Nichts ausrieihbar ULB Düsse Idor f +4010 124 01 DER FGE1GENHANSL ^AUSGEGEBEN VON HANS BREUER ER MITWIRKUNG VIELER WANDERVÖGEL VERLAG UND EIGENTUM VON FRIEDRICH HOFMEISTER, LEIPZIG HANS BREUER T O Tod, da* haft du fchlecht gemacht, So Holze Kraft für nichts geacht't. Viel Kräuter liehen hunder nwclT. Was raufteft du dies Edelreis? Hans Breuer gefallen! Nach vier Kriegsjahren mußte auch er fein Leben laflen "wie viele hundert Wandervögel, die herausgezogen sind, mit ihrem Leibe die Heimat zu fchützen. Mit der Gefchichte des Wandervogels ift der Name Hans Breuer verknüpft, wie kaum ein zweiter. Diefem Führer verdankt die deutfehe Wandervogelfache und unfere völkifche Beftrebung unendlich viel. Hans Breuer war es, der aus wandernden Schülervereinen jene mächtig auf= ftrebende Jugendbewegung Ichuf, die fich eine eigene Jugend» kultur erwanderte. Er war es, der dem Wandervogel immer wieder neue Seiten abzugewinnen vermochte. Zehn Jahre find es nun her, daß der Zupfgeigenhansl zum erften Male seinen Weg in die deutfehen Lande antrat., Begeiftert aufgenommen von den Wandervögeln, fehlte es diefem wadeern Kerl doch nicht an Anfeindungen aller Art. Viel Feind', viel Ehr'! Dem Zupfgeigenhansl hat's nichts anhaben können. »LInfer Hanfei« ift für uns Wander» vögel und Wanderer keine xbeliebige Liederfammlung, er ift ein Stück von unferer Seele. So wurde diefes Buch Taufenden jungen Menfchen ein Erlebnis, das fie nie mehr vergeflen werden, auch wenn fie dem Wandervogel längft den Rücken kehrten. Als der Krieg kam, wanderte der Zupfgeigenhansl mit hinaus ins Feld, war unfer ftändiger Begleiter, ein Stück Heimat ging mit uns, das Budi und feine Lieder ward uns Symbol. Jener Heidelberger Student hat wohl kaum geahnt, welche Tragweite einft fein Werk haben konnte. Das kleine graue Büchel wurde ein Wander» vogelerzieher, ein Maßftab für alles Echte, fo ift es auch mehr als eine bloße Liederfammlung oder ein Verlags» artikel, es ift eine nationale Tat. Über feine Arbeit im Wandervogel fchrieb Breuer noch kurz vor feinem Tode an den Vater: »In meiner Jugend habe idi die deutfche Wahderfadie bewußt gefördert. Mit ganzer Kraft habe ich in diefen wundervollen Teppich manchen Faden hinein= gewoben, der heute noch ift und bleiben wird. Ich habe bewußt das Deutfche, das Nationale in diefer Sache gefördert und gepflegt, lange fchon bevor der Krieg ausbrach, und der Krieg hat gezeigt, daß diefer Weg der richtige, war.« Irgendwo in Frankreich vermodert fein Leib, das Werk Hans Breuers aber wird fortleben, folange noch ein deutfdier Wandervogel und Wanderer fingt. In diefen fchweren Tagen ift der Zupfgeigenhansl uns ein nationales Befinnungsbuch edelfter Art,- wohl dem, der fich noch daran erfreuen und erbauen kann »trotz Tod und Tränen«. Leipzig, am 9. Oktober 1918. Erich Matthes. K^eK^£^^t5^X VORWORT ZUR 1. AUFLAGE So geleite denn, kleines Büchlein, den fahrenden G'efellen hinaus auf feinen Wegl Die Zupfgeige [ei dein Genoß, und wenn ihr gute Freunde (eid, wird eure Reife fein luftig werden. ' Du aber, fangesfroher Wandervogel, wenn du die Seiten blätterft, wirft manches miffen, was anderen ein Pläfier: Moritat und Schauerg'fchichten, den Ruf wie Donnerhall, das Lied vom braunen Cerevis. — Sei friedlich und laß dir erzählen, wie es auf Wanderfahrten mit folchen Liedern zu gehen pflegt: die erften Tage find erfüllt von Singfang und Mufifpiel, der bringt -den „neueften Schlager" mit, der gibt ein neues „Larida" zum beften. Das fchlägt auch fchnell an, dann es ift feicht und jedermann kommod. Bald aber find die flachen Wei.en abgefungen, es wird ftiller im Reviere, endlich verfagt auch der „Stumpffinn", und ohne Sang und Klang, den Kopf in den Staub gehängt, trottelt man durch die Lande: 40 km fei's Panierl —Wir aber fagen: die Güte eines Liedes erprobt fich an feiner Dauerhaftigkeit; was hier gebracht wird, hat feit Wandervogels Anbeginn eine unverwüftliche Lebenskraft bewiefen, nein viel mehr, das hat Jahrhundert um Jahrhundert im Volke fortgelebt. Was der Zeit getrotzt, das muß einfach gut fein. Nur Gutes, kein-Allerwelts- kram, um keinen Fingerbreit gewichen dem herrfchenden Un- g-efchmack, das war unfer redliches Bemühen, als wir an das Sichten des Liederftoffes gingen. Mit dem bloßen Wiederfingen des hier Gegebenen foll es aber nicht getan fein, das lehren dich die leeren Seiten im Anhang. — Da fchreibe hinein, was du auf fonniger Heide, in den niedrigen Hütten dem Volke abgelaufcht haft, wir muffen alle, 'alle mithelfen, aus dem Niedergang der fchaffenden Volkspoefie zu halten, was noch zu halten ift Noch lebt das alte Volkslied, noch wandelt frifch und lebensfroh In unjerer Mitte, was unfere Väter geliebt, geträumt und gelitten. , 'Noch heute raunt die totgefprochene Freya aus dem Blättergewande der Hafelin, und Tannhufers Klagelied tönt wie vor taufend Jahren aus Vrenelis Berg. Das Erbe ift groß und herrlich, aber die Erben können nichts mehr und wiffen nicht, was fie befitzen. Auch heute noch gehen und kommen neue volkstümliche Lieder, „Volkslieder", wem's gefällt, aber das trieft von Sentimentalität und ver- fchwommenen Gefühlen. Wo ift das Schlichte, Innige, Liebenswürdige geblieben?----------Hier gilt's, ein edles Gut zu bewahren. Zum Schluffe noch ein Wort an des Büchleins Freund. Falls dir jenes oder diefes Lied fremd und unverftändlich dünkt, fo vergiß nicht: auch die Melodie hat eine oft fchwierige Pointe, die erfaßt fein will. — Singe das Lied des öfteren; ein paar Zupfgeigenakkorde, die das Verftändnis überrafchend erleichtern, findcft du im Anhang: c'est la sauce, qui fait le poisson. — Nur nicht zu viel in den Saiten herumgekratzt, hier ein weicher Mollakkord angefchlagen und dort eine fragende Septime, das gibt deinem Vortrage Leben. Und dann noch eins: bitte mög- lichft wenig Chorgebrüll! Auf der Landftrafje felbftverftändlich und unter dem Stadttore fortiffimo. Aber Inmitten der freien Landfchaft, da ift die einzelne Menfchenftimmo etwas eigenartig Schönes; der einzelne wird immer Gefühl und Temperament In das Qefungene hineinlegen; eine gehaltvolle Melodie im Chorus gefungen ift und bleibt: Baftardierung der Gefühle. So [oll das Büchlein endlich dazu dienen, Sangeskunft und Sinn für die fchlichte, fcliöne Art des Volkes zu fördern, mit hinwirken nach dem Brennpunkte unferer hautigen Kulturbeftrebungen: Liebe zum Volk und Ehrfurcht vor feinen unvergänglichen Werken. Heidelberg, Weihnachten 1908. ZUR 4. AUFLAGE TT renn der Hansl nun abermals ftattllcher und reicher auf die VV Wanderfchaft gellt, fo dankt er's in allererfter Linie dem wackeren Dr. Frank Fifcher in Göttinnen, der mit [einen Fach- kenntniffen kategprifch in des Hanfels Sprachdunkel hineingeleuchtet und mancherlei wertvolle Anregungen und Befferungs- vorfchläge gegeben hat. Eine ganz neue Bereicherung hat der Zuplgeigenhansl durch den kleinen Auffatz Scherrers über das Zupfen, den er eigens für uns Wandervögel |chrieb, erfahren. Wollen wir ihm alle durch die Tat, duich unermüdliche Arbeit an der Veredlung unferes Singens dankbar fem. Gedankt fei ferner unferen Wandervögeln, Mägdlein und Buben allzumal, für ihre treue Mitarbeit; gedankt zu guterletzt den Studiofen von der Gießener Zunft, die zum erften Male — was wir fchon länge im Wandervogel erftreben — felber, planmäßig auf dieSuche nach alten Volksliederreften ausgegangen find und ein [chönes kleines Heftchen oberheffifcher Lieder, „das Gießener Liederblatt", zuwege gebracht haben. Alle Wandervogelverbände haben diesmal mitge- [chriebenj es war ein hoffnutigsfrohes, begeiftertes Zufammen- arbeiten. — So lebt auch in diefen Blättern der Geift der Sachfen- burger Nacht. — Der Verlag Friedrich Hofmeifter in Leipzig hat fich des Zupfgeigenhanfels angenommen und ihm einen neuen, weiten Wirkungskreis auf dem Büchermarkte gefchaffen. Mancher, der Ibisher vom Wandervogel noch nichts wußte, wird nun vielleicht von diefer Seite her, aus unferer Liederwelt, In der wir wandern und werden, zu einer Vorftellung deffen gelangen können, wer wir Wandervögel find, was uns draußen T)eim freien, frohen Wandern erfreut, was un[er Suchen und Streben i[t. Es ift — kurz gejagt — eine feft in heimatlicher Erde wurzelnde treue deutfche Art. Möge fie auch draußen, außerhalb des Wandervogels, Anklang finden, möge der junge, [angesfrohe Wandervogelgeift immer mehr und mehr in den Herzen anderer Einzug halten, ihnen bringen, was er uns gebracht hat, was der Jugend das Befte ift: Gefundheit— Freiheit — Freude! Frankfurt a. M., Weihnachten 1910. ZUR 7. AUFLAGE Die diefe Lieder zufammer.fangen, die.fechs alten Heidelberger Freunde, find längft in alle Winde zerftreut. Das junge Volk ift weitergefchritten und hat fein eigenes Wandervogelliederbuch gefchaffen; warum follte es fich auch auf das Gefungene von ehedem feftlegen? — So ift das Buch immer mehr aus einem lebendigen Bekenntnis liederfroher Studiofen ein glatter Ge- fchäftsartikel geworden — tote Ware. Das mag auch jene kühlen Gönner tröffen, die da meinten, das Volkslied des Zupfgeigen- hansl tauge nicht für Wandervögel — als wenn ein Volk an feinem Liede, feinem ureigenften Wefen verderben könnte. Aber gefetzt wirklich den Fall, es wäre fo, danir? — Dann wären wir auch zum Untergange reif. — Und wenn der junge Wandervogel aus diefen Liedern nichts weiter mitgenommen hätte als eine Ahnung deffen, was deutfch ift, das Bewußtfein, einem edel veranlagten Volke anzugehören, fo wäre fchon etliches gewonnen. Das trifft auch jenen oft gemachten Einwurf, die alten, längfl vergeffenen Lieder paßten nicht für uns, das feien Himgefpinfte unzeitgemäßer Romantik. Da muffen wir entfchieden fragen: haben wir es wirklich in unferer deutfchen Art fo herrlich weit gebracht, daß wir des Beifpiels unferer Väter und Altvordern entraten könnten? — Haben nicht die Griechen jahrhundertelang ihren Homer gefeiert, fich erwärmt und begeiftert an feinen lebensvollen Geftalten, noch zuletzt, als fie längft im Schatten wandelten und für immer von ihrer lichten Höhe hinunter mußten? — So wollen wir uns getroft der alten deutfchen Lieder und Balladen freuen. Wohl uns, wenn fle noch vielen anfprechend klingen, wenn diefe Weifen auf fommerlicher Wanderfahrt oder an langen Winterabenden in unterem häuslichen Kreife aufleben und uns erwärmen. Das Buch ift im wefentlichen das alte geblieben und wird es bleiben. Dresden, Weihnachten 1911. ZUR 9. AUFLAGE Die 7. und 8. Auflage des Zupfgeigenhansls waren rafch hintereinander vergriffen. Eine gründliche Umarbeitung war (chon rein zeitlich nicht möglich, erfchien auch nicht als be- (onders zweckdienlich. Eine gewiffe State und Feftigkeit kann auch hier nichts fchaden. Die 10. Auflage mag [ich dann wieder wandeln, [ich den Fortfehritten des Wandervogellebens anpa[[en. Warnen möchten wir noch einmal auch an diefer Stelle vor jenem falfchen Sängertume, das fich in der Rolle des fahrenden Barden und irrenden Ritters gefällt. Man fieht in Deutfchland jetzt ab und zu dergleichen komifche Figuren. — Singt, weil's das Herz erleichtert, fingt, weil's Kraft und Weihe dem Wandern gibt, aber nicht aus Spielerei und Zeitvertreib I — In diefen ernften Zeitläuften hat das Volkslied für uns einen viel tieferen Sinn; möge es uns ftärken und heben im bewußten Empfinden deffen, was deutfeh ift, möge es an feinem kleinen Teile mitwirken an dem inneren Streben der Nation, an der Vollendung des Deutfchtums. Leipzig, im Juni 1912. ZUR 10. AUFLAGE Seit der letzten Bearbeitung des Zupfgeigenhansls ift rege am Weiterbau der Wandervogel-Volksliedfache gefchafft worden. Aus dem Kunterbunt der Ortsgruppenblätter wachfen allmählich größere, deutfehvölkifche Liederfammlungen heraus. So brachte uns Preijj fein prächtiges öfterreichifches Singbuch, Trüb die Schweizer Fahrtenlieder, ein Heffengärtlein will werden, und ein oberdeutfehes und niederdeutfehes Liederbuch ift nur eine Frage der Zeit Jemehr Stammescharakter und Eigenart ein folches Singbuch hat, um fo beffer; denn uns Deutfchen liegt das Individuelle, und das ift unfere befondere Kraft Im Vorliegenden ift noch einmal derVerfuch gemacht worden, unter Benutzung aller Wandervogel-Liederquellen eine Gefamt- darftellung deutfchen Wandervogelfingens zu geben, obwohl dies eigentlich nicht mehr gut möglich i[t Befonderer Dank gebührt dem Maler Hermann Pfeiffer, der abermals fehr feinfinnige Schattenriffe für den Zupfgeigenhans! gezeichnet hat, Dank auch allen Wandervögeln, die mit Rat und Tat geholfen haben, Balfer, Dahmer, Jahnke, Schottky, Köhler und meiner lieben Braut — Die Inhaber des Verlages Friedrich Hofmeifter, und befonders Herr Günther in Leipzig, haben in einer Weife, die vollfte Anerkennung verdient, an dem Gelingen des Werkes mitgeholfen; auch ihnen unferen Dank! Ein Punkt bedarf einer kurzen Klarlegung. Unlängft hat Rittinghaus in der Monatszeitfchrift „Wandervogel" den Neutönern das Wort geredet: der neuzeitliche Menfch — auch der Wandervogel — bedürfe neuer Weifen, neuer Ausdrucksformen, das alte, klaffifche Volkslied fei in unferen Tagen eine rückfchrittliche Er- fcheinung. Das leuchtet zunächft ein. Aber das Volkslied ift nun einmal da — daran können wir nicht vorbei —, es ergreift uns ftark und tief, und die Antwort auf das warum? bleiben wir fchuldig. Was ift das alte, klaffifche Volkslied? Es ift das Lied des ganzen, in fich noch gefchloffenen Menfchen, jenes ftarken Menfchen, der alle Entwicklungsformen und -Möglichkeiten — in nuce wohl — noch in fich trug, der nur recht von Herzen zu fingen brauchte, um dem ganzen Volke Herzenskünder zu werden. Diefe Art Menfchen lebt heute noch, draußen in den ftillen Landeswinkeln, fie aber neu zu fchaffen ift menfchenunmöglich, unmöglich, da aller Fortfehritt unferer Zeit auf einem Opfer gleichfam des ganzen, vollen Lebens beruht, auf einem trotzigen Sprunge ins Halbleben des Sonderberuflers vnd Spezialiften. Und kein Neutöner wird jenen allumfaffenden Ton in feiner Bruft mehr finden, der an das große Ganze klingt, der es mitreißt zu einem mächtigen, einftimmigen Liede. Warum? Weil er als Dichter und Sänger fchon viel zu fehr feine eigene, fchmale Straße wandelt, abfeits vom Strome der Welt. Neue Kriegsnöte, neue nationale Sturmfluten werden auch wieder neue Volkslieder emportreiben. Unfer Leben heutzutage, mit feiner Splitterei, {einer Auffaferung und babylonifchen Sprachverwirrung- ift dafür unfruchtbar. Schaut doch die Neuroner an, was fie fertig bringen! Ift das volkstümlich,? — Seht unfere Wandervogelfänger und was (ie Eigenes brachten! Sie find in Stil und Weife der alten Volkslieddichter zurückgefallen, alle, ohne Ausnahme! Und darum, weil wir Enterbte find, weil wir in unferer Halbheit den Stachel und Sehnfucht nach jenem ganzen, harmonifchen Menfchentume nur um fo ftärker in uns fühlen, ift jenes Volkslied unfer Troft und Labfal, ein unerfetzlicher, durch nichts wiederzuerringender Schatz. Ein einziges Mal in [einem Leben geht auch der neuzeitliche Menfch durch jenes glückliche Volksliedzeitalter hindurch: in feiner Jugend — denn der Einzelne geht den Werdegang des Ganzen. Jugend ift Frühling, und wir Wandervögel find Jugend. Das ift im Gleichnis die knofpende Erde, wenn der Lenzwind weht; fie grünt und fprießt allüberall, aber wer fagt dir, was aus den taufend gleichgeftalteten Keimen fich entfalten wird? Alles liegt noch in ihnen zum Werden reif, Stengel, Blätter und Blüten. Und die Frühlingsfonne muß fcheinen und warme Regenfchauer darüber gehn. — So foll es fein: Frühling zu Frühling, und Völkerfrühling zu Jugendfrühling und Wandervogel zu Volkslied! — Auf der Bühne und im Ballfaal ift das Volkslied Modeware, es wird vergehen; dem Wandervogel ift es lebendige Sprache, und es wird leben, folange noch deutfche Wändervogelluft zum Ausdruck drängt Darüber hinaus, wenn Beruf und Dafeinskampf und Alter kommen, wird mancher einen, feinen Neutöner finden, der fein befonderes Leid am ergreifendften fingt Aber das ift dann Sonderlied und kein Volkslied mehr. Sollen wir darum trauern ? Laßt uns fingen und fröhlich fein. Leipzig, im Februar 1913. , DER HERAUSGEBER.. ZUR NEUAUFLAGE 1915 Der Krieg- hat dem Wandervogel recht gegeben, hat feine tiefe nationale Grundidee los von allem Beiwerk ftark und licht in unfere Mitte geftellt. Wir muffen immer deutfcher werden. Wandern ift der deutfchefte aller eingeborenen Triebe, 'ift unfer Qrundwefen, ift der Spiegel unferes Nationalcharakters überhaupt' Und nun lagt Euch nicht irre machen 1 Jetzt erft recht gewandert! Erwandert Euch, was deutfch ift Wachft und werdet ftark an Eurem' Wandervogel 1 Werdet Männer, feftzuftehen und Euren Platz auf der Erde zu behaupten I Das ift heilige Pflicht vor Euren Brüdern, die gefallen find; ihr Leben flog dahin, damit Ihr weiter bautet Und Eure Arbeit fei ihr Denkmall Draußen aber, an der Bruftwehr, lehnen fchweigend die Feldgrauen in der Morgenfonne, fpähen wohl hinüber, wo Tod und Wunde aus den Stahlfchilden bricht. — Bald wird Mittag fein. Wandervögel! An die Arbeit! — Stellung vor Badonvillcr Mai 1915. . DER HERAUSGEBER. ABSCHIED x^^Kfm&nx&ffx , ABSCHIED Nach dem Lochheimer Liederbuch, 1452. FV B FV ' F C F C -JL ^ 3F sfczat ^ 1. Ich fahr da-hin, wann es muß [ein, ich fcheid mich von der cv c FV P BF 22 Liebften mein; zur Letz lajj ich das Her-ze mein,die-weil ich FV FV BF >i i£ F FV F m leb, fo [oll es [ein. Ich fahr da-hin, ich fahr da-hin. 2. Halt du dein Treu [o ftet als ich, und wie du willft, fo tindft du mich. Halt dich in Hut, das bitt ich dich. Gefegn dich Gott! Ich fahr dahin, ich fahr dahin, ich fahr dahin. 16. Jahrhundert. B &Ö £=£ £ L Ge - [egn dich Laub, ge - [egn dich Gras, ge- B g e g g e D £ [egn dich ai - les, was F B e g D da was, e d e T^~ ij tJ4^r1 nnttf •■> f o s w ich muß von hin - nen [chei den. ABSCHIED 2. Ihr lieben Englein, (teht mir bei, weil Leib und Seel beieinander Jei, dag mir mein Herz nicht breche. 3. Gefegn dich Mond, gefegn dich Sonn, gefegn dich Trautlieb, meine Wonn, da ich von hinnen fahre. Nach Forjter: Frifche teutfche Liedlein, 1549. Mel. 1817. GV C G G GV J J^ Jj jE) ^S -©j- 1. Ach Gott, wie weh tut Schei-den, hat mir mein Herz ver- u Q GV CG =£ *T wundL So trab ich u - ber die Hei - den und r0# ° OV G D Q [AJL.4- —p^—s— 0 — — u — 9 — 9 — — »— .M------- 6 ------e------ »-HS—**— ! r ■ * C 1 — -J— — »»— traur zu dfi ° V al - ler ! Stund. Der av Sttm-den, der (eind V ff ffl J ■ * ■ 4$ --------- H & B — H ---------"-—SS ^---------------- t>> ---------------------- =* J -----' dl - fo - viel, mein Herz trägt heim - lichs GV G c c GV G ö J • « v ] ff» Lei - den, wie - wohl ich oft froh - lieh bin. 2. Tat mir ein Gärtlein bauen von Veil und grünem Klee, ift mir zu früh erfroren, tut meinem Herzen weh. Ift mir erfrorn bei Sonnenfchein ein Kraut Jelängerjelieber, ein Blümlein Ver- gißnitmein. 3. Das Blümlein, das ich meine, das ift von edler Art, Ift aller Tugend reine, ihr Mündlein, das ift zart. Ihr Auglein, die feind hübfeh und fein, wann ich an fie gedenke, wie gern ich bei ihr wollt fein. 4. Mich dünkt in all mein Sinne, und wenn ich bei ihr bin, fie fei ein Kaiferinne, kein lieber ich nie gewinn. Hat mir mein junges Herz erfreut, wann ich an fie gedenke, verfchwunden ift all mein Leid. 5. Sollt mich meins Buhln erwegen, als oft ein andrer tut, follt führn ein fröhlichs Leben, darzu ein leichten Mut? Das kann und mag doch nit gefein. Gefegn dich Gott im Herzen, es muß gefchieden fein. 1* ABSCHIED Nach Fortter: Frltche teutfche Liedlein, 1539. FV F F g d ^ 32 £ £32 1. Inns-bruck, ich mug dich laf-fen, Ich fahr da-hlnmein F FV FV FV FV F ^a ^B^ r p^^ii Stra-gen in frem-de Land da-hin. Mein Freud ift mir ge- FV F F FV F FV :n * S nom - men, die ich nit weiß bo - kom-men, FV F B B FV p' 1 =3? 3zi ~rr wo ich im E lend bin. 2. Grog Leid mug ich jetzt tragen, das ich allein tu klagen dem lieb[ten Buhlen mein. Ach Lieb, nun lag mich Armen im Herzen dein erbarmen, dag ich mug dannen Jein. 3. Mein Troft ob allen Weiben, dein tu ich ewig bleiben, {tat, treu, der Ehren frumm. Nun müg dich Gott bewahren, in aller Tugend fparen, bis dag ich wlederkumm. Nach Souterliedekens, 1540. de d =£ JB. ~d — 1. Es {teht ein Lind In je-nem Tal, ift o-ben FV F g d ± £ =2 -d-- 3 breit und un - ten fchmal. Dar - auf, da fitzt Frau CV Cc d A d A d ^ ^^ h i * I J « j- fs *^=s Nach-ti-gall und and-re Vö-ge-lein in dem Wald. 2. Sing an, fing an, Frau Nachtigall, du kleines Vöglein üi dem Waldl Sing an, fing an, mein feines Liebl Wir beide müjfen fcheiden. ABSCHIED ^ Aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges, g d A DV M ¥ "ST 1. Es geht ei - ne dunk - la Wölk her - ein; mich d g d CV C d a E deucht, es wird ein Re i aPV F g gen fein, ein Re A ,<~\ gen 5X f= -& aus den Wol - ken -wohl in das grü - na Gras. 2. Und kommft du, liebe Sonn, nit bald, fo wefet alls im grünen Wald, und all die müden Blumen, die haben müden Tod. 3. Es geht eine dunkle Wölk herein, es {oll und muß ge- fchieden fein; ade, Feinslieb, dein Scheiden macht mir das Herze Jchwer. Naeh Fabricius, Liederbuch, 1603. B F B ^ f'TPg 1. Out Qfell, und du muf3t wan - dem, dein F fv d A d C ^ H* r Schätz - lein liebt ein an - dem; die ich ge- CV C CV C F B FV ^^m :_i__ =5= lie - bet hab. F FV bei der bin ich fchab- FV d ^rr: 3 M -O- 3S 3t ab. Kann dirs nicht gnug-fp.m kla - gen, mein ________________,______________________— _ü ________ '-**(■■ ---------------------------------------------. ABSCHIED FV FV 3= «& ü -j3i -{—w- < *^J . L Schmerz und auch mein Pein; ich hoff je-doch, es B FV F V^ J ^j ~m wird fich noch an ihr Jelbft rä-chen fein. 2. Nun fahre, was nicht bleiben will, es find der Mutterkinder viel. Ift eine mir befchert und [ie mir zugekehrt in rechten, guten Treuen, nicht wie ein faljchc3 Kind Jondern gerecht, ganz unver{chmäht ich mich mit ihr verbind. 3. Doch reut mich noch das Mägdelein, dieweil es ift fo zart und fein, dafj fie ihr junge Tag verzehren foll in Klag mit einem alten Mann, der keine Freud ihr macht, nur fauer ficht und ftetig kriegt, des Jahrs nur einmal lacht 4. Alfo muß ich mich [cheiden hin, und ob ich jetzund traurig bin; nach folcher trüber Zeit kommt gerne wieder Freud. Wenn Qott der Herr läßt fchelnen fein liebe, helle Sonn im grünen Wald, alsdann kommt bald auch wieder Freud und Wonn. r-6---- n ---- F ;j----- j"**Th Nach dem Vv'underhorn. FV F -/V-fs-------------1 *- f*, f* m t4!\r 4 1 — ■f»-«H - r~pH f. e V-'J •%-. 1 « * r <-»J g, a ■ &) -d- *-~ . ( Da dro - ben auf je - nem Ber - ge, da ' \ da fchau - en wohl al - le Früh - mor - gen drei FV f ^r-J-h^^^B 56 fteht ein gold - nes Haus, } fchö-ne Jung- frau-en her - aus. / C cv c Die ei - ne, die FV E^F 3i S -F hei - fjet E ■ FV F fa - beth, die an - dre Bern saSSE iE har - da mein, die drit-te, die will ich nicht ABSCHIED ö cv - c FV F FV F Vi n' i _ — 1 A.b> r /i « J f fAt» j .8 • • «. v; ' i -«*,__« • 3 T «7 nen nen, die follt mein ei - gen [ein. 2. Da drunten in jenem Tale, da treibt das Waffer ein Rad, das treibet nichts als Liebe vom Morgen bis Abend fpat; das Mühlrad ift zerbrochen, die Liebe, die hat kein End, und wenn {ich zwei Herzlieb tun fcheiden, fo reichen s einander die Hand. 3. Ach Scheiden, ach Scheiden, ach Scheiden! Wer hat doch das Scheiden erdacht? Das hat ja mein jungfrifch Herzelein aus Freuden in Trauern gebracht. Dies Liedlein hat hier ein Ende, es hats wohl ein Müller erdacht, den hatte des Ritters Töchterlein vom Lieben zum Scheiden gebracht. Nach dem Wunderhorn. Mel. Anfang des 18. Jahrhunderts. 0 ^H . _ GV D 0 ftr-fv Ü * # tf g j f Es rit-ten drei Rei-ter zum To-re hinaus, a - de! "(Feinsliebchen, das fchaute zumFenfter heraus, a - del GV lö jH ___ f\_ 3Eg l > L5 *gj -b Und wenn es denn foll gs - fehle - den fein, 0 ov _ d o Ül fo S^fE? * ■ reich mir dein gol - de-nes Rin-ge-leinl A-de, GV _ G d Q C Y G il iE 3* de, a - de! Ja, Schei-den und Mei-den tut- weh. 2. Und der uns fcheidet, das ift der Tod, ade! Er fcheidet fo manches Jungfräulcin rot, ade! Er fcheidet fo manchen Mann vom Weib, die konnten jich machen viel Zeitvertreib. Ade, ade, ade! Ja, Scheiden und Meiden tut weh. ABSCHIED 3. Er [cheidet das Kindlein wohl in der Wiegn, ade! Wann werd ich mein fchwarzbraunes Mädel doch kriegn? Adel Und i[t es nicht morgen, ach, war es doch heut, es macht uns all- beiden gar große Freud. Ade, ade, adel Ja, Scheiden und Meiden tut weh. Langfanv Aus Sachfen, Franken und der Rheinpfalz. DV D m -TS ------ de zur D 1. A D G gu - ten Nacht! Jetzt DV 31 ^m m wird der Schlug ge-macht, daß ich muß fchei- D D 0 3= 3E ¥ den. |: Im Som - mer wächjt der DV D ^^g Ö ^=^^=F Klee, im Win - ter fchneits ' den Schnee, da DV fr? ^a komm ich wie - der. • i. 2. Es trauern Berg und Tal, wo ich viel taufen Jmal bin drüber gangen; das hat deine Schönheit gemacht, hat mich zum Lieben gebracht mit großem Verlangen. 3. Das Brünnlein rinnt und raufcht wohl unterm Holder- ftrauch, wo wir gefeffen. Wie manchen Glockenfchjag, da Herz bei Herzen lag, das haft vergeben. 4. Die Mädchen in der Welt find falfcher als dns Geld mit ihrem Lieben. Ade zur guten Nachtl Jetzt wird der Schluß gemacht, daß ich muß fcheiden. 10 ABSCHIED GV Aus Franken. £ ± 1. Der hei - le Tag bricht an, D a DV d o die 5^ kla - re Sonn fcheint fchon. , u. C__ O ________ GV Es weint [o man - che 'a DO ^ ^^ 5 Mut - ter um ih - ren He - ben Sohn. 2. Nach Würzburg" wurd ich geführt, unters Mag habens mich ftalliert; das kann fich einer denken, dems {eiber i[t pa[[iert. 3. Ihr lieb[te Eltern mein, wegn meiner dürfts nicht wein; ihr habt mich gut erzogen aus meiner Wiegen klein. 4. Hab ich euch Leids getan, fo denkt nicht mehr daran I Qott wird es euch fchon lohnen, wenn ich es nicht mehr kann. Oöo ° ^ ^ ^ Aus Na[[au, 1894. C if-ä-s— ^-f 1 — *>—h— *— o A ' 3 ■ " Mh-X — - -d —«-----©------a----- "ä ------ h — _»—e_-— j— ' V J » j_n—z------=------------------ ~y — i_|-----1----- y —c__i 1. Wer be-kümmert {ich drum, wenn ich wan-dre bei Jo G Gy ,_ 'Q o m ££EgE =g=FS 5 fchö-ner Som-mer - zeit? Ifts die ei - ne nicht, {o CG' c-H f r^ ^ ift'j die an - dre, wer be - küm-mert fich drum, wenn ich d • G c o QV G p > f" i ^a -«*—-/ wan - die, mor- g*n gehts in al - 1er Früh. ABSCHIED 11 2. Ich habe ja noch zwei Piftolen, zu betreiben- einen Schuß, meinem Schätzlein zu gefallen, fie ift ja die Schönfte von allen; fchade, daß ich von ihr muß. 3. Sie dreht fich herum und weinet, denn der Abfchied fällt ihr fchwer. |: Ihre Auglein, die geben Waffer, :| fließet in das tiefe Meer. 4. Die Nacht hat mich überfallen, ich muß bleiben hier im Wald, hier muß ich mein Zelt auffchlagen, hier muß ich mein Leben wagen, hier in diefem grünen Wald. Melodie um 1826. QV C GV Ol. - p ^ ( Es, es, es und es, es ift ein har - ter Schluß, ' \ weil, weil, weil und weil,weil ich aus Frankfurt GV ÖE ä muß. Drum, fchlag ich Frank-fürt aus dem Sinn und C- ^S Ich i wen - de mich Gott weiß wo - hin. e GV Q GV G m j4 S m —a will mein Glück pro - bie - ren, mar - fchie-ren. 2. |: Er, er, er und er, Herr Meifter, leb er wohl! :| Ich tags ihm grad frei ins Geficht, feine Arbeit, die gefällt mir nicht: ich will mein Glück probieren, marfchieren. 3. |: Sie, fie, fie und fie, Frau Meiftrin,, leb fie wohl! :| Ich fags ihr grad frei ins Geficht, ihr Speck und Kraut, das [chmeckt mir nicht: ich will mein Glück"probieren, marfchieren. 4. |: Er, er, er und er, Herr Wirt, nun leb er wohl! :| Hätt er die Kreid nicht doppelt gefchrieben, fo war ich noch länger dageblieben: ich- will mein Glück probieren, marfchieren. < 5. |: Ihr, ihr, ihr und ihr, ihr Jungfern, lebet wohl! :| Ich wünfch euch jetzt zu guterletzt einen andern, der'mein Stell erfetzt: ich will mein Glück probieren, marfchieren. 12 ABSCHIED Durch ganz Deutfchland. DV ö 3E= 3fc, ---------------------------- afä -------------------P--------- 1. Mor-gen will mein Schatz ver DV D rei - fen, G UE je: 3tE Ab - fchied neh - men mit Qe - walt Drau - ßerf o ^ msz fin - gen fchon die Vö - gel, fin - gen fchon die D DV D f=i* aöi Vö - gel in dem grü-nen, grO - nen Wald. Denn es D . DV m * * ift ja (o fchwer, aus der Hei-mat zugehn,wenn die D m !8=y SZ V- Hoff-nung nicht war auf ein Wie - der - Wie - der- D i ?rr P (ehn. Le - be wohl, le - be wohl, le - be 0 DV D !«- ^^ £E£EfE wohl, le-bewohl, le-be wohl, auf Wie-der - [ehn I 2. Safjen da zwei Turteltauben, [aßen wohl auf grünem Aft. Wo [ich |: zwei Verliebte [cheiden, :[ da verwelken Laub und Gras. Denn es ift ja fo fchwer, ufw. 3. Laub und Gras, das mag verwelken, aber un[re Liebe nicht. Du kommft |: mir aus meinen Augen, :| aber aus dem Herzen nicht. Denn es i[t ja [o fchwer, ufw. ABSCHIED 13 4. Eine Schwalbe macht kein Sommer, ob fie gleich die erfte i[t; und menv|: Liebchen macht mir Kummer, :| ob fie gleich die Schön[te ift. Denn es ift ja {o fchwer, u[w. 5. Spielet auf, ihr Mufikanten, fpielet auf ein Abfchiedslied meinem p Liebchen zu Gefallen, :| mags verdrießen, wen es will. Denn es ift ja fo fchwer, ufw. Schwäbi[ch. 1. -Muß i denn, muß i denn zum Städtele naus, und du, mein Schatz, bleibft hier? Wenn i komm, wenn i komm, wenn i wie- drum komm, kehr i ein, mein Schatz, bei dir. Kann i glei net allweil bei dir fein, han i doch mein Freud an dir; wenn i komm, wenn i komm, wenn i wiedrum komm, kehr i ein, mein Schatz, bei dir. 2. Wie du weinft, wie du weinft, daß i wandere muß, wie wenn d Lieb jetzt war vorbei; find au drauß, find au drauß der Mädele viel, lieber Schatz, i bleib dir treu. Denk du net, wenn i ein andre feh, no fei mein Lieb vorbei; find au drauß ufw. 3. Obers Jahr, übers Jahr, wenn mer Träubele fchneidt, ftell i hier mi wiedrum ein; bin i dann, bin i dann dein Schätzele noch, fo foll die Hochzeit fein. Übers Jahr, do ift mel Zeit vorbei, do ghör i mein und dein; bin i dann ufw. Aas dem Badi[chen Unterland. GV m 1. Jetzt rei-fen wir zum Tor hin - aus, a c G de, jetzt m rei-fen wir zum Tor hin - ans, Feins-Heb- chen fchaut zum GV G GV G ^ ~g % cj * I r i t Fen - fter her - ans, a - de, a - de, a de! 2. |: „Mein Schatz, laß doch dein Schauen fein, ade, :| ich kann ja nimmer bei dir fein, ade, ade, ade!" 3. |: „Und kannft du nicht mehr bei mir fein, ade, :| fo reich mir nur dein Händelein,-ade, ade, ade!" 4. |: Das Händlein reichen, und das tut weh, ade, :| wir fchei- den uns ja nimmermehr, ade, ade, ade! 5. |: Die Kirfchen, die find fchwarz und rot, ade,,:| ich lieb mein Schatz bis in den Tod, ade, ade, ade! 14 MINNEDIENST K^eK^S5^3« 3£f?X MINNEDIENST Aus Kretzschmers Volksliedern. C ^ =£ * e£ ^ 5 ■•{ Wach auf, meins Her - zens Schö - ne, , Herz- Ich hör ein füß Ge tö ne. cv ■£ ^ t* e g äl - Jer - lieb - fte mein! \ klei-nen Wald-vög - lein, / die hör' ich Jo 0 p f c F cv w (k\ * - fl - ' qi * "v j 1 «J 1* lieb - lieh [in - gen; ich mein, ich (äh des CT SP* CV CV E|SI Ta - ges Schein vom O - ri - ent her - drin - gen. 2. Ich hör die Hahnen krähen und (pur den Tag dabei, die kühlen Windlein wehen, die Sternlein leuchten frei; fingt uns Frau Nachtlgalle, fingt uns ein fuße Melodei, fie neut den Tag mit Schalle. 3. Der Himmel tut fich färben aus weißer Färb in blau, die Wolken tun fich färben aus fchwarzer Färb in grau; die Morgenrot tut herfchleichen, wach auf, mein Lieb, und mach mich frei, die Nacht will uns entweichen. MINNEDIENST 17 Nürnberg, um 1550, AV E £ 1. Ich weiß ein Maid - lein hübfch und fein: F*N*- A E A A ---P--- E i 1 » > M= ■ büt du dich! Ich weiß ein Maid - lein AV hübfch und fein, es kann gar falfch und freund-lich AV AV fein: hot du dich, hüt du dich, ver - trau ihr I tf= AV A ?=e nicht, fie aar - ret dich, fie nar - ret dicht 2. Sie hat zwei Äuglein, die find braun: hüt du dichl Sie I hat zwei Äuglein, die find braun, fie werden dich überzwerch |anfchaun: hüt du dich, hüt du dich, ufw. -3. Sie hat ein gelb goldfarbig Haar: hüt du dich! Sie hat lein gelb goldfarbig Haar, und was fie redet, ift nicht wahr: hüt [du dich, hüt du dich, ufw. .4. Sie gibt dir ein Kränzleln fein gemacht: hüt dn dichl jSie gibt dir ein Kränzlein fein gemacht, für einen Narr'n wirft |du geacht: hüt du dich, hüt du dich, ufw. 18 MINNEDIENST te Mel. 1615. D S I 4 n i r j-—f- ¥ 1. Es faß ein Kä - ter - lein auf dem Dach, es g c D g & s # r hat te fich bald zu To - de ge - lacht 2. „Nun lache, nun lache, mein Käterlein fein, übers Jahr follft du mein eigen fein. 3. Wohl in mein Ärmleln will ich dich fchließen, und Jollt es gleich Vater und Mutter verdrießen. 1 ' 4. „Es fcheint die Sonne, fo leuchten die Stern; bei meinem Feinsliebelein wir ich fo gern. 5. Bei meinem Feinsliebelein allein; Gott weiß wohl, wen ich mein, ja mein." * DV Nach Forjter, 1549. S3 Mir ift H**- 3t ift ein fchöns brauns Mai - de - lein ge- L Wollt Gott, ich follt heint bei ihr fein, mein D Q DV D DV 3= 2 Zit falln in mei-nen Sinn. 1 v . ™„„ , . K ^„ ut u . h Trau-ren führ da - hin! < Kein Ta ^ und Nacht hab i m ö s. ich kein Ruh, das fchafft ihr fchön Ge-ftalt, weiß nit, wie DV D Q DV D *' J J 4= =* ich ihm für-baß tu, mein Feins-lieb macht mich alt MINNEDIENST 19 2. Dem Maidlein ich gern dienen wollt, wenn ichs mit Fugen könnt, darumb hab ich der Neider viel, das mir nit wird vergönnt. Ich hoff, fie folls erfahren bald, wie ichs {o treulich mein; auf Erd ich mir nichts wünfchen wollt, denn bei ihr fein allein. 3. Dem Maidlein ich mein Tren verfprich zu Ehrn und anders nicht, alls, was doch fromm und ehrlich ift, darnach ich mich ftets rieht. Soll denn mein Treu verloren fein? Kränkt mir mein Sinn und Gmüt, Ich hoff, fie folls erfahren fchier, mein Sach foll werden gut 4. Damit will ich dem Maidelein gefungen haben frei zu guter Nacht ein Liedelein, alls Guts wünfeh ich darbei, damit dag fie gedenk an mich, wenn ich nit bei ihr bin. So bhüt dich Qoü im Himmelreich, adel Ich fahr dahin. Fabricius, Liederbuch, 1603. E a e S 1.. „Bift du des Qoldfchmleds Töch-ter-lein, bin ich des B- EV B ■ a m =#* t- HSM- Bau-ren Sohn, ja Sohn, fo zieh dein be - fte ö c - c cv C a d B -U —i—1----------- v-p — f» l* p dt" -----1 ' - -1 * B '.J ■' VW ■■■» ■ c m 1 Klei-der an und fprich, du willft zum Tan-ze gähn, und E a EV E a zieh mit mir da- von und zielt mit mir da- von! '2. Ober eine breite Wiefen, über ein fchmalen Steg, und haft du mich von Herzen lieb, dein treues Herz mir Glauben gibt, |: und zieh auch mit mir weg! :| 3. Darum, du zartes Jungfräulein, zieh du mit mir davon!" „Ich will zuvor mein Mutter fragn, rät fie mir das, fo will ichs wagn |: und ziehn mit dir davon." :| 2* 20 MINNEDIENST ' m Nach einer Blaubeorener Klofterhand'chrilt. 13. Jahrtmndert. QV G GV Q s 3ÖE I 1. Ku - me, kum, Qe - fei - le min, G GV G GV Q ft s ich en - bi - te har - te din, ich GV G GV Q GV Q Ä en - bi - te har - te din, har - te din, G GV G GV O GV G m kum, kum, o, ku - me, Ge - fei - le mini 2. Süßer, rofenvarwer Munt, |: kum und mache mich gefunt, :| mich gefunt, füf3er, [üßer, füßer, rofenvarwer Muntl Melodie 1540. 1. Drei Laub aut ei - ner Lin - ^ FV B F F den blfi - B hen l*i J*L r» a ■5. r B i »*™ C s 1 1 l W 6 „ ■ «T ■ * eJ» , -el al ■ fo wohl, FV ja wohl, F d fie tat e viel \J , \ r a \ ffts 1 ^ a ■ r J. V c 1 P- PI WJ B ■ ■ \ I i J tau - fend Sprün - ge, ihr Herz war Freu- den MINNEDIENST 21 FV m FV F voll. ich g-ünns dem Maid - lein wohL 2. Sie hat ein roten Munde und zwei Äuglein klar, ja klar, auch ein fchneeweifjen Leibe, darzu goldfarbes Haar; das zieret (ie fürwahr. 3. Das Maidlein, das ich meine, ift fo hübfch und fein, ja fein; wenn ich dasfelb anblicke, {ich freut das Herze mein; des eigen will ich fein. CT Nach Fortter, 1540. C F =£ -*- 3==? =2 . (Gar lieb-lieh hat fich ge - fei * \ zu ei - ner, die mir ge - fäl let mein let, Gott CT m §EEi 3±g?=2 Herz in kur - zer Frift \ weiß wohl, wer fie ift / Sie lie-bet mich ganz ov CT in - nig - lieh, die AI ler - lieb - fte CT i^=3=f=*E ^3= mein. mein, mit Treu - en ich fie 2. Wohl für des Maien Blüte hab ich fie auserkorn. Sie erfreuet mein Gemüte, mein Dienft hab ich ihr gefchworn. Den will ich halten ftätiglich mit Willen ganz Untertan, dieweil ich das Leben han. 3. Ich gleich fie einem Engel, die Allerliebfte mein, ihr Härlein krausgelb als ein Sprengel, ihr Mündlein rot als ein Rubein. Zwei blanke Ärmlein, die find fchmal, dazu ein roter Mund, der lachet zu jeder Stund. 22 MINNEDIENST GV Melodie 1545. e GV =3= . f Siegleichtwohl ei-nem Ro- fen-ftock, drum gliebt fie \ Sie trägt auch ei-nen ro-ten Rock, kann züch-tig, A| ° c GV C GV G Q — f-Äh ----1----- fL. ---9--- -9 — s / V »» ES> »* Si - me - li - barg! Und ds Vrene - li ab em Qug-gis - barg und B ' m « g—« • *S p n F=P ds Si-mes Hans-Jog - ge - li a - net dem Barg, s ifch C PCVC« a ^ B Av FFTT ^m *—/■ ä-ben e Mönfch uf Ar-de, dag i möcht bi-n-ihm fi. 2. |: U mah-n-er mir nit wärde — Simelibärgl :| — Und ds Vreneli ab em Quggisbärg und ds Simes Hans-Joggen änet dem Barg — u mah-n-er mir nit wärde, vor Chummer ftirbe-n-i. 3. |: I mines Büelis Garte — Simelibärgl :| — Und ds Vreneli ab em Quggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg — i mines, Büelis Garte, da ftah zweu Bäumeli. 4. Das eini treit Mufchgate — Simelibärgl — Und ds Vreneli ab_em Guggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg — das eini treit Mufchgate, das andri Nägeli. 5. Mufchgate, di fi füegi — Simelibärgl — Und ds Vreneli ab em Guggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg — Mufchgate, di fi füegi, u d Nägeli fi rag. 6. I gabs mim Lieb z verfueche — Simelibärgl — Und ds Vreneli ab em Guggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg— i gabs mim Lieb z verfueche, dags miner nit vergaß. 7. Ha di no nie vergaffe — Simelibärgl — Und ds Vreneli ab em Guggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg — ha di no nie vergaffe, ha immer a di dankt MINNEDIENST 27 8. Es fi numeh zweu Jahre — Simelibärg! — Und ds Vreneli ab em Guggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg — es fi numeh zweu Jahre, daß mi han a di ghänkt. 9. Dort unden i der Tiefi — Simelibärg! — Und ds Vreneh ab em Guggisbärg und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Barg- — dort unden i der Tiefi, da {teit es Mülirad. 10. Das mahlet nüt als Liebi — Simelibärg! — Und ds Vreneli ab em Guggisbärg und ds Simes Hans-Jog-g-eli änet dem Barg — das mahlet nüt als Liebi, die Nacht und auch den Tag! Lang[am. Schweiz. , B i. D AV ■S- : 4T -&- -8- -t- •** H ? ä-ben e Mönfch uf Är-de, Si-me-Ii- AV Hrm =FF^ »I -----'V B 3 -r-* -ö- -S- -&■ bärgl Sifch barg! Und ds Vre-rie- fi ab em Gug-gis- D AV E^ 3C e t' ff Li *=* barg und dsSims Hans - Jog - ge - Ii ä -net dem A A D N rS »^-i^-J Barg. Sifch ä - ben e Mönfch uf Ar - de, dag . e D AV A A ?^?=f? *=t i möcht bi-n-ihm fi. Und D ^ = #^^ V-« hol-de- ri - a E fv=f> 1 g <■ -----« ri - di - a hol- de - ri - a—ho, hol - de - ri - a ^=* 2.A IJJ« vp i SEg u ri - di hol - de - ri - a ■ -ho. 28 MINNEDIENST d Schlefifches Volkslied. L „Wohl heu - te noch und mor - gen, da d AV A g £^ blei - be ich bei dir, wenn a - ber kommt der d g A d ig m ^ idrit - te Tag, {o muß ich fort von hier." i2. „Wann kommft du aber wieder, Herzallerliebfter mein?" „Wenns (chneiet rote Rofen und regnet kühlen Wein." 3. „Es fchneiet keine Rofen, es regnet keinen Wein: Jo kommft du auch nicht wieder, Herzallerliebfter mein!" 4. In meines Vaters Garten legt ich mich nieder und fchlief, da träumet mir ein Träumelein, wies fchneiet über mich. 5. Und als ich nun erwachte, da war es lauter Nichts; es warn die roten Röfelein, die blühten über mich. . 6. Der Knabe kehrt zurücke, geht zu dem Garten ein, trägt einen Kranz von Rofen und einen Becher Wein. 7. Hat mit dem Fug geftogen wohl an das Hügelein: er fiel, da fchneit es Rofen, da regnets kühlen Wein. Nach dem Lochheimer Liederbuch , 1450. ö F BP F\ F 1. l/i /k /» ■• a 1 ' 1 fm" *' J c e ß f * w \SW m ■ • c iT II i/ > . < All mein Ge-dan-ken, die Ich hab, die • find bei dir. '1 Du aus- er-wähl-ter ein-ger Troft, bleib ftät bei FV CV C *; ^ ^ ~m ^ mirl Du, du, du follft an mich ge-den-ken; hätt ich al-ler *S Jk d FV F J-^^ Wünfch Ge - walt, von dir wollt ich nicht wen - ken. 2. Du auserwählter einger Troft, gedenk daran, mein Leib und Seel, das follft du gar zu eigen han. Dein, dein, dein will ich ewig bleiben; du gibft mir Kraft und hohen Mut, kannft all mein Leid vertreiben. MiNNEDIENST 31 ^-^-H^ Erk-RShme. A V 1. Dort nieden in je - nem Hol - ze leit R*W=* P AV V=F Tr m w V V fleh ein MQh - len ftolz- Sie mahlt uns al - le AV A. E ^ 29 Mor - gen, fie mahlt uns al le EV E AV m s h- -• ¥^- Mor - gen das Sil - ber und ro - te Gold. 2. Dort nieden in jenem Grunde fchwemmt fich ein Hirfchlein fein. Was führt es in feinem Munde? Von Gold ein Ringelein. 3. Hätt ich des Goldes ein Stocke zu einem Ringelein, meinem Buhlen wollt ichs fchicken zu einem Goldfingerlein. 4. Was Jchickt fie mir denn wieder? Von Perlen ein Kränzelein: „Sieh da, du feiner Ritter, darbei gedenk du meint" Ober[chwSbi(ch. 1. Rofeftock, Holderblüt! Wann i mein Dirnderl fieh, lacht mer vor lauter Freud s Herzerl im Leib. Tralalala, Tralalala, Tralala, Tralalalalal Tralalala, Tralalala, Tralalala! 2. Gfichterl wie Milch und Blut, s Dirnderl ift gar fo gut, um und um dockerlnett, wenn i s no hätt! Tralalala ufw. 3. Armerl fo kugelrund, Lippe fo frifch und gfund, Füßerl fo hurtig gfchwind, tanzt wie der Wind. Tralalala ufw. 4. Wenn i ins dunkelblau, funkelhell Augerl fchau, mein i, i feh in mei Himmelreich nei. Tralalala ufw. 32 MINNEDIENST # Znccalmsgllo, nach dnem Kuhtündifctien Vofksliede. C m m ■ j a ) - p- 3 1. .Feins - lieb-eben, du follft mir nicht bar-fuß gehn, da zer- d ' B * C - a ap-^ d J3U- J J. i trittft dir die zar - ten Füg-lein fchön, tra-ia-la-la, a d B .' 11 '■ B ä W$m Zt tra-Ia-la-la! Da zertrittft dir die zar-ten Fuß - lein fchön." 2. „Wie [ollte ich denn nicht barfuß gehn, hab keine Schuh ja anzuziehn." 3. .Feinsliebchen, willft du mein eigen (ein, (o kaufe ich dir ein Paar Schuhlein fein." 4. „Wie konnte ich euer eigen (ein, Ich bin ein armes Mägdelein." 5. „Und bift da auch arm, fo nehm ich dich doch, da halt ja die Ehr und die Treue noch. 6. .Die Ehr und die Treue mir keiner nahm, ich bin, wie ich Ton der Mutter kam." 7. Was zog er aus (einer Tafchen fein? Von lauter Gold ein Ringelein. m DT Von der Nordfceaiarfch. D j j * i j ;j, e|e Ep 1. Dat du min Leev - (ten büft, dat da wufl DV 0 . D «^ weeft. Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, MINNEDIENST 33 DV zm &t fegg, wo D du heeftl Kumm DV bi de Nacht, D m 3? du —ö - * - heeft! kumm bi de Nacht, {egg, wo 2. Kumm du um Middernacht, kumm du Klock een! Vader flöpt, Moder pöpt, ik flaap alleen. 3. Klopp an de Kamerdör, tat an de Klink I Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind. Ans Schwaben. i **£ -Jj 1. Das Lie - ben bringt groß Freud, G GV G G es ^ £ wl(-[ens al - le Leut Weiß mir ein fchö-nes ov G GV Ifagra s ^m Schät-ze-lein mit zwei fchwarzbraunen Au-ge-lein, die CG o ov G A. iLtl_____ i; _____o__________o_________ uv ______^a_______ w r iri' i Hr i r r r Mr n i mir, die mir, die mir mein Herz er - freut 2. Ein Brieflein fchrieb fie mir, ich follt treu bleiben ihr. Drauf fchickt ich ihr ein Sträußelein, fchöh Rosmarin, brauns Nägelein, fte r°Mi f ie f°M> f> e I°1M mein eigen fein. 3. Mein eigen follt fie fein, keinem andern mehr als mein. So leben wir in Freud und in Leid, bis uns Gott, der Herr, auseinander fcheidt. Dann ade! Dann adel Ade mein Schatz, ade! 34 MINNEDIENST GV GV Aas Schwaben um 1820. GL 0 F=£ *lt j f " 3^ w--------------- —•----- W~ 1. Wo ekleinsHüttle fteht, ijt e kleins Gütle, wo e kleins 11 GV GV . G DY t D. HS «r 33 M £ 3£ Hütt - le fteht, i[t e kleins Gut Wo vie - le Bu - be find, OV Q Mädle [ind, Bube find, doifts halt lieb-le, do ijts halt gut 2. Lieble i[ls Oberall, lieble auf Erde, lieble Ifts Oberall, luftig im Mai. Wenn es nur mögle war, z mache war, mogle war, mei müßt du werde, mei müßt du fein! 3. Wenn dzu meim Schätzte kommft, tu mers fchön große I Wenn d zu meim Schätzle kommft, fag ihm viel Orüfjl Wenn es fragt, wie es geht, wie es fteht, wie es geht, fag, auf zwei Füße, fag, auf zwei Fuß. 4. Und wenn es freundle ift, fag, I fei gftorbe, und wenn es lache tut, fag, i hätt gfreit Wenns aber weine tut, klage tut, weine tut, fag, 1 komm morge, fag, 1 komm heut 6. Mädle, trau net fo wohl, du bift betröge, Mädle, trau net fo wohf, du bift in Qfohr. Daß 1 di gar net mag, nemme mag, gar net mag, feil is verloge, feil is net wohr. PV Durch ganz Dentjchland. F B m fv^F s *=g^=&£ v — W. 3= m g 1. Kein Feu-er, kei-ne Koh-le kann bren-nen fo PV B FV se C r r J c heiß als heim - li - che Lie - be, von der B F FV F FV F B S m £ nie - mand nichts weiß. MINNEDIENST 35 FV S=F =tj von der nie - mand nichts weiß. 2. Keine Rofe, keine Nelke kann blühen fo [chön, als wenn zwei verliebte Seelen beieinander tun ftehn. 3. Setze du mir einen Spiegel ins Herze hinein, damit du kannft [ehen, wie Jo treu ich es mein. ^ Durch ganz Deutschland. DV £ i J 1 t 1. Ich ha be mein Feins - lieb - chen, ich DV V fv 5£ ^ £=M i ha - be mein Feins - lieb 0 D chen fo lan - ge DV D ■ —U— V nicht ge - fehn, fo lan - ge nicht ge - fehn. 2. Ich fah fie geftern Abend, ich fah fie geftern Abend wohl in der Türe ftehn, wohl in der Türe ftehn. 3. Sie fagt, ich follt fie küffen, die Mutter follts nicht wiffen. Die Mutter wards gewahr, daß jemand bei ihr war. 4. »Ach Mädel, willft du freien? Es wird dich bald gereuen 1 Gereuen wird es dich, daß du verläffeft mich! 5. Wenn alle jungen, jungen Mädelchen mit ihren grünen, grünen Kränzelchen wohl auf den Tanzboden gehn, wohl auf den Tanzboden gehn; 6. So mußt du junges Weibchen mit deinem zarten Leibchen wohl an der Wiege, ftehn, wohl an der Wiege ftehn. 7. Mußt fingen: Ru-Ru-Rinnchen, fchlaf du, mein liebes Kindchen, fchlaf du in guter Ruh, tu deine Auglein zu!" 8. Ach, hätt das Feuer nicht fo fehr gebrennt, fo war die Lieb nicht angezündt Das Feuer brennt fo Jehr, die Liebe noch viel mehr. 9. Das Feuer kann man löfchen, die Liebe nicht vergeffen, ja nun und nimmermehr, ja nun und nimmermehr. r 36 MINNEDIENST $ ov Abs der Rheinpfab. S ,«T3 J zfcj i 1. Nach - ti - fall, Ich hör dich {in - gen, s Herz im GV 0 0 t=* S I 1= Leib möcht mir zer - fprin-gen, C QV kom - me £ dt ±: ±: du und Jag mir c o wohl, wie ich C .. 0 % mich ver- o ^m hal-ten {oll wie ich mich ver-hal-ten foll. 2. Nachtigall, ich {eh dich laufen, an das Bächlein gehft du faufen, du tunkft dein kleines Schnäblein ein, meinft, es war der bejte Wein. 3. Nachtigall, wo ifr gut wohnen? Bei der Linde, bei der Donen, bei der fchön Frau Nachtigall: „Grüß mein Schatz vieltauf endmal!" Siebenbürgen. m t ■ » a ■ --- 0 ---1----------------------------- * ------ v ' v —P------- —N -------B — % L Es B faß ein klein wild Vö - ge - lein auf 5 ei-nem grü-nen Aft-chen; d B es fang die gan - ze B 1 **- B ml d 1 l [ Win - ter - nacht, die Stimm tat laut er - klin - gen. MINNEDIENST 37 2. „0, fing mir noch, o, fing mir noch, du kleines wildes Vöglein! Ich will um deine Federchen dir Oold und Seide winden." 3. -Behalt dein Oold und deine Seid! Ich will dir nimmer fingen; Ich bin ein klein wild Vögelein, und niemand kann mich zwingen." Aus 0'uerhe[[en. S PpP -4r ± '•{ Es woll - te Qeh hin zu fich ein dei - nes Jchlel - chen ein glei - chen, du GV m * ±z —«r- küh - les [ollft mein L "--£.- fS:} Ver-laf-fen Ott. ° QV ov lf ff •'! 1 * «J V ■ ^,... r^ w weit, ja weit, er ift fo weit, ja weit, dag o n im GV 0 £^fc S 3^@ ich 5-r ihn nicht mehr {e hen kann. 2. Einft ging ich über Berg und Tal, da fang fo fchön Frau Nachtigall, |: fie fang fo fchön, ja fchön, fie fang fo fein, ja fein, fie fang, ich follt ihr Liobfter fein. :| 3. Jetzt ging ich zu dem Stadttor ein, da ftand mein Schatz fo ganz allein. |: Mir tut mein Herz, mir tuts fo weh, ja weh, wenn ich mein Schatz auf der Schloßwach feh. :j 4.-.Jetzt ging ich zu dem Goldfchmied ein, kauft meinem Schatz ein Ringelein, |: ein Ringelein an die rechte Hand, ja Hand: fo reifen wir nach Sachfenland. :| 5. Nach Sachfenland, da mag ich nicht, die langen Kleider, die lieb ich nicht, j: Die langen Kleider, die Schnallenfchuh, ja Schuh, die kommen keiner Dienftmagd zu. :| Aus Eichelhain (Vogelsbcrg). AV AV * s % 1. So grün als ift die Hei - den, fo grün möcht A A imü *=\ ^ ich mich klei - den. Mein Schatz, den ich fo MINNEDIENST 43 AV AV ^ per - ne hab, der will ja von mir [chei-den. 2. Und fcheidet er fo weit von hier, fo wunfch ich ihm viel Gutes. Wo ich ihn {eh, wo ich ihn hör, fchwingt mir mein Herz im Blute. 3. Wenn von Papier der Himmel war und jeder Stern ein Schreiber, und jeder Schreiber hart taujend Hand, Jie {chriebn nicht un[re Lieb zu End. Vom Rhein. «Hrf 1. „Frau Nach - tl - gall, kleins Vö - ge - lein, will{t i y s EV m =ft du Hen - lieb - chens Bo te {ein?" „Wie EV rv=rv 5 m folit ich kön-nen dein Bo • te fein, ich EV -fc w bin ein kleins Vö 8fo lein. 2. „Und bift du klein, fo bift du fchnell, -bring meinem Lieb die Botfchaft felbft, nimm du den Brief in deinen Mund und flieg dahin in einer Stund." 3. Sie flog- wohl über Berg- und Tal, bis dag fie vors Schlaf- fenfter kam, fie gab dem FenfteT einen Stoß: „Schatz, fchläfft du, oder bift du tot?" 4. „Ich fchlafe nicht, ich bin nicht tot, ich hör, was mir mein Lieb entbot, er hat geschrieben einen Brief, er hat genommen ein ander Lieb." 44 MINNEDIENST — LIEBESKLAQE $- &=S Aus Schwaben. C QV g3££ CI C C ^J 1 fWenn al - le Brünn-lein flie - ßen, {o muß man trin \ Wenn ich mein Schatz nicht ru - Jen darf, tu ich ihm win- gv qv o ------------------------"------—'—ii------•-------- a -------- —'--------- ken. ken. cv > Wenn ich mein Schatz nicht ru - fen darf, QV pälS &=$ ju, ja, ru - fen darf, tu ich ihm win - ken, 2. Ja, winken mit den Äugeiein und treten auf den Fug: s i[t eine in der Stube drin, die meine werden muß. 3. Warum follt (ies nit werden, ich hab fie ja Jo gem. Sie hat zwei blaue Äugelein, die glänzen wie zwei Stern. 4. Sie hat zwei rote Wängelein, find röter als der Wein, ein [olches Mädel findft du nicht wohl unterm Sonnenfchein. f! LIEBESKLAQE Joh. Ott, 1534. D g D R c D B ^^m Iee^ 73 ------- P- 1. »Ach Eis - lein, He - bes El - Je - lein, wie F FV F F FV F g s 3E -9- gern war ich bei dirl R D g d So find zwei tie - le """ ■■■■»*) ri m - Waf - - [er wohl zwi-[chen dir und mir." LIEBESKLAGE 45 2. »Das bringt mir große Schmerzen, herzallerliebfter Qfell, und ich von ganzem Herzen gebs für groß Ungefäll." 3. „Hoff, Zeit wird es wohl enden, hoff, Glück werd kommen drein, (ich in alls Guts verwenden, herzliebftes Elfelein.* A p FV F Herzog B • Ulrichs Jagdlied, 1610. FV F \J 1 \ — /TL i\ i\ 0 1. ") r > 05 " c t rl c\ . ( Ich fchell mein Hörn in Jam - mer - ton, ' \ und taab ge - jagt ohn A - be - Ion, mein es FV FV 1 ig: Freud ift mir ver - fchwun lauft noch vor den Hun - den den :) ein ö F FV F B FV F B Vi n P A-h " -i 1 B 1 0 iW r ' £ m — z —^ 1 ed - les Gwild in dem Ge - fild, als ich hab £ .CV c PV B FV ES & fczzz aus-er - ko F - ren, es [cheucht ab mir, als ich es F B B FV s? >—«c ia [pur, mein Ja - gen ift ver - lo ren. 2. Fahr hin, Gewild, in Waldes Luft! Ich will dir nlt mein fchrecken mit Jagen dein fchneeweiße Bruft, ein andrer muß dich wecken und jagen frei mit Hunden Krei, da du nit magfi entrinnen. Halt dich in Hut, mein Tierlein gut, mit Leid fcheid ich von hinnen. 3. Kein edlers Tier ich jagen kann, das muß ich oft entgelten, noch halt ich ftets auf Jagens Bahn, wiewohl mir Glück kommt feiten. Ein Hochgwild fchon will mir entgohn, fo laß ich mich begnügen an Hafenfleifch, nit mehr ich helfch, das kann mich nit betrügen. 46 LIEBESKLAGE £ Nach Forjter, 1S49. D Ö IZ3E ^ 3t3St . / Ich ar-mes Maidlein klag ** \ daß ich den AI - 1er - lieb mich {ten m m «——Pv ^ & Vzfi- E5 *£^= £p :sfc 1. Mein Schatz, der ljt auf die V/an - derfchaft hin, ich fSS 3 N-..... N- ^ 3E ^p 1 4 4'J i weiß a-ber nicht, was ich [o trau - rig blnj viel- c cv o Hv-K 5^ m =f a=-s- frtt'-h. leicht ljt er tot und Hegt In gu-ter Ruh; drum e J' J %^— f*l^ t I [H -•* bring ich mel - ne Zeit fo trau - rig «u. LiSBESKLAOE Nach dem Wtradextiara. a if r =* i f j- ;■ : 5 j f; : « n. 1. »Wie kommts.dafj du [o trau-rlg bljt und gar nicht DV D DV D aÖtafc 5XQ=a ein-mal lachjt? Ich {eh dlra an den Au-gen an, daft D A D D A D K=3C V- ~ö------» ' tf — du ge-wei-net h&[t, daß du ge - wel - net haft" 2. „Und wenn ich auch fo traurig 1 bin, was geht es dich denn an? Hat mir mein Schatz ein Leid getan, das ich nicht tragen kann. 3. Und wer nen Reinigen Acker hat und einen zerbrochnen Pflug und wem fein Schatzel untreu wird, der hat wohl Leid genug. 4. Hab all mein Tag kein gut getan, kommt mir auch nicht in den Sin»; die ganze Freundjchait welfj es ja, dag ich ein Unkraut bin." Aus Schwaben. i ... i . ii ■ ..BT. T ■ Mi . >—■-.— K a: 33 1. Was hab Ich denn mei-nemFeinsliebchen ge • tan? Sie DV D m * ^ v—r £ Tg g geht Ja vor-n-ber und (chaut mich nicht an. -Sie A AV a r>. ^=£=r 4 ~ t = ^ t l lf = r f rVi {chlägt ih - re Äug - lein wohl un - ter (ich und LIEBESKLAGE 51 I DV 1 ifrf: S ? hat ei-nen an-de-ren viel lie - ber noch als mich. 2. Das machat ihr ftolzer, hochmütiger Sinn, daß Ich ihr nicht Jchön und nicht reich genug bin; und bin Ich auch nicht reich, {o bin ich doch fo jung; herzalleriiebfies Schätzele, was kümmer Ich mich drum! 3. Die tieten, tiefen Waffer, die haben keinen Grund; laß ab von der Liebe, fie ift dir nicht gafundl Die hohen,, hohen Berge, das tiefe, tiefe Tal, Jetzt fch Ich mein Schätzele tum allerletztenmaL Ana Oberheffen. m Stol ze? Was . ( Wo gehft da hin, du "\ dag du an mir vor - ft-ber gehft und A M py __________ P - AV ___________ A>& .£ &; s»} »■ i""»* i* «-» AV DV ^fc£ zr^z JC ^ dtz ;£ Au gen vor mel - nen zu der Brd, als DV ^^a zstzzsz ±=M wenn ich del-nes - glel - chen nle-mals ge-we-fon war. 2. Warft du nicht hergekommen, hätt ntcht nach dir ge- fchickt, hart anders mich befonnen, viel beffer wärs für mich. Denn reich und fchön, das bift du nicht, das weißt du lelber wohl, und deinesgleichen wie du bift, bekommt man überall. 3. Der Abfchied ift gefchrieben, das Körb'.ein ift gemacht; warft du mir treu geblieben, hätt ich nicht falfch gedacht So nimm das Körblein in die Hand und leg den Abfchied drein; hinfüro fei fein gefcheiter, lag falfche Liebe feinl 4* 52 LIEBESKLAOE 1799. m 3=£ WW &£ ■ {Sj-ia, <& S 'fÄ ™|:} »»■.- ■»•*• ro - Jen - rot pflanzt mein Schatz nach mol -nem Tod. 2. Auf den Kirchhof wollt ich gehn, tat das Grab (chon offen ftehn, und das Grab war fchon gebaut, hab es traurig angefchaut 3. War wohl flohen Klafter tief, drinnen lag Ich {chon und [chlieL AU die Gtock hat ausgebrauft, gingen onfre Freund nach Haus. 4. Sterben Ift ein harte Pein, wenns zwei HerzaTlerllebfte fein, die des Todes Sichel fchneldt, ach, das ift das größte Leid. 5. Denn was hilft ein BlOmelein, wenn es helfjt Ins Grab hinein I Ach, was hilft ein Roslcln 10t, wenn es blüht nach Liebes Tod! LIEBESKLAGE 53 m Zuccalmaglio. Vom Niederrhein. a E EEEä £MHK 1. „Schwe-fter - lein, Schwefter - lein, wann gehn wir nach c cv c JE 1 tj: I Haus ?" »Früh, wenn die Häh - ne krähn, wolln wir nach cv i E i B » 1 =T :*raÖ[ i ' l -J Hau -Je g-ehn,Brüderlein,Brüderlein, dann g-ehn wir nach Haus." 2. „Schwefterlein, Schwefterlein, wann gehn wir nach Haus?" „Früh, wenn der Tag- anbricht, eh endt die Freude nicht, Brüderlein, Brüderlein, der fröhliche Braus." 3. »Schwefterlein, Schwefterlein, wohl ift es Zeitl" „Mein Liebfter tanzt mit mir, geh ich, tanzt er mit ihr, Brüderlein, Brüderlein, laß du mich heut!" 4. „Schwefterlein, Schwefterlein, du bift fa fo blaß?" „Das ift der Morgenfchein auf meinen Wangelein, Brüderlein, Brüderlein, die vom Taue naß." 6. „Schwefterlein, Schwefterlein, du wankeft fo matt?" „Suche die Kammertür, fuche mein Bettlein mir, Brüderlein, es wird fein unterm Rafen fein." Vor 1775. m V 1. Ich hab die Macht g-e - trau - met wohl BV H o i j l r c J$ =^ <£d 1K ~BT~ ei - nen fchwe-ren Traum: os wuchs In mei-nem C • ' • H • S -** -wr* Gar - ten ein Ros - ma ri - en - bäum. 54 LIEBESKLAQE H 2. Ein Kirchhof war der Garten, das Blumenbeet ein Grab, ur.d von dem grünen Baume fiel Krön und Blüten ab. 3. Die Blüten tat ich fammeln in einen goldnen Krug;, der fiel mir aus den Händen, daß er in Stücken jchlug. 4. Draus {ah ich Perlen rinnen und Tröpflein rofenrot Was mag: der Traum bedeuten? — Herzlieb[ter, bift du tot? Durch ganz Deut[chländ. £: ~ d a~ J ?- J : ■ 0 -W- -J-*----------------- 1. Sift al-les dun-kel, si(t al-Ies trü-bo, die-weilmein GV G GV v-h h rS=S 1 DSL. fei' ----------- Schafz ein an-dern Hebt Ich hab ge-glaubt, fie lie-bet flu ° GV s 0 M " ■ i i u ™ I ffft ' ■"■ - & %- Jl 3 -,' 4^------«hr- —= ---- tu ^ ------------- ' r. i— g --- mich, Ich hab ge - glaubt, fie lie-bet mich. A-ber 0 nein, a - ber nein___, nein___, ■ ber nein, QV ^^^^ a - ber 0 nein, a - ber nein, a - ber nein, fle ha{ - [et mich. 2. Was nützet mir ein fchöner Garten, wenn andre drin fpazieren gehn und pflücken mir die Rösleln ab, woran ich meine, woran ich meine, woran ich meine Freude hab. 3. Was nützet mir ein [chönes Mädchen, wenn andre mit fpazioren gehn und kü[{en Ihr die Schönheit ab, woran ich meine, woran ich meine, woran ich meine Freude hab. 4. Bald kommen nun die {chwarzen Brüder und tragen mich zum Tor hinaus und legen mich ins kühle Grab, worin ich ewig, worin ich ewig, worin ich ewig Ruhe hab. LIEBESKLAQE 55 DV Schwabilch. ^ 3t± Mut ter D mag ml D 0 net, jgjgg s^ 3t und kein Schatz han 1 net, ei, war - um 0 Jrs D A DV 3t * «> -** ftlrb I net? Was tu i do? Ei, war - um DV D /tv D DV D /T\ & -#*- Was tu do? ftirb i net? I 2. Geftern ijcht Kirchweih gwe, mich hat mer gwiß net gjeh; denn mir ijcht gar (o weh. I tanz jo net 3. Laß die drei Rösle ftehn, die dort am Kreuzte blQhnl Hent ihr das Mädel« kennt, das drunter leit? . Aua dem Rerastule. a ov q rW*F £ *E3 ^#* =* 1. Jetzt ging i ans BrOn-ne-le, trink a-ber net, jetzt Q OV Q P* ----- 1* m gang" 1 ans BrOn - ne - le, trink a - ber net, do ov q ov ^^r J I m~T ^f zst fuch i mein herz-tau-fi-ge Schatz,find en a-ber net, ,^l Ov o ov ^ o ------ # ------- do {uch i mein herz-tau-Jl - geSchatz.find en a - ber not 56 LIEBESKLAQE 2. |: Do laß i meine Äugele um und um gehn, :|: do fleh-n-1 mein herztaufige Schatz bel-n-em andre Jtehn. :| 3. |: Und bel-n-em andre ftehe fehn, ach das tut weh! :|: Jetz bhOt di Gott, herztaufige Schatz, dl fieh-n-i nimme mehl :| 4. |: Jetz kauf 1 mir Tinle-n-und Feder und Papier :|: und fchreibe meim herztaufige Schatz einen Abfchiedsbrief. :| 5. j: Jetz leg 1 mi nieder aufs Heu und aufs Stroh, :|: do falle drei Röfele mir in den Schoß. :| 6. |: Und diefe drei Röfele find rolerot: :|: Jetzt weiß I net, lebt mel Schatz oder ift er tot. :[ ov Aus Tübingen. iE -4—=^= ^-r—i|»-j- g —* p | gj j - 11 1 1 1. Durchs Wie-fe - tal gang i jetz na, brech lau-ter Ba- * OV ov ^ £5= ££ ß m ten-ke dor -na. Ba - ten-ke muß 1 bre - che, fchöns ov :£± W- Strauß - le drauß ma - che, aus lau - ter Ba- M ov ten-ke-n-und Klee, 1 han ja koi Schät-ze-le meh. 2. Und wenn i koi Schätzte meh hab, warum liegts dann net In felm Grab? Tat zum Grab ja mit Klage fchons Sträufjele trage aus lauter Batenke-n-und Klee, 1 han ja koi Schätzele meh. 3b Ach, s lebt ja und ifcht mir net treu, und i weiß, jetz Ifcht alles vorbei. Und die Rofe-n-und die Nelke muffet traurig verwelke, verwelke Batenke-n-und Klee, 1 han ja koi Schätzele meh. In Herders Volksliedern 1778. m 1. Wenn Ich ein Vög- lein war und auch zwei FlOg-leln hätt, LIEBESKLAOE 57 ov QV g -P- flög Ich zu dir. Weils a - ber nicht kann fein, QV ^0 /xv COOVO 13 32. ^ weils a - ber nicht kann {ein, bleib ich all - hier. 2. Bin ich gleich weit von dir, bin doch Im Schlaf bei dir und red mit dir. |: Wenn Ich erwachen tu, :J bin ich allein. 3. Es vergeht keine Stund In der Nacht, daß mein Herz nicht erwacht und an dich gedenkt, |: dag du mir vieitaufendmal :| dein Herz gefchenkt Nach dem Wtmderhorn. Melodie nach Relchardt. DV ^m 2*3 r j JJ j 1. Es fteht ein Baum im 0 - den-wald, der ff J ■ P 3t m hat viel grü - ne Ajt, da bin Ich fchon viel D DV D £ tau-fend-mal bei mel-nem Schatz ge - we(t 2. Da fitzt ein fchOner Vogel drauf, der pfeift gar wunder- (chön; Ich und mein Sch&tzleln horchen auf, wenn wir mitnander gehn. 3. Der Vogel fitzt in feiner Ruh wohl auf dem hochften Zweig; und fchauen wir dem Vogel zu, fo pfeift er allfogleich. 4. Der Vogel fitzt in feinem Neft wohl auf dem grünen Baum; ach Schatze!, bin ich bei dir gweft, oder ift es nur ein Traum? 6. Und als ich wieder kam zu Ihr, verdorret war der Baum, ein andrer Liebfter ftand bei ihr; jawohl, es war ein Traum. 6. Der Baum, der fteht im Odenwald, und Ich bin in der Schweiz; da liegt - der Schnee fo kalt, fo kalt, das Herz es mir zerreißt. 58 LIEBESKLAQE Von der Laiin. $ $^ ^h ^ ^thrt r$ 1. Da drun-ten In dem tie-fen Ta - le, da ^r j - ^rr^ ^^f^^^m [teht el - ne Müh - lo zum Man - len. Das B A E ^ T Tf £ Mühl-rad war klei - ne, die Müh - le blieb ftehn. EV E 2 Ach Gott, was Ift in der Müh - le ge-fchehn? 2. Der Müller befchaute die Mühle, da ging doch alles fo fülle: „Ach Gott, wo wird unfer Töchterlein Jein, {ollte fie nicht ertrunken fein?" 3. Und die Müllerin fteht In der Kammer, und fie fchlug ihre Hände zufammen: „Ach Gott, wo wird unfer Töchterlein fein, follte fie nicht ertrunken fein?" 4. Die Waffer kamen gegangen, am Mühlrad hat fie gehangen. Und die Eltern, die trugen den Schmerz allein für ihr einziges Töchterlein. 5. „Ihr lieben Eltern lagt euch fagen, laßt mich von fechs Burfchen tragen. Bekränzt mich mit Rofen und Rosmarin, weil ich Braut und Jungfrau bin." 6. Die Hochzeit und alles ift gefchehen, und den Bräutigam, den haben wir gefehen, und das Brautkleid und alles ift bereit bei dem Herrn in Ewigkeit. Oberbayri[ch. OV _ OV n" J i r g -4-* s Schaugts auf - fi, wias regnt, fchaugts auf - fi, wias LIEBESKLAQE 59 GV 3= «\ S giafjt, fchaugts auf ov 0 fi, wias Wäf 0 Ja vom ^^ ö tt Dach & - bl - Ichlagt 1. Gär'n wun - der - Habs ov CO 3e W^ m Dian-derl häb i heint wöa - na '-fehgn und da Q GV C 0 Ät_ m häb is hält gfrägt, was dem Dian-derl is gfchehgn. Q OV _ GV %=? s^ IjE 5 Schaugts auf - [1, wias regfnt, fchaugts auf - fl, wias i 0 0 OV /t> OV 0 SEI m * at £^£ giafjt, fchaugts auf- fi, wiasWäf-fa vom Dach i- bl fchiafjt. 2.' Und das Dianderl hat gfägt: „Warum foüt 1 not woan, und mei Bua, der is gftorbn, und iaz bin 1 alloan." Schaugts auffi, wias regnt uff. 3. „Ei du wunderllabs Dianderl, hör auf mit delm Woan, und du derfft um a Böaberl, dös geftorbn is, not woan." Schaugts auffi uff. 4. „Und i bin a ärms Dianderl, kumm nimma auf d Heh, häb koan Vätan, koa Müatta, koa Büaberl nit meh." Schaugts auffi uff. 5. „Ei du wunderliabs Dianderl, hör auf mit delm Woan, fchau, i wüfjt dir a Büaberl, geh, bleib not alloan." Schaugts auffi uf». J%r&?) 60 BALLADEN eis BALLADEN Nach Herder, Mel. 1539. EV 5 ^ # 1. Es reit der Herr von Fal - ken - Jtein wohl S EV B ^ jP~Tj ^ =£ ü - ber ein brei - te Hei-de. Was fieht er an dem $ U EV eis EV eis BE /T\ We - ge ftehn? Ein Mai-del mit wei-fjem Klei - de. 2. „Wonin, wo hinaus du fchone Magd? Was machft du hier alleine? Willft du die Nacht mein Schlafbuhle (ein, (o reit du mit mir heime. 3. „Mit euch helmreiten, das tu ich nicht, kann euch doch nicht erkennen." .Ich bin der Herr von Falkenlteln und tu mich {elber nennen." 4 „Seid ihr der Herr von Falkenlteln, derfelbe edle Herre, fo will ich euch bitten um den Gefangnen mein, den will ich haben zur Ehe." 5. .Den Gefangnen mein, den geh ich dir nicht, im Turn muß er verfaulen, zu Falkenfteln Jteht ein tiefer Turn wohl iwifchen zwei tiefen Mauern." 6. „Steht zu Falkenfteln ein tiefer Turn wohl zwifchen zwei tiefen Mauern, (o will ich an die Mauern (tehn und will ihn helfen trauern." 7. Sie ging den Turn wohl um wieder um: „Felnslieb, b!{t du darinnen? und wenn ich dich nicht haben kann, (6 komm ich von meinen Sinnen. 8. Ei, dürft ich fcharfe Meffer fragen wie unfers Herrn fein Knechte, ich tat mitm Herrn von Falkenfteln um meinen Herz- liebften fechten 1" 9. „Mit einer Jungfrau fecht ich nicht, das war mir immer ein Schande I Ich will dir deinen Gefangnen geben, zieh mit ihm aus dem Lande 1" BALLADEN 63 % Nach dem feinen Almanach. EV fV 1 ^ ' J'4 ^ ^ 1. Es reit der Herr und auch fein Knecht wohl ü-ber die EV e * ritr^r Hei - de, die war fchlecht, ja fchlecht, und al - Ies, I r J j j i j ; ' jiJ- J 1 J * was fie re - dten da, war all von ei - ne? E a h—* wun - der - fchö - nen Frau - en, ja Frau - en. 2. „Ach Schildknecht, lieber Schildknecht mein, was redft 'on meiner Frauen, ja Frauen, und fürchteft nicht meinen braunen ichild? Zu Stücken will ich dich hauen vor meinen Augen." 3. „Euren braunen Schild, den furcht ich klein, der lieb Gott rird mich wohl behüten, ja behüten." Da fchlug der Knecht feinen Ierrn zu Tod, das gefchah um Fräuleins Güte, ja Güte. 4. Nun will ich reiten landwärts ein zu einer wunderfchönen 'rauen, ja Frauen: „Ach Fräulein, gebt mirs Botenbrotl Euer lerre, der liegt tot auf breiter Heide, ja Heide." 5. „Und ift mein edler Herre tot, darum will ich nicht weinen, licht weinen; der fchönfte Buhle, den ich hab, der fitzt bei mir laheime mutieralleine." 6. „Nun fattel mir mein graues Rofj, ich muß von hinnen eiten, ja reiten." Und da fie auf die Heide kam, die Lilien täten Ich neigen auf breiter Heide. 7. Auf band fie ihm fein blanken Helm und fah ihm unter eine Augen, ja Augen. „Nun muß es Gott geklaget fein, wie bift lu fo zerhauen unter deinen Augen. 8. Nun will loh in ein Klofter gehn, willn lieben Gott für ich bitten, ja bitten, daß er dich wöll ins Himmelreich lan. All as gefchah um meinetwillen!" Schweig fülle!. 64 BALLADEN Aus Öfterreich-Schlefien. FV F J » J rr- V- :± # 1. Es ritt ein Herr mit fei - nem Roß wohl F FV F. T~P ü - ber ei - nen wü-ften Kirch - hof, er F B _ g P~ £C «- ritt wohl ü - ber das - fei - be Grab, wo FV ÖE 5 [ein Vor - wirt be - gra - ben lag. 2. „Wer reit mein Roß, wer befitzt mein Schloß, wer zieht mir meine Kinder groß?" „Ich reit dein Roß, ich befitz dein Schloß, ich zieh dir deine Kinder groß." 3. „Du fchlägft fie fcharf mit Ruten, daß fie oft möchten bluten; und wenn du wirft kommn nach Haus, fo fage das bald deiner Frau: 4. Am Freitag foll fie niemals fingen, am Samstag foll [ie nie fpät fpinnen, am Sonntag foll fie früh aufftehn und fleißig in die Kirche gehn. 5. Sie foll mir auch herbringen ein weißes, trocknes Hemde; das erfte, das ift gar zu naß. Was weinet fie? Was tut fie das?" 6. Und wie der Herr nach Haufe kam, die Frau ihm fchon entgegen kam: „Ach Herr, du liebfter Herre mein, warum kömmft heut fo tcaurig heim?" 7. „Warum foll ich nicht traurig fein? Die Toten aus den Gräbern fchrein: am Freitag follft du niemals fingen, am Samstag: follft du nicht fpät fpinnen, 8. Am Sonntag follft du früh aufftehn und fleißig in die Kirche gehn; deinm Vorwirt follft du bringen ein weißes trocknes Hemde. 9. Das erfte, das ift gar zu naß; was weineft du? Was tuft du das?" Und wie es war am Sonntag früh, fo eilte fie der Kirche zu. 10. Und wie fie auf den Friedhof kam, mit ihrem Finger klopft fie an: „Tu dich auf, tu dich auf, du Erdenkloß, nimm mich zu dir in deinen Schoß!" BALLADEN 65 11. „Was wirft du denn da unten tun? Da geben nicht die Vürmer Ruh." „Da unten ift die himmlifche Ruh, die Gräber lecken alles zu." 12. „Da unten hörft nicht Glockenklang, da unten hörft nicht ogelfang, da fchreit ja ftets die himmlifche Taub: ihr Gräber, ihließt euch alle auf! 13. Da unten fchreit das Höllenhuhn: ihr Gräber fchließt uch alle zu, ihr Gräber fchließt euch fefte!" — Die erfte Ehe ie befte. JU-& EV Nach Scherrers Jungbrunnen. Weife aus Oberhe[(en. E 1. Es ritt ein Rei - ter wohl durch das Ried, er EV E ---------h---- ^ fchwenkt fich um und fang ein Lied, ein E A J J 1 J j rV Lied von drei - er E - lei Stim - men, das EV E w drü - ben im Wald tat klin gen. 2. „Schöne Jungfrau, wollt ihr mit mir gähn, ich will'euch ehren, was ich kann: ein Lied von dreierlei Stimmen, das drüben m Wald tut klingen." 3. Er nahm fie bei dem Gürtelfchlofj und fchwang fie hinter ich auf fein Roß, er ritt gar eilend und balde zu einem ftock- infteren Walde. 4. Er fpreit feinen Mantel ins grüne Gras und bat fie, daß ie zu ihm faß: „Schöne Jungfrau, du mußt mir laufen, mein [eibkraus Härlein verzaufen." 5. So manches Löcklein als fie zertat, fo manche Träne iel ihr herab. Er fchaute ihr unter die Augen: „Feinsliebchen, 'as bift du fo traurig? 66 BALLADEN 6. Weinft du um deines Vaters Gut oder weinft du um deinen ftojzen Mut, oder weinft du um deinen Jungfernkranz? Der ift zerbrochen und wird nicht ganz." 7. „Ich wein nicht um meines Vaters Gut, ich wein nicht um meinen ftolzen Mut, ich weine ob jener Tannen, daran Jungfräulein hangen." 8. „Weinft du ob jener Tannen, daran eilf Jungfräulein hangen, fo follft du bald die zwölfte {ein, follft hangen am höchften Dö|. derlein." 9. „Ach Herre, liebfter Herre mein, erlaubt mir nur drei einzige Schrei, dann will ich ja gern die zwölfte fein, will hangen am höchften Dölderlein." 10. Den erften Schrei, und den fie tut, den fchreit fie ihrem Vater zu: „Ach liebfter Vater, komme balde, fonft muß ich hier fterben im Walde!" 11. Den zweiten Schrei, und den fie tut, den fchreit fie ihrer Mutter zu: „Ach Mutter, komm behende, fonft nimmt mein Leben ein Endel" 12. Den dritten' Schrei, und den fie tut, den fchreit fie ihrem Bruder zu: „Ach liebfter Bruder, komme balde, fonft muß icn hier fterben im Walde!" 13. Ihr Bruder war ein Jägersmann, der alle Tierlein fchiejjei kann, er hört feine Schwefter fchreien, er wollte fie befreien. 14. Der Jäger hat ein zweifchneidig Schwert, er ftach es dem Reiter durch das Herz, er tat ein Wiedelein klenken und tat den Reiter aufhenken. 15. Er nahm fein Schwefterlein bei der Hand, er führte in ihr Vaterland: „Daheim follft du häufen und bauen, einem Ritter follft du -nimmer trauen." Sehr gehalten. Aus Schlefien. 1 m 1. Es wollt ein-mal ein ed- ler Herr aus-rei-ten, F R d~ F V gFV £ ^ 9 £Eg^ ein fchar-fes Schwert drohtlhm an fei - ner Sei - ten. 2. Der Herr, der ritt auf einem fchmalen Steige, da faß dB Otter auf einem grünen Zweige. 3. Die Otter glänzt mit hellen, bittern Schmerzen, fie [tack den edlen Herrn in fein jung Herze. BALLADEN 67 4. Der Herr, der fchnitt die Hündlein von dem Bande: ,Lauft, lauft ihr Hündlein, lauft nun wieder zu Lande! 5. Sagt eurer Frau und meinem Hof gefinde: auf grüner Heid werdt ihr mich liegen finden.' 6. „Willkommn, willkommn, ihr Hündlein von der Straßen, wo habt ihr euren edlen Herrn gelaffen?" 7. „Der Herr, der liegt auf grüner Heid und faulet, fein Sattelroß liegt neben -ihm und trauret." 8. Die Frau, die zog ihr Ringelein vom Finger: „Ein Witwe bin ich, Waifen find meine Kinder." B PV Mel. 1607. FV - AdVr ) ^ 1. „Es ift der Mor-gen-fter - ne, er leucht mit hel-lem F B FV F ^^ £ Schein. Es weckt uns mit Qe - fan - ge der AI - ler- F B FV F FV ££ lieb h fte mein, der AI - 1er - lieb - fte mein.' 2. „Aide, ich muß mich fcheiden von der Ällerliebften mein. Mein Rößlein will nit bleiben. Aide, ich reit von dir, aide, ich reit von dir." ' 3. „Dein Roß bind an ein Linden, da mag es ftehen bei. Leg dich an meine Arme, und ruh eine kleine Weil!" 4. „Nein, ihr zart fchöne Fraue, ich mag nit haben Ruh. Wie bin ich fo zerhauen; rat, Frau, wie ich ihm tu!" 5. „Nun muß es Gott erbarmen, daß ich dein Schild nit bin, fo wären deine Wunden fo weit nit und fo viel." 6. Was zog er von feinem Finger? Ein golden Ringelein. „Das trag, du fchöne Fraue, wohl um den Willen mein!" 7. „Was foll ich mit dem Golde, fo ichs nit tragen foll vor Rittern und vor Knechten? Mein Herz ift Trauerns voll." 68 BALLADEN Heffifches Hinterland. Mel. aus dem Wiener Gefangbuch 1775. 5^E iJJJ -0~ Es war zwei Tuch ein ter Mark - graf früh hei ü - berm ra - ten sa^j fr^-6=$ Rhein, der hatt drei fchö - ne Töch - ter - lein, \ weg, die dritt hat ihn ins Grab ge - legt. / D g D 5=5 & 3 Dann ging fie fingn vor Schwe-ftern Tür: „Ach, g D c e Q. ^v 2- =F braucht ihr kei - ne Dienft- magd hier?" 2. „Ei Mädchen, du bift viel zu fein, du gehft gern mit den Herrelein." „Ach nein, ach nein, das tu ich nicht, meine Ehre mir viel lieber ift." Sie dingt das Mägdlein ein halbes Jahr, das Mägdlein dient ihr fieben Jahr. 3. Und als die fieben Jahr um warn, das Mägdlein fing zu kränkeln an. „Ach Mägdlein, wenn du krank willft {ein, fo [ag, wer find die Eltern dein?" „Mein Vater war Markgraf überm Rhein, ich bin fein jüngftes Töchterlein." 4. „Ach nein, ach nein, das glaub ich nicht, daß du mein jüngfte Schwefter bi[t." „Und fo du es nicht glauben willft, fo geh an meine Kifte hin, darinnen liegt ein feines Band, dir ift es von der Mutter bekannt. 5. Und in der Ecke liegt ein Ring, da {teilt meins Vaters Name drin." Und als fie es gefehen hat, da rannen ihr die Tränlein ab. „Ach, hätteft du mirs längft gefagt, daß du mein liebe Schwefter warft. 6. • Ach, bringt mir Weck, ach, bringt mir Wein, es ift mein jüngftes Schwefterlein!" „Ich will kein Wein, kein Wecken mehr, fechs Brettlein nur find mein Begehr." BALLADEN 69 Lang[am, ern[t. i £ Aus dem Bergi[chen. H m 1. Es fuhr [ich ein Pfalz - graf wohl ü - ber den dA 33 m st rar Rhein, viel Roß und Ja - ger wohl um ihn fein. 2. Als fie nun durch den Talweg- ziehn, da fteht eine fülle Mfihle vor ihn. 3. Des Müllers fchönes Töchterlein, fie fchaute aus ihrem Fenfterlein. 4. „O Müller, gib deine Tochter heraus, fonft fteck ich den roten Hahn aufs Haus!" 5. Zuerft fchlug er den Vater tot, zum andern die Frau Mutter rot, 6. Zum dritten alle Brüder drei; daß Gott der Herr ihnen gnädig fei. 7. Der Pfalzgraf fteckte ein das Schwert, die Tochter nahm er mit aufs Pferd. 8. Und da [ie kamen auf grüne Heid, da glänzten fieben Schlöffer weit. 9. „Schauft du die fieben Schlöffer mein, drauf follft du morgen Markgräfin fein." 10. Bei Spiel und Tanz und Jubelfchall führt man die Braut wohl in den Saal. 11. „Nun iß und trink den kühlen Wein und laß dein Herze fröhlich fein." 12. „Ich effe nicht, trinke nicht den Wein, mein Herz kann nimmer fröhlich fein. 13. Zuerft fchlugft du den Vater tot, zum andern die Frau Mutter rot, 14. Zum dritten alle Brüder drei; daß Gott der Herr ihnen gnädig fei." 15. Der Tag verging, es kam die Nacht, die Braut ward in die Kammer bracht. 16. Bei zweiundfiebzig Kerzen Schein führt man die junge Braut hinein. 17. Wohl um die Nacht, die halbe Nacht, der Pfalzgraf heimlich vom Schlaf erwacht. 18. Da wollt er küffcn den roten Mund, doch fie war tot und nicht mehr gefund. 70 BALLADEN AV Melodie 1535. £ £ 1. Es ift ein Schnee ge-fal-len, wann es ift noch nit £ JE , Ich wollt zu mei-nem Buh-len gan, der D AV AV y- Weg ift mir ver - fchneit_ ns AV Ich wollt zu mei-nem D AV - A ^g Buh - len gan, der Weg ift mir ver - fchneit. 2. Es gingen drei Gefeilen fpazieren um das Haus, das Maidlein war behende, es lugt zum Laden aus. 3. Der eine, der war ein Reiter, der ander ein Edelmann, der dritte ein ftolzer Schreiber, denfelben wollt es han. 4. Er tut dem Maidlein kromen von Seiden ein Haarfchnur; er gabs demfelben Maidiein: „Bind du dein Haac mit zul" 5. „Ich will mein Haar nit binden, ich will es hangen lan; ich will wol diefen Sommer lang fröhlich zum Tanze gan." Melodie 1842 von Erk aufgezeichnet. OV m s 1. Es liegt ein Schloß im ö - fter - reich, das Q GV G GV G i ^ nr=r i=M p-Hf- ift gar wohl er-bau-et von Sil - ber und von GV G GV G Ff=f Ä= jC JE :: 3t ro - tem Gold, mit Mar-mel-ftein ge - mau-ert BALLADEN 71 2. Darinnen liegt ein junger Knab auf feinen Hals gefangen wohl vierzig Klafter tief unter der Erd bei Nattern und bei Schlangen. 3. Sein Vater kam von Ro[enberg wohl vor den Turm gegangen: „Ach Sohne, liebfter Sohne mein, wie hart liegft du gefangen!" 4. Sein Vater zu dem Herren ging: „Gebt Jos mir den Gefangnen! Dreihundert Gulden will ich euch wohl für den Knaben geben." 5. „Dreihundert Gulden, die helfen da nicht, der Knabe, der muß fterben. Er trägt von Gold eine Kette am Hals, die bringt ihn um fein Leben." 6. „Trägt er von Gold eine Kette am Hals, die hat er nicht geftohlen, hat ihm eine zarte Jungfrau verehrt, fich mit ihm zu verloben." 7. Man bracht den Knaben -wohl aus dem Turm, gab ihm das Sakramente: „Hilf, reicher Chrift vom Himmel hoch! Es geht mir an mein Ende." 8. Sein Vater beim Gerichte ftund, fein Herz wollt ihm zerbrechen: „Ach Sohne, liebfter Sohne mein, dein Tod will ich fchon rächen!" 9. Wer ift, der uns dies Liedlein fang? So frei ift es ge- fungen. Das haben getan drei Jungfräulein zu Wien im öfter- reiche. Erntt. Wimpfen 1909. ^3l m * J. JT. P - 4 a ^ Zu oft - reich liegt ein ftol - zes '■ Schloß, das F cv c o m \ * E ift gar wohl er — bau - et von Sil>-ber und von /TS f Ä cv c S JEU J- J l J J-^ R-tsi ^ ro - tem Gold, mit Mar-mel-ftein T ver-mau-ert," von cv ^-r*—fr V~y CV < i Es! *■ a [ Sil-ber und von ro-tem Qold,mit_ Mar - meUjtein ve p-mauert. 72 BALLADEN Nach einem alten Manu[kript im Befitze der Freiin v. Lagberg. Sommerfahrt 1907. ijj 1. Wer gro - ße Wun - der fchau-en will, der *W -** gang in grü-nen Wald uf - fi. Tann - hu - fer war ein EV EV E ü =3= Rit - tefr gut, groß Wun - der wollt er fchau : en. 2. Wann er in grünen Wald uß kam zu den fchönen Jungfrauen, (ie fingen an einen langen Tanz, ein Jahr war ihnen ein Stunde. 3.. „Tannhufer, lieber Tannhufer mein, wollt ihr bei uns verbleiben, ich will euch die jüngjte Tochter gebn zu einem ehlichen Weibe." 4. „Eure jüngfte Tochter will ich nit, die treit den Teufel in ire; ich fehs an ihr braunen Augen an, wie er in ihr tut brennen." 5. Frau Frene hat einen Feigenbaum, darunter leit er fich fchlafen, es kam ihm für in feinem Traum, von Sünden follt er laffen. 6. Tannhufer ftand wohl uf zur Stund, er wollt gen Rome bichten, wann er gen Rom wohl inne kam, war er mit klutten Füßen. 7. Wann er gen Rom wohl inne kam, war er mit blutten Füßen. Da fiel er nieder auf feine Knie, feine Sünden wollt er abbüßen. 8. Der Papft freit einen Stecken in feiner Hand, vor Dürre tut er fpalten. „So weng werden dir dein Sünden nachgelan, fo weng, daß diefer Stab grünet!" 9. Er kneuet für das Kreuzaltar mit ausgefpannten Armen: „Ich bitte dich, Herr Jefu Chrift, du wolleft meiner erbarmen." 10. Tannhufer ging zur Kirchen uß mit feinem verzagten Herzen: „Gott ift mir allzeit gnadig gfi, jetzt muß ich von ihm laffen." 11. Wann er fürs Tor hin uffe kam, begegnete ihm üs liebe Fraue. „Bcihüt dich Gott, du reine Magd, dich darf ich nimmer anfchaue!" BALLADEN 75 12. E9 goht nit meh als dritthalb Tag, der Stab fing an zu grünen. Der Papft fchickt us in alle Land, erlieg Tannhufer (uchen. 13. Tannhufer ift jetzt nimmer hier, Tannhufer ift verfahren; Tannhufer ift in Frenens Berg, wollt Gottes Qnad erwarten. 14. Drum foll kein Papft, kein Kardinal keinen Sünder nit verdammen. Der Sünder mag fein, fo groß er will, kann Gottes Onad erlangen. FV Gegend von ioachimstal, 1813. d B qc 1 ^ 1. Es freit ein wil - der Waf - fer - mann in B FV F FV FV der ^ L [^IU5^^=^ ^ Burg wohl ü-ber dem See, !ss Kö-nigs Tochter mußt er F d FV P m 3E ■' * ■ ■ *' han, die fchö - ne, jun - ge Li - lo - fee. 2. Sie hörte drunten die Glocken gehn im tiefen, tiefen See, wollt Vater und Mutter wiederfehn, die fchöne, junge Lilofee. 3. Und als fie vor dem Tore ftand auf der Burg wohl über dem See, da neigt fich Laub und grünes Gras vor der fchönen, jungen Lilofee. 4. Und als fie aus der Kirche kam von der Burg wohl über dem See, da ftand der wilde Waffermann vor der fchönen, jungen Lilofee. 5. „Sprich, willft du hinunter gehn mit mir von der Burg wohl über dem See, deine Kindlein unten weinen nach dir, du fchöne, junge Lilofee." 6. „Und eh ich die Kindlein weinen lag im tiefen, tiefen See, fcheid ich von Laub und grünem Gras, ich arme, junge Lilofee." Langiam Weltfälijch. B /TS B „ /TS F g =3X^ g 1. „0 Schipmann, o Schipmann, o Schip-mann du, vor 76 BALLADEN FV rj. j* j jg sq^ * « i f' i go - den Dank la du iat Schip F -ken rüra-me gähn, un B F FV ^ r*i ■*^- 0 a ■frt ts. J e J ■ r u VVJ 4 R ■ * •■• ■ * j j -aP »' v> la dat [wart - brun Mä - ken to ■ Grün - ne A F X F /TS B F St. 2. 3.4. ,«** P h H' *^ f • * ' °* S»" rrft" J ' J ' c vy ffl» ' 1 — J— ■ 1 — J-------*---------1 i gähn, o Schip-mann, o Schip - mann!" 2. „Ich FJ' '.- . FV *i—& ^^ r~ ~»—» ha - be noch ei - nen Va - ter zu - haus, der lägt mich F F jgp^t S tai y-- Pf nicht er - trin-Wi / ° Va-ter, ver-kauf dei-nen nicht er tna-k.n. ^ nMeinen r0 . ten Rock ver- FV F a^g^^ ■' ■ » £= ro - ten Rock und rett mein jun-ges Le -ben doch!") kauf ich nicht, dein jun - ges Le-ben rett ich nicht!"/ X FV Ir £ ^^—^ 2L_ „La du dat [wart - brun Mä - ken to Qrun - ne p B r B P F «s F «\ F fe£ E ^^ ^ gähn, o ' Schip - mann, o Schip - mann!" BALLADEN 77 3. „Ich habe noch einen Bruder zuhaus, der läßt mich nicht ertrinken. O Bruder, verkauf dein blankes Schwert und rett mein junges Leben doch!" — „Mein blankes Schwert verkauf ich nicht, dein junges Leben rett ich nicht!" — „La du dat fwartbrun Mäken to Qrunne gähn, o Schipmann, ö Schipmann!" 4. „Ich habe noch einen Liebften zuhaus, der lägt mich nicht ertrinken. 0 Liebfter, verkauf ans Ruder dich und rett mein junges Leben doch!"—■ „Ans Ruder wohl verkauf ich mich, dein junges Leben rette ich! — „La.du dat {wartbrun Mäken to Laune gähn, o Schipmann, o Schipmann!" FV Aus Wettfalen. FV <» * F*t?^J~ #* v— v- 1. Et waf-fen twe Kü- ni-ges - kin - ner, de had-den e- F. K FV FV 5g a i t P t=t v—v v—v nan-ner fo lef; de können tonanner nich kummen, dat FV d FV ^5 fV-f> FV ^mm Wa-ter was vil to bred, dat Wa-ter was vil to bred. 2. „Lef Herte, kannft du der nich fwemmen? Lef Herte, fo fwemme to mi! Ick will di twe Keskes up[tecken, und de [ölld lochten to di!" 3. Dat horde ne falfke Nunne up ere Slopkammer, o weh! Se deit de Keskes utdömpen: — lef Herte blef in de S^. 4. Et was up en Sundage morgen, die Lüde wören alle fo fro, nich fo des Küniges Dochter, de Augen, de faten er to. 5. „0 Moder", fede fe, „Moder! Mine Augen dod mi der fo weh; mag ick der nich gon fpazeren an de Kant von de ruskende See?" 6. De Moder genk to de Kerken, de Dochter genk an de Stekant, fe genk der fo lange fpazeren, bes fe enen Fisker fand. 7. „0 Fisker, levefte Fisker! Ji könnt verdenen grot Lon, fettet jue Netkes to Water, fisket mi den Künigesfohnl" 8. He fette fin Netkes to Water, de .Lotkes funken to Grund, he fiskde un fiskde fo lange, de Künigsfohn wurde fin Fund. 9. Do nam de Künigesdochter von Hoefd ere goldene Krön: „Süh do, woledele Fisker! Dat is ju verwende Lon." 10. Se nam in ere blanke Arme den Künigesfohn, o weh! fe fprank mit em in de Wellen: „lev Vader, lev Moder, ade!" 78 BALLADEN Ernft und dufter. t 0[tfrie[i[ch. 1575, Fragment. A W* 3^3 1. „Ik hebbe fe nich d up de Scho - len ge- A ^ 3 *=t bracht, ik hebbe nich ein - mal ö - ver fe gern d g d A /-s S££ JE-ra 9. w lacht, Je gaent nich fpe - len up der Stra - ten. Ik p FV ZSL heb - be fe up de wil le See ge- äP^ d E------«------J. fandt, e - ren le - ve - ften Va - der to fö - ken. 2. Dat eine ftarf den bittern Dod, dat ander ftarf von Hunger fo grot, dat drüdde wort gehangen, dat verde blef up de wille See dot, dat vifte flut achter dem Lande." 3. Wan fe wol up den Kerkhof quam, fe reip God finen hemmelfchen Vader an un bedet all mit Flite: dat em God wolde de Sünde vorgeven un halen en in fin Rike. Zuccalmaglio, nach einer alten Volksweife. H e H e m f J- J « .ä fiel ein Rei Reif in der Früh-liners-nacht BALLADEN 79 I Ö ^ I Er fiel auf die zar - ten Blau - blü H e H e ^ ^ 2. Haufe 3. Glück lein, [ie find ver - wel - ket, ver - dor - ret Ein Knabe hatte ein Mägdelein lieb, Jie flohen beide von fort, es wußtens nicht Vater noch Mutter. Sie find gewandert wohl hin und her, fie hatten nirgends noch Stern, fie find verdorben, geftorben. Die Rheinbraut. Weife aus Oberhef[en. F. F jff J" f r N $sj £ 1. Lu - 1 - fe ging im Gar - ten, B i BV den Bräut-gam f' f c i c jvMm j u j p a zu er - war-ten; da hat-te Lu - i - fe am * n^ d J j j ftmm Him-mel ge-fehn, daß fie im Rhein follt un - ter-gehn 2. Sie ging zu ihrem Vater: „Ach Vater, liebfter Vater, könnte dies, könnte das nicht möglich fein, daß ich ein Jahr noch könnt bei Euch fein?" 3. „Ach nein, das kann nicht gehen, deine Heirat muß ge- fchehen, du mußt hinüber wohl über den Rhein, du kannft nicht länger mehr bei uns fein." 4. Sie ging zu ihrer Mutter: „Ach Mutter, liebfte Mutter, könnte dies, könnte das nicht möglich fein, daß ich ein Jahr noch könnt bei Euch feiii?* 5. „Ach nein, das kann nicht gehen, deine Heirat muß ge- fchehen, du mußt hinüber'wohl über den Rhein, du kannft nicht länger mehr bei uns fein." 80 BALLADEN 6. Sie ging: in ihre Kammer und weinte vor Schmerz und Jammer, fie zog ihr fchneeweiß Kleidchen an, uiid wartete, bis der Bräutigam kam. 7. Der Bräutigam kam gefahren mit fiebenundfiebzig Wagen, der erfte war mit Gold befchlagen, darin follt unfer Luischen fahrn. 8. Sie fuhren wohl über die Brücke, Luischen faß in der Mitte; da kam ein großer Sturm daher und warf Luischen in das Meer. 9. Der Wagen war verfunken, Luischen war ertrunken. Da hatte der Vater keine Luife mehr, die Mutter weinet gar fo (ehr. Nach einem 1771 von Goethe im El[aß aufgezeichneten.Liede. D DV * ee£ w------ V 1. Stand ich auf ho - hem Ber - ge, {ah p-v DV 5 ^ y-y —— in den tie - fen Rhein. Ein Schiff - lein {ah ich G DV D DV . D rc 2 fchwe-ben, fchwe - ben, drei Qra - fen fa-ßen drein. 2. Der jüngfte von den Grafen hub auf fein römifch Glas, tat mir damit zutrinken: „Feinslieb, ich biet dir das!" 3. „Was tuft du mir zutrinken, was bietft du mir den Wein? Jch muß ins Klofter gehen, muß Gotte9 Dienrin fein." 4. Es ftünd wohl an' die halbe Nacht, dem Grafen träumts gar fchwer, als ob feine Herzallerliebfte ins Klofter gangen war. 5. „Steh auf, fteh auf, mein Knappe, zäum mir und dir ein Pferd 1 Wir wollen reiten Berg und Tal, der Weg ift Reitens wert." 6. Und als er vor das .Klofter kam, gar leife klopft er an: „Wo ift die-jüngfte Nonne, die letzt ift kommen an?" 7. „Es ift hier keine kommen, es kommt auch keine heraus." „So will ich hier anzünden das fchöne Nonnenhaus 1" 8. Sie kam herausgefchritten, fchneeweiß war fie gekleidt, ihr Haar war abgefchnitten, zur Nonn war fie bereit. 9. Was hatt fie in den Händen? Von Gold ein Becherlein. Er hat kaum ausgetrunken, fpringt ihm fein Herz entzwei. BALLADEN 81 El[ä(fi[che Melodie, 1782. f\ d e ~~\f \ A JLh V _, ■fXt» i e cJ t a UV) # e J u 1. Ich fteh auf ei - nern ho - hen Berg 1 , feh g FV F F < H J TO t *®—» mun - ter ins tie - fe Tal. Da {ah ich ein FV d A äEÖE S ^ ■• ■> Schiff - lein fchwe - ben, da fah ich ein Schiff - lein d A d g A d m a=^ p= fchwe - ben, dar - in drei Gra - fen faßn u. Aus Heffen. EV m * "i -------- »v fv 0 ---- 0 ^ i yi 1. Als die wun *• der - fchö - ne An - na auf dem H • E r» F j j j i j r i r -j i j (#¥ Brei E ■ ten - ftei - ne K faß A und fträhl - ■ i J te A f" ih ■ —p— re ujM= —«— ------•----- =±= y= -*- =M tt jehwarz - brau - nen Haa - re fo fchön und e ev ^ ß S—k—K 3 *—N PP *---- 0 +—* X fträhl-'te ih - re fchwarzbrau-nen Haa-re {o fchön. 8'2 BALLADEN 2. Sieh, da kam einmal ein Fähnderich geritten daher und fah die fchöne Anna, und die weinte fo fehr. 3. „Ach du wunderfchöne Anna, warum weineft du fo [ehr?" „Ich weine, weil ich heute noch {terben muß." 4. Sieh, da zog der Fähnderich fein blitzendes Schwert tJnd ftach die fchöne Anna durch und durch. 5. Der Fähnderich, der fchwenkte fich wohl auf fein Pferd und ritt nach feiner Heimat, Heimat zu. 6. „Ach Fähnderich, ach Fähnderich, was haft du denn getan? Wovon ift dir dein Schwertchen fo rot, fo rot?" 7. „Ich habe geftern Abend zwei Täubelein gefchlacht, davon ijt mir mein Schwertchen fo rot, fo rot." 8. „Zwei Täubelein gefchlachtet, und das kann es ja nicht fein, die wunderfchöne Anna wird das Täubelein wohl fein." Schweizerilch, 1781. D DV s J « ■C=j: "är 1. Es hätt e Bur es Töch-ter - li, mit Na - me ß4 v_ 9 D h ° fci Vr!it ' n ii „ A. S * M - V B ffft * a i ■ / ■ J ■ "' m — 1> --------u-,—i_j -U- -v— heißt es Ba - be - li. Es hätt zweu Zupf - li DV V— *c w rot wie Gold, drum ift ihm auch der Durs-li hold. 2. Der Dursli geit dem Ätti an: „0 Ätti, v/offch mer ds Babeli la?" „O neu O neil 0 Dursli mi, mis Babeli ifch no viel zu. chlil". 3.' „O Mueti, liebfte Mueti mi! Cha ds Babeli nit ghürat fi?" „Mis Babeli ifch no viel zu chlei.'es fchlaft dies Jahr no fanft alleil" 4. Der Dursli lauft, in vollem Zorn wohl in die Stadt ga Solothurn, er lauft die Gaffen in un us, bis daß er chuint vors Hauptmas Hus. ^ BALLADEN 83 5. „O Hauptma, lieber Hauptma mi! Bruchft du ke Chnecht i Flandre-n-i?" „0 ja, o ja, o Dursli mi! I dinge di i Flandre-n-i." 6. Der Hauptma zieht de Seckel us, er git dem Durs drei Taler drus: „Nu Ja, nu fä, o Dursli mi! Jitz bift du dinget i Flandre-n-i." 7. Der Dursli geit jitz wieder hei, hei zu {im liebe Babeli chlei: „O Atti, o Mueti, o Babeli mi! Jitz ha-n-i dinget i Flandre-n-i 1" 8. Das Babeli geit wohl hingers Hus, es grint {ich faft die Äugli us. „Ach Dursli; lieber Dursli mi! So heft du dinget i Flandre-n-i ? u 9. „0 Babeli, tu doch nit e-[o! 1 will ds Jahr wieder umhi cho und will beim Atti frage-n-a, ob e mir ds Babeli den well la. 10. U chan i de nit fe'.ber cho, will dir es Briefli fchriebe lo, darinne {oll gefchriebe (tah: mis Babeli wott i nit verla. 11. U wenn der Himmel papierge war, u jede Stern e Schriber war, u jeder Schriber hätt fiebe, {iebe Hand: Ji {chribe doh all meiner Liebi kes End! u A „ o QV Aus Schlefien, 1842. CG e -Qö c> s ». *. i *-» -»l ■Jt n Ä 1 1"". N N f#S A PH L ffi * « — 1-------- w 1 « i-m ----- ä ----- a -----o l—J 1. Es wollt ein Mägd-lein tan-zen gehn, fucht Ro-[en i cv .- OV 0 3 **& auf der Hei - de, fucht Ro - fen au! der Hei-de. 2. Was fand fie an dem Wege ftehn? Ein Hafel, die war grüne." 3. „Nun grüß dich Gott, Frau Hafelin, von wann bift du fo grüne?" 4. „Ei grüß dich Gott, feins Mägdelein, von wann bift du fo* fchöne?" 5. „Von wannen ich fo fchöne bin, das darf ich dir wohl fagen. 6. Ich eff weiß Brot, trink kühlen Wein, davon biji ich (o fchöne." 7. „Und wenn du auch [o fchöne bift, deine Ehr haft du ver- fchlafcn. 8. Du haft dein rot Goldfingerlein in feiner Hand gelaffen." 9. „Hüte dich, hüte dich, Frau Hafelin, das Wort foll dich gereuen! 84 BALLADEN 10. Ich han der ftolzen Brüder zwei, die follen dich abhauen." 11. „Und haun fie mich im Winter ab, im Sommer grün ich wieder. 12. Verliert ein Mägdlein ihren Kranz, den'findl [ie nimmer wieder." Langfam, traurig. « Mel. aus Schlefien. OV OV J^Üjc 0/ P^ 1. Es wollt ein Mägd-lein wohl früh auf - Jtehn, o av m &--»■ r^r^~E±g t£=£ wollt in den grü-nen Wald, wollt in den grü-nen 0 OV G =^= g oy Q ---------rVi ~u—r i5Et Wald fpa - zie - ren gehn, Jpa - zie - ren gehn. 2. Und als fie in den Wald nein kam, ei, da fand fie einen verwundten Knabn. 3. Der Knab, der war von Blut fo rot, und als fie ihn verband, war er fchon tot. 4. „Wo krieg ich nun fechs Leidfräulein, die mein Feinsliebchen zu-Grabe wein? 5. Wo krieg ich nun fechs Reiterknabn, die mein Feinsliebchen zu Grabe trägn? 6. Wie lange foll ich denn trauern gehn?" — „Bis alle Waffer zufammen gehn." 7. „Ja, alle Waffer gehn nicht zufamm; ei, fo wird mein Trauern kein Ende han." pi i Mel. bei Wolfram, Naf[aui[che Volkslieder. AV m m p^ V- 1. Es ftand ei - ne Lind tie - fen Tal, war BALLADEN 85 *> —Hga— ^s§ F W^ ben breit und fr AV un - ten fchmal, war A AV A m & o - ben breit und un - ten fchmal. 2. D&runter zwei Verliebte faßn, und die vor Liebe ihr Leid vergaßn. 3. „Feinslieb wir muffen voneinander, ich muß noch fieben Jahre wandern." 4. „Mußt du noch fieben Jahre wandern, heirat ich doch keinen andern." 5. Und als die fieben Jahre umme warn, fie meint, ihr Liebchen käme bald. 6. Sie ging wohl in den Garten, ihr Feinslieb zu erwarten. 7. Sie ging wohl in das grüne Holz, da kam ein Reiter geritten ftolz. 8. „Gott grüß dich, du Hübfche, du Feine, was machft du hier alleine? 9. Ift dir dein Vater oder Mutter gram, oder haft du heimlich einen Mann?" 10. „Heute finds drei Wochen und fieben Jahr,, daß mein Feinslieb gewandert war." 11. „Geftern bin ich geritten durch eine Stadt, da dein Feinslieb Hochzeit hat gehabt. 12. Was tuft du ihm denn wünfehen an, daß er feine Treue nicht gehalten hat?" 13. „Ich wünfehe ihm fo viel Glück und Segen, als Tr'öpflein von dem Himmel regnen." 14. V/as zog er von dem Finger fein? Einen Ring von rotem Golde fein. 15. Er warf den Rin~ in ihren Schoß, fie weinte, daß das Ringlein floß. K>. Was zog er aus feiner Tafchen? Ein Tuch fchneeweiß gewafchen. 17. „Trockn ab, trockn ab dein Äugelein, du follft fürwahr mein eigen fein. 18. Hätteft du mir einen Schwur oder Fluch getan, fo war ich gleich geritten davon." 86 BALLADEN $ o GV Aus Wefttalen. Reifferfcheid. 0 Jt £ ~»— W ± £ ä 1. „Wachauf,wach auf, mein Schatz al - lein! Wach auf, wach °y gv o ■PI ------*!• i K i - n i d ftj ' | W 7 W g g. I auf, es ijt (chon ZeitI Ich hab ge - fchlafen die gan-ze GV «v c gv 0 IL UV ' Ö V «—u— y- Nacht, daß ich vor Schlaf nicht re - den mag." 2. „Haft du gefchlafen die ganze Nacht, dag du vor Schlaf nicht reden mag[t, will ich dir geben Goldringelein, "ich kann nicht allzeit bei dir fein." 3. Der Knab zog in ein fremdes Land, da kam die Botfchaft, Herzlieb fei krank, fie war fo krank bis in den Tod, lag manchen Tag und fprach kein Wort. 4. Und als der Knab zur Tür nein trat, fein Herzlieb in dem Bette lag: „Outen Tag, guten Tag, mein Schatz allein, mein Leben wird zu Ende fein." 5. Der Knabe nahm fie in fein Arm, fie war jetzt kalt und nicht mehr warm, fie ift in feinem Arm verfchieden und eine reine Jungfrau bliebn. 6. Er lieg fich haun ein tiefes Grab, darin fein Herzlieb ruhen mag. Er ließ es mauren mit Marmelftein: „Gut Nacht, gut Nacht, mein Schatz allein I" '* BALLADEN 87 i cv m E3^ f* 0 Mun-chen hin - aus, \ D „, _„.. „ ._ ■,,,. A „ Ti > „Ber - nau - e - nn, bift du nau - e - nn Haus:/ " ' ' r^ cv ^F^fl * a * m drin nen, ia drin nen? 2. Ei, willft du laffen den Herzog' entwegn, oder willft du laffen dein jung frifches Lebn, ertrinken im Donauwaffer, ja Waffer?" 3. „Und als ich will laffen mein Herzog entwegn, fo will ich laffen mein jung frifches Lebn, ertrinken im Donauwaffer, ja Waffer. 4. Der Herzog ift mein, und ich bin fein, der Herzog ift mein, und ich bin fein: find wir gar treu verfprochen, ja verfprochen." 5. Es ftund kaum an den dritten Tag, dem Herzog, dem kam eine traurige Klag: Bernauerin ift ertrunken, ja ertrunken. 6. Sie legten s dem Herzog wohl auf die ScHog, der Herzog viel taufend Tränen vergoß, er tat gar herzlich weinen, ja weinen. 7. „So rufet mir her fünftaufend Mannt Einen neuen Krieg will ich nun fangen an mit meinem Herrn Vater eben, ja eben." 8. Es ftund kaum an den dritten Tag, dem Herzog, dem kam eine traurige Klag: fein Herr Vater ift geftorben, ja geftorben. 9. „Die mir helfen mein Vater begrabn, rote Mänteln muffen fie habn, rot muffen fie fich tragen, ja tragen. 10. Und die mir helfen mein feins Lieb begrabn, fchwarze Mänteln muffen fie habn, fchwarz muffen fie fich tragen, ja tragen. 11. So wollen wir ftiften eine ewige Meß, daß man der Bernauerin nicht vergefj, man wolle für fie beten, ja beten." Ahnlich durch ganz Deutfchland. fV-r\ 3» m « p 1. Es wa - ren ein-mal drei Rei-ter ge-fangn, ge- A AV A A i Dt fan - gen wa - ren fie; fie wur - den ge- 88 SALLADEN i fes AV AV «=gE f— w- w~& fan-genund ge - füh - ret, kei - ne Trommel ward da- •AV ^X?tH~c .r J J TH bei ge - ruh-ret im gan-zen rö - mi-fchen Reich 2. Und als fie wohl auf die Brücken kamn, was begegnet ihnen allda? Ein Mägdlein jung an Jahren, hatte nicht viel Leid erfahren: „Geh hin und bitte für uns!" 3. „Und wenn ich für euch bitten tu, was hülfe mir denn das? Ihr ziehet in fremde Lande, lagt mich armes Mägdlein in Schande, in Schande laßt ihr mich." '4. Das Mägdlein fah {ich um .und um, grog Trauern kam ihr an; fie ging wohl fort mit Weinen bei Stragburg über die Steine wohl vors Kommandantenhaus. 5. „Guten Tag, guten Tag, lieber Herr .Kommandant, eine Bitt hab ich an euch: wollet meiner Bitte gedenken und mir die Gefangenen los fchenken, dazu mein eignen Schatz." 6. „Ach nein, ach nein, wackres Mägdelein, das kann und darf nicht fein; die Gefangenen, die muffen fterben, Gottes Reich follen fie ererben, dazu die Seligkeit." 7. Das Mägdlein fah (ich um und um, grog Trauern kam ihr an; fie ging wohl fort mit Weinen bei Stragburg über die Steine wohl vors Gefangenenhaus. 8. „Guten Tag, guten Tag, Herzgefangener mein! Es kann und darf nicht feinl Ihr Gefangenen, ihr mügt fterben, Gottes Reich follt ihr ererben, dazu die Seligkeit." 9. Was zog fie aus ihrem Schürzelein? Ein Hemd fo weig wie Schnee I „Sieh da, du Hübfcher und Feiner, du Herzaller- liebfter und du Meiner, das foll dein Sterbekleid fein." 10. Was zog er von feinem Finger? Ein goldnes Ringelein: „Sieh da, du Hübfche und Feine, du Herzallerliebfte und du Meine, das foll dein Denkmal fein." 11. „Was foll ich mit dem Ringlein tun, wenn ichs nicht tragen darf?" „Leg dus in Kiften und Kaften, lag es ruhen, lag es riften und raften bis an den jüngften Tagl" 12. „Und wenn ich an Kiften und Kaften komm und feh das Ringlein an, da darf ichs nicht anftecken, das Herz möcht mir zerbrechen, weil ichs nicht ändern ka/in." BALLADEN 89 Aus der Altmark. Märki[ches Liederblatt. D m ü=3 3S 1. Es ritt ein Rei - ter {ehr wohl - ge - mut, zwei ov i 0 ^ Fe - dem trug er auf fei - nem Hut, fi C GV de- TT=l=F rum, fi - de - rum, fi - de - rum, rum, rum, zwei Q c GV 0 ~w Fe - dem trug er auf (ei - nem Hut. 2. Die ein war grün, die andre blank: „Mich däucht, mich däucht, Jungfer Dörtchen ijt krank!" 3. Und als er über die Heide kam, hört er die Glocken läuten Jchon. 4. Die Glöcklein, die läuten rofenrot: „Mich däucht, mich däucht, Jungfer Dörtchen ift tot!" 5. Und als er vor den Kirchhof kam, {ah er die Gräber graben (chon. 6. „Guten Tag, guten Tag, liebe Gräber mein, für wen grabt ihr das Gräbelein?" 7. „Wir grabn das Grab für eine Dam, was habt Ihr, Herr, darnach zu fragn?" 8. Und als er vor die Haustür kam, [ah er die Mutter weinen [chon. 9. „Ach Mutter, herzliebfte Mutter mein, was macht dein Jungfer Dörtelein?" 10. „Jungfer Dörtchen, daß [ich Gott erbarm, [ie ruht fein [anft in Gottes Arm." 11. Er hatt einen Säbel von Golde [o rot, damit ftach er [ich felber tot.. 12. Sie legten [ie beide in einen Sarg und ließen [ie nach dem Kirchhof tragen. 13. Es dauerte kaum dreiviertel Jahr, da wuchs eine Lilie auf ihrem Grab. 14. Und unter der Linde [tund ge[chrieben, [ie wären beide bei Gott geblieben. 90 BALLADEN Aus He[[en. # CV m 1. Ein Schä - fer CV • ber die Brük - ke c C C1 ^TJ T^ J^ del- c kam, da be - geg - net ihm ein c f cv *> -------- » S=£ ■J- ^ * mann, da be - geg - net ihm ein E - del - mann. 2. Der Edelmann zog 'fein HCtlein ab und bot dem Schäfer guten Tag. 3. „Ach Edelmann, laß dein Hutlein ftohn, ich bin ein armer Schaf ersfohn." 4. „Bift du ein armer Schäfersfohn und haft doch Samt und Seide an?" 5. „Was gehts dich ftolzen Edelmann an, wenn mirs mein Vater bezahlen kann?" 6. Der Edelmann kriegt einen grimmigen Zorn und warf den Schäfer in feften Turn. 7. Und als es dem Schäfer fein Vater erfuhr, macht er fich auf und ging hinzu: 8. „Ach Edelmann, lag meinen Sohn am Lebn! Dreihundert Taler will ich dir gebn." 9. „Dreihundert Taler ift mir kein Geld, euer Sohn muß fterben im breiten Feld." 10. Und als es dem Schäfer fein Schätzchen erfuhr, macht es fich auf und ging hinzu: 11. „Ach Edelmann, laß mein Schatz am Lebnl Eine güldne Krone will ich dir gebn." 12. „Eine güldne Krön ift mir genug. Nimm du und fetz fie auf mein Huti" GEISTLICHE LIEDER 91 0^*<££ (7^><>S. 2£X^T} ^^<^> GEISTLICHE LIEDER GV Beuttner, 16C2. G ^EEESfe 1. Und un fer lie ben frau - en, der GV m GV trau-me - te ein träum: wie un-ter i-rem her - zen ge- GV Sl Ö ^ wach-fen war ein bäum. Ky-rie e-lei-sonl 2. Und wie der bäum ein {chatten gab wol über alle land, herr Jefus Chrift, der heiland, alfo ijt er genannt Kyrie eleison! 3. Herr Jefus Chrift, der heiland, ift unfer heil und tro[t, mit [einer bittren marter hat er uns all erloft. Kyrie eleison! 4. Und unfe liebe fraue, die trug ein kindelein, davon wölln wir fo [ingen und wollen fröhlich fein. Kyrie eleison! 5. Auch unfe liebe fraue, die zog gen Bethlehem, gebar ihr liebs kind Jefum zu tröft der chriftengemein. Kyrie eleison! 6. Und da fie es geboren hatt, fie fah ir liebs kind an, fie knieet auf ein marmelftein und bet es alstjald an. Kyrie eleison! 7. Auch unfe liebe fraue, die zog ir kindlein fchon, das folln wir hören gerne: was gab gott ir zu Ion? Kyrie eleison! 8. Und unfe liebe fraue begeret anders nicht dann wir, die arme chriftenheit, fo war es fchon gericht. Kyrie eleison! 9. Alfo fprach gott der herre wol zu der mu'.ter fein: „Und welchen fünder du begerft, derfelbig der fei dein!" Kyrie eleison! 92 GEISTLICHE LIEDER Michael Prätorius, 1609. D e *=ff '{ Es ift ein Ros ent Wie uns die AI - ten fprun - gen aus Jun - g-en, aus DV D. m w^ =3F ei - ner Wur Jef - {e kam AV A zel zart. \ die Art. / Und hat ein : 3 = f33? Blüm-lein bracht i mit - ten im kal - ten Win- 0 DV D *T~ ^ ~a — ben Nacht. ter wohl zu der hal - 2. Das Röslein, das ich meine, davon gebracht alleine Marie, die reine Magd. Rat hat fie ein Kind geboren wohl zu der Jefaias fagt, hat uns Aus Gottes ewgem halben Nacht. *£ ■Paderborner Wallfahfjslied. m i® s r *>v r ~ . ( Meer - (tern, ich dich grö - ße! O Ma- \ Got - tes Mut - ter, fü - gel o Ma- « tt Ev E EV ^ n ri a, hilf! a, hilfl !> Ma - ri - a, hilf uns GEISTLICHE LIEDER 93 EV al - len aus unf - rer tie - fen Not! 2. Rofe ohne Dornen. 0 Maria, hilf! Du von Gott Erkorne. 0 Maria, hilf! Maria, hilf uns allen aus unfrer tiefen Not! 3. Lilie ohnegleichen, der die Engel weichen! 4. Du Quell aller Freuden, Tröfterin in Leiden! 1 5. Hoch auf deinem Throne, aller Jungfraun Krone! 6. Gib ein reines Leben, fichere Reis daneben! 7. Dich als Mutter zeige, gnädig uns zuneige! 8. Hilf uns Chriftum flehen, fröhlich vor ihm ftehen! |llü Geiftliches Trinklied der Nonnen am Niederrhein. g A d C d fefe 3? -"erden 1. Laßt uns fin - gen und froh - lieh (ein F FV F Ro - fen mit Je - Jus und den Freun-den {ein; wer FV F 3 m weiß, wie lang wir hier noch fein in den Ro-ferk 2. Jefus Wein i[t aufgetan in den Rofen: da {ollen wir alle- famt hingan, fo mögen wir Herzensfreud empfahn in den Rofen. 3. Er foll uns fchenken den Cypernwein in den Rofen. Wir mü{(en alle trunken fein wohl von der fußen Minne fein in den Rofen. 4. Setzt das Gläschen an den Mund in den Rofen, und trinkt es aus bis auf den Grund, da findt ihr den heiligen Gei{t zur Stund in den Rofen. 5. Laßt das Gläschen ume gan in den Rofen! So mögt ihr fröhlich heimwärts gan und alle Zeit in Freuden ftan in den Rofen. 94 GEISTLICHE LIEDER Aus der Fuldaer Gegend. F B SEE iE ^ 1. Ma - ri - a wollt einft wan - dem, wollt [u-chen FV FV ^m **** --------- ih - ren Sohn, den fie ver - lo - ren £ FV k --- d? g=^n=i fchon ______, den jie ver - lo ■> ren fchon. 2. Da begegnet ihr auf der Reife Petrus mit feinem Stab: „Maria, wo willft du hin?" 3. „Habt ihr nicht gefehen mein herzallerliebften Sohn, den icb verloren fchon?" 4. „Ich hab ihn wohl gefehen vor eines Juden Haus, ganz blutig fah er aus." 5. „Was trug er auf feinem Häuptelein?" „Von Dornen eine Krön, das Kreuz, das trug er fchon. 6. Das Kreuz, das mußt er tragen bis vor die Schädelftatt, wo man ihn kreuzigt hat." 7. Maria kam zum Kreuz gegangen, fie weinte bitterlich. „Maria, weine nicht I 8. Maria, laß dein Weinen fein, die Martern die find mein, das Himmelreich ift dein. 9. Drum habe ich vergoffen mein rofenfarbiges Blut, ift manchem Sünder gut 10. Den Sündern nicht alleine, der ganzen Chriftenheit, der Welt fo weit und breit." • v 1 ' ,; » KB L '■■«■ V» HL v K .<• W ••'Catfcit 1 r 1 HP! J M KV i I Br ( l f f \ L 1 J '1 / 1 -.--- ............. "— GEISTLICHE LIEDER 97 mm Ditfurth, Fränki(che VolksHeder. dfc - f"Wun-der-fchön präch \Wel-cher auf e - ti - ge, gro - ße und wig ich kind-lich ver- fi *-1 /T\ B F i y , „ - 1 * p fe i" >• _ /Hl' « "° .• - . ■ ■ "W s ------- «J ' V mäch - ti - ge, lieb-reich hold - fe - li - ge, bin - - de mich, ja auch mit Leib und Seel FV FV ^m sp himm - li - fche Frau!! ganz-lieh ver -trau./ FV F ■ F Bil - lig- mein Le - ben, ~^m m al - les bei - ne - ben, al - les, ja al - les, was F B &=¥ £E£ im - mer ich bin. geb ich mit F ^ B F FV F 9 Freu - den, Ma - ri a, dir hin. 2. Die Sonn begleitet dich, es unterwirfet fich zu deinen Fügen der filberne Mond; kein Unvollkommenheit mindert dein Herrlichkeit; um dein Haupt machen die Stern ein Krön. Alles, was lebet, alles, was fchwebet, |: alles, was Himmel und Erden fchränkt ein, muß deiner Majeftät Untertan (ein! :| 3. In diefem Jammertal (eufzen wir allzumal zu dir, o Jungfrau, in Elend und Not. Maria, du allein wollft unfre Mutter fein, wann die Seel fcheidet vom Leib der Tod. Wann wir hinreifen, tu uns erweifen |: Qnad und Barmherzigkeit bei deinem Thron, bitt für uns Jefum, dein göttlichen Sohn! :| 98 GEISTLICHE LIEDER Jugenheimer Liederblatt, D g D D s 1. Ma - ri - • a durch ein ' Dorn, - wald ging, g c D B F n t f\r i r m v—v fl 1. Ky - rie e - F lei - for B i ' Ma g - ri - a durch c ein Vi ' Ä ' 1 B. ■ ■ ■ a — fmr CT V\J «=ü J / 1/ Dorn-waJd ging, der hat in (iebn Jahrn kein D Dg ^ DgDg * 32 -g-H Laub ge-tragn. Je - {us und Ma - ri 2. Was trug Maria unter ihrem Herzen? — Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, das trug Maria unter ihrem Herzen. 3. Da haben die Dornen Rofen getragn, als das Kindlein durch den Wald getragn, da haben die Dornen Rofen getragn. GV =^sl Aus Schlelien. GV tE5e£ 1 l Es blühn drei Ro - fen auf ei - nem Zweig, ' \ (ie blüh - ten all drei ins Hirn - me! - reich, GV 5fe §5 O Ma-ri - a ü-ber-all, wir Gv c G GV G ft g=F* grü-fjen dich viel tau-fend-mal, viel tau-fend-mall GEISTLICHE LIEDER 99 2. Was trägt Maria unter ihrem Schoß? Ein kleines Kindlein, war nackt und bloß. 3. Was trägt Maria auf ihrem Arm? Ein kleines Kind, das (ich unfer erbarm! 4. Was trägt Maria in ihrer Hand? Ein Szepter, den hat ihr Gott, der Sohn, erlangt.. 5. Was trägt Maria auf ihrem Haupt? Die Krone, die hat ihr Gott, der Herr, erlaubt. AV Aus Ober[ch!etien. A isl ?cc E =5=fc £= & Uf - m Ber - ge, da geht der Wind, da « AV EV j j* S\*-i m %=%■ ^ w-hm/ wiegt die Ma-ri-a ihr Kind mit ih-rer [chloh-en - gel- EV EV E 1 wei - ßen Hand, {ie hat da -zu kein Wie-gen-band. f„Ach Jo - feph, lie - ber Jo-[ephmein! \ ^,- \ Ach, hilf mir wie-gen mein Kin - de- lein!" / " ftf ^^r r fS—P*—fv 1 M^j I * m kann ich dir denn dein Knäb-iein wiegn? Ich kann ja kaum E A A l Et P=T=3 felberdie Pin-ger biegn." Schum, fchei, fchum, fcheil 100 GEISTLICHE LIEDER efci m Geiftliches Wiegenlied, s E 3= 1. Vom Hirn E H k=± mel hoch, o Eng - lein, kommtl E E fis ± W J~ Ei - a! Ei - a! Su - {an - ni, su - {an - ni, A EV E EV E A EV 3EB su-Jan-ni; kommt, fingt und klingt, kommt, pfeifet und H fis E eis A EV E A -G- i u. m trombt! Hai - Ie - lu - ja! Hai - le - Iu - ja! Von A E EV E ^ Je fus fingt und Ma al 2. Kommt ohne Inftrumenten nit, eia . . . bringt Lauten, Harfen, Geigen mit! Halleluja... 3. Hier mufj die Mufik himmlifch fein, eia . . . weil dies ein himmlifch Kindelein. Halleluja ... 4. Die Stimmen muffen lieblich gehn, eia. .. und Tag und Nacht nicht fülle ftehn: Halleluja ... 5. Das Lautenfpiel muß lauten füg, eia... davon das Kindlein fchlafen müg: Halleluja... 6. Singt Fried den Menfchen weit und breit, eia ... Gott Preis und Ehr in Ewigkeit,! Halleluja ... Strafjburger Oefangbuch, 1697. Noch jetzt in der Rhön gelungen. FV F B FV BS m ^ 3 . ("„Schlaf, mein Kin-de-lein, fchlaf, mein Söh -ne -lein", '(.„Schlaf; mein Her-ze-Iein, fchlaf, mein Schät-ze - lein", GEISTLICHE LIEDER 101 cv c cv cv FV J I » 1 p H p fuj|: p f fingt die Mut fingt der Va • F ter Jung-frau rein. "I („Sin-get und ter e - ben fein FV Sin-get und Se -o±- klin - get dem Kin - de - lein klein, dem 'din - get, ihr En - ge - lein rein, mit d g . F FV F ^N^^a m ho - nig 7 fü - ßen Je - fu - lein! "k tau - fend fü - gen Stim - me - lein!" / 2. „Komm, mein Kindelein, fchau dein Bettelein, das für dich bereitet ift!" „Komm mein Söhnelein in dies Krippelein, das mit Heu geftreuet ift!" „Singet und klinget ufw. 3. „Schließ die Äugelein, deck deine Händelein, denn es brauft ein fcharfer Wind!" „Schlaf, mein Kindelein, dich das Efelein wird erwärmen mit dem Rind!" „Singet und klinget ufw.. 4. „Schlaf, mein Ziere, meine Begiere, fchweig, daß fich dein Leid nicht mehr!" „Schlaf, mein Sohne: von feinem Throne fchickt dein Vater Englein her." „Singet und klinget ufw. Nach Süß, Salzburger Volkslieder, 1819. ±-fl J J^l 1. Still, füll, füll, weils Kind - lein j* EV E EV E S==±=:i=5 ät •— *■ fchla - fen will! Ma - ri - a tuat es nie- der- EV E S^ J J * * J := B m * fin - gen, in - re keu-fche Bruft dar - brin - gen. E EV E j ^ij / j r » Süll, füll, füll, weils Kind-lein fchla-fen will! 102 GEISTLICHE LIEDER 2. Schlaf, fchlaf, fchlaf, mein liabes Kindlein, fchlafl Die Engel tuan fchön mufizieren, bei dem Kindlein jubelieren. Schlal, fchlaf, fchlaf, mein liabes Kindlein, fchlaf! 3. Groß, groß, groß, die Liab ift übergroß! Gott hat den Himmelsthron verlaffen und muaß reifen auf der Straßen. Groß, groß, groß, die Liab ift übergroß! 4. Auf, auf, auf, ihr Adamskinder, auf! Fallet Jefum all zu Füßen, weil er für uns d Sund tuat büaffen! Auf, auf, auf, ihr Adamskinder, auf! 5. Wir, wir, wir, tun rufen all zu dir: „Tua uns des Himmels Reich auffchliaffen, wenn wir einmal fterben rnüaffen." Wir, wir, wir tun rufen all zu dir. A DV d 1683. »==3B : 3=5 ± f 1. Es 0 FV ift ein Schnitter, heißt der Tod, hat Gwalt vom F d d Vi ■i n JE. b f / T 1 1 fm" n • S S (i Vy « 1—> i/ • da?" „Mich wun - derts, daß d fchla - fen kannft.' *) Lippai = Philipp GEISTLICHE LIEDER 107 Ü S „Ich D fchlaf fchon." E AV „Geh mit A D mir A ■ p E^ auf die Weid, fchau, wass für Wun - der geit. A D A F. A £3= ?=* ■ m i =H Sift fo licht wie am Tag.", „Was war das?" 2. „Die Mufik währt fchon lang!" „Ich hö_r nicht." „Trag deine Pfeif auch bei dir!" „Bin fchon gericht." „D Engel, die fingen obn: Es ift ein Kind geborn. Wenns der Meffias war!" „Das war rar." 3. „Bethlehem heißt der Ort!" „Wer hats getagt?" „Ich habs vom Engel ghört." „Haftn gefragt?" „Ein Jungfrau, keufch und rein, foll feine Mutter fein. Dort, wo der Stern brinnt." „Geh nur gefchwind!" 4. „So fchön ift keins geborn" — „wie das Kind!" „Dag s auf dem Heu muß liegn", „is rechte Sündl" „Ich tu die Mutter fragn, ob ichs mit mir darf tragn, ich hält die größte Freud." „Du redft gefcheit." i i Nach dem Kölner Gefangbuch, 1619. 3 1. Da Je-fus in den Gar- ten ging, da ihm fein & bit - ter Leidn an - fing, da trau - ert al - les, e ■ E d E ^ P Blü-me-lein, durch Sil- ber-wölk-chen geht fein Lauf, a^ B i E a E a E flfg^H 3 aq 9 afcfc Ro-fenimTal, Mä-del im Saal, o fchön-fte Ro - Ja! 2. Er fteigt die blaue Luft hindurch (blau, blau ...), bis daß er {chaut auf Löwenburg. (Rofen ...). 3. O fchaue, Mond, durchs Fenfterlein, fchön Trude lock mit deinem Schein! 4. Und fiehft du mich und fiehft du fie, zwei treure Herzen [ahft du nie. Aus Oflpreufjen. Q 31 ^r^. fv =p=£ ^ 1. Es dun - kelt {chon in der Hei - de, j nach , il 0 GV G G . m 3 JJ'J J ' j: ^*^- wir haben das Korn ge ov G Hau - fe laßt uns gehn;, 0 /* G ' ^r^ TTtrm £ fchnit - ten .mit un - ferm blan - ken Schwert Mit Bewilligung des Verlegers Deut[che Landbuchhandlung, Berlin, aus „Lebende Spinn[tubenlieder" von Herrn Gymna[ialdirektor Dr. Roe[e. 112 AM ABEND 2. Ich hörte die Sichel raufchen, fie raufchte durch das Korn; ich hört mein Feinslieb klagen, fie hätt ihr Lieb verlorn. 3. „Haft du dein Lieb verloren, fo hab ich doch das mein. So wollen wir beide mitnander uns winden ein Kränzelein. 4. Ein Kränzelein von Rofen, ein Sträußelein von Klee. Zu Frankfurt auf der Brücke, da liegt ein tiefer Schnee. 5. Der Schnee, der ift zerfchmolzen, das Waffer läuft dahin; kommft mir aus meinen Augen, kommft mir aus meinem Sinn." 6. In meines Vaters Garten, da ftehn zwei Bäumelein; der eine, der trägt Muskaten, der andere Braunnägelein. 7. Muskaten, die find füge, Braunnägeleip, die find fchön; wir beide muffen uns fcheiden, ja fcheiden, das tut weh. i Nach einem bretonifchen Volksliede. D D w=* =3? -ö ------^r-^—tr^; A - bend - glöck - leins DV 1. Es tönt des A D ^ Schlag, wie - der vor - bei ift nun ein ad A ^-J-R I Tag. Heil - ge Jung - frau Ma - rie, e D A D DV ^ 3F 7» Pi - a, [ei A G ge - lo i bet DV £ ^ 3=^ —ö— er- ve Ma - ri - a! wig-lich! 2. Welch füger Heuduft kommt von fern, fchon leucht der goldne Abendftern. Heiige Jungfrau Marie, o Pia, fei gelobet ewiglich! Ave Maria! AM ABEND 113 Langfam. GV Fabricius Laatenbuch, 1603. Q D s 1/ • ■ J- Was wölln wir auf 0 C ov G den A -i bend tun? GV ^ Schla-fen wölln \ vir gähn. Schla - len gähn ift GV "J/'tf *"1 ■ /5k' * tt * ' J..,.' « ■ ■ « j wo.ii - ge - tan, fchön Jung - frau, wollt .- ihr G D G C GV m , G iSt S £ £ 33t mit mir gähn ? Schla - fen wölln wir . gähn. m Nedderdaatch L6iderb!add. G s GV lat unz fingn dat A - vend-leidd, na Q GV " gnr - ^ 5 3äZ Hu fe mät wi gan. Dat Känn-ken mit denn GV ^ |Ö Wi ne, dat lat, dat lat ftan. 2. Dat K^nnken mit denn Wine, dat mut gedrunken fin, aI[o mut ok dat Avetidieldd gfcfungön, fungeo.fin- 3. Ein Kröufeken wollt wi noch drinken, kein Geld hewwt wi nich mer, de Weeft [hall unz wcrtl borgen, berhöu unz Godd de Herr! 8 114 AM ABEND FV Schulz, 1790. B 2 — -ßv~ j f Der Mond ift auf - ge - gan-gen, die goldnen Stornlein ' \ der. Wald fteht fchwarz und fchweiget,undausdenWie-fen FV 1. FV 2. FV F 333 pran-gen am Hirn - mel hell und klar; ftei - get der wei - ße Ne - bei wun-der-bar. 2. Wie ift die Welt fo ftille und in der Dämmrung HJHle [o traulich und fo hold als eine ftille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verfchlafen und vergeffen follt. 3. Seht ihr den Mond dort ftehen? Er ift nur halb zu fehen und ift doch rund und fchön. So find wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unfre Augen fie nicht fehn. 4. So legt euch denn, ihr Brüder, in Oottes Namen nieder, kalt ift der Abendhauch; verfchon uns, Qott, mit Strafen und laß uns ruhig fchlafen und unfern kranken Nachbar auchl Claudius. Aus dem Wefterwald. AV A jg ^-P-4-^ 1. Stehn zwei Stern am ho-hen Him -mel, leuch-ten Aü tt D A AV A AV ^ 1 \i ftii^ im 1 n _*■ .«.- l JP.""n » _ e> « • i Im 'tf' •> * rJ "j b \ v» a ^ 1------------- & -----1 r •H — «— — * y hel-ler als der Mond, leuchten fo hell, leuch-ten fo AV m J.. « hell, leuch - ten hei - 1er als der Mond. AM ABEND 115 2. Ach, was wird mein Schätzchen denken, well ich bin fo weit von ihr, |: weil ich bin, :| weil ich bin fo weit von ihr. 3. Gerne wollt ich zu ihr gehen, wenn der Weg (o weit nicht war, |: wenn der Weg, :| wenn der Weg fo weit nicht war. 4. Gold und Silber, Edel[teine, fchön[ter Schatz, gelt, du bift mein; ich bin dein, du bi[t mein. Ach, was kann denn fchöner [ein! M Nach Friedrich von Spee, Trutznachtigall. Aus Döbeln I. S. DV D DV D :^c=s 1. In. {til D - ler I N'acht zur DV er A -{ten Wacht ein D 5" tut •. | r fim.ft 1 Vty 49 s *- fd *r ff* Stimm be-gunnt zu kla-gen, der nacht - ge Wind hat A' DV DV D leis und lind zu mir den Klang ge-tra-gen. Von G D G D DV £e ■J2L her - bem Leid und Trau - rig - keit D e ift mir das ■0 — d A k- &- —ID— mit D Herz zer - Hof - fen. D Die Blü - me - lein G D DV ^m ^^ __.__i____i_ Trä - nen mein hab ich fie all be - go{ - fen. 2. Der fchöne Mon. will untergohn, für Leid nicht mehr mag fcheinen. Die Sterne lan ihr Glitzen ftahn, mit mir {ie wollen weinen. Kein Vogelfang noch Freudenklartg man höret in den Lüften. Die wilden Tier träum auch mit mir in Steinen und in Klüften. 8' 116 AM ABEND * F^ C. F_ CV Gießener Liederblatt. C CV 0 Ea^lr-JTCj 1. Schlaf fanft und wohl, mein lie - bes Kind, die-weil die ^^^^H GV "■^------------1— \^i —*■- E ^ En - gel bei dir findl Sie fe - hen Got - tes CV C F C F C CV C Jj-rii' sm jEt^r^ Ah - ge - ficht, fie wa-chen hier und fchla- fen nicht. 2. Du fchläfft und liegeft weich dabei, dein Heiland lag aut Stroh und Heu, im finftren Stall auf Holz und Stein, du liegft in deinen Windelein. 3. Dir ftöret niemand Schlaf und Ruh, ihm fetzten taufend Feinde zu, du lebft ohn einigen Verdruß, da er das Elend leiden mußt. 4. Gott fegne deiner Mutter Schoß, nimm zu, gedeih und werde groß, fromm und an deiner Seele reich, an Weisheit deinem Jefu gleich! 5. Schlaf, liebes Kind, fchlaf unbetrübtl Wenn Gott Verftand und Jahre gibt, fo wachs im Geifte Tag und Nacht^ bis dich Gott ewig feiig macht. D Nach Erk-Böhme. Frühe; durch ganz Deutfchland. S 1. Hört, ihr Herrn, und laßt euch fa - gen, unf - re DV G D D ± Glock hat zehn ge-fchla-gen! Zehn Ge - bo - te AM ABEND 117 DV £=£ zfc T- fetzt Gott ein; gib, daß wir ge - hör-{am {ein!. D ' D G D Men-fchen-wa-cheh kann nichts nüt - zen, Gott muß 0 D dv D 0 m * wa-chen, Gott muß {chüt-zen; Herr, durch dei - ne D DV D 0 D DV D S *■»-* Gut und Macht gib uns ei - ne gu - te Nacht! 2. Hört, ihr Herrn, und laßt euch fagen, un{re Glock hat elf pefchlagen!' Elf der Jünger blieben treu; hilf, daß wir im Tod ohn Reu! Menfchenwachen kann u{w. 3. Hört, ihr Herrn, und laßt euch fagen, unfre Glock hat zwölf gefchlagen! Zwölf, das ift das Ziel der Zeit; Men{ch, bedenk die Ewigkeit! Menfchenwachen kann ufw. 4. Hört, ihr Herrn, und laßt euch fagen, unfre Glock hat eins gefchlagen! Eins ift allein der ewige Gott, der uns trägt aus aller Not, Alle Sternlein muffen fchwinden, und der Tag wird fich einfinden; danket Gott, der uns die Nacht hat fo väterlich bewacht I h 118 FREUDE FREUDE CT Aus Heften. *1 -------\ § 1. Die Ge - dan - ken Jind frei, wer kann fie er- c c cv SU I * I» £ 3= ra - ten, fie flie - hen vor - bei wie nacht - li - che A C 0 c K. * m • ' in ■» * » ty j j. r i r r r i r ' cj I Schat - ten. Kein Menfch kann fie wif - fen, kein 0 C F E^E i Jä - ger er - fchie - fjen, es blei - bet da- C C F CT C m bei: die Qe - dan - ken find frei. 2. Ich denke, was ich will, und was mich beglücket, doch alles in der Still, und wie es fich fchicket. Mein Wunfeh und Begehren kann niemand verwehren, es bleibet dabei: die Gedanken find frei. 3. Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen, fie tut mir allein am beften gefallen. Ich bin nicht alleine bei meinem Glas Weine, mein Mädchen dabei: die Gedanken find frei. 4. Und fperrt man mich ein im finfteren Kerker, das alles find rein vergebliche Werke; denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei: die Gedanken find frei. 5. Drum will ich auf immer den Sorgen entfagen und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen. Man kann ja im Hervjn ftets lachen und fcherzen und denken dabei: die Gedanken find kei. FREUDE 119 Langtam und (tolz. Aus der Steiermark. ^m S—fv f-f--Jr# sr c c t 1. I bin a Steira-buaundhäbaKer-na-tur, i mach ja GV Pi t?=* i gwifj koa Schand meim fchö-na Stei-ra - land. Denn in da o D F* Wt ■¥- V ----- V V ■ ■■■ u Stei-er-mark, da {an d Leit groß und ftark, [anwiadie GV GV Schnell und luftig. /Ts /TS /Ts /Cs Q C GV • t.* r • £ £ P=P Tan-nabaam bei uns da-hoam, ri - a ri - a - di ri - di- ov 1=1 32 o, ri - a ri - a - di ri - di - o,- ri - a GV GV £ G^ ri - a - di ri - di -o, ri - a ri - a - di - o. 2. Wenn i auf d Alma geh im fefchn Steiragwand, grean eiagfäfjt is da Rock, fo trägt mas in meim Land, dazua an Äl- maftock in meina rechten Hand, a Bixerl a dazua, fo fam mas gwohnt. (Jodler.) 3. Wenn i zum Dean dl geh und fteh vor ihram Haus, fo lachts mi freindli o und kummt zu mir heraus. Sie fällt ma um an Hals und fägt ma ftaad ins Ohr, du bift mei liaba, liaba Steirabua. (Jodler.) 120 FREUDE —SOMMERLUST U Aus dem Seulingswalde. A £ Ö I fat 1. Schön ift die Ju - gend bei fro - hen E A EV 3t Zei - ten, Jchön ift die Ju - gend, fie kommt nicht I « EV m SE m mehr. Drum fag ichs noch ein - mal, fchön ift die E EV E ^ ^^ V— \ * g Jugend, fchön ift die Jugend, fie kommt nicht mehr. 2. Es blühen Rofen, es blühen Nelken, es blühen Blumen, fie welken ab. Drum fag ichs noch einmal, ufw. 3. Es blüht, ein Weinftock, und der trägt Reben, und aus den Reben quillt edler Wein. Drum fag ichs noch einmal, ufw. SOMMERLUST ig Melodie 1545. a d E O a F^ 1. Herz -lieh tut mich er - freu-en die fröh-Jich Som-mer- a F C B F ■ _ FV, f f r l r . J fc£ zeit, all mein Ge-blüt ver-neu-en, der Mai viel Wol-luft F F FV B F d F » J l * beut. Die Lerch tut fich er-fchwingen mit ih-rem hel-len SOMMERLUST 121 FV FV B j r i r J' FV m Schall, lieblich die Vöglein fingen, vor- aus die Nach-ti - gall. 2. Der Kuckuck mit feim Schreien macht fröhlich jedermann, des Abends fröhlich reihen die Meidlein wohlgetan. Spazieren zu dem Bronnen pflegt man zu diefer Zeit, all Welt fucht Freud und Wonnen mit Reifen fern und weit. 3. Darum lob ich den Summer, darzu den Maien gut, der wendt uns allen Kummer und bringt viel Freud und Mut; der Zeit will ich genießen, dieweil ich Pfenning hab, und wen es tut verdrießen, der fall die Stiegen ab. GV ^ Thy[ius, Lautenbuch, um 1600, 0 C GV •____i___' Der Win - ter ift ver - gan - gen, ich feh des ich feh die Blüm-lein pran - gen, des ift mein G G GV PfffS rj * ß £E* i Mai - en Schein, \ c «„,„ ,-„ ; „ „„„ t„ i„ a~ Herz er-freut. / So fern ln l e ' nem Ta - le, da GV G___________ GV i ift gar lu - ftig fein, da fingt die Nach - ti- ,G c GV 0 ga - le und manch Wald - vö - ge - lein. 2. Ich geh, ein Mai zu hauen, hin durch das grüne Gras, fchenk meinem Buhl die Treue, die mir die liebfte was. Und bitt, dafj fie mag kommen, all vor dem Fenfter ftahn, empfangen den Mai mit Blumen, er ift gar wohl getan. 3. Er nahm fie fonder Trauern in feine Arme blank, der Wächter auf der Mauern hub an ein Lied und fang: „Ift jemand noch darinnen, der mag bald heimwärts gähn. Ich feh dc«n Tag herdringen fchon durch die Wolken klar." 122 SOMMERLUST 4 „Ach Wächter auf der Mauern, wie quälft du mich fo hart! Ich lieg' in fchweren Trauern, mein Herze leidet Schmerz. Das macht die Allerliebfte, von der ich fcheiden muß; das klag ich Qott dem Herren, daß ich fie laffen muß. 5. Ade, mein Allerliebfte, ade, fchöns Blümlein fein, ade, !chön Rofenblume, es muß gefchieden fein! Bis daß ich wieder ;omme, bleibft du die Liebfte mein; das Herz in meinem Leibe gehört ja allzeit dein."' Aus dem HeHen-Darrnftädtlfchen. pff3Sig# 1. Ich ging durch ei-nengras-grü- nen Wald, da EV B EV h'h h fr ■ !>.....h g :w hört ich die Vö-ge-lein fin - gen; fie fan-gen fo E EV /Jf'JIJ iJg fvF-v jung, fie fan-gen fo alt, die klei-nen Vö-ge-lein B . ■" .„ E EV \ EV E M n fr Ä S~:=v feä in dem Wald, die hört ich fo ger-ne wohl fin-gen. 2. „Sing zu, fing zu, Frau Nachtigall, fing mir von meinem Feinsliebchen! Sing mir es fo hübfch, fing mir es fo fein! Heut abend, da will ich bei ihr fein, will fchlafen in ihren Armen." 3. Der Tag verging, der Abend kam, Feinsliebchen kam gegangen. Es klopfte fo leis mit feinem Ring: „Steh nur auf, du herzallerfchönftes Kind, ich habe fchon lange geftanden." 4. „So lange geftanden haft du noch'nicht, ich habe noch garnicht gefchlafen. Ich habe gedacht in meinem Sinn: wo ift mein Herzallerliebfter hin? Wo bift du fo lange geblieben?" 5. „Wo ich fo lange geblieben bin, das darf ich dir, Schätzchen, wohl fagen: wchl bei dem Bier, wohl bei dem Wein, aliwo die fchönen Jungfern fein, da bin ich auch jederzeit gerne." SOMMERLUST 125 Enthalten in einem Fa[tnachts[piele von Hans Sachs 1562. Mel. 1550. 0 lCV C ~ f Hrr ÖE & — » ü 1. Der ma-yen, der ma-yen, der pringt uns plüemelein C _______0 G GV ■ G GV «-» vil ______; ich trag- ain freis ge-müe-te, Gott wais wol, n G C GV . G =Ö A ß Ö wem ichs wil, Gott wais wol, wem ichs wil. 2. Ich wils eim _freyen ge[elen, der felbig wirbt umb mich, er tregt ein [eidin hemat an, |: darein (o preift er {ich. :| 3. Er maint, es füng ain nachtigal, da wars ain junkfrau fein, und kan fie im nit werden, |: trauret das herze fein. :| fv rv ■ Melch. Franck, 1611. F FV S W^^& 3* *==* 1. Die lie - be Mai-en - zeit mein gan-zes Herz er- FV • R d $=£=^=r^ ^=£ freut, wenn ich nur tu an - fchau - en die F FV B g d V ä 9' V Blüm-lein auf der Au - en und hör die Vö - gel d e FV ^ ^^ ^ * fin - gen, wie es fo fchön tut klin - gen. 126 SOMMERLUST 2. Doch vielmehr noch der Freud mir jetzund diefes geit, mit Jungfrauen fpazieren, im Gras {ich erluftieren mit lieblichem Umfangen, darnach trag ich Verlangen. 3. Ein Mufi wohlbeftellt mir noch viel beffer gfällt, das macht die Freud im Herzen und lindert alle Schmerzen, drum laßt uns fröhlich fingen und eins einander bringen. Ol Heidelberger Liederblatt. G C ^ , ( Wie fchön blüht uns "\ Mir ift ein fchön , n gv' der Mal - en, Jung - fräu - lein der £ 3?—=■=* m -e± Som - mer fal-len in fährt da mei - nen in. | mn. f _ rt Bei ihr ja ov ^S war mir wohl, wann ich nur an fie GV 0 £ GV ^ 3EE3 3EI den - ke, mein Herz ift freu - de voll. 2. Bei ihr, da war ich gerne, bei ihr, da war mirs wohl; fie ift mein Morgenfterne, ftrahlt mir ins Herz fo voll. Sie hat ein roten Mund, follt ich fie darauf küffen, mein Herz würd mir gefund. 3. Wollt Gott, ich fand im Garten drei Rofen auf einem Zweig, ich wollte auf fie warten, ein Zeichen war mirs gleich. Das Morgenrot ift weit, es ftreut fchon feine Rofen: ade, meine fchöne Maidl *f> AUF DER LANDSTRASSE 127 AUF DER LANDSTRASSE DV Nicolai, feiner Almanach. D 3 .1. Als ich ein jung-Ge- fei- le war, nahm ich ein ftein-alt DV ffrrtW Weib. Ich hatt fie kaum drei Ta- ge, Ti - Ta-Ta - ge, da f DV DV ££ ^f =2 hatts mich [chon ge - reut __ __, dahatts mich fchon gereut 2. Da ging ich auf den Kirchhof hin und bat den lieben Tod: „Ach lieber Tod von Bafel, hol mir meine Alte fort!" 3. Und als ich wieder nach Haufe kam, meine Alte war fchon tot; ich fpannt die Rog an Wagen und fuhr meine Alte fort. 4. Und als ich auf den Kirchhof kam, das Grab war fchon gemacht. „Ihr Träger tragt fein fachte, dag die Alte nicht erwacht!'' 5. „Scharrt zu, fcharrt zu, fcharrt immer zu das alte, böfe WeibI Sie hat ihr Lebetage geplagt mein jungen Leib." 6. Und als ich wieder nach Haufe kam, warn Tifch und Bett zu weit. Ich wartet kaum drei Tage und nahm ein junges Weib. 7. Das junge Weiberl, das ich nahm, das fchlug mich nach drei Tag. „Ach lieber Tod von Bafel, hätt ich meine alte Plag!" i Durch ganz Deutfchlartd. C m 1. Wohl - an die Zeit ift kom - men, mein A CV C F C C F ^-1—■ —-»-^ ** f. J ' ^ ----- Pferd, das mug ge - fat-telt fein. Ich hab mirs vor - ge- 128 AUF DER LANDSTRASSE CV <■ |» * | # =£ nom - men, ge - rit - ten muß es fein. Fi - di- C F CV C N—J----- =* -----* (V ru - la ru - la ru - !a - la - la - la, fi - di- A CV C F C C F -^—9—0 m —% , ' * J\. ~* --------- "*— tu - la ru - la ru - la - lal Ich hab mirs vor - ge- cv m p r.om - men, ge rit ten muß es (ein. 2. In meines Vaters Garten, da ftehn viel fchöne Blum, ja Blum. Drei Jahr muß ich noch warten, drei Jahr find bald herum. 3. Du, glaubft, du warft die Schönfte wohl auf der ganzen Welt, ja Welt, und auch die Angenehmfte, ift aber weit gefehlt. 4. Der Kaifer ftreit fürs Ländie, der Herzog für fein Geld, ja Geld, und ich ftreit für mein Schätzle, folang es mir gefällt. 5. Solang ich leb auf Erden, follft du mein Trimpele-Trampele fein, und wenn ich einft geftorben bin, fo trampelft hinterdrein. i M PS Aus der Gegend von Limburg und Wetzlar. E ' EV jg ij 4 rj=n Hi 1. „Jetzt kommt die Zeit, daß ich wan - dem E E EV %m ~r s T*—r muß, mein Schatz, mein Au - gen-troft!" „Wann .AUF DER LANDSTRASSE 129 EV komrrift du a - ber wje - der, da§ du EV 3E*Ö 3=0 mich hei - ra - ten tu[t______? Wann tuft__ ?" 2. „Und wenn ich auch mal wieder komm, mein Schatz, was nützt es dich! Lieb hab Ich dich von Herzen, aber heiraten tu ich dich nicht." 3. Sind auch die Äpflein rofenrot, fchwarze Kernlein find darin, und fo oft ein Knab geboren wird, hat er fchon einen falfchen Sinn. 4. Einen falfchen Sinn, einen kecken Mut, den haben fie allzugleich, und wenn fie ein Mädel betrügen können, fo ifts ihr größte Freud. 5. Ihr Mägdelein, feid ihr fternenblind, oder feht ihr gar nicht mehr? Seht ihr nicht die Hh.jhlein laufen, die man jetzt abfchießen foll? 6. Die Hirfchlein, die man fchiefjen foll, die laufen in dem Wald, Junggefellen foll man lieben, eh daß fie werden alt. 7. Denn wenn fie alt und fchrumpflich find, habens Grübchen im Qeficht. Dann die eine zu der andern fpricht: „Nimm ihn du, ich mag ihn nicht." 8. „Und wenn du ihn nicht willft und ich ihn nicht mag, fag an, was tut man dann?" „Ei dann ladt ihn in eine Kanone und fchiefjt ihn nach Amfterdam!" AV Aus Mähren. Preiß, Singbuch. A A AV ms £=£ 1. Wohl-auf, ihr Wanders - leut, die ihr her-um tuat 130 AUF DER LANDSTRASSE A\ AV See wz r a fe i I rci - [en in Län-dern weit und breit, feid ÄV i=£ % U wohl-gemuet und wohlge-tröft, weil God ein Wanders- A D AV A P T^J -F" ?=^FEäi mann i[t gwöft auf Er - den lan - ge Zeit. 2. Durch Difteln und durch Doarn mueß ich goar oftmoals wandern, ich bin dazu geboarn; ich furcht kein Schnee, kein Kalt, kein Hitz, obgleich ich auch bisweilen fchwitz, von Qod kommt der Gewinn. 3. Dö Mohlzeit ift ganz kloin, es ift ja nur ein Stückchen Brot, das Waffer ift der Wein, das trockne Brot ift mein Kapaun, ich hab kein Wildpret, kein Fafaun, tua gleich noch fröhlich fein. 4. Wann kommt die Nocht herzue, bitt ich den Wiert um Heu oder Stroh, leg mich darauf zur Rue, dö Muedigkeit mocht, doß ich fchlof viel beffer als ein Fuerft und Grof, der Födern hat genug. Bei Studenten. mü dt w j ( Horch, was kommi von drau - 0en rein? \ Wird wohl mein Feins - lieb - chen fein. l.cv 2. cv m ^ **=%- Hol-la-hi! Hol-ia-ho! Hol-la - hi - a - ho! AUF DER LANDSTRASSE 131 w CT 3 i ■ .9 3SSE3 Gehtvor-bei und Jchautnicht rein. Hol-la-hi! Hol-la-ho! a F C CV C fa < m _ ^ J ,--J—,—: = g-41 — Wirds wohl nicht ge - we-fen Jein. Hol-la-hi - a-hol 2. Leute habens oft gefagt, dag ich ein Peinsliebchen hab. Laß fie reden, fchweig fein {tili, kann ja lieben, wen ich will. 3. Sagt mir, Leute, ganz gewig, was das für ein Lieben i[t: die ich liebe, krieg ich nicht und ne andre mag ich nicht 4. Wenn mein Liebchen Hochzeit hat, hab ich meinen Trauertag, geh dann in mein Kämmerlein, trage meinen Schmerz allein. 5. Wenn Ich dann geftorben bin, trägt man mich zum Grabe hin, fetzt mir keinen Leichenftein, pflanzt nicht drauf Vergig- nichtmeinl Tiroler Spottlied auf die Pinzgauer. 1. Die Binfchgauer wollten wallfahrten gehn, die Binfchgauer wollten wallfahrten gehn, ■]: (ie täten gerne fingen und kunntens nit garfchön. :| Zfchahi, zfchaho, zfchahiahiaho! Die Binfchgauer find fchon wiawieder do. Jetzt fchau fei, dag ein jeder, jeder, jeder, jeder, jeder, jeder |: fei Ränzele hol :| i2. |: Die Binfchgauer zogen weit vom Heimatland, :| |: fie fchauten viele Stadeln und wurden rings bekannt. :| Zfchahi ufw. 3. |: Die Binfchgauer hatten viele Freud und Not, :| |: bis dag des Domes Zinne erglänzt im Abendrot. :| Zfchahi ufw. '4. |: Die Binfchgauer gangen um den Dom herum, :| |: die Fahneftang is broche, jetzt gängens mit dem Trumm. :| Zfchahi ufw. 5. |: Die Binfchgauer gangen in den Dom hinein, :| |: die Heilgen täten fchlofen, fie kunntens nit derfchrein. :| Zfchahi ufw. 6. |: 0 heiliger Sankt Florian 1 :| |: Verfchone unfer Häufer, zünd andren ihre an! ;| Zfchahi ufw. 9* 132 AUF DER LANDSTRASSE Wimplen, Cannftatt, Ulm. C 0 < J ' J- Ji J 1. Der Ja - ger in dem grü - nen Wald, da i 1= GV G GV r- p ß ^^ *>— I» »i—u fucht er Tier-Ieins Auf - ent - halt. ' Und er GV G ß ß ß ß #—b— b ging' wohl in dem Wald bald hin, bald her, und er Gy o 0 C m lue ettht ^ i ging wohl in dem Wald bald hin, bald her,ob auch nichts, ob l C • G G GV GV 0 3=15 %^J auch nichts, ob auch nichts an - zu -tref-fen war. 2. Mein Hündlein hab ich [tets bei mir in diefem grünen Waldrevier, und mein Hündelein, das jagt, und mein Herz, das lacht, meine Augen leuchten hell und klar. 3. Ich fing mein Lied aus voller Bruft, der Hirfch tuf einen Satz vor Luft, und der Fink, der pfeift, und der Kuckuck fchreit, und die Hafen kratzen fich am Bart. 4. Und als ich in den Wald nein kam, traf ich ein fchönes Mägdlein an: „Ei, wie kommft dus in den Wald herein, du ftrah- lofes Mägdlein, ei, wie kommft dus in den Wald herein? 5. Du follft ja nicht mehr bleiben hier in diefem grünen Waldrevier; bleibe dus bei mir als Jägerin, du ftrahlofes Mägdlein, bleibe dus bei mir als meine Braut!" AUF DER LANDSTRASSE 135 Aus He[(en-Naffan. CV gU-J I J JJ äS * 9 -w —* 1. Es wollt ein Mägd - lein früh auf - {tehn, drei CT jtf JTT l frt =3=3 i vier - tel Stund vor Tag-, wollt in den cv Q ^n-^-N^ N Q Q Wald fpa - zio - ren gehn, hol - dri, hol - dra, fpa- cv II r. ----- V zie -ren gehn, wollt Brom-beem bre-chen ab. 2. Und als fie in den Wald nein kam, da kam des Jägers Knecht: „Ei Mägdlein, {eher dich aus dem Wald, holdri, holdra, aus dem Wald, s i[t meinem Herrn nicht recht." 3. Und als fies ein Stück weiter kam, da kam des Jägers Sohn: „Ei Mägdlein, fetz dich nieder, holdri, holdra, nieder und zupf dein Körblein voll." 4. „Ein Körblein voll, das brauch ich nicht, eine Handvoll ift genug. In meines Vaters Garten, holdri, holdra, Garten, da wachfen Brombeern gnug." 5. Und als dreiviertel Jahr um warn, die Brombeern wurden groß, da hat das fchwarzbraun Mägdelein, holdri, holdra, Mägdelein ein Kind auf ihrem Schoß. 6. Sie Jchaut das Kind barmherzig an: „Ach Gott, was ift denn das? Sind das die braunen Beeren, holdri, holdra, Beeren, die ichs gegeffen hab?" \ 136 AUF DER LANDSTRASSE Aus dem Spe[[art und Odenwald. Q E£ gt±f=* I 1. „Spring auf, fpring auf, feins Hir-fchelein, fpring auf auf DV D D A rr~J3ijyjj^ :*• * dei - ne Fü t - ße! Spring auf und Iau-fe fort in das D o DV D -Pr 3 * 32 wun-der-Jchö-ne Ort, meine Ku-gel tut fich ruh - ren." 2. Hubertus in dem Bufche [tand, {eine Flinte tat er laden. „Jäger, lad und fchieße drein, denn es muß gefchoffen fein, meine Büchfe, die muß knallen." 3. „Ach Jäger, lieber Jäger mein, warum haft du mich gefchoffen? Denn mein junges, frifches Herz, das muß leiden großen Schmerz, meine Augen ftehn mir offen." 4. „Ach Hirfchlein, liebes Hirfchlein mein, was trägft auf deinem Haupte?" „Was ich auf dem Haupte trag, das darf ich fchon jemand fagn: Jefus Chriftus an dem Kreuze." 5. Da tat der fromme Jägersmann fein Haupt zur Erde neigen: „Nun fchieß ich kein Hirfchlein mehr, fag dem grünen Wald ade, in das Klofter, will ich gehen." 6. Wer hat das fchöne Lied erdacht? Zwei junge Jäger- burfchen. Auf der Straß und überall, wo fie nur beifammen warn, haben fie es ftets gefungen. Nicolai, Almanach. Aus der Bingerauer Gegend. m ^±m^ ^— W' 1. Es blies ein Ja - ger wohl in fein Hörn, wohl E AV m r—p 3E V — V—V in fein Hörn. Und al - les, was er blies, das AUF DER LANDSTRASSE 137- u &Ö^_|JZ3 ±5±M=&t war ver-'.orn. Huf - faj - fa! Tra - ra - ra- ra! Und AV m ai - les, was er blies, das war. ver - lorn. 2. „Soll denn mein Blafen verloren [ein? Viel lieber möcht ich kein Jäger fein." 3. Er warf fein Netz wohl übern Strauch, da fprang ein fchwarzbraunes Mädel heraus. 4. „Ach fchwarzbraunes Mädel, entjpring mir nicht I Ich habe große Hunde, die holen dich." 5. „Deine großen Hunde, die furcht ich nicht, fie kennen meine hohen, weiten Sprünge nicht." 6. „Deine hohen, weiten Sprünge, die kennen fie wohl, fie wiffen, daß du heute noch fterben follft." 7. „Und fterbe ich heute, fo bin ich tot, begräbt man mich unter Rofen rot." 8. Er warf ihr das Netz wohl über den Arm, da fchrie das Mägdelein, daß Gott erbarm. ■ 9. Er warf ihr das Netz wohl um den Fuß, daß fie zu Boden fallen muß. 10. Er warf ihr das Netz wohl über den Leib, da ward fie des jungfrifchen Jägers Weib. 18.Jahrhundert. 1. Ein Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen Wald, er reitet hin und her, fo wie es ihm gefallt. Ju ja, ju ja! Gar luftig ift die Jägerei alihier auf grüner Heid, allhier auf grüner Heid! 2. Burfch, fattle mir mein Pferd und leg darauf den Mantel- fack, fo reit ich hin und her als Jäger aus Kurpfalz. Ju ja, ju ja! 3. Wohl zwifchen feine Bein, da muß der Hirfch gefchoffen fein, gefchoffen muß er fein, auf eins, zwei, drei! Ju ja, ju ja! 4. Jetzt reit ich meht mehr heim, bis daß der Kuckuck kuckuck fchreit; er fchreit die ganze Nacht allhier auf grüner Heid: Ju ja, ju ja! 138 AUF DER LANDSTRASSE Tübinger Kommig. 1. Droben im Oberland, ei, da ifts fo wunderfein; da ift die Jägerei, da ift das Schiefjen frei. Schießen, das ift meine größte, größte Freud, ei, das ift fo wunderfein. 2. Schieß mir einen Rehbock zfamm, fallt er oder fallt er net. Fallt er net, fo bleibt er ftehn, zu meiner Lina muß i gehn, zu meiner Lina muß i gehn alle Woch fechs- fiebenmal. 3. Geftern ift Sonntag gwe, heut bin ich fchon wieder da. Sie hat ein Hütlein auf, eine fchöne, fchöne Feder drauf, fie fah fo reizend, reizend aus und fie ging mit mir nach Haus. 4. Lauter hübfche, junge Leut feins wir, lauter hübfche, junge Leut! Wenns die hübfchen, jungen Leut net warn, wer follt das viele Geld verzehrn? Lauter hübfche, junge Leut feins wir, lauter hübfche, junge LeutI f@ D Durch ganz Deutschland. G i&E£ i 1. Drei Li - li - en, drei Li - li - en, die pflanzt ich dv D G Ö m W e — : —• auf mein Grab; da kam ein ftol-zer Rei - ter und D bv D D i * - r r i r i j JM-a j j.j. B brach fie ab. Mit Ju - val - le - ral - le - ral - le - ral - le- i S 0 J 4 4 D—sG ■0 ----- ZT- $ ra, . ju-vi-val - le - ral - le - ral - le - ral - le - ra, da \ D 'G D DV D * ' *' kam ein ftol - zer Rei - ter u'.id brach fie ab. AUF DER LANDSTRASSE 139 2. Ach Reiter, lieber Reitersmann, lag doch die Lilien ftehn, die foll ja mein Feinsliebchen noch lange fehn. 3. Und fterbe ich noch heute, fo bin ich morgen tot; dann begraben mich die Leute ums Morgenrot. FV Badifches Unterland. FV F HI r -* -i- 3*3F 1. „Wie [cheint der Mond fo hell auf die-[er Welt. F' FV ' B Zu mei F FV ■-------1—*-i----------- SH ---------b^-i--------------'--------------'------------- V- :i-ner Lieb-ften, da muß ich ge - hen, vor fc* ih - rem Fen - (ter, da muß ich ftehn." 2. [: „Wer fteht da draußen und klopfet an?" :| |: „Steh du nur auf, laß mich herein, es wird dein'Herzallerliebfter fein." :| 3. |: „Hereingelaffen wirft du ja nicht. :| |: Da wo mein Bettlein fteht, da fin'd zwei Wände, und unfre Liebfchaft, die hat ein End." :j 0 GV .Aus der Gegend von Gießen. G GV G *i—|— I —J—J __» 1 tH* - ^ ££ t 1. Glück auf! Glück auf! Der Stei-ger kommt. Und er u G GV hat fein hei - les Licht (bei der Nacht), und er GV __________'____________ ' G ____________________________ a =* hat fein hei - les Licht (bei der Nacht), hats G GV G C G G GV Q gl an - ge - zündt____, hats an - ge zündt 140 AUF DER LANDSTRASSE 2. Hats angezündt, das gibt einen Schein; und damit (o fahren wir ins Bergwerk hinein. 3. Die Bergleut fein hübfch und fein, und [ie graben das Silber und das Gold aus Felfenftein. 4. Der eine gräbt das Silber, der andere gräbt das Gold, und den fchwarzbraunen Mägdelein, den (ein fie hold. 5. „Ade, nun ade, lieb Schätzelein! Und da- drunten indem tiefen Schacht, da denk ich dein." 6. Und kehr ich heim zum Schätzelein, fo erfchallt des Bergmanns Ruf: „Glückauf, Glückauf! Glückauf, Glückauf!" FV Aus Sriilefien. :t_£L£ZE^ g S: 1. „Steh nur auf, fteh auf, du m FV § & —d------ d~ feö Hand-werks - ge - feil! Die Zeit haft du ver- F FV B B a----- •- 3fc =t I fchla-fen, die Vög-lein fin - gen im grü - nen F FV F g^" ^? Wald, der Fuhr-mann tut fchon fah - ren." 2. „Ei, was fcher ich mich um der Vöglein Gefang und um des Fuhrmanns Fahren! Ich bin ein junger Handwerksgefell, muß reifen fremde Strafjen." 3. In Preußen liegt eine wunderfchörie Stadt, Berlin tut man fie heißen; Berlin, das ift uns wohlbekannt, da wollen wir jetzt hinreifen. 4. Und als wir kamen vor das Potsdamer Tor, täten wir die Schildwach fragen, allwo der Gefeilen ihre Herberg war, das follten fie uns Jagen. AUF DER LANDSTRASSE 141 5. Auf der Kuchelberger Gaß im Braunfchweiger Haus, da [ollten wir einkehren, da follten wir nach Handwerksbrauch den Herbergsvater ehren. 6. „Seid willkommen, willkommen ihr Söhne mein! Da fteht eine Kann mit Weine, und feilt euer Sinn nach Arbeit ftehn, fo [chenk ich auch noch eine." Aus Tübingen. FV SÜ 3E - 4 r>n 1. Es wohn- te ei-ne Mül - le - rin z Schaffhau-fen ' F F B jt***,— =^ =P=£ an dem Rhein. Und die woll-te fel-ber raah-len, fchön FV ^ 3=rr=£ Geld wellt [ie der - fpa-ren, wollt fei-ber Mahlknecht FV ££ =5=^ fein z Schaff - hau - fen an dem Rhein. 2. Und als der Müller nach Haufe kam, vom Regen war er naß: „Steh nur auf, fteh nur auf, du Stolze, mach mir ein Feuer von Holze, vom Regen bin ich naß." 3. „Ich fteh nit auf, laßjiich nit rein",- fo fprach die Müllrin fein, „denn ich hab heut Nacht gemahlen, fchön Geldchen zu erfparen, vom Abend bis zum Tag, daß ich nit aufftehn mag." 4. „Stehft du nit auf, läßt mich nit rein", fo fprach der Müller fein, „ei, fo tu ich die Mühl verkaufen, das Geld will ich verjaufen bei Met und kühlem Wein, wo fchöne Mädchen fein." 5. „Verkauf die Mühl, verfauf dein Geld", fprach drauf die Müllrin fein. „Ei, fo tu ich mir eine bauen auf fchöner goldner Auen, wos klare Waffer fein, Schaffhaufen an dem Rhein". 142 AUF DER LANDSTRASSE Aus Wyg, Schweizer Kuhreihen und Volkslieder. GV L GV fl i ";j\j» 1. Im Är-gäu find zweu Lie - bi, G CG im Är-gäu ^ GV £=S find zweu Lie - bi, die het-tid en-an-de-re CO GV ••9 -m - 33E &=^i=&» %=%=£ gern, gern, gern, die het-tid en-an-de-re gern. 2. Und der jung Chnab zog zu Chriege. Wann churnmt er wiederum hei? 3. Übers Jahr im andere Sommer, wann d Stüdeli trägid Laub. 4. Unds Jahr, und das war umme, und der jung Chnab ift wiederum hei. 5. Er zog durs Gäffele ufe, wos fchön Anni im Fenfter lag. 6. „Gott grüeß di, du Hübfchi, du Fjni, vo Herze gefallft du mir wohl." ' 7. „Wi chan i denn dir no gfalle? Ha fchon längft en andere Ma. 8. En hübfchen und en riche, und der mi erhalte cha." 9. Er zog durs Gäffeli abe und weinet und truret fo fehr. 10. Da begegnet ihm feini Frau Mueter: „Und was weinift und trurift fo fehr?" 11. „Was fött i nid weinen und trure? Jez han i kete Schätzeli meh." 12. „Wärift du deheime bliebe, fo hättift dis Schätzen no." i Durch ganz Deutfchland. GV ä X- =3= 1. Es wel - ken al - le Blät - ter, fie fal - len GV . ,____ G ^m al - le ab. Und mein Schatz hat mich ver- AUF DER LANDSTRASSE 143 GV C Q ES m& § laf - fen und mein Schatz hat mich ver - Iaf - fen, ins QV G C 0 GV 0 Klo -fter wollt fie gehn, ins Klo - fter wollt fie gehn. 2. |: Ins Klofter wollt fie gehen, wollt werden eine Nonn. : |: n Und fo muß ich die Welt durchziehen,:|:bis daß ich zu ihr komm.": 3. |: Vorm Klofter angekommen, ganz leife klopft ich an: : |: „Gebt heraus die jüngfte Nonne, :|: die zuletzt ins Klofter kam!" : 4. |: „S ift keine angekommen, wir geben auch keine heraus, : ]:denn was drin ift, das muß drin bleiben, :|: im fchönen Gotteshaus.": 5. |: Was fteht dort unter der Linde? Schneeweiß war fie ge- kleidt, :| und ihr Haar war abgefchnitten, :|: zur Nonn war fie bereit. 6. /|: Was trug fie an dem Finger? Von Gold ein Ringelein: |: „Nimm es hin, mein Herzallerliebfter,:|: das foll der Abfchied fein." i Aus Heffen. Gießener Liederblatt C F CV pe ^^ i 1. Auf je - nem Ber - ge, da möcht ich woh- cv cv ^» cv cv .c s I nen, auf je - nem Ber - ge, da möcht ich fein. C F cv cv ^r-r^r^ Ro - fa, Ro - fa, Ro - fa, Ro - fa mein, ach, CV cv m m ----- m könnt ich e - ,wig bei dir fein! feinl 144 AUF DER LANDSTRASSE 2. Auf jenem Berge, da wächft ein Blümelein, ich glaub, es ift ein Röfelein. Rofa, Rofa, Rofa, Rofa mein, ach, könnt ich ewig bei dir fein. 3. Auf jenem Berge, da fingt e4n Vögelein, ich glaub, es i[t ein Nachtigall. Nachtigall, Nachtigall, grüß mir mein Schatz viel taufendmail Von der Waterkant. faF ^m =fc vf—** -8i ------ er—' ---------------------------sl m ------ m ------sr - 1. Un dor - bi wahnt hei noch jüm - mer in de w iU* J 7 ff? ^£ Lam-mer-Lam-mer-flraat, Lam-mjr-Lam-mer-ftraat, kann GV — f**3 —=-e»» ------- -------3------ *■*— c«t GV >— * ^=? Wf^f^fe stit ^ 1 « ma-ken, wat hei will, kann maken, wat hei will. Nu man S=¥ £=& m & ---- ir ji j * ^ rj\ $ Ej eza jümmer,jür.imor füll, hei kann maken, wat hei will. Hei kann «V- • "- 0 CG r>—»r *"=* Fv-* =ft^=^ h r^ r» ? * V 9 ma-ken, wat hei will. Un dor mak hei Jick en Gei-ge-ken, C G GV G 0 p^^f- ^ ^g^ rP^ i EI Oei-ge-ken, perdautz! Vi-ge-lin, Yi-ge-Iin, fä dat AUF DER LANDSTRASSE 145 I ov /. GV ^ w^n w~w E ■ ff E-E) b gl P E w v vWv Gei-ge-ken, Vi-ge-lin, Vi-ge-lin, fä dat Gei-ge-ken. _ßti Q cv V tf «. «\ h s» /L 9 3 s R m m ■ rm ^ . ^ - t _n - ■ 5 ■j 5 ■5 w ■^ i ^y -3 4 5 5—j A H L i/ ^ V »» f >* l» V .» \ / Un Vi-ge-Vi-ge-Iin, un Vi-ge-Vi-ge-lin, un finDeern, de GV ^E=fe=fe S^^H ^ h fe Sr ■ w heit Kath - rin, un [in Deern, de lieit Kath-rin, un [in ,0V 0 oy G *P=£=K gl S 5—& 'tf * ■ * Deern, de heit Kathrin, un [in Deern, de heit Kath-rin. 2. Un dorbi wahnt hei noch jümrher in de |: Lammer- Lammerftraat, :| |: kann maken, wat hei will, :| nu man jümmer, jümraer [tili, [: hei kann maken, wat hei will. :| Un dor mak hei [ik nen |: Hollandsman, :| perdautz! |: Gotts verdori! :j [ä de Hollands- man. |: Vigelin, :| [ä dat Geigeken. Un Vige-Vigelin. . . . 3. Un dorbi wahnt hei ufw., un dor mak hei [ik nen |: Engels- man, :| perdautzl |: Damn your eye, :| fä de Engelsman, |: Gotts verdori 1 :| fä de Hollandsman. [: Vigelin, :| [ät dat Geigeken, |: Vigelin, :| fä dat Geigeken. Un Vige-Vigelin. . . . 4. Un dor mak hei [ik nen |: Spanifchman, :| perdautz! |: Carambal :| [ä de Spanifchman, [: Damn your eye, :| fä de Engelsman, |: Gotts verdori! :| 5. Un dor mak hei fik |: Napoleon, :| perdautz! |: Ick bün Kaifer, :| fä Napoleon, |: Caramba! :| 6. Un dor mak hei fik nen |: Hanfeat, :| perdautz! |: Slah em dot! :| fä de Hanfeat, |: ick bün Kaifer, :| fä Napoleon, |: Caramba! :| fä de Spanifchman, |: Damn your eye! |: [ä de Engelsman, |: Gotts verdori! :| fä de Hollandsman. |: Vigelin, :| fä dat Geigeken. Un Vige-Vigelin, un Vige-Vigelin, un (in Deern, de heit Kathrin. |: Un fin Deern, de heit Kathrin, :| un fin Deern, de heit Kathrin. 10 146 AUF SCHIFFEN UND ROLLWAGEN AUF SCHIFFEN UND ROLLWAGEN FV fr- Ä Aus Niederbayern. FC ^ ^ ~V- 1. Bin i net a lu - fti-gcr Fuhrmannsbue? Bin i net a FV F FV I E£ =£ e£ £=£=N^ lu - fti - ger Bue? • Fahr Stadl aus, Stadl ein, f>— fv B C CV ^ FV ^T*E S+^ =g w ' »; -2>- v- — v— y- fahr Stadl aus, Stadt ein. Schaun mir die Leut al - le FV F s m m $*=* zu, al-Ie zu, fchaun mir die Leut al - le zu. 2. Fahr i am Morgen zum Stadttor naus, lang eh die Sonne aufgeht, |: bin i über Berg und Tal, :|: lang eh mein Madl auffteht.:) 3. Fahr i in der Früh auf der Strafjen hin zwifchen die Tannen im Wald, |: ah, was ift das für a Freud, :|: was das Schnalzen fchön halltl :| 4. .Was da die Vögerln fchön fingen tun, was da die Blümlein fchön blühnl |: Was die Hirfch und Reh :|: über die Straßen hinziehnl :| 5. Treff i im Wirtshaus Kameraden an, fetzn wir uns zfamm, zwei und drei, |: diskuriern allerhand, :j: s is gar kein Gfellfchaft fo frei. :| 6. Hör i den Hahnfchrei wohl in der Früh, reib i mir die Augen und fteh auf. j: Wirtshausleut, feids bei der Hand. :|: Der Tag bricht an, die Sonn kommt rauf. :| 7. Hausknecht, fpann meine fechs Rapperln ein! Kellnerin, trag aufji mein Hut! |: Jetzt muffen wir wieder weiter fahren,:] j: s Dableiben tut einmal kein gut. :| 8. Fuhrmannsbue bi i fchon fünfthalb Jahr, Fuhrmannsbue bleib i noch lang. |: Kann wohl fein, daß i ftirb, :|: eh i was anders anfang. :| ■ AUF SCHIFFEN UND ROLLWAGEN 147 NiederlSndifch, 17. Jahrhundert. DV W^ w§ . ( Hab mein Wa - ge voll ge - Ia - de, voll mit ' \ Als wir in die Stadt nein - ka - men, hubn fie DV D D m 3ä^EE3 J ¥ al - ten. Weib - fen.. "I an zu kel - ten. / DV Drum lad ich £EF m all mein Le be - ta nie A al te m E£ gEäE^ =3 : f=t Weib-[en auf mein Wa-ge. Hü! Schim-mel, hü! 2. Hab mein Wage voll gelade, voll mit Männern alten. Als wir in die Stadt heinkamen, murrten fie und fchalten. Drum lad ich ... 3. Hab mein Wage voll gelade, voll mit jungen Mädchen. Als wir zu dem Tor neinkamen, fangen fie durchs Städtchen. Drum lad ich all mein Lebetage nur junge Mädchen auf mein Wage. Hü! Schimmel, hü! Aus Hanau und Schlüchtern. GV ^m $ *35E§E£ . f Ein Poftknecht ift ein ar-mer Wicht, kaum weiß er fich zu \ Er fcheu-et Hitz und Käl-te nicht, lebt im-mer auf der I £^^E & faf Stra ~hen i ^' nc * f e '" ne Pfei-de an-ge-fpannt, nimmt 10* 148' AUF SCHIFFEN UND ROLLWAGEN 1 er fein Poft-hörn gleich zur Hand und bla - fet und G /Pv Hp aä GV D. C. pp G m bla-fet: tru da-Ia-la-la, tru-da-la-la-la. 2. Dann kommt ein junger Paffagier, wenn ich beginn zu fahren, mit feinem Liebchen her zu mir und fetzt fich in den Wagen. Ich laß den Pferden ihren Lauf und fahre, was ich kann, darauf und blafe |: trudalalala, trudalalala. :| 3. Kaum bin ich einen Büchfenfchuß vom Platze ausgefahren, fo hör ich einen fügen Kug gleich hinter mir im Wagen. Drauf fing ich fröhlich trallala und lach ins Fäuftchen hopfafa und blafe und blafe |: trudalalala, trudalalala. :| 4. Komm ich ins Pofthaus dann zurück, lag ich die Pferdchen faufen, kommt aus der Schenke, welch ein Glück, mein Mädchen hergelaufen.. Wir küffen uns ein-, zwei-, dreimal, es wird mir warm, ich fang dann an und blafe und blafe |: trudalalala, trudalalala. :| Bayrifches Volkslied, 1830. 1. Als wir jüngft in Regensburg waren, find wir über den Strudel gefahren; da warn viele Holden, die mitfahren wollten: fchwäbifche, bayrifche Dirndel, juchheiraffa, muß der Schiffsmann fahren. 2. Und vom hohen Bergesfchloffe kam auf ffolzem, fchwarzem Roffe adlig Fräulein Kunigund, wollt mitfahren über Strudels Grund. Schwäbifche ufw. 3. „Schiffsmann, lieber Schiffsmann mein, follts denn fo gefährlich fein? Schiffsmann, fag mirs ehrlich, ifts denn fo gefährlich?" Schwäbifche ufw. 4. „Wem der Myrtenkranz geblieben, landet froh und ficher drüben; wer ihn hat verloren, ift dem Tod erkoren." Schwäbifche ufw. 5. Als fie auf. die Mitt gekommen, kam ein groger Nix ge- fchwommen, nahm das Fräulein Kunigund, fuhr mit ihr in des Strudels Grund. Schwäbifche ufw. 6. Und ein Mädel von zwölf Jahren ift mit über den Strudel gefahren; weil fie noch nicht lieben kunnt, fuhr fie ficher über Strudels Grund. Schwäbifche ufw. AUF SCHIFFEN UND ROLLWAGEN 149 CV Von der Lahn. 3S E£ =£=n ^ 1. Lu - ftig ifts Ma - tro - [en-lebn, hal - to - jo, CV c ^ # ö ift mit lau - ter Luft um - gebn, hal - to - jo. F C -------------------------------------fV i^ -rV Bald nach Sü - den, bald nach Nord, hal - to - jo, F C CV J=£J' JM.J..JJ V— V — V — V trei-ben uns die Wel-len fort, hal- to - jo, an fo C F CV C £ j l nl | r-ll »l—ir manchen fchö-nen Ort, hal-to-jo, hal-to-jo, holt-jo! 2. Hat das Segel Wind gefaxt, fo befteigen wir den Maft. Sei zufrieden, Kapitän, Wind und Wetter werden fchön, laßt die Fahnen luftig welin! 3. Kommen wir nach Engelland, ift Matrofen wohlbekannt, lehren wir zur Stadt hinein, wo die fchönen Mädchen fein, und man führt uns hübfch und fein. 4. Eins, das macht mir viel Verdruß, weil ich von der Liebften muß. Fifchlein fchwimmen in dem Bach, Liebchens Tränen [chwimmen nach und zuletzt ein heißes Ach. 5. Aus ift nun das Schiffmannslied; er nimmt von der Welt Abfchied. Ziert fsin Grab kein Leichenftein, frißt der Haififch [ein Gebein, er wird dennoch feiig fein. 3^»Y» 150 SPINNSTUBE SPINNSTUBE Lochheimer Liederbuch. F ?23T 1. Ich fpring an die - fem , Rin - ge des B . F F sxz: i be - ften, fo ichs kann, von hüb-fchen Fräu-lein F B F FV 77^ 7ST (in - ge, als ichs ge - 1er- net han; ich F B F F B ritt durch frem - de Lan - de, da (ah ich man-cher- F B g F FV F g han - de, da ich die Frau - lein fand. 2. Die Fräuwelein von Franken, die fiech ich allzeit gern; nach ihn ftehn mein Gedanken, fie geben fügen Kern. Sie fein die feinften Dirnen; wollt Gott, ich follt ihn zwirnen, fpinnen wollt ich lern. 3. Die Fräuwelein von Schwaben, die haben golden Haar, fie dürfens frifchlich wagen, fie fpinnen über lar; wer ihn den Flachs will fchwinge, der muß fein nit geringe, das fag ich euch fürwahr. 4. Die Fräuwelein vom Rheine, die lob ich oft und dick; fie find fo hübfch' und feine und geben freundlich Blick; fie können Seiden fpinnen, die neuen Liedlein fingen, fie .feind der Lieb ein Strick. 5. Den Fräuwelein foll man hofieren allzeit und weil man mag, die Zeit, die kummet fchiere, es wird fich alle Tag; nun mag, die Zeit, die kummet fchiere, es-wird fich alle Tag; nun bin ich worden alte, zum Wein muß ich mich halte, alldieweil ich mag. SPINNSTUBE 151 i£ Aus dem Bergilchen. 9 S („Spinn, fpinff, mei-ne lie - be Toch-ter, ich kauf dir n Paar ' \ „Ja, ja, lie - be, lie -1 ■beMut-ter, auch Schnallen da- ^1 cv cv 3 Schuh zul ' > Ich kann ja nicht fpin-nen,esfchmer2t mich mein i cv ^ m äs ^ Fin - ger und tut und tut und tut mir fo weh." 2. „Spinn, fpinn, meine liebe Tochter, ich kauf dir n Paar Strumpf." „Ja, ja, liebe, liebe Mutter, auch Zwickeln darin! Ich kann ja nicht ufw. 3. „Spinn, fpinn, meine liebe Tochter, ich kauf dir ein Kleid." „Ja, ja, liebe, liebe Mutter, nicht zu lang- und nicht zu weit! Ich kann ja nicht ufw. 4. „Spinn, fpinn, meine liebe Tochter, ich kauf dir nen Mann." „Ja, ja, liebe, liebe Mutter, dann ftreng ich mich an. Ich kann ja fchon fpinnen, es fchmerzt mich kein Finger und tut und tut und tut nicht mehr weh." Aus Wonfurt in Franken. Nach Ditiurth, Fränkifche Volkslieder. «I m ^g^^ . ( Ei Büb -le,wennft mich fo gern häft—ver-ftehft? — fo ' \wennft all - weil mit an - dem umgehft—ver-ftehft?—fo oy S wm mz kämft nit fo fei - ten zu mir, \ .... d . . .. ß ift mir nit ghol - fa mit dir. / mit aein > cnon ae 152 SPINNSTUBE GV :*• neh - ma, da darfst mir nit kä - ma, es wird mirs auf G G ligJ -----^----^------- LJ ------JJ_*----^—^_L^---- 1 —LJ ein - mal zu dick! Vons Geld bi - fte all - weil ent- Gy blößt— ver-[tehft?—da macht mers auch wei-ters kein Glück. 2. Du bift halt fo ftolz auf den Grog — verftehft? — da i[t mir nit gholfa damit.. Wennft allweil die Schulden nit häft — verftehft? — fo häft vorn Leuten den Fried. Gelt du, Kummradel, i bin dirs a Madel, i tat dir ja alls auf der Welt. I hätt dirs dein Röckl ausglöft — verftehft? — und zahlet dem Schneider das Geld. 3. Dil redft, als wennft noch fo viel häft — verftehft? — feh wohl, i darf dir nit traun. Die Luft, die kommt her von der Weft — verftehft? — geh, lag mirs dein Hösli anfchaun! Ins Wirtshaus tuft laufen, das Geld ruft verfaufen, die halbe Nacht bleibfte oft aus; wennft nit allweil die Hösli voll häft — verftehft? — fo hätt ikein Arbeit im Haus. 4. I bin nun von dir entblößt — verftehft? — um dir ifts ja ewig- nit fchad. Mein Herz ift fchon wieder getröft— verftehft? — weil i fchon ein andern Bua hab. Solch blitzdumme Sachen, die darf er nit machen, Geld hat er ja allweil grad gnua; er hat ja dein nämliche Groß — verftehft? — und ift a herzlicher Bua. m EV m Aus He(fen-Naf[au. --------------ft— ± 3= . ( Es foall {ich doach K ' \ däi brengt joa fu m Kaa - ner meat dr an - che fchii - ne EV ^m s Läi - be öab - gea - we, j D h j Ker - le ims Lea - we. / SPINNSTUBE 153 P EV EV - F— r— p - s M Trut - Jchel die Laib oab - ge - faat, aich E EV E A E EV E 35 3=£ ± hun [e ver - klaat, aich hun [e ver-klaat. 2. Wäi harr aich doach immer doas Maadche fu gern, däi [oallt joa aach endlich mai Fraache wem. Do plookt fe dr Daiwl unn woallt maich näit mii, doas wor joa näit fchii. 3. Woas hun aich dem Maadche vor Bänder gekaaft unn hun fe fu manchmal im Appelwai verfaaft. Unn als mr minanner vom Maad haam fai gange, do woallt aich fäi fange. 4. Drim dout mr aach immer mai Herzi fu wih, dr Dokter, der foall aach baal üwer mich gih. Aich kann näit mii fpoarn, aich kann näit mii werbe, aich muß etz baal fterwe. 5. Eann fain aich geftorwe, fu loagt maich begroawe, unn loagt mr vom Schreiner fechs Däile oabfchoawe, unn loagts aach e biffi meat Bleach befchloage, dag die Leut denooch frooge. 6. Vergeagt aach net, eabbes uffs Groabloch fe featze, n schnie- weige Staa met moarmerne Featze, unn loagt aach zwa feurige Herze druff moale, aich wills joa bezoahle. 7. „Häi lair er, der Kerl, der an dr Laib eas geftoarwe, e prächtiger Kerle, der sich vill hat erwoarwe. He ging immer fu fai um, fu waiß wäi die Kraire." Dag loagt nur drufi fchraiwe! Alis Niederö(terreich. Münchener Liederblatt. 4k 5 hk 1. „Do drobn af dem Bergab, gH - gu, do fteht a kloans EV E E . ' EV E ÄgE3 » w « • 9 J 1,9 W q> \^ Wu-zerl wia du, do ftcht a kloans Wuzerl wia du. 154 SPINNSTUBE 2. Steig- oba, mei Wuzerl zu mir, i kaaf da an Wei und a Bier. 3. I Jchenk da a Nuß und an Kern, wannft anderjt mei Schatzerl wüllft wern." 4. „Eh daß i an Wittiber nahm, eh häng i mi zhöch[t an an Baam. 5. Mei Herzal, mei Herzal is trei, a Schlöfferl, a Schlöffen dabei. 6. An oanziger, oanziger Bua hots Schlüfferl, hots, Schlöfferl dazua." Aus Oberhe[[en. 6-E-C C P C I J ^ 1. Ich ha - be mir ei-nes er- wäh-Iet FV ein l^ l f JE Schätz-chen, und das mir ge - fällt, fo hübfch und fo F __ F 'BF ' F FV ^ryn^ i fein, von Tugend fo rein. Drum will ich es lie-ben al- F _________ FV FV F S=fe m ^m £3a3"T7 j .Fi p * ? 1. Vo Lu-zern uf Wäg - gis zue — Jodler EV _^ E E EV ^^ i R^r'rjiM^f&=3: F» e i " brucht me we - der Strumpf noch Schueh. SPINNSTUBE 157 2. Fahr im Schiffli üben See, um die fchönen Maidli z feh. 3. „Hansli, trink mer nit zu viel, s Galdi mueg verdienet fi." 4. -Maidli, lag das Gambele goh, s Gambele wird dir fcho vergoh. Nach Ditfurth, Hundert Lieder des 16. und 17. Jahrhunderts. CT CV C ^Wf^ 3^ 1. „Han-[el, dein Qre -te - lein ift ein fauls Schlamper-lein, ^ CV C C CV £^P3 gg w&¥ wird nichts be - fchaf - fen." „Mut - ter, was den-ket ihr? cv c cv _ cv c ! r Grad fo ge - fal - lets mir, kann ich lang fchla-fen." 2.. „Hanfei, dein Gretelein hinkt ja auf einem Bein, lag flieh doch bitten!" „Mutter, das macht nichts aus, bleibt fie mir brav im Haus, brauchs nicht zu hüten." 3. „Hanfei, dein Gretelein wird bald halb blind fchon fein, wie folls da gehen?" „Mutter, das i(t er[t recht, bei Leib nicht haben möcht, dag alls tat fehen." 4. „Hanfei, dein Gretelein hat ja kein Hellerlein, kommft gleich in Sorgen." „Mutter, und hats kein Geld, ifts auch nicht irofj gefehlt, könnens ja borgen." 5. Hanfei, dein Gretelein foll eine Furi fein, prügeln und kratzen." „Mutter, das frifcht die Lieb, dreimal für jeden Hieb vverd fie abfchmatzeh. u 6. „O du dummes Hanfelein, fo nimm dein Greteicin, hab dir ein Schelle I" Hanfei nahms Gretelein, hupft in den Himmel nein, plumpt in die Hölle, i 158 SOLDATENLIEDER SOLDATENLIEDER Aus Gent. Das „Heidenlied". S gjTj j j J. J1 e£3 fV-fc 1. 0 vij - and, wat val[ch hebt gij in uw gedacht! 0, §S rr~g vliet, weet gij niet, de leeuw is op-ge-wakt! Hij d ^ g d ... d :>~ t r? I brie-fchet en ver-fcheurt, fijn kuij! word nu uw graaf,*) d ' _ . g^ A d £ ni ent wal-fche vlaas**) is voor de vlaam-fche raaf!*") 2. 0 vijand, hoe ftout gij tracht wel naar der flag.f) Mer hebt acht, naar der naght komt onfen goeden dag-. Uit Viaandren komt gij niet, der hammer fal u flaan, met Vlaandrens mannen is God en Wodan! Derb und kräftig. # 1518. CV C \/ ., m ^^^ I 1. Gott enad dem großmächtigften Kai - {er frum - me cv ÖEE3E * ' ä — Ma - xi - mi - lian, von dem ift auf - kum - me ein a CV C Or-den,durchzeucht a! - le Land mit Pfei-fen und mit •) Er brüllt und er zerreißt, [eine Höhle wird euer Grab, "1 Flei[ch. ***) Rab. +) Schlacht. SOLDATENLIEDER 159 C P C CT J tJJJJ> l J J j jJ l j.J'jl l Trum men, Landsknecht feind fie ge-nannt. 2. Faften und beten laffen fie wohl bleiben und meinen, Pfaffen und Münnich Jollens treiben; die haben davon ihren Stift, daß mancher Landsknecht fromme im Gartfegel umbfchifft. 3. In Wammes und Halbhofen muß er fpringe, Schnee, Regen, Wind, alles achten geringe und hart liegen für gute Speis,' gar mancher wollt gern fchwitzen, wenn ihm möcht werden heiß. 4. Erftlich muß er ein Weib und Fialchen haben, darbe! einen Hund und einen Knaben. Das Weib und Wein erfreut den Mann, der Knab und Hund (oll fpüren, was in dem Haus tut ftahn. 5. Das war der Brauch, Gewohnheit bei den Alten, alfo [oll es ein jeder Landsknecht halten. Würfel und Karten ift ihr Ge- fchrei; wo man hat gute Weine, Jollen fie fitzen bei. 6. Da follen fie von Stürmen, Schlachten fage, des muffen [ie warten Nacht und Tage, darumb fo tut ihnen Lermens Not, wie man mit langen Spießen Prozeffiones hot. 7. Wenn fie dann ihre Kapitel wollen halte, mit Spieß und Helleparten ficht mans balde zum Fähnlein in die Ordnung ftahn. Dann tut der Hauptmann fagen: „Die Feind wöll wir greifen an!" 8. Darnach hört man das groß Gefchütz und kleine, „Her! Her!" fchreien die Frommen allgemeine. So hebt fich an das Ritterfpiel. Mit Spießen und Helleparten fieht man ihn fechten viel. 9. „Lerman, lerman!" hört man die Trummen fpechte, darbei fetzens die ihre Rechte. Ein grüne Heid ift Richters Buch, darein [chreibt man die Urteil, bis einem rinnts Blut in d Schuch. 10. Erft'hebt fich an die Klag der treuen Frauen, ein jede tut nach ihrem Mann umbfchauen; welcher der ihr ift blieben tot, darf nit vor Schanden lachen, bis fie einen andern hot. 11. Darnach helfen fie das Requiem fingen, fiefpricht: „Junger Mann, ich wills euch bringen!" So hat dann alte Lieb ein End, und in dem Konfeffione wird ein neues Regiment. 12. Das ift der Kriegsleut Obfervanz und Rechte, fang Jörg Qraff, ein Bruder aller Landsknechte. Unfall hat ihm feine Freud gewendt, war fünft im Orden blieben willig bis an fein End. Landsknechlsmarjch, 16. Jahrh. Nach Forfter. d d F 2=* Ö 1. Wir zo - gen in das Feld, wir 160 SOLDATENLIEDER f^E^ ^ zo ri gen in das Feld, d da hättn wir A d A we - der T~3 j=m f^N -w---------BT- pe - de d A Säckl noch Geld. Stram d dB && -tf <* TST" a - la - mi pre-sen-te al vo-stra sig-no - ri. 2. |: Wir kamn vor Siebentod, :| da hättn wir weder Wein noch Brot. Stram-pe-de ufw. 3. |: Wir kämen vor Friaul, :[ da hättn wir allefamt groß Maul. Stram-pe-de ufw. Lied auf den Stuini von Belgrad 1717. 1. Prinz Eugenius, der edle Ritter, wollt dem Kaifer wiedrum kriegen Stadt und Feftung Belgarad. Er ließ fchlagen einen Brücken, daß man kunnt hinüberrucken mit der Armee wohl für die Stadt. 2. Als der Brücken min war gefchlagen, daß man kuhnt mit Stück und Wagen frei paffiern den Donaufluß: bei Semlin fchlug man das Lager, alle Türken zu verjagen, ihn zum Spott und zum Verdruß. 3. Am einundzwanzigften Auguft foeben kam ein Spion bei Sturm und Regen, fchwurs dem Prinzen und zeigts ihm an, daß die Türken futragieren, foviel als man kunnt verfpüren, an die dreimalhunderttaufend Mann. 4. Als Prinz Eugenius dies vernommen, ließ er gleich zusammenkommen fein General und Feldmarfchall. Er tat fie recht inftrugieren, wie man follt die Truppen führen und den Feind recht greifen an. 5. Bei der Parole tat er befehlen, daß man follt die Zwölfe zählen bei der Uhr um Mitternacht. Da follt alls zu Pferd auffitzen, mit dem Feinde zu fcharmützen, was zum Streit nur hätte Kraft. 6. Alles faß auch gleich zu Pferde, jeder griff nach feinem Schwerte, ganz ftill rückt man aus der Schanz. Die Musketier wie auch die Reiter täten alle tapfer ftreiten; es war fürwahr ein fchöner Tanz. 7. Ihr Konftabler auf der Schanzen, fpielef auf zu diefem Tanzen mit Kartaunen groß und klein, mit den großen, mit den kleinen auf die-Türken, auf die Heiden, daß fie laufen all davon. SOLDATENLIEDER lcl 8. Prinz Eugenius wohl auf der Rechten tat als wie ein Löwe fechten als General und Feldmarfchall. Prinz Ludwig ritt auf und nieder: „Halt euch brav, ihr deutfchen Brüder, greift den Feind nur herzhaft an!" 9. Prinz Ludwig, der mußt aufgeben feinen Geift und junges Leben, ward getroffen von dem Blei. Prinz Eugenius ward [ehr betreibet, weil er ihn fo [ehr geliebet, ließ ihn bringen nach Peterwardein. Die Belagerung von Lille, 1708. Erk-Böhme. ^ =£* fchön - [te ov Stadt, n fein und glatt. Schau - e mei - ne D D DV m Lie - bes - flam - men, ich lieb dich vor al - len it D o gv o cv frfiLff ----- r ------- J m ^- P P «I { I Da - men, mein herz - al - 1er - [chön - [ter Schatz, ov GV 23 3i ^m fchön - [ter Schatz, mein herz - al - 1er-[chön - [ter Schatz 1" 2. „Lieber Herr, was faget ihr? Wer feid ihr? Was macht ihr hier? Was die Reuter, die Soldaten, eure tapfre Kameraden? Liebfter, das erzählet mirl" 3. „Ich bin der Savoyer Held, bekannt genug in aller Welt, Prinz Eugenius genennet, der in deiner Liebe brennet, Lille, mein allerfchönfte Braut!' 1 4. „Lieber Herr, fort packet euch! Gehet in das deutfche Reich; denn ich habe zum Galanten, zum Gemahl und Careffanten König Ludwig von Frankereich." 5. „Lille, fei nicht fo ftolz und frech, weife mich nicht von dir weg! Sieh, ich will dich bombardieren, deine Mauern ruinieren und zerfchiefjen Stein für Stein." 11 162 SOLDATENLIEDER .6. „Ihr Konftabler, frifch daran, feuert, hunderttaufend Mann, donnert, daß es kracht, in Flammen Lille, die fchöne Stadt, zu- fammen! u „Lille, du allerfchönftes Weibl 7. Lille, mein Engel und mein Lamm, ich weiß dir ein Bräutigam, Carolus, der Weltbekannte, ich bin nur fein Abgefandte und des Kaifers General." ' 8. „Ei wohlan, fo foll es fein! Carolus fei der Liebfte mein; denn der Ludewig veraltet, und die Lieb ift ganz erkalte], Karl ift noch ein junger Held." * Text entftanden um 1620. Atel, von Sucher. & fp^ I Kein fchön - rer Tod ift in der Welt, als \ auf grü - ner Heid, im brei - ten Feld darf m cv GV m "v-fv 3 •--* wer vorm Feind er - fchlagen \ . „_ „._ n „« _„, «i_, „i ,icht hörn groß Weh - kla - gen. / Im en ^ en Bett nur einr a1 ' k- /TN CV ÖSE W ^ ** •—# ' ■ ' * ------- lein muß an den To-des-rei - hen. Hier fin-det er Ge- P h c P^ cv ^ i & r? 3=3= feil-fchaft fein, falln wie die Kräu-ier im Mai - en. 2. Manch frommer Held mit Freudigkeit hat zugefetzt Leib und Blute, ftarb feigen Tod auf grüner Heid dem Vaterland zugute. Kein fchönrer Tod ift in der Welt, als wer vorm Feind erfchlagen auf grüner Heid, im freien Feld darf nicht hörn groß Wehklagen. 3. Mit Trommelklang und Pfeifengefön manch frommer Held ward begraben, auf grüner Heid gefallen fchön, unfterblichen Ruhm tut er haben. Kein fchönrer Tod ift in der Welt, als wer vorm Feind erfchlagen auf grüner Heid, im freien Feld darf nicht hörn groß Wehklagen. 11" SOLDATENLIEDER 165 if#f# Schweizerifch. RB[eligarten. A E Üi fV=r> ^ 3= Frifch auf, Sol-da- ten-blut, faßt el - nen fri - fchen A A_ AV i =fc Mutl Un d lagt eu A :h nicht AV sr - [chüt-tern D , wann " V «**> "/L fl 5 n ■ 1 i.1 im tf r ü «s 1 « ■WJ j j «J ^ S * kt fchon Ka - no - nen ztt - tern. Schla - gel nur A E _ A ^m %m * tap - fer drein, ich will der er - fte fein! 2. Die Trommel rühret fich, ihr Klang- ift fürchterlich. Man (ieht faft keinen Boden vor Sterbenden und Toten. Hier liegt ein Fug, ein Arm, o, dag es Gott erbarm! 3. Wie mancher wird beftürzt und mit feim Blut gefprützt. Er faltet (eine Hände und (cufzet nach feim Ende. Sein Lauf ift nun vollbracht. O Jüngling, gute Nacht! 4. Wie manche junge Braut, die weinet überlaut Den fie fo treu geliebet, ift In der Schlacht geblieben, fein Lauf ift nun vollbracht. O Schätzen, gute Nacht! i Schweizerifch. 18. Jahrhundert. RSfeligarten. ^^ öS 32 i 1. Ich DV bin ein ]ung Sol dat von ^^ -0* ----- ein - und • zwan - zig Jah - ren, ge- 166 SOLDATENLIEDER DV m OTT TTJF*** bo-ren in der Schweiz, das ift mein Hei-mat-land, ge- Q D DV D lS>- ^m e^ bo-ren in der Schweiz, das ift mein Hei-mat-land. 2. Den Doktor holt gefchwind, der mich zur Ader laffe, meine Lebenszeit ift aus, ich muß ins Totenhaus. 3. Hier liegt mein Säbel und Gewehr und alle meine Kleider. Jetzt kommen fie daher; ich bin kein Kriegsmann mehr. 4. Mit Trommel- und Pfeifenfpiel, fo follt ihr mich begraben. Drei Schüff ins ftille Grab, die ich verdienet hab. # Sefenheimer Liederbuch 1771. OV Q OV 3= S£ 1. O Straß-bürg, o Straß-burg, du wun-der-fchö-ne GV gv c Q fffap • az Stadt, dar - in - nen liegt be - gra - ben fo GV 3^^ l.G 2. G 3 3=£ £ man - ni - eher Sol - dat_____, dar- dat. 2. So mancher, auch fchöner und tapferer Soldat, der Vater und lieb Mutter böslich verlaffen hat. 3. Verlaffen, verlaffen, es kann nicht anders fein, zu Straßburg, ja zu Straßburg Soldaten muffen fein. 4. Der Vater, die Mutter, die gingen vor3 Hauptmanns Haus: „Ach Hauptmann, lieber Hauptmann, gebt uns den Sohn heraus!" 5. „Euern Sohn kann ich nicht geben für noch fo vieles Geld, euer Sohn, und der muß fterben im weiten, breiten Feld." SOLDATENLIEDER 167 6. Im weiten, Im breiten, all vorwärts vor dem Feind, wenn gleich {ein fchwarzbrauns Mädel fo bitter um ihn weint. 7» Sie weinet, fie greinet, fie klaget allzufehr. „Gut Nacht, mein herzlieb Schätzel, ich [eh dich nimmermehr." Langsam. Auf fliegenden Blattern, Ende des 18. Jahrh. Volksmel. aus dem He[fi[chen. M=MA ^ 1. Zu Straß-burg auf der Schanz, da ging mein EV' E E' s L-fau 1 J 1 J = ?=^ g * I J * « Trau - ern an. Da wollt ich den Franzofn de - [er- Ev . E A £+ S ^3^ o t ■ ■ v I u tiern und wollts bei den Preu-ßen pro-biern, das E EV E EV E A ± E EV E ^^ fiS ^^ ging nicht an_ _, das ging nicht an. 2. Ein Stund wohl in der Nacht habens mich gefangen bracht; [ie führten mich vors Hauptmanns Haus; o Gott, was (oll werden daraus! Mit mir ifts aus! 3. Früh morgens um zehn Uhr [feilt man mich dem Regimente vor; da foll ich bitten um Pardon und werd doch kriegen meinen Lohn, das weiß ich fchon. 4. Ihr Brüder allzumal, heut feht ihr mich zum letztenmal. Unfer Korporal, der gftrenge Mann, ift meines Todes Schuld daran, den klag ich an. 5. Ihr Brüder alle drei, ich bitt, [chießt allzugleich! Verfchont mein junges Leben nicht, [chießt, daß das rote Blut rausfpritzt, das bitt ich euch! 6. O Himmelskönigin, nimm du mein Seel dahin! Nimm fie zu dir in Himmel hinein, allwo die lieben Englein [ein, und vergiß nicht mein! 168' SOLDATENLIEDER Aus Niederü|terreich. Preiß, Singbuch. G ^ rfc S=£ 1. Jetzt geht der Marfch ins Feld, der Kai-fer braucht Sol- 11 CV GV GV G m^ JE da - ten, Sol - da-ten müf-fen fein; der Kai - [er, GV . GV GV iE v *~~r ac ÖE der tut fchla - fen, Sol - da-ten mtif-fen wachen, da- 0 GV Q G GV 0 gffil 3Ä £=£ zu find fie be - ftellt, da - zu find fie be - {teilt. 2. Der Kaifer filzt am Thron, in der einen Hand das Zepter, denn er, er trägt die Krön, in der andern Hand das lange, blanke Schwert, das nichts als Krieg und Streit begehrt, |: kein Frieden und kein Pardon. :| 3. Jetzt fteht die Zeit am Rain, des Kaifer Franzens Töchterlein Marie-Louis, du ghöreft mein; ganz Frankreich ift mein eigen, Haus öftreich ift mein eigen, |: vereinigt muß es fein. :| T^i J J J 3 S£g 1. Als die Preu-gen mar-fchier-ten vor Prag, vor >.. TT+1 Prag, ei - ne wun - der - fchö - ne Stadt, fie SOLPATENLIEDER .169 EV ■~;-7 EV 3 fv ^ =? ha-ben ein La-ger gefchlagen, mit Pul-ver und E EV E A ^ f r-nrtrj Blei wards be-tra-gen, Ka - no - nen wur-den auf-ge- E EV E führt, Schwe- rin, der hat fie kom - man - diert. 2. Einsn Trompeter fchickten fie' hinein, ob fie das Prag wollten geben ein, oder ob fie 'es follten einfchießen. — „Ihr Bürger, laßts euch nicht verdrießen! Wir wollns gewinnen mit dem Schwert; es ift ja viel Millionen wert." 3. Der Trompeter hat Order gebracht und hats dem König felber gefagt: „O König, großer König auf Erden, dein Ruhm wird dir erfüllet werden I Sie wolln das Prag nicht geben ein, es foll und muß gefchofjen fein!" 4. Darauf rückte Prinz Heinrich heran, rückte an mit vierzigtaufend Mann. Und als Schwerin das hatte vernommen, daß der Succurs war angekommen, da fchoffen fie wohl tapfer drein: „Bataille muß gewonnen fein!" 5. Die Bürger fchrien: „Daß Gott erbarm! Wie macht uns doch der Fritz fo warm! Wir wollten ihm das Prag gern eingeben; verfchon er uns doch nur das Leben!" Der Kommandant, der gings durchaus nicht ein; es foll und muß gefchoffen fein! 6. Hierauf ward ein Ausfall gemacht; Schwerin, der führt, ja führt die Schlacht. Potz Donner, Hagel, Feur und Flammen! fo fchoffen fie die Feftung zufammen. Und bei fo großer Angft und Not Schwerin, der ward gefchoffen tot. 7. Da fing der König wohl an: „Ach, ach, was habn die Feind getan! Meine halbe Armee wollt ich drum geben, wenn mein Schwerin noch war am Leben; er war allzeit ein tapfrer Held, ftand allezeit bereit im Feld." 8. Ei, wer hat denn das Liedlein erdacht? Wohl drei Hufaren, die habens gemacht; bei Lobofitz find fie gewefen, in Zeitungen habn fies gelcfen. Triumph, Triumph, Viktoria! Es lebe der große Friedrich allda! 170 SOLDATENLIEDER ¥ Aas der Gegend von Baireuth. Diöurth, Fränkifche Volkslieder. OV —— m ' m 1. Wir preu - ßi-fchen Hn - fa - ren, wann krie-gen 0 ^ -r—m — v w ■ wir das Qeldl Wir müf - fen ja mar-fchie-ren ins GV £3p£^ i wei - te, wei - te Feld; C GV C S- wir rauf - fen mar- 0 < K 3& a * ß i fchiern dem Feind ent - gcgn, da - mit wir ihm GV GV G 3=E I- heu - te noch könn den Paß ver - legn. 2. Wir haben ja ein Glöckloin, das läutet fo heil, das ift ja überzogen mit lauter gelbem Fell; |: und wann man das Glöck- lein nur läuten, läuten hört, da heißt es: Hufaren, gefchwind auf eure Pferd! :| 3. Auch haben wir ein Bräuflein uns auserwählt, das lebet und das fchwebet ins weite, breite Feld. |: Das Bräutlein, das wird Standarte genannt, die ift uns Hufaren gar wohl bekannt. :| 4. Und als nun die Schlacht vorüber war, drin einer den andern wohl fterben fah, |: fchrie einer zum andern: ach Jammer, Angft und Not, mein lieber Kamerade, der ift geblieben totl :| 5. Das Olöcklein, das klinget nun aber nicht fo hell, es ift ihm ja zerfchoffen fein goldig gelbes Fell; |: das filberne Bräutlein, das ift uns doch gebliebn, es tut uns ja winken, was hilft denn das Betrübn. :| 6. Und wer fich in preußifche Dienfte will begebn, der foll fich fein Lebtag kein Weibl nicht nennin; |: er foll fich nicht fürchten vor Regen, Sturm und Wind, und bleiben ganz ver- ftändig, fein hurtig und gefchwind. :| SOLDATENLIEDER 171 I « Lied der Czeklerhufaren. E es m ^ ± ^ Es rei - ten itzt EV die ung - ri - [chen Hu fa- E j i j; j ;' i rrJ^n -j ren vom Un-gar-land her-'auf bis an den Rhein, E ' E fe^£ £ fie ha - ben Ott tfu all {o zun - del - ro - EV te r 0- s/ fli"tt K K ■'""'s /L ö rt » P r iffl " d «• ■ 9 0 • ■ •T ^ I fc* [en, blut - ro - te Ho - Jen und hin - ten au! gras- A E E tm *i --------- N s£ 3e ^=p^ I W grü - ne Man - te - lein • EV und hin - ten E i:^=fv ^ ^ auf gras - grü - ne Man - te - lein. 2. Voraus da' reiten die Trompeter, die haben alle lichte Schimmelein, und hinterdrein auf einem Rappen, kohlfchwarzen Rappen, reit der Prolog und fchsmt fo trutzig drein. 3. Speck, Schnaps und andre fcharfe Sachen, das mögen die Hufaren alle fehr, und mit eim Packle guten Tobak, recht (tarken Tobak, legt man bei ihnen ein gar große Ehr. 4. Fällt ein Hufar, [o reit er gleich in Himmel, ein andrer nur verlieret Arm und Bein; denn davor feind der Feldkaplan und Feldfcher, der gwampet Feldfcher, weil' die für Leib und Seel bezahlet (ein. 5. Auch viel Vorliebens haben die Hufaren vom Ungarland herauf bis an den Rhein, und s wird fo mannigs Mädle fragen, langzopfets Mädle fragen, wo werden itzo die Hufaren fein? 172 SOLDATENLIEDER Süddeutichland. n h h » *1 ----------- »V 1. Brü - der, Brü - der, wir müf - fen zie-hen in den I GV ^fpEf =3= r * Krieg. Wer weiß, wann wir zie-hen in den Krieg? G c 3 f Wer wird den Tag er for - fchen, * GV P f S r~ r-p wer wird C den GV Tag er- Q ^P^^F^] e£ for - fchen, wann wir zie - hen in den Krieg? 2. Jetzt ziehen wir zum,Tor hinaus. Vater, Mutter, einen Gruß zuhaus! |: Wann kommen wir wiedrum zu[ammen?:| In der Ewigkeit. > 3. Ach Gott, wie fieht der Himmel fo rot, rofenrot als «ine Glut! |: Das bedeutet Soldatenblut. :| Erbarm {ich Gottl Das Spinpc[er Schlachtlied. Pommer, Liederbuch für die Deutjchen in öt'erreich Detb und kräftig, i Nach Preiß, Singbuch. » m 0' GV G GV m * fS ------- & ------- & ^r =ö- -Ü=£ 1. Jatz wölln mar gien nFran-zo -Jen 2 - gö-'gen SOLDATENLIEDER 173 GV iÖE t^rr—r w ± gien. Was habns denn bei ins her - in - nan GV 0 ^=^ P£ ztien? Es hat fie ei - nar blangt, wir habn [ie i m s w ■ f—t»— nit ver-langt, }o kam an ia - der Nar, fraß ins mit ov . c.v rV-ft ,0V . G Ä| V- & Ö g—r f-E^p* HautundHaar! Dösgeahtnit, ei ja-woll,wollt in Ti-roll 2. Dö Brixner, dö lärmen nit faft, da habens plündert, was d geift und was d haft, gfoffen aus in Wein, die Banzen g-fcrilay;en ein, die Kaften angehakt, die Kraizer außer zwackt und gnumwen krad s Aller- |: bö[t, :| dös warn Qöjt! 3. Z Michael untn, Bua, da hat mi grau[t, da hobn dar die Lumpn ghauft; den armen Patern droant ja gor die Kirch nit gjehont, s Zibori außergrifjen, die Hofchtn ummergfehmiffen; ifcht dös nit a Gfchpötta, |: pfui! :| meiner Trui! 4. Au Mander, fchaugts, S Wötter kimb woltan grob, es fteigt fchon dahear auar blitzblow: voarum d Reiterei, die Sabi glitzn frei; loft nu, es {chnölln fchoan, die Büxn groaß und kloan, gragg, grigifi §f ra 8'g'> pum! |: puml :| umadum. 5. Jaz Brüaderlen nemmt d Rear in die Hand, laft ihnen zgögen, [oviel as ös kennt: höbs au die Kolbn gfchwind, fchlagt ihnen af die Grind, rennt mitn Griesbeil drein, denn gfchlachtigt mueß es [ein: Zwui*) laffens s Vieh und die |: Leit 1\ nit inkeit.") 6. Juhe, Viktoria, der Feind ift grieben au, ear laft, moan i, ban Loch aus, drau, drau. Vivat der Koafer Franz, ihm ghear mar wieder ganz! Laudon und Kernen, enk bleibts Landl eingedenk, und du, Lehrbach, leb fein ]: g(und, :[ Jtoif und rund! *) Warum. M ) la Ruhft 174 SOLDATENLIEDER Lebhalt. * Hannover. Aus den Freiheitskriegen. GV C Q ^^ r* 0 p 5=5 J=d i 1. Ihr lu - fti - gen Han - no - ve-.ra - ner, [eid ihr GV Q G ^ 1^^ » * al - Ie bei - {am - men? , Ei, fo la{ - fet uns C G c i» i» a E P fah- ren ' mit Roß und mit Wa-gennach un-[erm Quar- a GV c gv o ?EC j=c-^u a g=y tierl Lu[t - ge Han - no - vra - ner, die fein wir! 2. Es hat fleh das Trömmlein fchon zweimal |: gerühret. Schon zweimal gerühret, da heißt es marfchieret hinaus vor die Stadt, wo der Feind fich gelagert hat. 3. Und als wir kamen vor das Tor, links und rechts da ftantl das Jägerkorps. Und da fahn wir von weitem unfern Herzog fchon reiten, er ritt auf. feinem Grenadier. Luftge Hannovraner, die fein wir) 4. Ach, feht einmal, wie fo liebreich unfer Fähnrich tut fchwo.nken! Er fchwenkt feine Fahne wohl über die Hufaren, wohl über das ganze Heer. Luftge Hannovraner, die fein wirl $ Wunderhorn, Melodie 1817. Q D M ^ m 1. Des Mor-gens zwi - fchen drein und vie-ren, da dv • D müf-fen wir Sol - da - ten mar-fchie-ren die Gäß-lein SOLDATENLIEDER 175 DV DV P3=fffffl s m «_^ g -*~Bl--------* auf und ab, mein'Schät-zel fieht her-ab. Tra-li- i DV 11113 a Ä3E £ la-la-la,Tra-li -la-la-la, mein Schätzel fieht her - ab. 2. „Ach Bruder, jetzt bin ich gefchoffen, die Kugel hat mich [chwer getroffen. Trag- mich in mein Quartier, es ift nicht weit von hier." 3. „Ach Bruder, ich kann dich nicht tragen, die Feinde haben uns gefchiayun. Helf dir der liebe Gott, ich muß marinieren in Tod." | 4. „Ach Brüden, ihr geht vorüber, ach,~wär es mit mir fchon vorüber! Ihr Lumponfeind feid da, ihr tretet mir zu nah! 5. Ich muß wohl meine Trommel rühren, fon[t werde ich mich ganz verliere/j, die Brüder dick gefät, fie liegen wie gemäht." 6. Er fchlägt dis Trommel auf und nieder, er wecket feine [tillen Brüder. Sie fchiagen ihren Feind, ein Schrecken fchlägt den Feind., 7. Er fchlägt die Trommel auf und nieder, fie find vorm Nachtquartier fchon wieder, ins Gäßlein hell hinaus, fie ziehn vor Schätzers Haus., 8. Da ftehen morgens die Gebeine in Reih und Glied wie Leichenfteine; die Trommel fteht voran, daß fie ihn fehen kann. | Ö £e£ Lied der fchwarzen Hufaren, 1815. C F e£ pPi f 1. Bei V/a - ter - loo, da fiel der er - fte Schuß, er cv ... c ^^ 3E3E m i traf un-fern Her - zog durch die Bruft. {^Jn"^" 1 176 SOLDATENLIEDER cv i^ Her - zog-, den ha - ben wir ver - lo - ren wä - ren wir Schwär - zeu ' nicht ge - bo - re n!/ ^T^M ^ ¥ Wir Schwär- zen, wir F ru - fen Hur cv - ra! C Hur- w a Ä. f" * m " fi s ffo i f . [J r 1 f Vi? ' r < tJ - ' Ganz tlgf ftehn wir da. 2. Ganz fchwarz find wir montiert, mit Blute ausffaffiert; auf den Czakos tragen wir einen Totenkopf, wir haben verloren unfern Herzog-. Wir Schwarzen ufw. 3. Herzog- Oels, der tapfre Mann, der (führte uns Schwarzen an; unfer Herzog - , und der ift verloren, o, wären wir Schwarzen nicht geboren! Wir Schwarzen ufw. 4. Nach Braunfchweig- brachten fie ihn hinein, da fingen viele Taufend an zu wein. Unfer Herzog-, und der ift verloren, ,ach, wären wir Schwarzen nicht, geborenl Wir Schwarzen ufw. Aus Bayern. Nach Ditfurth, Fränkifche Volkslieder. ^ z W^-f^ 3= 3F E£ -f- -f"— *-&- A ------U-t 1. Brü-der uns i{t al-les gleich r i{t auch Frankreich ein E £=3^5 Kai- fer - reich! S jauchze« die Hu - fa - ren, er- EV P. A AV *=P= ^Fal 1»- 5 - ^ {chal-len die Schützen, fol-gen dem Ge - ne - ral SOLDATENLIEDER 177 iÜpi AV AV AV u -^ ^ m Wre - de nach, Wre - de nach, der für uns ge- av a Fol - gen dem Oe - ne - ral f J 5 f ; 't t' V V—V won-nen hat die Schlacht. Pa - tri - ot, fchlag ihn tot, Wre - de nach, Wre - de nach, t c t cTftffc tt't t t I fet Bo - na-part, den Erz-ku-jon mit der Pic-ke ins Ge-nic-ke, der für uns ge - won-nen hat die Schlacht. i a^ * WFE dag er kriegt die fchwe - re Not! 2. Brüder, haben wir kein Geld, ziehen wir nach Frankreich in das Feld. S jauchzen die ufw. 3. Brüder, haben wir kein Schuh, [türmen wir dem Rheine barfug zu. S jauchzen die ufw. 4. Brüder, haben wir kein Wein, fchlagen wir den Franzofen die Fäffer ein. S jauchzen die ufw. 5. Brüder, fcheut nicht Schuß noch Stofj, immerfort auf Frankreich losl S jauchzen die ufw. Aus der Zeit des amerikanifchen Freiheilskrieges. fe£ 3 1. Ein Schiff - lein fah ich fah - ren, Ka - pi- ov ov E£ S* tan und Leu te nant, dar in - nen 12 17» SOLDATENLIEDER I GV *=ZB £S3Ü£ tf—* wa-ren jje-la-den drei bra-ve Kom-pag-nie-en Sol- 0 ov G P— I» S Ö ^1— da - ten, Ka - pi - tän, Leu - te - nant, Fähn-drich, 0 0 -•— P- 3S ^ fe?^£ Ser- jje-ant, nimm das Mä-del, nimm das Mä-del bei der ü £ Handl Sol - da - ten, Kam - ra - den, nimm das y l p C C C C P §M fM^ Mä-del, nimm das Mä-del bei der Handl Sol- Handl 2. Was follen die Soldaten effen? Kapitän und Leutenant Gebratene Fifch mit Kreffen, das follen die Soldaten e[[en. Kapitän, Leutenant ufw. 3. Was follen die Soldaten trinken? Kapitän und Leutenant Den beften Wein, der zu finden, den follen die Soldaten trinken. Kapitän, Leutenant ufw. 4. Wo follen die Soldaten fchlafen? Kapitän und Leutenant j Bei ihrem Gewehr und Waffen, da muffen die Soldaten fchlafen, | Kapitän, Leutenant ufw. 5. Wo follen die Soldaten tanzen? Kapitän und Leutenant. Vor Harburg auf der Schanzen, da muffen die Soldaten tanzen. Kapitän, Leutenant ufw. SOLDATENLIEDER 179 6. Wie kommen die Soldaten in den Himmel? Kapitän und Leutenant. Auf einem weißen Schimmel, da reiten die Soldaten in den Himmel. Kapitän und Leutenant ufw. 7. Wie kommn die Offiziere in die Höllen? Kapitän und Leutenant. Auf einem fchwarzen Fohlen, da wird (ie der. Teufel jehon holen. Kapitän, Leutenant u{w. 1G49 von Mannheimer Soldaten auf der Rheiniahrt gelungen 3^ 1. Die Rei - fe nach Jüt - land, ei, die AV AV ? f s i v U v v fällt uns fo [chwer. „Du mein ein • zig fchö - ncs A av r^l A D Käd - chen, wir fehn uns nicht mehr, du mein AV A av a ^1 v—v ein-zig fchö-nes Mäd-cben,wir Jehn uns nicht mehr!" L 2. „Sehn wir uns nicht wieder, ei, [o wünfeh ich dir Glück." „Du mein einzig fchönes Mädchen, denk oftmals zurück!" 3. Des Sonntags frühmorgens fagt der Hauptmann zum Rapport: „Guten Morgen, Kameraden, heut muffen wir fort." 4. „Ei, warum denn nicht morgen, ei, warum denn grad heut? Denn es ift ja heute Sonntag für uns junge Leut." 5. Der Hauptmann fpricht lei[e: „Daran hab ich keine Schuld, denn der Oberft, der uns führet, hat keine Geduld." 6. Das Schifflein am Strande fchwankt hin und fchwankt her, grad als ob im fremden Lande keine Hoffnung mehr war. 7. Das Schifflein am Strande fchwankt hin und fchwankt her. „Du mein einzig fchönes Mädchen, wir fehn uns nicht mehr." 12' 180 SOLDATENLIEDER ffittj l ^ J £ ^ J~J - J-^ Hannover, ü , / Aus Lü-ne-burg fein wir aus-mar-fchiert, hur-ra, hur- \ Zu Schles-wig fein wir ein-quar-tiert, hur-ra, hur- ov GV ^a m ' r ra, hu ra, hur r - ral \ r - ra! / Wir den - ken an unf - re ov 0* — 0. B ^^i^ Lieb - fte ja nicht, unf - re Lieb - fte laj - fen o o =£ 0 m t ------- *>— ; ' l > J J J P ---- 0 i wir im Stich. Und denn zu Schles-wig, und denn zu C - o ov G fc= 0~ 0 -V ----- V ----- V- Schles-wig, und denn zu Schles-wig: mit Hur-ra! Hur- G C GV I 0.0,000 1 £ £ s i ra, hur- ra, hur-ral - la - la - la - la, hur- ra, hur-ra, hur- Q Q \— *r 2^es v V \ t , V &. •w —«r ral - la - la - la - la! Und denn zu Schles-wig', und denn zu C 0 ov o C £=£=£ -0 0 - m w-h*-^ Schles-wig; und denn zn Schles-wig- mit Hur - ral SOLDATENLIEDER 181 2. Und als der achte Mai anbrach, hurra, hurra, hurra, und wir noch bei dem Frühftück warn, hurra, hurra, hurra, da fing der Dan zu bombardieren an, wir Deutfchen fchoffen tapfer gegen an, und er muß weichen mit Hurral 3. Und als der andre Tag anbrach, hurra, hurra, hurra, und wir das Schlachtfeld genau befahn, hurra, hurra, hurra, da waren alle Berge fo rot von lauter, lauter Dänenblut. Sie mußten fterben mit Hurra! Stuttgart, Ulm und Strasburg. 0 DV D » 6 H » 1. „Schatz, mein Schab, rei - fe nicht fo weit von mir! n o r> jFjJJWrt^T^ Im Ro - fen - gar - ten will ich dei - ner war- DV DV D 1. znzis. Ö D 2. B £ stt* ten, im grünen Klee, im weißen Schnee. Im Schnee. 2. „Mein zu erwarten, das braucheft du ja nicht, geh zu den Reichen, zu deinesgleichen!" „Mir eben recht, mir eben recht." 3. „Ich heirat nicht nach Oeld und nicht nach Gut Eine treue Seele tu ich mir erwähle." „Wers glauben tut, wers glauben tut." 4. „Wers glauben tut, ei, der ift weit von hier, er ift in Schleswig, er ift in Holftein, er ift Soldat, Soldat ift er." 5. „Soldatenleben, ei, das heißt luftig fein, da trinken die Soldaten zum Schweinebraten Champagnerwein, Champagnerwein." 6. „Soldatenleben, ei, das heißt traurig fein, wenn andre fchlafen, dann muß er wachen, muß Schildwach ftehn, Patrouille gehn." 7. „Patrouille gehn, das braucheft du ja nicht, wenn dich die Leute fragen, fo follft du fagen: Schatz, du bift mein, und ich bin dein. 8. Wer hat denn diefes fchöne, fchöne Lied erdacht? Drei Goldfchmiedsjungen, die habens gefungen in dunkler Nacht auf kalter Wacht. 182 SOLDATENLIEDER AV Aus dem Oderbruch. Erk-Böhme. A D AV JJJ'JI.^J I J 1. 0 wun-der-ba- res Glück! Denk doch ein-mal zu- Ott Jf " * A E Mi —r-=- K —•------------------ V -ro '—■— — m — 1—Lj--------------------------------------1 1 1 ■* J 1 § rock: was hilft mir mein Stu-die-rcn, viel u A E D AV ;*t- > ------------- * r ■» ' i ^^-£ =g Schu-len ab-[ol - vie-ren, bin doch ein Sklav, ein i ist AV m =3== Knecht; o Hirn - mel, ift das recht? 2. Vor diejem könnt ich gehn, fo weit mein Aug mocht fehn; jetzt hat fichs ganz verkehret, die Schildwach mir verwehrei den freien Lauf ins Feld: o, du verkehrte Welt! 3. Schildwache muß ich (tehn, davon darf ich nicht gehn. Ja, wenn die Runde käme, und fie mich nicht vernähme, Jo heißt es: „In Arreft gefchloffen hart und feft!" 4. Des Morgens um halb vier, da kommt der Unteroffizier, der tut mich kommandieren vielleicht zum Exerzieren; hab nicht gefchlafen aus, muß aus dem Bett heraus. 5. Dann kommt der Herr Sergeant, befiehlet von der Hand: „Polieret eure Ta[chen und wichfet die Gamafchen, den Pallafch blank poliert, daß man kein Fehler fpürU" 6. Nun fieht uns der Offizier und [agt uns mit Manier: „Wirft du nicht deine Sachen in Zukunft bejfer machen, fo wird der Gaffenlauf ohnfehlbar folgen drauf!" SOLDATENLIEDER' 1!3 1870. Melodie 1812. J J • * ' 1 * * j~ ~1~^ ±—r S^ 5±t2 1. Ift es denn nun wirk - lieh wahr, was man hat ver- FV J» F nom - men, daß fo vie - le tau - Jcnd Mann FV FV f F rV=^ a^ m $ find nach Frankreich komrnea? Rums vi-de bums, vi -de C FV fr h ■ N t ^ J' J J- ti ------ - ^.^ ov r tau - fend Mann bsft du her - ein mar- i SOLDATENLIEDER 185 o cv ----- Py g * 3E js — ^ fchiert ---------, und die mei - [ten find ge- C F CV C ^ f=g : fal -, len,-' ge - fan - gen und blef - fiert. 2. Bei Sedan und bei Qravelotle, da ging es luftig her, da ritten die Franzofen die Kreuz und die Quer. Und alles mußte retiriern, und alles'fchrie hurra, hurra, und als die Franzofen das hörten, da liefen fie davon. 3. Ach befter Bruder Preufje, das hätt ich nicht geglaubt, ich hab auf meiner Reife die ganze Welt durchfchaut. lcii dacht, ich follte Sieger fein mit meiner Heeresmacht, und da fall ich mich betrogen fchon bei der allererften Schlacht. # Durch ganz Dectjchland. Müncliener Liederblatt. 0 ' C QV s 3 -- 3^5 ~c ^ 1. Nun a - de, jetzt muß ich Ab-fchied neh- G\ 0 GV 2 3S die Ku - gel wird ins Flin - ten - röhr ge G 0 GV ' i J * at^fc und du mein al c ler-fchön-Jtes, jun-ges GV £=Fr=J 3 3t -&*- Le - ben, hur - ra, hur - ra! wirft in dem 1S6 SOLDATENLIEDER i GV §1 M) wo a ^tfs- Krieg wohl auf das Schlachtfeld hin - ge-ftreckt. 2. Kanonenkugeln faufen durch die Lüfte, die Bajonette find fchon aufgedeckt; und Siegesfahnen flattern durch die Lüfte, mit Pulverdampf ift unfer Haupt bedeckt. 3. Darum ihr Brüder, faßt euch frohen Mutes, fürs Vaterland vergießet ihr das Blut Und fiegen wir, fo rufen wirs: hurra, hurral Als Jtolze Sieger Bayerns ftehn wir da. i % ¥ $ cv Aus Weftfalen. 53 ^=3F£ -S—M 1. Lip-pe - Det-mold, ei- ne wun-der-fchö -ne Stadt, dar- GV CV ¥ m =F 3= in-nen ein Sol-dat. cv cv Ei, der muß mar-fchie-ren C in' den Krieg, ei, der muß mar-fchie-ren in den Krieg,wo C F cv C ft—ff #— P ffirtt die Ka-no-nen ftehn, wo die Ka-no - nen ftehn. 2. Und als er in die große Stadt nein kam wohl vor des Hauptmanns Haus, der Hauptmann fchaut zum Fenfter raus: „Mein Sohn, bift du fchon da? ■ 3. Na, dann geh mal gleich zu deinem Feldwebel hin und zieh den Blaurock an! Denn du mußt marfchieren in den Krieg, wo die Kanonen ftehn." 4. Und als er in die große Schlacht neinkam, kriegt er den erften Schuß (Bum! Buml). Ei, da liegt er nun und fchreit fo fehr, weil er getroffen ift. SOLDATENLIEDER 1S7 5. „Ach Kamrad, lieber Kamrad mein, fchreibe du einen Schreibebrief, fchreibe du, fchreibe du an meinen Schatz, daß ich getroffen bin." 6. Und als er diefe Worte ausgefprochen hatte, kriegt erden zweiten Schuß (Bum! Bum!). Ei, da liegt er nun und Jchreit nicht' mehr, weil er gefchoffen ift 7. Als, das der General erfuhr, da rauft er fich den Bart: „Womit foll ich führen meinen Krieg, weil mein Soldat ift tot!" Att D 0 D Aus \der Wetterau. DV D V tf 1* *> 5Z JL"$ •£ fffl tf 1 e "B • c J V\> L M a 1 •. e *v «1 tf * I 1. Köln am Rhein, du fchö - nes Stadt - chon, ja DV DV DV D j J i j r' J-j-H-tM Köln am Rhein, du fchö - ne Stadt. Und dar- DV DV D DV ■ L^» » ö in - nen mußt ich laf — fen mei - nen 0 D o DV D D i E -©- al - 1er - lia leb - ften, fchön - ften Schatz. 2. „Schönfter Schatz, du tuft mich kränken viel taufendmal in einer Stund. Willft du mir die Freiheit fchenken, bei dir zu fein ein halbe Stund?" 3. „Die Freiheit, die kannft du haben, bei mir zu fein ein halbe Stund, wenn du mir verfprichft, mir treu zu bleiben bis an die allerletzte Stund. 4. Droben am Himmel ftehn zwei Sterne, die leuchten heller als der Mond, der eine leuchtet in meine Schlafkarmner, der andre leuchtet meinem Schatz nach Haus." 5. Pulver und Blei, die muß man haben, wenn man Franzof.-n fchießen will; fchöne junge Mädchen, die muß man lieben, wenn man fie einftmals heiraten will. 6. Wer hat das fchöne Lied gefungen, wer hat das fchöne Lied erdacht? Zwei Schujterjungen, diö habens gefungen zu Köln am Rhein beim Mondenfchein. }' 188 SOLDATENLIEDER Aus Süddeutfchland. GV ^ 1. Ein fchwarzbrau-nes Mäd-chen hatt ein Feld - ja - ger u, G G m Irl—V—U lieb, ei-nen hüb-fchen, wohl ei-nen fei - nen, ei-nen 0V " - f, c o GV o J3 äüi -£& -+- hübfehen, wohl ei-nen fei - nen, ei-nen Feld-of-fi - zier. 2. „Ei, du fchwarzbraunes Mädchen, trau dem Feldjäger nicht! Denn er fitzt auf dem Gaule und macht dir das Maule, aber heiraten tut er nicht." '3. „Und der Feldjäger ift mein, und kein andrer darfs fein, |: denn er hat mir verfprochen, :| mein eigen zu fein." 4. „Und jetzt geht es fort, und wir haben kein Drot: |: o du fchwarzbraunes Mädchen, :| wir leidens keine Not. 5. Jetzt geht es ins Feld, und wir haben kein Geld: |: o du fchwarzbraunes Mädchen, :| fo gehts in der Welt." 6. Ein luftger Soldat hat allzeit die Macht, |: fchöne Mädchen zu lieben, :| feis Tag oder Nacht. Aus We[el b. Caub a. Rhein. Frankfurter Pfingfffahrt 1911. FV FV C ee£e£ 1. War einft ein bay-ri-fcher Hu-far, der liebt fei.i FV F m Schatz ein gari - zes Jahr, F B B gan P zes 1~g r £ Jahr und noch viel mehr, die Lieb, fie nahm kein I SOLDATENLIEDER 189 t FV FV S^BEEgE 3=|E En - de mehr. 3. „Qu - ten Tag, gu - ten 4. „Zun - det an, zun - det £^£ ^ q Tag, gu-ten Tag, gu-ten Tag, Schwieger-mut - ter an, zun-det an, zun-det an, zun - det an ein FV I fei.,.'. *= 13 mein, was macht denn eu -'er'Töch-ter - lein?" Licht, fonft [tirbt mein Schatz,undich (eh Ihn nicht" 2. Kaum war er drei Tag In der Fremd, fo kam ein Brief von Liebchens Hand, Jie fei fo krank bis in den Tod, drei Tag, drei Nacht fprach Jie kein Wort. 3. Darauf beftieg er fein (tolzes Roß und ritt damit zu Liebchens Schloß: „Guten Tag, guten Tag, guten Tag, guten Tag, Schwiegermutter mein, was macht denn euer Töchterlein?" 4. „Da droben liegt (ie auf welchem Stroh, bis morgen früh ift {ie fchon tot." „Zündet an, zündet an, zündet an, zündet an, zündet an ein Licht, fonft ftlrbt mein Schatz, und ich feh ihn nicht 5. Sechs Bauernburfchen fein allzu fchlecht, zu tragen mir mein Liebchen weg, und fechs «Hufaren, die müjfens fein', die tragen mir feins Liebchen heim." f Durch ganx Deutfchland. iDV Ö ^^ ■5fc * - 1. Die Ro-fen blü-hen Im Ta - le, Sol - da - ten m 3^5 ,'zie-hen ins Feld. „Ä-de, nun a-de, du Fei-ne, 190 SOLDATENLIEDER DV 1 m du Fei - ne, von Her-zen ge-fal-left du 0 DV D ff ^ mir, Ja mir, von Her - zen ge - fal-left du mir." 2. „Ich brauch dir ja nicht zu gefallen, Ich habe Ja längft einen Mann. Der ift ja viel fchöner, viel feiner, von Herzen gefallet er mir." 3. Was zog er aus [einer Tafche? Ein Meffer, war fcharf und fpitz. Er ftieß ihr das Meffer ins Herze, das Blut ihm ent- gegenfpritzt. 4. Und als ers wieder herauszog, das Meffer vom Blute fo rot: ach reicher Gott in dem Himmel, wie bitter wird mir der Tod! 5. So gehts, wenn ein Mädel zwei Buben lieb hat, tut wunderjelten gut. Da haben wirs wieder gejehen, was falfche Liebe tut- FV Das Maibrocghlled. 3 ^ «E^E 1. Ein Fähndrich zog zum Krie - ge, vi - di-bum val - le- F F FV ^F^ =3= ra, juch-hei-raf-fa. Ein Fähndrich zog "zum Krie-ge, wer F Es— F FV F weiß, kehrt er zu-rück, wer weiß, kehrt er zu - rück. 2. Er liebt ein junges Mädchen, die war fo wunderfchön. 3. Sie ftieg auf hohem Berge, dem Fähndrich nachzufehn. 4. „Ach Fähndrich, liebfter Fähndrich, was bringft du Neues mir?" SOLDATENLIEDER 191 5. „Was ich dir Neues bringe, macht dir die Auglein rot 6. Der Fähndrich liegt erfchoffen, er fieht fchon längft nicht mehr. 7. Ich fah ihn felbft begraben von vielen Offiziern. 8. Der erfte trug fein Degen, der zweite fein Piftol. - 9. Der dritte trug fein Küraß, der vierte feinen Helm. 10. Über fein Grab wurd gefchoffen mit Pulver und mit Blei." Tobingen. *l B~^ $32 ^ 38. 1. Mus-ke-tierfeins luft-ge Brü-der, ha-bens gu-ten o D. m b-. i£ 321 £ Mut, fin - gens lau - ter luft - ge, luft - ge i DV D 1. D 2. £ ä J Ij^fr $* $=• Lie-der, {eins den Mäd-chen gut- gut 2. Unfer Hauptmann fteigt zu Pferde, führt uns in das Feld. Siegreich wolln wir |: Frankreich :| fchlagen, (terben als ein tapfrer Held. 3. Mut im Herzen, Geld im Beutel und ein Gläschen Wein, das (oll uns |: die Zeit :| vertreiben, luftge Musketier zu fein. 4. Haben wir zwei Jahr gedienet, ift die Dienftzelt aus, dann [chickt uns der |: König :| wieder ohne, ohne Geld nach Haus. Aus Heffett. Heidelberger Liederblatt v OV 0 OV £ * d» 1. „Schälz-chen, fag, was fehlt denn dir, well du nicht 19t , ßWTHNLlEDEH GV GV redft mit mir? Gelt, du haft ei - nen an - de - reu o GV ■©- ¥ £ 38 (#* an dar Sei - ten, der dir tut G CO die Zeit ver - trei - ben, der dir viel *riOGVQ C 0 OGVG ffi=r^=s^! r- r r-l r JJ ^i He - ber ift ------- , der dir viel lie - ber ift." 2. „Nein, ein andern lieb ich nicht, dich aber mag ich nicht" |: „Jetzund gehe ich weiter und werd ein Reiter, :| |: dag du mich nicht mehr fiehft :| 3. Und wenn ich ein Reiter bin, fchreib ich dir ein Brieflem hin, |: und ich laffe dich grüßen, und du follft wi[fen, :| |: daß ich ein Reiter bin." :| ' • 4. Straßburg ift ne wunderfchöne Stadt, drinnen ich geftanden hab, da kann man fehen viel fchöne Straßen, höret die Trompeten blafen. (: O, o, wie fchön ift das! :| 5. O, o, wie hart ift das, wenn man ein Feinsliebchen hat und muß reifen auf fremden Straßen, muß fein Lieb einem andern laffen. |: O, o, wie hart ift das! :| §W^-^ Durch gani Beutfchland. DV M h i& 5 jd* 1. Zehn-tau - fend Mann, die zo - gen ins Ma-nö-ver, SOLDATENLIEDER 193 DV && m . a 5 P=9 zehn-tau-fend Mann, die zo-gen ins Ma-nö-ver. War- -iP^tt—*>—h—s—■» ------------ *—*|—^—*—*~ ■1&- 31 —■ ----- u~ — m- —■------■------ b ----- a- — m- —■-----*----- um, di - del - dum, war - um, dl - del - dum, die DV DV D #Hiü m ^ zo - gen ins Ma - nö - ver, nun di - del - dam. 2. Da kamen fie beim Bauer Ins Quartier«. 3. Der Bauer hat ne wunderfchöne Tochter. 4. „Bauer, Bauer, Bauer! die möcht ich gerne haben." 5. „Reiter, Reiter, Reiter! wie groß ift dein Vermögen?" 6. „Bauer, Bauer, Bauer 1 zwei Stiefel ohne Sohlen." 7. „Reiter, Reiter, Reiterl fo kannft du fie nicht haben." 8. „Bauer, Bauer, Bauer! im Schwarzwald gibts noch Jchönre." £ Ans Tübingen. DV =F ± 1. Wenns die Sol-da-ten durch die Stadt mar-fchie-ren, DV D S ££*3 i off-nens die Mäd-chen Fen-Jter und die Tü-ren. Ei, d _ dv _ _ d _ DV war-um? Ei, dar-um! Ei, war-um? Ei, dar-um! Ei, U 194 SOLDATENLIEDER i pi & h DV h bh Ü=£ ■y " j j ^ •—& m* bloß wegn demSchingde- raf-fa, Bura-de-ra[-{a, Sching-da- o D DV D (V s FF S 21 » « T • * 32 ral Ei, bloß we;jn dem Schingderaf-fa, Bum-deraf-[a - [al 2. Zweifarben Tücher, Schnauzbart und Sterne herzens und küffens die Mädchen ach, fo gerne. Ei, warum . . 3. Eine Flafche Rotwein und ein Stückchen Braten fchenkens die Mädchen ihren Soldaten. 4. Wenns im Felde blitzen Bomben und Granaten, weinens die Mädchen um ihre Soldaten. 5. Kommens die Soldaten wieder in die Heimat, Jeins Ihre Mädchen alle (chon verheirat CT cv Kanonierlied. ■HJ ikfrJi s ? j . « r i j 1. Schlrrtdie Rof-fe,fchirrt die Wa-gen, ei-let zu demPul-ver- ^jJM jE~ WC m 9 M—# torl Ka-no - nie - re, auf - ge - fef-fen, auf-ge- p c cv CT c IC 3t ^ {ef - Jen, und das Lieb-chen nicht ver - gef - fenl 2. Laßt [ie laufen, laßt fie traben, laßt fie gehen im Galopp über Sümpfe, |: über Graben :| Immer fort von diefem Ortl 3., Aufgefahren, abgefeffen, abgeprotzt, und fchnell chargiert, dort auf jenes |: Ungeheuer :| richten wir das fchnelle Feuer. SOLDATENLIEDS 195 4. Mit Schrapnell wird eingefchoffen, werden Brennzünder eingefetzt. Da, wo diefe |: richtig treffen, :j wird ein jeder Feind verletzt 5. Seht, ach feht, (ie muffen welchen, feht, ach feht, (ie muffen fort Mit Granaten |: wirs beftreichen, :| ift das nicht ein fchönes Wort? 6. Hurra tönts von allen Seiten, hurra klingt es immerfort Vivat hoch, jetzt |: gehts nach Haufe :| zu dem frohen Siegesfchmaufe. I M Durch ganz Deut[chland. A E E ^ PHj. j l j" j^F^ l w iS 1. Setzt zu - [am- men die Ge - weh • re, weg mit A EV EV ■ ' •„# des Tor - ni - fters Schwe - re, Helm ab, hier ift f#rH=S B —t—i-«—i— E --------------Ri----- ah- A i—r— ,„. ;|| ,„. Na *" ' * -* h ^ — » ----- 1 ------- 5- Ren-dez-vousl Laßt uns eins ge-müt-Uch EV E • [in - gen, bald wird Hörn und Trom-mel klin-gen, __i 'EV l.B 2.E a ± ^ -«M und vor - bei ifts mit der Ruh. Ruh. 2. Hört! Genralmarfch wird gefchlag-en! Hebt euch von dem grünen Rafen! Jeder nitnmts Gewehr zur Hand. |: Viele hunderttaufend Streiter, Fußvolk, Artillerie und Reiter [chützen treu das Vaterland. :| 13* 196 SOLDATENLIEDER 3. Feinde ftehn auf allen Ecken, freche Gegner, die uns fchrecken, fie erheben Kriegsgefchrei. |: Doch fie finden uns gerüftet, wenns euch nach blauen Bohnen lüftet, fo erwartet deutfches Blei! :| 4. Kommt uns nun auf unfern Wegen irgendwo ein Feind entgegen,' der es fchlecht mit Deutfchland meint, |: „Bataillon", heißts, „foll chargieren, laden und Kolonn formieren", vorwärts geht es auf den Feind. :| 5. Blitzen dann durch dicke Nebel Feindes Kavalleriftenfäbel, wird ge[chwind Karree formiert. |: Kommt die Infanterie gefchritten in Kolonnen nach der Mitten, rechts und links wird deployiert. :| 6. „Nehmt s Gewehr rechts zur Attacke! Fällt s Gewehr! marfch, rnarfch!" Die Jacke wird den Burfchen durchgeklopft. j: Will das Bajonett nicht frommen, wird der Kolben vorgenommen, folch ein Drefchen macht bald Luft. :| 7. Kavallerie auf befden Flügeln, feftgewurzelt in den Bügeln, fprenget jetzt zum Einhaun vor. ]: Donnern drüben die Kanonen, gibts auch hier kein Pulver fchonen, Kugeln fpeit das Feuerrohr. :| 8. Horch, das Qanze wird geblafen. „Gwehr in Ruh!" Auf grünem Rafen liegt manch wackrer Reitersmann. |: Beim Appell fo mancher fchweiget, und die blinde Rotte zeiget, dag der Feind auch fchiefjen kann. :[ 9. „Augen links!" es kommt gegangen, der Genral, er wird euch fägen, was der Parlamentär begehrte |: „Friede will er, Waffenbrüder, morgen gehts zur Heimat wieder! Achtung! Präfen- tiert s Gewehr!* :| Durch ganz Deutfchland. »_■■ r a ± ^ l; Mor-g-en mar - fchie - ren wir zu dem Dau-er ins cv c c f ^ ^ fc ». r> r >—p—h—h fv"S p v—fr m m & Nacht-quc?-tier. Ei - ne Taf - fe Tee, Zuk- ker uqd Kaf-fee, cv C • fr C C - g £zQ S m ei - ne Taf - fe Tee, Zuk-ker und Kaf-fee und ein SOLDATENLIEDER 197 cv CT 5 b r> ^m w j j, J t .g p J ' , Jü : «^—«M- glo - ri - glo - ri - glu- ja, fchön find die Mädchen zwi-fchen I *4 ^=F ^=^ (ieb-zehn, acht-zehn Jahrl Glo - ri - glo - rl - glo - ri- ov § r rflc ^ a glu - ja, fch'ö - ne Mäd - chen find fchon 1 da. 2. Einen Rock dann Von der Kammer gibt man dem Referve- mann, |: aber ach, es ift ein Jammer, s ijt kein guter Fetz mehr dran. :| Glori ufw. 3. Und es hat ja nichts zu jagen, wenn der Rock zerrijfen ijt, |: denn er wird ja nur getragen von des Königs Refervijt :| Glori u{w. 4. Treu gedient hab ich zwei Jahre ohne Furcht und ohne Scheu, |: bin zwar oft ins Loch gefahren, aber da war nichts dabei. :| Glori ufw. Leipzig, Sächpfches Liederblatt. F -»- 3i r* w 1. Der Kö - mg von Sach-fen hat es (el-ber ge- 200 SOLDATENLIEDER cv 3p=£ $ m ;» , 9 ------ 0 fagt, daß dia hüb-fchen jun - gen Bur-fchen müf- fen cv F. • h ■ b h I -T^~ wer - den Sol - dat, mit Ju - val - le - ral - le - ral - le- i (v 5—F=S £sm v «* 0 -------«!»-•— &■ w ra -------, mit Ju - val-le - ral - le - ral - le - ra, daß die : f 'cv / c ZK" 5 'Jz -W— V- hüb-fchen jun-gen Bur-fchen müf-fen werden Sol-dat 2. Die Starken und Strammen, die fucht er fich aus und die Krummen und die Lahmen fchickt er wieder nach Haus. 3. Ihr Mädchen von Sachfen, wie wirds euch ergehn, wenn Ihr müßt mit den Krummen und Lahmen ausgehn? 4. Friedrich Auguft von Sachfen hat es felber gefagt, daß die ganze alte Bande wird im Herbft hinausgejagt. 5. Die Großen und Reichen haben Schuh anzuziehn, und die eisgraue Referve wickelt fleh Stroh um die Zehn. SCHLEMMLIEDER 201 SCHLEMMHEDER Von Hiddenfee auf Kngen. A ^ fV=S 1. Hans Na - ber, Ick hebb et ja to - je-bracht, [ett i W—j^ ^ i lli W'j J I • '» ]u man Duhmn un Pin - fer dran! He, kik e-mol A ' d g A d \> J'v ;1| ä i£pf ^P in! noch Oe-le, noch Oe-le, veel Oe- le noch drin 1 2. Sup ut, büft n Super, du Lumpenhund, fup ut, fup ut bet an den Grund I j: He, kik emol in! :j Noch Oele, noch Oele, veel Oele noch drin! WeftfSHfch. jg W. W £ - ( Jänskenvon Bre-men, de had-de no Koh met \ ee - nen O - - ge fah Je nech got, dat mi ä m* m ee - ne bre den Snu - te. Met Yr. I £EEti Wß m =££ te, ren u te, dann wl{ - ke du di ne 202 SCHLEMMLIEDER ^jtiU^jfa Snu - te, fup u te, reu u te! 2. De Hartog von Brunswyk, de harr fön ol Peerd, dat harr fön fcheve Snute. Dat ene Ogo, dat was eni verdweer, dat annre was em ganz ute. |: Sup ute ^ un wijke dy ab dine Snute! *A Altes Vagantenlied aus den Bergkreyen, 1535. A E EV f**=*=F . ( Wo foll Ich mich hin - keh \ Wie foll ich mich er - näh ren, ich ren, mein EV B EV StoM v — m gvj r* tum-bes Brü-der-Iein? \ Gut ift viel zu klein. / EV Als ich ein We - fen #^ -hq=^ han, fo muß ich bald da - von. Was ich foll A E EV E A E EV E äg 2 3E* heur ver - zeh - ren, das han ich fernt ver-ton. 2. Ich bin zu früh geboren, ja wo ich heut hinkumm, mein Glück kommt mir erft morgen. Hätt ich das Kaifertum, darzu den Zoll am Rhein, und war.Venedig mein, fo war es all verloren, es müßt verfchlemmet fein. 3. So will ich doch nit fparen, und ob ichs alls verzehr und will darum nit forgen, Gott befchert mir morgen mehr; was hilfts, daß ich lang fpar? Vielleicht verlor ichs gar. Sollt mirs ein Dieb austragen, es reuet mich ein Jahr. SCHLEMiMLIEDER 203 4. Ich will mein Out verpraffen mit Schlemmen früh und [pat und will ein Sorgen Ia[[en, dem es zu Herzen gaht. Ich nehm mir ein Ebenbild an manchem Tierlein wild, das Jpringt auf grüner Heide, Gott behüt ihm fein Gefild., 5. Ich [eh auf breiter Heide viel manches Blümlein (tan, das i(t [o wohl bekleidet: was Sorg follt ich denn han, wie ich Gut überkumm? Ich bin noch frifch und jung, follt mich ein Not-anlangen, mein Herz wüßt nichts darum. 6. Steck an die fchweinen Braten, darzu die Hühner jungt Darauf mag uns geraten ein guter, frifcher Trunk. Trag einher kühlen Wein und fchenk uns tapfer einl Mir ift ein Beut geraten, die muß verfchlemmet fein. 7. Drei Würfel und ein Karten, das Ift mein Wappen frei, (echs hübfcher Fräulein zarte, an jeglicher Seite drei; ruck her, du fchönes Weib, du erfreuft mir mein Herz im Leib, wol in. dem Rofengarten dem Schlemmer fein Zeit vertreib. 8. Ich lag die Vögel forgen gen diefem Winter kalt; will uns der Wirt nü borgen, mein Rock gib ich ihm bald, das Wammes auch darzu. Ich hab weder Raft noch Ruh den Abend als den Morgen, bis dag Ichs gar vertu. Der Speck(alat. Aus Baden, Pranken und dem El[ag. D D i i ü- 2° P E & & f±*=g . ( Frifch auf! Frifch auf zum Ja - - - gen,wenns \ Ver-feht euch wohl mit Pulver und mit Blei aufs DV DV j «H J " H " W^ =6 in die Alm nauf geht! "f Hirfch-lein und aufs Reh! / Das Ja-gen ift ein DV S^ 9 =£ lu - [tig Le-ben, das Wildpret muß brav Geld ergebn, das 204 SCHLEMMLIEDER ^ F i W Ja - gen, daß ift mel - ne, mel - ne Freud, drum I k D DV S tf—y •----# jag ichs al - le-zeiL „Schen-ken Sies nur ein Bier und. * li nv > fr rv =5 •—•-----* Brann-te-wein, ei - ne fri-fche, Tri-{che Flafch Ti- m »tq: 3 1» r*t rp - 1er Wein, und ma-chen Sies auch el - nen Speck-fa- # DV lat für mich und mel - nen Schatz I" 2. Und als wirs in ein Wirtshaus kamn, kommt gleich die Kellnrin her. „Was ejfens und was trinken, trinken Sie, was ift denn eur Begehr?" „Schenken Sies nur ein Bier und Brannte- wein, eine frifche, fri[che Flafeh Tirolerwein, und machen Sies auch eihen Speckjalat für mich und meinen Schatz!" 3. Und als wir geffn und trunken hatten, führ ich mein Schatz nach Haus, leg mich zum Schatz ins Fadr-Fadr-Bett und fchlaf ganz ruhig aus. Bleib liegen, bis der Tag erfcheint, der helle, helle Tag ins Fenfter fcheint. Ade mein Schatz, nun lebe, lebe wohl, jetzt gehts halt wiedr ins Tirol. Schenken Sies nur ein ujw. BEIM BAUER 205 BEIM BAUER mm Ans Schienen. e H =$ V P 1. Es hatt ein Bau-er drei Töch-ter, es itii ju EV * & hatt ein Bau - er drei Töch - ter, es m EV er drei Töch hatt ein Bau ter. 2. Die Erfte nahm fich nen Edelmann, die Zweite nahm fich nen Spielemann, die Dritte nahm fich nen Bauer. 3. |: Da fprach die ältefte Schwefter: :| „Meiner I[t der Befte. 4. Wenn ich morgens früh auffteh und ich in meine Stube geh, da hör ich Jäger blafen. 5. 6. geh, da 8. 9. 7. Wenn ich morgens früh auffteh und ich in meine Stube Und was weiter noch dabei? :| Schöne Hündlein bellen." Da fprach die zweite Schwefter: :| „Meiner ift der Befte. feh ich Geigen hängen. : Und was weiter noch dabei? :| Schöne, rote Bändlein. u Da fprach die dritte Schwefter: :| „Meiner Ift der Befte. 10. Wenn ich morgens früh auffteh und ich in meine Scheuer geh, da feh ich meinen drefchen. 11. |: Und was weiter noch dabei? :| Schön Geld im Kaften." 12. |: Und wie es kam um die Ofterzeit, :| da fchlacht der Bauer nen Ochfen. 13. Er lud fich den hungrigen Edelmann und den armen Spielemann zu fich nauf zu Gafte. 14. Da fpielte der arme Spielemann, da tanzte der hungrige Edelmann, da faß der Bauer und lachte. 206 BFIM BAUER oy. / Battelhochzeit, wefHälilch. C Q C ^ m 1. Der blin - de Joft hat ee - ne Dee-ren, de wutt GV *=F SJJJ he ver - har - tern ger o o brin - gen in den GV Q 0 J S 1 U s «^"E I ^ ^ ^MT f rech-ten Stand, de von Gott was to - er-kannt Tii-tru- c o c GV o ■ — .,... t^ ^ ^ 3: «—# tra - la - la - la - Ia - Ia - la, tra - la-Ia"»la,' AyC.G C 0 0 GVO ^-i^h^-i^H^-^-^-" ' ' J tra - Ia - la, tra-Ia-Ia, tru-dei - ru-dei - Ia - lal 2. Rapp de Kapp, fut het de Päpe, kam mit finer Mflnke- kape, krig {in Kaddegismusbook, gab (e, en, twe, dree tohop. 3. Scriber ward nu ok geropen, kam mit finem Scribbük ge- lopen, „Scriber fet mal up den Breif, wat de Deeren mette kreit" 4. Eenen Rock, feß Ellen weet, und feß Lepeln, krumm un {cheep, eenen Eemer, eenen Pohl; feggt ji LOt, is dat nich viel? 5. Obends gieng die Hochtiet an, luftig wören Fru un Mann, luftig wören olle Gäft, dre broden Hering was dat be.ft 6. Schultheß Frittken, dull und vull, kreig fin Qreitken, dat nich wull, gaf ihrn Küßken op de Snut „Jeß, Mar, Jaufef, min Aug is utr 7. Tweilf Aur gingen fe to Hus. „Donnerhai — dat was en Smus", feggt de dicke Schulte Drull, „ha, wat is min Wampen vull!" 8. De Brujam ging mit finer Brut in d Kammer, puft de Lampen ut, näm fin Wifken in den Arm, je, wat ward fin Herze warml 9. Un de dat Lied gefungen het, was en verlumpten Fahnen- fmett, de bi de Hochtiet umfOmft mit tat un tegen Lux dem Scriber fatt TANZ 207 TANZ Alter Johannisrelgen ans der Bonner Qegertd. 0 £_/ i 1. „Nimm fie bei der fchneewei-ßen Hand und führ fie i DV D 0 ' US 9 3££3 = Z g in den Ro-fen-kranz 1"Blau,blau Blu-men auf mein Hut, _________ e DV D m r 9 ' P Ö 9 » ' ■ hätt ich Geld, und das war gut.Blumen auf mein Hütchen. 2. „Jungfer, ihr follt tanzen in dlefem Rofenkranzel" Blau, blau Blumen . . . 3. „Jungfer, ihr follt küffen!" Das tat die Jungfer lüften. 4. „Jungfer, ihr follt fcheidenl" Das tat der Jungfer leiden. . 5. „Jungfer, ihr follt draußen gehn, ein andre {oll darinnen ftehnf" t d'r ^Srf - j r f f^^ Aus Schwaben. C . CV HFF w m. 1. Ei, was bin i für e lu - fti-ger Bue! 1 kann ja (o c c z F == f i . ^=^TTrr^ fl w zwitfch-ger - le tan - zel Ei, was hab i für cv cv c 3E Schuh-le an! Ei, was hab 1 für Schnal-le dranlMei 203 TANZ Hp m cv S7\ m Schnal-le, mel Schuh, mei Schnal - le, mei Schuht 2. Ei, was bin 1 für o luftiger Bue, 1 kann ja [o zwitfchgerle tanzet Ei, was hab i für Strumpf le an, ei, was hab I für Zwickle dran! Mei Zwickle, mei Strumpf!e, |: mei Schnalle, mei Schuh! :| 3. Ei, was bin i u[w. Ei, was hab i für Hösle an, ei, was hab i für Bändle dran! Mei Bändle, mel Hösle, mei Zwickle, mei Strümpfie ufw. 4. Ei, was bin i ufw. Ei, was hab i für e Weftle an, ei, was hab i für e Täfchle drant Mei Täfchle, mei Weftle ufw. 5. Ei, was bin i ufw. El, was hab i für e Röckle an, ei, was hab i für e Rösle dran! Mel Rösle, mei Röckle ufw. 6. Ei, was bin 1 ufw. El, was hab 1 für • Köpfle auf, ei, was hab i für e Hütle drauf! Mei Hütle, mei Köpfle, mei Rösle, mei Röckle ufw. I Mast AV -& i Alter bayri[cher Tarn. AV 6 tH~P I y^ 1. Tanz rü - ber, tanz nü - ber, tanz nauf und tanz A AV « . ~ A AV S -V I ^£ Fl i tf not El, leih mir de! Scholz -la, dös mei 1s nit A^ A AV I m AV I I « do! I leih dir fcne nit, A AV & nit, kaa j ä 5 v au ga dir fche AV v A £ ? fau - a Schrna-rut-zer, den brauch i jo nit 2. Und wenn du fauftolz mit deim Schotzla willft fei,, fo nemm a Papierla un wickeis eneit Un nemm a roats Bändel un ftrick fe feft zu, nachert kimmt dirfch ka [au-a Schmarutzer derzu. I TANZ 209 0* Oberbayri[cher Landler. •0 DV ^F^J [f ^ 1. Z Lau - ter - bach häb i mein Strumpf ver-lorn, VC fV ^5 5 Ä Strumpf ver - lorn, 0 Q D oh - ne Strumpf gfehn i not 1 D *2E S IST. SE hdam, ja hoam, 0 41V jetzt gehn i hält m * f»- W W wie - der auf Lau - ter-bach, Lau - ter - bach, a D m »i i Ä =P= -4- hol mir an Strumpf zu dem oan. 2. Z Lauterbach häb 1 mein Herz verlorn, ohne Herz kann i net lebn. Da muß 1 halt wieder auf Lauterbach, s Deandl folls feini mir gebn. 3. Vater, wann gibft d mir denns Heimatel, Vater, wann laßt d mirs verfchreibn? — S Deandl wach{t auf wie es Grumraatel, ledig,er wills nimmehr bleibn. 4. Mei Deandl hat fchwarzbraune Äugle, nett wie a Täuberl [chauts her, wann i beim Fenfter oan Schnagger tu, kommt Jie ganz freundli daher. 6: Jetzt hab i mein Häuferl auf a Schneckerl baut, kriecht mir das Schneckerl davon. Jetzt fchaut mi mei Deandl ganz launi ari, dag i kein Häuferl mehr han. 6. Wenn i ins Zillertal eini geh, ziehn 1 mei Pluderhofen an. Wenn 1 mein Deandl in d Kirchen (eh, fchaun i kein Heiligen mehr an. 7. Alliweil kann man net lufti fein, alliweil kann man net woan. Das eini Mal gehn i zum Deandl aus, das andre Mal bleib i dahoam. 14 210 TANZ ? „Der Neubeuri[che". Oberbayerilcher Volkstani. Q OV Q 1. As Dean - dl mitn ro - tn Mia - da. (zweimal klat(chen) S. GV 0 §=jfc^ s dös is ma die AI G GV la - Ha - ba. (zweimal ftampfen) #*- fr was follts ma not lia - ba fei, bal i kimm, GV rnt rf =£=* » w ~P~ läftts mi nei. s Dean-dl mitn ro - tn Mia - da, (zweimal klatfchen) ¥ At. uv **£ c ^ um > dös is ma die AI - la - lia - ba. (zweimal ftampfen) 2. Und Nagerl und Rosmarin, fchöns Deandl, jetz gehn i dahi. Geh zua da hintern Tür, is a kloans Riagerl für, s Riagferl hebft hält aus, Habs Büaberl, geh eina ins Haus. 3. Ja Deandl, was fägn deine Leit, wenn dis Liabn ja gär a fo freit. Und fagn fie was oder not, mei Büaberl laß i not. Eh 1 mei Büaberl laß fteh, kunnt i (elba ja a davo geh. 4. Und wenn i vom Deandl weggeh, dann fchwing i mei Hüatl auf d Heh. Nagerl und Rosmarin, Deandl jatz gehts dahi. AUerllabfts'Deandl adjel Leicht, dafj i di nimma mehr fehl GV Gegend von Aachen. Sr— ^ =F ^ * u ------t*— 1. „Danz, danz Quie-fei-che, dann fchenk ich dich en TANZ 211 ^=r ~\i t~ 9:~^ DV Ei!" „Neäh",fäd dat leiv - fte Quie - fei - che, „ich 1-4. D GV DV ft—f> g^ ^^ 3* danznochnlchtför zweil" „dann danz Ich, wat ich kann.' 2. „Danz, danz, Quiefelche, darin fchenk ich dich en Peäd!" „Neäh", fäd dat leivfte Quiefelche, „dat Peäd is mich nüfj weädl" 3. „Danz, danz, Quiefelche, dann (chenk ich dich en Kouh!" „Neäh", fäd dat leivjte Quiefelche, „lofj mich damit en Rouh!" 4. „Danz, danz, Quiefelche, dann fchenk ich dich en Hus!" „Neäh", fäd dat leivfte Quiefelche, „do mach ich mich nüfj druß!" 5. „Danz, danz, Quiefelche, dann [chenk ich dich en Mann!" „Jo", fäd dat leivfte Quiefelche, „dann danz ich, wat ich kannt" nv Aus Torjjau. C P V ------•" 1. Es hart ein Schwab ein Töch-ter-lein, die woll - te Q GV Hp p nicht mehr die G nen, die woll - te Hut und GV GV 0 ö g • j - r _j----- y- Man - tel habn und ein Paar Schuh mit Schnü-ren. 2. Und als fie Hut und Mantel hatt und ein Paar Schuh mit Schnüren, da reifte fie nach Frankfurt hin, um noch ein Jahr zu dienen. 3. Und als fie nun nach Frankfurt kam in eines Wirtes Stuben, da waren drei Qefellen drin, das waren luftge Buben. 4. Der erfte reichte ihr die Hand, der zweit einmal zu trinken, der dritte trat ihr auf den Fuß, daß fie den Becher lieg finken. 5. „Herr Wirt, -nun gebt die Karten her, nun wollen wir eins fpielen", und wer die meiften Augen hat, der foll das Röslein kriegen." 14* 212' TANZ Gießener Liederblatt. 3= Je hö - her wei - ter der Kirch - türm, de - fto mein Schät - zel, de - fto Dv D 1. 2.D £S^g ir ~ r ~ l T W^ fchö-ner das Qe - lau - te. Je \ , , grö-ßer die Freu - de./ du " "" so 3E Pl—*r ^ 1 V u val - le - ra, ju - vi - val - le - ral Schatz, fchei-den tut * m DV Ö s weh, ja weh, und die Lie - be, Jie tut DV m {chwan - ken wie das Schiff - lein auf der See. 2. Je tiefer das Waffer, defto weißer die Fifch, je weiter mein Schätzel, defto lieber mirs ift. Juvivallera ufw. c 3. Daß es im Walde dunkel ift, das macht ja das Holz, daß mir mein Schätzel untreu ift, das macht ja fein Stolz. Juvivallera ufw. 4. Zwei fchneeweiße Tauben fliegen Ober mein Haus, der Schatz, wo mir beftimmt ift, der bleibt mir nit aus. Juvivallera ufw. 5. Je dunkler die Nacht, defto heller die Stern, je heimlicher die Lieb ift, defto mehr hab ich fie gern. Juvivallera Ufw. TANZ — SCHNURREN 213 Der Obedrauf, [chwäbi[cher Tani. DvFine. D r\=r\ s ^m . / Bin i net a Pürfch-le auf der Well? \ . . . 1- \ Spring i net wie a Hirfchle auf dem Feld? / AUI aem D.C. Feld, im grü-nen Holz be-geg-net mir a Jung-fer ftolz. 2. Gota Morga, Jungfer, komm fe gfchwend! Will fe mit I mir tanza, geb [e d Händl S Stüble auf- und--abgefchwenkt und a Oläsle eingefchenkt! 3. Schöne Mufikante, fpielet aufl Spielet mir a Tänzle oba- draufl Aufgeputzt, eingefchnürt, luftig dann zum Tanz geführtl SCHNURREN- Aus dem Kandertale (Breisgau). ^ £ $ =y 1. Ins Mue - ter Stüe - be - li, do goht der 1 GV GV £ ¥ 'ist hm, hm, hm, ins Mue-ter Stüe-be - li, do goht der Wind. 2. Muefj faft verfriere vor lauter hm, hm, hm, mueß faft verfriere vor lauter Wind. '■ 3. Mir wei (wollen) go bettle go, es {i üf hm, hm, hm, mir wei go bettle go, es fi üf zwei.- 4. Du nimmfch der Bettelfack un i der hm, hm, hm, du nimmfch der Bettelfack un i der Korb. 5. Du ftohfch vors Läderli un i for hm, hm, hm, du ftohfch vors Läderli un i for Tür. ' 214 .SCHNURREN 6. Du kriegfch e Weckerll un i e hm, hm, hm, du kriegfch e Weckerli un i e Blr (Birne). 7. Du feifch, vergelt is Gott, un 1 fag hm, hm, hm, du feijch, vergelt 1s Gott, un 1 jag dank. 8. Du fteckfch der Speck In Sack un 1 der hm, hm, hm, du fteckfch der Speck In Sack un i der Ank (Butter). 9. Du feifch, vergelt is Gott, un 1 fag hm, hm, hm, du feifch, vergelt is Gott, un i fag dank. Lnftig. Bei fahrendem Volk gefungen. GY. i * * -4r 1. Ich ging e - mol fpa - zie - re, na - nu, na- I cv m m& \J m J ' J» J J r ^p nu, na - nul Ich ging e - mol fpa - zie - re, na- I N N |> ^—&—»>—* £ +—+ i _nu, na-nu, na - nul Ich o ging e - mol fpa - zie - re, GV B p t P| »*■ W TBt a ai (BZ -o [ i [> u ' g bums, val - le - ra! Und tat ein Mä - del füh - re, ^^ K_____JX, äi m 0 /TS ha - ha - ha - ha - ha, ha - ha - ha - ha - ha! 2. Sie fagt, fie hätt viel Guide, s warn aber lauter Schulde. 3. Sie fagt; fie tat viel erbe, s warn aber läuter Scherbe. 4. Sie fagt, fie war von Adel, ih'r Vater führt die Nadel. SCHNURREN 215 5. Sie fagt, ich follt fie küfle, es brauchts niemand zu wiffe. 6. Sie fagt, ich follt fie nehme, fie macht mirs recht bequeme. 7. Der Sommer ift gekomme, ich hab fie nicht genomme. Der bOhmifche Wind, 0 ^ D, & E C ■ C J i ■.....«— 1. ich hab mir mein Wei-zen am Berg ge - fät, 1 V DV * ^ I Bergge-f£.t, hat mirn der böh-mi-fche Wind ver-weht, DV DD D 0 DV D m m m Wind ver-weht, hat mirn der böhm-fche Wind ver-weht. 2. Böhmifcher Wind, ich |: bitt dich fchön, :| laß mir mein Weizen am |: Berge ftelin. :| 3. Der Apfel ift lauer, ich |: mag ihn nicht, :| s Mädel ift lalfch, ich |: trau ihr nicht. :|" 4. Wenn ich kein Geld im |: Beutel hab, :| geh ich ins Holz, fchneid |: Reifer ab. :| 5. Geh ich nach Haus, mach ): Befen draus, :| krieg ich bald wieder |: Geld ins Haus. :| 6. Wenn ich die Befen ge|:bunden hab, :| geh ich dl* Strafjen wohl |: auf und ab: :| Leute, wer kauft mir Befen ab? i Nach dem Wanderhora. —fc—rV i W rV=5 f^*^ ■ * am —« 1. Ich weiß mir ein Liedlein hfibjch und fein wohl von dem 216 SCHNURREN f AV i m \—** ^=*=¥ -fv ■ ■" 4 Waf-fer, wohl von dem Wein. Der Wein kanns Waffer nicht Q D DV D 5t ^fe^ lei - den, fie muß - ten halt all - weil ftrei - ten. 2. Da fprach der Wein: „Bin ich fo fein, man fuhrt mich in alle Länder hinein, man führt mich in s Wirt feinen Keller und trinkt mich als Muskateller." 3. Da fprach das Waffer: „Bin ich fo fein, ich laufe in alle Länder hinein. Ich laufe dem Müller um s Haufe und treibe das Rädlein mit Braufe." 4. Da fprach der Wein: „Bin Ich fo fein,, ich glänze wie rot Rubinenftein auf Bechern, auf Backen und Nafen, wenn fcftlich Drometen blafen." 5. Da fprach das Waffer: „Bin ich fo fein, man braucht mich in den Badftübleln, darinnen manch Jungfraue- fich badet kohl und laue." 6. Da fprach der Wein: „Bin ich fo fein, man fchenkt mich den Doktoren ein, wenn s Lichtlein nit will leuchten, gehn fie bei mir zur Beichten." 7. Da fprach das Waffer: „Bin Ich fo fein, es gehn die Schiffe groß und klein, Sonn, Mond auf meinen Strafjen, die Erd tu ich umfafjen." 8. Da fprach der Wein: „Bin Ich fo fein, ichfpring aus Marmorbrünnelein, wenn fie den Kaifer krönen zu Frankfurt wohl auf dem Römer." 9. Da fprach das Waffer: „Bin ich fo fein, zu Nürnberg auf dem Kunftbrünnelein fpring Ich mit feinen Liften den Meerweiblein aus den Brüften." 10. Da fprach der Wein: „Bin ich fo fein, ich darf wohl Lacrimae Chrifti fein, wenn füllet in Andacht den Becher der aller- frömmfto der Zecher." J 11. Da fprach das Waffer: „Bin Ich fo fein, .ich lauf dir über die Wurzel hinein, war ich zu dir nicht geronnen, du hätteft nicht können kommen." 12. Da fprach der Wein: „Und du haft recht, du bift der Meifter, und ich.bin der Knecht, dein Recht will ich dir laffen, fahr du nur deiner Strafjen I" 13. Das Waffer fprach noch: „Hättft du mich nicht erkannt, du warft foglelch an^ der Sonne verbrannt," Sie wollten fo länger noch [freiten, da mifchte der Schankwirt die beiden. SCHNURREN 219 Luftig. ROIeligarten. AV u 3E S 1. Dei 0 *—1 - ben uft P» ---------- 1 -------------- em A Berg - li Itoh e bru- E ni 3g5S=2 *i * 7Ä1.JT.. ■ ■ B ■ I ■ "W ■ •T / # Hei- de - li- domm. Del AV fe fc A : ä^OJ o - ben ulf em Berg - li A JE v=Z [toht e bru - ni Kuel Hei - de - li-domm-domm, AV ■t=t ^m i « Hei -de- 11-domm-domm, Hei - de - li bim bam D A A w bim bam bot Hei - de - li - domm-domm, fflf fj-t-f-E AV m Hei-de - li-dommdomm,Hei-de -11 bim bam bo! » 2. Ond wenn (1 d Schwitzer melchid, luegid d Schwoobe Heidelidomm. Ond wenn fi d Schwitzer melchid, luegid d Schwoobe zue. Heidelidommdomm ufw. 3. De Knecht, er Jött gi melche ond ifcht em au nüd Heidelidomm. De Knecht, er jött gi melche ond ifcht em au nüd dromm. Heidelidommdomm u[w. 4. Er ftellt de Kübel uff d Site ond gaupet mit em Heidelidomm. Er ftellt de Kübel uff d Site ond gaupet mit de Matt. Heidelidommdomm ufw. 5. „Ja Mueter, i fort gi taanze ond ha halt keini Heidelidomm, Ja Mueter, i Jött gi taanze ond ha halt keini Schueh." Heidelidommdomm ufw. 220 SCHNURREN 6. „Dei legrgr du Vatters Schleerpen a ond taanz du lufchti Heidelidomm. Dei legg du Vatters Schleerpen a ond taanz du lufchti zue!" Heidelidommdornm ufw. 7. De Vatter gid mer d Schleerpe nöd ond feid, i fei o Heidelidomm. De Vatter gid mer d Schleerpe nöd ond feid, i fei e'Kue. Heidelidommdornm ufw. 8. Ond der mer jetz am lüübfchten ifcht, der ifcht halt nöd im Heidelidomm. Ond der mer jetz am lüübfchten ifcht, der ifcht jetz halt nöd do. Heidelidommdornm ufw. 9. 1 (topfe s mit em Nöödeli, i fchnlde s mit em Heidelidomm. I ffopfe s mit em Nöödeli ond fchnlde brav droff zue. Heidelidommdornm ufw. DV Altes Reiterlied. D S ^ i 1: Es wa-ren drei Ge - fei DV D D len, die tä - ten, was fie m wöl - len, die hiel - ten mit - ein - an - der ein DV ^ f=i m hei - me - li - chen Rat, und wel-cher auf den rrr~7 DV fv A - bend den fchön - ften Buh - len hat 2. Da war auch einer drunter, und nichts verfchweigen kunnt er, der macht fich groß und laut, daß ihm für diefe Nacht das allerfchönfte Mädchen ein Stündlein zugefagt 3. Das Mädchen hinter der Wände hört Ihre eigene Schande: „Verleih mir großer Gott den Witz und auch Verftand, daß dlefer falfcne Knabe nicht kommt an meine Hand!" SCHNÜRREN 221 4. Des Nachts wohl um die Mitten der Knabe kam geritten, er klopfte dreimal an mit feinem Siegelring: „Sprich, fchlafft du oder wach[t du, mein allerfchönftes Kind?" 5. „Mag fchlafen oder wachen, dir tu ich nicht aufmachen, geh du nur immer hin, wo du gewefen haft, und binde deinen Qaul an einen dürren A[t!" 6. „Wo foll ich denn hirireiten von deiner grünen Seiten? Es (chlafen alle Leute und- alle Bürgerskind, und draußen auf der Heide, da weht ein kühler Wind." 7. „Das tut mich gar nicht rühren, tu nur dein Röfjlein führen! Da draußen auf der Heid, da liegt ein breiter Stein, leg deinen Kopf darauf, fo hajt ein Schätzelein. 1 ^ 8. Wer ifts, der uns dies Liedlein fang? Ein freier Reiter ijt ers genannt, er hat uns dies gelungen, er fingt uns noch viel mehr. Gott mag alln feinen Jungfraun behüten ihr« Ehr. Luftig. Au» der Wetterau. C 3EE 3ES ^re ^rr i 1. Zu Regensburg auf der Kirchturmfpitz, da kä-men die GV 0 GV fflrF £fe£ ^^W g m Schneiderzfanun.Da ritten ihrer neun -zig, ja neunmal neunund- ov GV G* * fr fr- £ f—rr g 9 *-*«-* $=$ neun-zigauf ei-nem Qockelhahn. Wi-de-wi-dewittdem t iGV GV §g 0 .rpz Ziegenbock 1 Meck,meck,meckdemSchneider! Schneider! Juch- 222 SCHNURREN Q ,«5^ gefprochen! GV ¥ ^ o —£ y PC ♦—*■ I hei-raf -fa, juch-bei-raf-fa, Zwirn maus! Wer da? Schneider , 0 Q , — fV affi SJ±3I StZptnUJ^)^'^ ^ Schnei-der - gfell, du 224 SCHNURREN ±=fia ^^ E^ mußt mit mir in d Höll, du mußt uns Teu - fei A EV _ E ^ ET E f*m @^m m klei - den, es ge - he, wie es wölll" 2. Sobald der Schneider in d Höllen kam, nahm er (ein Ellenftab, er fchlug den Teufeln die Buckel yoU die Höll wohl auf und ab. „Hehe, du Schneidergfell, mußt wieder aus der HöllI Wir brauchen nicht das Meffen, es gehe, wie ea wölll" ■ 3. Nachdem er all .gemeffen hat, nahm er fein lange Scher und ftutzt den Teufeln die Schwänzel ab, fie hupften hin und her. „Hehe, du Schneidergfell, pack dich nur au* der Höll! Wir brauchen nicht das Stutzen, es gehe, wie es wölll" 4. Da zog er s BOgeleifen raus und warfs ins Höllenfeuer; er ftrich den Teufeln die Falten aus, fie fchrieen ungeheuer: „Hehe, du Schneidergfell, geh du nur aus der HöllI Wir brauchen nicht das Bügeln, es gehe, wie es wölll" 5. Er nahm den Pfriemen aus dem Sack und ftach fie In die Köpf. Er fagt: „Halt füll, ich bin fchon da, fo fetzt man bei uns die Knöpf." „Hehe, du Schneidergfell, geh einmal aus der HöllI Wir brauchen kein» Knöpfe, es gehe, wie es wölll" 6. Da nahm er Nadel und Fingerhut und fing zu nähen an, er flickt den Teufeln,.die Naslöcher zu, fo eng er immer kann. „Hehe, du Schneidergfell, pack dich doch aus der' HöllI Wir können nimmer fchnaufen, es gehe, wie es wölll" 7. Nach diefem kam der Luzlfer und fagt: „Es ift ein Qraus. Kein Teufel hat kein Schwänzel mehr, jagt ihn zur Höll hinaus!" „Hehe, du Schneidergfell, nun pack dich aus der HöllI Wir brauchen keine Kleider, es gehe, wie es wölll" 8. Nachdem er nun hat aufgepackt, da ward ihm erft recht wohl, er hüpft und fpringet unverzagt, lacht fich den Buckel voll, ging eilends aus der Höll und blieb ein Schneidergfell. Drum holt der Teufel kein Schneider mehr, er ftehl, fo viel er wöll. ■La SCHNURREN 227 m Aus Oberhe[fen und der Röhn. D Pr-HV V d iE |lr W li . | Dte Lei - ne - we - ber ha-ben ei - ne fau' - be - re " \ Mitt - fa - [ten hal - ten fie Zu - fam - men- I ¥ AV S S m Zunft, ha-rum di dlcha-rura di fchr«m',fchrum,fchrumn kunft, ha-rum di dfcha-rum di {chrum,fchrum,fchrum!/ m A-fchegrau-e, dun-kel-blau-e, fchrum,fchrum,fchrum, , l mir ein Vier-tel, dir ein Viertel, fchrum.fchrum.fchrum./ =-* '■M^ P m m ---- r' f m m » m ^' ---- *~ 1

—pv AV 1 £? J^F W=P Jul-le, mit der Spulle, mit der Schrum,Schrum,Schrum. 2. Die Leineweber nehmen keinen Lehrjungen an, der nicht [echs Wochen lang faften kann. 3. Die Leineweber (chlachten alle Jahr zwei Schwein, das eine Ift geftohlen, und das andre ift nicht (ein 4. Die Leineweber haben ein Schifflein klein, da fetzen fle die Wanzen und die Flöhe hinein. 5. Die Leineweber haben alle Jahr zwei Kind, das eine, das ift (cheel, und das andre ift blind. - 6. Die Leineweber mächen eine faubere Mufik, wie wenn zwölf Müllerwagen fahren über die Brück. L?* 223 SCHNURREN FV We[t'älifches Anfingelied. F F' B m 3£ 1. Der Kuckuck auf dem Zau-rre {aß, der Kuckuck auf dem F o ^^N^^ fumm, es faß ein Kä - fer auf m Bäu-mel, der GV S hatt ein gold - nes Hem - del, fumm, fumm. 2. Es faß eine Fliege drunter, den Käfer nahms groß Wunder. 3. „Jungfer Fliege, wollt ihr mich han? Ich bin ein wackrer Käfersmann." 4. Jungfer Fliege ging zu Bade, mit allen ihren Maden. 5. Die eine trug den Badftuhl, die andre trug ein Paar rote Schuh. ~ 6. Die eine trug die Seife, die andre tat fie abfchweifen. 7." „Wo ift denn meine Magd Mücke, die "mir kraut meinen Rücken? 23t! SCHNURREN 8. Die mir kraut meine weiße Haut? Denn morgen bin ich Käfers Braut." 9. Sie führten die Braut in die Kirche mit allen ihren Schnürchen. 10. Sie führten die Braut zu Tifche, fie hatten Wildpret und Fifche. i 11. Sie fahrten die Braut zum Tanze in ihrem grünen Kranze. 12. Sie tanzten all im Schwünge, der Käfer mit der Brumme. 13. Ich weiß nicht was fie taten, daß fie die Braut zertraten. 14. Da ging der Käfer in Harme mit {einem ganzen Schwärme. 15. Da kam der Hahn gefprungen, der hat den Käfer Verfehlungen. 16. Nun ift Braut und Bräutigam tot, nun haben die Hocta- zeitsleut große NoU Aus Huhenloh«. 3E3 ■ • J-J.-J- * * * ■ä — w —*— 1. Die Vög-lein in dem Wal - de, die Vög-lein in dem OD Q m ■d ^. .J. —'■' «» **— ww* —•— m * ' +^j)" ' ^m — m ----- w m *l^ 7— v~ Wal - de, die drehn {ich nach dem Wind, wo OV Q h k N g ^ rVfV at ,& ' JTzy± & =ürr ^ Jr ^T I Jchön, wo fchön, wo fchön,wo fchön.wo fchön,wo fchOn.wo Li ov ^ Q c ±=5Z ^m f** ■4- ^^SHSSS* M-ö- m f m m fchö-ne Mäd-chen find. Vi - ti - ru - la - ru - la-Ja, vi - tili 0' OV Q j 1 ^ « wr~m — »t - •— 9 — m — ß ' & 3S. ru - la - ru - la - la, wo fchö - ne Mäd - chen find. SCHNURREN 231 2. ' |: Er hat fchwarzbraune Äugelein, :| fein Herz war Trauerns voll, |: weil er, :| weil er mich verlaffen foll. Vitirularulaia ufw. 3. |: Er hat mir Treu verfprochen :| von nun an bis ans End, |: bis dag, :| bis dag der Tod uns trennt. 4. |: Ei Mädchen, geh, und hole :| mir eine Feuerkohle, |: auf dag, :| auf dag mein Pfeifchen brennt. 5. I: Ins Ochfenwirts fein Kellerlein :| hab ich Jchon manches Heilerlein |: verjubelt mit dem Wein, :| wo [chöne Mädchen (ein. Durch ganz Schwaben. 0 CV 2C l^-^- P—U den, da ffeht ein Rauten- wun-den aus der Er. u r> _____________■_________ AV A | {trau-che-lein, ge-wun-den aus der Er - den. \_ 2. ff Und da entfchlief ich ürunler; :j mir traumbt ein wunderlicher Traum wohl zu der[e!ban Stunde. 3. |: Es traumbt mir al[o füge, :| wie dag ein wunderfchöno Maid wohl ftuntf bei meinen Fügen. 4. |: Und da ich nun erwachet, :| da ftund ein altes graues Weib vor meinem Bett und lachet. 5. |: So wollt ich, daß es wäre, :| und dag man (ieben alte Weib um eine junge gäbe! 6. j: So wollt ich auch die meine ^ hergeben um eine Brate- wurft und um ein Seidlin Weine. Durch ganz Deut[chland. OV iEi £**- 3 » [y =at Es hatt ein Bau- er ein fchö-nes Weib, die fie' bat oft ih - - ren lie - ben Mann, er SCHNURREN 233 GV oy tjz— ß ' jp : ~bt-|-^[|:^ E tJ« ■ wP J blieb (o ger - ne zu - haus, 1 (oll-te doch fah - ren hin - aus, / er [oll - te doch Wfc ^Fpf oy 5r—tV x ö f 3fc fah - ren ins Heu, er foll - te doch fah - ren ins o . c o E v ^ S=S ha ha ha ha ha ha Heu, juch-hei, juch-hei, juch- GV ^ p— -;—-g*——g- ?=£=!=£=£ 3 hei, er foll - te doch fah - ren ins Heu. 2. Der Mann, der dachte in feinem Sinn: „Die Reden, die find gut! Ich will mich hinter die Haustür {teilen, will fehn, was meine Frau tut. Will fagen, ich fahre ins Heu," ufw. 3. Da kommt gefchlichen ein Reitersknecht zum -jungen Weibe herein, und fie umfängt gar freundlich ihn, gab ftracks ihren Willen darein. „Mein Mann ift gefahren ins Heu," ufw. • 4. Er faßte fie um ihr Gürtelband und Jchwang sie wohl hin und her; der Mann, der hinter der Haustür ftand, ganz zornig da trat er herfür: „Ich bin noch nicht gfahren ins Heu," ufw. 5. „Ach trauter, herzallerliebfter Mann, vergib mir diefen Fehl! Ich will ja herzen und lieben dich, will kochen dir Mus und Mehl. Ich dachte, du wäreft ins Heu," ufw. 6. „Und wenn ich gleich gefahren war ins Heu und Haber- ftroh, fo follft du nun und nimmermehr einen andern lieben alfo; da fahre der Teufel ins Heul" ufw. 7. Und der euch diefes Liedlein fang, der wird es fingen noch oft, es ift der junge Reitersknecht, er lieget im Heu und im Hof. Er fährt auch manchmal ins Heu, ufw. 234 SCHNURREN Aus dem Vogelsberg. C Eg £ 1. Die Fraa wollt uff die Kir - mefi; geh, he Kone- nv- ^ Ö VH-V =P=P road; der Kon-road, der wollt aach mit - geh, bira-ber- m GV ^=pz wim - bim bim bim bim, der Kon - road, der wollt «-*- aach mit geh, bim - ber - wim - bim bim. z. „Ach näh, du mußt deham fei bleiwe, du mußt die Koih ean Kälwer treiwe." 3. „Ach näh, deham, do bleiw ich net, die Koih in Kälwer treiw ich net. 4. Baal harr ich äbbes vergeffe, woas krie ich dann (e effe?" 5. „Do hinne off de Schiffilbank, do ftltt en fauere Molketrank. 6. Den kannfte joa gefchlappe, oawer bleib mer vo der Matte!" 7. Ean als die Praa vo de Kirmefj kom, mei Koneroad o de Matte ftann. 8. Do kritt die Praa en Stacke: „Ich will der hälfe lacke!" 9. Mei Koneroad fprung zäum Feafter enaus en {prung ins Nochbers Henrichs Haus.' 10. „Ei Nqchber, was ich «dch will fa: Mei Fraa, ean dai hott mich gefchlat" 11. „Ei Nochber, dir is rächt ge[cheh: off e annermol loß die Matte ftihl" SCHNURREN 235 ö cv Durch ganx Deutfchland. C F=S 3 1. „Wenn der Topp a - ber nu en Loch hat, He - ber CV ^ cv Hein-rieh, lie - ber Hein - rieh?" „Stopps zu, lie - be, Epl ,p CT m ^ lie - bo Lie • [e, lie - be Lie - [e, ftoppa zul" 2. „Womit foll ichs denn aber zuftoppen?" „Mit Stroh!" 3. „Wenn das Stroh aber nu zu lang ift?" „Schneids ab!" 4. „Womit (oll Ichs denn aber abfehneiden?" „Mitn Metz!" 6. „Wenn das Mett aber nu ftumpt ift?" „Machs fcharff" 6. „Womit foll ichs denn aber fcharf machen?" „Mitn Stein I" 7. „Wenn der Stein aber nu trocken ift?" „Machn naß!" 8. „Womit foll lehn denn aber nag machen?" „Mit Waffer!" 9. „Womit foll Ich denn abers Waffer holn?" „Mitn Topp!" 10. „Wenn der Topp aber nu en Loch hat?* „Laß es feinl" i h Aas BShmen. Preiß, Singbach. 3t = 5=* £ ^-^ -J- g 1. Un • fa Hans haut Hua • sn an, und U___ H_ e 0 QV ^-t^ 4 *= s döi fann an z kloan. Hurchts, woi da Wind waht, 236 SCHNURREN §^=ä= F m -&*■ ^ß hurchts, wöi da Hah - na kräht! Drau - ßn af da u 0 OV C Q JU ^c -&- Hui - la - [taudn fitzt a fchäi - na Fink, Fink, Fink, Q o Gy o e jt m -- =fv -hB^'^ 3EC drau-ßn af da Hui - la-ftaudn fitzt a fchäi-na Fink. 2. Fallt da Mouda s heiern ein, kann do nit fant Schauts, wla fi d Urfehl draht, fechts, wia fi d Lena bläht I |: Moldl, geh von Fenza wefj, kimnrt da Schneider, meck, meck, meck! :| m Aus dem Branaenburgifchen. C Q QV Q £ 1 3—= H 1. Es wohnt ein IV öä ° Pi D ül-ler an je-nem Teich, lauf, Mül-ler V| D DV D V 9 P •s S K, s K /L *f J 3 S " ■ h rm ■ 7 » J _-,,. f a a l ^ m n P *>V M ". ■ J •T • ' w yt lauf, der hat ei - ne Toch-ter, und die war reich. o j =^=^^=^ ^ ? :: ^-^ HJ Lauf, Mal - 1er, lauf wie die Katz nach der Maus, potz S b E> 5 Ö m=9 Him- mel - don-ner-wet-ter, Mül-ler, lauf, lauf, lauf und SCHNURREN 237 i GV GV m s g£3 y—v- W— V tu dein Schlappmaul auf____, und tu dein Schlappmaul auf 1 2. Nicht weit ab wohnt ein Edelmann, lauf, Müller lauf, der wollte des Müllers Tochter han. Lauf, Müller ufw. 3. Der Edelmann hat einen Knecht, und was er tat, das war ihm recht 4 „Guten Tag, guten Tag-, Frau Müllerin, wo (teil ich denn meinen Haberfaek hin?" 5. „So {teil ihn nur in jenes Eck, grad neben meiner Tochter Bett." 6. Und als es kam um Mitternacht, es in dem Sack lebendig ward. 7. Die Tochter fchrie, die Tochter fchrie: „Es ift ein Dieb in unfrer Mühl." 8. „Es ift kein Dieb, es ift kein Dieb, es ift ein Edelmann, und der hat dich lieb." 9. „Einen Edelmann, den mag ich nicht, einem braven Burfchen verfag ich mich nicht, 10. Ein braven Burfchen muß Ich haben, und müßte ich ihn aus dem Boden graben." Schwabitch. £E5 »-* —&f ------■ m ■^m $ 1. Auf - ra Wa - fa gra-fet d Ha - fa, ond era'Waf- fer EV iM-fi-M ^=s p> ä ^ ■ '■ * gam-bet d Fifch, Lle-ber will I gar ko! Schitz-le iH EV EV2. f s als en fo-n-a Fled - ra - wifch, Fled-ra-wlfch. 238 SCHNURREN 2. Gang mer weg mit Sametfchühla, gang mer weg mit Bändelal Bauramädla fem-mer lieber als fo Kaffeebembela. 3. Mueder, muefcht mer, fchla mes Blechle! Dürleshofa macha lau, daß i au (o Dürleshofa wie der Herr Broviefer hau. 4. Mo-n-i hau mei Schätzte gnomma, hot mei Mueder graufig dau, hot me bei de Auhra gnomma, d Schdiega-n-abe bfludra lau. 5. Sag du no zu deira-n- Alda, fui [Oll mi baffiera lau, i wur [chau mein Schatz verhalda, [eil wurd [ui en Dreck agauh. 6. Hender meiner Schwiegermueder ihrem graußa Hemelbett leit a ganzer Sack voll Sechfer, wenn i noh die Sechjer hättl 7. Mo-n-i hau no kratzt ond bi[[a, hot ml wella koina kü[fa, feit 1 nemme kratz ond beiß, krieg i d Küßla dutzedweis. 8. Kleine Kiegela mueg mer gießa, wem-mer Vögela (chiegt will, Jchöne Mädela mueß mer kiefa, wem-mer Jchone Wel.bla will. $ LITERATURAUSWAHL L Sammlungen aus einzelnen Gauen. Bender, Oberfchefflenzer Volkslieder, Karlsruhe 1902. Ditfurtb, Frh. von, Fränkifche Volkslieder, Leipzig 1855. Qreyerz, 0. v H „Im Röfeligarte' 1 , Sammlung Schweizer Volkslieder Bern 1908 ff. Hoffmann von Fallersleben, Schlefifche Volkslieder, Leipzig- 1842. Hrutchka-Toilcher, Deutfche Volkslieder aus Böhmen, Prag 1891. John u. Czerny, Egferländer Volkslieder 1898. Krapp, Odenwälder Spinn[tube, Darm[tadt 1904 Lemmermann, „Ut Hartensgrund", Bremen 1908. Niederdeutfche . Volkslieder. Lewaltor, Deutfche Volkslieder in Niederheffen, Caffel 1896. Marriage, Volkslieder aus der badifchen Pfalz, Halle 1902. Meier, Ernlt, Schwäbifche Volkslieder, Berlin 1855. Pommer, Liederbuch für die Deutschen in öftreich, Wien, Deutfcher Schulverein. PrelB, Unfre Lieder, Singbuch für Öftreichs Wandervögel, Leipzig, bei Hofmeifter. Relfferlcheid, Weftfälifche Volkslieder, Heilbronn 1879. Schloliar, Deutfche Volkslieder aus Steiermark, Innsbruck 1881. Trflb, Schweizer Fahrtenlieder, Aarau, bei Trüb. Werner, Dr. F., Lieder aus der vergeffenen Ecke (Seulingswald), Langenfalza 1910. Wolfram, Naffauifche Volkslieder, Berlin 1894. II. Sammelwerke, Abhandlungen, Verfchiedenes. Arnim u. Brentano, Des Knaben Wunderhorn, Leipzig, Verlag Max Heffe. Böckcl, Deutfche Volkslieder aus Oberheffen, Marburg 1885. Buckel, Handbuch des deutfehen Volksliedes, Marburg 1908. Böckel, Pfychologie der Volksdichtung, Leipzig 1906. Böhme, Altdeutfehes Liederbuch, Leipzig 1877. Brutaler, Das deutfche Volkslied. (Aus Natur und Qeijtesweit Bd. 7), Leipzig 1908. Erk-Böhme, Deutfcher Liederhort, Leipzig 1893. Fnnk, Volkslieder zur Gitarre (Verlag von Breitkopf 4 Härtel). Foriters, „Frijche teutfche Liedlein", neu herausgegeben von Marriage, Halle 1903. Henniger, Neues Wunderhorn. Verlag Fifcher & Franke, Berlin. Heile, Hermann, Martin Lang u. Emil Strauß, Der Lindenbaum, Berlin 1910. Herder, „Volkslieder", Leipzig 1778. Kothe, Robert, 15 Volkslieder zur Laute gefetzt Verlag, F. Hof- mei{ter, Leipzig. LHlencron, Rochus Frhr. von, Deutfehes Leben im Volkslied um 1530. Kürfchners deutfche Nationalliteratuf Bd. XIII, Stuttgarter Union. Meyer, Altö Minneweifen und Volkslieder aus dem Wunderhorn, Leipzig 1911. Nicolai, Ein feyner kleyner Almanach (Berliner Neudrucke Nr. 2), Berlin 1888. Reclam, 1G00 Schnadahüpfln. Sahr, Das deutfche Volkslied. Sammlung Göfchen Bd. 25 und 132. Seile und Pohl, 100 deutfche Volkslieder aus alter Zeit Verlag C. Meyer in Hannover. Stierfing, „Von Rofen ein Krentzelein", Langewiefche, Düffeldorf. Scherrer, Deutfche Volkslieder und Balladen zur Gitarre nach Stil und Spielweife der alten Lautenfchläger, Leipzig bei Hof- meifter (früher bei Callwey). Unland, Alte hoch- und niederdeutfehe Lieder. Cottafche Bibliothek der Weltliteratur- Wandervogel-Liederbuch, herausgegeben von Dr. Frank Fifcher. Verlag Friedrich Hofmelfter in Leipzig. EINIGES ÜBER DAS ZUPFEN Es ift ein Irrtum zu glauben, man könne die Begleitung eines Liedes auf der Gitarre in einfacher Weife mit einigen ^kkord- griften beitreuen. Nicht das Greifen der Akkorde, foftdern erft deren An{chlag ermöglicht ein richtiges Gitarre[piel. Deswegen i[t auf die Ausbildung der rechten, 1 der eigentlichen Spielhand, die größte Sorgfalt zu verwenden. Leider wird aber gerade dies Allerwichtigfte am meiften vernachläffigt Der Wert de3 Spieles der rechten Hand ,i{t eben nicht richtig erkannt -Der unteren, der rechten, der anfchlagenden Hand tollten ftets wechfelnde Aufgaben zufallen. Ohne dabei allzu große Schwierigkeiten aufzuhäufen, läßt [ich fo aus dem Wcfen des Inftrumentes heraus eine, dem jeweiligen SHmmungsgehalt des Liedes entfprechende, ftets mufikalifch bleibende Begleitungsart auf der Gitarre entwickeln. Luft und Liebe zur Sache, gepaart mit Fleiß und Ausdauer, werden den eifrigen Spieler bald über das übliche „Schramm—Schramm" hinauskommen laffen. Für gewöhnlich gilt als Regel, daß der Daumen die drei tieferen, die Baßfaiten E—A—D, und der Reihe nach der erfte, der Zeigefinger, die G-, der zweite, der Mittelfinger, die H- und der dritte, der Ringfinger, die E-Salte anzufchlagen hat. Es kann der Daumen aber auch gelegentlich auf die Darmfaiten, fowie die übrigen Finger ä"uf die befponnenen Saiten übergreifen. Auch kann der vierte, der klein« Finger, beifpielsweife bei An- fchlag von fünfftimmigen Akkorden mit zur Hilfe genommen werden. Beim Spiel von vielftimmigen Akkorden ift auch das fogenannte „Durchftreichen" von großer Wirkung. Es ftreicht der Daumen von den tieferen zu den höheren, der Zeigefinger von den höheren zu den tieferen Saiten durch. Es gibt noch eine ganze Menge von Anfchlagsarten, .diefe find in der „Kunft des Gitarrefpiels auf Grundlage der Spielweife der alten Lauten- fchläger" eingehend behandelt Hier fei nur noch bemerkt: „Bevor man an die Ausbildung der oberen, der linken. Hand herantritt, muffen ausgiebig, vorbereitende An- [chlagsübungen vorgenommen fein." Die untere Hand foll ftets der oberen Hand den Weg weifen. Die Finger (ollen ftets über derjenigen Saite fchweben, auf welcher die zu greifende Note zu Jüchen ift Dabei ift peinlich darauf zu achten, daß keine klingende Saite vor dem nachfolgenden Anfchlag abgedämpft wird. Schönheit des Tones, das fei Vorbedingung. Die fchönen Lieder find die kleine Mühe wahrlich wert 16 Die Finger der linken Hand beziffert man am beften In gleicher Weife wie die Anfchlagsfinger. Der Daumen übt In der Regel nur den Gegendruck gegen die greifenden Finger aus. Soll er ausnahmsweife zum Greifen herangezogen werden, dann bezeichne man ihn eben mit Daumen, D. Zum Schluß noch ein paar beherzigenswerte Worte Ober die richtige Befchaffenheit einer guten Gitarre. Soll das Inftrument vorwiegend zur Begleitung des Gefanges dienen, dann wähle man eine große Form. Die gewöhnliche Achterform ift bei weitem den von ihr abgeleiteten, meijt bizarr wirkenden Formen vorzuziehen. All und jede Verzierung, Perlmutter, Elfenbeineinlagen und dergleichen,Tand, i[t zu verwerfen; folche Uber- flüffigkeiten wirken hemmend auf die Tonentfaltung. Das Band zum Umhängen befeftige man nicht oben an dem Wirbelkopi, Dadurch würde der mitfehwingende Hals im Tönen behindert werden. Ein kleiner Knopf am Halsanfatz genügt zum Befeftigen des fehr wichtigen Umhängbandes. Sogenannte ausgehöhlte Griffelder verhindern ein unnötiges Strapazieren der greifenden Finger. Im allgemeinen- dürften diefe Gesichtspunkte genügenden Anhalt bei Anfchaffung eines guten, brauchbaren Inftrumentes geben. Man vergeffe aber nie, daß auch eine Klampfen in ihrer Art ein kleines Kunftwerk fein foll. Um etwas Gutes leiften zu können, ift ein gutes Inftrument die erfte Vorbedingung. Für unfere Jugend foll das Befte gerade gut genug fein. Ift einem das Glück nicht hold,'irgendwo eine alte, in ihrem Wert verkannte Zupfgeige aufzutreiben, dann lieber noch zuwarten, bis die Mittel zum Ankauf genügen, um etwas fürs ganze Leben zu erwerben. Eine Gitarre fei ohne jede Ausstattung, dabei aber von befter Tonqualität und leichter Spielbarkeitl Dasfelbe gilt von der Laute! Bei Ankauf von Lauten ift eine noch größere Sorgfalt zu empfehlen. Das Meifte, welches unter dem Namen Laute fegelt, hat mit diefem fchönen, edlen Inftrument weiter nichts als wie die äußere Form gemein. Nur jahrelangem, fach- und fachgemäßem zielbewußtem Studium konnte es gelingen, die alte, höhe Kunft des Lautenbaues zu neuem, fchönem, fruchtbringendem Leben zu erwecken. München, Januar 1911. Heinrich Scherrer, Kgl. bayr. Kammervirtuos. H^^lKW^3^7i SPffX EINIGE KLAMPFENGRIFFE FÜR ANFANGER Als Vorgejchmack die Jehr beherzigenswerten Worte eines Kritikers: „Wer unter Wandervögeln glaubt, in der Laute neben einem mühelos zu erlernenden Begleitinftrument zugleich ein willkommenes Attribut für gewiffe Wanderpofen zu haben, der laffe fie und die Volkslieder in Frieden. Die find für Mufikfexe zu [chade. Ohne Aufwand von Mühe und Ausdauer wird in der Mufik nichts erreicht" — Ausdrücklich wird hiermit betont, dag die Obergefchrlebenen Notenzeichen für den Anfänger da find zur befferen Orientierung in den manchmal nicht leicht faßbaren Melodien. Alle Klampfen- kunft geht über Schramm-Schrumm und Wumpdata. Der Fort- gefchrittene wird nach eigenem Qefchmack variieren. Ganz be- fonders muß hier noch einmal auf die Lautenbegleitungen von Scherrer, Leipzig, Hofmeifters ¥erlag (früher Callweyjcher Verlag) hingewiefen werden. Die Saiten E-A-D-Q-H-E flnd auf Quarten geftimmt, mit Ausnahme der Terz Q-H. Die folgenden Schemata (teilen das Unke Griffbrettende der Gitarre dar. — Die Saiten mit den [chwarzen Batzen werden mit der linken Hand gedrückt, dem Schema entsprechend, und mit der rechten Hand angeriffen, die mit den Kringeln werden mit der rechten Hand leer angefchlagen. Die Zahlen bedeuten den Finger, z. B. 1 =» Zeigefinger, 2— Mittelfinger u. f. f. D = Daumen. Die großen lateinifchen Buchstaben bedeuten den betreffenden Dur-Akkord, z. B. A — A-dur. Die kleinen Buchstaben bedeuten Moll. — A V bedeutet den Oberdominant-Septimen-Akkord (in der erften Auflage mit As. bezeichnet).*' • Rein theoretifch betrachtet, ift eine (olche Bezeichnungsweite falfch. Wir meinen aber anch gar nicht, wenn z, B. .0" übergetehriebea ift, daß jetzt die Tonart auf G-Dur abergeht, gemeint i[t an die[er Stell« lediglich der betreffende Gitarreakkord, gleichviel, ob er nun wirklich alt Q-Dur-Toniea oder als Oberdominante zu C-Dur oder als Unterdominante zu D-Dur oder als Verwandter einer Molltonart auftritt. Diefe Schreibweife Ift wohl die karzefte.' 16* Tonika r^n LoJ cv Oberdominant—Septime — G-Dur Akkord mit Septime lm ~\ 2*- 8«- Je- B0- GV ^^ =D-Dur Akkord mit Septime »J?D 2»- *" DV T~i *i 312 ^_, —1^5 L-rt»- = A-Dur Akkord mit Septime V r**" 2 S Us>- -*»- — A V U <^- ■» = E-Dur Akkord mit Septime ff* ff ff (-F 3C •©- U»- FV r** - L^J = C-Dur Akkord mit Sepiime Tonika t> t>B !•- 1 BV im- = F-Dur Akkord mit Septime M im- 8> -Ä^ Us>J t>l> & 1 —1 m r-&- ^ \-&i eis r-&- t > >ul> f i "3—i 1 4*- p p -Ä>- *l— Pt>p s»- —A- . £8® Haft du, geneigter Lefer, das Büchlein wohl durchftudiert und mit Luft und Liebe dir zu eigen gemacht und gehft du wieder auf deine Sommerreife, fo fuche einmal nach jenen fangesfrohen Bubenfcharen, die alljährlich ihre heimatlichen Wälder und Berge durchftreifen. Das find die Wandervogel. Setze dich zu ihnen ans Lagerfeuer und nimm vorlieb mit ihrem Peldkeffel; lag dir ihre Lieder fingen, du wirft vieles, was hier fteht, da wiederfinden. Laß dir von ihren Abenteuern erzählen, von Burgen und mauerumkränzten Städtlein, die fie gefchaut, von ihren Preinächten auf einfamer Jägerhotte, von ihrer beifpiellos einfachen, fpartanifchen Lebensart Und du wirft inne werden, dag folche Jugendtage golden feien, dag es nichts Schöneres für einen Buben gibt, als eine gefunde Verwirklichung feiner romantifchen Ideale, dag hier Qefundheit, Freiheit und Freude leben, dag hier einmal etwas Pofitives gefchiebr im Kampfe gegen fade Bierkommentspoejie und lächerliche Pennälerblafiertheit. Und wenn du ein guter Menfch bift und ein offenes, weites Herz für die Jugend haft, fo wirft du auch Luft'verfpüren, mitzuhelfe«, mitzuarbeiten am Weiterbau der Wandervogelfache. Wohlan 1 Tritt herein in unfere Reihen! Du follft uns willkommen fein, die Jugend wird dir's lohnen. Klein, ganz klein hat der Wandervogel angefangen, aber er war ein notwendiges Heilmittel der Zelt, er war gut und fchon, und darum hat er foviel begeifterte Anhänger geworben. „Schön ift Qeringftes, das die rechte Form gefunden, Und wertlos Edelftes, von falfcher Form gebunden.* C?7**£*£ CPX2S. 2£>"<^fc ^^^^ INHALTSVERZEICHNIS Salt« 48 44 2 9 28 Ach, Blümlem blau . Ach Eislein, liebes . Ach Oott, wie weh tut Ade zur guten Nacht All mein Qedanken . Als die Preußen marfchierten 163 Als die" wunderfchöne . . 81 Als Ich ein Jung Gefeile war 127 AlswIrjüngftlnRegensburg 148 Am Montag fängt die Wochen an...... 106 As Deandl mitn rotn . . 210 Auf dlefer Welt hab Ich . 42 Auf jenem Berge, da . . 143 Auf-m Wafa ...... 237 Aus Lüneburg fein ... 180 Bei Waterloo, da fiel . . 175 Bin i not a luftiger ... 146 Bin 1 net a Pürfchle auf der 213 Bift du des Gold[chmteds. 19 Brüder, Bruder, wir muffen 172 Brüdor, freut euch . . .198 Brüder, uns ift alles gleich 176 Da droben auf jenem Berg« 7 Da drunten In dem tiefen. Da Jefus In den Garten -''. Dans, dani, Quiefeiche. . Das Lieben bringt groß . Dai da min Leerten büft. Del oben uff em Bergli . Der bltnde Joft hat eerie Deeren. ...... 206 Der grimmig Tod ... 106 68 107 210 83 32 219 Seite Der helle Tag bricht an . 10 Der Jäger in dem grünen 132 Der König von Sachjen . 199 DerKuckuck auf dem Zaune 228 Der mayen, der mayen. . 125 Der Mond ift aufgegangen 114 Der Winter ift vergangen . 121 Des Morgens zwifchen. . 174 Die Binfchgauer .... 131 Die Fraa wollt uff . . . 234 Die Gedanken find frei . 118 Die Leineweber .... 227 Die liebe Malenzelt . . .125 Die Reife nach Jütland . 179 Die Rofen blühen im Tale 189 Die VOgleln In dem Walde 230 Do drobn af dem Bergal. 153 Dort niedn In jenem Holze 31 Dort oben, dort oben vor . 109' Drei Laub auf einer Linden 20 Drei Lilien, drei Lilien. . 138 Droben Im Oberland . .138 Du mein einzig Licht . . 23 Durchs Wiefetal gang 1 . 56 El Büble, wennft mich fo. 151 Ei Mutter, Hebe Mutter . 156 Ein Bäumlein ftand . . .155 Ein Falindrich zog zum . 190 Ein Jäger aus Kurpfalz . 137 Bin Poftknecht Ift ein . . 147 Ein Schfifef Ober die Brücke 90 Big Schifflein fah Ich . . 177 BinfchwarzbraunesMädchen 188 17 Seit« Ein Vogel wollte Hochzelt 228 Ei, was bin i für e luftiger 207 Es blies ein Jäger . . . 136 Es blühn drei Rofen. . . 98 Es Burebüebli mah-n-1 nlt 40 EsdunkeltfchoninderHeide 111 Es, es, es und es ... 11 Es fiel ein Reif .... 78 Es freit ein wilder ... 75 Es fuhr {ich ein Pfalzgraf. 69 Es geht eine dunkle Wölk 6 Es hatt ein Bauer drei. . 205 Es hätt e Bur . . . ' . . 82 Es hatt ein Bauer ein fchönes 232 Es hatt ein Schwab ein . 211 Es ift der Morgenfterne . 67 Es ift ein Ros enrfprungen 92 Es ift ein Schnee gelalien 70 Es ift ein Schnitter . . . 102 Es liegt ein Schloß ... 70 Es reit der Herr und auch fein Knecht ..... 63 Es reit der Herr von Fal- kenfteln ......60 ' Es reiten drei Reiter . . 86 Es reiten itzt die ungrifchen 171 Es ritt ein Herr mit feinem 64 Es ritt ein Reiter fehr wohlgemut ....... 89 Es ritt ein Reiter wohl durch 65 Es ritten drei Reiter . . 8 Es (aß ein Käfer auf m Bäumel ......229 Es faß ein Käterlein . . 18 Es faß ein klein wild . . 36 Es foall fich doach Kaaner 152 Es ftahd eine Lind im tiefen 84 Es fteht ein Baum . . . 57 Es fteht ein Lind. . . .' 5 Selb Es taget vor dem Walde . 24 Es tönt des Abendglöck- lelns Schlag..... 112 Es war ein Markgraf . . 68 Es waren drei Gefellen . 220 Es waren einmal drei Reiter 87 Es welken alle Blätter . . 142 Es wohnte eine Müllerin . 141 Es wohnt ein Müller . . 236 Es wollt ein Jägerlein jagen 40 Es wollt ein Mägdlein früh aufftehn ...... 135 Es wollt ein Mägdlein tanzen 83 Es wollt ein Mägdlein wohl 84 Es wollt einmal ein edler. 66 Es wollt ein Schneider. . 223 Es wollte fich einfchleichen 37 EtwaffentweKünigeskinner 77 Feinsliebchen, du follft mir 32 Frau Nachtigall, kleins. . 43 Frifch aufl Frifch aufl . . 203 Frifch auf, Soldatenblut . 165 Gar hoch auf jenem Berge 232 Gar lieblich hat fich gefellet 21 Gefegn dich Laub ... 1 Gefternbei Mondenfchein 41 Glück aufl Glück auf!. . 139 Gott gnad dem großmäch- tlgften Kaifer .... 158 Gut Gfell, und du mußt . 6 Hab mein Wage voll V. , . 147 Hanfei, dein Gretelein .'» . 157 Hans Naber, ick hebb et ju 201 Herzlich tut mich erfreuen 120 Horch, was kommt . . .130 Hört, ihr Herrn . . . .116 I bin a Steirabua. . . .119 Ich armes Maidlein klag . 46 Ich bin ein jung Soldat . 165 Seite iahin.....1 durch einen . . 122 emol..... 214 e Nacht geträumet 53 lein Feinsliebchen 35- nir eines erwählet 154 nir mein Weizen . 215 ein Sichelein . . 47 i mein Hörn . . 45 : an diefem Ringe 150 auf einem hohen . 81 ein Maidlein . . 17 mir ein Liedlein 215 gern (Ingen . . 33 en Hannoveraner. 174 fe nich . ... 78 i (ind..... 142 ?, ich muß ... 5 er Stüebeli . . .213 Nacht..... 115 !in nun .... 183 von Bremen . » 201 n mar gien. . . 172 • der Kirchturm .212 ig i ans Brünnele 55 M der Marfch ins ....... 168 nmt die Zeit . . 128 Jen wir zum Tor . 13 von Nepomuk . . 108 ner, keine Kohle . 34 Bnrer Tod ... 162 (Rhein. . . ■. .187 um, Gefelle min .' 20 \ fingen .... 93 Jallerfchönfte Stadt 161 teh auf ... . 106 etmold ..... 186 ng im Garten . . 79 Luftig ifts Matrofenlebn . Maria durch ein Dornwald ging........ Maria wollt einft .... Meerftern, ich dich grüge. Mei Mutter mag mi net . Mein Schatz, der ift auf die Mir ift ein fchöns brauns Maidelein..... Mit Luft tat ich Ausreiten Morgen marfchleren wir Morgen will mein Schatz verreifen..... Musketler {eins luftge . Muß 1 denn, muß i denn Nachtigall, ich hör dich Nimm fle bei der. . . Nu lat unz fingn . . . Nun ade, jetzt muß ich. O Schipmann, o Schipmann O Strasburg .... O vijand, wat .... O wunderbares Gluck . Prinz Eugenlus, der edle Regina wollt in Garten gehn Rofeftock, Holderblütl . Schätzchen, fag, was fehlt Schatz, mein Schatz. . Schau gts auffi .... Schirrt die Roffe . . . Schlaf, melnKindelein,fchlaf Schlaf fanft und wohl . Schon ift die Jugend . Schwefterlein.Schwefterlein, wann gehn wir. . , Setzt zufammen die Gewehre Sie gleicht wohl . . . S ifch aben e Mönfch , S ifch no nit lang . . 17' Seite t alles dunkel. ... 54 I • klois Vogerl . . .231 grün als IJt.„ .... 42 in, fpinn, meine liebe. 151 ng auf, fpring auf . .136 ld ich auf hohem . . 80 i nur auf..... 140 in zwei Stern am hohen 114 ben ift ein fchwere Büß 52 , {tili, füll..... 101 z ruber, tanz nfiber. . 208 Berge, da geht der . 99 dorbi wahnt hei . . .144 I unfer lieben trauen . 91 i Hans haut Huasn. . 235 [tohlen geht der Mond 111 Luzern uf Wäggis zue 156 l Himmel hoch ... 100 ch auf, meins Herzens chöne...... . 14 zh auf, wach auf, mein chatz allein..... 86 reinftelnbayrifcherHufar 188 r ich ein wilder ... 47 s hab ich denn ... 50 s helfen mir taufend . 197 swolInwiraufdehAbend 113 iß mir ein Blümli blaue 25 nn alle Brünnlein . . 44 Wenn der Topp aber Wenn ich auf Amorbacl Wenn ich ein Vöglein Wenns die Soldaten. Wer bekümmert fleh < Wer große Wunder . Wie kommts, daß du Wie mache« denn Schneider? . . Wie |cheint der Moi hell..... Wie fchön blüht um Maien .... Wir preußijchen Hujar Wir zogen in das Fei< Wo bift du denn geblie Wo e kleins Hüttle fte Wo find ich dann . Wo gehft du hin . . Wohlan die Zeit . . Wohlauf, ihr Wanders i Wohl heute noch und Wo foll ich mich hinket Wunderfchön prächtig;; Zehntaufend Mann . Z Lauterbach hib i . Zu öftreich liegt . . Zu Regensburg auf de ZuStraßburg auf derScfc Rotationsdruck von Oscar Brandstetter In Leipzig- I