gedächtnüsz ander ritter tött, die gar übel geleppt betten und doch mit aim saugen end verschayden sind. 25 Das XVIIj capitel. Von dem tod hem Rüdolffs, ains ritter aus Saxen lannd, etc. Es was ain ritter in Saxen, mit namen Rwdolff, und ain grosser tyrann in allen dingen. Der selb legt ains tags an new scharlachen gewantt und raytt in ain horwigen weg, im begegnett ain pawr mit aim wagen. Mit den redern 30 wurden dem ritter seine klayd geunraintt und bekläntt, er wart in zorn bewegt als ain hochfertiger ritter. Er zoch sein swertt und hackt dem pawrn ain füs ab. Der selb ritter hett darnach umb die und ander sünd von gnaden Gottes grosz layd und rew. Er ward in ainem unserm kloster, das Tor haist, zu ainem münch. Nit lang darnach viel er in swär kranchait. 35 Er begund alltag sein sünd und misstat be wainen, nämlich des pawrn ab ge- hawen füssz. Der siechmaister tröst in, er sprach: 'Ich mag nit getrost werden, 3. tat.: furore commoti, in invicem Vota debachatione grassati sumus. mich ist übergeschrieben. 11. des korrigiert ans das. 1(5. parfüssen] p avs i korrigiert. V, 18— V, 19. 339 ich sech dann vor das das zaichen Job an meinem leyb.' Nym war, über wenig tag, da sach er ain rinck, der prwfar was, an seinem fwsz, klain als ain fadem, der gieng umb sein enckel, [2W] gleich an der mass als er dem pawrn den füs ab gehawen hett. Der selb strych hüb an sittiklich zu fawln, als vast das die würm und maden darum wüchsen, da wart er erfült mit vil freüden und sprach: 5 'Nwn hab ich trost umb ablas meiner sünd, wann ich sych die zaichen Job an meinem leib.' Also starb er in grosser rew und andacht und sagt Gott grosz danck und gnad das er in hye hett sein sünd lassen püssen. Das ist mir gesagt von dem appt desselben Gots haws. Das XVIIIj capitel. 10 Von dem tod Allaidi, des münchs von Lucka, dem Jhesus Christus mit seiner mütter erschain. Ains andern münchs gar köstlichen tod hatt mir gesagt Adam, ain münch von Lucka, dez ich auch oben gedacht hab. Es was in Saxen ain ritter, des nam was Alardus, der was so endlich und keck das er in den ersten turnay, 15 da er ritter wartt, mit seiner hantt allain gewan XXIIIj rosz. Er tett als ein weiser man und legt die er nit an seinen leib nach krefften, sunder er gab die er Got und gab die pferd alle wider. Er nam Urlaub von aller weltlicher ritterschafft und kam in unnseren orden zuLuka, da nam er den orden an sich. N\vn tütt Gott all sein lieb frewnd und auserwelt diener vast versuchen. Er gaiselt 20 in mit so grosser kranchait, das maden und würm an underlos aus seinem leib kruchen. Den selben gestancke und grwen mochten die diener nit erleyden, da sprach der appt zu dem Adam: 'Lieber prüder, was sollen wir thün mit dysem menschen Alardo V Adam sprach: 'Herr, gebt mir vier leylachen, so wil ich in dem namen Jhesu Christi sein pflegen.' Da das geschach, da tett er solichen 25 fleysz mit emssigen trucken, das er den gestanck mässigt, das er und der syech das dester pas erlayden mochten. Da nw der tag kam das im Gott seiner ge- dult und smerezen Ionen wolt, da sprach er zu Ade, seinem pfleger: 'Praytt nyder die matten und klopft die tafel, wann Gott hatt mir gerüfft.' Er tett also, der convent kam und sprach die letaney, da pracht er sy all zu innigen 30 zähem und sprach: 'Nun, ir aller liebsten herren, gett von mir und sprecht ewr mesz, wann Jhesus Christus und sein liebe mütter, die werden her körnen mit unsäglichem, grossz her der engel und [211*] hailigen. Darnach kumppt wider, sy werden mein sei enpfahen.' Da zwischen und sy mesz tetten, da sagt der selb Alardus Ade alles das man in der kirchen dett, er sagt welcher 35 priester auff yedem alltar mesz dett und von wem er mesz sprach, des verwundert sich gar vast Adam von aim layen. Da der conventt M'ider kam, da sprach er mit gar frolichem angesicht: 'Nempt war, Jhesus Christus ist hye mit seiner 8. hye hett sein svincl hett lassen . . . 22* 340 V, 19- V, 20. mütter und sein heyligen, die haben ir hend under meine kinpacken, und yecz werden sy mein seel enpfahen, und ir solt mir nit gelauben ob ich von stund yecz nit sterben wird.' Nach den wortten verschied er von stund und bestätt seine wortt mit seinem tod. Da gieng von stund an von seinem leib ain so wol 5 riechender smack das all die da waren da von gar vast gesterckt wurden. Novicius: Mich dwtt solichen red gros ergeczen. Monachus: Seid ich ichcz angefangen hab von den rittern, so wil ich dir sagen da von du bas gepessert wirdest, und küm dann wider zu an geistlich person. 10 Das XX capitel. Von ainem erslagen ritter, der Gott anrüfft und durch das selb wart behalten etc. Es ward gar ain posser ritter von sein veinden gefangen und erslagen, und da er zoch, da sprach er an seinen leczten zugen das wortt: 'Gott, herre, 15 erparmt dich mein.' In desselben ritters tod wartt ain besesser mensch von dem tewfel erledigt, der selb pös gaist kam über ettlich tag her wider und martert den besessen foster dann vor, als dann vor auch gesagt ist von Cün in den XVIj capitel. Man fragt in wa er gewest war, er antwurtt: 'Unnser warn gar vil zu samen vergatte« und komen zu dem tod des ritters, aber wir erlangen nichts, 20 dar umb wil ich mich in disem vas rechen.' Er wart gefragt war umb sy nichts erlangt an im hetten, seyd er doch wissenlich gar pösz lebens war. Er sprach: 'Er hat layder nwr drew wortt gesprochen an seinem end, dar umb ist er aus unnserm gewalt körnen.' Nwn merck das disem ritter sein tod und verdient sterben durch die gnad Gots in ain marter verkert ist, als dem Schacher an dem 25 chrewcz geschehen ist. Novicius: In disem exempel merck ich wol und verstee genüg das rechte, wäre rew nwmer zu spatt ist. Monachus: [21F] Des wil ich dir sagen zway exempel, dar durch du wol versten wirdest das die leczst rew geschieht von grosser parm- 30 herezikait Gots. 1. nach mütter — am Zeilenende — vft, darauf am Anfang der neigen Zeile nochmals vnd. G. mit. 8. lat. : personas religiosas. 17. Vgl, S. 337, 28. 19 vergattern; lat.: congregati. des] d nachträtlich vor es gesetzt. 25. ohunoz. nach ist nochmals: Als dem Schacher an dem chreuez geschehen ist. V, 21-V, 22. 341 Das XXj capitel. Von aim Fryesen, der an Gots rechtt starb, wie wol in sein sün gnüj/ manett. In Friesen ist newlich gar ain reicher man siech worden, der hett ain sün, der münch was und priester in demLiechtenveld, ain chloster unnsers ordens, 5 nach dem sant der siech, als durch hayl seiner seel. Ich wais nit von was gerichts Gottes der siech starb sunder peicht, püsz und sunder alle Gots rechtt. Das XXIj capitel. Von aim Fryesen, der erschlagen wartt und der doch vor seinem tod alle sacrament enpfieng. 10 Zw der selben zcitt in dem selben .land begegnett ain Fryesz seinen veinden; er wart gewuntt in den dott und zwen sein sün würden erslagen. Die syger wontten der vatter war auch tod und schyeden von der walstat. Dez mordz vmd todslagz wartt gewar der paw hoffmaister zu Reichen werd, er fwrt ain wagen und legt die totten dar auff, und da er den alten vatter noch 15 attemen sach, da schray er: 'Herr, leppt ir noch?' Im wolt der wuntt nit ant- wurten, er want es warn die veind; da sprach der convers: 'Ich pin es, der hoffmaister, ir sült euch nit fürchten.' Da sprach der siech: 'Für war, ich leb noch.' Von stund ward er auff geheptt und in den prüder hoff gefürtt. Sein sünd tett er peichten; er ward bericht mit der speys Jhesu und in das 611 gesegnett. Also 20 gab er a\iff sein gaist. Nym war: Da der erst genüg frist und zeitt hett zu peichten und sein sünd erchlagen und da in sein swn täglich umb das hayl seiner seel manett, der versawmpt alle sach und starb an rew und püsz; aber der ander, der halb tod was, der wart mit dem 611 der gnaden und mit dem wein der parmherczikaitt 25 gesterckt als der hayden, und gieng von disem jamertal zu dem ewigen pallas. In den zwain ist erfült alles das die geschrifft sagt: 'Wem er wil, dem taylt er sein erpärmung mit in giessung seiner gnaden, und wenn er wil, den verhörtt er das er im gnad nit ingwst. 2. den. 3. gnün; lat. : satis. 8. vgl. oben S. 316, 12. 14. von. lat.: magister grangiae. 18. nach siech gestrichen prior. 26. lat.: veri Samaritani. Luk. 10, 30jj. 27. Rom. 9, 18. wem ans wan korrigiert. 28. nach sein gestrichen oibeand. verhöitf] lat.: indurat. 342 V, 23 -V, 24. Das XXIIj capitel. Von VVigero, den ritter, der von den hayden erschlagen wartt etc. [212'] In dem stifft zw Wtrich was ain ritter, der hyesz Wigerus, der 5 was vast in der ritterschafft gelcppt und gewbt. In der ersten merfart wart er mit den gnaden Gots enzüntt, das er das chreücz nam und über fwr. Er facht so rittcrleich nnd mänlich mit den hayden und slüg ir so vil das in all kristen und der künig von Jerusalem vor aus vast lieb hett; in forchten auch die hayden vor allen iren feinden. Da der dem ewigen Gott Jhesu Christi ain gancz jar 10 gar mänlich in der ritterschafft gedientt hett und hett nwn willen gewurmen wider zu land kern, da ward in vor sein äugen sein knecht von den hayden er- slagen. Da sach er sein seell in ainer weissen taubens gestalt durch die wolcken aivffaren; er ward vast in sich geschlagen und sprach wider sich selb: '0, armer man, was woltest dw gethan haben % Ist das ich wider zu land küm, so nym 15 ich die alten sünd wider an mich und wird pöser dann ich vor gewesen pin.' Er ergab sich und belayb und strayt vöster dann vor ye. Zu ainem tag kam er gar in grosz gedreng, da ward er erslagen, die hayden schnyten im ab sein hauppt und fürtten das haim mit grossen eren. Die kristen erfachten sein leib und begrwben den köstlich und pawten auff sein grab ain capellen. 20 Das XXIIIj capitel. Von Dietreich von Rwland, der pettet umb sein tod zu dem heyligen grab lind erlangt allso. Zw den zeitten da zoch durch andacht gen Jerusalem Dietreich von Rwland, ain reicher und mächtiger man, er legt sich fwr das heylig grab und 25 begund also zu pitten: 'Herre Jhesu Christe, dw waist alle ding, ob ich mich nit werdpessem von meinen alten sfinden und misstaten, so lasz mich nit wider haym in mein land körnen, sunder verleich mir das ich hye sterb.' Das gepett hörtt ain ander ritter, sein gevatter: 'Lieber gevatter, pett ir icht recht'? Er sprach: 'Ja.' Der ritter sprach: 'Wem weit ir lassen ewr hausfrauen und kind ?' SO Im antwui't her Dietrich: 'Es ist pesser ich verlasz weib und kind, land und lewtt und als mein gütt, dann das ich verlwr mein arme sei.' Was geschach ? Gott er hörtt das trew gebetten des frummen ritters, wann nach wenig tagen starb er und ward geselt den purgern des hymelischen Jerusalem. Wie nahentt und vast bey Gott sey allen die in an [212'] raffen, das 35 beklärt der tod ain andrer. 4. Auf der neuen Seite steht nochmals: Das XXIIj capitel. 5. merfart] das erste r aus i korrigiert. 26. pessert. V, 25. 343 Das XXV capitel. Von aim münch, der das leben versmächt durch das ungeordentt leben seins appts. In Cespurg, dem chloster des stifft zw Wtrich, da was ain münch ain liebhaber der gerechtikait und der zu gehorsam rechte lieb hett. Zu sein zeitten 5 in dem starb sein appt. da wart ainer appt des leben west der münch wol und bekant das er ain weltlich man und unkeüsch was. Er begund tyeff sewffczen und sprach: 'Ach, we und ach, nwn vergett alle geistlich zücht des gothaus.' Es ist ain kloster swarcz ordens und was vor zeitten gnüg reich. Er pat Got also: 'Herre Gott Jhesu Ohriste, las-; mich nit lenger leben, das ich nit sech 10 die erstörung und verlassenhaytt des chlosters.' Nyeman mocht in geweisen das er den selben appt welen wolt oder im gehorsam thün, er sprach zu im mit gar gestwmen wortten und senfftem gemüt: 'Gott wais das ich euch lieb hab, ich ways aber das alle geistlickait des haws durch euch vernicht und zerstört wirt.' Des morgens da er mesz volpracht, da pat er den selben appt das er in 15 segnet in das heylig 611. Er mocht das kawm erlangen, wann der appt was dar- wider, dar umb das er vast gesurrt und stark was. Der münch sprach: 'Ich müs hewt sterben.' Darnach sprayt er die matten und legt sich darauff und dett dem conventt beruffen durch die tafeln. Da sy alles gepett volbrachten und da er nit starb und stund auff, legt die stoll an, darin er mess sprechen zu 20 pflegen hett, umb sein hals und legt sich für den alltar als ain sterbender der zeucht, und gosz aus mit hayssen zähern soliche pett: '0, heylige fraw sant Maria, hab ich ye in diser stol mesz gethan, die dir gefallig sey, so enpfach mein geist in diser stund.' Er wart erhörtt und verschyed alda. Und als er weis gesagt hett, da verdarb das kloster in allen geistlichen ordenungen und auch in 25 weltlich gwtten und gülten. Das ist mir gesagt von ainem appt unnsers ordens, auch von herren Eberharten, desselben chlosters münch und priester. Novicius: Mich wundert nit ob Gott zu weil die rechten zu im nympt, das sy nit wider in vor gethan sündt vallen, oder das sy künftig übel nit sehen, als Josias. Aber das tütt mich schrecken das die rechten zu stünden so gächling 30 sterben und das halt so gar graus~[27<3'']samlich ist das sy offt in wasser, in fewr oder sünst von vallen ersterben. Monachus: Wie die gerechten mit tod erfunden werden, so sind sy albeg in der rw Gots. Ich wil vil ursach fallen lassen die man darauff sagen mocht; ain sach ist das ir haimlich twgentt nit yederman offenwar werden. 35 4. das. 14. des] s undeutlich, wie ein wagerechl liegendes f. 30. 2. Kön. 23. schrecken] stereken; Int.: sed hoc me terret. 3a Weish. 4, 7. 344 V, 26- V, 27. Das XXVj capitel. Von aim appt, der in Bayern verpran und darnach grosz zaichen dett. Vor disen fünff j am ain herczog, der noch leppt zw Payrn, der berwfft aim 5 appt ünnsers ordens zu im, ich wais nit durch was geschäffcz wegen. Des nachts ward im gepett in ain stadel. Da er nach gesprochner complett zu schlaffen sich naygt, das Hecht, das der convers an ain beystock klayppt hett, das viel in das stro und macht grosz fewr und flammen. Der appt ward da von erweckt; die t&mpff warn gros, er kund die twr nye erfinden, er sprayt sich kreüczlich 10 auff die erd und befalch sein end Jhesu Christo. Da das fewr erhall, der herczog lyeff zw mit allen sein rittern; sy warffen nyder den stadel und rawmten mit grosser mw zu dem appt. Sy funden in verschayden und erstickt. Sy zwgen in aus den flammen mit grossem jamer und arbait und laid. An seinem hals was ain heyltum, und ein eysene ketten gieng umb seinen leib. Da der herczog 15 das ersach, er ward vast in sich geslagen und sprach: 'Nwn schawt das disem heyligen mann die herten klaider nit gnüg warn, er hatt ain ketten dar zu tragen.' Er ward zw Regenspurg in der grossen kirchen begraben. Nach wenig zeitt etlich tag da hortten zwen ritter da selbst mesz, ainer der tratt auff sein grab. Da wolt Gott erzaigen was wirdikait verdient het sein appt, der da begraben 20 lag: Dem ritter wurden sein füsz gar hicziklichen prinnen das er pald ab dem grab spranck und schray. Das hörtt der ander und sprach: 'Hye ist das grab des appts, der newlich verpran.' Von dem tag helt man in in der selben kirchen in grossen wirden. Das XXVIj capitel. 25 Von dem tod ains ainsydel zu sand Maximo zw Köln. In der kirchen sant Maximi zu Köln in mein zeitten was ain ain sydel verschlossen, mit namen Hawg, der selben kirchen an heber und stiffter. Da selbst ist ain samlung oder convent von chlosterfrawen. Derselb hett vor seiner ergebung ain schlaff weib. Sy hetten mit ainander gesüntt, dar umb [213'] 30 namen sy gleich püsz, die vast hertt was, wann ir yeglichs umb gürtt sich mit ainem eysen ring. Er dett sich in der selben stat verschfyessen und sprach mesz, da mit er Gott dientt. Sein slaff weib trwg in speys und notturfft zu in ainem geistlichen gewant. Und abentt, da die zeitt seiner beruffung kam, er vordert 1. XXVj capitel] ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. ö. nit fehlt; lat.: nescio quid cum oo tractaturus. 7. das] s ist aus einem anderen Buchstaben korrigiert. 10. .sein ein. 22. verpan. 24. ca.] ist über den rand geschrieben. 28. von] fehlt. 33. geistlichen] g aus z korrigiert. V, 27— V, 28. 345 Erfinden, den techantt sand Andre, der vor in der sybenden underschayd am sybenten capitel offt genant ist; er dett im sein peicht und offet im als «nleben Der gepot in in der gehorsam der heyligen kirchen das er den rinck ab dett das dett er Als er begraben wartt in kurczen tagen, wart die fraw auch vast syech sv besorgt das ir geschieh als irem pwln, sy slwg den eysnen rmck. Da wolt 5 Gott nit das ir dienst und leyden verswigen belyb. Zu der zeitt da sy verschyed da zer sprang der eysen rinck, die end dez rinck sperren den rock, dar m sy lag, weit von ain ander, da warn vil erberg, saliger werb bey ir die ires ende «■ tetten, die sacken solich ding und sagten Gott grosz gnad und danckvon de™- ders wegen. Das ist mir gesagt von der tochter uer »wester desselben priesters. 10 Die ysen rinck pringen mir in gedachtnusz ain loblichen tod ainer chkster f rawen. Das XXVIIj capitel. Von dem tod ainer chloster frauen zu Nweln, bey der leib neyn eysen rinck funden wurden. In Prabant zu Niveln, in dem kloster sant Gerdrwtt der junckfrauen, da was ain edle mayd mit namen Clemencia, die selb hett durch anwe = des tewfels ir rainikait verlorn, da arbaytt sy tag und nacht *en ^ibgten rock mit petten, wainen und vasten und andern dingen wider zu ramigen und zu waschen Sy hett solich fleysz in allen wercken der parmherczikait das 20 sy aü ir gult uifd pfründ armen lewtten raichett und ir nachett garnicht*»zu leiplicher narung behyelt. Zu ainer zeitt in dem wintter was sy nahent plos und eipneuer narung ^ lt t Gerdrut ten und sprach nackent und was vast arm, da sas sy pe.> also: '0, aller liebste fraw, wie mag ich dir gedienen m dysem wintter so eh s gar ploz und arm pin?' Zu der selben stund kam am pügrin, der•*£»«* den altar und warff fünff Schilling in die schoss Clemencie und gieng hm dannen. Das hat sy für ain wunder gesagt hern Wickharten, munch zu Wery und er mir. Und da sy starb, da wurden an irem leib [214'] neyn eisnen rinck funden. Novicius: Solich grosz wunder dwtt Gott in ainem krancken ^ weib pild. , . „ . Monachus: Wie wol mein fürsaez was in toer ^ers°hayd ato zu sagen von den sterbenden, ye doch so wil ich dir sagen dl ser hk,sterfrauen grosse rew und gnwg thün, auch ain grosse püsz amer andern f.auen. 1. Vgl. oben S. 17, 29. 10. lat.: a filia soroiis praedicü sacerdotis. 14. neyn] y aus i korrigiert. 19. wainen ist übergeschrieben. 25. nach ploz gestrichen pin. 28. eipnenl i nachträglich eingefügt. 34(i V, 29 -V, 30. Das XXIX c&pitel. Von Osilia von Luttich, die sy mit eysen ringen gepnnden hett etc. Es ist nit lang das ain mayd von Lwtich, genant Osilia, bey schlyff eelich 5 aim purger von Mccz. Da er gestarb, da was sy vast schon und gemaytt, dar umb erwarb sy ain kor herre von Luttich. Er begimd sy so inprünstiklichen lieb haben, das er sy verslos vor den lewtten. Nach seinem tod hett sy laid und rew umb ir sünd und tett sich vermaurn bey der kirchen sant Severin; da pflag sy so grosser rew umb ir sünd das sy offt plütig zäher wainet. Darzu dett sy 10 sich schmiden in eysnen rinck; da sy dar in ir gepet gesprach, da zersprungen die ring alle. Sy besorgt das die band Gott nit genäm wären, sy dett sich ander vert in rinck schmyden. Das dett sy nwn peichten dem apptt von sant Lamprecht, der dett sy vast trösten und sprach: 'Der zu Marie Magdalene sprach: "Dir sind dein sünd vergeben," der hatt auch dein bantt zerprochen.' Also ist 15 und ward sy wider getrost. No vicius: Waist du noch ycht mer von dem tod der glitten und gerechten, so pitt ich das dw mir das sagest. Monachus Ich wil dir noch ettliche ding sagen,davon dw getrost und betrwbe/ wirst etc. 20 Das XXX capitel. Von dem tod Gerbranden, appt zu Liechten feld. In disen fünff jaren was Gerbrand, der appt von Liechten feld in Fiyesen, wider kern mit unnserm appt aus den gemain capitel. Da ward er so syech das er mit grosser arbait kam gen Format, da beschlosz er sein leczen tag. An 25 der selben stund seins dots wart ain chlosterfraw aus dem chloster Syon, das unnserm orden zugehörtt und nämlich gen Liechtenfeld, die wartt verzügt im gaist, und sy sach sein seel fwrn die engel in den hymel, und sy nantt mit namen das chloster und die statt, da er begraben wartt, auch das klayd dar in er begraben wartt. Sy sach auch das seinem nach körnen, hern Gwido, zwen 30 stäb geben wurden, da warff [214"} er den ersten hyn und behielt den andern. Der selb Gwido was prior in dem chloster Liechtenfeld, da dann wart er ge- nomen zu aim appt sant Bcrnharts. Darnach über kurcze zeitt als Gerbrand gestorben was, der dann was ain alter, gerechter, gotfürchtiger man, wart Gwido appt in meiner gegenwürt zu Liechtenfeld. Also geschach das alles das von 35 ir vor gesagt ward: Er warff den ersten stab hyn weg. den andern helt er noch. 1. eap. ist über den Band hinaus geschrieben. 13. Luc. 8, 2; 7, 47. 19. betrübest. 35. im. 10 V, 31- V, 33. 347 Das XXXj capitel. Von dem tod Wdelhait, der chloster flauen. Auff dem perg sant Walpurgen was ain chlosterfrau, mit namen Wdelhait, ain gütte fraw und wol hiczig in dem orden. Als die nwn lag an den jüngsten zügen, als ich gehörtt hab von iren swestern.die dar bey warn, die reckt ir hend gegen der twr und sprach: 'Nempt war: Der pott Gots stett da vor und wartt meiner seel.' Und darnach in klainer zeitt gab sy auff iren gayst, der von dem potten gefürt ward in das paradys. Du solt auch wissen das offt die lebenden geayschen und berüfft werden von den totten, des hör ein beyspil. Das XXXIj capitel. Vor wenig jarn sach Hayderich, unnser grosser keller, in dem slaff wie sein vorfarn im sein rock anlegt, und da er in an dett, da ward er siech und starb in kurczen tagen darnach. Das XXXIIj capitel. l r > Von dem tod Chünrads, unnsers münchs, dem rüfft Reichwein nach im zukomen. Es ist noch nit jars frist vergangen das hern Lamprecht, unnser münch, in dem kor entslieff, da sach er Reichwein, unnser keller, der vor ettlichen jarn begraben was, ingen in den chor, und da er im winckett mit der hant also: 20 Prüder, gee mit mir, so gee wir payd zu dem Rein.' Er west wol das er tod was und verzoch zu gen und sprach: 'Glauppt mir, ich gee nit mit euch.' Und da er nit geen wolt, da kert er sich zu dem andern kor, da sach er sten ain alten münich, der bey fünffczig jarn in dem kloster geleppt hett in götlicher forcht nnd ordenung, dem rüfft er mit solichen zaichen und worten. Er volgt im von 25 stund nach und legt sein kappen auff sein hauppt. Zu der selben nacht berufft der prior unnser ettlich, und hern Chunratt was auch da pey. Da sprach zu im der vorgemelt Lampertus: 'Wärlich,lieber her Chunratt, ir werd gar pald sterben, wann ich hab [215'] euch gesehen in diser kutten heint in der nacht hern Reich- Wein nach volgen,' und sagt im alles das er gesehen hett nach ordenung. Er 30 antwurt im und sprach: 'Ich acht sein nicht, ich wolt das ich ychcz tod war.' Und ob ich recht gemerckt hab, so ward er an dem andern tag siech, und in kurczen tagen starb er und ward in der selben kutten vergraben. 21. dem Rein] Reichwein; lat.: ad Rhenum. - Innsbrucker Handschrift (I) Richivinum. 28. nach der gestricheil vol. 33. in aus v korrigiert. 348 V, 34 -V, 35. Das XXXIIIj capitel. Von dem tod G/egori von Armenia, dem sein tottew mütter rüfft etc. Es kam ain weib von Armenia mit ainem sün und ainer tochtcr gen Köln, 5 in der grossen kirchen dientt sy Gott gar vast mit petten, wachen und vasten. Ir sün hyes Gregori, ain ainfeltiger man, und was priester; sein swester hyes Maria. In dem vergangen jar starb die mütter und der priester auch in seinem dreissigisten, und da sein swester gar vast bey im wainett, da tröst er sy und sprach: 'Dw solt nit wainen, wann unnser mütter die rüfft mir.' Sy sprach: 10 'Wa ist sy?' Er sprach: 'Schaw, sy stett pey mir.' Also schyed sein heylige seel von seinem leib, und sein leib ward mit grossen eren under die kor herren begraben. Novicius: Mich duncken gar gerecht und sunder übel sein, der sei, so pald sy verschaiden, zw ewiger rw farn. 15 Monachus: Du redest war, und dir sol das auch nit verborgen sein: Es sind gar klaine ding die zw weyln die seel lang ver harren vor dem hymel in der pwsz und nämlich an kloster lewtten. Das XXXV capite!. Von aim convers von Kulna, des sei wider zu dem leib kam durch 20 ains helbling willen. Ain convers von Kulna, das ist ain chloster unnsers ordens, der wart ains tags gesant von seinem appt über ain wasser, haysst Elb, das flewsst durch Saxen, der scheffman vordert von im das schiff Ion. Er sprach das er kam gelt hett in seiner ge walt. Da sprach der scheffman: 'Gebt mir zu pfantt ewr gürtel 25 oder ewr messer.' Der convers sprach: 'Ich mag ir chaines ge ratten,' und redt mer: 'Ich versprich euch pey meinem orden das ich euch ain halben pfenning senden wil.' Da lyesz in geen der scheffmann. Der convers schyed von im, und da in die sach klain und wenig bedcwcht, da vergas er und santt in dem scheffman nichcz. Nit lang darnach viel er in grosz kranchait, das alle, die umb in 30 waren, wanten er war tod. Sein sei schyed von dem leib und wolt auff steygen zw ewiger rw. Da sach er den vorgemelten halben pfenning vor seinen äugen, der wuchs vor im, das in bedeweht [215"] er war grosser dann alles ertreich. Wie vast die sei über sich schwept, so irrt sy doch der pfenning das sy nit hoher komen mocht. Die heyligen engel er würben im von dem parmherezigen Gott 2. Gegori. 7. irem; lat. : matre defuneta, infra tricenarium etiam Gregon'us . . . 8. sich; lat. : ille consolans eam. 13. lat.: Valde mihi videntur esse perfecta, quorum animae carne resolutae mox ascendunt ad vequiem. 33. nach sich — am Zeilenende — gestrichen seh. V, 35- V, 30. 349 das sein seel wider in sein leichnam kam. Des verwundert sich gar vast der gancz conventt; er sagt sein gesicht, der appt sant behend dem scheffman ain ganczen pfenning. Als nwn der appt und sein conventt ver maintten: Gleich auff die selben stund, als dem schyffman der pfenning warden was, da verschied der eonvers. Das hat mir gesagt der appt von Loven, der sagt das ims der selb 5 appt selber gesagt hett. Darumb wisz: Als die geistlichen mer gnaden und verdienens begern und hoffen, das sy dester mer fleyss und emsikaytt thwn sollen, wann sy sterben, das sy kain sünd noch unflat mit in ziehen. Das XXXVj capitel. Von aim münch, der an dem tod pett sein kutten ab zoch, dar umb 10 er in das paradys nit mocht. Vor wenig jarn zu Franckreich in aim kloster cystercz ordens, da was ain frummer münch güts lebens und andächtig, der hett gar ain hiczig fyeber. Da er nwn zwifachen we und smerczen hett, als mit dem fyeber und mit dem hiczigen lufft, da patt er den siechmaister das er im vergünd die kwtten ab 15 zethün und in lyesz anlegen ain schepplär. Er verguntt im das, wann er hett grosz mitleyden mit dem siechen. Da der siechmaister was ein klain zeitt ausgangen und wider kam, da was der syech münch verschayden. Er wart davon vast betrübt und beschlos das haws, den schäpplar dett er von im und legt im an die kutten und legt in also auff die matten und klopfft die tavel. Man 20 trüg in in die kirchen. An der selben nacht als die mvinch pey der par die psalm lasen, als dann ge wonlich ist, da rieht er sich auff in der par und sach umb sich und beruf ft den münich. Die münch erschracken und frühen in das schlaf f- haws allain der subprior, der was der keckist, und er sprach zu im: 'Ir solt nit forcht haben, ich pin ewr prüder, der todt was, und pin wider lebend worden, 25 beruf ft mir den appt.' Da zwischen zogten die münch ain ander das der tod erstanden was, da ward in dem syech haws gross gedös und zulauffen. Der appt gieng zu der par, da sprach der prüder: 'Her der appt, ich ver gych und peicht euch, wann ich pin also und also gestorben. Ich wart gefürtt von den engein [216 r ] zu dem paradys und ich dar ein zu geend sunder an alle irrung. 30 Da kam zu dem tor santBenedictus und sprach zu mir: "Sag an, wer pist dw ?" Ich sprach: "Ich pin ain münch cystercz ordens." Der heylig sprach: "In chain weg pist dw ain münch. Pist du ain münch, so zayg wa ist dein kwtten und münchs gewant ? Dyser wesen, dar in ich pin, ist ain statt aller rw, so kumpst du mit aim klaytt, das zu arbaytt gehörtt, dw magst her ein nit." Da umb 35 gieng ich die maur der wunsamen statt und kam zu aim venster, darein 5. Loven] v aus n korrigiert. 9. Das XXXVj capitel steht unter der Überschrift. 11. nit fehlt; lat.: prohibitus intrare paradisvim. 24. er ist übergeschrieben. 350 V, 36 -V, 38. plickt ich und sach grosz freüd und wunn und nämlich gar vil klarer lewtt. Ich berufft aim vast ersamen man, den patt ich das er für mich pätt; das dett er. Er erbarb mir das ich wider in mein leib für und die kütten anlegt und ander werb dar in stürb, erst mocht ich körnen zu der saugen wonung.' Da 5 das hörtt der appt, er zoch im ab und legt im an die kutten, die er in dem syech haws abzogen hett, und gab im sein segen; da verschyed er zu hajitt. Das chloster, dar inn das geschehen ist, das hayst Schäre, und der appt von Reilichawsen der hat uns das gesagt, da er hye durch raytt, und sprach das er es gehörtt hett von dem prior daselbs. 10 Das XXXVIj capitel. Von aim purger von Straspurg, des seel wider zu seinem leib kam etc. J)es gleichen ist nahent geschehen in dysem jar zu Straspurg, da ain purger da selbst verschayden was und auff der par lag, da kam wider sein seel 15 zu seim leib. Er beguntt lawtt rüffen: 'Wie pin ich her körnen, wie pin ich her körnen V Sein weib wart besantt, zu der sprach er: 'Ich pin von grosser erparmd Gottes erkückt und sol dir das sagen: Es sey dann das wir all unnser gütt auff geben, so mugen wir nit behalten werden.' Also verschwff er all ir x>ayde gütt nach dem pesten und er mocht, und starb wider in drein tagen. Ir hab und gütt 20 was alles mit unrecht gewunnen etc. Novicius: Was mag den sterbenden am maysten zw hilff und staten körnen 1 Monachus: Ain lauttre peicht und warew rew, des hör ain exempell etc. Das XXXVIIj capitel. 25 Von maister Thoman, der den tewffel sach im dott pett. Maister Thoman, ain lerer der heyligen geschrifft, da der in der yeczigenn mer fart kam in ain spital und in ainer kamer lag nachent zu seinem tod, da sach er den \21ß°] tewffel in aim eck sten. Da er in erkantt, da sprach er zu im als der heylig herre sant Martein: 'Was stest hye, dw schnödz, plütigez tyer ? Sag an, 30 was ist das euch am maysten schaden thwtt ?' Und da er im nit antwurten wolt, da sprach der scolasticus: 'Ich beswer dich bey dem lebentigen Gott, der urtailn wirt lebend und tod und die gancz weit verzeren mit dem fewr, das du mir sagest die warhaytt meiner frag.' Da antwurt der tewfel: 'Es ist nichts in der kristen- lichen kirchen das uns so vil schad als emsyge peicht. Wann ain mensch in 35 tod sünden ist, so sind alle sein 1yd gepunden, und er mag sich nit berürn. So pald er aber die selben sünd peichtett, von stund ist frey und ledig und mag 2. den ans der korrigiert. 7. nach von gestrichen reych. 10. und'] tat.: prcmt. 20. vor hye gestrichen dw. V, 35- V, 40. 351 sich zu allen gütten wol üben und geprauehen.' Da das der wirdig doctor, ain getrewer prediger des chreücz Jhesu Christi, hortt, da verschyed er in grossen gnaden frölich. Novicius: Von der peicht zweifei ich nicht dann das sy vasst gütt sey, als dann in der dritten underschayd vil exempel bewarn. 5 Monachus: Von dem tod der gerechten und gütten sey nwn genüg gesagt, von dem man auch in den vor geschriben exempeln vil hye her zw pringen mag. Das als war zu lang, wann ich wil eyln zu dem tod der pösen, zu sagen wie jamer- lich und laydsamlich sterben die wüchrer, die fwr kauffer, die falschen, untreren, die hochfertigen, die rauber, die morder, die krieg macher, die pösen unkewschen 10 und ander übeltätter, als dann der appostel sy nentt 'würcker des flayscA' und leiplicher begird. Das wil ich dir zaygen und offenbarn mit ettlichen exempeln. Das XXXIX c&pitel. Von dem wüchrer von Mecz, dem man in sein grab ain peygürtel mit gelt legett. 15 In der statt zu Mecz geschach das, als mir gesagt hatt ain appt unnsers ordens, da starb gar ain geittiger, poser wüchrer, und da er sterben wolt, da patt er sein weib, das sy ain peygürtel voller pfenning zu im in das grab begrub. Das tett sy, so sy aller haymlichiste kund und mocht, noch dann ward es nit verewigen, es kamen ettlich zu dem grab und grwben das auff gar haymlich. Nym 20 war, da funden sy zwo gar grosz kroten, aine in dem bewttel, die ander auff seinem herczen; die ain krott zoch die pfenning von dem pewttel, die ander krott grub die selben pfenning in sein hercz, als ob sy sprach: 'Wir wellen erfüllen dein ungenügsam, [217 r ] geittig hercz mit gelt.' Da die dieb das ersachen, sy er- schracken seer und wurffen ettlich erd wider auff in und flühen. Was mainst du 25 das sein seil leyd in der hell, da untödlich würm in sein, so hye so gar grawsam- bche ding an seinem leib geschehen sind. Das exempel das yecz hernach geet, das ist rät minder grausamlich zw hörn. Das XL capitel. 30 Von ainer wucherin, da die starb, da sach man sy pfenning kewen und zelen etc. In Fragen, dem dorff das ain meiln ligt von Köln, da want ain fraw, hyes Jewtha, die was an eren und sytten wol gelewmpt, aber sy was ain wüchemn. Sy 6. seyd. 11. Gal. .5, 19. flaysz; lai.: opera carnis. 13. steht am Rmide links. ca> 26. so sy hye. 28. mit. 352 V, 40 -V, 42. ward gar offt umb die missetat gestrafft von Gerlachen, unserem prior, der dann zu der zeitt des dorffs pfarr verwas. Sy geloppt offt pesserung und auff hörn, aber sy gehyelts nye; zu leezt starb sy in iren sünden und ward auff die erd gelegt, das sy nit zerprach vor grosser geswulst. Nym war, da bewegt der tewffel ir 5 arm und hend, gleich als ob sy gelt zelett. Man sant nach hern Gerlachen, das er den tewffel pannet das er solich kümernüsz dem totten leib nit erzaigett. Da er das also tett, da rwtt allerst der tod leichnam, und so pald er auff hört zu pamien, da hüb der tewffel wider an und bewegt yecz die pain, yecz die arm und hend. Da nam er eher von körn und neezett die in weich wasser und styesz 10 die in iren mund, da hüb sy an zu kewen und essen gar geitikleich. Darnach nam er sein stoll und pand sy ir umb iren hals, mit gütten, säligen wortten darzu gesprochen, also vertraib er erst die tewffel von dem totten leichnam. Dar bey was ain pawr man, der sprach zu dem priester: 'Wist, herre, das der tewffel noch heint wirt forchtsamen ding treiben mit dem leichnam.' Ich wil nwn des gleichen 15 sagen, das zu den zeitten meiner jugentt geschehen ist. Das XLj capitel. Von ainer wuchrerin, der die tewfel ir sei aus zügen in gestalt ains rappen. Es was zu Sachsen in dem nächsten genantten dorff ein erschollen 20 wücherin, da die sterben wolt, da sach sy das gancz feld voller kraen und raben. Sy schray gar jämerliehen: 'Sy fliegen yecz auff mich!' und sprach: 'We mir, We mir! Yecz sind sy auff meinem dach, yecz sind in meinem haus, sy graben yecz durch mein prüst, yecz ziehen sy mein sei heraus!' Mit solichem grossem hüln gab sy auff iren gaist, [217'} den fürtten die tewffel in die tyeffen der hell. 25 Die pösen geist namen auch in der selben nacht irn leib und warffen den von der par; das sahen alle die darumb stünden. Sy worffen den leib bis zu dem dacli der kirchen und Hessen den wider nyder fallen für die tür, das er vast zermischt und prochen ward. Die kerezen wurden all erlescht und die lewtt flühen. Des morgens vanden sy den leichnam vor der twr, den vergrüben sy als ain vich in 30 das feld. Das XLIj capitel. Von Theodorico, dem wüchrer, der am tod pet gelt zer kewtt eteetera. In dem stifft zu Köln vor wenig jarn da starb ain ritter, der hyesz Dyet- 35 reich, ain grosser genantter wüchrer. Der selb war syech. Die matery stayg im 2. des] s aus r korrigiert. 9. von] Zuerst war vnd geschrieben, dann wurde n in o korrigiert, n durch angedeutet, das d aber versehentlich nicht gestrichen. . 19. Sachsem. V, 42- V, 43. 353 in das hyrn; er ward tobwüttend. Der selb bewegt zu aller zeitt sein lefften und zend, da sprachen zu im sein diener: 'O, herre, was esset yvV Er sprach: 'loh ckew nwr pfenning', wann in bedeweht das die tewffel zu aller zeitt gelt in seinen mund schütten Er sprach: 'Ich mag das gerayez der tewffel nit mer geleiden, tragt mich in das kloster Rod, da sind gütt lewtt, villeicht wird ich von wem 5 gepett von den tewffeln erledigt.' Da er in das kloster getragen ward, da schray er noch lawtter: 'Trag mich wider haym, trag mich wider haym. Ich siech hye mer tewffel dann in meinem haws!' Er was von dem dorff Vorme. Also wartt der arm hyn und her getragen und von den tewffeln so gerayezt das er sein gaist auff gab. , Wie gar ain grosse sünd sey der wücher, das magst du an der pen der wüchrer wol versten und hörn. Ettlich sprachen das sy in seinem münd und hals vil tewffel gesehen netten. Novicius: Der appostel hat pillich solich geitikait und wücher genantt und gehayssen 'der apptgot dienst', den dann die tewffel also dienen. 15 Monachus: Geitikait ist layder nit in den weltlichen, sunder auch in geistlichen personen, die ir gar vast dienen und nach volgen. Das XLIIj capitel. Von dem tod hern Walthers, des probst zu Bunn schaffer. Luttarius, der probst von Bunn, der hett ain gar geittigen schaffer, der 20 zu Münster korherr was. Der selb probst hett vil gelts, das im her Walthei• ge- samelt hett, und da der starb, da schwff er nit ain pfenning umb sein sei. Und da er starb in der selben stund, da schlyeff her Gotfrid, der do dechant was und darnach pischoff, dem er-[2i^]schain ain solich gesicht: Er sach das der selb Walther geltt aus ainer grossen kutten nam und zalt das auff amer taffein, und 25 ain tewffel in morn gestalt der zoch gar mit grossem fleys das gelt an sich; von dem selben gelt stal her Walther gar offt diepplich und schlaicht das haymhch in seinen pwsem und verparg das, und da das gelt gezelt was, da sprach der tewffel also: 'Das gelt, das Walther gezelt hatt, des hatt er vil verstoln Darnach schlug der tewfel sein hantt zu samen und schray gar lawtt: 'Her Walther hatt 30 gestoln mer dann zway hundert marck silbers.' Da wegt er auff sein herren und sagt im was er gesehen hett. Da wartt offenbar das er an derselben stund ver- schayden was. Da nam der probst all sein hab und sprach das sy pilhch sein war, seid ez im verstoln war. 5. seinem; lal. : auxilio illorum. 15. Kol. 3 5. dienen] das zweite e undeutlich, fast wie o. 20. du. 23. do der. 25. kutten] ku ist über Rasur geschrieben. Deuteohe Texte des Mittelaltan. XXX. -<> 354 V, 44-V, 45. Das XLIIIj capitel. Von den tod hern Gotfriden, dem korherren zu sant Andre in Köln. Gotfridus was gar vast laidig und lieblos, wann er was geittig und hett 5 in dem hoff gar vil geltes ge samelt. Zu ainer zeitt hett er ain grosse wirtschafft und fest mit allen geltern seins herren und dett das von seins herren gelt, die Philipp entlehett hett zu seiner krönung, das wolt er nun bezaln. Und ee er zu dem tysch kam, da schlug in der todlich schlag, das er starb sunder alle Gots- recht. Nach seinem tod erschain aim erber priester ain sölich gesicht von im: 10 Er sach das er zu Köln in der müncz auff ain ampos gelegt ward, und ain jud, genantt Jacob, den man nenntt Juden kunig, der was im vast gehaym, der selb schlug auff in mit aim grossen hamer, das er als dünn ward als ain pfenning. Da was die püsz wol gleich solicher schuld und misstatt, wann er was müncz- maister und ir vasst gütter gesell, und dar umb das er daselbst in der müncz 15 gar vill gelts gewunnen hett, darumb mwst er alda leyden und püssen die schuld der geitikait. Was ich dann gehört hab von Hermans. des andern techants, tod, das wil ich auch nit verswej'gen etc. » Das XLV capitel. 20 Von dem tod hern Hermans, des andern techant zu Köln. Zw Köln was ain techantt, genantt Herman, der was geittig und ain liebhaber des gelts. Da geschach das ain korherr zu Bunn starb, der selb erschain ainem korherren zu Köln in dem schlaff und sprach zu im: 'Ich pitt dich das [218 v ] du zu meinem tag körnst in sant Niclas capellen,' und da er im das nit 25 versprechen wolt, wann er wol west das er tod was, da sprach er mer: 'Ich pitt dich das du das sagest dem techantt, wann sein tag wirt an dem achtenden tag.' Er ward müntter und erwacht und sagt dem techant was-er in dem schlaff gesehen hett; der verstund behend das gesicht und bedewttnng und sprach: 'Ich besorg ich müsz sein tag halten und suchen, wann ich pin vast alt und gar kranck.' 80 Und von stund hüb er an zu syechen und starb an dem selben tag. Da nwn das erhörtt der chorherrc, der besorgt er müst auch sterben, er hüb an sein leben pessern und beraytt sich mit peicht und rew und nam den leichnam Gots und schickt sich gancz zu dem tod. Nwn kam zu im der öbrist propst und sprach: 'Ir solt im morgen in dem conventt mesz sprechen und durch sein seel almüsen 35 thün, so happt yr sein gepett erfült.' Das geschach also. Die vorsprechen sind auch in der pen der wüchrer, die nyenian mit Ion erfüllen mag, und nämlich die disz unrecht beschirmen und das recht drucken. 10. gegelegt, das erste ge am Zeilenende. 37. disz die. V, 46- V, 48. 355 Das XLVj c&pitel. Von dem tod ains legisten und Juristen in Saxen. Mir hatt gesagt ain priester das in seinem haimat ain Jurist gestorben sey, in des hals kain zungen funden wart, und ez was pilleich das er sein zungen totter verlos, die er offt lebend umb gelt verkaufft hett. Ich gedenck auch ains sprich 5 worts von den solichen Juristen, das man gemainklich spricht. Zu ainer zeitt was ain sterben, da starben gar vil edler lewtt und ettlich Juristen mit in; da sprach ain erber priester: 'Ey, wie wol thün die edeln das sy ir Juristen und forsprechen mit in fürn, wann sy bedürffen ir gar wol.' Novicius: Bei Gott kain hilff, ratt noch weishait wider in ist. 10 Monachus: Zu der zeit als Gott sein gericht hatt und die pücher auff gethan werden, so mag kain Jurist weder für sich selb noch ander lewtt kain falsch capitel zaigen noch melden, es sey in gaistlichen oder weltlichen puchern. Das sey gesagt von den geittigen wüchrern. Nwn wil ich von den pösen untre wen auch ettlich exempel sagen. 15 Das XLVIj capitel. Von ainem pawrn, der an seinem end glüenden stain sach ob seinem haupt hangen, damit der untreulich than hett. [219 r ] In dem stifft von Köln da was ain paur, da er nahet seinem end, da sach er ain grossen fewrein stain ob seinem haupt in den lüfften hangen, 20 von des hicz ward der arm vast swiczen, da schray er mit grausam!icher stimm: 'We, We! Der fewrein stain, der ob meinem haupt swebt, der wil mich gancz verprennen!' Besantt wart ain priester, er tett sein peicht, ez halff aber gar nichts. Der priester sprach: 'Gedenck ob du yeman mit dem stain gelaidigst oder be- schedigt habst.' Zu dem wortt viel er in sein gewissen und sprach: 'Ich gedenck 25 das ich disen stain umb grub und mein acker da mit erweittert hab.' Da sprach der priester: 'Das ist des ursach und schuM.' Da versprach er gnüg zu thün, von stund ward er erledigt. Das XLVIIj capitel. Von aim paum, dem der tewffel ain glüenden pfall in sein hals 30 stossen wolt. Des gleichen geschach daselbst ainem pawrn. Da der am tod pett lag, da troett im der tewffel mit ainem fewrin pf all, den er wolt im in sein hals stossen. 1. steht am Bande links. ca - 5. Nach hett lat.: [Novicius: Simile dixisse te recolo do Hemico Ratione in distinctione sexta capitulo vicesimo octavo. Monachus: (fehlt I)] Recordor nunc . . . 10. hilff kain; lat. (/) : Non ibi valebit Ratio; vgl. Anm. Z. 5. 13. danit, vielleicht auch dauit, hett ist unter dein Zeilenende nachgetragen. 23* 356 V, 48 -V, 50. Er west die schuld wol, und wo er sich kertt, so sach er allzeitt den tewfel mit aim glüenden pfall vor im. Den selben pfall hett er seinem nach pawrn diepplich auszogen und gestoln. In solichen sein nötten sant er sein frewnd zu dem pawrn und gab wider den pfal und tett in pitten das er im die missetatt vergab. Er sprach 5 sprach: 'Ich wil ims nit vergeben, lat des weibs kintt noch pas pewngen.' Der tewffel laidigt in als vor, er santt ander potten, aber sy erlangten im kain ablassung. Zu dem dritten mal santt er potten zu im, die waintten hayssz und sprachen: 'Der arm mag weder sterben noch leben, vergib im die schuld umb Gots willen.' Da sprach er: 'Ich pin nwn wol gerochen, ich vergib ims alles durch 10 Gott.' Von dem selben wortt verswantt als des pössen te^vfels gespöns. Aus den beyspiln mag man mercken und erkennen das Gott die pen und martter der sünd misstett und wigt nach ir gleichnüsz und ebenpild. Nun hör und merck von den reychen und hochfertigen, das dich und gleichen trösten wirbt und ergeczen. 15 Das XLVIIIj capitel. Von aim priester, der auff stund und sagt das er verdamppt war. [219°] In dem küngreich zu Franckreich, da was ain reicher, edler und machtiger priester, die zway machen vil grosser swnd und Übels. Da der am end auff die par gelegt ward, da rieht er sich auff vor allem volck und sprach, 20 das ez mäniklich hörtt: 'Der recht richter hatt recht gericht: Den verrichten hat er rechtlich verdampt, den verdampten hat er geben in die hend der posen tewffel.' Da er das gesprach, da sanck er wider und fwr von der rew zu der ewigen pein. Das L capitel. 25 Von aim priester, der an den zügen daz hellisch horw hört er- schellen und plasen. Ain ander priester ward offt von seinen frewnden gemant das er peichtet und da man im pracht das sacrament, des wolt er nit, da kertt er sich zw der wantt und sprach also: 'Man plast das herhorn in der hell, ich wil von hynnen.' 30 Also verschyed er und wo'.gi dem hellischen hörn. Novicius: Hast Gott so ser reichtum und hochfart, so main ich das er , vast kestig die hochfertigen menschen. Monachus: Ja, pys an zweifei, Gott hast die sünd gar vast in allen menschen, als ich dann newlich von ainem münch gehört hab. 5. peinigen. 15. capitel fehlt. VIIIj ist über den Band hinausgeschrieben. 17. lat. : nobilis et dives, quae duo [so. vitia] . . . 25. hört. 27. ward fehlt. 30. voglt. 33. pys] y aus u korrigiert. V, Öl-V, 03. 357 Das Lj capitel. Von dem tod graffen zu Fulcken, der durch swern und schelten getöd wart. Der graff von Fulcken het vil seins lanndes verlorn, und da er es alles wider gewan, nämlich das leczt geschlos, da tett er ain solichen Gots swür und sprach: 5 'Gott well oder enwell, so hab ich mein land wider.' Von stund viel er von seinem Pferd, darauf! er sas, und gewan jämerlich wee und smerczen, und da in sein diener auff gehwben, da viel er zum andern mal und mwsst leyden pwsz umb solich Scheltwort. Man fürt in haim zu seinem haws, da gewan er grosz leyden an henden und füssen und wolt nit peichten; er verschyed in den vier manett 10 jamerlichen. Das sey gesagt von dem Gots sweren. Was aber marter den raubern beraytt sey in der tyeffen hell, das beweist ains raubers tod. Das LI] capitel. Von dem tod ains ritters, der verzweifelt. 15 Zw der zeitt da künig Philipp der Keiner veintt was von kimig Otten wegen, da raupt ain ritter ettlich gütt. Der selb hett gar vil ubels gethan und da er sterben [220 r ] solt, da was im der tewffel gar gehass und tett im vil an- fechtung; er wart gar vast playch und zittern und sprach zu seinen umbstenden: 'Gebt mir ain swertt, das ich den hyn jag der mich so vast laidigt und betrübt, 20 er ist gar ain grosser, graussamlicher, swarczer man.' Sy sprachen zu im: Wir sehen nyemant, rüff an Gott, den allmächtigen.' Der arm was verzweifelt und sprach:"'Was möcht ez mir nichts nwcz sein oder frwmen prmgen das ich in yecz aller erst an rüffett V Sy spräche«: 'Es ist der grosz helffend und vil nuoz pringen.' Da sprach er: 'Herre Gott, magst du, so hilff mir. Doch furcht ich 25 das sölich an rwffen im klain hilff gethan habe. Das LIIj capitel. Von aim knecht, der hett sych pischoff genantt, den zwen hünd zer ryssen. Zw der selben zeitt kam ain knecht zu ainer menig der rauber, die man 30 ain rott hyess, und er nantt sich iren pischoff und saczt im auff am imffei und vergab sein gesellen ir sund. Zu ainem tag in angesicht seiner gesellen zerryssen und dötten in zwen hund, da galt er das gespött, das er dem heyhgen sacrament hett angelegt. ' _______________________ 1. ca. ist über den Band geschrieben. 16. von] on ist über Basur geschrieben. 20. mtinch. 24. sprach. 33. in zwen hünd fehlt; lat. : duos canes Dominus ei immmt, a qwbns totus la- ceratus et extinctus . . . 358 V, 53- V, 55. Seyd gewonlich nach rawb tottslag gett, so wil ich dir ettliche jämerliohe ding sagen von dem tod der rauber. Das LIIIj c&i>ile/. Von dem tod hern Wernharts, der sein swester man tottet. 5 Es was ain purger zu Münster, der starb und lyesz grosz reichtüm ahn ainigen sün, der selb lept gar unbeschaidenleich mit unkewsch und andern sünden und verzert sein gwtt alles in den tavern. Er verkaufft sein haws seiner swester man und verzerten das gelt in kurezen zeitten. In zwang notturfft und armütt das er wider zu im kam, am ersten hyelt in sein swester man werd und schon, 10 darnach nachlässiklich, da ward er zornig und fordert wider das haws und sprach er war betrogen, ye doch mocht er von im weder mit recht noch tro nichcz erlangen. Er schlag in zu tod mit einem beyhellund floch in die kirchen und schray die priesterschafft: 'O, lieben herren, beschirmt ewr freyhaytt!' Das detten die priester. Dar inn want er lang; da kam zu im seiner zechgesellen ainer und 15 sprach: 'Gee aus, Bernhartt, man schenckt den pesten wein in der tabern.' Er gieng im nach, da ward er [220'] von stund gefangen. Man fragt in warumb er von der kirchen gangen war, er sprach: 'Mich prantt so vast das flecz an mein fwsz das ich nit lenger beleyben mocht.' Man legt in auff ain rad; die schwier kamen zu im des morgens, wann er was auch gelertt, und sprachen: 'Bernhartt, 20 lebst du noch V Er sprach: 'Ich leb noch,' und sprach: 'Ich hab in diser nacht das gancz velt voller tewffel gesehen.' Doch hörtten sy nye kain rew wortt von im. Das LV capitel. Von den schachern, die zu Köln geredert wurden. 25 Zw ainer zeitt wurden zu Köln drey morder auff die rad gelegt. Nwn wil ich von aim sagen, der hewtt leppt, das ich von im gehörtt hab. Er wartt gefragt zw welcher stund sein gesellen verschayden warn: 'In diser nacht, da der starb der nächst bey mir ligt, da was alles velt voller rappen und krawen'. Da verstunden wir das ez tewffeln warn, die seiner seel wartten detten. Auch der 30 arm, der noch leppt, der hett laider kain rew noch andacht, dar aus ist wol zw verstend das die menschen die übel leben gar offt gar übel sterben, wann sy sein un wertt der parmherezikait Gottes hye und dortt ewiklich. Wie gar ain grosz sünd sej' plüt zw vergyessen und irrung und krieg zu machen, das beweist diez exempel. 2. von] vnd; lat.: de morte. 3. cap. 7. alles] aus als korrigiert 16. vor man gestrichen warn. V, 56 -V, 57. 359 Das LVj capitel. Von den pawrn, die in dem grab mit ain ander grossen krieg hetten. In dem stifft zu Köln hetten zway geschlächt der paurn tödlich feintschafft zu samen Sy hetten zwen hauppt man, das warn gar hoffertig pawrn, die 5 machten zu allen zeitten newe gewerer und lyessen kain fryd werden. Nwn geschach von Gottes Verheugen das sy payd auff ain tag stürben. Sy warn aus ainer pfarre und wurden in ain grab gelegt; da wolt Gott erzaigen wiegrosz sünd ist zwitracht zw machen. Da geschach ain grosz wunder, das alle die da warn, das sahen und hörten: Ir leypp leerten zusamen die ruck, und slugen an 10 ain ander mit dem hauppt und füssen und zabelten so ungestumlich als ob ez wilde pferd tetten. Sy zwgen von stund ain heraus und gruben in hm dan in ander grab. Da das sahen die veind, die machten zwischen in fryd und swn. Novicius: Ich schäcz das yr seel in der hell grosz krieg und zanck ge- habt haben. [22V] Monachus: Da von ist nit zu zweifeln. Novicius: Seid Gott in weltlichen mensch also strafft krieg, zang, zorn und zwitrachtt, so main ich das solich sünd vil höher gestrafft werd m den kloster lewtten. • ., , Q „ Monachus: Das wil ich dir sagen mit ainem beyspil und exempel. Das LVIj capitel. Von ainem gaben tod ains convers, der zwitracht erhaben hett in seinem conventt. In ainem haws unnsers ordens, da ward ain gebaw gemacht zu notturfft der münch. Das sach ain convers, dem myesz viel der baw, wann der tewfel 25 hatt sein hercz an züntt; er trüg in ettlich und verpand sych mit in das man den paw prechen und wenden solt. Da sy kamen mit iren werekzugen für den conventt der münich. da fyel nyder der anheber solicher ding und verschyed g&ch- Ung. Da das die andern ersahen, sy forchten in gar ser und komen mit grosser diemwt zu den füssen irs appt fallend und peichten ir sünd, von dem sy erlangten 80 pwsz. Und der leib des totten ward an das feit begraben als ain esel. Darnach Patten für in all ander prwder, da erlangt der appt in ainem gemain capitel das sy in wider in den freythoff grüben, ob es aber geschach oder nit, das wais ich nit. Ich wil dir nw etliche peyspil sagen von der snöden sund der unkewsch, das solten pillichen all unkewschen hartt erschrecken. 35 6. lyessen fryd werden, lai. : nullam fieri pacem permittentes. 7. von] vo ist übergeschrieben. 27. werck] am Ende en gestrichen. 360 V, 58-V, 60. Das LVIIj capitel. Von dem tod ains korherren, der ain geweicht klosterfrauerr entteret und benam iren mayttumm. ZwUtricht hat mir gesagt ain korherr da selbst da ist gestorben ain priester, ■> der hett ainer gewei/ten klosterfrauen ir er genomen. Da wolt Gott erzaigen das swär übel ist sein gemahel enttern, da geschach an sein gemachten ain solich zaichen, das ich vor schäm nit nennen wil, das pillich alle die hortten, erschrecken solten. Ich wil das zaichen nit offen vor schäm der frauen, die das lesen möchten etc. 10 Das L1X capitel. Von dem tod ainer diern, in der grab die hwnd an ain ander vast pissen. In dem stifft Köln ist ain mayd oder diern begraben, die vast unstätt und unkewsch was. Zu ainer nacht ward sy verzuckt und kam ir gaist fwr das gericht 15 [22F] Jhesu Christi. Da sach sy all umb gar unzalber heyligen, da wurden die seel zwischen in gefürt; aine ward zw frewd und eren in die glori Gots getailt, die andern in ewige pein. Da die arm diern das ersach, sy reckt auff ir hend und patt umb gnad den richter. Der richter erparmt sich über sy und sprach: 'Was pirtest du mich ? Gib mir deinn minsten vinger, so gib ich dir mein payd hend', 20 als ob er sprach: 'Gib mir ain püszwärtig leben und pesser dich, so wil ich dir geben mein gnad.' Da erwacht sy und sagt sy das gesicht ainer gaistlichen frawen, die sprach: 'O, dw arme sünderin, pesser dein leben, Gott hatt dich gnüg gewarnet.' Sy forcht ir vast, aber die vorcht vergieng pald. Und da sy wider in die sünd viel, da komen gaysei sieg nach der warnung, wann nach grosser kran- 25 chait, da sy gestarb und erst verschyed, da komen zwen grosz rwden und pissen an ain ander vor dem haws so grausamlich das all hünd zw lieffen in ir haws und zerrissen ir leinwatt ob ye zw klainen hadern in flecklein. Die pawrn mochten die hund kawm aus dem haws pringen. Da nwn der leib begraben wart, da kamen die hwnd auff ir grab und detten als vor. Ich main das yr seel wenig 30 rw oder rest gehappt hab, als dann vil lewtt axisgelegt haben. Und soliche unkewsche weib die tryben zu stünden zauberey, das man sy dester pölder/ie&hab. Wider die grossen sünd wil ich dir auch sagen ain exempell. Das LX capitel. Von ainer zaubrerin, die der tewfel hin fürtt und die nit 35 wider kam. In dem styfft zw Wtricht da was ain arme sünderin, die saczt yr füsz in ain peck und spranck daraus rückling und sprach also: 'Hye spring ich von 5. geweilte. 13. vor vast gestrichen vnst. 18. gnad umb den richter. 19. pistest. 31. stünden] t ist hineinkorrigiert. 32. lieb] lal.: ut vehementius possint amaii. V, GO-V, 62. ^61 dem ge walt Gots in den gewalt des tewffels.' Da nam sy der te^ffel von stund an und fürt sy durch die lwfft, das ez mäniklich in dem selben dorff sach, also ist sv hewt nit wider körnen. ... Novicius: Ich wolt gern wissen, als ettlich sprechen der tod sein am Person. Monachus: Dysem mär volgen die tawben Juden, die sprechen es sey ain enge!, der selb hab gewalt alle menschen zu tötten, dar umb das aller erst geporne in Egippten gedött wurden. Da von wil ich dir gar [222 ] am wunderlich ding sagen. Das LXj capitel. 10 Von ainer frauen am todpett, von der der tod gieng und lyeff an ain priester, der pey ir stund. Als ich für war gehört hab, so ward ain fraw in dem styfft zu Köln gar syech, und da sy zu den leczten zügen gryff, da stunden umb sy vil erber frawen die detten sy segen in das heylig 611. Nach dem sprach sy zw irer nyfel: Furcht 15 dir nit, ich wird yecz nit sterben, wann ich hab den tod sehen von mir geen und in den priester schlyeffen', den zaigt sy mit irem vinger. Da geschach am gross wunder: An der selben stund wart die fraw besser und der priester syech und starb an dem VIIj tag. Novicius: In was gestalt hatt sy den tod gesehen? 20 Monachus: Ich wais sein nit, wilt dw aber hörn des tods gestalt, so merck das ich dir yecz sagen will. Das LXIj capitel. Von aim küntter, das in ainer frauen gestalt zwaier herren haws- folck ertottet. 2a In dem styfft zw Köln sassen zwen ritter in ainem dorff. Zu ainer nacht, da der ain über mer was, da fwrt ain mayd seine kind vor dem schlaff in den hoff zu ir natur notturfft. Da erschain in ain weiblich pild mit gar plaichem angesicht in weyssen klaydern und sach zw in über ain zawn. Da die gestalt nicht redet, die diern erschrack, da kert sich das kuntter umb und sach über den zawn 30 in des anndern ritters hoff. Darnach gieng ez in den freythoff, von dannen ez ausgangen was. Nach kurczen tagen starben die ritter payd. Darnach ire kind, darnach die mütter und diern, von der vor gesagt ist. Des zewg ist der erber geistlich mann, unnser prior._______________________________________ " 10. Hier ist Kapitel LXI des lateinischen Textes ausgelassen das dem Kapitel LVlIj des Inhaltsverzeichnisses entspricht (vgl. oben S. 318). D,e Zahlung des deutschen Textes ist von hier ab um ein Kapitel hinter dem lateinischen zurück. 18. vor stund gestrichen statt, besser] e aus o korrigiert. 32. aus ist übergeschrieben. 362 V, 63 -V, 64. Das LXIIj capitel. Von ainem wunder, das zu Bunn aus ainem grab schloff und in ain anders in senckt. Des gleichen ist geschehen in der kirchen zw Bunn zu ainer zeitt nach 5 vesper, da die schwier iren schymppf hetten auff dem freithoff, als sich nacht und tag schaiden wolt, da sahen sy von ainem grab, dar in man die korherren legt, ain gestalt ains menschen schlyffen, die gieng über ettliche grab. Darnach in kurezer zeitt wart ain korherr in dasselb grab begraben; darnach begrwb man gar pald ain andern korherren in das grab, da das [222"] tyer ingeschloffen was. 10 Her Cristian, unnser munch, hat das gesicht gesehen, wann er dar bey was. Novicius: Was nwn die ding alle sind,so sein die sälig die Gott wachend vind etc. Monachus: Von des worts wegen wil ich dir sagen das ich gehörtt hab. Das LXIlIj und das leezt capitel. 15 Von ainem münch, der nider sanck und starb, da man das ewangely lasz: 'Wacht' etc. Zw ainer zeitt im Elsacz, in ainem kloster unnsers ordens, lasz ain dyaken das ewangely: 'Wacht, wann ir wist nit wenn' etc., und da er die wortt gelesen hett, da viel ain münch in dem kor nyder und versehyed. Zw hantt da forchten 20 sych alle die disz wort und ir grossz krafft hörtten und sahen. Darumb, mein aller liebster prüder, so wir nit wissen zw welcher stund unnser herr kumppt, sollen wir wachen in rechtem,glitten gelauben und glitten wereken, wann dann der herr kumppt und an klopfft mit dem tod, das wir im pald mit freüden und jubeln auff tünd, das verleich uns Jhesus Christus, unnser herr, 25 der mit Gott dem vatter und mit dem heyligen geist leppt und herscht durch ungeentte zeitt der zeitt. Amen. Hye hatt end die aindlefft underschayd: Von den sterbenden menschen. 8. begraben] das erste h aus v korrigiert. 10. das] s ist undeutlich, wie die Abbreviatur ü. 11. Luc. 12, 37. 22. nach kumppt gestrichen: vnd an kloppft mit dem tod das wir im pald. sollen] das zweite 1 aus e korrigiert. 27. vor Hye gestrichen Die. Capitula von Teil VI. 363 "je heben sich an die capittel der zwelfften imderschayd von den glori der gütten und pein der posen. Das erst capitel, von der pein der pösen und glori der gütten. Das ander, von der pein hern Ludwigs lantgrafen. Das dritt, von der pein ains fürsten in tewschen landen. 5 Das vierd ca., von aim priester des leib der tewffel bewegt an sei. Das fünfft, von graff Wilhalms pein. Das sechst, von der pein ains ppfarrers, des pfarr lewtt sein seilen in ain dyepp loch verjagten. Das VIj capi., von der pen des schwlthaissen von Culmer, der ver- 10 senckt ward in der fewrin perg Fulcanum. Das VII j capi., von aim schwlthayssen, der in die selb höll versendet ward etc. Das IX capitel, von hern Prvvn, der auch in die höll versenckt ward. Das X cap., von der pein ains der in die heel geschenckt ward. 15 Das Xj cap., von aim ritter, der sich enport in der par etc. [223 r ] Das zwelfft capitel, von dem techant, den der kunig lwd in den perg Gyber. Das XIIj cap., von der pen des herezogen von Ceringen. Das XIIIj cap., von der pein des ritters von Kellen. 20 Das XV capit., von aim,der nach dem tod vil lewtten erschain sichtik- lichen. Das XVj capitel, von der totten turnay. Das XVIj ca., von hern Walthern. Das XVIIj cap., von aim ritter, der nach seinem tod sein sün kroten 25 und natern an die tür hyeng an visch statt. Das XIX capi., von dem ritter, der seinem weib erschain und sagt das im alle almusen nit nuez warn. Das XX ca., von der pein ainer pfäifin, die der tewfel jagt. 8. gesellen. — lal.: animani. 14. ward ist über dem Zeilenende nachgetragen. 18. perg Gyber ist über dem Zeilenende nachgetragen. 20—21. sichtiklichen] ist über dem Zeilenende nachgetragen. 364 Capilula von Teil VI. Das XX j ca., von ainer klosterfrauen die ?r kintt ertöd hett und das glüend am arm umb trüg. Das XXI j ca., von Jordan, dem cardinal. Das XXIIj ca., von aim der zu der hellischen pen gefürt ward. 5 Das XXIII j ca., von dem fegfewr ains wüchrers. Das XXV cap., von dem fegfewr des priors von Clarnfalle, Schöntall. Das XXV j capitel, von der pein Marien, der chlosterfrauen. Das XXVIj ca., von dem fegfewr ainer zaubrerin. Das XXVIIj ca., von ainem münch, der seinen gesellen erschain und 10 sprach: 'Ich maintt nit das unnser herre so haffttig war.' Das XXIX ca., von dem schülmaister, der die tafel klopfet. Das XXX cap., von aim Saxsen, der dem appt erschain. Das XXX j ca., von dem fegfewr ains appts, der ungern arbaitt. Das XXXIj capitel, von dem totten, der almüsen höher schäczt 15 dann petten. Das XXXII j, von aim totten, der dreier mesz begert in unsern orden etcetera. Das XXXIIIj, von dem fegfewr Christiani, des münchs. Das XXXV ca., von der pen ainer chlosterfrauen, der sant Bernau hartt bey stund. Das XXXVj ca., von der pein fraw Margreten. Das XXXVIj ca., von der pein hern Wilhalms. Das XXXVIIj, von sant Patrien fegfewr. Das XXXVIIIj, von aim münch, der in das selb fegfewr en wolt. 25 Das XL ca., von der pen des appts von Chor bey. Das XXXXj capi.,von der pein ains essens und trinckens. Das XLIj capi., von der pen ains pilgrein aus der Schlananey. Das XLIIj capitel, von den glori ainer apptessin. Das XLIIIj cap., von ainer chlosterfrauen und dem rock Davit. 30 Das XLIIIIj ca., von der glori ains münchs des seel als ain pfeil fwr für die äugen Gots etc. [223"] Das XLVj ca., von aim schüler, des seel in ainer tauben weys zw Gott kam etc. Das XLVIj ca., von der hantt ains schreybers. 35 Das XLVIIj ca., von dem gesmack maister Peters. 1. er. 15. dann petten ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 19—20. statt Bernhartt unten S. 3S6, 29 und im lateinischen Text, Benedictus. 24. en wolt ist über dem Zeilenende nachgetragen. 25. Das XL ca. usw. ist in den freien liaum nach Z. 20 stund eingefügt und durch Verweisungszeichen an die richtige Stelle gebracht. 27. Tat. : propter selaviniam [deckmanlel] peregrini. Capitula von Teil VI. VI, 1. 365 Das XLIX cap., von dem prediger des ordens premonstratysz Das L capi., von dem purger,in des pain geschriben was:'Ave Maria etcetera. , . , , . Das Lj capitel,vonaimconvers,dersprachdasamtodarnswarstain ^ sein hercz hertiklichen druckt. Das LIj capitel, von dem tod Nicolay und Günthers. Das LIIj capitel, von dem convers, der sprach das der grab orden die höchsten er hett in dem hymel. Das LIIIj capitel, von den füssen ains maisters. Das LIIIIj ca., von aimmanch, der sein äugen in der sunnenscherpfft. 10 Das LVj cap., von der gnad der er weiten. Das LVli cap., von aim chreucziger. Das LVIIj capitel, von der kewschen magt Maria, dise erwarb umb iren sün Jhesum Christum das der engel nit zwir pwsaunett. Das LVIIIj, von dem Jerusalem und von der grossen ern der 1, heyligen etc. Das erst capitel. Von der pein der totten. Als die aindlifft stund den tag naygt zu der sunnen underganck also verslewst und verendt die zwelifft stund den ganczen tag. Darumb ist wol zw schreiben in der zwelfftten underschayd von dem Ion der totten wann wer ain tag zu end gewürdet und gearbaytt hatt im Weingarten, dem gibt man sem Ion. Aim veglichen menschen ist sein tag sein leben, darumb sol er leyssiklich betrachten wie er arbaytt in der christenlichen kirchen. Der tag ^^ttlic h eni lang, etlichem kurcz, etlichem liecht und schön, etlichem trwb und dunckel 25 etlichem sind sein tag winterig als den syechen und den betrübten, etthchen sind ir tag sumerig, als den die in lwst leben, ertlichen sind sy glenczisz als den die in der jugent plwen, ettlichen sind sy herbstysz, als den die zw giitter allter komen sind und nwn sych naygen zu dem rechten zeittigen allter. Es sind zwo stet* ewiklich beraytt, darin man [224*] belontt die arbaytt die man in dem tag volpracht hatt, das ist der hymel und die hell. In dem hymel ist der Ion der gütten, in der hell der Ion der pösen. Sunder von den spricht der nchter. 'Am end der weit kumpt ir gesegneten meins vatters' etc. \on den andern: 4. Das Lj capitel] Zuerst war LIj geschrieben, dann wurde da, j gestrichen. das ist, übergeschrieben. , , , Tr . . , 9. Kapitel LIIIj ist erst nach LVIIIj geschrieben und. durch Verweisungszeichen an die richtige Stelle gebracht. 10. scherpfft] «6er dem Zeilenende nachgetragen. 29. allter] e aus a korrigiert. zwo] o ist ganz klem angefügt. 33. Matth. 25, 34. 366 VI, J-VI, 2. 'Geet ir verfluchten in das ewig fewr.' Wie grosz und vil der Ion der gütten sey, das berürt Jeremias kurczleich und spricht: 'Das aug mag die freüd nit gesehen' etcetera. Von der pein der hell sind nämlich newn tayl, Pernhardus: schnee, nacht, würm, flam, band, aytter, gestanck und graw, die newn pein 5 haben nymmer end noch auff hörn. Es ist noch die dritt statt, dar in man die erweiten rainigt, und hayst das fegfewr, die stat wevt nwr pys zu dem jüngsten gericht. Was aber sey die künfftig glori der gütten und die jämerleich pein der pösen und mit was hylff man mag zu trost komen den die dann sein in dem fegfewr, und ob du das nit gancz versten magst, wann es ist unmüglich, yedoch 10 so vindest dw des gar vill in disen nach geschriben exempeln. Novicius: Sag mir am ersten von der marter und pein der pösen, darnach die glori und freüd der gütten, das sich unnser red mit freüden end. Monachus: Wie vil der pein und marter sey der bwttrer, der eebrecher, der hoffertige», die dann ir sünd nit berewtt und peicht haben, als ich dann ge- 15 hörtt hab von den geistlichen mannen, das will ich dir mit ettlichen exempeln offenbaren. Das II capi/e/. Von der pein lantgraff Lwdwigz. Lwdwig, der lanttgraff, was gar ain grosser tyrann und wütrich. Da 20 er sterben wolt, da gepott er sein frewnden also: 'So pald ich ge starb, so tütt mir an ain kwtten des graben ordens und hwtt euch mit allem fleysz das ir das nit d\frtt, die weil ich leb.' Sy war«, gehorsam, er starbtt, und die kwtt ward im angelegt. Das ersach ain ritter, der sprach zu der andern ritterschafft gar spöttlich: 'Wärlich, es ist kain münch meinem herren gleich in aller zücht und 25 gehorsam. Da er ritter was, da was nyeman sein gleich in ritterschafft, nwn ist worden ain münch und tregt allen münchen die 1er und regel vor. Nwn schawt wie styll sweygt er, er rett nit ain wortt etc.' Sein sei wart von stund ge ant- wurtt, als dann aim warlich fürkam, wann ain [224 r ] tewffel sas auff dem loch der grimmigen hellen, der grwst den lantgraffen also: 'Wilkomen sey unnser 30 liebster frewnd. Geet pald und fürtt in in unnser pallas, in unser keller und pringt in dann wider zu mir.' Da er wider kam, da sprach der tewfflisch fwrst zu dem lantgrafen: '0 lieber frewnt, trinck von meinem trinckvas.' Da wartt er genött zu trincken, von stund schlügen im die swebellischen flamen zu äuge, oren, nasen und münd aus. Dar nach warff er in in die tyeff der grausamlichen 35 hell, die dann kain gruntt hatt. In der selben hell sach in ain priester, der zu den pein gefürt ward etc. 1. Matth. 25, 41. 2. Jesaias 64, 4. 3. lat. : Pix, nix, nox, vermis, flagra, vincula, pus, pudor, horrox (Vers). 7. vor gericht gestrickten tag. 14. hoffertige. 10. cap. 22. ward. VI, 3-VI, -5. 367 Das II j capitel. Von der pein ains fürsten ans deüschen landen. Es starb ain fürst in clewschen lannden. Nwn was ain priester, dem hett er vil gi\ts gethan, der pettet tag und nacht für in und umb sein seel. Da er wfcn strenglich pett, da hörtt er ain stymm also lauttend: 'War umb hast du 5 solich arbaytt umb ain verdampten ? Wann dein petten und gütte werck sind im gar nichcz nwcz, dar umb hör auff zu pitten. Wann ain gancz jar, ee er vergraben ward, was sein seel von seinem leib, den selben leyb bewegt ain tewffel an der seel statt. Nwn so lang er geleppt hatt, so hatt er nye kainer forcht Gots gepf legen.' 10 Novicius: Ich maintt das chain leib an seel essen, trincken oder schlaffen möcht, noch begert an die seil. Monachus: Des gleichen lysst man auch in dem leben sant Patricy, der Hybernen pischoff, von aim menschen, den sein wagen erslwg, da wuntt der tewffel in seinem leyb vil jar, und da der tewffel aus dem leib fwr, da zer 15 viel der leib zw eytelm aschen und pulver. und von aim priester, des leib auch der tewffel bewegt sunder die seel. Das III j capitel. Von aim priester, des leib auch der tewffel bewegt sunder die seel. Es was ain priester, der hett als ain süsse stymm, wer die hörtt, der schäczt 20 es zw sunderm wolhist. Zw ainer zeitt kam ain gaistlicher man und hört sein gedön, da sprach er: 'Die stymm ist nit ains menschen stimm, sunder ains tewffels.' Da beswor er den tewffel, der fwr aus, der leib lag tod, fawll und gar vast stinckend. Da erschain das er was gewesen ain trügnüsz. Novicius: Ich zweifei nit die tewffel peinigen die seel in der hell, der 25 leib sey hye, solich gewalt haben zw spotten. Monachus: Du redest recht. Nw [225 r ] wil ich dir sagen die pein der tyrannen und wuttreich. Das fünfft capitell. Von der pein graff Wilhalms. 30 In dem land zw Bxxrm was ain ritter, der unnsern orden vast dienstlich was. Und da er zu ainem tag vast kranck lag und allain was, da erschain im 1. sieht am Rande links. eap. 7. er ist übergeschrieben. 12. noch] o aus a korrigiert. 14. tat.: qui aurigam []]. eius oceidit. 16. lat. : Item siinile audivi . . . 17. bewegt] b aus p korrigiert. 29. Die Zeile war weggelassen und wurde dann über die oberste Zeile der Seite gesetzt. 31. Bund. 368 VI, 5. der tewffel sichtikleich und stund bey seinen füssen in aines äffen gestalt und hett gayszhorn. Da er in ersach, da erschrack er und sprach: 'Wer pist oder was suchst dw ?' Das kuntter sprach: 'Ich pin der tewffel und körnen dein seel hyn zufürn.' Der ritter sprach: Fleuch von mir, du untrewer, ich hab sy be- 5 volhen Jhesu Christo.' Da sprach der tewffel: 'Walther, wilt du mir manschafft thün, so wil ich dich gesund machen und wil dich reichen über all dein geslächt und deins genossen.' Da sprach der ritter: 'Wo nemest du den schacz und das gütt V Der tewfel sprach: 'Pey deinem hoff sind gar vil grosser schacz verporgen.' Da sprach der ritter: 'Sag mir wa ist die seil meins herren, graff Wilhalms, 10 der newlich gestorben ist?' Der tewffel sprach: 'Auff mein trew und ayd, ich sag dir: Ob yeman an die statt, da er ist, würff den höchsten perg, der under dem hymel ist, ee das er zw gründ kam, er war gancz ver smelczen.' Und da er das gesprach, da lacht und kacht und sprach mer: 'Doch so ist die hycz law und milich semfft gegen der hycz, die er haben wirt nach dem jüngsten tag.' Er 15 fragt in von der seil des graffen von Seiner, er sprach: 'Wärlich, wir haben sy.' Er fragt auch umb sein vatter, der tewffel antwurt: 'Wir haben in gehabt ains und zwainczig jar, aber ain &iv&uak und ain kaier, lawsiger die haben sein seil uns entpfrömdt und enzogen.' Die amawcken maint er sein hausfrawe, die mit wain umb sein seel ain awg verlorn hett, den kaln maint er sein sün, der unnser 20 münich ist, der gar vil umb sein seil gearbait hett. Er fragt in von seinem prüder Lamperten, der tewfel sprach: 'Als wir in umbgeben hettew das er uns nicht enpfliehen möcht, da wart er unsz verzwgt.' Der ritter sprach: 'Von wannen pist dw her zu mir komen V Er sprach: 'Ich und mein gesellen warn pey dem tod ainer apptessin swarcz Ordens und warten ir seel.' Der ritter sprach: 'Wie 25 vil was ewr?' Der tewfel sprach: 'Der grösst walt in der weit hatt inn mayen nit so vil lobs an allen esten.' [225 r ] Da sprach er: 'Was hapt ir erlangt V 'We! we!' sprach der tewffel, 'sy was gar ain geistliche fraw, da kam Michel der ercz engel mit ainem eysen kolben und slwg in uns und ver jagt uns all. Also wurden wir zersträtt als der staub, den der wint zerwätt.' 30 Novicius: Sind so vil tewrfel komen zu aines menschen tod, so mwsz von nott vil tewfel sein, wann doch in der weitten weit all tag lewtt sterben. Monachus: Wie wol die pösen geist also sind in ainer statt und nit in der andern, doch so ist er brauchsam und subtil in seiner natur das er in ainem äugenplick durch vil end der erden komen mag, und sy ligen den gütten 13. lat. : Ardor iste balneum lacteum ei est. 15. vor seil gestrichen hell. lat. : Requisitus de anima . . ., respondit 17. an vanck. die] i aus e korrigiert. 18. amanken. 20. hett] e aus a korrigiert. 21. war. hette. vor nicht gestrichen e. 23. her] Zuerst war her', also herr geschrieben; dann wurde ' gestrichen. 29. Nach Psalm 1, 4. VI, 5. 369 an irem sterben mer an zu landen dann den pösen, wann sy sind gewys das in die pösen nit enttrinnen . . . Der tewfel wart auch gefragt ob er war pey dem tod hern Gerlachs, unnsers appts, da sprach er: 'Es sind nit so vil sannt und gryes an den gestatten des meres. Doch so haben wir all gar wenig da erlangt, wann die snöden münch grynen als die swein und lyessen uns nyndert hyn zw, wann 5 sy haben ain mürmellhaws,' da maint der tewffel das capitel, 'dar in verbergen sy uns was sy ye pösz und Übels gethan haben.' Da sprach der ritter: 'Wie ge- torst du zw dem end ains solichen pyderben, heyligen mans körnen V Da sprach er: 'Ich was gegenwurtig da Gots sün sein end nam und sein gaist auff gab und sas auff dem arm des chreücz.' Da der lay das sagt, da bewegten mich disew 10 wort vast die ding alle zw glauben. Er rett gar vil mit dem tewffel, das sagt er vil leütten, als er gesund ward. Wilt dw nwn hörn die pen und marter des vorgenantten graff Wilhalms ? Novicius sprach: 'Ja'. Monachus: Er fwr von Köln und bevand wee an seinem herczen, da 15 sprach er: 'We mir, wann ich hynfwr Köln nymmermer gesich.' Man legt in auff die erd, der arczt versagt im sein leben und sprach der tod war nahentt. Er sprach: 'Ich ratt dir das dw dein schlaffweib zu der ee nemest.' Der graff wolt nit. Darnach patt er in umb ain ritter, den er lang hett gefangen, er sprach: 'Nayn, er kumpt nit aus, die weyl ich leb.' Da sprach der arczt: 'So wirt er vor -20 morgen ledig, wann dw wirst heintt sterben, versorg dein seel.' Er was verhertt. Er hüb an und grayff zu den zwgen, da [226 r ] sprach zw im sein schlaffweib: 'Herre, was sol ich thün nach ewrem tod?' Er antwurt: 'Ir nempt ain jungen ritter an euch.' Also verschyed er jämerlich in sein verherten sünden. In der selben nacht ward ain klosterfraw zw Köln verzuckt in dem gayst, da sach 25 sy ain loch mit ainer fewrein deck. Von dem loch fragt sy den engel, der sy fürtt, der sagt yr: 'Es sind allain zwo seil in der grossen pein, Maxency des kaysers und graff Wilhalms.' Das sagt sy morgens, da ward man auch gewar das graff Wilhalm tod was so jämerlichen. Novicius: Mich wundert war umb der graff Maxencio zugeselt ward 30 in der pein und doch so vil jar da zwischen warn. Monachus: Durch gleiche sünd, wann ez ist pilleich das gleiche sünd gleiche pwsz hab. Ich hab ir payder leben wol gemerckt: Maxency leben hab ich offt gelesen, so hab ich graff Wilhalms unkewsch leben von vil lewtten offt hören sagen. Man lyst in der alten coroniken das zw Rom kain schön weib 35 was, geviel sy Maxencio, er nam sy mit gewalt oder listen und entert sy. Nwn hat graff Wilhalm auch des gleichen gethan, und wie wol er nit so vil gewalts 2. Der tewfel] vor diesen Worten des Monachus fehlen die des Novicius. 10. bewegten] das dritte e aus o korrigiert. 25. vor ain gestrichen er. Deutsche Texte des Mittelalter«. XXX. g.j 370 VI, 5—VI, 7. gehappt hatt, ye doch so hatt er gleich solichen willen gehappt, wann er hatt unzalber junckfrauen enttert und geswecht, auch hatt er enttert mütter und dochtern, swestern und hatt kain underschayd gehappt zwischen frewnden und magen. Es ist yecz ain jar das mir ain korherr von K61n gar ain grausamlich 6 gesicht gesagt hatt von dem selben schnöden graff Wilhalm. Er erschain ainer ver schlössen frawen, der er gar vil güts gethan hett, und was gar unsauber und grawssamlich und sprach zw ir: 'Ich pin der arm, eilend graff Wilhalm, der so vil junckfrauen und frawen umb ir er pracht hatt und der kainer nymmer mer mag genwg thün, wann sy von mir ewiklich versmächt seyn.' Die fraw 10 fragt in von seinem stand und wesen, er sprach: 'Ich pin gancz fewrein.' Da hüb er auff sein snöds gewantt, da gieng von im ain solich flam und gestanck das die sälig fraw nahentt verdorben was. Das loch der pein, darinn versenckt ward der unkewsch graff, das pringt mir zu gedänck ain grosse pein ains priesters etc. 15 Das Vj capitel. 1226"] Von dem tod ains pfarrers, des pfarrlewtt sein seil jagten in ain tyeff loch. Es was ain poser, laidlicher priester in ainem dorff, der was unkewsch und frässig. Er versaumpt die sei, die im bevolhen warn. Da man in begrub, 20 da namen die totten leichnam, die bey im in seiner pfarr begraben warn, stain und jagten den leib des armen priesters in die tyeffenn hell und sprachen zu im: 'Wir warn dir bevolhen, du hast uns versaumppt. Und da wir sündten, du hast uns weder mit worten noch güttem ebenpild und vorganck nye gestrafft, du pist ursach unnser verdampnüsz.' Sy warffen so vast auff in das er 25 in der hell abgrund viell. Das hatt gesehen ain geistlich man. Das VIj capitel. Von der pein des schulthaissen von Kölmer. Zw ainer zeitt da die Swaben fürn gen Jerusalem und da sy an wider kern kam zu dem fewrin perg Ulkano, da die ewiklichen . . . printt, da hörtten 30 sy all solich red und wider red: 'Unnser freüntt von Kühner, der schulthays, sey wilküm! Es ist kalt, macht im bald ain grosz fewr.' Ettlich die kantten in und merckten wol den tag und die stund und erfwrn das er auff die stund tod was. Da sagten sy seiner hausfrauen was sy gehörtt hetten. Die salig fraw 6. ir. 15. capitel etc. 16. nach ains gestrichen priesters. 20. Nach leichnam steht nochmals leichnam die totten leichnam. 29. lat.: cuius perpetua .sunt incendia. 30. Kölner. VI, 7—VI, 10. 371 gab auff durch Gott alles das sy hett und durch wallet mangew hayligew statt. Danck hab das getrew weib. Sy pett tag und nacht und gab grosz almusen umb sein seel. Das VIIj capitel. Von der pein ains anndern, dem in der hell geschenckt wart etc. 5 Zw ainer andern zeitt da hörtten die Flammig von dem selben perg ain solich stim: 'Unnser gütter frewntt der kumppt her, der vast ge arbaytt in hoffart und geitikait und in der snoden unkewsch. Er ist mwd worden und mag nit mer, wir sollen im ain layd machen, wann er was gar ain pöser amptman, als sy dann all sein.' 10 Das VIIIj capitel. Von hern Prwn, der auch in den selben perg geworffen wart. Des gleichen ist das her nach gett: Da zu ainer zeitt die pilgrein fürn für den selben perg, da hörten sy ain [227 r ] solich stim gar beschaidenleich: 'Hye kumpt Prwn von Köln, enpfacht in.' Ainer under in der merckt den tag 15 und die stund in ain schreibtafeil und sprach: 'Wärlich, ich main her Praw sey gestorben.' Da sy wider kerten, da begegneten in pilgreim von irem lannd, die fragten sy von her Prwn, sy sprachen: 'Er ist tod.' Da vanden sy den tag den sy gemerckt hetten, und der dye sach in ain tafel geschriben hett, der ward ain münch. 20 Das X capitel. Von der pein seins süns hern Prwn. Der selb Pruno lyes ain sün mit seinem namen Prwn, der erbt mer seiner poshait dann seiner erb und aygen. Da der starb, da ward ain besessne von dem tewffel erledigt, und da der tewffel an dem fünfften tag wider kam, da 25 fragten ettlich den tewffel: 'Sag uns, wa pist dw gewesen und war umb pist du wider komen?' Er sprach: 'Wärlich, wir haben pflegen grosser vest und 1. gab] ist vor auff, links über den Zeilenanfang hinaus ragend, nachträglich geschrieben, vor hayligew gestrichen ho». 4. VII; dadurch daß dieses Kapitel auch als VIj gezählt wird, bleibt die Zählung hinter der des tat. Textes und des Inhaltsverzeichnisses um eins zurück 9. layd] lies bad? 10. sy] s aus d korrigiert. 11. Das VIIj cap.] ist am Ende der folgenden Zeile nachgetragen. 21. IX. 23. Pruno] pvno, wobei v darüber geschrieben ist. 24. ain] a aus e korrigiert. 24* 372 VI, 10—VI, 13. hochzeitt, da her Brwno starb. Unnser was so vill vergarttert als dez stawb ist der erden, und fürtten sein seel mit freüden zu den indristen hellen. Wir saczen sein sei an ir verdienten stwl und schanckten ir unnser hellisch lewiit und getranck.' 5 Das X/ capitel. Von dem ritter, der sich auff hüb in der par. Zw der zeitt ist gestorben ain ritter, mit namen Eberhart, der was ain grosser sünder mit unkewsch und anderm übel. Zu mitter nacht da kam der tewffel in sein leib und reckt in entpor und erschrackt alle die da bey waren. 10 Sein freünt besorgten sy wurden beschempt mit dem gespott des tewffels an dem leichnam und vergrwben in ee tagzeit kam pey der nacht. Das XI/ capitel. Von dem techant, den der künig zu dem tod lwd. Zw der zeitt da kayser Hainrich genött und gewan das kunigreich Ce- 15 ciliam, da was in der kirchen zw Parys techantt, der hett zu ainer zeitt sein pesten voln verlorn. Da sant er sein knecht zu vil enden und fragt nach dem schon pfärd, dem entgegnet gar ain alter man und sprach zu im: 'Wa wilt hyn oder was suchst?' Er sprach: 'Ich such das pferd mein herren.' Da sprach der alt: 'Ich ways wa es ist.' Er fragt: 'Sag mir wa ist es V Er antwurtt: 'In 20 dem perg Gyber, da hatt in mein herre, künig [Bl. 227"] Artus. Der selb perg print als der perg Wilcanus.' Und er sprach darzü: 'Sag deinem herren das er an dem zwelfften tag auch dar küm zw ainem köstlichen hoff, und ob du das nit sagest, so wirst du gar peinleich gestrafft.' Der knecht kerd wider umb und sagt das alles seinem herren. Das ver spott der techantt, doch so starb 25 er an dem benanten und gesaczten tag. Noch wil ich dir ain grossers sagen. Das Xlly capitel. Von der pein Perchdolden, des herczogen von Zeringen. In disen drein jarn sind lewtt gefarn umb den selben perg Gyber, die 30 hörten ain lautte stym also sprechend: 'Peraytt ain fewr!' Da die stimm zu dem dritten mal also erhall,da sprach ain ander: 'Wem sol ich das fewr beraitten V Da sprach die ander stim: 'Unnser liebster frewnt, der herczog von Zeringen, 6. XI] Das X ca. ist unter dem Ende der vorigen Zeile, über den Band hinausragend, nachgetragen. 12. Xj. 19. vor ist gestrichen es. 26. Hier fehlen die Worte des Novicius. 27. XIj. VI, 13-VI, 74. 373 der kumppt, der uns gar vill und vast gedientt hatt." Die lewtt merckten den tag und die stund mit geschrifft und santten ir ge horte w sach künig Fridriehen und fragten ob in seinem reich kain fürst von Zeringen tod war. Da erfand sich das an dem selben tag Herczog Perchtold von Zeringen gestorben was, der selb fürst was gar ain grosser tyrann. Er hett kain kind, darumb samelt er gar grossen 5 schacz an gelt, und da er sterben wolt, da gepott er und schwff das man als sein gelt zu samen smelczett und ftrentt in dem fewr. Man fragt in warumb er das tett, er sprach: 'Ich ways wol das' mein mag sich vast meins todes frewen, das sy mein gelt under sich tailn. Nwn hab ich all schäcz zw ainem stuck ge- smekzt, ee sy das tayln, so werden sy ain ander tötten und erslahen.' Daran 10 erkend sein neyd, hassz und pösz gemwt etc. Novicius: Was bedewttend die prinnenden perg als Fulkanus, Gyber und Ettneus ? Seyd die seel darein gefürt werden, ist nit ain hell oder ain fegfewr alda? Monachus: Man nentt die perg das loch und mwntt der helle, wann 15 kain frummer noch gütter, sünder allain die pösen, werden dar ein gesenckt. Man maint das die hell sey mitten in der erd, das die pösen das Hecht der hymel nit gesehen mügen noch sollen. Nwn hör die pein der rauber. Das XHIy capitel. 20 Von der pein des ritter von Kellen. [228 r ] Ain purger, der ain sün gemuncht hett bey unsz, der gieng ains mals vor tag in den pallas, da begegnett im ainer auff ainem gar swarczen pferd, aus des nasz löchern grosser flam und dwnst gieng. Yecz raytt er den rechten weg, yecz raytt er aws dem weg dye irr. Das ersach der purger und erschrack 25 am ersten gar vast, darnach ward er keck und segnet sich mit dem chreücz wider den tewffel und zoch sein swert und nams in die hant für pös menschen und gieng manlich zu im. Da er im nahentt kam, da erkantt er in und wesst das er ain ritter was, newlich gestorben, der was umb und umb hangen mit schappfeln und trwg ain grosse purd der erden auff seinem hals. Der purger 30 fragt in von wann er kam und was er alda tatt. Er sprach: 'Ich pin in unsäglichen grossen penen. Ich hab die schappfel ainem gerauppt, dar umb prynnen sy yecz auff mir. Auch hab ich ain tail ains ackers mich un rechtlich under- zogen, des swär druckt mich yecz gar bitterlichen vast. Ob mein sün die ding wider gäben, so wurden mein pein vast ringer und leydleich.' Also verswand 35 7. rentt. 11. vor neyd gestrichen ayd. 13. worden. 20. Das XIIj capitel steht über der ersten Zeile der neuen Seite. 374 VI, 14—VI, 16. er. Und da er den swnen das sagett, die wolten lieber das ir vatter ewiklichen üi pein und marter wäre dann das sy ain klain gutt wider gäben den rechten erben. Hör ain ander exempel. 5 Das XV capitel. Von der pein ains ritters, der nach seinem tod gar vil lewtten sichtikleich erschain. In dem stifft Tryer was ain ritter, der hyos der knopff, der schäczet rawb, mayn ayd swern, unkewsch, eeprechen sein ain lob und eer. Da der gestarb, 10 da erschain er gar vil lewtten in ain schaffen pelcz. den er dami offt an trwg lebend, und kam gar offt in seiner tochter haws. Man mocht im mit dem zaichen des chreücz noch mit dem swertt nit vertreyben. Man slwg in offt mit aim swertt, aber nyeman mocht in gewunden, er gab ain sölichen hall und dosz als der in ain lind pett schlwg. Sein frewnt pflagten darüber racz 15 des pischoffs A^on Tryer, der gab ratt das er, sein haws, sein tochter und alle end, da er gewonlich wonet, mit geweichtem wasser besprengt wurden, und da man das dett, da kam er fürbas nit mer. Die selben tochter hett er gemacht an seiner diern und [228"] hett doch ain eeweib, und da sy gros wartt, da nam er ir iren magthüm. SO Novicius: Was ist zw halten von den die in den streitten und turney sterben ? Monachus: Ob die kryeg und streyt gerecht sein, als wer sein land tütt retten und beschirmen, so schadett ez gar nichts ob sy sterben iren leipp zu wern, aber die dann in dem turnay, von den ist kain frag dami das sy fallen 25 in die tyeffen hell, ob sy nit gnad der rew enpfahen etc. Das XV? capitel. Von dem turnay der dotten. Da ain priester in der nacht gieng von ainem dorff in das ander, da sach er nahentt bey im in dem veld ain grossen turnay der totten, die gar lawtt und 30 vast schryen: 'Her Walther von Myle, gib dich!' Der was gar newlich gestorben. Der priester verstund wol das ez tewfel und ir gespenst was, er macht ain krays umb sich und stund da pysz zu dem tag etc. 5. XIIIj. 22. land] d aus t korrigiert. 23. schadett] eh hineinkorrigiert. 2G. XV. VI, 17—VI, 18. 375 Das XV/i capitel. Von aim ritter, der in der nacht slangen und natern hyeng für seins süns twr. Es starb ain ritter, der hett vil güts, das von wücher was, dasselb lyes er seinem sün zu erb. Zu ainer nacht kloppft er an seiner twr. Da in der swn 5 fragt wer er wäre, er sprach: 'Lasz mich ein, ich pin der herr zu dysem erb.' Der sün erkannt in und sprach: 'Warlieh, mein herre und vatter ist gestorben.' Der tod sprach: 'Nym hyn, mein sün, die visch, die ich täglich zu speys nym und ver zer sy durch mein willen, die wil ich dir hencken zu dem thor.' Des morgens da die eehalten aws der dwr giengen, da funden sy in ainem leynen 10 sack vil kroten und natern hangen. Das ist für war die hellisch speys, die man beraytt mit swebel und pech, und sy gibt den hell gesten, die yr leben hye gehabt haben, nach wollust. Novicius: Was haltest dw von den die gar übel leben und doch gar vil almüsen geben ? 15 Monachus: Es ist in gar nichts nwcz zu dem ewigen leben. Das XVII? capitel. Von ainem ritter, der seinem weib nach dem tod erschain und sagt ir das almüsen geben im nicht zu hilff kam. Es ist nit lang das ain edler diener ains herezogen von Payrn tod ist. 20 Zu ainer nacht ward die purg, dar in sein weib wanett, gar grausamlich zyttern und bewegt, das mäniklich wänen wolt es ward ain erdpidmen. [229 r ] Nym war, da kam ain grosser, swarezer rys und styessz auff die kamer, darinn die fraw lag, mit seinen schwltern, und ir man der gieng ein zu der frawen. Da sy in sach, sy patt in syczen zu irem pedt und fragt in von seinem wesen und stand. 25 Er sprach: 'Ich pin ewiklich verdamppt.' Die fraw erschrack gar seer und sprach: 'Nwn ist doch unser twr allen armen und pilgreimen albeg offen gewesen, ist uns das nit verdienen und almüsen?' Er sprach: 'Ez ist mir alles gar nichcz nücz noch gwtt zu dem ewigen leben, dar umb das ich das nwr von weltlicher er und nit von rechter trew und lieb gethan hab.' Da sy in mer fragen wolt, 30 da sprach er: 'Mir ist vergwnt das ich dir erscheinen solt, ich tar nit lenger pey dir sein, der tewffel stett da vor und warttet mein. Wissz: Ob alle laub aller 1. Hier ist Cap. XVIj 'von hern Walthern (vgl. oben S. 374, 30) ausgelassen, so daß sich die Zählung um ein weiteres Kapitel verschiebt (vgl. oben S. 363). Der Inhalt von ?■ VI faßt beide Kapitel zusammen. 17. XVIII] XVII. Das XVIj eapitf steht am Rande, eingerahmt von einem Viereck. 24. ir man der ein zu] lat.: marius eius ingressus est. ein] e ist ganz klein W i gesetzt. 27. Hiob 31, 32. 31. Am Rande steht von späterer Hand: Solcher Holprant synd noch zefinden. 376 VI, IS—VI, 19, pawm wolgespräch zungen warn, so mochten sy doch mein grossz jamer und pein nit vol sagen.' Darnach wart er ge ayschen, da zyttern und pydempt das gancz schloss, da hortt man in jamer]ichen hwln und klagen. Da merck das er- fült ward das die heylig geschryfft sagt: 'Die mächtigen, die ir sünd mit gewalt treyben, die werden gar jämerlichen und hartt gepeinigt und gemarttert.' Novicius: Das solt man allen mächtigen predigen und vorsagen. Monachus: Wie grosz sünd sey die unkewsch, das hör her nach etc. Das XVIII?' capitel. Von ains priesters kellnerin, die der tewffel jagt. 10 Da ains priesters kellnerin und schlaff weib sterben wolt, da patt sy das man ir zwen gar gütt, new schüch wol geflickt machet und an legtt, wann sy sprach: 'Be grappt mich dar in, wann ez wirt mir gar nott.' Das geschach, sy starb. In der selben nacht rytt ain ritter durch das selb dorff und hört gar ain jamerlich hwln und klagen von ainem weibzpild, da lyeff gegen im mit schnellem 15 lawff ain weib, die schray laut: 'Helfft mirl Helfft mir!' Der ritter kantt sy, er sprang von dem pferd und macht ain krays mit dem swert und nam sy zu im hyn ein. Sy hett nicht an dann ain nyder hemd und die vor gemelten newen schüch, die vast wol geflickt warn. Darnach kam pald ain grausamliche stymm und gar [229"] vil hund lawt lauffen als auff ainer gayd. Da die fraw das hörtt, 20 da wart sy vast zittern, da das ersach der ritter, er nam ir zöpff und wand sy umb seinen arm und hett in der rechten hand sein erzogen swert. Da nwn der Jäger kam, da sprach die fraw: 'Nwn latt mich lawffen'. Er hyelt sy gar vast, darnach zarrtt S3^ ir zopff aus der swartten und lyeff von im. Da er morgens wider kom, er sagt die geschieht und zogt die zöpff. Dar nach grwben sy auff 25 das grab, da funden sy die frawen mangeln irs hars und langer zopph. Novicius: Seyd Gott die unkewsch also strafft an den pfäffen weiben, so main ich das er die pf äffen, die sy dar zw rayezen, noch swärer straff und sy laidlicher peynig. Monachus: Du redest war und recht, wann der orden und weich die 30 beswärn gar vast die sünd, wann ain priester sünd vester und mer dann ein laye in ainer sünd. Also ist auch von allen obern etc. 5. werden] werde mit einem durch Rasur getilgten r oder s nach e. 8. XVIIj capitel etc. 22. vor mich gestrichen euch. 23. vor er gestrichen w er wider. 27. dar. 29. lat. : ordo et scientia. 31. lat.: Idem intelligas in sexu femineo. VI, 20—VI, 21. 377 Das XX capitel. Von ainer kloster frawen, die ir kind von ir getött glüend an dem arm urab trwg. Da ain kloster fraw enpfantt das sy swanger was, sy besorgt ir unkewsch würd geöffet, darumb döttet sy ir aygen kintt, darnach viel sy in grosse 5 kranckaytt. Sy dett all ir sünd beichten, dann allain ir unkewsch, und die töttung irs kindz verswyg sy vor grosser schäm. Sy starb. Sy hett ain frewndin, die patt gar seer und vast umb ir seel, der selben erschain sy an irem gepett sichtik- Hchen und trwg ain fewrin kind an iren armen und sprach: 'Dycz kint hab ich enpfangen, und da es lebend wart, da töd ich ez, dar umb trag ich es an underlos 10 in meinen armen und ist mir die allergröst pein, und hett ich die grosz sünd gepeicht, ich war zu gnaden körnen, sünst pin ich ewiklich verlorn.' Da pey magst dw wol versteen: Was sünd hye mit peicht nit abtragen und geöffet werden, die werden in jener weit mit marter und jamerlichen pein ge offenwart. Novicius: So die seel schaydett von dem leib, ways sy dann was ir 15 künfftigert stantt ist? Monachus: Von dem spricht Job: 'Die sünder vertryben in gütten tagen und Wollüsten ir zeitt und werden in die hell ver senckt in aim puncten.' Daraus [230 r ] magst du versten das der gütten seel von stund an vor Gott sein, so sy von dem leib varn, und ob ettwas an in zu rainigen ist, so werden sy so 20 zw stund gefürt in das fegfewr, darinn sind sy gewys der gnaden Gots und ewiger behaltung. Novicius: Nwn lyst man in vill yecz gemelten sychten das gleich wider die red ist, wann man lyst das die gütten und pösen werch auff ainer wag gewegen werden. 25 Monachus: Ja, man lyst der ding vil, aber die haylig geschrifft, die sol albeg vor geen. Doch so wil ich dir sagen ain exempel von aim gesicht das ich warlich gehört hab. Capitulum XX?'. Von Jordan, dem cardinal. 30 Yor kurczen jarn ist zw Rom ain cardinal gestorben, der ward von unnserm orden auff genomen, ober sein leben und stand was dem orden nyndert gleych. 1. XIX. 9. hab ist darübergeschrieben, weil das ursprünglich geschriebene hab infolge von Korrektur undeutlich und darum gestrichen wurde. 17. Hiob 21, 13. 24. gewegen] ge aus rd korrigiert. 27. albeg] 1 hineinkorrigiert. 29. XX. 30. Jordan] o schwankt in der Form zwischen o und a. 31. Rom] ram. da. 32. tiber; tat.: sed. 378 VI, 21—VI, 22. Er was vast zach und geittig. Er hett ain notari, der hyesz Pandolff. Er santt den selben Pandolff in seiner potschaft, da zwischen starb der Cardinal. Als er am wider kern was gleich zw der stund seins herren ver schydung, des morgens vor tag, sach er gar ain jämerlich schar reytten auff aim acker. Die lewtt ritten 5 all auff gurren und hett die swencz in iren mwnden und die rwck ward kern zw den haupten diser gurren. Der cardinal lyeff in vast nach parfwsz und layds vol in seiner kwtten, und zwen graussamlich tewffel die triben in mit feivrein ketten allzeitt zw schlahen. Da dicz gesicht sach der notari, er erschrack seer; da plickt er in an und sprach: '0, Pandolffe! 0, Pandolff!' Er sprach: 'Wer 10 pist dw ?' 'Ich pin dein herr, der cardinal.' Er sprach: 'Wa wolt ir hyn V Der arm cardinal sprach: 'Ich wird yecz gezogen zu dem gerichtstül Jhesu Christi'. Pandolff sprach: 'Was wolt ir da thün ?' Er sprach: 'Ich ways nit, Gott, der herr, ways ez wol. Wann aber ich zw gericht kam, so vordert sant Peter von mir rechung umb sach die ich gethan hab in dem amppt des cardinals dwmps, 15 so mws ich sant Benedicten rechnung thwn umb die kwtten. Mag ich da besten, so pin ich behalten, ist das nit, so pin ich ewiklich verlorn.' Also verswand er. Novicius: Mir miszbehagtt an dem gefertt das kain engel da pey ist. Monachus: Das sey gesagtt von der pein der pösen, doch wil ich auch sagen das ich vor zwain jarn gehört hab. 20 [230'] Das XXIj capitel. Von ainem, der in die hell ge/urt ward und sach all pein der verdampten etc. Der pischoff von Strich der hett ain knecht, der im zu sein amppten vast nwcz und gütt was, dar umb hett in sein herr vast lieb. Ettlich die wurden 25 in neyd und hass wegen und sprachen zu dem pischoff: 'Herr, dyser knecht gett nit treulich noch nit... mit ewren dingen umb, wir raten das ir mit im rechett.' Da das geschach, da bestund er so wol und recht das der pischo/f allen arckwan 3. nach stund gestrichen des herren. 5. lat.: Sedebant homines in iumentis. sveercz. 7. lat. bloß: duobua daemonibus se dueentibus. 12. dem Pandolff 13. so] ist zweimal geschrieben, am Zeilenende und am Anfang der neuen Zeile. 14. cardinals] 1 ist hineinkorrigiert. 15. nws. 18. Monachus fehlt. 19. iarn gehört hab ist unter dem Ende der letzten Zeile nachgetragen. 20. Das XX, also ist hier XX doppelt gezählt. 21. gefurt] gefurt. 23. wtrich] 4r aus % korrigiert. 25f. lat.: non fideliter ut aestimatis . . . bona vestra dispensat. 26. Hinter nit 2 fehlt ein Adverb oder nit s ist verderbt. wir. 27. pischolff. VI, 22. 379 von im dett und im noch pas getrawett, wann er hett all sein ynnaw, und ausgeben gar lautter beschryben. Die neyder fragten von der rechnung, der pischoff sprach: 'Er ist gar wol und recht bestanden.' Sy sprachen: 'Es mag nit gesein, hayst in rechend das wir da pey sind, so wirt er von uns bezewgt das er euch vast grossen schaden gethan hatt. Da er das hörtt, er besorgt er ward gefangen, 5 wann er hett die kartten verloren und sprach wider sich selber: 'Vall ich der rechnung, so wird ich auff den tod gepfrengt und gefangen.' Was geschach? Er rwfft dem tewffel und sprach also zu im: '0, herr der tewffel, kämest du mir zw hilff, das ich wol bestund, ich wolt dir manschafft thün und mich dir ergeben.' Der tewffel sprach: 'Wut du mir verlangen Gots und seiner mütter, so wil ich 10 dir vor allem übel erlösen und dier aus den Sachen gar mit grossen erenund glympff helffen, doch so mwst du mich auch an petten. Die rechnung geschach nach seinem willen, er hwb an Gott zu schelten und den tewffel zw loben. Er traib das Xj jar. Zu ainer zeitt rett er aim grossen prediger so vast in sein predig das der prediger sprach: 'Sweyg, dw vas des tewffels, ich hör und verstee das der 15 tewffel aus deinem mund redett.' Und er west doch nit sein wesen und stand. Nym war: An dem dritten tag starb er gächling und wart von seinem herren, dem er gedient hett, gefwrt zw der hellischen pein. Zwm ersten als er erstwnd, da hatt er gesagt das man in würff in ain so hiczig fewr das er sprach: 'War aus allen hölczen der ganczen weit ain fewr gemacht, so wolt ich lieber darinn 20 syczen pys zu dem jüngsten tag dann ain stund sein in dem fewr.' Darnach warff man in in ain so gar kalte statt das er dez fewrs [231 r ] wider begertt; darnach ward er gefurtt zw greyfflicher vinsternwsz, die als vast stanck das er sprach in im selber: 'Hett ich Gott hundertt jar gedientt, so wolt ich wol belont sein, wann er mich wider würff in das fewr oder die kellt.' So we beschach im in dem 25 gestanck. Der allmächtig Gott der sach an sein erst getrew dienst, die er dem styfft gethan hett, auch das er sein gesicht vil menschen sagt zw pesserung. Er dett im erparmd und sant zw im sein engel, der im sagett: 'Nym war, sölichen Ion enpfahen die diener des tewffels,' und sprach: 'Magst du wider körnen zu deinem leib, woltest du Gott gnüg thün umb die schuld, missetat und sünd?' 30 Zw dem wortt ward er tyeff sewffczen und sprach: '0 herr, möcht das gesein und war müglich, ich wolt hundert jar wasser und prott essen.' Da sprach der engeil: 'Gott, der herr, wil das dw wider zu deinem leib körnest, und seyd dw an seinem chreücz gesündt hast, so pwss mit dem chrewcz.' Von stund hwb er sich auff in der par und macht all flüchtig die da pey warn. Er sprach zw in: 35 'Yrsölteuch nit fürchten, wann ich pins.' Von stund berwfft er aim priester und peichtet sein sünd. Er nam an sich das chrewcz und fwr über mer; er vast 1. ynnan. 4. hayst] h aus v korrigiert. 7. gepfrengt] f ist hineinkorrigierl 13. und] vn ist übergeschrieben. 14. in] vor i gestrichen e. 25. in fehlt. 380 VI, 22—VI, 23. alitag auff dem weg mit wasser und prott. Er gieng mit parfüssen füssen, das er den weg plütigt mit seinem dritten. Sein prüder, die pilgrim, strafften in offt dar umb; er sprach: 'Ich hab gar vil grössers dann das erlitten. Da er wider kam zw seiner hawsfrawen, da kam in an die pflag sant Anthoni, doch halff 5 im der heylig pischoff sand Nicolaus. Nwn wil ich dir ettliche exempel sagen von der pein des fegfewrs. Das XXIIy capitel. Von dem fegfewr ains wüchrers. Es was ain wüchrer zw Lüttich, der starb und wartt vom freithoff gewarffen 10 durch geschafft des pischoffs. Sein weib gieng gen Rom zw dem papst, die patt im umb den freithoff, das der papst nye vergwnden wolt. Da sprach sy soliche wortt fwr iren man: 'Herr, ich hab gehörtt das weib und man ains sind, und der appostel spricht das ain poser man durch ain gütt weib müg behalten werden, dar umb versprich ich: Was mein man versaumpt hatt und nit gnüg gethwn, 15 das wil ich als ain tail seins [23V] leibs willikleich erfüllen und maniklich genüg thün. Ich pin auch beraytt mich zw vermaurn umb sein missetat und sünd.' Die cardinal die hörtten iren grossen glauben und eelich trew, sy patten all für sy, im wart erlaupt der freytthoff. Sy dett ir pawen zu dem grab ain Mausen, dar inn tett sy sich versperren und hett grosz arbaytt umb sein seel tag und nacht 20 mit almusen geben, mit petten und vasten und allen kristenlichen wereken. An dem sybenden jar da erschain er ir in ainem schonen gewannt und sagt yr grosz gnad und danck und sprach zw ir: 'Gott geb dir sein gnad zw Ion und wider gelt, wann von deinem gepett pin ich erlöst von der aller grösten pein und marter, die ich in der tyeff der hell gelytten hab, und ob dw die arbaytt 25 noch syben jar twst, so pin ich gancz erlöst und ledig von allen mein sünden.' Da sy das volbracht hett, da erschain er ir aber mit gar frölichen angesicht und sprach: 'Hewt pin ich gancz erlöst.' Novicius: Wie mocht er gesprechen: 'Ich pin erlöst von der hell', so man doch in der heyligen geschrifft list: 'In der hell ist kain erlössung?' 30 Monachus:Im was die scherpff des fegfewrs so swär das er wantt er war in der tyeffen hell. Dem ist gleych das gepett der heyligen kirchen, das man singt in dem seel amppt: 'Herr Jhesu Christe, künig der eren, erlös die seel aller glawbigen, die tod sind, von dem gewalt der hell.' Da pitt man nit umb die verdampten, sunder umb die haylwärttigen. Also bedewtt die gewalt der hell 7. Das XXIj capitel steht unter den letzten Worten der vorigen Zeile. 9. der vn wartt, 13. 1. Kor. 7, 14. 20. vor wereken gestrichen glawben. 29. erlösung] 6 aus ä korrigiert. 34. bedewtt die der gewalt. VI, 23-VI, 25. 381 die pitter und grosz pein des fegfewrs. Der yecz gemelt wücher war in chain weis erlöst worden, hett er nit gehabtt am leczten grossew rew. Wie vast Gott die geitikait straff am sein erweiten, das legt aus die nach gend red und exempell etc. Das XXIIi; capitel. 5 Von dem fegfewr des priors von Chlarafalle. In dem kloster Chlarafalle ist gestorben der prior, der vast geistlich und frwm was. Der erschain ainer dienerin Gots und erzaygt an seinem klayd sein stand gnüg woll. Sein angesicht was vast playch, sein kwtt lochratt und be- schaben. Sy fragt in wie er möcht und wie es umb in stund. Er sprach: 'Ich io pin pys her in grossen pein ge wesen,aber die mayd aller parmherczikaitt hatt mir [232 r ] erworben das ich an irem nächsten fest und hochzeitt erledigt würd.' Die fraw ward vast wundern und er sprach zw ir: 'Gott hatt an mir kain miss- vallen nie gehappt dann das ich mit geittikait unnser kloster vast mit ackern und weysen geweittert hab.' Das sey gesagt von der geitikaitt. Nwn hör von der pein der unkewsch. Das XXV capitel. Von dem fegfewr ainer klosterfrauen, die hyesz Maria. Da unnser appt visityertt zw Liechtenfeld und auch die swestern zw Na- zerett visitiertt, in der selben nacht sach er ain sölich gesycht: In bedeweht das 20 er war an ainer statt die mit wenden zw allen örtern zw was und vermacht, dar inn hörtt er gar grossz wain, sewffczen und klagen, und da er wol umb sach, da sach er gar nicht?. Da das lang gewertt hett, das «am in grosz wunder, da sprach er: 'Ich beswer dich bey unnserm herren Jhesu Christo das du mir sagest was du seist.' Und da er aber nichts hortt, da beswür er anderwerb, da bedeweht in 25 das er enpfund und hortt ettwas zw im gar Zeysz sleichen. Er sach nichts und hörtt doch ain sölich antwurt, die sprach: 'Ich pin ain arme, eilende seel.' Er sprach: 'Dw waynst gnwg erparmlich.' Sy sprach: 'Da pin ich in den aller grösten pein und leyden.' Der appt sprach: 'Was ist die ursach deiner sünd V Sy sprach: 'Ich hab nit gehalten die kewsch.' Er sprach: 'Wast dw ain knab 30 oder diern?' Sy antwurtt: 'Ich was ain weib und mein nam was Maria.' Er sprach: 'Mag man dir gehelffen V Sy sprach: 'Ich pitt euch durch Gott das ir mir sprecht messz und lestettlich psallter.* Er gehyes zu laysten ir gepett und 5. XXIIj. 13. er fehlt; lat.\ Stupente illa . . ., respondit, 17. XXIIIj. 23. man. 26. keysz. 382 VI, 25-VI, 26. sprach: 'Mag ich dich ycht gesehen \ ' Von stund sach er vor im sten ain junge, wol gestalt diern, die beschorn was und hatt an swarcze klayd, und da er verrer mit ir gerett wolt haben, da erwacht er. Da er sein amppt volpracht, er sagt sein gesicht der apptessin und irem conventt, aber sy westen nit zw sagen von 5 kainer, die Maria hyesz. Darnach kom er gen Syon auch in ain frawenchloster; da sagt er auch sein gesyoht der apptessin und conventt und fragt nach seiner Maria. Da vand er ir mwmen aine, die sprach: 'Herr, sy was meiner swester dochter und was ain nwnn swarcz ordens, [232 v ] und ez ist acht jar das sy begraben ward. Sy ward in ainem pawhoff von ainem priester enterett und swanger. 10 Und da sy arbaytt an ir genyscht, da peichtet sy vatter und mütter und zway irer swestern die sund offenleich und starb; da warn all ir f rewnd verzweifelt an irer sälikait und haben yr nye güts gethan.' Da das erhörtt der appt, er sagt gnad Gott, dem herren, der die seel, die an in glauben, nit geytt den tewfflischen helhunden. Er west wol das an yr erfült was der propheten spruch: 'In welher 15 stund der sünder ersewffczett umb sein sünd, so wirt er behalten.' Von des appts sagen gewunden ir frewnd hoffnung und trost und hwben an ir seel güts zethün. Der selb appt erwarb ir auch gar vil messz und gepett in unnsern orden, sunder das er yr allain auch gethan hatt. Das XXVZ ca,j)itel. 20 Von dem fegfewr ainer frauen, die getryben hett die swarczen kwnst. Es kam ain gepawr zw ainer begin und flecht sy zepitten von seins ver- schayden weibes seel. Da sy lang fwr sy gepett, da erschain sy in grossz pein und sprach: 'Ich pin die seel dar umb dw pittest.' Die begin sprach: 'Umb was 25 gach hast du die pein verschult ? Man hatt dich doch gar fwr ain erber, frwm weib gehappt.' Sy sprach: 'Umb zawberey. Ich besorgt mein man sündet mit andern weiben und würd mich hassen und ich war dann schuldig an seinen sunden, und so ich in den dingen kain fleyschlich glwst gehappt hab, sunder ain gütten getrewen fürsacz, so mag mir wol geholffen werden.' Da sy das irem man sagett, 30 er dett geben allmwsen und vastett und pett fwr ir seil, so er aller mayst mocht und kund. Novicius: Es ist gar grausamlich das Gott so klaine ding so gar hertik- lichen straffet. Monachus: Da von wil ich dir sagen ain exempel. 2. beschorn] ch aus w korrigiert. 18. er ist übergeschrieben. 19. XXV cap. 26. vor gehappt gestrichen gefragt. VI, 27- VI, 28. 383 Das XXVI; capitel. Von ainem münch, der nach seinem tod seinem gesellen erscliain, der sprach das Gott so häfftig war. Ain münch unnsers ordens der erschain ainem nach seinem tod, den fragt er von seinem stand, da sprach der tod: 'Ich hett nit gelauppt das unnser herr 5 so streng und häfftig gewesen war, wann das aller mynst, das hye mit peycht, rew und gnwg thün nit gebwst und vertiligt wird, das strafft er alles gar häfftik- leich.' Er sprach [233 r ] mer: 'Gott vergebs unnseren prelaten, wann sy uns offt und vill in grosz pein verlaytten, wann yr gepott ist vast grosz vor Gott und pinden als die gepott Gottes. Wie wol sy understunden gar unbeschayden 10 ding gepeitten und die underthan das durch glympff versiahen, yedoch so werden ir gepott alle pys zu dem jüngsten gericht verhalten.' Novicius: Was sagst dw dann von den widerspen und träczigen münchen ? Monachus: Widerspanikaytt und tracz ist ain sünd, die grosz pwsz wirdig ist, wie wol das in gutt geschieht, noch sol nyeman sein wider die gepott 15 der prelaten. Das XXVIIy capitel. Von dem schülmaister, der die taffei schlwg. In dem reich Franckreich ist ain haws unnsers ordens, dar in geschach gar ain wunderleich ding. Ain jüngling ward in dem selben kloster novicius, 20 dem volgt sein maister von stund an nach. Da der ain miinch ward, da hyelt er sych so streng und hertt und so gar ordenlich das in der appt offt umb sein zw vil thün straffet. Der selb monch wolt dem straffen seines appts nit volgen und belib in seiner unmenschlichen strenckaytt. Über ettlich jar da starb er. Zu ainer nacht da der appt in seinem gestüll stwnd und zu dem alter sach, da 25 sach er drey person zw im eyln als drey prinnend kerezen. Da die nahett körnen, da kant er sy all. Der mitter was der vorgemelt schwlmaister, und zw yeder seytten zwen convers, die all newlich gestorben waren. Der appt was wol ge dächtig der ungehorsam des schülmaister und sprach zw im: 'Wie magst dw?' Er sprach: 'Wol.' Der appt redt mer: 'Sag an, hast du nit vil mer gelytten umb 30 dein wider spen V 'Ja', sprach er, 'ich hab gar vill grosser martter und pein dar umb gelitten, aber mein maynung die was gütt. Wie wol sy mangelt beschayden- 1. Das XXVI capitel steht links am Rande. 6. nit. 8. Gott] go über Rasur geschrieben. 9. Golt. 17. XXVIj capitl' steht unter dem Ende der vorigen Zeile. 18. tewffel; lat. : tabulam percussit. 26. sach fehlt; lat.: cum abbas . . . respiceret, tres persona« . . . venire contera- platus est. 31. iar. 384 VI, 28-VI, 29. haytt, so hatt sich Gott über mich erparmt und ich pin nit ver damppt.' Da sprach der appt: 'Was bedewtt das dyser convers' — und zaygt in mit dem vinger — chlarer dann dyser ist, so er doch aus dem orden gelauffen ist und dyser nye dar aus kam noch swärlich gesündett hett, so lang er im orden ist gewesen V Der 5 schülmaister sprach: 'Der ist nach dem vall gar starck auff gestanden und ist in hicziger worden dann der ander was.' Da zwischen sang der conventt der vers: 'Gott behelt die fwsz seiner heyligen,' [233"] da wolt der schülmaister er- zaigen das man erkennt sein gegenwürt, der slüg mit seinen fersen gar vast auff das gestüll, da die prüder singend auff stünden, das sy zerprach. Also verswand 10 er und sy. Da lyes der appt die taffei also zerprochen und ungemacht sein zw zewgnwsz ainer solichen grossen ges3^cht und zaichen. Novicius: Das solt man offt sagen den münchen und nämlich den die von uberiger mass kain rechte ordenung halten, darumb sy sich selb kranck und unnwcz machen. 15 Monachus: Von den sagt sant Bernhartt in seiner regel das ain awg [!].. ist ain staffen der diemüttikaytt, darumb sol ain münch nichcz thün dann das der gemain conventt helt und thün sol. Novicius: Als dann ettlich in iren gewissen gar zw eng und hyczig sind, also sind ettlich mit iren wortten und zaichen gar zw leichtfertig. SO Monachus: Die sind der pein wirdig. Das XXVIII? capitel. Von aim sacristen, der seinem appt von Valris erschain. Ee starb ain guster zw Valerer, der hyesz Johannes, der was gnwg geist- leich in allen wercken, aber mit den wortten und zaichen trayb er offt leichferti- 85 kait. Zu ainem tag da der selb appt in ain capell gen wolt durch pettens willen, da erschain im an lautterm, Hechten tag der selb Johannes. Er viel zw seinen füssen und patt gnad und antlas im mit pett zw erwerben. Da das der appt sach. er erschrack und beschlos die t#r nach im, da ver meinten die prüder das die ursach seiner pein allain war gewesen sein leichtfertikaytt. 30 Novicius: Was wirt dann, so die äppt iren orden nit recht und wol versorgen und auch halten ? Monachus: Da werden sy grosz pein leyden, als dysz nach gend exempel beweist und auslegt etc. 7. 1. Sam. 2, 9. 15. tat.: Benedictes in regula dielt, octavum [!] gradum humilitatis esse, ut nihil . . . 21. XXVllj. VI, 30-VI, 31. 385 Das XXI capitel. Von dem fegfewr ains appts, der ungern zw der arbaytt gieng etc. Mir hatt gesagtt der keilner Hainrieh: 'Wir hetten ain appt, der in allen geistlichen züchten gnüg volkömen und gerecht was, allain mangelt im ains: das er nit mit den prüdem gieng arbaytten. Da der sterben solt, da sprach zw im ain münch, der im wol gehaym was: "Herr,ich pitt euch durch die lieb Gots das ir inderhalb XXX tagen wider zw mir komppt." Der appt sprach: "Wirt mir das vergwntt, wil ich ez gern thün." Er starb. Die münch befullen sein [234 r ] seel mit andächtigem gepett dem hymlischen, ewigen Gott. An dem dreissigisten tag, da nwn der münch verzweifelt hett an seiner kumpfft und da 10 er in der kirchen aber treulich für sein sei pettet, da erschain er im und sprach: "Ich pin hye als ich dir versprochen und gehayssen hab." Er fragt in von seinem stand und wesen, der appt antwurtt und sprach: "Ich hab an meinen pain solich pein gehabt das sy kain zung gehaben mag noch kan. Das ist darumb das ich offt, so ich mwssig was, nit mit den prüdem an die arbaytt gieng, sünst an allem 15 meinem leib hab ich kain wee noch pein gehappt. Darumb pitt den conventt von mein wegen das sy Gott für mich pitten, so hoff ich werd pald erlöst." Und sprach mer: "So wil ich pald vor dem altar dir erscheinen." Das wart gesagt dem prior, gepett würden den prüdem auff geseczt. Darnach er schain er aber dem münch und sagt das er erlöst war.' 20 Novicius: Ich west gern ob den totten nwczer war petten dann almüsen geben. Monachus: Da von hör underschayd ains totten. Das XXX; capitel. Von aim dotten, der sprach almüsen geben war pesser dann 25 petten etc. Ainer erschain seinem frewnd nach dem tod, der fragt in ob im lieber war das er fwr in allmwsen gab oder für in pettet. Der tod sprach: 'Gib almüsen, gib almüsen, wann das gepett ist gar law.' Da sind ausgenomen das andachtig gepett der gütten und gerechten, das durch all hymel dringt. HO Novicius: Was haltest dw von den messen? Monachus: Kain gepett noch almüsen mag geleichen der mesz zw er- lösung der seel; in der mesz pettet Gott, sein fleysch und plüt sind allmüsen. Sunder die mesz, die dann die seel begertt hatt zu sprechen nach irem tod, als dysz nach geschriben beyspil bewärtt. 35 1. XXIX. 2. vor arbaytt gestrichen zeitt. 8. vor befulle gestrichen befall, wobei der Versuch gemacht ist, a in u zu korrigieren. 21. dann fehlt ; tat. : orationes vel . . • 23. nach hör ein Buchstabe gestrichen. 24. XXX. lleutsche Texte des Mittelalter». XXX. 25 3 86 VI, 32—VI, 34, Das XXXIj capitel. Ain jüngling ward zw C/arfall auff genomen zw ainem convers, er wax't hwtten der schaff. Da er seiner hwtt pflag auff ain acker, da erschain im sein neff, der newlich gestorben was; er fragt in von wann er kam. Er sprach: 'Ich 5 pin tod und hab grosz leyden.' Der convers sprach: 'Mag man dir icht zw hilff körnen.' Er sprach: 'Ja, mag ich in ewrem orden gehaben drey messz, so wird ich von stund erledigt.' Der convers eylt pald zu dem kloster und sagt dem prior was er gesehen und gehörtt hett. Er sprach: 'Ich will die [234"] ain sprechen und die andern zwo zwayen andern briestern schaffen zw sprechen.' Da die messz 10 gethan warn, da erschain er aber dem convers und sagt grosz gnad und danck und sprach: 'Von der mesz sälikait pin ich behalten.' Dich sol nit wundern das solich grosz oppher, das fleysch und leib Jhesu Christi, vast gütt ist den seien, so kurcze wort der absolueion manig seel hail- wärtig machen. 15 Das XXXIIy capitel. Von hern Cristian, dem münch. Da unnser münch Cristian starb, da was der appt nit anhaym, und da er an dem sybenten tag zw capitel saczs und der cantor sprach nach gewonhait: 'Enpintt und entledigt den dotten mit der absolueion, da sprach er: 'Got geb 20 im rw und fryd.' An der selben nacht erschain der selb Cristianus ainem alten münch, der umb sein dott nit wesst: 'Hew tt pin ich erlöst.' Da er das gesicht sagt ainem maister, der gedacht woll das ez der absolueion schuld was und nam grosz danckperkaytt von der krafft der kurezen wortt. Novicius: Ich west gern ob die hayligen, die in der regeln gestorbenn 25 seind, icht vast für ir ge seilen desselben ordens petten und bitten etc. Monachus: Ja für war, als du dann in dem nach genden gesicht hören wirdest etc. Das XXXIII/ capitel. Von dem fegfewr ainer klosterfrauen, der sant Benedictus zu so hylff und statten kam. Es ist nit lang das ain kloster fraw zw Weindorff, das ist ain kloster sant Benedicten ordens, starb, die hett vast holt und lieb sant Johanns den evange- listen, und was sy kund oder mocht im zu eren und dienst thwn, das tett sy. 1. XXXI. 2. vor zw gestrichen ge. Carfall. 15. XXXIj. 24. vor der gestrichen der, das aus die korrigiert ist. 28. XXIIj. VI, 34 —VI, 35. 387 Sy hett ain leiplich swester in dem selben kloster, die sas zw ainer nacht auff irem pett und sprach ain vigily umb ir swester seel, die dann newlich vergraben was. Da hört sy ain stymm bey ir, und da sy fragt was ez war, da sprach die stynim: 'Ich pin dein swester.' Sy fragt: 'Wie magst dw und wie get ez dir?' Sy antwurt: 'Ich hab grosz leyden gehabt, ich mag aber nwn wol.' Sy fragt: 5 'Ist dir nit hilfflich und beständig gewest sand Johanns, den dw doch gar inprünstiklich hast lieb gehappt?' Sy sprach: 'Ja, wärlich, gar vil ist er mir nwcz gewest. Mir ist auch bey gestanden sant Benedict, der heilig vatter, der pog seine knye vor Gott für mich. Novicius: Seid gar wenig menschen dem fegfewr entrinnen, so ist mich 10 das gar vast schrecken das ettlich sprechen das die minst pein des [235 r ] fegfewrs grosser und swärer sey dann alle pein und marter, die in dyser weit gesein müg, oder die yeman erdencken kan oder mag. Monachus: Ich fragt darumb ain grossen maister der götlichen geschrifft, der sprach es war gelogen, man redet dann von gleichen penigen als im fewr und 15 in der kelt. So ist wol das hellisch fewr haj^sser dann unnser fewr, desgleichen auch die kelt, und ander pein die gleiche sind mit ainerlay materi, als dann disz nach geschribne exempel pewärn. Das XXX V capitel. Von dem fegfewr der klosterfrauen Margreten. 20 Ain mayd unnsers ordens starb in dem adventt Jhesu Christi. Als sy nwn begraben was, da gieng sy an aym hellen, hechten tag in den kor und stund an ir statt, da sy gewonlich pflag zesten. Da das ir seitten gespan er sach, sy erschrack unmassen ser, wann sy iren tod wol west. Die aptessin fragt sy war umb sy also zw samen fwr und zittert, sy sagt ir das geschehen was. Die apptessin 25 gedacht ez mocht ain gespenst des tewffels sein und sprach zu der mayd: 'Wann sy aber kwm, so sprich: "Benedicite", und spricht sy: "Dominus", so frag sy von wannen sy küm.' An dem andern tag kom sy aber, die mayd sprach: 'Benedicite'. Sy danckt und sprach: 'Dominus'. Die mayd sprach: 'Von wann kumpst dw V 'Ich pin körnen das ich hye gnüg thw, wann ich hab mit dir im chor 30 vil gespächt und hab halbe wortt gesprochen, dar umb pin ich gesantt her das ich hye gnüg thw das ich dann gesündt hab, und pin körnen dich zw warnen von der selben sünd. Das geschach zw dem vierden mal. Nym war: Das was das fegfewr diser junckfrawen. Novicius: Er ist rat wol bedacht der spricht das dise pein scherffer sey 3r> dann als leyden der weit. 19. XXXIIII ca. 22. aym] am Anfang h geslriclien. 31. her. 35. mit. 25* 388 VI, 36—V1, 30. Monachus: Von dem wirt volliklicher in dem andern capitel geredt. Die mayd ward von grosser sorg also erschrocken, als ob sy gancz tod war an irem gesicht. Sy ward verzückt und kam in ainer stund wider und sprach das sy vil swestern, die sy erkantt hett, gesehen hott vor unnser frawen, der kewschen 5 mayd Maria. Sy sprach auch das die junckfraw Maria ain krön in irer hantt hett, die sprach sy zw gehörn herr Hawgen, dem priester, der daselbst den swestern in dem kloster dienett, der was gar ain geistlich früm man. Das dw nwn verstest das nit [235"] zw achten ist was todes ain mensch stirbt der dann gerecht ist: Der selb priester gewan ain hiezig fyeber und ward tobsüchtig 10 und tobt so ser das er gar vil flwch und echelt wort verpracht. Da er gestarb, da wolt Gott sein verdien lassen erschein und offen werden: Die siechen, die sein grab berürten, die wurden gesundt. Novicius: Nwn sag das überig von dem fegfewr. Monachus: Etlichen ist allain das mangeln götlichs gesichts das feg- 15 fewr, als dann diez exempel ausweist. Das XXXV; capitel. Von dem fegfewr hern Wilhalms. Ain münch hyesz Wilhalm, der starb bey uns. Der kam kinds weis in den orden, er was rain und unvermailigt. Als erfült ward das jar der bewärung, 20 da fiel er in syechen, und in kurezen tagen starb er, doch hett er in kwrcz gros ... erlangt und erworben. Der erschain gar pald ainem andern münch und sprach er w&r in leyden. Von dem wort erschrack der münch, er waint und sprach: 'Pist dw in pein und hast nye gesündt, was geschieht dann mir armen sünder?' Der tod sprach: 'Du solt nit wainen, wann ich hab kain ander pein noch leyden 85 dann das ich Gott noch nit gesehen hab.' Das verzyehen der gnad schäezt er sein ain pein, das ist auch nit unpillich, wann alle hoffnung die verzogen wirt, die kestigt die seil. Er sprach mer: '0, wie lautter und schön müs das sein, das von stund vor Gots angesicht und beschawt kompt.' Und er patt im pett zw erwerben von dem conventt und ain collecten von sand Michel. Des morgens 30 sagt er dem appt sein gesicht und hett selb messz von dem erczengel sand Michel. Der appt gepott den psalm 'als der hirs begertt zw den prwnnen des Avassers' etc. siben tag in dem capitel zw lesen. Da geschach ain grosz zaichen des gepets: Wann der prior entslieff in dem chor und sach den selben Wilhalm under dem mantel der kewschen magt Marie, der sprach: 'Nwn pin ich gancz er lost.' Dar- 35 nach erschain er dem genanten münch und sprach er war nwr syben tag indem fegfewr gewesen, da mit maint er das er syben tag gemangelt hett der besehung Gottes. Er sagt auch gar vil von dem stant ettlicher seel. 16. Das XXXV capit]' steht unter dem Ende der vorigen Zeile. 21. Lücke; tat.: explevit tempora multa. 26—27. Spr. 13, 12. 31. Ps. 42. VI, 36-VI, 38. 389 Novicius: Nach dysen dingen so war das paradeys ain fegfewr ? Monachus: Ja, es ist war, ob darin seel sein die von dem leib geschaiden [236'] sind und das sy nit sehen das angesicht Gottes; wie lustig die statt ist, so ist sy doch ain fegfewr gegen den grossen freüden die ain seel hatt von der beschawd Gottes. Ich hab gehört von ainem grossen doctor das ettlich gar 5 gerecht sein und doch et lieh zeit Gott nit gesehen mügen vor täglichen sünden, damit wir alle als mit pulver besträwtt werden. Das XXXVIy capitel. Von sand Patricen fegfewr. Wir sollen etwas reden von dem fegfewr. Wer Zweifel an dem fegfewr, 10 der vor in Schottenland und gee in das fegfewr sant Patriezen, so zweifelt er nit mer von der pein. Da sant Patricius das volck bekert, da zweifelten sy an der pein, da erwarb er die statt mit ge pett. Es ist ain grub, die umb maurt ist, und da sint korherren von der regel. Es ist kain sünder so gros dem man anders pwsz, dann das er ain nacht sey in dem selben fegfewr. Wer dar ein geen wil, 15 der dwtt sein peicht, enpfächt Gots leichnam und lat sich segen in das heylig 611. Sy sagen das er in der selben nacht sech grosse frayssz der tewffel und unsäglich pein und leyden und mag im doch kain schad geschehen, hatt er den namen Jhesus alweg in seinem mwnd. Ist aber das ainer den tewffeln zw gefallen oder durch ir forcht versawmppt an zw rüffen den namen Jhesus, so 20 ist er verlorn. Zw vesper zeitt seezt man ain in das loch und tütt das wol ver- schlyessen, des morgens so suchen sy in, und ist er nit da, so wartt man sein nit mer. Es sind vil da verlorn, so sind ir auch vil wider körnen. Der selben sag beschreiben dann die korherren da selbst und zaigen dann den das, die in das loch wellen. 25 Das XXXVII/ capitel. Von ainem münch, der in dasselb fegfewr wolt. Ain münch unnsers ordens der wolt in das selb fegfewr, den saezt man auff das loch zw vesper. Da schryen die tewffel von dynipern stimmen, als warn sy in abgrundt der hell und sprachen zw dem münch: 'Wil dw zw uns, so zeuch 30 ab das chreücz.' Die kutten haissen sy das creüez. Der münch sprach zw in: 'Ich wil mein kwtten nit abziehen, ich wil wol zu euch hyn ein und wil mit euch kryegen, aber ich kwm nit an mein gewant, [236"] das mir gesegnet ist.' Und da er vil streitt gethan hett, da funden sy in an dem morgen, da sy in des abents gelassen hett. 35 8. XXXYj. 11- dar vor; In/.: pergat. 2(\ Das XXXVII] steht unter dem Ende der vorigen Seite, über den Rand hinatin- ragend. 390 VI, 38—VI, 40. Novicius: Ich. wolt nwn gern hörn von der er und wird der gerechten. Monachus: Ich wil dir vor sagen drew ander exempel von dem leiden und pein der totten die ich an ir verlassen und versawmpt hab, das nach der swarczen varb die weysz varb dester lawtter erschayn. 5 Das XXXIX ß&pitel. Von clei' pein des appts von Corbaye. Zw der zeitt der zwayung zwischen Philippen und künig Otten da tranck ain pilgrim zw Lamparten so vil das er truncken und unwissen lag, das in mänik- lich fwr tod hielt. Zw der selben stund ward er gefwrt zu der pein der grossen 10 helle; da sach er ob aiin loch, das fewrein was und bedeckt mit ainen eysnen deck, syczen den fürsten der vinsternwss. Da wart zw gefürtt der appt von Korbey, den grüsst der tewffel und gab im mit ainem fewrein nappff swebel und pech zw trincken. Da er getranck, da versanckt man in tyeff in dasselb grausamlich loch. Darnach sprach der tewffel: 'Fürt mir her zw den der da 15 vor stett, der nächst sein wallgewantt umb wein geben hatt und vast truncken ward.' Da das geschach, da sprach der pilgrim, der truncken was, zw dem engel: 'Lieber herr, helfft mir, ich swer euch das ich ewikleich kain wein mer trincken wil.' Da fürt in der engel zw seinem leib; er merckt den tag und die stund, da vand er das der appt auff die stund tod was. Der appt was gar ain weltlich man; 20 er gleicht pas aim ritter dann ainem münch. Novicius: Ich main das die truncken in der hell gar übel getrenckt werden. Monachus: Des wil ich dir sagen ain undersohayd. Das XXXX capitel. 25 Von dem hellischen tranck ains trunckenden. In dem stifft zw Köln was ain ritter also ver leckert und geraiczt auf! den wein das er all kirch weich allain durch des wein willen haim sucht. Da der selb ritter sterben wolt, do patt in sein dochter das er ir in den dreissig tagen erschyn. Nach dem tod da erschain er seiner tochter und sprach zw ir: 'Dochter, 30 schaw, ich pin hye,' und hett ain grosse krwsen mit tranck in seiner hantt, daraus er in den tabornen gern tranck. Die tochter sprach: 'Lieber vatter, was ist [237 r ] in dem kruslein?' Er sprach: 'Dar inn ist mein tranck gemacht von pech, swebel und gallen. Ich trinck tag und nacht daraus und mag sy doch nit gelärn und austrincken.' Da verstund die tochter das seins hayls und be- 35 haltung kain trost wäre. Der wein schleicht hye sanfft in den slunt, aber dortt peist er als ain wüttent, gyfftig slangen. 4. die] i aus e korrigiert. 5. XXXVlIj ca. 24. XXXIX. 35. Spr. 23, 31 f. VI, 41 — VI, 42. 391 Das XL? capitel. Von der pein ains durch ain schlaff in, das ist ain deck mantell. Zw der zeitt als der pischoff von Hyldeshaym erslagen wartt, da starb ain pilgreim in ainem dorff, der schwff sein wal rock ainem priester und bevalch im sein seel. Der priester enpfieng das gewand, aber er acht der seel gar nichts. 5 Nach kurczer zeit war der selb priester novicz in unnserm orden; zw ainer nacht wart er verzückt und zw den hellischen pein gefürtt. Da hörtt er grossz gedoss, wain und klagen, da wart der selb pischoff von Hyldeshaim in die hellischen schlos verschlossen. Da sprach der tewfflischs fwrst mit warnender stymm zu den die in prachten: 'Fürtt in hyn wider, fürt in hyn wider, wann er ist nit 10 unnser, er ist unschuldiklich erslagen.' Da das der priester hortt, er verparg sich hynder die twr. Da er sach der tewffel des pilgrinns rock, da sprach er: 'Wcs ist dicz klaytt?' 'Es ist des priesters, der hinder der twr stett, der hat ez von aim pilgreim zw allmüsen genomen und hat der seil nye gütt gethan.' Da sprach der tewffel: 'Wir haben gar vil zw schaffen, wir sollen in pald aus- 15 richten.' Die tewffel namen dasselb gewantt und tunckten ez in ain gar stinckend unflatt, das syedent vor hycz was. Dasselb gewant slwg er dem priester under sein äugen, da erwacht er und schray ain grossen, lautten schray: 'Helfft mir! Helfft mir!' Da die münch in mit dem chreücz geswaigten, da sprach er: 'Yecz stirb ich, yecz prinn ich.' Da laucht man zw im, da was im sein hauppt gancz 20 versenckt und geprwtt, also trügen sy in in das syech haws, halb tod, halb lebend wann er hett der sach nit gepeicht. Novicius: Dicz gesicht solt pillich erschrecken die vil kirchen haben und vil almüsen ein nemen und ez nit verdienen. Monachus: Wir sollen alle nit sein sunder grosse forcht, sunder Gott 25 [237 v ] albeg fürchten. Nwn sey gnüg gesagt von dem jamer und layd, wir sollen lvwn sagen von den freüden und wünn der erweiten, gerechten diener Gots. Das XLIj capitel. Von den freüden und eren der apptessin von Diech kirchen. 30 In dem münster Diech kirchen was ain apptessin, die der regel ain rechte liebhaberin was und des klosters ain wäre wider pringerinn. Da die sterben solt, da pat sy das man das leyden Jhesu Christi pey ir las, und da der prister 1. Das XL capitl' steht unter dem Ende der vorigen Zeile. 7. hßrtt] h aus o korrigiert. 16. tunckten] kt sind über Rasur geschrieben. 22. hett e aus a korrigiert. 29. XLj. Dieses Kapitel faßt Kapitel XLIIj und XLIV des lateinischen Textes und des Inhaltsverzeichnisses zusammen, so daß obige Zählung von hier ab um zwei Kapitel zurückbleibt. 392 VI, 42-VI, 43. kam an das stuck: 'In dein hend gib ich mein geist,' da ver schied sy zw hantt. Die selb aptessin erschain nach irem tod ainer klosterfrauen, die fragt sy umb iren stand und wesen, sy sprach: 'Von stund an als ich ge starb, in ainem augen- plick als mein sei schyed von dem leib, da was ich vor Gott.' Die grebnüsz 5 diser apptessinn ward yr, vor ee sy aptessin ward, gezaigt von ainer säligen kloster frawen, wann sy ward durch ir frünckhait von ainem andern kloster aldar er weit von dem pischoff. Die selb apptessin erschain ainer andern swestern, die an irem andächtigem gepett lag, und sweptt in ainer fewrin spÄeer. Die fragt sy auch von irem stant, da sprach sy und sang den versikel Davit: 'Als wir 10 gehört haben und gesehen haben in der statt Gots aller tugent.' Sy gab kain ander antwurtt und verschyed vor irm angesicht. Novicius: Sy hat gnüg leichtleich, gnüg kürczlich erzaigt und gesagt iren grossen Ion und gnad, so ir Got geben hatt umb ir dienst hye auff diser erd. Monachus: Wie so mit behender schnell der gerechten seel durch die 15 hymel auff farn, das wil ich dir noch sagen mit ainem beyspil. Das XLIlj capi/e/. Von der glori ains münchs, des seel zw hymel fwr als ain pfeyll. Ain münch unnsers ordens der erschain ainem andern münch, der im vast gehaym was, nach seinem tod. Er was in grossen eren und glori; der lebent 20 fragt den totten von seinem stand und wesen. Er antwurt und sprach: 'Ez ward nye pfeyll vom pogem so snell getriben an sein statt, als pald mein seel fwr Gots anplick kam.' Das was nit ain wunder, wann er hett in dem orden Got fünffczig jar gar in prünstiklich gedientt, recht als \238 r ~\ ain farender pfeyll. Er hett auch mit seinem gütten leben und wandel gar vill lewtt zw gütt pracht. 25 An dem pfeyl sind drew ding: holcz, federn und eysen. Mit dem holcz hat er geben frucht gütter werch, mit den federn hat er bezaichentt die zwifach lieb, Gots und des nächsten, mit dem eysen, das spiczig ist, hatt er gehappt scharff und spiczig rew und andacht. Du solt mercken das der pfeyll nit recht gett, er sey dann gefydertt, und mag auch hart körnen, da man in schyessen will sunder 30 federn. Also ist auch der seel: Und hett sy gar vil güts gethan und war mit vill tugenden gezyertt und ist sy mangeln der spicz der forcht Gottes, so mag sy auch sunder die federn der rechten lieb nit körnen an die statt der ewigen rw. 1. Lvlc. 23, 40. 7. Die selb apptessin] Mit diesen Worten beginnt im lateinischen Text Kapitel XLIV. 8. apheer] lat. : sphaera ignea. 9. Ps. 48, 9. IC. XLIj cap. steht unter dem Ende der vorigen Zeile. 30. federn] d aus r korrigiert. 31. sy. VI, 44—VI, 40. 393 Das XLIIIy capitel. Von ainem schüler, des seil in ainer tauben gestalt zu hymel fwr. In der statt Bunn was ain verschlossen begm, die sacli in ainer nacht grossen glast durch ain venster in ir zell gen und want.es war tag. Sy erschrack, wann sy hett ir tagzeitt dannocht nit gepett. Sy stund pald auff und entslos 5 das venster gegen dem freythoff. Nym war, da sach sy sten ain frawen von unsäglicher schon bey ainem grab, da newlich ain schüler ver graben was, und die er und glori, die von irem leib gieng, die gab sSlichen prehenden schein. Es stund auch ain schneeweisse tawb auff dem grab, die enpfieng die fraw und saczt sy in ir schoss. Die begin die fragt sy mit grossen züchten wer sy war, 10 sy antwurt yr: 'Ich pin die mütter Jhesu Christi und pin körnen die seel des schülers, der ain rechter martrer was, zw fwrn in die ewig freüd.' Wann all schüler, die gern und vast lernen, die sind all recht martrer vor Gott, und ob sy her nach ir kunst in Gots dienst treulich geprauchen, so enpfahen sy von Gott grossen Ion, wird und das ewig leben, als das nach geend exempel tütt 15 ausweysen und beklaren. Das XLF capitel. Von der hantt ains Schreibers. Zw Arnsperg, dem kloster weyss ordens, was ain Schreiber, der gar vil pücher durch Gots willen geschriben hett und begert den Ion in den hymein. Da 20 er gestarb, über XX jar, [238"] da wart sein grab auff than, da wart sein rechte hantt als gancz und rain funden, als ob sy erst von ainem lebendigen leib ge- sniten war, und der ander tail seins leib was aller zu pulver worden. Zw zewg- nüsz dicz grosses wunders ist die selb hantt noch zw Arnsperg und wirt da ge- zaigt für ain wunder. 25 Novicius: Gott hatt gnüg erzaigt an der hantt, da mit er im gedientt hatt, das sein seel in dem hymel grosz freüd und wunn nyessen und geprauchen ist. Das XLVj capitel. Von dem predigew ains münchs weyss ordens. Ainem priester weiss ordens wart gep&ten das chreücz zw predigen wider 30 die hayden; in der predig dett er grossen fleys, pis er gestarb. Darnach erschain 3. begii'. 15. wir. 16. XLIIIj. 24. vor hantt geslriclien junckfraw. 27. XLV. — Kapitel XLVIIj: De odore Magistri Petri Cantoris, das im Inlmlls- verzeichnis angeführt ist, ist ausgelassen, wodurch sich die Zählung wieder um eins verschiebt. 29. predige? 1 . 30. priesters. gepeten. 394 VI, 46—VI, 47. er ainem seinem gesellen, der fragt in von seinem stand und wesen. Da ant- wurt er also: 'Mich bedeweht mein pein und marter genüg lang, und hab doch nach meinem tod kain leiden gehappt dann das ich gar vil tewffel gesehen hab, die viengen mein seel und wolten By verfwrt haben und sprachen zw mir: "Du 5 hast dein orden nye recht gehalten, noch hast gehalten gehorsam deinem appt, die dw dann versprochen hast. Du hast auch nye lawtter gepredigt die gesaez deines herren." Das triben sy lang, und yeglicher legt besunder klag auff mich, und ich hett nyemant der für mich antwurttet. Da kam Jhesus Christus zw mir und sprach: "Volg mir, wann du hast mich gepredigt." Von stund an 10 verswunden die schar der tewffel als der rauch zergett, und ich fwr mit Christo Jhesu zu den ewigen freüden und glori. Ich hab siinst kain pein dann allain die grossen forcht und schrecken erlitten.' Ich wil dir auch sagen gar ain gleich ebenpild von den die gern petten. Das XLViy capitel. 15 Von ahn ritter, in des hosen und pain geschriben was das ave Maria. Ain ritter sas zw Köln, der hett die gewonhait das er albeg sprach das ave Maria, er gieng gen kirchen oder dar von, oder wo er in seinem hoff oder haws hin oder her gieng. Der selb ritter erschain auch nach seinem tod ainer 20 seinen frewndin gar in kostlichen, gezierten klaidern. An dem klayd allen und am maysten an den hosen und schwhen was mit gülden püchstaben geschriben das gancz [239 r ] ave Maria, und dar umb das er am gend am nächsten sprach, darumb warn die hosen und schüch dester foller geschriben. Aus dem magst dw mereken: Als Gott die sünd strafft und lwst nach irer gleichnwsz, also be- 25 lantt er auch das verdienen, und nämlich an dem gelidern damit der dienst geschehen ist, da er zaigt er sein wird und glori. Novicius: Warumb ist das die menschlich natur so vast sorgt zu sterben, so doch dem menschen nach seinem tod so manigvaltig er und glori beraytt und geben wirt ? 30 Monachus: Der war Gott Jhesus Christus, der Gott und mensch was, der hatt den tod so vast gefurcht das er swiezet plütigen swais. Die seel ist von natur gern bey dem leib, wann die weil sy im leib ist, so mag sy gros verdienen, und darumb sehaidet sy sich nit dann mit grossem, pitterm smerezen. 6. nye fehlt; fat.: Nunquam praedicasti. 8. vor ich gestrichen he. nach mich gestrichen pittet. 14. XL VI. 19. auch seinem; lat.: cum mortuus esset. VI, 48—VI, 49. 395 Das XLVII/ capitel. Von ainem convers, der sprach das sein hercz ain grosser stain gedruckt hett an seinem end. Ain prior weyss ordens der was in ainem pawhoff und wart so schlaffrig das in bedeücht ob er nit schlyeff, das er stürb. Als pald er sich naygt an ain 5 pett und entslyeff, da erschain im ain convers und sprach: 'Herr, ich gee mit ewrem Urlaub.' Der prior sprach: 'Wa hin gestü ?' Er antwurt: 'Ich gee zw Gott, wann ich pin in diser stund gestorben.' Der prior sprach: 'Seid so vil volkömer mensch in das fegfewr körnen, was bedewtt das du so gar lautter sprichst: "Ich gee zw Gott," an mittel?' Der convers sprach: 'Ich hett ain gewonhait: Als 10 offt ich gieng für ain marterpild, so sprach ich dysz gepett: "Herr Jhesu Ghriste, durch den pittern tod und smerczenn, den dw erlitten hast durch mich an dem chreficz und am hörtsten, da dein seel von dir schyed, erparm dich über mein seel, so sy von meinem leib schaidett." Das gepett hatt gehörtt Got und hat sich über mich erparmt.' Da sprach der prior: 'Wie was dir an deinem leczten 15 end?' Er sprach: 'Mich bedeweht an meinen leczten zwgen das alle weit ain stain wäre und lag auff meinem herezen und truckt mich.' Novicius: Die wort disz convers sind wol gleich den worten der die dann sprechen das kain pitterer und swärer ding sey in diser weit dann der tod, so sich seel und leib tut schaiden. 20 Monachus: Als ich vor [239°] gesagt hab: Ich getar nit urtailn in ungewissen Sachen, ich wais aber wol das gerecht und gütt menschen offt und vil gar begirlichen begern zw sterben. Das XLVIIIy capitel. Von dem tod Nicolay und Günthers, der münch und gesellen. 25 Es kamen drey Jüngling von gnaden enpfahen unnsern orden zw der Newenbürg, was ain chloster unnsers ordens im Elsascz, die wurden all drey auff genomen. Aus in ainer hyes Nicolaus, der ander Günther, der dritt Sigbertus. Als nwn der erst gestorben was, da gedacht der Günther vast seines eilends und gieng all tag über sein grab und waintt inniklichen und patt fwr sein seel und das 30 er im auch pald zw im hwlff. Zw ainem tag kam ain stim aus dem grab und sprach zw im soliche wort: 'Hab trost, hab trost, wann du kumpst pald zu mir.' Der appt sach dar nach das sein angesicht vast plaich und traurig gestalt was, da fragt er warumb er betrübt war, und er mocht gar kaum aus im pringen das ich vor ge sagt hab. Nach kurezen tagen ward er syech und starb, als ich 35 1. Das XLVlj. 24. XLVIIj. 26. kamem. 29. Günther fehlt. 396 VI, 49-VI, 51. main von hilff Nicolay, seins gesellen. Da komen sy zw ain ander in dem hymel, das er mit grossem zähem hye in der weit offt und vil begertt hett. Nwn hör noch ains, das dem gleich ist. Das L c&pitel. 5 Von aim convers, der sprach das der grab orden sant Bernharts die grösten er het in dem hymel. Ain convers swarcz ordens der kam ains tags zw zwain münchen seins kloster, die an gehaim bey ain ander sassen; er tet die twr haimlich auff und gieng zw in . . . Sy sprachen: 'Ja,gar wol.' Sy fragten in von dem stant ettlicher 10 Seelen; das beschyed er sy der frag alle und sagt weihe wol stunden, weihe übel. Sy fragten in von dem stand der grawen münch, da sprach er: 'Sy haben den höchsten Ion in dem hymel, wann sy leuchten über all ander, als die stinn dütt prehen über das gestim. Novicius: Dem gesiebt ist wol gleich hellend das oben geschriben stett 15 das diser orden verporgen ist under dem mantel der parmherezikait Marie ? Monachus: Dw redest war. Novicius: Den gerechten ist versprochen von Gott, dem herren: 'Die rechten werden scheinen' etc. Ich frag ob ez zw verstend ist von dem leib oder seel. Monachus: Die leib der gerechten die werden nach ir urstend gar schön SO leuchten als die swn, nit als sy yecz scheinet, sunder [240 r ] als gelewcht hatt vor dem val des ersten menschen, das ist syben mal so lautter als bezewgt Ysaias, der spricht: 'Das liecht des mons wirt als der sunnen glancz, und die swn leücht syben mal so lautter und schon.' Noch dann leücht die seel gar vil schöner dann der leib, da von wil ich 25 dir auch sagen ain exempel. Das LI capitel. Von den füssen ains maisters von Parys. Es ward ain grosser maister zw Parys kranck, der zweifelt ob die leib auch glorificiert würden und gedacht in seinem herezen: 'Wie mag das gesein 30 das unnser faul, smeckend leib so lewehten und schein mwgen in künfftiger 1. nach main gestrichen vnd, darüber vo. 2. hye] hy aus ni korrigiert. 4. Das L ca., wobei ca. «6er den Rand hinausragt. Die Zählung der Hs. springt von 48 auf 50 und wird so wieder in sich richtig. 9. Nach zw in ist eine Lücke; lat.: ait ille: cognoscitisne me? 15. Nach orden steht auch schon einmal under. 18. Matth. 13, 43. 19. Monachus fehlt, an der Stelle ist ein leerer Baum. 22. Jes. 30, 26. VI, 51—VI, 53. 397 und erstandner weit V Da erplickt er sein fwsz, die er aus seiner deck gereckt nett. Nym war, da gieng von in ain solicher glancz und schein das sein äugen das nit angesehen mochten. Von stund kam er von seiner zweiffelung und sagt Gott grosz lob und danck das er in durch sein krafft und tugentt zu rechtem glauben der urstend geweist und gelaytt hett. 5 Novicius: Wie mochten die äugen solichen glancz erleyden? Monachus: Da von wil ich dir sagen das ich gesehen hab. Das LIj capitel. Von aim münch, der sein gesicht in die sunnen weczet und spiczt. Da der salig Davit noch in dem kloster in leben was, der sas offt und vill 10 an der arbaitt und kert sein gesicht gerehen in die plicz der sunnen, gleich sam ain adlär. Des sind zewgen all alt vatter in den conventt, die das offt und vil gesehen haben. Seyd nwn Gott sölich krafft und vermögen gibt kranchen, menschlichen äugen, was mainst dann das er thw den erleuchten und glori- ficirten äugen ? Novicius: Ich pitt dich, sag mir was glori wirt dem leib und was glori wirt der seil. Monachus: Yetwedere er und glori ist uns natürlichen menschen nit möglich zw sagen. Das LIIj capitel. 20 Von den gaben und gnaden der auserwelten Gots. An dem leczten tag, als der zwelfpot spricht, so werden wir alle ersten, wir werden aber nit all verwande/t, allain die erweiten werden verwandelt durch die wird und glori sei und leibs. Die glori des leib ist an vier gaben: in subtilkayt, in klarhait und in untödlikait und in behendikait. [2W] Der leib 25 ist gemacht von vier complexum, als aus plüt, colera, flegma und meloncolia. Die vier complex habent gleichnüsz mit den vier elementen. Das plüt gleicht sich dem lufft, colera mit dem fewr, melancolia mit der erd, flegma mit dem wasser. Was dann der leib hatt von dem lufft, das wirt zu subtilikait, und was er von dem fewr hatt, das wirt vermischt in klarhaytt, und was er hatt von der 30 erd, das wirt ver wandelt in unt6tlikait, und was er hatt von dem wasser, das wirt verwandelt in behendikait. Die gab der sei sind drew, das ist: bekantnüsz, 9. lat. : in solem. 14. in einschlichen. 21. den. 22. 1. Kor. 15, 51. 23. verwandert, wobei a aus u, d am b korrigiert ist. 24. und] steht zweimal da: vn am Zeilenende, vnd am Anfang der neuen Zeile 398 VI, 33-VI, 54. lieb und nyessen. Nach dem jüngsten gericht so werden die syben gab der drivaltikait zw geaignett und zu geben. Salig sind dann die disen zehenden pfenning nyessen und geprauchen. Novicius: Von dem jüngsten gericht wolt ich nwn gern ettwas gewisz 5 hörn. Monachus: Davon wais nyeman wann der tag Gots, des herren, kumpt. Als der dyepp in der nacht, also kumpt er ungewarntt. Novicius: Wa wirt das jungst gericht? Monachus: Auff dem tall Josaphat in dem lufft. 10 Novicius: Wie vil werden ordcnung an dem gericht? Monachus: Vier: Ettlich sind vast gütt, die werden zw Gott und ewiger behaltnüsz geurtailt; die halb posen werden verurtailt und verdamppt;die halb gutten werden geurtailt und auch behalten; die gar posen werden sunder an alle gerichtt verdamppt. 15 Novicius: In was form wirt Gott erscheinen. Monachus: Er wirt ungeleich erscheinen, wann den gutten erscheint er frölich und lachent, so erscheint er den posen so gar zorniklich das sy in nitt mügen an ge sehen. Des hör ain peyspil und exempel. Das LIV capitel. 20 Von aim priester, der ain templer was. Ain priester aus Köln von dem orden der tempelherren, der hatt mir von seinem aygen münd offt gesagt das ich yecz von im sagen wil. Der selb was in seiner jugentt syech und enpfieng den warn leichnam Gots, und da er be gertt des heyligen Öls, da ward ez von ettlichen wider ratten, also versclvyed 25 er sunder an das heylig oll. Nym war, da stund im pey der engel Gots und sprach: 'Es ist gar übel gethan mit dem kind darumb das [241 r ] er sunder die Segnung des heiligen Öls verschyden ist.' Doch so fürt er sein seel für das angesicht Jhesu Christi, Gottes sün, der sach sein gesicht als durch ain schlem und däucht in gar grausamlich sein. Nym war: Da kam der tewffel und klagt an das kind 30 und sprach: 'Herr, der knab hat seinem prüder ain helbling gestoln und hat das weder gepeicht noch gepwsst. Dw pist gerecht, du solt recht urtailn, dw solt im die schuld nit vergeben, wann er hatt das gestoln nit wider kertt.' Gott, der herr, sprach: 'Woltest dw das ich umb ain so klain ding dicz kind verdamppt ? Mein gerechtikaytt mangelt nymmer parmherczikait.' Doch so wirt sein sei 35 geworffen in ain fewrein twmpff von des helblings wegen. Darnach über ain 2. nach die gestrichen ein angefangenes p 7. 1. These. 5, 2. 11. vn. 13. an ist übergeschrieben. VI, 54—VI, 55. 399 stund ward sy aber für Gots angesicht gefürt, da saoh er nwn sein angesicht gancz, und der schlem was von damien gethan. Der tewffel besorgt er verlor die seel und sprach zw Gott: 'Es ist gütt das die seel wider in den leib kwm, das sy dir noch lenger dien.' Da sprach Gott, der herr: 'Das sprichst du nit von hayl wegen seiner seel, sunder durch dein pösz list und poshait, das er würd 5 sünden und in dein gewalt kam.' Doch so wart geurtailt das die seel wider kam in den leib, da verstund der knab; das nani meniklich wunder, und durch die zaichen, die sy an dem knaben sahen, gekuppten sy was er in sagett. Der knab kam von andacht in unnsern orden. Das vernam ain poser, schnöder, verkerter mensch, wann er was ain schalck und hoffertig, der sprach: 'Nwn lügt, wann 10 solich Jüngling münch werden, so wellen sy als pald wesen unser herren.' In den wortten wart der jung also geleczt das er zu den tempel herren kam. Novicius: Man list noch hewtt bey tag gar vil gesichtt und Offenbarung von dem end der werlt, ich wais nit ob dar an zw glauben ist. Monachus: Seyd so vil von dem ander krist betrogen sein, dar umb wolt 15 ich nit schreiben was ich dann dar vor gehört hab. Novicius: Villeicht und also main ich der jungst tag werd verzogen durch die gepett der heiligen menschen. Monachus: Das wirdest du hören in dem nach genden beispil etc. Das LV capitel. 20 [241'] Von der junckfrauen Maria, die erlangt das der engel nit zu dem andern mal pwsaunett. Zw Ohlarefalle stund ain münch an seinem gepett, der wart ver zuckt und zogen für den gerichts stül Jhesu Christi. Der sach zu der zeswan hantt Gottes sten ain engel mit ainer pwsawn zw dem sprach Jhesus Christus also: 25 'Pias auff die pusaun.' Da er auff plyes, da was der doss und schall der pwsawn als grausamlich und gros das alle weit zittert als ain lopp von ainem pawm. Da sprach Gott der herr: 'Pias auff noch ain mal.' Da west wol die sälig, rain magt Maria, solt er noch ain mal geplasen haben, das alle weit zergangen war. Sy stund auff und legt sich für die füsz ires süns und patt in mit grossem flech 30 und pitten das er seines zornes vergasz und nit mer plasen lyesz. Jhesus Christus antwurt seiner mütter: 'Liebe mütter, die weit stett so in übelm stantt und treibt so vil sünden das ich mein urtail kvvm verziehen mag, wann nit allain die layen, sunder auch die priester und münch irr gend so vast m iren wegen und gebetten das ich hart verziehen mag.' Da sprach die gnadenreich Maria: S 5 'Lieber herr, vergib, vergib durch meiner lieben frewnt willen graws ordens, pys sy sich be raytten.' 7. verstund] lal.: anima corpori restituitur. 15. vor sein gestrichen sind. 32. 1. Joh. 5, 19. 400 VI, 55—VI, 56. . Novioius: Dicz gesicht ist gleich dem wunder da das pild der rain maid Maria swiczett von der forcht des anligenden urtails. Monachus: Das der jungstag nahentt sey, das bezaichen die grossen erdpydem und ander grosse un gewönliche zaichen, doch so freütt mich gar 5 vasst das Christus Jhesus die seinen warnen will vorhyn, wann er spricht: 'Heppt auff ewr haupptt, das ist, ringelt ewcre herczen, wann die we, arbayt und mw nympt end und ez kumppt ewr erlosung.' Das LVj capitel. Von dem hymlischen Jerusalem und von der eer und wird der 10 heyligen etc. Wir sollen eyln und in gen in die heyligen statt, da kain erdpydem, sewffczen noch jamer ist, sunder da ist Gottes lob an underlos. Da ist auch kain schad noch wagnwss, sunder ewiger frid. Da ist kain töttlikaytt, sunder albeg das ewig leben, da ist auch weder krieg, neyd, noch hass, sunder ewiger frid ist alda. 15 Nyemant hungert da, nyeman dürstet da, wann da ist alle genügsamkait. [242 r ] Die vierd gnad begryff der weissag und prophet Davit in dreien versikeln, da er spricht: '0, Jerusalem, lob Got, glaubige seel, lob dein Gott, lob in mit herczen und mit mund!' Warumb 1 'Da hatt er gesterckt die schlos deiner porten und hat gesegnet deinen kinden in ir.' Nym war: Da ist untödlikait, 'in der ge rechten 20 hantt hatt er die leng aller tag; der selb hat geseczt deine ende in stätem fryd und mit der fayst des getraidz ersatt er dich.' Nym war die gnügsamkait, und anderwa in der geschrifft als: 'Aller freüd bernden wonung ist an im.' Er begreiff kurczlich das man mit langen worten nit mocht aus ge sprechen. Die freüd ist nit als man ir hye in diser weit pf ligt, da wir von widerkwnpft der kint erfreüd 25 werden oder gloriern und reichsen von der gab des reichtüms. Wie wol man das nit ausgesprochen mag, so hatt er doch genantt die gleichnüsz, die er gehaben mocht. Aber da er spricht: 'Als der frewenden gmüt in in,' da maint er der rechten freuenden und nit in gleichnüsz. Als dann pillich zu versten ist das bey in alle freüd ist, das pey im alle freüd sey, die wir nit mügen noch künden erdencken. 30 Die freüd des ewigen lebens ist sybenfaltiger würekung, da leppt man an end. Sy smecken und riechen die gehaim Gots, sy haben lieb Gott und iren nächsten, sy hören das kain aug gesehen mag, wann die gnad Gots ist unsichtig, sy sind in dem aller gerütisten frid. Ez mag auch die freüd in kains menschen hercz körnen, wann die ding sind unverstendlich. Sy erfreuen sich solicher freüd die nyeman 2. Oben S. 9. (i. Luk. 21, 28. herczen fehlt; lal.: exhilarate corda. 9. vor. 16. Ps. 147, 12ff. 22. Ps. 86, 5. 31. 1. Kor. 2, 9. VI, 56. 401 ausgesprochen mag, sy sind snell und sicher in allen irem thün. Sälig sind die die mit dem gefert und willen Gots da hin gefürt werden. Da ist alle hegird erfült und soliche freüd die unausprechenlich ist,und ist auch soliche sälikait die nymmer Verloren wirt. Novicius: Die sind arm und unsälig die nit täglich nach solichen freüden 5 ringen und trachten. Monachus: Seid unnsern püch nwn end zu geben ist, so sollen wir Gott, der aller end ungeentter anfanck ist, pitten und flehen das er durch dein frag und mein antwurt allen die das lesen oder hörn, gnad, pesserung und güts be- schäch und in zu hayl [242 v ] kum. Und das auch alle menschen da von gepessert 10 werden, das unnser arbaitt auch früch pring uns und allen kristen gelaubigen, das verleich uns der von dem wir ain gerett haben, das ist unnser herr Jhesus Christus, ein erlöser aller begernden weit und ain prüder der er weiten, ain künig aller künig und herr aller engel und — das ich das alles kurczlich besliess — das leben, der Ion und die freüd alles hymelischen hers, dem mit dem vatter 15 Und dem heyligen geist lob, er und gewalt sey durch alle ewikaytt der weit und ewen. Amen. Herr Jhesu Christe, Gottes sün, ungepilter pilder aller form, dir sey gesagt lob, er und gnad umb die wunder deiner tatt, darinn dw die armen menschaytt warnst, weist und lernst so gar mit väterlicher lieb und trew, das sy dich ertt, 20 wirt und loppt durch unsäglich deiner gnaden wider gelt. Tail mit uns dein sunder hilff und stewr, das wir diser gütten beyspil genyessen und tailhäfftig werden, damit wir erlangen dein hilff etc. 8. aller end ungeentter anfanck] lat. : omnis cons-ummationis finis. Deutsche Texte des Mittelalters. XXXIII. 7}amen~ und Sacßverzeicßnis. Das nachfolgende Namenverzeichnis beschränkt sich nicht auf die Zusammenstellung der Personen-, Familien- und Ortsnamen, sondern will auch eine Ergänzung der Anmerkungen des Apparates sein, insofern, als noch für eine Meihe von Zitaten und literarischen Erwähnungen des Textes die Nachweisungen beigebracht werden. Bei diesen Nachweisen, welche sich fast ausschließlich auf die kirchlich-mittelalterliche Literatur beziehen, hatte ich mich der liebenswürdigen Unterstützung des hochw. Herrn Paters Ambrosius (Paul Styro) 0 F zu erfreuen; seine Beiträge sind mit seinem Namen (P. A.) gekennzeichnet. Bei der Feststellung der geographisclien Benennungen habe ich naturgemäß den der Ausgabe von Strange beigegebenen Index in Caesarii Heisterbacensis dialogum. Confluentiae MDCCCLVII stets herangezogen, ohne ihm jedoch überall folgen zu können. — Alle erläuternden Angaben sind durch kursiven Satz vom Wortlaut des Textes Hartliebs unterschieden. — Die Anordnung des Verzeichnisses ist so getroffen, daß auf das jeweilige Stichwort die einzelnen Belege mit Angabe der Seitenzahlen im Text folgen. Wo notwendig, wurde der entsprechende lat. Text in Klammern hinzugefügt. Aaron: zweyes Aaron 8, 2. Abel: der heylig Abel 164, 16. Abraham: Gott des Abrahams, Ysaaoks und Jacobs 144, 29; gelaub Abrahe 228, 13. Abymelech: versagt Davids dyenern das heylig prott 167, 1. Ach, Hans von: maister Johannsen te- chant zu Ache 221, 27/28; 222, 2; maister Hanns von Ach 275, 31; maister Hannsen techant zu Ach 292, 2. Ach, Ache, Aquis granum, civitas Aquensis, Achen: Philipp zu Ach gekröntt 309, 29/30; ein man bey Ach 309, 29; perg des heyligen Salvatoris bei Ache 160, 22; chloster zw Porteco pey Ache 174, 1; Maister Johanns ein techant zu Aquey (lat.: decanus Aquensis 145) 174, 32. Acharon (Achon), Akkon 278, 27. Adam, Stammvater 40, 22; 110, 4. Adam von Lucka: münch Adam von Luck 4, 34 (Register); Adam, manch von Lucka in Sachsenland gelegen 35, 5/9; sieht den Teufel als schwarzen MenscJien 35, 15; münch unnsers Ordens, des ich voran meidung getan 46, 19; Schüler in einem Kloster zu Westfalen 46, 25; kopfgrind geheilt 46, 21 ff.; Schüler einer Konventualschule in Sachsen 172, 5; Pfleger des sächsisclicn Ritters Alardus 338, 13. 23. 28 u. ö. Adolf, bischof von Kollen 162, 15. —, priester: sieht in der Hostie Maria mit dem Kinde 198, 24 (Register); von Ferve (lat.: Dyeferne, Dieveren in Friesland) geporn 209, 5. 11. 34; 210, 4. —: scholasticus in dem tun zu Kolen 223, 32. Aegypten: Egippen land 242, 10. Aetna s. Ettneus. Ainaucken, Petter (lat. monoculus): abt des chlosters Clarenvalle (Clairvaux) 3, 29. Alardus: unnser münch 304, 7; die sawgam Alardi unsers noviczen 314, 8; münch von Lucka 316, 8; erst Ritter in Sachsen, dann Mönch von Lucka 339, 11. 15. 35 u. ö. Alber, priester 222, 6. Albigenser: keczer Albienses 4, 31 (Register); keczer Albiensis 44, 31; AI- Namen- und Sachverzeichnis. 403 biensern 45, 3; Albiensen 45, 29; keczerey Albiensium (lat. Albiensium 105) 128, 10; keczerey Albyensen 217, 3. 18; Albiensen 300, 14. Albrecht: her Albrecht mimch zu Hemmerode 322, 26. Alcaher (lat. Alkazer), Alcasar, Schloss, Zitadelle, bes. zu Segovia und Toledo: haydenisch geslos genant Alcaher 165, 27. Aldensee (lat. Aldinsele), Oldenzaal, Stadt im Bezirk Twentlie (Holland) 196, 34. 35. Alhaid: erste Äbtissin des Klosters zu Münster (Westfalen) 241, 11. Alhardus: unnser novicius, vor zeitten mit korherre (Rudolfs von Aldensee) 197, 2/3. Alheydis von Malsperckh (lat.: Aleidis de Molsberg 8; Aleidis comitissa de Froizbreth Strange I, 285 = Dist. V, 5): edel frawe Alheyt 16, 30; Alheyden 17, 2. Altenberg (Altenperg), Ctslerzienserabtei W» der Kölner Diöcese: 18, 16; münch Von dem Alltenperg zu Kollen 187, 22; s. Bürgis. Altendorf: ritter von Alltendorrff, erbittet Schuhe Walthers von Birbcch 70, 10. Ambrosius: heylig lerer sand A. 206, 5 [S. Ambrosii de sacramentis lib. IV c IV, 14 (Migne). P. A.]j 233, 4. Anastasia, eine der elflausend Junckfrauen 185, 15. Andreas, sant: zwelfpoten sant Anndrestag 77, 23; sand andren verschmäht 97, 8 (Reg.), dazu Text: 155, 26; 161, 13. — : sand Andren 97, 10 (Eeg.), dazu Text: sant Andres kirchen zu Kolon 156, 5. 12; s. Andres stifft zu Kollen 248, 30; turn s. Andres 288, 22; Erfind, techant s. Andre 345, 1; sant Andre in Köln 354, 2. Annas: des Juden pischoffs Anne haws 110, 22 (lat. bloss: domus summi pontificis 89; im deutschen Register: Cayphas 94, 24). , Anrod, Anrode: Anrod 199, 25 (Reg.), dazu Text: indem dorff genant Anrode 219, 22. Anshelmus von Lysare (lat.: de villa Lysere 2, 56), Ritter 305, 17. Antonius, sand: nimmt täglich das Kreuz von Christi Nachfolge auf 117, 15; * pflag sand Anthoni (lat.: sacro igne tactus est. 335) 380, 4. Apokalypse: Johannes in Appokalippti 7, 21; puch der trugen genannt Apoka- lipsis 7, 24; 107, 13; sand Johanns in dem puch Apokalipsi 131, 34. Aquey (lat.: decanus Aquensis 145) s. Ache. Aristotiles: A. in seinen natürlichen püchen (lat.: —) 1, 5. Armenia, Gregor von: 317, 3 (Reg.), dazu Text: 348, 2. 4. Arnold: münch von Viliarensi 98, 13 (Reg.), dazu Text: Arnoldus von Vilario 179, 13; unnser münch 219, 16; bruder Arnolden (lat.: in Claustro, Kloster schlechthin, also das Kloster des Caesarius (oder Hemmenrode ?) 67, 23. 29. 31. 34; Arnold 68, 6. u. ö. Arnold s. Ornolt. Arnsperg (lat.: Arnisburgh 354), Kloster bei Rintelen 393, 19. 24. Artus, künig (lat.: Areturus 325) 372, 20. Asia, schwalbe in 306, 31. 34. Athanasius: psalm des glauben Adtha- nasy 135, 32. Augustinus: Opferung des sacraments 205, 28f; Worte des A. 258, 1. 6. - [Vgl. S. Augustini Episcopi Enarratio in Psalmum LXVIII. Sermo II Nr. 6 (Migne scr. lat. tom, 36. P. A.] Ave Maria s. englischen gruss. Ayneucken s. Aineucken. Babilon 297, 33. 36; 298, 1; dazu Reg. Babilonia 268, 19. Balduin: Paldowinus comes Flandrio (vierler Kreuzzug 1202 — 4) 15,10; Pald- wein 15, 11. Balthasar (Belsazar): künig Walthasar 99, 25. Barey (lat.: in Papho) 301, 7; ebenso Pfaffey (lat.: in Papho) 301, 10. Bartholomeus, sant: sein Zahn 97, 18 (Reg.), dazu Text: 160, 18. 23. Bayern: appt in Payrn, der verprant ward 316, 20 (Reg.), dazu Text 344, 2; herzog zu Paym 344, 4; herczog von Payrn 375, 20. 26* 404 Namen- und Sachverzeichnis. Bedian s. Rodian. Belle {Buschbett, Dorf bei Frechen, Bez. Köln): wey Köln ... in aim dorff, das Lelle (!) haisst (lal.: Belle 215) 263, 25. Benedict: sand Benedictua (fürbittend) 20, 16, 33; heylig Benedictus 177, 21; Benedict 276, 19. 20; sant Benedicten 378, 15; hilft der klosterfrawen 386, 29 (im Register: sant Bernhartt [!] 364, 19, lat.: Benedictus 343); 387, 8. Benedicten ordens, sant 386, 32; Benedicter orden 93, 2. Benedictus: [Regula s. Benedicti o. VTI (Bibl. d. Kirclienväter, hrsg. von O. Barden- huver, Th. Schermann, K. Weyman, 20. Bd., 1914, S. 36, wörtlich). P. A.\ Bcrchtold von Zähringen: herzog Berchtold von Zeringen 287, 10. Berg, Perg: grafschafft vom Perg 123, 5; dorf Perg in dem stifft zu Köln 312, 4. Bergamo: erdpydem in Pergamo 301, 6. Bernbrand s. Gerbrand. Bernhard, sant (Bernhard von Clairvaux, Reformator des grauen Zisterzienser Ordens f 1153): sant Bernhardcz appt 11, 23; den heyligen graben sand Pern- harts orden 65, 12; in sand Pornharts leben 127, 13; den heyligen appt sand Bernhart 175, 8; in dem orden sand Bernharts 281, 28; appt von sand Bornhart 297, 14; wort und 1er sand Bernharts 320, 24; sant Bernhartt (lat.: Benedictus 340) in seiner regel 384, 15. Bernhart, regel des hl. s. Benedictus. Bernhard: ritter Pernharden, den der teufol haimffürt von India 97, 17 (Reg.), dazu Text: ritter Gerhart 159, 26 (lat.: de Gerardo 133) s. Gerhard. Bernhard von Lippe: Wernhart von Lippe, . appt zu Livoniam nw ein pischoff do- selbs 238, 13; et wann unser appt, yecz unnser pischof zu Levon 293, 29. Bornhart von Münster: tötet seinen Schwager 318, 4 (Reg.), dazu Text: purger zu Munster 358, 5; Bernhartt 358, 15. 19. Bernhard: her Wernhart unnser münch 166, 21; her Pernhart 167, 6; unsers münchs Bernharts 222, 21; Wernhart tümherro zu Kölln 224, 35; hilft der Klosterfrau s. Benedictus 364, 19. Berthold von Zähringen: pen des herezogen von Ceringen 363, 19 (Reg.), dazu Text: Perchdolden, des herezogen von Zeringen 372, 28. 32; 373, 3. 4; Pertold, speckfresser, korherr zu zwelffpoten zu Köln 260, 16; Berchtold 260, 20. Bertram, Mönch der Abtei Karixtus in der Lombardei 6, 6 (Reg.), dazu Text: Berhtram 59, 9; Bertram 60, 19. 25. Besencz, Beauvais: pischoff von Besencz (lat.: episcopus Beluacensis 248) 297, 35. Bespurg (Reg. 316, 19) s. Cespurg: Besstfal s. Westfalen. Bethel: Bethell 37, 31; Bethel 37, 34. Bethlehem 102, 8. Bick: de Bick von Disburg 199, 1 s. Wicki ndisburg. Bidia 296, 16 s. Lucka. Birbech, Birbeck, Wirbeck, Walter von: der vorgenant 31, 27; maister Ottos, (weilent probst zw Xanten) 44, 22; bruder Walter unnser münch (Teufelaustreibung) 48, 30; hochgeert 61, 19; leben Walters (I, c. 38) 61, 30ff.; von Wirbeck 61, 30; Jungfrau Maria kämpft für ihn im Turnier 62, lff.; von Werbreck 63, 19; ergibt sich Maria 64, 8; sein Trinkivasser in Wein verwandelt 64, 16ff.; begraben auff dem perg Stenberck (lat.: Stromberg 52) 65, 2; er nam an sieh den heyligen graben sand Pernharts orden 65, 12; bannt böse Geister 65, 2lff.; Tiere gehorchen ihm 66, 14; schifft mit Wein nach Seeland 67, 5; verschenkt Schuhe 68, 11 ff.; fleischliche Anfechtung 68, 2lff.; seine Gedanken bei der Mahlzeit 68, 25; erscheint anderen 69, 25; stirbt 69, 32ff. bischof, der einem auszeezigen sein trie- ffend nazlöcher leckt 95, 34 (Reg.), dazu Text 128, 12ff. Blesenser ecclesiae (lat.: Praeposito Pley- sensi 170), Propstei in Ober-Pleis bei Heisterbach 210, 23; vgl. auch Dist. V c. 13. Bonifacius, erleidet zu Dothaim den Märtyrerlod 296, 5. Namen- und Sachverzeichnis. 405 Bonlant (Wonlant), Kastell bei Kirch- heim-Bolanden: Wernher von Wonlant 153, 26; Wernhart von Ponlantt (lat.: Bonlant 232) 283, 22. Bonn: von denn tumherren zu Bunne 97, 1 (lieg.), dazu Text: in ecolesia Bynnensi. In der ki rohen zw Byenn (lat.: Bonnensi 124) 149, 33; ecclesia Bunnensis. Do die kirche ze Pimn (lat.: ecclesia Bonnensis 136) 164, 29; Gerung schülmaister von Bwn (lat.: Bonnensis 241) 292, 21; probst von Bwnn 317, 21 (Beg.), dazu Text 353, 19. 20; ein korherr zu Bunn 354, 22; wunder zu Wunn 318, 9 (Beg.), dazu Text: zu Bunn 362, 2. 4; ritter zu Bunn 367, 31; in der statt Bunn 393, 3; chorherre zu Bwnd 281, 22. Brabancia, Brabanl: femina Brabancie 200, 27 (Beg.), dazu Text: ein geistlich fraw in Prafant (s. 200, 27) Uda genennet 235, 35; in Prabant zu Niveln (lat.: in Brabantia apud Nivellam 294) 345, 16. Briseker, Briseke, Nieder - Breisach bei Andernach am Rhein 19, 12. Brixen: von dem erdpyden in Prixen 268, 25 (Reg.), dazu Text: Prixen 300, 36. 38. Bruno, bischof zu Colen (Köln) 71, 23. — : her Prwn von Köln (in die Hölle versenkt) 371, 12ff.; her Praw 371, 16. Bruno, Sohn des vorigen: her Prwn 371, 22; Pruno 371, 23; Brwno 372, 1. Bunn s. Bonn. Burban: Erkchenbold von Burda 201, 3 (Beg.), dazu Text: Erkchenwaldus de Burban 238, 32; ebenso 33 (lat.: Burdem; Hdschr. B: Burbon 193). Burgis, Bergis, Altenberg: chlosterfraw zw Bürgis (lat.: in Bergis 117) 141, 3. Byenn 149, 33 s. Bonn. Caesarius, von Heisterbach: Cesarius 1, 3; Cesary 1, 29; Cesari 2, 4; tichter des puchs 298, 17. Campania 269, 19 (Beg.) s. Carpania. Cantica: die prawt in Canticis 136, 23; puch cantica canticorum 241, 30. Carpania, Kerpen in Kölner Diözese: wülpin in Campania (!) 269, 19 (Beg.), dazu Text: wülpin in Carpania 309, 2. 4; Carpen, dorff indem stifft zu Köln 311, 4. Cayphas: Reiehmudis, die Christumsach in des Cayphe haws 94, 24 s. Annas. Cespurg, Ostburg, Benedictinerabtci: appt zu Bespurg 316, 19 (Beg.), dazu Text: in Cespurg dem chloster des stifft zw Wtrich (lat.: In Oesbroeck monasterio Diocesis. Traiecfensis 291) 343, 4. Christian, münch von Hemmerode: sand Cristian leben 4, 12 (Beg.), dazu Text: 28, 8. 16ff. passim; heilt Kopfgrind 28, 19; capplan des grafen von Losan 29, 5; erschreckt durch den als Bär verkleideten jungen Grafen 29, 11; erhält einen Hammel 29, 24ff.; von Maria Magdalena über einen Bach geführt 30, 5; wird Zisterzienser zu Hemmerode 30, 23; sieht sich von Maria und Kaiser Friedrich begraben 30, 31 ff. (unrichtig: kaiser Hainrich 31, 24; lat.: Friderico 20); sieht Teufel in verschiedenen Gestalten (verwiesen auch auf Dist. V, cap. 6: De Cristiano, qui daemones vidit I, 286) 31, 39ff.; seine Demut 32, 25; seine Söhne Heinrich und Johannes 32, 30ff.; straft Überliebung 33, 11 ff.; verdienen des ewigen lebens 34, 5 ff. her Cristian unnser münch 362, 10; fegfewr Christiani des münchs 364, 18 (Beg.), dazu Text: unnser münch Cristian 386, 16. 17. 20. Christina: chlosterfrawe Cristina (Beg.), dazu Text: nonne von sand Walpurg bei Chollen (Köln) 41, 26; fraw Cristein (sieht den Himmel offen) 41, 35; 42, 1 ; Cristina 43, 5; junokfraw Christein 43, 12 (hört das Marienbild dem Friester in der Messe antworten); swester Christein (Beg.), dazu Text: Cristinam, von der ich vorgesagt han 102, 26; Cristina im grauen orden 102, 32; chlosterfrawen Cristina 95, 3 (Beg.), dazu Text: junck- fraw Cristein 115, 16; swester Cristina 96, 18 (Beg.), dazu Text: swester Cristiana von Vostunstein (lat.: de Vol- 406 Namen- und Sachverzeichni muntstoine 117; Innsbr. Hs.: Vesten- stain), ein chlosterfraw zu Bürgis (Bergis Altenberg) 141, 3. Conrat s. Chunrat. (Jesus) Christus: in der entzuokung der junckfrawen von Quida 38, 21 ff.; hindert die unkeusche Nonne am Stelldichein 55, 27; Jesus nimmt seiner Mutter die Krone ab und setzt sie wieder auf 77, 25ff.; als König Salomo 78, 25; als neu geborener gesellen 94, 16 (Reg.), dazu Text: 104, 29ff.; zwo natur, die gotleich und auch die menschleich person 101, 23; haimlichkait der menschwerdung 102, 6; mettenstern (Apoealypso) 107, 10ff.; sehung seiner marter die grössto ercznoy 115, 28; Gestalten, in denen er sich zeigt 126, 10; als Aussätziger 127, 25ff.; 129, 17; Ausdeutung der Glieder des Leichnam Christi 136, 8; Deutung auf den Himmel 155, 3ff.; haimlichait des leichnam und plüt 198, 2ff. Chusi, der böte (2. Sam. 18, 31f.) 320, 3. Cistercz(Citeaux): öbristor appt zuCisteroy 23, 33; 24, 26; Ornolt abpt zu Cisteroz 82, 31; Gwydo cardinal, vor zeitten appt zu Cisteroz 254, 26; prior von Cistercz 304, 2; chloster Cistercy 306, 4. Cisterzienser ordon 321, 24. Clarenvalle Clairveaux, (lat.: Claraevallis): Clarenvalle 3, 29 {Reg.), dazu Text: Clarenvall 23, 30; Chlarevall 24, 13; puch der wunderzaichen, das zu Clarenval ist; bruder Hainrich von Chlarenfall 95, 29 (Reg.), dazu Text: Clarenvall 126, 26; de monaeho Clarenvallis 96, 25 (Reg.), dazu Text: — ; Clarenvall 96, 26 (Reg.), dazu Text: in Claravalle; zu Clarental 145, 25; Clarenval 98, 9 (Reg.), dazu Text: Clarevalle 176, 14; Chlarafallo 381, 6; Clarfall 386, 2; s. auch Schöntal. Chunrat, Conrat: bruder chunratt, ein p&rting, wird enzuckt 95, 12 (Reg.), dazu Text: bruder Conrat 119, 6. Chunrat: unnser keller 316, 30 (Reg.), dazu keine Textentsprechung; Chunrat unnser munch 317, 1 (Reg.), dazu Text: Chunrad 347, 16; Chunratt 347, 27. 28. Chunrat, Conrad, ritter von Ulm 298, 8; Conrad prcyal zu Marienstat 185, 39f.; 220, 14. Chimrat, probst zu sant Severini zu Köln und Xanten 307, 31; hern Con- raden tumbrost zu Kölln 224, 28. Clemencia: Clemencio chlosterfrau 316, 24 (Reg.), dazu Text: Clemencia 345, 17. 26. Closter, Claustrum, als solches das Mutterkloster Hemmerode ohne weiteres bezeichnet: Eustachius appt von Chloster (lat.: Eustachius Abbas de Claustro 27) 39, 17; münch desselben chlosters von Closter (lat.: monachus de Claustro 367) 93, 13 (Reg.), dazu Text: in dem vorgenanten chloster 113, 3 (= bezieht sich auf: in unnserm closter 111, 13), der lat. Text lautet: in praedicto Claustro, quod alio nomine Hemmenrode dicitur. Closterfrau: ein swester unnsers Ordens (lat.: soror quedam ordinis nostri 99), dann: chlosterfrawe 121, 14 (lat.: saneti- monialis 100), trotzdem wird sie am Schlüsse bezeichnet als: laynn, ein witib (lat.: femina laica et vidua 100), 121, 17. Cluny, Cluniacum clugny, berühmte Benediktinerabtei in Burgund: chloster unnsers orden genant Cluniacum 45, 8; chloster Clunia 46, 17. Coblonz, Choblenz: Jüngling aus Choblencz 113, 3 (lat. noch: Petrus nomine 92); Kopplencz 302, 31. Colmar: schwlthaiss von Culmer 363, 10 (Reg.), dazu Text: von Kolmer 370, 27. 30. Columban: s. Columben kirchen zxi Köllen 219, 3. Compostel: sant Jacob in Conpostel (lat.: Compostella 262) 311, 28. Communion: 'sacra communio' in dewsch die „heylig nyessung" 203, 18. Constantinopel: erstürmt 15,12; den hayden angewunnen 153, 17; 300, 13. Constantinus, erberg priester 268, 23. Corinter: epistel zu den Chorinten 204, 8. Corvey, Benediktinerabtei bei Paderborn (Höxter): appt von Chorbey 364, 25 (Reg.), dazu Text: Corbaye (lat.: Cor- beyae 349) 390, 6; Korbey 390, 12. Namen- und Sachverzeichnis. 407 Crisantus, Kloster des h. Crisantus [Münster- eifel] 53, 20. Culna, Kulna, Zisterzienserabtei im Magdeburgischen beim heutigen Jüterbogk: con- vers von Culna 317, 5 {Reg.), dazu Text: Kulna 348, 19. 21. Cun, Chun, Kuno, Kono: her Chun münch von Malburg 316, 5 (Reg.), dazu Text: Vernon von Miltperg 336, 25; Cuno 336, 26 (lat.: Kono 285); Cün 337, 7. 38; Cwno 337, 11; Cüno 337,28; Kwn 337,23; Chün 338, 23; Cün (auf den vorigen verwiesen) 348, 18. —, münch zu Hemmerode 322, 26. — : Cun von Rwland, brucler des Dietrichs v. R. 278, 29; Name bloß im lat. Text: f rater domini Kononis de Rulant 216. Cypern: erdpyden in Cypern 268, 24 (Reg.), dazu Text: Cyperen 300, 29; Cypern 301, 7. Czigenhann, wohl Ziegenhain (Bez. Kassel): graff Hainreich von Czigenhann (lat.: Henricus Comes Scynensis 127) 154, 6. Damascus 297, 34. Damiata, Damiette: stat Dannyata (lat.: Damiata 4) 11, 12; die hayden der statt Damiaten 123, 29; Damiata 124, 6; Damyat 124, 25; Damiat 125, 5. Damiaten, Einwohner von Damiette: Dannatanen 95, 23 (Reg.), dazu Text: dieselben Damiaten 124, 20. Daniel, schulmaister in chloster sand Crisanti 53, 22. —: münch zu Hemmerode 57, 24. 29; münch Daniel 97, 24 (Reg.), dazu Text: in unnserm closter ein priester 111, 14. 27. 30 (lat.: in Claustro 90, also Hemmerode s. oben Closter); appt Daniel 199, 29 (Reg.), dazu Text: appt Daniel zw Schonaw zu zeitten unnser preyal 220, 33; appt Daniel 202, 11 (Reg.), dazu Text: Daniel von Schönaw, die weil er prior bey uns was 260, 4. 5; 261. 4; — : her Daniel, schulmaister in Carpania (s. d.) 309, 3. —, prophet: puch des weissagen Danielis 142, 1; prophet Daniel 176,2; kewsch- ait sand Danyelis 228, 15; ich pin nit Daniel 287, 20. Danus, Johannes, ritter 318, 1 (Reg.), Text —. David: David in dem psalm 60, 6; prophett 60, 8; Maria von Davids stam 78, 19; weissag 108, 8; 109, 23; prophet 117, 10; prophett 133, 6; sendet nach dem hl. Brot 167, lf.; diemüttikait 224, 14. —, Abt: sälig Davit 334, 8 (im Register ist es sand Ott 315, 26); sälig appt Davit 334, 15; heilig Davit 334, 22; rock Davit 364, 29 (Reg.), dazu Text: versikel Davit 392, 9 (lat.: in der Überschrift: tunica sancti David; im Text: versiculo Davidieo 352); da der heylig appt Davitt schyed 320, 19; begrebnisz hern Davit 327, 26; 330, 34; der schönste under ,in allen 322, 26; salig Davit in dem kloster in leben was 397, 10. Derlar, Dorlar, Dorf bei Wetzlar an der Lahn 3, 16. Ditkirchen, Benediktinerinnenhloster bei Bonn: gen Ditkirgen 150, 1; apptessin von Diechkirchen (lat.: Ditkirgen) 391, 30f. Dietrich, Theoderich, ein Ritter: ritter Theodorich 5, 13 (Reg.), dazu Text: ohne Namen 51, 4; her Theodoricus 266, 23 (Reg.), dazu Text: von Dietrichen, aim ritter 278, 23; ain junger ritter mit namen Dietrich, der prüder was herren Rwland 278, 29 (die Stelle ist verdorben, lat.: Theodoricus nomine frater domini Kononis de Rulant 226); Theodoricus von Rwland 316, 16 (Reg.), dazu Text: Dietreich von Rwland 342, 21. 23. 30. — Theoderich, preyal des chlosters von Jesse 12, 14; herre des pistumbs zw Münster 12, 17; Theodoricus, pischoff von Livonia 114, 24. 26; Theodorus pischoff von Kollen 6, 11 (Reg.), dazu Text: 72, 1. 4. 8; von Theodorico bischoffen 98, 12 (Reg.), dazu Text: 179, 4; herre Theodoricus erczpischoff zu Kollen 142, 13/14; 143, 2. 8; pischoff Thedricus 215, 22. - Theodoricus, unnser münch, vor zeitten graff zu Weyda 252, 24; 302, 30. - Theodoricus, münch von Ebrach 256, 31. —: Dietreich genannt Krebs 269, 25 (Reg.), dazu Text: Theodoricum Krepps 311, 2; 408 Namen- und Sachverzeichnis. Dietreich Krepp 311, 6; Theodoricus 311, 26. —: Dyetreich beseher (d. h. Pfleger) von brüder Herman 84, 17. — : Theodoricus der wüchrer 317, 18 (Reg.), dazu Text: 352, 32; Dyetreich, ain grosser wüchrer 352, 34.; s. auch Theodoricus. Disburg s. Wikindisburg. Doden, Dokkum, Dorf in Friesland, Utrechter Diözese: Doden 268, 12 (Reg.), dazu Text: Dotbaim 296,1 (lat.: Docheym 245). Dreifaltigkeit: ungeteilt, sun dem vatter und denselben payden der heylig geist mitwesenleich 101, 18. Duchsendorff: kaiserliclies Schloß im Bistum Köln 291, 7 (lat.: Duseburg; nach Strange Duisburg 240). Dulre, Dorf in der Diözese Utrecht: dorff genant Dulre in dem stifft von Tryer, aber lat.: Diocesi Traiectensi 265). Duringen s. Thüringen. Eberbach, Zisterzienserabtei bei Mainz: münch von Eberbach (lat.: Warnerus 73) 86, 7. Eberhart: prüder, unnser münch 210, 3. — priester in Anrode 219, 22. — schulmaister und chorherr von S. Andres in Köln 258, 26. — convers von Hemerod, porttner 279, 33. — munch zu Cespurg (Oesbroeck) 343, 27. — ritter 372, 7. Ebrach: guter münch von Ebrach 196, 13; Theodoricus münch von Ebrach 256, 31; convers von Ebrach 266, 15 (Reg.), dazu Text: 273, 20. 22. 31. Ecelesiastes: Ecclesiastes, anstatt Ecclesi- asticus (Sirach) 47, 26 (lat. Text richtig: in Ecclesiastico 34). Egipten: Egippten 270, 11; 308, 21; Tötung der Erstgeburt 361, 8. Eisenhart: Eysenhart hütter 315, 6 (Reg.), dazu Text: von dem tod Eysenhartt sacresten 321, 36; custos 321, 37; Ysen- hart unnser custos 330, 19; 331, 7. Elbe: Fluß 348, 22. Eleazar: Judas Machabeus und sein prüder Helsern 164, 19 (lat.: — ). Elias (Helyas): sach er Enoch und Helyam 59, 33; des weissagen Helie 99, 24; die lieb Helye (lat.: Heliae 184) 228, 15; prophet Helyas 249, 30/31; 272, 1. Elisabeth: sand Elyzabeth und Marie Magdalen erschynen prüder Hainrich 4. 9 (Reg.), dazu Text: sant Elspett 27, 35; als Vorname 147, 2. — von Schönau: Elspet von Schönaw 5, 19 (Reg.), dazu Text: junckfraw Elizabeth 53, 11; maisterinn Elisabeth 53, 15, nach Strange, Wortregister zu seiner Caesariusausgabe s. 35 wegen der Bezeichnung 'magislra' (lat. Text S. 39) eine Praemonstratenserin; erscheynung und sehung frawn Elizabeth 59, 20. Ellendorf, Dorf bei Köln 296, 10; s. Helffen- dorf. Elsasz, Elz bei Hadamar: dorff in dem stifft zu Tryer, das haisst Elsasz (lat.: im episcopatu Treverensi Elyzacia vo- cato 238) 289, 13. 15. Elsacz, Alna, Zisterzienserabtei der Lüllicher Diözese; der lat. Text hat: in Alna (zweimal) 314, die Innsbr. Hs. aber Aesatia (!), hieraus macht Hartlieb: im Elsacz, in ainem kloster unnsers Ordens 362, 17. Elselo, Elsloo bei Utrecht: Elselo 271, 4. 31. Elsbet s. Elisabeth. Empirreum, der feurige himmel 39, 36. engel: newn orden der engel 137, 2; Wirken der Bösen oder Outen 139, 19; streiten in den Lüften für die Christen 166, 6ff. Engelbrecht, bischoff zu Chöllen 51, 3. England: künig Richart in Engellant 268, 22 (Reg.), dazu Text: Rychart aus Engellant 299, 14. englischer grüsz 5, 4 (Reg.), dazu Text: 48, 35. Enoch s. Henoch. Ensfridus, Erfind: er vordert Erfinden den techant sand Andre zu Köln 345, 1 (der vor in der sybenden underschayd am sybenden capitel offt genant ist: dies ist nicht richtig; lat.: Ensfridum 293). Entening: edel weib von Entening 226, 10. Erfind s. Ensfridus. Erhart, nennt sich unerlaubt Priester 261, 16. 26. Namen- und Sachverzeichnis. 409 Erkenwalcl von Burda: Erkohenbold von Burda 201, 3 (Reg.), dazu Text: Erkchen- wald von Burban 238, 33 (lat.: Erken- baldus de Burban 193); Erkchenwolt 239, 2; Brokhenbold 239, 34; Erkohenbold 239, 38. Erwein 202, 9 (Reg.), dazu Text: priester Erwein 259, 24f. Esau: prüder Jacobs 144, 4. Ettneus, Aetna: Ettneus (lat.: Aethna 326) 373, 13. Eucharius: sand Euchari (Reg.), dazu Text: Euchary 170, 18; in sand Euchary kirchen 177, 3. Eufemia: Eufemia abptissinn 185, 2; junge tochter 185, 5. 16; fraw Eufemie 185, 26; chlosterfraw Eufemia 185, 27. Eusebius von Emisa [Bischof der Semi- Arrianer zu Emisa in Phönizien, gest. um 359 zu Antiochia; fruchtbarer Schriftsteller, die Schriften jedoch verloren gegangen. P. A.]: 205, 16 (über die Einsetzung des Sakraments) (lat.: ut dicit Eusebius Emisenus 166). Eustaehius: her Eustoehius appt von Chloster (i. e. Hemmerode), unser visi- tator und obrister (lat.: dominus Eustaehius Abbas de Claustro) 39, 17; vorgenanter herre und obrister Vater Ewstachius 41, 31; appt 41, 35; hern Eustachen, des chlosters appt 195, 17. Exodus: puch exodi des ausgangs der chinder von Israel 242, 9; puch des ausgangs 262, 3. Ezechiel: weissag 190, 31. Ferve, Adolfus von, priester 209, 6. Elamming: die Flammig (lat.: Flammingi 323) 371, 6. Flandern: Paldwein grave zu Flandern 15, 11; fraw aus Flandern 269, 32 (Reg.), dazu Text: fraue in Flandern 313, 27. 29; chretiez predigt in Flanndern 285, 24. Florencius: ajypt zu Marienfelt 241, 17. Florenz: Jüngling zu Florenz von Maria bekehrt 23, 14 (vgl. Dist. II c. 12 = Teil I S. 78). Folcoldesrode, Volckenrode: Zisterzienser Kloster in Thüringen; in Folcoldesrode 181, 23. Format, Foigny, Zisterzienserabtei in Frankreich: Format (lat.: Foniacum 295) 346, 24. Forst: Hainrich von Forst 313, 4. Fragen, Frechen, Dorf bei Köln: in Fragen das ain meiln ligt von Köln (lat.: Fregg- mone 300) 351, 33. Frankreich: sälige junckfraw in Franck- reich 108, 29; pischoff in F., leckt die Naslöclier des Aussätzigen 128, 12ff. beslossen geistlich junckfraw 137, 10 Franckreich und Hysponia 300, 16. 18 zu F. in aim kloster cystercz ordens 349, 12; küngreich zu Franckreich 356, 17; in F. ist ain haws unnsers ordens 383, 19. Frauenstatt: Unser Frauenstatt, s. Marienstatt. Frideruna: stiehlt einen Kamm 182, 36; 183, 3; Friderarmynn (!) 184, 32 (Ut.: Friderunis 152; Frideruna 153). Friedrich (I.): kayser Hainrich, sun kayser Fridreichs 23, 29; kayser Fridreich, anherr des kaysers Fridreichs, der hewtt regnirt 30, 32; 31, 32; die erst herfart under kayser Fridrichen 300, 10; guidein kreuez als heylgtum 152, 23; (IL): kayser Fridreichs lannd 252, 31; 253, 1; kunig Fridreich, erweit von allen kurfürsten 287, 2. 7. 31; drit herfart under kayser Fridrichen, der hewtt regnyert 300, 11. — von Lureck: priester Fridreich von Lureck 208, 23. Friese: gen den Fryesen 10, 17; vil Fryesen 297, 17; Fryese erschlagen 316, 12 (Reg.), dazu Text: von aim Fryesen 341, 1. 9; ain Fryesz 341, 11. Friesen: land zw Friesen 10, 5; in Fryesen 268, 8 (Reg.), dazu Text: Friesenland 295, 18. 20; in Fryesen 268, 12 (Reg.), dazu Text: — 296, 2ff.; in Fryesen 295, 30; in Friesen 341, 4; Lieehtenfeld in Fryesen 346, 22. Friesenland: Heimsuchung durch Überschwemmung 3, 9 (Reg.), dazu Text: 10, 5. 11; Fryesenlannd 10, 19; 11, 13; Fryesenlannde 11, 17; Friesenlannd 11, 27; Fryesenlannd 11, 29; 12, 27; chloster Yesse in Friesenland 76, 34; convers, 410 Namen- und Sachverzeichnis. goporn von Frysenland 85, 3; Grunyngen in Fryesenlannde 151, 30; (Kreuzzug 1217) auch von Frisenlannden gesammet 165, 19; chlöster in Friesenland 209, 2; schiff aus Frisenland 218, 21; Überschwemmung in Fryesenland 258, 7 (s. Dist. VII oben S. 10f.); Friesenland 295, 18. 20; 297, 15. Frigaul: Friaul 300, 12. Fulcanus s. Vulanus. Fulcken, graf von: tod des graffen von Fwlen (!) 317, 32 (Reg.), dazu Text: 357, 2. 4 (lat.: comes Fulkensis 377. 306). Fusinnich, Praemonstratenserhloster bei Zülpich: die maisterinn zu Susenich (lat. richtig: Fusinnich 177) 220, 4. Galiczen: sand Jacob in G. 271, 28 (lat.: 319, nach der Innsbr. Hs. nur beati Jacobi). Gangolf: weib Gangolffi 294, 25. Gobhart: diezeit siechmaister (zu Hemmen- rode) lind hernach unser appte 34, 23/24. 35. — Ritter, Gegner des Bischofs Engelbrecht: Gebhardus 51, 4. — novize s. Gerhart. Geiselbert, 315, 21 (Reg.), dazu Text: Geiselbert 329, 26; Geysollpert 330, 1; Geiselperto 332, 13. Georg, sand, Jörgen: kirchen sand Jorgens 95, 20 (Reg.), dazu Text: saneti Geor- gyotis 122,21; kirche sand Gorgen 122, 22. Gerbrand, Abt zu Lichten jeld: Bernbrand, appt zu Schonveld 316, 28; (Reg.), dazu Text: 346, 21. 22. 32 (lat.: de morto Gerbrandi Abbatis Claricampi 295). Gordrawt: Gerdrudis 179, 2; Gerdrawten abptissinn zu Hovene 179, 28; kloster sant Gerdrwtt 345, 16; altar sand Ger- drutten 345, 23. Gereon: Gereonis in Colonia 14, 2; Gereon 14, 3; in sand Gereonis kirche 14, 29; techant in sand Gereon kirchen 218, 34. Gerhart: unnser herre appt Gerhart 129, 20; gütter gedachtnüsz appt zu Clare- valle (lat.: de Gerardo 146) 176, 13f. (im Register: Gerold 98, 9 s. d.). — unnser münch Gerhardus, vorzeitten mitkorherre auff dem thüm zu Köllen 221, 5. — Ritter, vom Teufel aus Indien heimgeführt: Pernhart 97, 17 (Reg.), dagegen Text: Gerhart 159, 26 (ebenso lat.: de Gerardo 131; Gerarde 132). Die Geschichte wieder erwähnt: 271, 33 von Gerhart von Hollauch (lat.: Gerardus de Holenbach) unter Verweisung auf Dist. VIII, c. 58 (hier 59), oben S. 159, 26. — novize zuHemmerode: Gebhartt 331,2; Gerhartt 331, 8; Gerhard 331, 9; Gerhart 331, 11. Gerlach: unnser subprior 234, 33; unser prior 351, 1. 5. Gerold: appt zu Clarenval 98, 9 (Reg.), dazu Text: Gerhart 176, 13 s. Gerhart. Gerung, schulmaister von Bwn 292, 21; convers 316, 1 (Reg.), dazu Text: ett- licher pischoff von Tryer schaffer und räntmaister 335, 7. 9. Gideon: 8, 3. Gtrczewe, Girzene, Gartsen, bei Entzen: Wyrich ritter von Girczeve (lat.: Girzene 150) 180, 14. Goar, sand, Ort am Rhein 283, 17. 19. Gosbert: tod Goszberti 315, 22 (Reg.), dazu Text: Gosperti des convers 331, 13; Gospert 331, 18. 20; Gospertus 332, 14. Gotfrit: Gotfrid preyal des klosters Hovene 213, 21. — Gotfridus, chorherr zu Köln 317, 22 (Reg.), dazu Text: her Gotfrid, der do dechant was und darnach pischoff (lat. anders: Godefridus ecclesiae saneti An- dreae in Colonia canonicus, coram do- mino suo Adolpho, tunc maioris ecclesiae Decano et postea Archiepiscopo 302) 353, 23; Gotfrid, korherre zu sant Andre in Köln 354, 2. 4. Gothart: bruder Gothard, munch des chlosters Valerienser 25, 33 (lat.: de Godefrido monacho Vilariensi 15; Verweisung auf Dist. I c. 35 = Teil I, 43].). — kranker prüder (zu Hemmerode) 83, 35. — sant Gothart 98, 8 (Reg.), dazu Text: sand Gothard (Bischof) 175, 7/8. Gotschalk: von Godeschalken von Wol- mensten (to.:de Gedescalco deVolmunt- Namen- und Sachverzeichnis. 411 steine 370) 198, 22, (Reg.), dazu Text: Gotschalck von Volmüntstein (lat.: Vol- muntstein 167) 207, 30f.; 208, 25; 209, 33; prüder Gotschalcks sehung in dem anndern eapitel (= S. 207f.) 229, 25; herren Gotschalcks vorgenanten 221, 7; prüder Gotschalck 203, 3 (Reg.), dazu Text: Gottschalck von Wolman- stain (mit Rückverweisung auf 'oben' = S. 208) 265, 4. Gozwein, Abt des Klosters Altenberg bei Köln 188, 2 (vgl. 187, 22). Grauer Orden der Oisterzienser : steür auff die chloster grabs ordens 3,20 (Reg.), dazu Text: unserm orden 15, 13; üble Nachrede gegen ihn 6, 15 (Reg.), dazu Text: graben orden 73, 7; münch grobes ordens under (Mariae) mantel 1, 13 (Reg.), dazu Text: unsers graben ordens 93, 3; den graben orden von Cistercy 16, 1; desselben unnsers graben ordens 16, 12; 20, 25; Maria und Christus in den kutten des graben ordens 34, 37; prunne mit dem flüsz des goltvarben Wassers bedewt den graben orden von C. 60, 27f.; den heyligen graben orden 191, 7; der grab orden het die höchsten er in dem hymel 365, 7 ('Reg.), dazu Text: der grab orden sant Bernharts 396, 5. 11. Gregor von Armenia: 317, 3 (Reg.), dazu Text: tod Gregori 348, 2; ir sun hyes Gregori, priester 348, 6. Gregor, sand: püch Dyalogy (lat.: in Dialogo 104), das der heylig sand Gregori gemacht hatt 126, 20f.; in den wessel- worten sant Gregori 276, 18/19 (lat.: in Dialogo sancti Gregorii 224). — [Zu 276, 19 vgl. S. Gregorii Magni dialo- gorum lib. II c. XVI. P. A.] Über das Fegfeuer 389, 5; bei Hartlieb kein Name genannt, ebenso J: Nam audivi a quodam magno theologo; Strange 347: Cuiconsentire videtur quod sanctus Gregorius in dialogo: S. Gregorii Magni Dialog IV, e. XXV. — der heylig lerer Gregorius schreibt 231, 15; hierzu vgl. S. Greg. Mag. Homiliarum in Evangelia (Predigten und Tagesevangelien) lib. II. Homilia XXVI, 1 (Migne). P. A.] bapst Gregori 264, 21. —: eines künigs von Kriechen sun, ein heyliger man (erster Abt des Kloster von Porcetum) 174, 5. Gruningen, Groningen: Grünyngen in Fryesen lannde 151, 30. Guido: Gwido, prior zu Liechtenfeld, dann ain appt sant Bernharts, darnach appt zu Liechtenfeld 346, 29 ff. Guido, cardinal: Gwydo cardinal, vor zeitten appt zu Cistercz (päpstliclier Kommissar bei Ottos IV. Wahl) 254, 25f. Gumprecht, sand: Hainreich, kochlen zu sand Kumprecht 3, 22 (Reg.), dazu Text: in sand Gumprecht kirchen 20, 2 (lat.: sancti Kuniberti 11). Gundesperek, Oodesberg bei Bonn: Gundins- perg 96, 20 (Reg.), dazu Text: Gesloss zu Gundesperek 142, 14; perg Gundels- perg 142, 16; Gundersperg 142, 19 (lat.: Gudinsberg, vel ut alii dieunt in Wudinsberg 118). Günther: tod Günthers 365, 6 (Reg.), dazu Text Günther 395, 25. 28. Gyber, feuerspeiender Berg: 363, 17 (Reg.), dazu Text: 372, 20 (lat.: Gyber). Hadmir: dorffHadmir, tryerisch pistumbs (lat.: in Hadenmare) 256, 30; priester Hadmär (lat.: de sacerdote de Hadenmare 214), also auch hier Name des Dorfes und zu lesen: priester von Hadmär 262, 24. Verweisung auf Kap. 54, nach dem Lat. richtig; hier — Kap. 53, oben S. 256. Hamersbach: schlosz bei Köln hayszt Hamerspach (lat.: Hemersbach 222) 274, 26. Hans von Aeh: 275, 31; 292, 2 s. Ach. Hardereich: zu sand Gereon ein Chorherr genant Hardereich geporn von Meren- berekh 14, 3; Harderach 14, 15; Harde- radus 14, 24. 28; (lat.: Harderardus 6). Hardifanz: junckfraw Hardifanz (lat.: Hartdyfa de Cogheme = Cochem 173) 214, 23. Hart: münchhoff, genannt Hart (zu Hemmerode gehörig) 194, 19. 412 Namen- und Sachverzeichnis. —: Heinrieft von Hart 200, 10 (Reg.), dazu Text bloß: Hainrich 230, 16; Hainreich von Hart, pärting zu Hemmerode 230, 28; identisch mit Bruder Heinrich, 8. d. Hartlieb (Hartliepp), D. Johann (der Übersetzer) 1, 13 (lat.: bloß Innsbr. Hs. hat Hugo nomine [293]). Hawg (Hugo): ainsydel zu sant Maximi 344, 27; sy zw gehörn dem priester herr Hawgen 388, 0; (lat. hat hier: quam Stepponis sacerdotis esse dicebat. Idem Steppo . . . 345; die Innsbr. Hs. hat: Hugonis esse . . . Qui). Heidenreich: leiplich prüder . . . Hayden- reich 246, 27; Hayderich unnser grosser Keller (lat.: Heydenricus 296) 347, 12. Heiliger Geist in doppelter Gestalt als Taube und als feurige Zungen 133, 31ff.; 135, 20. 25; ob zwischen dem h. g. und Christi geist . . . underschaidung sey 132, 32; under einer weissen tauben und fewres gestalt gesehen 134, 12; was ist von solichen tauben zu versten ? (Verweisung auf Dist. II, Kap. 5 = Teil I, 64) 135, Uff.; in fewres weis 135, 25; verschiedene Sehungen 135, 26ff. Heilbad: priester 199, 31 (Reg.), dazu Text: Heylhardus 221, 14; her Heyl- hart 221, 15. Heinrich, Hainreich: kayser Hainreich, sün kayser Fridreichs 23, 28; Kaiser Hainrich («6er unrichtig statt Kaiser Friedrich, lat. richtig: Frederico 20) 31, 24; kayser Hainreich 288, 3; zweiter kreuzzug 300, 10; nach dem tod kayser Hainrich 300, 23; 372, 14. — herzog von Lovent (lat.: ducis Lo- vaniae), vetter des Walther von Wirbeck 61, 32; 125, 28. — Hainreich von Czigenhann (lat.: comes Scynensis 127) 154, 6. — von Farst 313, 4; — von Hart s. Hart; — von Molsberck 17, 8; — von Ulme 153, 20; — von Ysenburg 337, 4. 6. 17; 338, 13. — her Hainrich (lat. noch: tunc prior, auch der Name des Mönches, der die sehung hat, ist im lat. angegeben: Sy- fridus 57) solt zu abpt erweit werden 71, 5; unseres herren appt Hainreich 16, 34; appt Heinreichs tod 16, 35; 17,1; gedacht auch heren Hainrichs unnsers abptes 195, 18; unnsers heren appt Hainricus muem 237, 12; unnserm abpt Hainreichen 208, 34. — appt Hainreich von Schonaw 21, 11; Hainreich appte des chlosters zu Sennen 181, 3. — prüder Hainreich pärting 4, 1 (Reg.), dazu Text der vorgenant (S. 25) prüder Hainroich pärting 26, 5; den vorgeschriben prüder Hainreich 27, 23; bruder H. pärting in . . . Hemmeroder 25, 11. 24 (Caesarius verweist richtig auf Dist. V, Kap. 5 (Teil I, 5. 281): conversus quidam, Henricus nomine magister huius grangiae, quae Hart vocatur). Dieser H. ist also identisch mit H. von Hart, vgl. dort. Ebenso ist er gemeint: von einem . . . mann, dem 1 ) brüder H. erschain 99, 4 (Reg.), dazu Text: prüder H., der den münchhoff, genant Hart, verwesst 194, 18; 196, 6; prüder Herman H. (lat. nur: Henricus 284) 336, 8. — H., kochlen zw sand Kumprecht 3, 22 (Reg.), dazu Text: Kochen Hainricus 20, 2; der kellner H. 385, 3. — von prüder Hainreichen munch 6, 3 (lieg.), dazu Text: der münch 57, 30 (Name ist hier nicht genannt); Hainricus alter priester in . . . Hemmerod . . . guster und warter des sagrer 230, 17ff.; H., der dem pischoff (Theodoricus) das pacem gab 215, 27; Heinricus (Sohn des Crislianus), pärting in Vilario 32, 31 (hier Verweisung auf Dist. V, Kap. 31; richtig ist jedoch Dist. IV = Teil I, S. 202). Hainrich dem krumppcn von Chlarenfall 95, 29 (Reg.), dazu Text: Hainricus Con- tractus, vor kurczen jarn gestorben 126, 26. 27 (schon erwähnt Dist. I, Kap. 16 — Teil I,S.22) ;brüder Hainreich derpärting 96, 3 (Reg.), dazu Text: ohne Namen, bloß: derselben pärting einer (lat. aber: Henricus conversus 111) 134, 19. *) Nach dem entsprechenden Texikapitel, in welchem vielmehr „Hainrich" die Erscheinung erlebt, ist also zu lesen ,,der Namen- und Sachverzeichnis. 413 — von ainem pawrn, hyes Hainreich 317; 24 (Reg.), dazu Text: ohne Namen (lat.: de Henrico rustioo 305) 355, 17. Hartwig s. Hertwig. Heisterbach: junckfraw Maria von Hester- bach, wann also ist unser chloster Hesterbach genant 51, 16. Helfenstein bei Ehrenbreitstein: Wilhelm von Helfenstain 17, 24; 18, 23; Wilhalm von Helffenstein 17, 33; 18, 19. 30. 32; Wilhälm von Helffenstain 19, 3; vesste Helffenstain 18, 36; veste Helfpenstein 19, 18. Helffendorf: Helffendorff pey Kölen 268, 14 (Reg.), dazu Text: bey K6ln zu Ellendorff (lat.: Hellendorp, Ellendorp 246) 296, 8. 10. Heliseus: dem weissagen Helizeo 68, 7; der prophet 99, 24; 140, 9. 12; 282, 1. Helsern s. Eleasar. Helwicus, prior auff sand Walpurgperg 264, 7. Helyas s. Elias. Hemmerode, Hemmenrode, Himmerode, Abtei der Zisterzienser bei Manderscheid (Eifcl): 3, 32; 4, 15; Cristianus wird Mönch zu Hemmerode 30, 23; ein junger . . . ritter ward in dem chloster H. . . • pärting 56, 31; Daniel münch zu H. 57, 24; H. erhält das von Maria herrührende goldene Kreuz 63, 23; Walther von Birbech tritt in das Kloster ein 65, 10; großer Ruf H.s 65, 11; conversz in dem chloster, das zu tewtsch Hemmeröd genennet ist 83, 2; zwen conversz von H. 115, 34; novicius zu H. 121, 22; 138, 28; 193, 33; alter münch zu H. 230, 16. 17; Weinreich conversz in H. 262, 19; appt von sand Michelsperg rayt durch H. 273, 5; bruder Walther von H. 278, 25; convers Eberhart zw H., der was porttner 279, 33; mvinch Jordan in H. 282, 2; H. 320, 20; 333, 10; 335, 12; 337, 27. Henoch: Enoch 59, 33. Henrich, priester zu Elsasz (Elz) 289, 17. Herodes 151, 26. Heribertus, sand, erczpischoff zu Kollen 162, 7. {Heribertus oder Herbertus mo- nachus Claravallensis begann um 1178 ein 'über miraculorum'. Er ward Abt in Kampanien, später Erzbischof von Sardinien. Von ihm auch ein 'über miraculorum s. Bernardi. Die obige Stelle im lib. mir. VII, 43 und exordium mirac. I, 33 vgl. Hüffer, Der hl. Bernhard S. 161 A. 2. — Vgl. auch Bibl. Script, s. Ordinis Cisterc. auctore Carolo de Visch-Coloniae* 1656 F. A.] Herman: brüder H. ein pärting 6, 32 (Reg.), dazu Text: 83, 34; 84, 3; herrn H., die zeitt preyal, nw apt des chlosters zw unnser lieben frawen stat 25, 30; unser appt 98, 31 (Reg.), dazu Text: 190, 17; 191, 13. 31; 192, 13 (vgl. 25, 30). H., appt unnsers chlosters 134, 15. 21. 29 (lat.: in Claustro = Hemmerode 111); 138, 31; der selb appt was . . . zu Kollen in dem stifft aller zwelfpoten ein wirdiger techant gewesen 139, 7; her H. 230, 27; 231, 5; preyal in . . . Hemmerode 231, 16f.; H., appt, ... zu dem aposteln zu Köln techantt (lat.: domino Hermanno abbati quandoque apostolorum decano et tunc in claustro Priori 283) 334, 27; hern H. appt, der da zu der zeitt prior was 335, 27. — novicz, yecz appt zu sant Marien 331, 16. — techant von Köln 71, 26 (lat.: Decanus Bonnensis 58). — prüder, unser senger 212, 16. — techant in sand Gereon kirchen zu Kollen 218, 34. — der ander techant zu Köln 354, 17. 20. 21. — lanntgraff 286, 23. Hertwig: Hertweig, schuler 200, 1 (Reg.), dazu Text: ein gestandner man des namen Hertweig 222, 23; munch (von Hemmerode) 338,6; prior Härtwich 329,6; derselbe ist Herwig: Herwicus prior (lat.: Herwici Prioris 277) 329, 5; hierzu das Register: Herwigg, unnser prior 315, 19. Hibernen (Irländer): Patricius, der Hy- bernen pischoff. Hieronymus: predig sand Jeronimi (lat. bloß: Hieronimi 45) 58, 26; 59, 10. 414 Namen- und Sachverzeichnis. Hieronymus, sand: (die drei Tugenden, welclie die Märtyrer machen) 118, 12. [S. Hieronymi Epist. Kap. IX, 31 (Migne, ser. lat. tom. 22 P. A.] Hilarius: der lerer Hilarius (über das Sacrament) 230, 5. [Steht in: Hilarii Episcopi tractalus in LVII. psalmum Nr. 9 (Migne ser. lat. tom. 9. P. A.] Hildegund: swester Hyldgunde 147, 13; De Hildegunde 200, 29 (Reg.), dazu Text: appt Hainricus muem 237, 12. 22. Hildepold: graff zu Sybere 221, 25 (lat.: Lunbere, Limbere). Hildesheim: purger von Hildeschem 199, 33 (Reg.), dazu Text: priester geporn zu Hildeshaim 222, 5; pischoff von Hyldeshaym 391, 3. 8. Hilprant: von herren Hylprant priester 200, 3 (Reg.), dazu Text: Wildebrandus sacerdos 223, 5. 6; tod prüder Hil- prancz 315, 4 (Reg.), dazu Text: tod Hilprants 328, 6. 8. Hiob 291, 29; 339, 1; 377, 17 1 ). Hispania: Hyspania 300, 16. 18. Hoven: äbptessin des frawen chlosters zu Hoven 98, 15 (Reg.), dazu Text: fraw Gerdrawte, abptissinn zu Hovene 179, 28 (lat.: Hovenne). Nicht Hoven bei Zülpich, sondern nicht weit von Heisterbach, diesem unterstellt, auf der andern Rheinseiie; her Gotfrid, preyal des chlosters Hovene 213, 21; Hoffen, frawen ehloster unnscrs ordens, auch unnserm appt bevolhen 281, 15. Hohenberg: de Hohenwerch . . . Ein edel- man von Hohemverg 17, 13. Holebach, Dorf bei Montabour (Nassau), Wohnort des ritlers Gerhard 158, 4; Gerhart von Hollanch (lat.: Gerardus de Holenbach 219) 271, 33; vgl. Bist. VIII, Kap. 58 = oben S. 158 ff. Hollanch s. Holebach. Holland: gräfin von Holland 63, 24; graf von Holland 66, 21. Honorius: papst 11, 8. J ) Hier fügt die Innsbr. Hs. den Namen Job hinzu, den dann H. auch hat. Horchheim: Dorf bei Ehrenbreitstein; Johannes von Horcheim, convers auff dem Altenperg 18, 16. Horeb: Oreb 249, 32. Hosea: prophet Osee 227, 21; Osyas kunig in Judaea 260, 31 (lat.: Ozias rex Juda 212). India: von India aus sand Thome kirchen 97, 17; 158, 28. Innocenz (III): papst Innocencio 3, 18 (Reg.), dazu Text: pabst Innocencius (feindlich gegen den grauen Orden) 15, 13. 20. 37; 16, 5. Irmengart: Irmegart, maisterinn des frawen chlosters zu sand Niclaszinsel 146, 24. Isaack s. Ysaack. Isidorus: der dreifache tod 319, 6. [Steht: S. Isidori Hispalensis episcopi Ety- mologiarum (seu Origenum). Lib. XI, Kap. II, Nr. 32 (Migne, ser. lat. tom. 82. P. A.] Vgl. auch oben 319, 6. Islein, Eisleben: statt, die haist Islein (lat.: Isleve 246) 296, 28. Israel: kinder von Israhel 142, 2; Israhel aus Egippenland 242, 10; volck Israhel 306, 20. Jacob, patriarch: dem heyligen patriarchon Jacob 37, 25. 31. 34; 129, 27; 144, 3; Gott des Abrahams, Ysaacks und Jacobs 144, 29. —, sand: sand Jacob erledigt von dem galgen 97, 15 (Reg.), dazu Text: 157, 1 u. ö.; 165, 31; 166, 10; lyndmutikait des- heyligen Jacob 228, 14; erledigt einen pawrn 266, 14 (Reg.), dazu Text: 274, 23. 31. 32; sand Jacob in Galiczen 271, 28; sant Jacob in Conpostel 311, 28. — : Jude zu Köln 354, 11. Jenna: mümlein des Alardus (lat.: nomine Juttam 255) 304, 7. Jeremias 366, 2. Jeronimus s. Hieronymus. — sand: in gezeugknüsz sand Jeronimi 118, 12. Jerusalem: (4.) kreuzzug (1202 — 04) 15, 15 - r tempel zu Spei er und der hymlische tempel zu J. 24, 6; die hymelische stat Namen- und Sachverzeichnis. 415 Jerusalem 38, 9; töchter von J. 78, 24; von dem ritter, dem das chreücz m J. naigt 95, 13 (Reg.), dazu Text: 120, 17; zwelff gruntfesten der stat J. 155, 9; Weinand von J. in das pistumb Lüttich gefürt 266, 4 (Reg.), dazu Text: 271, 2. 15.24; merfart gen Jherusalem 299, 16; 300, 8; ein Bitter stirbt auf Gebet in J. 316, 17 (Reg.), dazu Text: 342, 23; 365, 15; die Swaben fürn gen J. 370, 28. Jesaias: Ysaias der weissage 109, 22; der weissag Ysaias 126, 17. Jewtha: wucherin (lat.: Jutta nomine 300) 351, 34. Johannes: gocztauffer 96, 27; von dem münch zu Clarenvall, der den heyügen sand J. gocztauffer lieb hett 96, 26f. (Reg.), dazu Text: sand Johannsen Gotstauffer 145, 19 u. ö.; geliebt von Irmingard 96, 29 (Reg.), dazu Text: 146, 26; sand Johanns zannd 97, 5 (Reg.), dazu Text: 153, 15; von dem tumherren zu Bunne, den sand Johannse stiessz umb 97, 1 (Reg.), dazu Text: 150, 8; seine Kirche 150, 4; sand Johannsen arm 97, 4 (Reg.), dazu Text: 147, 3ff.; 151, 12. 26; gepain sand Jo- hannis und Pauli 166, 24; 256, 21; sand Johannsen tag des tauffers 289, 16. — evangelist: Johannes in Appokalippsi 7, 21; 38, 36; 131, 34; 161, 13; 386, 32; 387, 6; Streit der Jungfrauen um Joh. den Täufer und Joh. den Evang. 147, 24ff. —: maister Johannsen 98, 7 (Reg.), dazu Text: Maister Johanns techant zu Aquey (lat.: Decanus Aquensis 145) 174, 31; 175, 35. 38. — vor. Horchheim, convers auff dem Altenperg 18, 16. 19. -, Sohn des Cristianus 32, 33; 34, 22. 26. — : her Johanns, die zeitt scolasticus Xan- tensis 46, 6. 12. -, bischoff von Köln 71, 33. ~ zu Ciarental ein wunder liebhaber sand J.sens Gotstauffer 145, 27; 146, 4. —. des chlosters münch (lat.: Claustrum = Hemmenrode 121) 147, 3. —. Chorherr zu Byenn (Bonn) 150, 18. —: maister Johannsen techant zu Acne 221, 28; 222, 2. — : her Johans, pfarrer zu Bysene (lat. de Bisene 180) 222, 21. — Bysene (Bijssen) ist eine Stadt im Twenthe- gebiet. — unser münch 237, 2. 3. — Danus, ein ritter: 318, 1 (Reg.), dazu Text: ohne Namen, bloß: ein ritter 357, 15. — guster (Küster) zw Valerer 384, 23. 26. Jordan: zwelfpoten sind die zwelf stain aus dem Jordan 155, 8. —, münch in Hemerrod 282, 2. —, cardinal 322, 30; 364, 3. Jörgen s. Georg. Josaphat: auff dem fall J. 398, 9. Joseph: in der Sehung eines Mönches 106, 8; Mariam und Joseph 94, 16. Josias: gütikait Josie 228, 15; 343, 30. Judas, der zwelfpot verschmäht 97, 13 (Reg.), dazu Text: 161, 9. 14. — der Verräter 161, 23. — Machabeus 164, 18. Judea 260, 31. 33. Julianus: der wütrich kayser Julianus 150, 32. Juliario vgl. Vilario. [Jupiter]: barba Jovis 28, 27. Kain: Kayn 164, 16. Kaiserslautter s. Lautter. Karixtus, Abtei der Zisterzienser in der Lombardei: 6, 6 (Reg.), dazu Text nur: in Lamparten in einem chloster unnsers ordens 58, 19. (Im lat. Reg.: in Karixto 366; im Text: in domo, quae Karixtus dicitur 45.) Karolus: appt Karlus von Valery 286, 25; von Karlein, einem purger 97, 22 (Reg.), dazu Text: Karulus purger zu Kollen 163, lOf. 27. Katharina, sand: 198, 17f. (Reg.), dazu Text: pild der . . . marterinn Katherine 180, 12; Katherein gepain 180, 28; sand Kathrein 181, 4. Kelle, Dorf bei Bengbrott (Rlieinland): ritter von Kelle 363, 20 (Reg.), dazu Text: 373, 21. Knopf: ain ritter, der hyes der knopff (lat.: Henrieus cognomento Nodus 327) 374, 8. 416 Namen- und Sachverzeichnis. Kolmer s. Colmar. Köln: Kirchen: in sand Gereonis kirche 14, 29; sand Gumprecht zu Köllen 20, 2; sand Severini 81, 2. 3; sand Mauricien 85, 23; sand Jorgens 95, 19 (lieg.), dazu Text: sancti Georgyotis 122, 21, dazus&nd Gorgen 122, 2; stifft aller zwelfpotten 139, 7; zu Chöllen 210, 13; sand Andres kirehen zu Köllen 156, 6; kirchen der aynleftausend maydo in Chölen 181, 28 sand Gereon kirchen zu Köllen 218, 34 sand Columben kirchen zu Köllen 219, 3 thüm zu Köllen 221, 6; sand Andres stifft zu Köllen 248, 30; czu Kölen in sand Andres kirchen 258, 20; zu Köln in sand Peters kirchen 259, 26; zu Köln in sand Michels capellen 261, 19; sant Severini zu Köln 307, 31; sant Maxiini zu Köln 316, 23; zu dem apposteln zu Köln techantt 334, 27/28; sand Maximi zu Köln 344, 25. 26; zu sant Andre 354, 2; stifft zu Köln 360, 13. Köln 361, 13. 26; stifft zu Köln 390, 26. — schuller zw Chöllen 6, 14; chorherr zw Chöln, dem Maria erschain 7, 5 (Reg.), dazu Text: Köllen 87, 6; friesische Überschwemmung bis gen Köln 10, 13; Engolbertus — Engelbrecht, bischoff zw Chöllen 51, 3; Bruno bischoff zu Colen 71, 23; Theodoricus in bischoff zu Köllen erwelet 72, 8 (s. auch schon 6); schüler zu Chöllen 72, 26; von zwain heiligen junckfrawen, die wider zu Köllen komen 98, 23f (Reg.), dazu Text: Chölen 181, 28; Köllen 182, 3; Kölen 184, 22; herre Theodoricus erczpischoff zu Köllen 142, 13; priester von Köllen 142, 15; 161, 28; 398, 21; der künig, der . . . Köllen besessen het 144, 9; Heribertus und Peri- grinus erczpischoff zu Köllen 162, 7 ein grosz. prunst zu Köllen 162, 15 Karulus, purger zu Köllen 163, lOf. abpt des Ordens Folcoldes ward in dem slaffe . . . gen Chölen . . . gedencken 181, 23ff.; Köllen 182, 3; munch von dem Altenperg zu Köllen (lat.: de Veteri monte 156) 187, 22; herre Philippus erczpischoff zu Köllen 191, 7; von dem leiehnam Gots, der zw Köllen . . . auf ainen stain viel 199, 23 (Reg.), dazu Text: Köllen 219, 3; Gotscnaick thüm- herre der thümkirchen zu Chöllen 207, 31f.; priester in Chölner pistumb 223, 20; Gwydo cardinal, da er gesand ward in Köln zu bestatten dye wall Künig Otten 254, 26; das pistumb Köln 255, 26; von aim stern, den man sach . . . in Köln 267, 17 (Reg.), dazu Text: 288, 2f.; von chreüozen, die gesehen wurden pey Kölen 268, 13 (Reg.), dazu Text: 296, 8; Oliverus-, schulmaister von Köln 285, 24; Otto (IV), von dem pischoff von Köln . . . erweit 287, 5; maister Oliverus hatt gepredigt . . . zu Köln 301, 9f,; erdpydem zu Köln 301, 14ff.; von dem tod Gottfrido, chorherrn zu Köln 317, 22 (Reg.), dazu Text: 354, 3. 10; von den schachern, die zu Köln geredert wurden 318, 6 (Reg.), dazu Text: 358, 24f.; ain weib von Armenia kam . . . gen Köln 348, 4; stifft zu Köln 352, 32; 355, 19; 359, 4 u. ö. Ortsbezeichnung: 41, 24; 171, 14; 172, 23; 224, 28. 34; 226, 21; 233, 31; in der stoln gassen 259, 1/2; zu Köln in sand Michels capellen, die da ligt pey derMarckt Porczen 261, 19/20; 263, 25; 274, 24; 288, 20; 290, 21; 291, 6. 27; 296, 10; 310, 20; 311, 4; 351, 33; 354, 20. 23; 360, 13; 361, 13. 26; 369, 15. 16. 25; 370, 4; 390, 26; 394, 17. ain kölnisch marck 300, 24. Keiner, die Kölner: Philipp, veintt der Keiner 357, 16. Komede, Kummede (Kloster - Cumbd), Zisterzienserkloster bei Simmern, schon erwähnt Bist. VI, Kap. 32 = Teil I, S. 383: in dem dorff Komede (lat.: Komede) 213, 2. Krebs: Dyetreich genantt Krebs 269, 25 (Reg.), dazu Text: Theodoricum, Krepps mit dem zu nam 311, 2/3; Dietreich Krepps 311, 6. Kriechen: 145, 16 ff.; Gregorius eines künigs von Kriechen sün 174, 5; die Walhen erhüben sich wider die Kriechen 300, 12. 14. Krüssel,. Dorf und festes Schloß im Bezirk Köln, von Erzbischof Engelbrecht zer- Namen- und Sachverzeichnis. 417 stört (Strange II, 60); Krussel 73, 16; Crussele 74, 3 (lat.: in villam Cussele 60). Kulna s. Culna. Kumprecht, sand s. Gumprecht. Kuno s. Cun. Kwlant s. Ruland. Kwm, Como: zu Kwm (lat.: in Cumis 251) 301, 6. Lamparten: in dem lannde zw Lamparten 58, 18/19; pilgrim zw Lamparten 390, 8. Lampert, Lamprecht: Lampertus, student zu Parys 22, 18; magister Lambertus • . . maister Lamprecht teohant 210, 10/11; apptt von sant Lamprecht 346, 12; her Lamprecht unnser munch 347, 18; der vorgemelt Lampertus 347, 28; von dem prüder Lamperten 368, 21. Lauter, Lautter, Fraulautem, Kloster der Augustinerinnen der Trierer Diözese, nicht wie Hartlieb schreibt Kaysers- lawtter: in dem chloster genant Lautter, das yecz genant ist kayserslawtter (lat.: in Lutere monasterio Treverensis 122) 147, 23. Lazarus (Ev. Joh. c. 11): 332, 20. Lelle s. Belle. Leven s. Livonia. Liechtenfeld: in dem Lichtenfeld, ain chloster unnsers ordens (lat.: in Claro- campo 289) 341, 5; appt von Liechtenfeld (im Reg.: Schönfeld 316, 28 s. d.) in Fryesen (lat.: Claricampi in Frisia 295) 346, 22. 26. 31. 34; da unnser appt zw Liechtenfeld visityertt 381, 19. lignum fusile, an Stelle der Übersetzung ein freier Baum; als Mittel gegen Kopfgrind (lat.: accipe fructus ligni fusilis 33) 47, 11. Limbere, Lembere, Limmer (Schloß bei Hannover): Hildepold, graff zu Sybere (lat.: Lunbere, andere Hs. Limbere 179) 221, 25. Limburg: techant zu Lympurckh 14, 9. Linthildis, sant 98, 16 (Reg.), dazu Text: heylige junckfrawe sand Linthildis 179, 32; 180, 5. 10. Lipp(e): Bernhardus de Lippa . • • her Wernhart von Lippe 238, 13f.; etwann DeatBoho Texte des Mittelalters. XXXIII. unser appt, her Wernhartt von Lipp, yecz pischoff zu Leven 293, 29f. Lieser, Lysare (an der Mosel): Anshelmus von Lysare (lat.: de villa Lisere 256) 305, 17. Livonia, Livoni, Leven: pischoff von Livoni Theodorico 114, 24. (Livonia) 26; pischoff von Livoni 198, 27 (Reg.), dazu Text: episcopus Livoniae . . . der pischoff zu Livoni 210, 11; p&rting zu Livonya 201, 1 (Reg.), dazu Text: Wernhart von Lippe, ein appt zu Livoniam, nw ein pischoff doselbs 238, 14f.; etwann unser appt, her Wernhartt von Lipp, yecz unnser pischoff zu Leven 293, 29f.; der appt von Loven (lat.: abbas Li- voniae 297) 349, 5. Lagan, Lahn: auff dem wasser Logan 14, 5. Löfent, Löwen: herczog Heinrich von Lofent (lat.: Lovania 103) 125, 28. Losan, Lossa, die gefüratete Grafschaft Lootz im Lütticher Distrikt: graf von Losan 29, 5; Ludwicus comes Losensis. Graff Ludwig von Losen 250, 4. (L6sen) 6. Lotringen, Lütring: herzog von Lutring 66, 17. Lotarius, Luttarius: probst zu Bunn 353, 20. Loven s. Livonia. Lubelare, Liblar, Dorf bei Köln 237, 10. Lucas: evangelist Lucas 227, 5. Lucifer: mein maister Lucifer 19, 16. Lucka, Lokken Lochheim, Zisterzienser - abtei der Mindener Diözese in Friesland: zu Luckhin (lat. Register: de Lucka 365) 4, 13 (Reg.), dazu Text: Adam . . . desselben münchs chloster ist genant Lucka und ist in Sachsenland gelegen 35, 9; munch Adam von Luck 4, 34 (Reg.), dazu Text bloß: Adam 46, 19; convers zu Lucka 85, 3 s. Pavo; pärting zu Lucka 95, 9 (Reg.), dazu Text: In Lucka ... zu Lucka in dem chloster unnsers ordens 116, 25; Adam, ein münch von Luke, ... in Saxenland gelegen 172, 6; Büdolff convers in Bidia (!) l ) x ) Auch hier gibt wieder die Innsbrucker Hs. die Erklärung für Hartliebs Lesart: J. hat (neben anderen Hss.) Lidia. 27 418 Namen- und Sachverzeichnis. (lat.: eonverso de Lucka) 296, 16; tod Alardi, des münchs von Lucka 316, 8 (Beg.), dazu Text: Allardus münch von Lueka 339, 11. 19; Adam von Lucka, pfleger des Alardus 339, 13. 23 u. ö. Ludolf: münch unnsers chlosters 246, 27. Ludwig, graf von Losen 250, 4. Ludwig, lantgraf: pein hern Ludwigs lantgrafen 363, 4 (Reg.), dazu Text: pein lanttgraff Lwdwigz 366, 18f. Luffhart, convers in Hemerrod 303, 24/25 s. Dist. IV, Kap. 5 = Teil I, S. 175 (lat.: Liffardus). Lurek, Fridreich von: priester 208, 23. Lüttich: Weinand, von Jerusalem in das pistumb Luttich gefürt 266, 4 (lieg.), dazu Text: Winand in das pistumb Luttich gefürt 271, 4; Osilia von Luttich 316, 26 (Reg.), dazu Text: 346, 2. 4. 6; wüchrer zu Lüttich 380, 9. Luttold von der Porten: tod Lwttoldi von der Porten 316, 7 (Reg.), dazu Text: tod hern Rüdolffs, ains ritters aus Saxenlannd 338, 26f. Lucz: convers zu Hemmerod 335, 17. (Lwcz) 20. (Lwcz) 25. Mailand: keczer von Maylant 300, 37; 301, 4. Mainhart: priester Mainhart 315, 4 (Reg.), dazu Text: Mainrich (lat.: de morte Meyneri 268) 320, 18; Mainhart, vor- zeitten chorherr zu sant Symeon in Tryer 320, 23. Mainz: bischoff von Maincz (setzt den Bischof Timoderich von Köln ab) 72, 14; pistumb von Maincz 121, 33; wüchrer von Maincz 317, 13 (Reg.), dazu Text: wüchrer von Mecz (!) (lat.: De usurario Metensi 300) 351, 14. 16. Malachias, Prophet: von dem püch des propheten Malachie 38, 35; durch den Propheten Malachia 124, 32; 227, 17; leben sand Malachie 311, 34; [hierzu: Der hl. Malachias O'Morgair, Erzbischof von Armargh (1095 — 1148). Vita s. Ma- laehiae vom hl. Bernhard von Clair- veaux P. A.]. MalLurg: her Chun, münch von Malburg 316, 5 (Reg.), dazu Text: Cüno, herr der pürg zuMiltperg (!) (lat.): Malebech 285; in andern Hss. Milberg, Milperg usw.) 336, 26; s. Miltperg. Malsberg s. Molsberg. Mangottus, convers zu Hemmerode: Mar- getus, convers 315, 20 (Reg.), dazu Text: 329, 25. 27; Mangos 330, 1. 6. 12. 34 (lat.: Mengozi 278; andere Hss. Maingoz usw.). manna 242, 11. 12. Marckt Porcz (zu Köln) 261, 19. Marczmann, novicze (zu Hemmerod) 331, 2. 7 (lat.: Marcmannus 279). Margrete, fraw: 364, 21; klosterfraue 387, 20. Maria, Jungfrau: ihr gilt der Inhalt der VII. Dislinhtion 2, 6ff.; Schwitzen des Marienbildes 3, 6 (Reg.), dazu Text: 9, 26; erscheint mit Elisabeth und Maria Magdalena dem Bruder Heinrich 4, 9 (Reg.), dazu Text: 27, 34; ihr Bild bringt ein geraubtes Kind zurück 6, 20f. (Reg.), dazu Text: 75, 34; eingehender Preis der Jungfrau 7, 22ff.; von Marie, der hauptfrawen unnsers örden und vor- sprecherinn 15, 27; Maria, ein haubtfraw und vogtynn des newen chlosters Marienstat 17, 6; Maria bei den schlafenden Mönchen zu Hemmerode 26, 6ff.; Maria, mütter Christi 38, 25ff.; Christus . . . und sein lobsam gepererinn Maria 41, 27; ihr Bild antwortet dem Priester im Ritual der Messe 43, 10; Maria von Hesterbach 51, 16; kämpft als Ritler im Turnier für Wallher von Birbeck 62, lff.; sendet diesem ein Kreuz 63, 13; ein münch sach Mariam und Joseph 94, 16 (Reg.), dazu Text (104, 23ff.) ohne Namen; sant Marien chloster 331, 16. — Schwester Gregors von Armenia 348, 7; von der pein Marien, der chlosterfrauen 364, 7 (Reg.), dazu Text: 381, 18. 31; 382, 7. Maria Magdalena, erscheint Bruder Heinrich 4, 9 (Reg.), dazu Text: 27, 33; hilft Cristianus über einen Bach 30, 5. 10; von Arnolden, . . . den Maria Magdalenen gesundt machet 98, 14 (Reg.), dazu Text: 179, 19; süßen Geruch verbreitend 131, 11; Maria Magdalena . . . Namen- und Sachverzeichnis. 419 den junckfrauen fürgeseczt 178, 29ff.; ein munch sach sand Mariam Magda- lenam pey der schar der witiben steen 179, 6; ihre Kapelle in der Stolngasse zu Köln 259, 2; 346, 13. Marienfeld: chloster 241, 17; 247, 18. Marienstat: neu gegründetes Kloster 17, 6. 30; 18, 17. 25; 19, 15; Conratt, preyal zu Marienstat 186, 1; Unser Frauen Statt 190, 17. Martein, sand (im Register 98, 7: sand Mauricius) pischof (lat.: Martinum 145) 175, 8; 350, 29. Maternus, pisehoff: 176, 18. 36; 177. 6; 332, 21. Matthes, sand: mit lasszung erweit 161, 21. 27; sand Mathie chloster 176, 16; sand Matheys abentt 267, 20 (Reg.), dazu Text: sant Matheys abent 288, 18. 19; h er Matheys (Mönch zu Hemme- rod) 322, 25. Mauricius, sand: in sand Mauricien, kirchen zu Kollen 85, 23; sand Mauricius (bloß im Register) 98, 7, s. Martein; Anführer der hl. thebäischen Legion 164, 31 (lat. bloß: ex sacro legione Thebae- orum 136; der Name also von Hartlieb dazugesetzt); von dem pisehoff Mauricio Von Parys 201, 11; maister Mauricius zu Parys 246, 2. Maxencius: romischer kaiser 369, 27 u. ö. Maximus: sand M. zw Köln 344, 25. 26. Meister: der weyse haidnisch maister 204, 3; lat.: quia numerum novenarium philosophus exterminatori omnium, id est morti, assignavit 165. Das 'haidnisch' von Hartlieb zugesetzt, das wäre Aristoteles. Strange zitiert aus Caesarius' Hom. III, S. 94 die Parallele: 'Novenarium exterminatori omnium rerum philo- sophi dedieaverunt'. [Die Stelle bei Caes. v. H., diversarum visionum seu miraculorum lib. VIII, zum Teil abgedruckt bei AI. Kaufmann, Caes. v. H., Köln 1862, S. 163. 196; ed. A. Meister 1901. P. A.] Mercurius: martrer 150, 31 [Märtyrer von Caesarea, Sohn eines skytischen Offiziers, u-egen hervorragender Tapferkeit zum Range eines 'Primicerius' erhoben, unter Decius (249—51) hingerichtet. P. A.~\. Merenberg: Merenberckh 14, 3. Messe: darzu gehörent drew ding: die weych, die fünff heyligen wort, die maynung und das vierde: prott und wein 228, 28f. Messias 288, 12. Mestede: Wildebrandus sacerdos de Nye- steyde (lat.: Mestede 180; auch Neyn- stede u. a.) 223, 5. Metz; purger von Mecz 346, 5; wuchrer zu Mecz 351, 14. 16. Meyrn, Mayen, Dorf in der Ei fei: in dem dorff Meyrn (lat.: in villa Meyne) 337, 22. Michel, sand: erczengel 141, 31; 142, 17. 29; 143, 1. 10; 368, 27; 388, 29f. Michelsberg, sand: appt von sand Michels- perg 273, 4. Miltberg: Cuno von Miltperg 336, 25f. lat.: Malebech, Malburg). Molsberg, Malsberg, Schloß in Nassau bei Wallmerode ; frawe Alheyt von Mals- perekh (lat.: Malsberg 8) 16, 31; Hainreich von Molsberck 17, 8. Moses 8, 2: symbolische Ausdeutung des 'percussit petram' 112, 8 u, ö.; die senftmütikait sand Moysi 228, 14. München: Hanns Putrich, purger zw München 1, 17. Munster: pistumb zw M. 12, 17; in Monstrer pistüm 295, 20; Bernhart von M. 318, 4 (Reg.), dazu Text: purger zu Munster 358, 5; (Walther) korherr zu Munster 353, 21. Myle, im Lütiicher Bezirk: her Walther von Myle (lat.: Milene 328) 374, 30. Nabuchonosor, Bedrücker der Juden: 73,32; Nabucodonosor 175, 39. Nazareth: das weib von N. 30, 31; die swestern zw Nazarett (ein Kloster) visitiertt 381, 19. Neuenberg: New-rnberg, die reichist äpptey swarcz Ordens in Saxenland 276, 26 (lat.: Nuisburg). Neuenburg, bei Hagcnau: Neidenburg, chloster unnseis ordens im Elsascz 395, 27 (lat.: Novum castrum 357). 27* 420 Namen- und Sachverzeichnis. Nicodemus 262, 7. Nicolas: nothelfer sand Niclas 67, 8/9; de dente sancti Nycolay 97, 28. 29 (Reg.), dazu Text: 164, 23 u. ö.; von dem conversz, dem sand Niclas erschain 97, 34 (Reg.), dazu Text: 171, 3. 6; von einem dieb, den . . . sand Niclas von dem galgen erledigt 97, 36 (Reg.), dazu Text: 171, 23 u. ö.; von dem münch Adam, den s. N. . . . von seinem siechtumb erledigt 98, 1 (Reg.), dazu Text: 172, 15; von einem chind, dem s. N. seinen tag fürsagt 98, 3 (Reg.), dazu Text: 172, 29ff.; 173, 6ff.; von der tafel sand Niclas 98, 5 (Reg.), dazu Text: 174, 3; doch halff im der hoylig pischoff sand Nicolaus 380, 5. — sand Niclas abent 67, 15; sand Niclas nacht 67, 35; sand Niclas tag 77, 37; 78, 6 u. ö.; chloster zu sand Niclasz insel 146, 24; die obgenant maisterinn von sand Niclasz innsel 147, 17; maisterinn des frawen closters in sand Niclas insel 153, 23. 30; ebenso 214, 16. 19; s. Niclas capellen 354, 24. — Nicolaus der waller 319, 34; tod Nicolay und Günthers 365, 6 (Reg.), dazu Text: 395, 25. 28. Nivoln, Nivella, Stadt in Brabant: chloster- fraue zu Nweln (lat.: In Brabantia apud Nivellam 294) 345, 14; Niveln 345, 16. Norweyg, künigreich 156, 7. Nussyen (Neuss?): in die stat Nussyen 186, 12 (lat.: apud quandam matronam Tuyciensem = Deutz 155). Nyesteyde s. Mestede. ■Oesterreich: Ysterreich 300, 12. Oliverus, schulmaister von Köln 285, 24. 27; O. predigt das chreücz 295, 20; O. hatt gepredigt zu Köln 301, 9. Opertus, ain convers der lay was (zu Hemmerode) 326, 9. 11. 14. Orden: geistleich orden 92, 33; die münch grobes Ordens (Zisterzienser s. d.) 7, 13; von dem orden der wegfertigen lewtte 186, 11 s. wegfertig; zu dem orden der heyligen peichtiger, die zu latein con- fessores genant sind 170, 3; weyszorden s. Praemonstratenser. Oreb s. Horeb. Ornolt: abpt zw Cistercz 82, 31. Orttenburg: Philipp appt von Ortenburg 283, 33. Osea s. Hosea. Osilia, von Luttich 316, 26; 346, 2. Otto: probst des Stiftes Xantensis 4, 28 (Reg.), dazu Text: 43, 32; künig Ott 71, 24; 183, 18; 254, 25. 27; 283, 19; 284, 8; 287, 5 u. ö.; 357, 16; 390, 7; sand Ott 315, 26 (Reg.), dazu Text: statt Otto dort: David 334, 8. 15 (lat.: David). — von Stonberg 267, 7 (Reg.), dazu Text: von Otten von Schawpurck 282, 25; Schawnburg 282, 27 (lat.: de Ottone de Sconinburg 231). Pandolf: ain notari, der hyesz Pandolff (im Dienste des Kardinals Jordan) 378, lff. Paris: spital zw Parys 3, 27 (Reg.), dazu Text: 22, 16. 18; maister zw Parys 168, 18; maister Mauricius zu Parys 246, 2; priester zu Parys studiert 261, 4; die schul Parys 292, 21; techant in der kirchen zu Parys 372, 15, hier falsch anstatt Palermo (lat.: in Ecclesia Paler - nensi 324). Paternianus: sand Paterniam (lat.: sanc- tum Patemianum 143) 172, 15; sand Patermans (lat.: sancti Paterniani 144) 173, 26. Patricius (geb. um 372, gest. 493): von sant Patrien (!) fegfewr 364, 23 (Reg.), dazu Text: Patricen 389, 9. 11 (Patri- czen). 12 (Patricius); leben sant Patricy 367, 13 — [Vita auctore Jocelino monaclw de Furnesio Kap. VIII. Acta Sanctorum Martii II, 552 P. A.]. Paulus: zwelpot sand Paulssen 39, 12 sand Pauls 39, 23; 49, 15; 108, 11 117, 27; 131, 26; 133, 12; Paulus 133, 16 137, 13; 149, 26; gepain sand Johannis und Pauli 166, 24; sand Pauls . . . sehreibet zu den Chorinten (1. Kor. 11, 26) 204, 7; sand Pauls spricht von dem glauben (Hebr. 11, 1) 225, 8. [Pavo]: ein jungling geporn von Frysen- land, convers zu Lucka (lat.: de Pavone; Name nur im lat. Text 73) 85, 2. Namen- und Sachverzeichnis. 421 peichtiger: orden der heyiigen peichtiger 170, 3. Perg, Berg: von dem fewr, das viel in des von Perg land 268, 27 (lieg.), dazu Text: gravschaft zu Perg 301, 24; dorff Perg, in dem stifft zu K61n 312, 4. Perigrinus: sand P. erczpischoff von Köln 162, 8. Pertica, Kloster Trappa (La Trappe) in dem Lande Pertica (Perche) in Frankreich: 21, 9. Pertold s. Bertold. Pessulanus, Mons, Montpellier: In monte Pessulano ... in der statt genannt Pesculanus (lat.: in monte Pessulano 34) 48, 2. Peter, sand: das chreücz nicht ain mal auffzeheben als sand Peter 117, 14; einer der zwelfpoten . . . sand Peter 161, 12f.; von Petro, dem zolner 175, 37; 319, 31. — von aim arczt, maister Peter 202, 5 (Reg.), dazu Text: 258, 17. 21. 31; ain man (in Asien), hyess Peter 306, 31. 35; von dem gesmack maister Peters 364, 35 (Reg., fehlt im Text). — ein kirch sand Peters (auf dem Stromberg) 142, 20. 22. 25; kirche, die . . . in sand Peters eren geweicht was (in Bonn) 150, 4; in sand Peters kirchen zu Köln 259, 25f. — tag sand Peter und sand Paul 209, 28. Peter: von herren Pettern Ayneuken, abt des chlosters Clarenvalle 3, 29 (Reg.), dazu Text: Peter Aynauck, appt zw Clarenvall 23, 30; Peter der Ainauek 24, 13. 17. 19; s. auch Dist. VI, Kap. 11 = Teil I, S. 364. Petrus Cantor [war im 12. Jhrh. Lehrer an der Pariser Universität, gest. 1197. Zahlreiche Schriften, gedruckt nur eine Art ,,Summa" der Moral unter dem Titel 'Verbum abbreviatum'. Migne P. P. lat. CCV, 21599. P. A.] 168, 23; 229, 2. Peterstal, Kloster bei Köln: convent des chlosters zu sand Peterstal 4, 27 (Reg.), dazu Text: in monte sancte Walpurgis etc. Auff sand Walpurgenperg (lat.: Vallis sancti Petri. In Monte sanctae Walburgis 28; beide Orte sind also identisch) 41, 23; das tal, das nw sand Peters Tal genant ist 191, 18f. Pfaffey s. Barey. Philipp, König: kunig Phylipp 71, 23; romischer kunig 183, 19; 254,25; künig Philippen tod 267, 16 (Reg.), dazu Text: 287, 13. 22; Phylippen 283, 19; Philyppen 284, 8; Philipp 286, 18; Philypp 287, 3; zu Ach gekröntt 309, 29; veintt der Keiner 357, 16; 390, 7. — erczpischoff zu Köllen 191, 6. 11. — appt von Ortenburg 283, 33. — sand Philippus der enuch 132, 10. Pictaffe, Poiton: in dem chloster Pictoffe (lat.: in Pictavia domo 214) 262, 30, Pilatus: Pylati diener 215, 8. Pleysensis adj., Ober-Pleis bei Heisterbach: techant Blesenser ecclesie (lat.: Praepo- sito Pleysensi 170) 210, 23. Polege, Polch, Stadt bei Mayen: in Polege 5, 16 (Reg.), dazu Text: dorff Polege, das in dem pistumb zw Tryer ist gelegen 52, 11. Ponlant s. Bonlant. Portecum, Porcetum, Burtscheid, Zisterzienserkloster bei Aachen: chloster zu Portetum 98, 6 (Reg.), dazu Text: In Porceto monasterio ... In dem chloster zu Porceto pey Aehe (lat.: In Porceto 144) 174, 1. Porten, Porta, Zisterzienserabtei im Naum- burgisclien: Lwttoldi von der Porten 316, 7 (Reg.), dazu Text: 338, 26. Prabant s. Brabancia. prediger orden: in der stolngassen (zu Köln) . . . wonen yecz die munch prediger Ordens 259, lff. Praemonstratenser, weiße Kanoniker: 91, 11; ain diaken von Stainveld, des weissen Ordens Premonstratenser 261, 16; von dem prediger des ordens premon- stratysz 365, 1 (Reg.), dazu Text: 393, 29; 395, 4 (prior weyss ordens). Puon s. Bruno. Putrich, Hanns, purger zw München 1, 17. Quido, Quida, Dorf bei Dinan (Frankreich): Quida 4, 24 (Reg.), dazu Text: In regno Franciae. In dem künigreich zu Frankreich in einem dorff, das Quido genant ist 422 Namen- und Sachverzeichnis. (law: Quida-Quido 25) 36, 22; im lat. Text noch genannt S. 87. 217, wo an beiden Stellen auf Dist. VII, Kap. 20 = oben I, 36 verwiesen wird, vgl. auch S. 265, 9. Rainer s. Reinher. Regens bürg 344, 17. Reiehard: bruder Reicharden (lat.: a fratre Richardo 98) 119, 12. Reichmudis: von Reichmüden (lat.: de Richmude 367) 94, 19 (Reg.), dazu Text: ohne Namen 107, 27; Reichmüten 94, 23 (Reg.), dazu Text: ohne Namen 110, 11; wohl auch gemeint mit: ein sälige junckfraw in Franckreich 108, 29; von Rymunden 200, 23 (Reg.), dazu Text: Richmüdis 234, 25; Richmodis 234,32; Rymundis 200, 25 (Reg.), dazu Text: dum eadem Rickhmudis . . . Do die selbe junckfraw Rickhmudis 235, 7f. 16 (lat.: de Richmude 189; Richmüdis 190). Reichwein, der . . . von seinen veinden erledigt ward 267, 23 (Reg.), dazu Text: 290, 19. 20. 31. 33; 317, 2 (Reg.), dazu Text: 347, 16. 19. Reilichhausen,Riddagshausen,i/istemense»"- abtei bei Braunschweig: der appt von Reilichawsen 350, 8 (lat.: Rolayhusen s. Dist. IV, 212). Reinher, Rainer: durch herrn Reinherren 3, 19 (Reg.), dazu Text: Rynerus 15, 37; 16, 6. 7; prüder Reinher, yeczund unnsers chlosters manch und dieselben zeitt in sand Andres Kirchen zu Rollen Chorherr 156, 8ff.; münch Reyn- herns ... in sand Andres stifft zu KSllen scolasticus 248, 30. Reinolz: capell sand Reinolcz (lat.: Rey- noldi 211) 260, 7. Rcwssen 300, 20. Reynhecke, Renhecke, Rieneck (Grafschaft im Spessart): graffschafft Reym- hecke (lat.: Renhecke 202) 250, 5. Rhein, Rein: 154, 1; 192, 6; 303, 14; 307, 33; 347, 31. - ritter von Rein (lat.: de milite Remensi [= Reims] 205) 253, 28. Richard, Richart: künig Richart in Engel- lant 268, 22 (Reg.), dazu Text: Rychart 299, 14; Reichart 299, 16. — tod Ri- charts, des munchs 315, 7. Richmüdis s. Reichmudis. Rimbod: brüder Rymbod, pärting unnsers chlosters (lat.: Renbodo 154) 185, 22. Rod, Abtei der canonici reguläres, nicht weit von Aachen: kloster Rod 353, 5. Rodian: dorff in Friesenland in Monstrer pistum (lat.: villa Bedian 245) 295, 21. Rom: Ausfahrt nach Rom 11, 7; Erhart (diaken von Stainveld) gieng gen Rom 261, 27; Wilhelm kehrt vom Kreuzzug nach R. zurück 308, 26; Kardinal Jordan zu R. gestorben 377, 10; Weib eines Wucherers fährt nach R. 380, 10. Ronnigen: frauen chloster zu Ronningen (lat.: Runengen 169) 210, 2. Rugerus: maister Rüger 168, 19. 20. [Magister an der Pariser Universität, 13. Jahrh.; näJteres bei Budinszky, Univ. Paris (1876), S. 203 P. A.] —: von Rwkero, ainem münch 315, 26 (Reg.), dazu Text: von Rugero . . . Rugker 334, 8. 10 (lat.: Rudingerus 282); Rwdiger 334, 18. 29. Rudolf: von Rudolfen 98, 33 (Reg.), dazu Text: 192, 16f.; von Rudolfen kor- herren 99, 5 (Reg.), dazu Text: Rudolf us . . . ein chorherre zu Aldensee 196, 34f.; conversz zu Lucka 116, 25f. (Name nur im lat. Text: Rudolphe 96); von Rüdolffen, conversen zu Bidia (im lat. Text richtig: de Rudolpho, converso de Lucka 246) 296, 16. — tod hern Rüdolffs, ains ritter aus Saxenland 338, 26f. Rukel, Runkel, Schloß und Dorf in Nassau an der Lahn: Seyfrid von Ruckel (lat.: de Runkel 170) 211, 12. Rulant: von Theodorico von Kwland (!) 316, 16 (Reg.), dazu Text: von Dietreich von Rwland 342, 19ff.; [Kono] von Rwland (Bruder des Dietrich, der Vorname findet sich nur im lat. Text 236f.) 278, 29. Ruprecht, convers 315, 10. Rymund, fälschlich im Reg. 200, 23. 25; für Reichmudis *. dort. Namen- und Sachverzeichnis. 423 Rysene, Ryssen, Stadt im Bezirk Twenthe: pfarrer zu Rysene (lat.: Risene 180) 222, 20f. Sabaoth 114, 28. Sachse: von aim Saxsen 364, 12 (Beg.), dazu Text: von aim sacristen (lat.: de scholastico 339) 384, 23; das unrichtige 'Saxsen' im Begister ist jedenfalls aus dem 'sacristen' des deutsclien Textes verderbt 1 ). Sachsen: priester von Saxen 188, 25; chloster zw Sachsen 188, 25. 26; von ainer wolckenprüch in Sachsen 268, 15 (Beg.), dazu Text: Saxen 296, 20. 22; tewfel in Saxen 276, 8; Newenberg, die reichist äpptey swarcz Ordens in Saxenland 276, 26; herczog Bernhart von Saxen 287, 10; Saxen 288, 28f.; Rü- dolff, ritter aus Saxen(land) 338, 26f.; Alardus, ritter in Saxen, münch von Lucka 339, 14; ain wasser, haysst Elb, das flewsst durch Saxen 348, 22f.; ein erschollen wucherin zu Sachsen 352, 19f.; tod ains legisten und Juristen in Saxen 355, 2 (vgl. auch 317, 23 Saxenland). Salatinus, kunig zu Syria 300, 7. Salomo: 8, 3; 78, 25 (schawet den künig Salomonen!, das ist Christum); 240, 25; 272, 27. — [Salomon], münch in dem swarczen orden und priester 332, 37; 333, 31ff. Salzburg: bischoff von Salczpurg 95, 35 (Beg.), dazu Text 130, 4. Sardanay: Strange II, 35 zu dieser Stelle vermutet die Zisterzienserabtei Samay in Frankreich; zw Sardanay 5, 3 (Beg.), dazu Text: in der stat Sardanay (lat.: Sardanay) 48, 19. Schäre, Zisterzienserabtei in Frankreich: Schäre (lat.: Szere 299) 350, 8. Schidhartt, Albrecht 266, 21 (Beg.), dazu Text: Albrecht Schottenhart 276, 24. 29. Schlananey: pilgrein aus der Schlananey 364, 27 (Beg.), dazu Text: von der J ) Diese Stelle ist wiederum wichtig für die Frage nach der Entstehung der Begister zu den einzelnen deutschen Distinktionen, vgl. Drescher, Euphorion Bd. 25. pein ains durch ain schläffin, das ist ain deck mantell (lat.: propter sclaviniam peregrini 350) 391, 2 x ). Schönau: hier das Zisterzienserkloster der Würzburger Diözese bei Qmünden (Strange, Begister S. 35); Elspet von Schönaw 5, 19 (Beg.), dazu Text: convent der chlosterfrawen zw Schönaw 53, 9; Elizabeth von Schönaw 59, 21; appt Daniel zw Schönaw 220, 34. Schönfeld: Bernbrand, appt zu Schönveld 316, 28 (Beg.), dazu Text: appt zu Liechtenfeld 346, 21 (s. d.). Schöntal: prior von Clarnfalle, Schöntall 364, 6 (Beg.), dazu Text: prior von Chlarafalle 381, 6. 7. Schottenhart: Albrecht Schottenhart (im Begister dieses vierten Abschnittes = Dist. X: Schidhartt 266, 21) 276, 24. 29. Schottenland 389, 11. Schuttenhausen, Dorf in Friesland: Schwttenhussen 295, 29; Schuttenhausen, dorff in Fryesen (lat.: Sutherhusen 245) 295, 30. Schwaben, fahren nach Jerusalem 370, 28. schvarze mensch: tewfel in eines swarczen menschen gestalt 35, 16. schwarze (orden): münch swarczs ordens 121, 34; 254, 19; reichist äpptey swarcz orden in Saxenland 276, 26; apptessin in dem swarczen orden 281, 24; 368, 24; chloster Wunenburg von dem swarczen orden 296, 26f.; 332, 37; 396, 7; ain priester von den swarczen münch 308, 14; ain swarczer münch 332, 35; kloster swarcz ordens 343, 8. 25; ain nwnn swarcz ordens 382, 8. Seeland 67, 5. Seybot: von der peynung Seybots 6, 16 (Beg.), dazu Text: Seybott (lat.: Sybodo . . . ministerialis Palatini comitis Rheni 60) 73, 15ff.; Seybot 74, 13. Seifrid von Runkel 211, 12. Sein, Graf von: graf von Sein (lat.: comitis Seynensis 10) 18, 31; des grafen von Seinen (lat.: comitis Seynensis 319) 368, 15. 1 ) Die Wiedergabe im Begister ist also falsch. 424 Namen- und Sachverzeichnis. Senenn, Cheminon- l'Abbage, Zisterzienser Abtei der katalaunischen Diözese (Chalons) an der Marne: Hainreich appte des ehlosters zu Senenn (lat.: de Soimenn 151) 181, 3. Sententiae: püeh Sentenciarum, von den hohen synnen 207, 14. Strange II, 167 verweist auf die Regulas Tlieologiae (s. d.), die auch Dist. VII, Kap. 16 = Teil II, S. 22 erwähnt sind ( = oben 34, 4). Eher die vier Bücher des Petrus Lom- barduB, s. oben 207, Apparat zu Z. 14. Severin, sand: sand Severini Kirchen zu Kollen 81, 3; bei der kirchen sant Severin (zu Luttich) 346, 8. Severus, pischoff 165, 24. Sicilien: Cecilia 372, 14. Sigbert: Sygbert münch von Hemmerode 324, 28. 29; Jüngling Sigbertus 395, 28. Simeon: probst zu sand Symean 176, 27. Simon: Symon von Maria getröstet 7, 7 (Reg.), dazu Text, ohne Namen: purger von Pulpeo (Zülpich) 87, 26; Symon, zaubrer (S. Magus) 319, 31. Sion, Syon: chloster Syon, das unnserm orden zugehörtt (in Friesland) 346, 26; Syon, frawenchloster 382, 5. Sunst, Soest: purger von Sust 267, 27 (Reg.), dazu Text: purger von Sünst 291, 25; Susacz (lat.: Susacia 240) 291, 27. Sophia, abtessin 267, 3 (Reg.), dazu Text: apptessin 281, 13. 15. — sand Sophienkirchen zu Constantinopel 153, 21. Spanien, Hispanien: chloster unnsers ordens zw Hispany (lat. hat noch: in domo . . . quae Pumerane vocatur = Rio Secco, Zisterzienserabtei bei Burgos und dem Dorfe Medina del Pomar, Strange, Register S. 32) 82, 3. Speyer: thüm zw Speyer 3, 30 (Reg.), dazu Text: S. 23 — 25 passim. Stefan: der erst martrer sand Stephan 38, 34; 326, 35. Steinfeld (Eifel): diaken von Stainveld, des weissen ordens Premonstratenser 261, 16. Stenberck: (Walther von Birbeck ward begraben) auff dem perg Stenberck (lat.: in monte Stromberg (s. d.) 52) 65, 2. stolngasse, heule Stolchgasse in Köln 259, 1. Stonberg: Otto von 267, 7. Straspurg, purger von 317, 9; 350, 11. 13. Stramberg, Stromberg: Stromberg 96, 21 (Reg.), dazu Text: Stromberck (nahe bei dem Gundesperck) 142, 20; Stromburck 142, 28; convent von Stromburg 190, 32; 191, 16; Stenberck s. o. Susennich s. Fusinnich. Sybere s. Simbere. Syria 300, 7. Templeisen: templayser 143, 17; Tem- ployser 165, 25; s. dazu auch 166, 3ff. teufel: in menschen und in tyeren und in würm gestalt (Verweisung auf Dist. V, Kap. 6) 32, 1. Thabita (Ap.-Oesch. IX, 36. 40: Tabea): ich lysz . . . auch Thabitam etc. 332, 20. Thebäer (legio Thebaica): geselschafft der heyligen Thebeyer Mauricy 164, 31. Theobald: graf Theobald 95, 31 (Reg.), dazu Text: Theobaldus, grave in Cam- pania 127, lOff. Theodoricus s. Dietrich. Theodorus, pischoff (zw Kollen) 6, 10 s. Theodoricus. Theophilus von Alexandria: wird durch die Jungfrau Maria gläubig 23, 17 (Verwechslung mit Theophilus von Adana (Theophiluslegende) 1 [Theophilus, Patriarch von Alexandrien (385 — 412), vgl. Vitae Patrum XV P. A.] Tomas von Kandelberg (Canterbury, ermordet 1172): von Sand Thoman von Chandelberg 3, 13 (Reg.), dazu Text: von sand Thoman von Ch., der zw unnsern zeitten gemartert ist (lat.: de sancto Thoma Cantuarensi, qui nostris temporibus matyrizatus est 5) 13, 5; in den puchern seiner marter und wunder - zaichen (lat.: — 5) 13, 7; sand Thomas von Chandelberg 97, 30 (Reg.), dazu Text: Thomas, erczbischoff zw Kandel- werck (historische Urteile über ihn) 168, 11; sand Thomas zawm 97, 32 (Reg.), dazu Text: 169, 17. 21. 31. 32; sand Thomas 269, 8 (Reg.), dazu Text: sant Thomas von Kandelberg 304, 29 Namen- und Sachverzeichnis. 425 u. ö.. von maister Thoman dem gotlichen lerer 317, 11 (Reg.), dazu Text: maister Thoman, ain lerer der heyligen geschrifft 350, 25f. — sand Thome kirchen (in India) 97, 17 (Reg.), dazu Text: von den heyligen zwelfpoten sand Thoman 158, 1 u. ö., 159, 30; sand Thomans grab in India 158, 28. — her Thoman 190, 25. — [In 13, 7: S. Thomae epise Cantuarensis martyris miracula Hb. 4 auctore Benedicto abbate Petriburgensi (descr. Bibliotheca hagiographica lat ed. Bollandiana II (1900 — 01), 1184 Ebenda weitere 'Passiones' und 'Mira oula': Passio s. Thomae Cant. arch et Martyris auctore anonymo Lam bethiensi (Migne, Patrologiae cursus com pletus, Series lat. vol. 190. P. A.] — von sand Doman, dem kölenischen erczbischoff 168, 30. Thüringen: Düringen 181, 24; 183, 20. tichter des puchs s. Caesarius. Tor: in ainem unserm kloster, das Tor haist (lat.: quae Porta vocatur 287) 338, 34. Tortibeys, Thorembais, Stadt in Brabanl bei Nivelles: dorff Tortibeys genennet (lat.: Thorinbus, Torembais 191) 235, 35. Tranquilinus, Tarquilinius: von Tranqui- lino, dem richtter zu Rom (lat. aber: de Tarquilinio et Cromatio Urbis prae- fecto; Innsbr. Hs.: romanae urbis prae- fecto l ) 249) 298, 25. — [S. Tranquillinus Martyr. Acta sanctorum. Julii tom II, 263-67 (vita). P. A.] Trappa, La Trappe, la Grande Trappe, Zislerzienserkloster bei Soligny-la-Trappe im Dep. Ome; Trappa 3, 25 (Reg.), dazu Text: in dem land Pertica (Perche) 21, 9f, 12. Trient: ein vermärter Schacher (zu)Tryent 89, 18; 90, 23 u. ö. Trier: erczpischoff zw Tryer 58, 8/9; bischoff zw Tryer 66, 16; die ersten l ) Auch hier gibt, wie stets, die Innsbr. Hs. die Überleitung von den anderen Handschriften zu Hartliebs Text. drey pischove zu Trier 176, 18. 30; pistumb Tryer 283, 20; 289, 15; 30.1, 34; schaffer und räntmaister ettlicher pischoff von Tryer 335, 10; stifft Tryer 374, 8; pischoff von Tryer 374, 15; stifft von Tryer (lat. aber: in Diocesi Traiectensi, also Utrechter Diözese (!) 265) 314, 7; sant Symeon in Tryer (lat.: sancti Symeonis in Treveri 268) 320, 23. — dorff Polege (Polch) in dem pistumb zw Tryer (lat.: diocesis Treverensis 38) 52, 12; dorff Hadmir tryerisch pistumbs 256, 30. Tulpen, Zülpich: purger von Tulpen (lat.: de Tulpeto . . . Kono nomine 75; im deutschen Text ohne Namen) 87, 26. Uda, ein geistliche fraw in Prafant 235, 35; 236, 21. Udelgart: chlosterfrawe 316, 29 (Reg.), dazu Text: Wdelhait auff dem perg sant Walpurgen 347, 2. 3. Ulixisbona, Hafen der Kreuzfahrer (1217): die porten des meres genant Ulixisbone 165, 22. Ulkanus s. Vulkanus. Ulm: Hainrich von Ulme 153, 20; Chunrat, ritter von Ulm 298, 8. Ulrich: prüder Ulreich, münch des chlo- sters Vilarienn 200, 19; (Reg.), dazu Text: münch in dem chloster Juliario ( Vilario) 233, 12; 234, 1; Ulreich, Totengräber zu Köln 182, 12. 33; her Ulreich, munch von Valery 329, 14. 16. 18. Ursula: sand Ursel schar 98, 23 (Reg.), dazu Text: der aynleftausent mayd Ursele 181, 1,6. Utrecht: statt zu Utrecht in latein Tra- iectum 44, 15; de Traiecto inferiori . . . aus der nydern statt zw Utrecht 156, 34; 157, 32; von dieben, die zu Utricht ain chreücz staln 267, 12 (Reg.), dazu Text: zu Stricht 284, 21. 23.; styfft zu E wtricht, (ZaJ.: Trachensi,243) 293, 31; pistüm Wtricht 296, 4;,Wtrich 342, 4; 343, 4; Utricht 360, 4; Wtricht 360, 36; pischoff von Wtrich 378, 23. Unser Frauenstatt 190, 17 s. Marienstatt. 426 Namen- und Sachverzeichnis. Valerienser, Valery, Valris s. Vilarienser usw. Valerius: pischoff Valery 176, 18. Veldery, Kastell bei Bernkastei an der Mosel: von der peyung einer frauen von Veldenzen 6, 19; in der capellen zw Veldencz 75, 9. 13. 19. 32. Venedig 301, 6. Verenzell, Vercelli, Zisterzienserabtei bei Cambrai: 44, 21 (lat.: Vercellis 31). Vernon s. Cuno. Verweisungen: 25, 32 verweist auf Dist. I, Kap. 35 (von Hartlieb nicht übersetzt; bei Strange Vol. 1, S. 43); 194, 10 auf Dist. VIII, Kap. 42 (Caesarius Kap. 43); 265, 9 auf Dist. VII, Kap. 20; 296, 14f. auf Dist. VIII, Kap. 16 und 17 (Caesarius, Kap. 17 und IS); 297, 9 auf Dist. VII, Kap. 3; 301, 22 auf Dist. X, Kap. 28 und 42 (Caesarius 28 und 43). Vilarium, Vilare, Valery, Zisterzienserabtei bei Gembloux (Brabant); Sothart munch des chlosters Valerienser (lat.: monacho Vilariensi 15) 25, 33; pärting in dem chloster Vilario (lat.: de Vilario 21) 32, 32; münch Wiliarenser (lat.: Vilia- rensis 56) 70, 4; Arnold, münch von Viliaronsi 98, 13 (Reg.), dazu Text: im chloster Vilario unnsers ordens 179, 13; chloster Vilarienn 200, 19 (Reg.), dazu Text: In Juliario Brabancie ... In dem chloster Juliario (lat.: in Vilario Brabantiae 188) 233, 11; appt zu Juliario 233, 28; appt Karlus von Valery (lat.: Abbas Vilariensis 235) 286, 25; münch von Valery in Flandern (lat.: Vilariensi 264) 313, 29f.; von hern Ulrichen, münch von Valery (lat.: Vilariensi 277) 329, 14; hern Wickharten, münch zu Valery 345, 27; appt von Valris (lat. : de . . . Vilariensi 340) 384, 22; ain guster zw Valerer (lat.: apud Vilarium 340) 384, 23. Vincenz, sand: 165, 31; 166, 11. Volmuntstein, Volmarstein, Vastuntstein, Wolmanstein, Schloß in Westfalen an der Ruhr: Soror Cristiana de Vostun- steine . . . von Vostunstein (lat.: de Volmuntsteine; Innsbr. Hss. und andere: de Vestenstain 117) 141, 2; von Gode Schalken von Wolmensten 198, 22 (Reg.), dazu Text: Gotschalck . . . von der purge Volmünstein (lat.: de Volmuntsteine 167) 207, 30f.; Gottschalck von Wolmanstain 265, 4. Vorme, Dorf bei Randerath: von dem dorff Vorme (lat.: de villa Wurme 302) 353, 8. Vulcanus: der fewrin perg Fulcanum 363, 11 (Reg.), dazu Text: zu dem perg Ulkano 370, 29; der perg Wilcanus 372, 21; Fulkanus 373, 12. Walchen: die nydern Walhen 300, 12. Waldemar: ritter 73, 15. Walpurgis, Zisterzienserkloster auf sanol Walpurg bei Köln s. Peterstal: In monte sancti Walpurgis. Auff sand Wal- purgen perg 41, 23; bey der metten auff sand Walpurg perg 108, 1; messe auff s. Walburg perg 234, 24; Helwicus, prior auff s. Walpurg perg 264, 7; priorin auff s. Walpurgen perg 281, 29; 347, 3; priester in sand Walpurg kirchen zu Hildeshaim 222, 5. Walther von Birbech: hern Walthers von Birbech leben 6, 7 (Reg.), dazu Text: 61 — 70 s. auch Birbech. — bruder Walther von Hemmerod 278, 25; prüder Walther 315, 17 (Reg.), dazu Text: 328, 27; tod Waltheri pfleger, des probst 317, 20 (Reg.), dazu Text: von dem tod hern Walthers des probst zu B.mnschaffer, korherr zu Münster 353, 19. 21. u. ö.; her Walther 363, 24 (Reg.), dazu Text: Her Walther von Myle 374, 30. Waltram, graf: 73, 18. 34; her Waltram 74, 6. 12 (lat.: Walerammi, comitis de Lutzelinburg 60). Waschart, Gerhartt: 331, 8. Weikart, Wigerus, Wikerus: Wikerus, münch von Valery 286, 25; Weikart, münch von Valery (lat.: a Wigero 264) 313, 29; Wickhart, münch zu Valery (lat.: Wigero 294) 345, 27. — von Wigero, ain ritter 316, 14 (Reg.), dazu Text: 342, 2. 4 (lat.: de Wigero 290). Weinand: von Weinando, der . . . von Jerusalem gefürt ward in das pistumb Luttich 266, 4f. (Reg.), dazu Text: Na?nen- und Sachverzeichnis. 427 von Winanden 271, 2; Weinand 271, 5. 6. 8 (lat.: de Winando 218). Weinbach, Wambaoh, Dorf im Wester- wald: im stifft von Tryer ist ain dorff, haysst Wainpach 301, 34. Weindorff, richtig (Schwarz)-Rheindorf bei Bonn (lat.: Bindorp . . . inta Bonnam 343); klosterfraw zu Weindorff, ain kloster sant Benedioten ordens 386, 32. Weiss orden s. Praemonstratenser. Wernhart s. Bernhart. Wernher: bruder Wernher, pärting 7, 3 (Reg.), dazu Text: 82, 2ff. ohne Namen; Wernher von Wonlant 153, 26; Wernhert von Ponlantt 283, 22; Bernher (lat.: Warnerus de Bonlant 232) 283, 32; Wernher, prior zu Hemmerode 322, 25. Wescupe, Wisdorf ( ?), Dorf am Rhein bei Opladen: (lat.: Wescupe 101) 123, 9. Westfalen: chloster zu Westval 46, 25; statt zu Besstfal (lat.: civitatis West- faliae 195) 241, 12; Wesstvaln 254, 4. Weyda: munch Theodoricus, graf zu Weyda 252, 24; Thodricus, der vor was graff zu Weyda 302, 30. Wigerus s. Weikart. Wickindisburg, wohl Schloß im Wester- wald (Strange, Reg. S. 42): priester de Bick von Disburg 199, 1 (Reg.), zweifellos entstellt aus Wickindisburg, vgl. dazu Text: priester in der purck Wickindischburckh 210, 31 (vgl. lat. in der Überschrift: de sacerdote de Wickindisburg, im Text ebenso 170.) Wikerus s. Weikart. Wilcanus s. Vulcanus. Wildebrandus s. Hilprant. Wilhalm, Wilhelm: bruder Wilhalm 118, 31 f.; hern Wilhalm capplan der capellen zu Stromburck 142, 28; appt zu Juliario 233, 28; priester Wilhem 234, 31; Wilhalm unnser novicz 308, 26; münch Wilhalm 388, 18. 33. - ritter Wil- helmus, Sohn einer Hildegunde 237, 15; ritter Wilhelm 238, 9. — Wilhelm von Helfenstain 17, 24—19, 3; von graff Wilhalms pein 363, 7 (Reg.), dazu Text: 367, 30 — 370, 7 (lat.: Juliocensis = Jülich 318); von der pein hern Wilhalms 364, 22 (Reg.), dazu Text: ein münch hyesz Wilhalm 388, 18. Wiliarenser s. Vilarium. Winand s. Weinand. Winrich: Winrech, convers zu Hemerod 262, 17; Weinreich 262, 19. Winczer, Winter, Ober-Winter bei Pressagen: dorff, das Winczer haysset (lat.: in villa proxima, quae Wintere nominatur 263) 312, 23. Wirlle, Witten an der Ruhr in Westfalen: in der stat Wirlle in dem land Wesstvaln (lat.: in Wide, civitatis Wesfaliae 205) 254, 4. Withwold: apbt Withwolds müme (lat.: Witboldi 4) 11, 22. Wolmanstein, Wolmenstein s. Volmunt- stein. Wonlant s. Bonlant. Wunenburg, Wimmelburg, Benediktinerkloster bei Eisleben: chloster swarcz ordens (lat.: Winendenburg 246) 296, 26. Wunn s. Bonn. Wydekyn: dem edeln manne W. 211, 3; Wydeckinus 211, 12. Wynandus, unser siechmaister 208, 24. 30. Wyrich: frawe hern Wyrichs, ritters von Girezeve 180, 14. Xanten: probst des Stifts Xantensis 4, 28 Reg.), dazu Text: 43, 32; scholasticus Xantensis 46, 7; Chunrat probst zu Köln, auch probst zu Xanten 307, 31; 308, 5. Yesse: Maria zum Stamme Yesse gehörig (Matth. 1, 5 — 6) 2, 20. — Jesse, Essen, Zisterzienserfrauenkloster bei Groningen: unnser lieben frawen pild zw Yesse 6, 22 (Reg.), dazu Text: In Frisenland . . . newlich gestifft (d. i. 1216), genant Yesse 76, 34 (lat. fügt noch hinzu: iuxta civitatem Gruningen); munch des chlosters Yesse 6, 23 (Reg.), wohl Irrtum, da Yesse Frauenkloster ist, der zugehörige Text: 78, 35 hat diese Angabe nicht, ebensowenig das lat. Register und der lat. Text: fuit in ordine nostro (!) 67. Ysaac: gott des Ysaac 144, 29; sein Gehorsam 228, 13. 428 Namen- und Sachverzeichnis. Ysenburg, Heinrich von: 337, 4; 338, 13. Ysenhart s. Eisenhart. Ysederus s. Isidorus. Zacharias, Vater Johannes des Täufers: 145, 30; 146, 9; prophet 211, 29; an dem propheten Zacharia, sand Johannsen Gotstauffer vatter 227, 5; Zaeharias (nach Luces 1, 8ff.) 232, 30. — als Personename 147, 1. Zähringen, Herzog von: herczog Berchtold von Zeringen 287, 10; von der pen des herczogen von Ceringen 363, 18 (Reg.), dazu Text: Zeringen 372, 28. 32; 373, 3. 4. Zeitangaben: 222 (Erdbeben auf Cypern) 300, 31; 1206 (Hofhaltung König Philipps) 286, 18; 12] 3 (Sehung eines Mönches) 106, 11; 1217 (Kreuzzug) 165, 18; 1218 (Überschwemmung in Friesland) 10, 3; 1229 (Befreiung eines Bitters) 52, 2. Zigenhann: Heinrich von Czigenhann (lat.: comes Scynensis) 154, 6. WorfVerzeichnis. Ein Beitrag zur Wortgeschichte des 15. Jahrhunderts. Der besonderen Bedeutung von Hartliebs Wortschatz wurde schon kurz im Eu- phorion 26, 545f. gedacht; es folgt hier eine eingehendere Zusammenstellung, welche die Vielseitigkeit und Ausdrucksfähigkeit seiner sprachlichen Mittel noch deutlicher erkennen läßt. Die lateinischen Entsprechungen mußten beigegeben werden, weil es sich um eine Übersetzung handelte und weil gezeigt werden sollte, wie Hartlieb die jeweiligen lateinischen Ausdrücke wiedergibt, welclis gemeinsame Bedeutungsgrundlage bei verschiedenen lateinischen Worten ihn zur Wahl des nämlichen Ausdruckes veranlaßt, im Gegensatz zu den im Euph. 26, 499 gegebenen Zusammenstellungen, die umgekehrt lehren, wie reichhaltig Hartlieb den gleichen Ausdruck seiner Vorlage zu variieren imstande war. Die Durchmusterung des hier gesammelten Wortschatzes enthüllt eine bemerkenswerte schöpferische Begabung und eine Vergleichung mit der zweiten, wesentlich vermehrten Ausgabe von A. Ooetzes trefflicliem frühneuhochdeutscliem Glossar (kl. Texte für Vorles. und' Ubg. ed. H. Lietzmann Nr. 101, Bonn 1920) lehrt in höchst fesselnder Weise, wie weit Hartlieb über den uns aus Belegen bekannten Wortvorrat hinausgelangl x ). Als primitivste Wortschöpfung seilen wir die einfaclhc Herübernahme lateinischer Wörter (abluczen, lat.: absolutione; am- pällen, lat.: ampullis); dann finden wir wörtliche Übertragung, zumal wenn Hartlieb mit der Schwierigkeit der Übersetzung [bei philosophischen Stellen) etwas ins Gedränge kommt (werck- zeugleich: instrumentaliter; gestaltleich: formaliter; verstendlich = durch den Verstand geschehend lat.: intelleotualis; gleichhaissung (gleichnamigkeit), lat.: *aequivocatio; verplender (Unterdrücker), lat.: excaecatorem; verworfen (sc. tüchlein), lat.: abjeetis; ausgeworfen (verworfen sc. Sünden), lat.: eieoti; zusammenwerfen (= begreifen), lat.: coniicio; hunger (Teuerung), lat.: fames usw.). Auf dem Gebiete der Wortbildung bevorzugt er bei den Substantiven das Suffix -ung, mit dem er das Moment der Tätigkeit, den Vorgang als solchen, deutlich und mit Absicht herauszuarbeiten strebt, statt des substantivierten Infinitivs: missevallung (Mißfallen); gleiohmachung (Nachbildung); stichelung (das Stechen); wizzenung (das Wissen); schreckung (das Erschrecken); begerung (Begier); ebenpildung (Beispiel). Die Nachsilbe -keit treffen wir in neuen Zusammensetzungen: wankelkeit, andachtigkeit, desgleichen beim Adjektiv die Suffixe -lieh und -ig: durchlich {verletzt seiend); horlich (hörbar); ungedachtlich (lat.: immemor); leidlich (Leid verursachend); nachlässiglich; erkennig (zur Erkenntnis befähigt); dann redhafft (beredt); zu heilsam bringt er ein unheilsam; plutigen (blutig maclien) usw. Bei anderen Wörtern gibt z. B. Lexer nur einen einzigen Beleg, der noch dazu beachtenswert häufig aus Diefen- bachs Glossaren (Lexer I S. XV) entnommen ist: heilwärtig; undächtig; undanksam. Sonst bekannte Worte verwendet Hartlieb in neuer Bedeutungsschattierung: treumlich = im Traum erscheinend, bei Lexer nur ein Beleg aus Barlaam = traumartig; enpfintlich (im x ) Die mit * versehenen Worte sind auch bei A. Goetze enthalten; ein (*) bedeutet, daß das Wort zwar auch bei Goetze verzeichnet ist, jedoch in anderer Bedeutung. 430 Wortverzeichnis. Empfinden habend); unge6ffent (unbekannt); verharren (trans.) — impedire; erlosen (quaestionem) = auflösen; und schließlich gesellen sich hinzu noch eine Reihe bloß bei Hartlieb belegter Worte: mittelhalb [vermittelst); wolsitiklich; dewfflich; notnusz (pressura);: toppel (meretrix); umbtreneln (umdrehen); wiegetan; wiegetanigkait (Diefenbach) usw. Hartliebs Wortschatz im Caesarius in sich selbst und in seinen Beziehungen zu anderen Denkmälern zu untersuchen, ist eine notwendige und lohnende Aufgabe. Das hier folgende Glossar ist erschöpfender als das im Eupliorion a. a. O. zusammengestellte, und es konnte, weil ja inzwisclien der Caesariustext oben gedruckt vorliegt, nach diesem bequemeren Texte zitiert werden, während im Euphorion die Stellen noch nach Blatt und Seitenzahlen der Handschrift angeführt werden mußten. Es ist so eingerichtet, daß auf die Worterklärung zunächst die angezogene Stelle, dann in Klammern der lateinische Text folgt, zugleich mit der Seitenangabe der Ausgabe von Strange; bietet das LaleiniscJte keine Entsprechung, so steht ein Strich ( — ). Hinter der Klammer mit dem latcinisclien Texte steht Seiten- und Zeilenzahl des deutsclien oben abgedruckten Textes. Am Schlüsse des Glossars sind dann einige weitere Textbesserungen zusammengestellt, die sich nach Beendigung des Textabdruckes noch ergeben haben. Die Buchstaben h und p, c und 7e, d ur-d t, f und v sind zusammengefaßt unter b, U, d und f. a. *aberwicz, aberwitze stf., Unverstand, Wahnsinn: geet an die aberwicz (delirat 219) 271, 26. abiczig, abwiczig adj., verrückt: pist du abiezig worden (deliras 144) 173, 15. abflewen (abfleien) swv., abspülen: das wasser unflats abflewet (abluit 184) 228, 11. äbisch adj., verkehrt (Schmeller): an die äbischen seitten (lat. bloß: se vertit 145) 174, 14. *ablassig adj*abgeneigt: sy ward derselben speise gancz ablassig (fastidire coepit 202) 249, 1. *ablässigkeit stf., Nachlässigkeit: strafft in von solicher ablassikait (negligentia 227) 279, 21. (*)ablassung stf., Ablaß, Verzeihung: erlangten im kain ablassung (veniam 305) 356, 6. abluczen /., Absolution: die abluezen ge- sehach (completa sumptione et ahsolu- tione 174) 215, 30. s. bei Goetze absoluz. *abnemung stf., Verringerung: abnemung der selben pfründ an seinem leib (li- eentia maioris abstinentia 49) 61, 11. *abreden swv., irre-, gestörten Geistes reden: dem tod nahent war und abredett (morti proximus aliena loqueretur 269) 322, 3. *absagen swv., aufkündigen (renunciare 226) 277, 37. *absagung stf., Absage, Aufkündigung: in. absagung aller aygenschafft (in ab- renunciatione totius proprietatis 96> 117, 8. *abtragen stv., 1. abzahlen, vermindern: gen Gott dem herren abtrug (ut peccata redimeret 146) 176, 3; was Sund hye . . , nit abtragen . . . werden (detecta non fuerint 331) 377, 13; 2. wegtragen, stehlen: hetten . . . abgetragen (tulerunt 172) 213, 4. ' abtrunne swm., Abtrünniger: der ein ab- triinne was (lat.: —) 150, 32. abtrunner stm., Abtrünniger: ein abtrunner (apostatans 212) 261, 17; wart er ein abtrunner (apostata 281) 333, 7. abtuge = * abtue: das er dasselbe abtvige (lat.: - 184) 228, 10. abweisung stf., falsche Anweisung, Irrleitung: zw vercherung oder abweysung der kristen menschen (ad huius populi subversionem 175) 217, 27. abwifzig s. abitzig. achs, *ackes stf., Axt: mit ainer achs (securi 254) 304, 1. achtbarkeit stf., Würde, Verehrung, Wert: in so gar groszer achtperkait (quanti ponderis sit 36) 49, 35. achter stm., Verfolger, Unterdrücker: abtrunne und ein grosser ächter (lat. —) 150, 33; s. auch durchächten. Wortverzeichnis. 431 ächtung stf., feindliche Verfolgimg, Ächtimg: in allen iren ächlungen und trübsal (in suis tribulationibus 141) 170, 10. *accolitus m., Accolite, Geistlicher mit vier Weihen, Anwärter auf die Mönchschaft: was ein accolitus und hett ein weich (lat. bloß: clericatum deserens 180) 222, 28. affterrew stf., Kachreue, Reue hinlennach, späte Reue: gewan da erst affter rew (sera poenitentia 243) 294, 24. ägst, nicht belegt, wohl dem lat. 'agrestis' nachgebildet; Wiesenkräuter: gepraten mit latuck und ägst (cum lactueis agrestibus 213) 262, 4. ai-, ay- s. ei-. *albe stf., Albe, weißes Chorhemd: mit alben und stoln (alba et stola indutus 220), 272, 11; 333, 34. *alter stm., Altar: die zu den älltern giengen (saera altaria circueuntes 198) 244, 24. aloe sin., Aloe: mirren und aloes (mirrae et aloes 213) 262, 7. 10. ampulle swf., kleine Flasche: in ettlich ampällen (in ampullis 35) 48, 24. *anblick stm., Anblick, Antlitz, Gesicht: mit lauterm anplicke (serenata facie 73) 85, 25; desselben pildes antlicz ist ein langer anpliek (est eiusdem imaginis facies oblonga 145) 174, 15; das es seinen amplick als gegen der want . . . gestellet hett (imago . . . ut pene vul- tum . . . haberet ad parietem 150) 180, 16; amplick oder antlicz (faciem 184) 228, 6. ankerstein stm., sonst nicht belegt, wohl Eckstein, Tragstein: die grossen ancker- stain (lapides anchorarei 135) 163, 16. andervert adv., ein andermal: andervert in rinck schmyden (secundo ligata est 294) 346, 11. *anderwerb adv., (von warp stm., Drehung) zum andern, zweitenmal: anderwerb (iterum 221) 273, 13; anderwerb ver- prennet (renovavit incendium 244) 294, 34; anderberb gepawen (reaedificata 244) 294, 37; verschyed anderwerb (rursum exspiravit 280) 332, 14; a. dar in stürb (rursum exspiravit 298) 350, 4; beswur anderwerb (adjurationem ite- ravit 337) 381, 25. andächtikeit stf., Andacht: gnad der an- dächtikait (gratia devotionis 67) 79, 25. andächtikleich adv., andächtig: genüg an- dächtikleich (devote satis 200) 247, 5; andächtiklich (humiliter 248) 298, 7; (his verbis 255) 304, 33; nit andächtiklich (negligenter 269) 321, 25. anfechtig adj., Anfechtung hervorbringend, feindlich, anfällig: die . . . anfechtig sind (sunt importuni 73) 86, 1; anhäbig und anfechtig (ita infestus 35) 48, 30; bey dir . . . anfechtig syhest (lat. — 116) 140, 11. angehaben p. pt., angehoben, angefangen: ob der turney angehaben wer (estne inceptum 50) 62, 10; do die leczen angehaben was (cum inciperet 111) 134, 24. angeistlich 340, 8. Diese Euphorion 26, 546 angenommene Form ist zu streichen; es ist zu lesen : kum dann wider zu an geistlich person. *anegang, angenge sin., Anfang: von angeng der weide (ab initio mundi 48) 60, 1. *angesigen (c. dat.) swv., jemand besiegen: angesygen seinem widertail (lat. bloß: pugnaturus 203) 252, 9. *angster stm., Gefäß, Krug mit engem Hals: aus den angstern (in phyalis 263) 312, 8; angsters 312, 10. anhäbig adj., mit Bitten oder Drängen anliegend, drängend, anhaftend: sein haus- frau wer ym . . . anhäbig (stimulis uxoris urgeri 9) 18, 7; anhäbig und ungestüm (importunitate 18) 28, 24; anhäbig und anfechtig (infestum 35) 48, 30; die anhäbigen und ungestümen pösen geiste (daemones 73) 85, 33. anhäbiglich adv., sorgfällig: das du an- häbichleich . . . phlegest (diligentia ao custodia 13) 22, 25; pat anhäbikleich (instaret 18) 28, 20; anhäbikleich ze- pitten (fortiter instante 36) 49, 27. *anheim adv., zu Hause: nit anhaym (domi 343) 386, 17. anhörig adv., mit anhörend, zu Gehör kommend: do er . . . der mitchosung unser lieben frawen anhörig . . . aufnam 432 Wortverzeichnis. (contabulatione . . . delectatus 197) 244, 21. anlassen stv., beginnen lassen: als der kämpf angelassen ward (lat. —) 252, 10. *anligend adj., mit Bitten drängend, wie 'anhabig': dem appt anligend was (abbati foret importunus 49) 61, 10. ansehung stf., Angesicht: s. sehung; an- gesichtt oder ansehung (eius visione 2) 8, 8. ansuchen swv., bitten, ersuchen: den priester ward das angesucht (delatum est verbum ad sacerdotem 200) 246, 30. antiffen stf., kirchl. Wechselgesang zwischen Priester und Gemeinde (antiphona 38) 52, 18 — 20, 31; 53, 4 u. ö. antlas (ostobd.) stm., Sündenerlaß, kirchlicher Ablaß: gnad und antlas (orationes 341) 384, 27. *antwerck (hantwerck) stn., Zerstörungsmaschine bei Belagerungen: mitt plwenden und hantwerck (arietes machinasque 232) 283, 23; s. plwenden. anweigung stf., Anreizung (Schmeller): durch anweigung des tewfels (suadente diabolo 294) 345, 18. apostem n., Geschwür: das grausamlich apostem (illud apostema 247) 297, 28. *arbaysz (mhd. areweiz) stf., Erbse: (pisa 229) 280, 28. 29. 37 u. ö. arch, arche, arke slswf., Fahrzeug, Kiste; hier = Bundeslade: die arch (ad arcam 207) 256, 14; die arcken (ad arcam 207) 256, 17. am, aren stm., Adler: von ainem arn {so im deutschen Register) 269, 7 (im lat. Register: a milvo = Gabelweihe 374), im deutschen Texte dann richtig: weyar 304, 35ff. s. d. asz stn., Fleisch eines toten Tierkörpers: als die geyrn des äsz (quasi escam 283) 335, 21; s. 6sz. aschermittich stm., Aschermittwoch: aschen- mittich in der vassten (caput quadra- gesimae 8) 15, 32. *auffhaltung stf., 1. Enthaltung: auff- haltung von essen und chosste (absti- nentia 149) 179, 16; 2. Hilfsmittel. Erhaltung: aufhaltung und erczney (con- solationes 67) 79, 9. *aufflauchen swv., aufheben, öffnen: allso laucht sy im mantel auff (aperiensque pallium suum 79) 93, 14. *auffleinen swv., auflehnen, hier = beschwören: auffgelaynet hast (exacerbasti 123) 148, 22; sich nicht aufflaynen (contenderent 123) 149, 19. auffleinig adv., auflehnend, streitsuchend: wurden sy aufflaynig und zwayig (con- tendebant 122) 147, 27. *auffsaczung stf., Einsetzung: ursach seiner auffsaczung (Register: causa institutionis 370) 198, 19; aufsaczung (institutionis 166) 205, 24. *aufseczen swv., einsetzen, einrichten, verordnen: sein plüt uns aufseczt (con- secraret 166) 205, 20. aufftuung stf., Öffnung, Spaltung: auff- tuung des stains oder kliebung des flyns (petrae scissio 91) 112, 15. *auffwischen swv., auffahren, emporfahren: wischten auff all tauben (se levantes 256) 305, 23. ausflohen swv., wegbringen: das hawsgerätt ausgeflohet haben (suppellectilem efferre 134) 162, 20. ausgeworffen p. pt., verworfen (sc. von Gott): die ausgeworffen sünder (eiecti 2) 9, 4. ausmerckig adj., aussätzig: gelidern der auzmerckigen menschen (lat. bloß: in suis membris 105) 128, 3; auszmerckiger lewt hewslein (leprosorum lares 107) 130, 7. *auszrichten swv., fertig machen: solden ausgericht und gefertigt werden (ex- pedirentur 8) 16, 14. *ausseczel stm., Aussätziger; in eines aus- seczel gestalt (lat.: in figura leprosi [Reg.] 368) 95, 32; 127, 30; 129, 17 (auszseczel); 130, 22. ausseczige swm., ebenso: einem auszeczigen (leprosi [Reg.] 368) 95, 33. 36. ausseczikait stf., Aussatz: mit der aus- seczikait (lepra 212) 260, 33. *auserwendig adj., mhd. uzewendic: die an der auserwendigen kunst geprechen (quibus deest usus scientiae exterioris 184) 227, 27. Wortverzeichnis. 433 b. p. packenslag stm., Ohrfeige: (alapha 74) 87, 10. 12. 15. barba Jovis, Jupitersbart, Donnersbart, mit fleischigen Blättern, auf Mauern und Dächern 28, 27. parmhercziklich adv., barmherzig: (miseri- oorditor 58) 71, 16. pärmklich adv., Erbarmen erregend: pärmk- leioh (lacrimabiliter 202) 249, 19. parmung stf., Erbarmen: (misericordia 103) 125, 30. parting, pärting stm., Convers, Laienbruder: 4, 1; 5, 4; 26, 5. 26ff.; 48, 30; 73, 3; 99, 1; pärting und convers 85, 14; conversz oder pärting 116, 17. 32 u. ö. *pas- paser, mM. bezzer: (tanto plus 201) 248, 13. bedacht pari., mit Dach versehen, gedeckt: in das unter bedacht scheff (gurgustium 54) 67, 20. *bedeutt part. von bedeuten swv., darstellen, andeuten, meinen: da bey ein yegklicher mensch bedeutt ist (lat. wiedergegeben mit: id est 116) 140, 22. begehen stv„ vollbringen: er begeng nicht grosz (nihil magni egit 50) 62, 20. begernd part., adj., begierig, sehnsüchtig: aller begernden weit (mundi redemptor 364) 401, 13. begerung stf., Verlangen, Wunsch: nicht mer begerung aus dem chloster (stabihs in congregatione 67) 79, 22. *begine stf., Begine, Laienschwesler: ainer begin (soror inclusa 338) 382, 22; verschlossen begin (inclusa 353) 393, 3. begrebnüs stf.: 241, 17. *begreiffen stv., betasten, anrühren, streicheln: (palpari 175) 216, 23. *behafft adj., besessen: ein behaffter mensch (obsessus 52) 65, 21; 89, 3. 4. •behalten stv., aufbewahren, begnadigen, retten: (contineres nomina 48) 59, 36; pin ich behalten (liberatus sum 343) 386, 11; geurtailt und auch behalten (salvabuntur 360) 398, 13. *behaltnüsz stf., Bewahrung, Begnadigung: zw ewiger behaltnüsz (salvabuntur 360) 398, 11. Deutsche Texte des Mittelalters. XXXIII. behaltung stf., Begnadigung, Bettung: hayl und behaltung (salvatio 350) 390, 34/35. behende adj., mit Geschieh zu brauchen, passend: von gar lyndem behendem tüch (de panno satis subtili 106) 128, 35; (vom hl. Geist: subtilis 109) 133, 15. beichte: von der peicht (Hinweis auf Beispiele Dist. III) 351, 5. beygestendig adj., Beistand leistend: ist beygestendig (assistit 3) 9, 10; (semper assunt 119) 143, 35; beygest&ndig 81, 35. peygurtel stm., Beutel, Geldsäckchen: (cru- mena 300) 351, 14. 18. peynigung stf., Kreuzigung, Kasteiung: kreuezigung das ist von peynigung (crux a cruciatu 97) 118, 4; peynigung und kestigung (afflictionis 231) 283, 6. peynleich adv., peinigend, schmerzlich: peyn- leich mit siegen (immisericorditer 104) 126, 4. peynung stf., Bestrafung: (poena 366) 6, 16. 18; 7, 15. peyspil, peyspild stn.: figuren und pey- spild (figuras et aenigmata 2) 8, 21. beyständigkeit stf., Beistand, Hilfe: unser engel beystendikait (ministerium 113) 137, 7. beystock stm., Nebenpfosten: (posti 292) 344, 7. *beitteln swv, beuteln, Mehl durch Sieb oder Beutel laufen lassen (also bessere Qualität): (triturabant 215) 264, 11. peitung stf., Verzögerung, Aufschub: verziehen und peitung (dilatio 76) 88, 27. bekantnüsz stf., Bekennung: in gütter bechanntnüsz (in bona confessione 199) 246, 22. *pecke stn.: Becken: in ain peck (pelvi imponens 311) 360, 37. bekläntt part. v. beklänen swv., beschmieren : geunraintt und bekläntt (luto asper- gerentur 287) 338, 30. beklären swv., mit Klarlieit versehen, klar- legen, zeigen, beweisen: das beklärt der tod (mors demonstrat 291) 342, 35; tütt ausweysen und beklären (audias, bloß Innsb. Hs.: declarat 353) 393, 16. 28 434 Wortverzeichnis. *bekrahkt adj. part., geschwächt: be- chkrencht (praemortuus 90) 111, 23. bekrwtt, bekrott, part. prät. zu bekroten swv., belästigen, beschweren: von dem tewfel bekrwtt (vexabatur 223) 275, 15. belegung stf., bclagerung: besessz und be- legung (per obsidionem 103) 125, 5. *pen stf., Strafe: (poenam 214) 263, 17; 284, 19; 327, 13. *benaohten swv., über Nacht bleiben, übernachten: benachten wolt (hospitari dig- naretur 147) 176, 28. (*)benotigen swv., bedrängen, einengen: ser benötigt [i. e. etat] (artata 103) 125, 5; mit anfeehtung des fleischs benötigt (Sathanas colaphizavit 114) 137, 12. benügen pr. v. benagen: (rodentes 371) 199, 16. *bequämlich adv., eig. passend, lauglich, daher hier = wirksam: ligt bequümleich an der gnade (penes gratiam efficaciter 22) 34, 6. berichen v. bei Grimm DW 1, 1521 bloß eine Stelle aus Ringwalds 'lautere Wahr- IheW (16. Jahrh.); Grimm errät als Bedeutung 'manum conserere': Jhesus hat mich mit seinen hennden berichet (suis manibus me communicavit 192) 238, 5; also wohl: mit den Händen berühren 7 vgl. dazu berüchen, berichten. *bericht stf., das ins Rechte bringen, Ver- söfmung: einer ganczen bericht [völlige Versöhnung] (lat.: —) 120, 16. *berichten swv., in die Richte bringen, versehen: der einen auszeczigen bericht (auch hier, wie bei 'berichen' mit 'communicare' wiedergegeben 368) 95, 36. berüchen swv., berühren ( ?), versorgen: mit unnserm herren berüchen (communicare 172) 213, 30; mit der heylikait berüchen [mit den Sterbesakramenten versehen] (ut communicem 192) 237, 27; dazu: s. berichten. beruochen: mit unnsers herrn leichnam beruochen (petens sacrum corpus deferri 194) 239, 37. berüffen swv., öffentlich ausrufen, proklamieren: berüfft das überall in seinem pistumb (ubique divulgavit 195) 240, 28. *beschaben slv., abschaben, part. beschaben, abgeschabt, rein gerieben: lochratt und beschaben (tenuis et attrita 336) 381, 9. beschäl swm., Zuchtliengst: ain schonen beschäln (protholarium 285) 337, 3. beschawd stf., mhd. beschouwede, Beschauung, Anblick: beschawd Gottes (visio Dei 346) 389, 5. beschawlich adj., betrachtend: bescbawlich leben (contemplationem 83) 104, 4. beschawung stf., Anblick, Erscheinung: sehung oder beschawung (visionem 81) 101, 3; (visionum 158) 190, 8; dagegen 'beschauliche Betrachtung 1 : (contem- platio 83) 104, 6. *beschehen s. v. a. geschehen siv.: durch Gott zu beschehend und würchende (futura 120) 145, 2. *bescheiden siv., entscheiden, bestimmen: durch gründen und besehayden (diffi- nire 85) 106, 17. bescheiden]ich adv., bestimmt, entschieden: solich stim gar beschaidenleich (vox talis 323) 371, 14. beschonung stf., Beschönigung, Verstellung: worte der beschonung (sophisma 203) 250, 22. *beschorn part. adj., geschoren, tonsuriert: (in tonsura 164) 197, 6; 337, 34; (ion- surate 337) 382, 2. *beschütten swv., vergießen, verschütten: beschütt ward (infuso 371) 200, 6. beseher stm., Pfleger, Diener, Meßhelfer: (minister 72) 84, 18; beseher und helffer (visitator 142) 171, 10. besessz stm., Belagerung: besessz und belegung (per obsidionem 103) 125, 5; (obsederunt 137) 165, 27. besingen slv., Trauergollesdienst abhalten: die dett in besingen (missam pro eius anima celebrari fecit 253) 302, 4. besitzen slv., sitzen bleiben, festsitzen: das er kaum besassz (tergo [sc. equi] vix inhaereret 240) 290, 29. besliessung stf., Beendigung: zu einer be- sliessung diser dinge (concludat 156) 188, 22. (*)beslossen adj., inclusus: beslossen klos- nerinn (inclusa 35) 49, 2; beslossner Wortverzeichnis. 435 man (inclusus 60) 81, 3; ein beslossen junckfraw 137, 11. besorglichkeit stf., besorgniserregender Zustand: der werlt besorgleichait (mundi pericula 19) 30, 21. bestanden von bestan stv., standhalten: er ist wol bestanden (optime compu- tavit 333) 379, 3. 9; s. bestunden. bestandenhait stf., Stetigkeit, Festigkeit: sterckt er in zu bestandenhaitt (ad stabilitatem 279) 331, 9. beständig ad]'., nützlich (= beiständig): hilfflich und beständig (profuit 344) 387, 6. bestäntier, bestendeler slm., Pächter: der sammung bestäntier und prediger (prae- dicatores illi conducticii 139) 167, 24. *bestätten swv., bekräftigen, bestätigen: seine wort bestatten wollt (vera osten- deret 105) 128, 6; ward er also bestätt (adeo profecit 285) 336, 31. bestättung stf., Bestätigung: bestättung derselben wort (confirmatio 69) 81, 23; bestättung oder bechennung (assertio- nem 85) 106, 24. bestunden adj., wohl = bestanden, charakterfest: seiner bestunden wort (ver- borum ccnstantiam 222) 274, 34. s. Dastanden. besundert pari., gesondert, getrennt: der nomen der peichtiger ist besundert (speeificatum 141) 170, 13. 'betracht adj., sonst nicht belegt, der Betrachtung zxigeneigt: so gemach und betracht (morosus et intentus 70) 82, 6. betrocknüsz, betrugnusz stf., falsche Vorstellung, Betrug: betrocknüsz (ex illu- sione 83) 103, 15; betrugnusz 103, 17; betrugnusz = Betrug (ex ludibrio 156) 188, 3; (fallacia 202) 249, 9. *pette, pett sin., Gebet: (lat.: —) 6, 29. pettpret sin., Bettstelle: auff sein pettpret (in pertica lecti 283) 335, 18. *pettrisz adj., mhd. betteris; krank, bettlägerig: pettrisz kranch (lecto decubuit 134) 161, 18. pettschuch slm., Pantoffel: pettschtich oder viltschüch (coturnos 57) 70, 14; ein späteres (57) calcios wird dann einjach übersetzt mit: schüechen 70, 25. betwingung stf., Zwang: von betwingung seiner notturfft (impellente necessitate 103) 125, 27. *bewären swv., beweisen: das bewärt das hernach geschriben ebenpild (probat 50) 63, 8; pewärent die ebenpild (declara- bunt 199) 245, 38; bewärn (probas 212) 260, 30; exempel pewärn (concordant 344) 3S7, 18; genug pewärt (probatum 178) 212, 23; 220, 22; beyspil bewärtt (docet exemplum 342) 385, 35. *bewärlich adj., probabiUs, beweisbar: dunckt mich bewärleich sein (probabilis 20) 31, 23; pewerlich (probabile 140) 169, 3. pewernus stf., 1. Zeit der Bewährung im Orden, Probezeit: jar meiner pewernüsz (in probatione 16) 26, 23; jar seiner pebernüsz (probationis 19) 30, 24; 2. * Beweis: ein pewärnüsz (argumentum 89) 111, 1; gelaüb doch der bebärnüsz (diseas experimento 179) 221, 20. s. be- waerung. bewaert pari, adj., rechtschaffen, wahr: als ein bewärter man (probus 203) 252, 5; bewarte zeügnusz (fidem fecit 269) 321, 30. bewärung stf., Probezeit: jar der bewärung (anno probationis 346) 388, 19. pewegig adj., beweglich: (mobilis 109) 133, 15. *pewegung stf., Bewegung, Reizung, Ursache: mit pebegung sol icher süssikait (motu dulcedinis 82) 102, 16. bezeugnüs stf., Zeugenschaft, Zeugnis: mit manigerlay bezeügknüsz (multiplici testimonio 182) 225, 12. peyn s. pin. *pfaffheit stf., Priesterschaft, clericalilas: mit der menig seiner pfaffhait (cum elero 78) 91, 29; 300, 33. pfal stm.: prall (palum 305) 355, 30 u. ö. pfarrvolck slm., Gemeinde: pfarrfolck (parochianis 173) 214, 8. pfistrin stf., Bäckerin: pfistrin (de pistrice 230) 282, 9; aber pistrix 230 wird mit 'beckin' (282, 13) übersetzt. pflag stf., Plage: mit ainer unhailsamen pflag (plaga insanabili 231) 283, 1. 28* 436 Wortverzeichnis. *pfrengen swv., durch eine Enge pressen, drücken: auff den tod gepfrengt und gefangen (cruciabor ad mortem nach Innsbr.; Strange: cruciari 333) 379, 7. *bickel slm., Spitzhacke: mit den bickeln (instrumentis 253) 302, 7. pieken (pichen) swv., mit Pech bestreichen, verpichen: die gepickten gefäsz (materiam cremabilem 240) 291, 21. *bidemen swv., zittern: pydempt [sc. der priester] (tremens 174) 215, 26; [das sehloss] (concutitur 329) 376, 2. pilgrein stm., pilgrein (peregrinis 323) 371, 13; pilgreim (peregrinos 323) 371, 17. *pin stf., mhd. bin, Biene: de vermiculis di pinn (de vermiculis 172) 213, 24; würmlein, die man pyn nennet (de apibus 172) 213, 25. 28; peyn 213, 32; pyn oder peyn 213, 34. pynfas stn., Bienenkorb: pyntfasz 199, 11; in die pynfasz (inter illas 172) 213, 28; (vasctxlum 173) 214, 5; peynfas (in uno ex alveolis 173) 213, 33. *pitanze stf., Speiseration: (pictantia 161) 193, 11. plicz pl., Strahlen, Glanz: in die plicz der sunnen (in globum solarem 358) 397, 11. *ploss adj., waffenlos: gar plossen (inermem 77) 90, 28. plutigen swv., blutig machen: das er den weg plütigt (viarn cruentaret 334) 380, 2. plutvar adj., Blutfarben: (in sanguinem versa 259) 308, 17. plwenden 1 ) ( ?): mit plwenden und hant- werck (arietes machinasque 232) 283, 23. porz swf., Pforte: pey der Marckt (!) porczen (porta Martis 212) 261, 19. *pössen swv., stoßen: slüg und posst (pulsans 32) 45, 20. prdchtung stf., Geschrei, Lärm: anders geschalles prächtung (inquietudine 188) 233, 6. *brauchsam adj., verwendbar: brauchsam und subtil (agilis 319) 368, 33. 1 ) Wohl pluwendern, von 'plunder' stm., Zeug, Gerät (Grimm VII, 1945: mit plunder und mit harnesch gar ( Wittenweiler, Hing 56, 28). prawnvar adj., stahlblau, braun: (caerulei coloris 245) 295, 32. *prechen sich, für oder über stv., sich bemühen, darüber hinausdringen: ein heylig ftir den andern preohen möchte (lat. —) 149, 27. prechen, glänzen usw. s. prehen. *prechen stm. ( ?) Mangel: von chlainer ( ?) preohen (lat. —) 216, 5. prechenhafft adj., mit einem Gebrechen behaftet, schadhaft, krank: gesunthait prechenhaffter menschen (sanitates 101) 122, 24; prechenhafft werden (corrumpi 175); des leibs prechenhafft vär (corporis defectum 190) 235, 21. *prechenhäftig adj., die synne werdent prechenhäftig (sensus rationis deficit 83) 104, 1. prechenleich adj., schadhaft: prechenleich warn (laedebant 175) 216, 11. prehen, prechen stv., glänzen: prehetten (praet.) fulgentes 282) 333, 34; prehenden schein (lucem 353) 393, 8; die sünn dütt prehen (sicut sol 357) 396, 12/13. prehend adj., glänzend: (Candida 245) 295, 23. *preial stm., prior: preyal 82, 24 u. ö.; s. prior. *preialinne stf., priorissa: preyalinn 78, 6. 11. *preim stf., prima, erste Ilorastunde: preym (prima 112) 135, 31; 244, 6; preym zeitt (prima 188) 233, 25. pretten stm., großer Balken: auf einem pretten ligen (lat.: — 177) 219, 34. prewgeschir stn., Braugefäß: prewgschyr (mensuras 240) 291, 4. prior stm., 78, 14 u. ö. pruch stf., Hose: die prüch (solis femora- libus 18) 28, 33. brüchig adj., treubrüchig; ir brüchig schuld (culpam adulterii 258) 307, 9. prwen, mhd. briuwen, brauen: pyer prwen (braxare 240) 291, 7. prwfar, wohl brunvar, braun, dunkelfarbig: der prwfar was (coccineus — scharlachfarbig 287) 339, 2. *prunst stf., Feuersbrunst: (incendium 134) 162, 15. 16. 31. pücharzt stm.: pucharzt (physicus 67) 78, 35. Wortverzeichnis. 437 pulver sin., Staub: zu pulver worden (in pulverem 354) 393, 23. pulpidum stm., pulpit, Lesepult: bey dem pulpidum (analogio proximam 111) 134, 25. puncte swm., hier = Punkt der Zeit, also Augenblick: in aim puncten (in puncto 331) 377, 18. bürmlein s. würmlein. bütend (21, 4) = wütend, blutreich s. wütreich. C. siehe li. d. f. *taberne, taverne stf., Schenke (taverna): tavern 358, 7; tabern 358, 15; 390, 31. *tädingen swv., verhandeln, Worte machen'. geredt und getädingt (conversatus sum 270) 322, 23. tag stm., die tag hörn solt (praedictorum sc. dierum 224) 276, 13, d. i. während der als Reinigung festgesetzten (30) Tage; tag der heyligen dreyer künig 107, 33. taghandeln swv., während eines Tages durchnehmen, sich damit beschäftigen: die ein mensch tag hanndelt (lat.: — 83) 103, 12. *tagweide stf., Tagereise: ein tagwaid von dannen (ad spatium unius dietae 46) 58, 31. *tahe swf., Dohle: späeht, die taben oder alster (nescio cuius genetis aviculam 255) 304, 34. *dank stm., on danckli [= wider Willen 1 )] (lat.: — 98) 119, 33. (*)danknäme adj., dankerweckend (Grimm II, 738), gratus: mit solcher dancknemer diemütikait (pro gratiarum actione 99) 120, 33/34. danknemkeit stf., Dankbarkeit: zu danck- nemkait (non immemores beneficii 130) 156, 31. tanren s. donnern. x ) Eingeliende Erörterung dieser Wendung mit Belegen in: Luthers Werke. Weim. Ausg. Ed. 35 (Lieder), 457, A. 4 von P. Pietsch. tanzhaus sor w»t*- v^^gevecyttw) |>«yv>vÖCVI £er» \c*vthp£v%} >vitJit: vntwiet: 3N16 I\'VW>»1 XKm £«m nmne) fcex: en^ucrf"wt*8 THn «v>^«n jW tiy$*3ett*teu^'vv<*[ (keb ^ /w^jj^n ^1* A4tlfett de* VicöRvt»-^" vexloe F » »»•»* » - f -v ^ »-. -v ^w^-v "^ » /■ r^» »ff v* , *t ^ ^C Kill ffl » » V $^a* r*vvvwi \*m xupolfm ^Jxhrvv^n &?\r\anvi4 ^^^"rtciiwt 6tßvM tue CeOtuiiumiktcB 5>0? tuKt \Hl^»tllWfcv»ntrw7c^^ / b\6 Vjc* cu*/f d* turnen Atut ve^ogen h