0, I J 'l > . \J D* Dn\*eid)nifs im* § A. Sit fedmip S. Hoehgeb. Herr Cuny, Regicrungs-Präsident Herr von Cocls, Landralli der Sladt Aachen „ Alerlz, Dr. . „ Bayer, Ger. ... „ Beissel-Cliorus. . , ... „ Berger ••-... ;/ liertel, Uhrmacher . •'..,• „ von Bessel , Oberst. Adj. . „ Beys , Jos...... „ Bock , C, P. , Professor „ Breda, Conr., dirigent der Armen-Ver ■waltungs-Commission I. Abtheilung „ Bresser, Kleidermachcr . „ Brockmaim..... „ Busch , Notar ..... „ Ciaessen, Consist-Rath und Kanonikus „ Ciaessens, Ober-Post-Seeretair ; . „ Ciaessens , Fr. Post-Sekretair „ Charlier, Fr. Willi. „ Cohen , Zahnarzt .... „ Conlzen , Regierungs-Referendar . ,, Dilschneider , .1, W,, Oberpfarrer zum 1 Peter . . ' . IP Deutz , Theod. . r Dcwildt ...... „ Emundts , Oberbürgermeister. ' . „ Fasbender , Lehrer fl Faulhau . . .... „ Fincken , Math., Priester und Oeconom im Marianischen Biirgerspital „ Foersler , Arn.., Lehrer an der höhern Bürgerschule . . , ;/ Frantz, Gerichtsvollzieher lt Freuten , Priester und Religions-Lehrer am Gymnasium .... „ Friedrich, Post-Secretair. Funcken, Severin , Priestor . ' von Fürth , Regicrungs-Rath., „ Gatzcn, Heinr..... ermt 3*ub|mbaiteu. Herr Gculjans , L. G. Präsident Exempl Gillhausen, R, Lehrer. Gorisscn , Dr....... van Gülpen , J...... •Haagen, Fried., Lehrer an der hohem Bürgerschule ', . , „ Habes ....... „ Hahn , 'Dr...... „ flasslachcr , Landrath d. Landk. Aachen „ l{avers, Kanonikus am hiesigen Collegiat- Stift...... „ Heucken , Conr. . ' . ,z Hirsch, Dr., Taubstummen Lehrer „ Höing, Peter, Uhrmacher „ Holmüiat, Haupt-Zoll-Amts-Assistent „ van Iloutern , Jgn. „ Hoyor ...... „ Hund , Sc.hul-Inspector . „ Ilungs, Willi, „ . . - . „ Jacobi, Rentmeistcr u. Sleuoreinnehmer „ Jansen , W. J..... „ Jardon , Jos., Stadtrentmeister .„ Jbels , Präsident cles Raths der Werk verständigen..... „ Junghlulh, Justizrath etc. „ Jungblulh, A. A. Franz, Advoeat'Amval „ Kaalzer t Pet. .... „ Kaentzeler, Theodor . . . „ Kaltcnbach,Lehrer a.d höh. Bürgerschule ;/ Keulen,- Pfarrer im Thercsianischen Jiist „ Kesselkaul, Dr, . . . „ Klausener , A. . . . ,, Klee, Theodor . . . „ Kloth , G , Pfarrer z. ii, Jacob „ Kockerols , Jac. „ Koelges , Dr, Apotheker. „ Koenen , Advocat Anwalt ;/ Koenen, Dr. .... „ Krämer, F. L, Sladl-Archivar Herr Kremer, J, A., Priester Kribben , Dr., Direclor d, hol und Gewerbscbule Krauthausbn , Dr. . Küchen, Advocat Anwalt . Kü Exernp BürRer- ippers ....., Külgens , BaieriscW Consul. Külgens ...... Lafaye , Haupt-Zoll-Ainls-Controlcur Lambe'rs, Dr...... Lamprecht, Haupt-Zoll- Amis Assisst. Laufls , Dr. . . . ..-',. Lekeu . . . ' Lersch-Dupont. .... Lingens , P. ,T. •. . s . Louis« Lehrer an der Karlssrhule . von Eüdemann , Polizei-Direetor . Maycr'sche Buchhandlung Malmedie, Ed.....- Marbaise , Luis .... M.dare Jos. ..... Graf Mengden • . Menge , Dr, Gyuinasial-Oberlehrer i\lünehs, Oberbürgermeislerei-Sekrelai Müller , E. Dr. Apotheker . Müller , A. C., Fabrikant . Müller, Dr. und Gymnasial-Oberlehrci MürckenSj Oberpfarrer zum h. Fuilau und Ehren-Kanonikus. . . < Neüosseu-Kollcler, C. . , . . Nellessea, Hcinr. . ." ... Nullcsscn, L., Ohurpfarrer z. h. Nicolas . Neubaus , Gerichtsvollzieher ., Neumanu , Dr...... De Nys, C. Hauptmann etc. L.-G'.-Rath Nücker, Jos....... Nuellens , L. . . , . Nullen , Ueinr...... Nutten, Ileinr. Städtischer Angentolll'.'i im Leihhausc • Oebeke , Dr. Gvmnasial-Oberlehrei' Oeder, K....... Olles, 1. „ .. • Exemp Herr von Orsbanb, Ehren-KanoniousundGym- uasial-Oberlehrer .... „ Packenius , Fr., Advocat Anwalt . „ von Pallandt..... „ Pascal , Notar ..... „ Pauli , Ileinr. ... . „ Premper , Wcgebaü-Jnspcctor „ Preston , Lehrer der Engl. Sprache „ Ouadflieg, Advocat Anwalt . „ Kadermaoher , Pet,. . ' . „ Rill'art, Apotheker. . „ Ritz , Regierungs-llatb .... 10 t/ Jloderbourgj Dr. .... „ <\a\\ Sartorius , Dr. (/ Saurth , Jos...... „ Schageri , Ueinr..... „ Scbcrvier , J, Ger. , . . „ Schervier, J. Ph..... „ Schillings, Math..... „ Schoen, J. J., Dr., Gymnasial-Direkt „ Sommer, Dr. Apotheker „ Start/ , Golthard .... „ Stoltenhot' , Ew. .... „ Slürlz , L G. Referendar „ Talbol , Jul. ..... „ Tln»walt , L, G , Raih „ Tilmanns, Beigeordneier Bürgermeister „ Thissen , Landgeriehts-Sekretair . „ Thomas, Fried. , Maler. ;/ Tbywissen , Com. .... „ Veiten, Dr..... ii Vygen , Job, Pet. . . . ' . „ Urlichs, Fr..... „ Wagener....., „ Wetzlar . Dr. . ' , // Wergifosse , N. . „ Wcycrs, Werner . . . . „ Winkelmann ; Pfarrer d J'.vang. Kiichi „ Zilterland , Dr. MedieinaL- und Regie rungs-Ralh , „ Zurhelle, Königl. Commer/icn-Uatll unt Beigeordneter Bürgermeister ,. Zur Hosen , Über-Postdirckior IB. Sit $8urtfcJ>dt>, Exempl. Heri Braus, Pfarrer der Evang. Kirche . 1 „ Hermannj J. N. J. . . : . 1 „ Kaiser, Apotheker j • 1 „ Keller, P., Pfarrer zum h. Johann . 1 „ Kuck, J. W., Pfarrer z. h. Michael und Dechant ...... 1 Herr von Loevenich , Barth. . „ Ortmanns, n. d. Steinen Brücke ,/ Schrick, C. „ Strom, J. A., Bürgermeister „ Umlauf , Kreis-Wundarzt . Eicmpl, c. Hochgeb. Herr Graf von Renessc , auf seinem Schlosse unweit Koblenz . . 1 „ Joppen, Ed., von Begden und Rimburg, Mitglied derPermanent- Stände der Provinz Limburg und Ritter des nieder], Löwen Ordens 1 „ von Fisenne , Kanonikus auf seinem Schlosse Kaisersruhe . . 1 Herr Bohlen , Vicar in Brand ... 1 „ La Complettc für das Königl. Provincial- Archiv in Düsseldorf. 1 „ Finken, Math., Pfarrer in Hahn . ,• { „ Finkenberg, kalhol. Pfarrer in Stollberg . 1 Hamacher, Pfarrer in Brand . Juncker , Pfarrer in Bardenberg . Kessels, D. J. A., Vicar in Merkstein Körvqr , Jos , Pfarrer in Villen . Kühl , Pfarrer in Laurenzberg bei AI denhoven ♦ Lambertz , Pfarrer in Hergenrath. Lammerlz, .1. H., Vicar in Waldfeucbl Meuser , Fr. W., Vicar in Montjoio Pauli, Fr., Pfarrer in Eilendorf. Rick , Pfarrer in Büsbach . Zeyen, Leon., Pfarrer in Merkstein Zimmermann, Pfarrer in Broicb u. Dechant 3UiffrtlüiO>e Pnidvfcl)lcc. Seite 6 Zeile 2 und Seile 7. /.eile 5 lese P.illaste. — Seile 9 voh unten Zeile 2 lese Stablo. Seite 15 Zeile 26 lese Pabstc. Seile 20 Zeile 22 lese Erzkapcllan. Seile 27 von unten Zeile 2 Seite 28 Zeile 2 Seile 39 Zeile 22 und Seile 54 Zeile 18 lese Lotharingen. Seile 29 Zeile 12 lese Nona. Seite 32 Zeile 13 lese Castrura. Seile 32 Zeile 18 lese Entsatz. Seile 41 Zeile 4 lese der — Benedictiner, Seile 45 von unten Zeile 3 von seinem. Seile 53 Zeile 15 lese mit deirt, Seite 56 von unten Zeile 3 lese der in. Seile Ii4 Zeile 20 lese sein altes und Seile 7Ü Zeile 20 lese der. 3iad)tn t>mr ton giawltttgirtt. Hie Stadt Aachen liegt in einem angenehmen Thale, das einein Kessel ähnlich ist, dessen Ränder sich sanft erhöhende Anhöhen bilden. Im Durchschnitle hat das Thal andcrthalhe Stunde in der Länge und heinahe eben so viel in der Breite. Hügel und Thäler durchziehen dasselbe fast in allen Richtungen und geben ihm ein wellenförmiges Ansehen. Wasserreiche Bäche , die meistens von Westen nach Osten und Norden das Thal durchschlängeln, benässen und machen es fruchtbar. Daher es überall freundliche Niederlassungen darbietet. Einer der Hüeel , welcher fast am Fusse des der Stadt südwestlich gelegenen Waldgebirges sich erhebt, streift aus der Aachener Heide ostwärts eine gute Strecke mitten durch die Stadt. Am östlichen Ende des Marktplatzes senkt er sich allmählich der Komphaushad-Strasse zu. lieber seinen Rücken führt die Land- slrasse von Aachen nach Lüttich. Am südlichen Fusse dieses Hügels, wo er, vom Marktplatze, jähe Abhänge hat, sprudeln aus Felsen- rilzcn die (obern) J ) Thermalquellen hervor, in einer Tiefe, zwischen der Hof- und Ursuliner Strasse, die durch die untere Bücheistrasse nach der Pelcr-Slrasse sich erstreckt. Diese Quellen haben den Anlas« zur Entstehung der Stadt 2 ) und deren Benennung gegeben. In der JNähe derselben siedelten sich Römer an , und Francken setzten den Anbau fort. Wahrscheinlich war die hiesige Ansiedelung der Römer nicht so wichtig, dass derselben eine eigene Benennung beigelegt worden wäre. Auch findet man bei keinem Schriftsteller der Römer eine Erwähnung >j Die Untern Thermalquellen an und in der Komphausbad-Strassc scheinen sich später gezeigt tu haben. Fermuthlich erst im \2ten Jahrhundert bei Anlegung der Mauern und Gräben der innen Stadt, wodurch der Johunnis-Bach , welcher dieses Thal durchmesst , in sein jetziges Holt eingeengt worden ist. 2) Auch die Anhöhen , welche das enge Thal bilden , in dem das Städtchen Jiurtschcid zum Thcü gelegen, enthalten solche Thermalquellen , die in der Tiefe desselben hervorkommen , und ebenfalls die Entstehung des Städtchens veranlasst haben. S. meine Geschichte der Reichs-Abtei Ihnl- seheid. S. 59 etc. — 2 — unseres Ortes. Erst seil u«r Mitte des 8ten Jahrhunderts wird dieselbe in den Urkunden Aquis grani, bei Schriftstellern aber Aquis genannt. Das Aquis ist demselben offenbar der Thermalquellen wegen beigelegt worden uud grani von dem Beinamen des Apoll granus , den die Römer bei solchen Gewässern verehrten. Es lässt sich eher annehmen , dass der östliche sogenannte Granusthurm des jetzigen Rathhauses auf die Grundlage eines römischen Apolltempels ruhet, als dass ein Römer Namens Granus denselben habe erbauen lassen. Dieser Thurm geht tief in die Erde. Sein unterirdischer Raum ist aber sehr verschüttet und die Treppe unbrauchbar geworden. Es ist schon oftmals von mehren der Wunsch ausgedrückt worden , dass der Thurm von seinem Schutte befreiet und die Treppe , wo möglich wieder hergestellt werden möge, damit sein unterirdisches Mauerwerck von Sachkennern genau untersucht werden könne , ob dasselbe römischer oder fränkischer Construclion scie. In unsern Zeiten, in welchen man so viel für Kunst und Wissenschaft unternimmt , lässt sich dieses erwarten. Die deutsche Benennung unserer Stadt, nämlich Aachen, derivirt sieh von der, wie die hiesigen Einwohner noch in der Mitte des zehnten Jahrhunderts in ihrer fränkischen Sprache den Ort nannten, nämlich : Ahha , das ebenfalls Wasser bedeutet. Im ehemaligen Lande der Eburonen, v/o nachher die Sunicker und Tongerer sich mit den Uberen begrenzten, die Diocesen Köln und Lüttich sich trennten, und in deren Umgegend das Atuatuca der Eburonen zu suchen ist , dessen eigentliche Lage zu ermitteln wohl eine vergebliche Bemühung bleiben wird , fanden die Römer unsere Thermalquellen , und licssen sich bei denselben häuslich nieder. Münzen, Inschriften , Ueberbleibsel der Bäder und eine Wasserleitung beweisen ihren hiesigen Aufenthalt. *) Bei der Untersuchung des Bodens in der Eselsgasse im Herbste des Jahres 1822 , um die beabsichtigte Wasserleitung zu dem neuen Thormal-Trinkbrunncu auf dem Friedrich-Wilhelms-Platze anzulegen, fand man in einer Tiefe von 7—8 Fuss einen in drei Stücke zerbrochenen gemeisselten Sandstein mit der verstümmelten Inschrift: FORT----------------------- TV _____Lt. E. LOCI. CA. VDDNIVS. GAIVS. LinIVIR. AV. V. ») Siehe codex diplomat. aquen, N. 15. pag. 11. 2 ) Die Aechtheii beinahe aller in Fr. Meyers Aachenschen Geschichten gegebenen römischen Inschriften wird von Kennern bezweifelt. Der Verfasser hatte dieselben nur in Abbildungen mit der Fcrsiche- runq erhallen , die Originalien wären einst in und bei Aachen ausgegraben worden. Soicohl die Mittheiler als der Nachcrzähler tverden wohl mit denselben hintergangen worden sein. Das im verflossenen Jahrhunderte an der Münsterkirche ausgegrabene Bad , wird eher ein christliches Taufbad , als ein römisches gewesen sein. S, die gediegene Abhandlung: das Grabmal Karl d. G, von Um. Professor Bock. Aachen 1837- - 3 - welche Dr. Fiedler, Gymnasial-Oberlchrcr in Wesel , in der Rheinischen Flora vom Jahre 1826 N°. 190 so herstellt : FORTVNAE ET. TVTELE. LOCI. CA. NDDNIVS, GAIVS. In u I VIR. AVGV. „der Glücks- und Schutz-Göttin des Ortes hat der Kaiserliche Priester Candidinius Gajus seine Gelübde gelöst/' Als man in dem folgenden Jahre mit der Kanal- und Röhrenleitung anfing, sticss man in der besagten Strasse unweit des Kaisersbades auf römische Fundamente von ausserordentlicher Festigkeit, welche mit den bald darauf folgenden unterirdischen Felsen die Arbeit nicht wenig erschwerten. Die gesagten Grundmauern bestanden aus zwei übereinander liegenden und auf mehren kleinen viereckigen Pfeilern ruhenden Gewölben , welche einen Raum von 17 Fuss Länge und eben so viele Fuss Breite einnahmen , und aus vielen Backsteinen von antiker, vielfältiger Gestalt, von denen einer mit LEG. VI VrC. (Legio Vi. viclrix) gestempelt ist. Solche Backsleine sind mehrmals bei Anlegung von Kellern , Regenwasser-Behältern u. s. w. unter den der untern Büchelslrasse rechts gelegenen Häusern in Menge gefunden worden , die wohl zum Abflüsse des Wassers der Bäder gedient haben werden. Ebenfalls fanden sich vor ungefähr 6 oder 7 Jahren unter dem an der Mislgasse gelegenen Hintergebäude des an der Kölnerslrasse befindlichen Hotel de l'Europe solche römische Backsteine. Im Jahre 1838 wurden durch Graben nach Lehm, in einem der Sladt südwärts t jenseil des vom Adal- hertslhore nach Bartscheid führenden Vcrbindungs-Weges , in der Richtung nach der Frankenburg, gelegenen Felde , Reste einer Römer-Wasserleitung entdeckt. — Die aus gebrannter Erde bestehenden Röhren, durch welche das Wasser fortgeleilel worden ist, lagen zwischen zwei festen Mauern, die aus Bruchsteinen aufgeführt waren , welche mit Kalk , worunter Wassersand mit Kieselen gemischt , verbunden waren. Jede der besagten Röhren war, ohne ihre Fugen, zwei Fuss lang und 10 Zoll hoch. Die Platten , mit welchen die Wasserleitung überdeckt gewesen war, fehlten. Sie weiden wohl in frühem Zeilen zu einem andern Gebrauche weggenommen worden sein. Einige der Röhren waren auf dem obern Bande mit dem gemeldeten Legions-Stempel versehen. Die sechste Legion wird wohl lange hier gestanden haben. Sie kam unter Domilian in die Gegenden des linken Rheinufers gegen den balavisehen Empörer Civilis und dessen Anhang. — Zu welchem Gebrauche diese Wasserleitung den Römern gedient habe, kann nur vermuthet , aber schwerlich gründlich erwiesen werden. Dass durcli sie der römischen Niederlassung trinkbares Wasser soll zugeleitet worden sein, lässt sich nicht annehmen; denn nur in der alten oder innern Stadl finden sich Spuren vom Aufenthalt der Römer , die aber von der mehrgemeldelen Wasserleitung durch ein nicht enges Thal getrennt , das durchflössen wird, von dem Paubaehe, der in diesen Zeiten , mit dem Paunellbaehe einer und derselbe war. Vielmehr scheint hervor zu gehen , dass die _ 4 — Römer vor clor jclzigen südlichen Stadtmauer ihre Steinbackciei gehabt , zu welcher diese Wasserleitung ihnen gedient habe. Bei der Anlage der Gärten hinter den in der Neustrassc vor der Stadt links gelegenen Häusern ist eine grosse Anzahl Bruchstücke solcher aus gebrannter Erde bestehenden Backsleine ausgegraben worden. Diese Gegend ist an solcher Tbonerde «ehr ergiebig. Andere meinen dass hier eine grossarlige Anlage der Römer gewesen sei. Im Anfange des Uten Jahrhunderts wird in Urkunden einer Mauer erwähnt, die in der damaligen hiesigen Volkssprache Bruel genannt wurde , welche aber nachher so verschwunden ist , dass man nicht genau mehr wusste , wo sie eigentlich gewesen., und was man aus ihr machen sollte. In der Urkunde Heinrichs II. vom Jahre 1018 ') , mit welcher er an die Abtei Burlscheid schenkte das Territorium , welches die Herrschaft Burlscheid bildete , heisst es bei deren Grenzbezeichnung : von dem Kreuze bis an die Mauer Bruel , dann durch die Wiese des Münsterstifts bis an die Worm , und jen- «cit der Worm bis zu der andern Mauer -), fort durch die Wiese des gemeldeten Stifts bis in den Ecver- bach. 3 ) Diese andere Mauer für eine Forlsetzung der Mauer Bruel zu halten, lässt sich so leicht nicht annehmen , mit einer andern Urkunde des genannten Kaisers von demselben Jahre schenkte er dem von ihm dotirteu Adalbcrtsstift , was von der Mauer Bruel dem Stift zu gelegen war, ohne die schon früher an die Münsterkirche geschenkten Wiesen auszunehmen, die doch zu der Herrschaft Burtscheid nie gehört hüben. Hieraus folgt doch ziemlich deutlich, dass nur die erste Mauer und nicht die zweite Bruel genannt worden ist. Die Mauor Bruel machte nach der ersten Urkunde die Grenze zwischen der Besitzung der Abtei Burtscheid und der des gesagten Stifls. Diese Grenze durchschnitt den obigen Kanal, und zwar, wo die Mauer Bruel war , sie mag nun mit diesem Kanal in eine Verbindung gestanden haben , oder eine Hervonagung dessen Mauerwerks gewesen sein oder nicht. Es ist genug , dass hier die Scheidung zwischen des Aachener Reichs und der Herrschaft Burtscheid gewesen , und noch zwischen den Bürgermeistern von Aachen und Burlscheid ist. Jenseit der Worm machte der alte Lauf des Beverbaches von jeher die Grenze aus. Die hiesigen Ansiedelungen der Römer wurden im 5ten Jahrhundert nach Christi Geburt durch die Einfälle der Vandalen, Alanen, Sueven und andern barbarischen Völker in das römische Ober- und Nieder-Gcrma- nien , und einen Theil von Gallien , wie an andern Orten , zerstört. Kaum waren aber diese Zerstörungs- Kinfällc vorüber, so zogen die heimathlichen Ställen nicht nur die noch übiig gebliebenen allen Einwohner wieder an , sondern die Eroberer Hessen sich auch dort nieder , denn aus deren Trümmern entstanden ') Siehe Geschichte der Reichs-Abtei Burlscheid. 1834. Seite 204. Urk. 4. s ) Dass diese Mauer auch Bruel genannt worden ist , sagt die Urkunde nicht, s ) Schade, dass die Schenkungs-Urkunde dieser Wiese an die Münsterkirche nicht mehr vorhanden ist, sie würde uns über diese Mauer mehr Aufklärimg geben. — o — leichter neue Wohnsitze , und an solchen Orten fand sich schon eine gewisse Cultur des Bodens vor. Diesem wird es auch zuzuschreiben sein , dass die meisten Römer-Anlagen spater , als fränkische Villen und Pfalzen wieder gefunden werden. Jtadfitt unter ton $avdxn#mu Als die Ripuarischen Franken unsere Gegenden in Besitz genommen und in denselben sich häuslich niedergelassen halten , stellten sie die zerstörten Wohnsitze der Romer nicht nur zum Theile wieder her , sondern führten auch dort neue Bauten auf. Wenn die Urkunde des Austrasischen Königs Siegbert II. , welche Browcr *) und nach ihm Ilonlheim 2 ) bekannt gemacht haben, nicht zu offenbare Unrichtigkeiten enthielt, als dass sie für acht zuhalten wäre, so hätte der gemeldete König im Jahre 653 sich in dem Pallaste Aacheu aufgehalten , und dann wäre das Dasein eines Pallastes Aachen unter den Merovingern constatirt. Die Vorfahrer der nach Karl d. G. genannten Karolinger waren einer der vcrmögenslcn und vorzüglichsten Familien der Franken. Sic waren nicht nur jenseit der Maas , sondern auch diesseit dieses Flusse« stark begütert. Nach ihrer Besteigung des Königsthrones sind ihre PrivatbesiUuugen mit den Königlichen Kammeigütcrn vereinigt worden. Der h. Clotulf, Sohn des h, Arnulf und Oheim Pippiu If, halte Besitzungen zu Burtsckeid und Villen, auf welchen er in der ersten Hälfte des 7ten Jahrhunderts Kirchen bauen liess, und dadurch Anlass gab zur Entstehung der Abtei Burtscheid. Sein Sohn Arnulf vermehrte diese Stiftung mit dem , was er an beiden Orten von seinem Vater erbte, und Pipin II. mit seiner Gemahlin Plectrud , schenkten derselben , was sie allda besassen, 3 ) Da nun diese so berühmte fränkische Familie in der Nähe unserer Thermalquellen begütert war, halle sie auch bestimmt Kunde von denselben erhalten , und wahrscheinlich dort einen Pallust bauen lassen , welche der Kenig Pippin 753 bestimmt bewohnte, in welchem Jahre er am 26- August dem Kloster Soreze im Gau von Toulouse zwei Güter und eine Kirche schenkte. Die Schenkungsurkunde ist gegeben Aquis gram palatio regio, vel publico 4 ) wie Aachen unter den Karolingern und noch später in den 0 Anliq. et Annal. Trevir, T t /. p. 354. *) Mist. Trerir. diplomaU T, 1. p, 81. 0 S. meine Geschichte der Abtei Burtscheid. S. 57 — 61. und Itk. 1. 4 ) ßaluze CapiUil, Regnm Francorum T. II. p. 1391, etc. — 6 - allda ausgestellten Urkunden genannt wird. Den Winter des Jahres 7G5 brachte der König Pippin im Pallast Aachen zu, auch leierte er in der hiesigen Pallast-Kapel'c das Weihnachts- und Osterfest ■), Von dieser und nicht von der spätem Aldcgunde-Kapelle hat Aachen seine französische Benennung Aix-la- Chapelle erhalten , wie unten weiter die Rede sein wird. Durch die Villen oder Königshöfe ward das von den oben angefahrten Völkern verwüstete und entvölkerte Land wieder allmählig , obgleich noch sehr sparsam , angebaut, welcher Anbau durch die Einthci- lung desselben in Gauen gehoben wurde, so dass schon unter den Mcrovingcrn mehre Königshöfe bekannt waren. Den schon zu blühen anfangenden Zustand unserer Gegenden unter der eben genannten Königs-Dynastie beweisen mehre Dörfer, die als längst bestehend in den nachherigen Urkunden angerührt werden. Dergleichen sind in unserer Umgegend: Laurenzberg , Würselcn, Bardenberg, Afden, Merkstein, Kirchrath, Eichelshoven , Simpelfeld, Walwieler, Villen, Vaels, Gimmenich , Monzen, Lonzen , Walhorn etc. Wenn auch nicht alle diese Genannten zu den Zeiten der Merovinger Dörfer, so waren sie doch Landgüter, aus denen bald Dörfer entstanden sind, In den Villen und auf den Meierhöfen der Könige, die bei ihren Reisen und Jagden ihnen zum Aufenthalt dienten , befanden sich Kapellen. Von diesen datirt sich das hohe Alter mancher Pfarrdörfer , und von jenen die spätere Gestaltung einiger derselben in Städten. An den Kapellen werden wohl Geistliche angestellt gewesen sein, die den Gottesdienst, in denselben verrichteten und die Aufsieht darüber hatten. Bekannt ist es, dass gut fundirte Stifter und reiche Klöster dieser Zeiten auf ihren weitschichtigen Besitzungen Kapellen mil einer Wohnung für einen oder mehre ihrer Mitglieder bauten , die den Gottesdienst in denselben hieltet! , und in der Seelsorge der auf den Gütern sich angesiedelten, und deren Wirtschaft treibenden Familien aushalfen. Die Schenkungen an solche Kapellen waren Eigenthum des Stifts oder Klosters, das sie hatte errichten lassen , und den Kirchendienst darin besorgen Hess. Zur Verwaltung des den Kapellen nachher zu Theil gewordenen Vermögens und die Aufsicht des in denselben zu haltenden Gottesdienstes, ward ein Geistlicher bei denselben angestellt , den man gemeinlich Preposilus (Vorsteher , Probst) nannte. Als in der Folge durch Schenkungen und Vermächtnisse (TWien) die Einkünfte solcher Kapellen sich vermehrten, und die Seelenanzahl der zur Bewirtschaftung der Gründen ansässigen Familien stieg , wurde in gleichem Verhältnisse die §eclsorge ausgedehnter , und folglich mehre Geistliche erforderlich, so dass diese endlich sich zu neuen klösterlichen Anstallen bildeten. Auf diesem Wege sind mehre Stifter und Klöster entstanden. Beinahe ein ähnliches Vcrhältniss hat auch bei den Kapellen in den Villen und auf den Königshöfen Stall gefunden. Auch bei diesen war einer, dann mehre Geistliche nöthig, denen dieselben Verpflichtungen >lagi n , nur dass diese von den Einkünften der Villen und Palläste beköstiget, wurden. Zwar geschieht vor Karl d. G. weder eine Erwähnung von Geistlichen an der Kapelle im Paltaste Aachen ') in aquis villa, Jqitis grani, Annal, Laurkh. Einhardi Annal. Annal, metens. et lieginoms chro- nicon. hei Perlz. Monum. Germern, hist. T. 1. pag. 144 und 145. 334. 557, >i)i 4 — noch von Dotationen an dieselbe. Allein wenn auch der König Pippin während seines Aufenthaltes in dem genannten Pa'.laste den Gottesdienst in der Kapelle von den an seinem Hofe sich immer aufhaltenden Geistlichen hat verrichten lassen , so hatten sich doch damals schon einige bei dem Pallaste angesiedelt, denen zu ihrem Gottesdienste und ihrer Seelsorge , besonders bei Abwesenheit des Königs stabile Priester erforderlich waren. Dass die Ansiedelung bei dem Pallast erst 'mit Karl d. G, angefangen habe, lässt sich daher nicht annehmen, weil Einhart den Ort ein Flecken Vicus x ) nennt und ein Flecken ist, besonders zu diesen Zeiten nicht unter der Regierung eines Königs entstanden. Aller Wahrscheinlichkeit nacli sind die , in der gemelten Kapelle fungierenden Priester von den Einkünften des Pallastcs beköstigt worden , yon welchem sie den der Kapelle westlich dicht angelegenen Theil desselben bewohnten. Vielleicht waren diese Geistliche ursprünglich Mitglieder des von dem Hausmeier Pippin auf einem steilen Felsen 2 ) an der Mündung der Vcsdre in die Maas gegründeten , und dotirten Klosters , und erkannten dessen Abt als ihren geistlichen Vorsteher. Dieses Dafürhalten wird dadurch wahrscheinlicher , weil beide Kapellen — die zu Aachen und die zu Chevremont — der Jungtrau Maria , Mutter des Hsilandes gewidmet waren, und weil die in der Nähe von Chevremont gelegenen Palläsle , Jupille und Herstal von jeher den Karolingern gehörten. 3 ) Nachdem Karl d. G. Pallast und Kapelle von Grund aus hatte neu erbauen lassen, machten diese Geistliche ein selbständiges und von Chevremont unabhängiges Kloster aus, und wählten sich aus ihrer Mitte einen Abt , unter welchem sie nach der Regel des h. Benedict lebten. Seit dem häufigen Aufenthalte Karl d. G. und Ludwig des Frommen in dem Pallaste Aachen nahm die Zahl der Einwohner des Fleckens beträchtlich zu. Daher wurden im gleichen Verhältnisse mehre Geistliche an der Kapelle erforderlich, indem dieselbe die einzige, nnd also auch die Pfarrkirche im Orte war , und die Bencdictiner an derselben die Seelsorge sämmtlicher Bewohner zu besorgen hatten. Weil nun jene aus bestimmten ihnen angewiesenen Gefallen des Pallastcs ihren Unterhalt und ihre andere Be- 1 ) Vicus , vici caslella et pagi sunt , qui nulla dignitatc civitatis honorantur sed rulgari hominum coetu incoluntur, du Cange Glossar, 2 ) Nachher Chevremont bei Lüttich genannt. 3 ) Dass nach Peter a Beeck, in seinem Aquisgranum , und aus diesem Gelenius de magnitut. urhis colon t , die K. Fr, Meyer in seinen Aachenschen Geschichten S. 91. Note 1, ah seine Gewähr- »länner anführt , Karl d. G, 20 Geistliche aus dem Kloster Sinzich an der Ahr ohnweil dem Rheine an seine Ilofkapellc Aachen versetzt habe , ist durchaus unhaltbar; denn die beiden Geschichtschreiber geben keine Quelle ihrer Sage an , und weder Einhart , Karl d. G. Biograph noch eine Urkunde des Miinsterstiftes thun Meldung von derselben, die bestimmt daher entstanden ist, weil die genannten Schi iftsteller dafür hielten, dass vor Karl d. G, weder ein Pallast noch eine Kapelle Aachen gewesen seien, und die Schenkungs-Vrkunde , mit welcher der Kaiser Lothar 855 Sinzich der Münsterkirche gab , nicht angesehen haben, Codex diplom, aquen. N, 3. pag. 3. ~ 8 — dürfnisse bestritten , so roussten auch ihre Einkünfte vervielfältigt werden, welches dann nach und nach geschehen ist, wie die Urkunden 42 und 43 nachweisen '), hierin werden wohl die Dotationen Karl d. G. und Ludwig des Frommen , von denen die Geschichtschreiber Meldung thun , bestanden haben, Die erste Güterschenkung an die Kapelle irn Pallasle Aachen ist, wie schon oben angedeutet , vom Jahre 854. 2 ). Der König Pippin starb am 24 September 7G8. Fünfzehn Tage nachher wurden seine Sohne zu Königen ausgerufen , als Karl in seinem 27 Jahre war. Am 25 Decemher des gemeldeten Jahres feierte Karl d. Gr. das Weihnachtsfesi in dem Pallasle Aachen. 3 ) Arn 13. Januar 7G9 schenkte er allda der Vbtei Sl, Denis , in deren Kirche sein Vater der König Pippin, beerdigt worden war , das St. Deodat Kloster im vogesischen Walde. 4 ) Der eben gemeldete Pallast ist bestimmt nicht der gewesen , welchen Karl d. Gr. hat bauen lassen. Ebenfalls geht aus Obigem deutlich genug hervor, dass vor Karl ein Pallast dachen exislirt hat. Jn welchem Jahre aber Karl mit dem Bau des neuen Pallastcs angefangen hat , ist aus Mangel Jer Nachrichten darüber nicht genau zu bestimmen. Nach den Chroniken soll Karl denselben haben errichten lassen 795 bis 97. Vermuthlich hat aber der Bau desselben im Jahre 778 angefangen. Einbart, insgemein Eginhardt genannt, sagt nur: „Karl halle Vorliebe für Aachen, vorzüglich der warmen Quellen wegen, denn er ergötzte sich an den Dämpfen der von Natur warmen Gewässer, indem er seinen Körper durch häufiges Schwimmen übte , worin er so rreschickt gewesen , dass ihm hierin mit Recht keiner vorgezogen werden mag, deshalb baute er zu Aachen seinen Königssitz., und wohnte allda in den letzten Jahren seines Lebens fortwährend bis an seinen Tod. 5 ) Nach den Trierischen Gcsla e ) soll Karl d. G. viele Prachlwerkc von Marmor und Mosaik , die nach der fünfmaligen Zerstörung und Verheerung der Stadt Trier , noch übrig waren, von dort habe abfuhren lassen, um seinen Pallast Aachen zu zieren. Vom Jahre 769 bis 777 scheint Karl den Pallast Aachen nicht besucht zu haben. Erst im Dezember ') Codex dipl, aquen. pag. 29. und 30- -) Cod. dipl. aquen. N. 3. pag. 3. s ) Annal, Laurcsheim, in villa , quae dicilur aquis. Einhardi Anna!. Aquasgrani bei Perlz. I, c. pag. 14G und 47. 4 ) Uouquet scriplorcs verum gallicarum. T V, pag. 712. Böhmer Regesta chronologico-diplomalica Karolormn. Frankfurt am Main 1833. Da dieses Werk die Belege zu meiner Geschichte chronologisch enthält , und sie vollständig und richtig nachweiset , so kann ich fuglich die vielen Noten der Cilaten in dieser Schrift weglassen, indem man sie in der von Böhmer leicht nachsehen kann. s ) Einhardi vita Karoli M. er recensione Pertzii, Ilannov. 1829. pag. 42. nach der l'ebersetzung von Klinisch in Karl d. G. von Btcdow Altana 1814. '•) Gesta Trcrirorum iniegra roh A pag* 81. Edit. nora de 1836. Erehcr in commentario ad Auso- nium mosclIanuM, _ 9 _ des letztem Jahres 777 gab er allda die likunde, mit welch.er er die Freiheiten des zu der Abtei St. Denis gehörigen Klosters Salona bestätigte. Am 3ten Mai 779 verfugte sich der Abt von Chevremont, Ermenhard, zu Karl d. G., der sich damali im Pallaste Herstal ') aufhielt, und Iiess sich von ihm die SliT(urir; und Dotirung durch den Hausmeier Pinpin, den Karl seinen Proavus 2 ) nennt, mit den übrigen Besitzungen seines Klosters, das nach der Urkunde im neuen Schlosse gelegen war , bestätigen , über welche sein Kloster noch nichts Schriftliches besass 3 ). Die Besitzungen desselben waren: llermalle-sous-Argenteau bei Vise am linken Maasufer in Ilas- oder Hesbanien, Budel in Taxandrien in Holland ■, Vilvord in Braband, im Hennegau Hrinio , Hriniolo , Chuinegas mit der Kirche zu Walderiago, ferner Acbiniagas und Altporto, welche das Kloster gegen Awanha eingetauscht hatte, und einige Mansen zu Angelgiacas im Lütticher Gau, die es ebenfalls durch Tausch mit, dem Servasslifl in Maslricht erhallen, endlich in Lominger Gau Fraxin insgemein Frasne in Braband. Die Merovingischen Könige sollen den Felsen Chevremont befestigt und der Hausmeier und Gemahl der Begga, Ansigisis soll auf demselben einen Pallast gebaut haben. *) Daher er auch eine königliche Villa genannt worden ist, 5 ) Schwerlich wird das novum Castellum auf den Pallast Aachen zu deuten sein. Weder Urkunden noch bewährte alte Schriftsteller legen denselben diese Benennung bei. Es wäre auch ziemlich unpassend gewesen im Jahre 779 den PalJast Aachen so zu nennen, dessen Bau damals kaum angefangen hatte. Durch Miraeus e ) irre geführt, habe ich in der Geschichte der Ablei Burtscheid ') die Kapelle im Pallaste Aachen für das besagte novum Castellum unrichtig angegeben, Dass der Felsen Chevremont befestigt, und auf demselben ein sehr festes Schloss sich befand, welches bestimmt das novum Caslcllum gewesen ist , geht daraus hervor , weil die Mönche der Ablei Stabloj 883 mit dem Körper des h. Remadus sich in das feste Schloss Capraemons d, i. Chevremont flüchteten , aus J) Jlaristallio palatio, \. Lieue unterhalb Liittich am linken Maasufer. 4 ) I'ippin 11. von Ilerstal war der Sohn des Ansigisis und der Begga , Tochter Pippm 1. ton Landen und Enkel des h. Arnulf (Arnold) , der nach Absterben seiner Gattin Bischof zu Metz ward, Pippin starb <"14 su Jupille, sein Sohn Karl Märtet int 741 gestorben und dessen Sohn Pippin II. wurde 7f>2 König der franken. Er starb 768 und ihm folgte ah König, sein Sohn Karl d. G. L'art de terifier les dales. T, 1, pag. 531 - in folio. •■>) Cod. diplcm. aquen. Urk. {■ pag. 1. *) Chcsquiire Acta ss, Belgii selecta. Brunei, 1789. T, V, pag. 113. s) jW. de Falois et D, Germain Traite des palais im iten Buch des h' erket Mabillon de re diplomatica, 6J Opera diplom. T, J, pag, 490, ') Seite 47. 2 — 10 — Furcht vor den mit Feuer und Schwert Alles verheerenden Normäimern. ') Doch über Chevremont wird nuten noch mehres zu sagen sein. Im Mai des Jahres 780 licss Karl die Sliflungs-Urkunde des Klosters Neustadt im Spessart im Pallasle Aachen ausfertigen. Seit dem Jahre 777 ist er bis zu dem obigen Jahre urkundlich nicht in Aachen gewe- sen. Der Bau des neuen Pallasles wird jetzt wohl grösslentheils beendigt gewesen sein. 777 erlässl er ein Circularschreiben an die Bischöfe und Aebte seines Reichs, mit welchem er befahl an ihre Stifte und Klöster Schulen anzulegen , in welchen vorzüglich Grammatik nebst der Rechen- und Gesang-Kunst gelehrt wurde. Dieses Gesetz schärfte er 789 nochmals ein. 2 ) In dem Pallaste Aachen errichtete Karl eine Bibliothek und eine Art von Akademie , indem er mehre Gelehrte aus England , Italien u. s. w. dahin berief, durch welche der Uuterrieht an seiner Hofschule verbessert wurde, s ) Karl d. G. kam 781 in Parma in Bekanntschaft mit dem gelehrten und vielseitig gebildeten Englander, dem berühmten AIcuin, der eben auf einer Reise nach Rom begriffen war. Karl Hess sich mit demselben in eine lange Unterredung ein , in welcher der König wahrscheinlich sein Vorhaben, sein Volk durch solide Wissenschaft zu veredeln aussprach , und seine Verlegenheit, dazu tüchtige Männer zu erhallen , ihm mit- theille. AIcuin versprach dem Könige, ihm hierin behülflieh zu sein. Nachdem AIcuin das ihm Aufgetragene zu Rom bei dem Papste glücklich verrichtet hatte., kehrte er nach England zurück, von wo er mit einigen seiner Schüler als Gehilfen im Jahre 782 in das Frankenreich kam. 788 überwinterte Karl im Pallaste Aachen , feierte am 19. April 789 das Osterfest ; und erlässt am 23. März das Capitular 4 ) aijuis graneuse, welches in 8 Kapiteln Vorschriften für treistliche und polizeiliche Sachen enthält 5 ), 794 brachte Karl den Winter im Pallasle Aachen zu und verweilte allda bis Juni 795. Nach dem Osterfeste Hess er in demselben eine Kirchenversammlung halten , auf welcher am G. Mai entschieden wurde , dass von den München der Abtei Fuld der Zchenten ihrer Güter zur Bewirlhung der Reisenden und Unterhaltung der Armen verwendet werden solle. Am Ende Octobers des gemeldeten Jahres war er wieder in Aachen , feierte das Weihnachtsfest , und empfing die Gesandlschaft des am 26. Dezember erwählten Pahstes Leo , die ihm die Schlüssel zum Grabe des h. Petrus und die Römische Stadtfahne überbrachte. Einen Theil des von dem Herzoge von Friaul den Hannen abgenommenen Schatzes, schickte Karl nach Rom , den andern aber verlheille er unter seine Hofbeamlen. Am 3- April 796 feierte er hier das Osterfest. J ) Chesquiäre l c, T. 111. pag. 493. 2 ) Baluse h o. T. 1. pag. 207 und 237. *) Siehe hierüber Lorenz Leben AIcuin», Halle 1820. *) Capitular d. i, ein unfeiner Reichsversammlung von dem Könige mit Zusiehung der Stande ge- inachter Reichssch hiss. *j Baluze I. c. T, 1. pag 209. Hl - 11 - Im das Jahr 796 fing der Bau der neueu Hofkapelle (Münsterkirche) an. Einhalt sagt von diese Baue ') »Karl haute zu Aachen ein Münster von gar grosser Schönheit , und schmückte es mit Gold und Silber und mit Fenstern, auch mit Giltern und Thüren von gediegenem Erz. Zu dem Baue desselben liess er die Säulen und Marmorsteine aus Rom und Ravenna 2 ) herbeischaffen , da sie anderswoher nicht zu haben waren. Früh und spät, zur Messe wie zur nächtlichen Hörn, ging er, so lange es sein Gesundheitszustand erlaubte, stets unverdrossen in die Kirche , und trug grosse Sorglalt, dass Alles, was darin gethan wurde, mit möglichster Wohlanständigkeit geschah, indem er die Kirchenwärter häufig erinnerte, dass sie nichts Ungeziemendes oder Unreines weder hineinbringen noch drinnen bleiben Hessen. Heiliges Geräth von Gold und Silber, desgleichen priesterliche Gewände Schafte er in solcher Menge darin an, dass bei der Feier der Messe nicht einmal die Thürsteher — in ihrer gewöhnlichen Kleidung ihr Amt verrichten durften. Das Vorlesen und den Gesang verbesserte er aufs sorgfältigste , denn er verstand sich auf Beides gar wohl , obschon er selber nie öffentlich vorlas und nicht anders , als halbleise und mit andern gemeinschaftlich sang, ic • Nach dem oben angeführten Geleniaa 3 ) soll Karl d. G. dem Gereonsstifte in Köln die Herrschaft Viersen geschenkt haben, weil er auf dessen Eigenthum in der Pfarre Kriel zwischen Effern und Köln , deu Marmor gewonnen , mit welchem er seine Hofkapelle Aachen zierte. Gelenius, der sein Buch beinahe S40 Jahre nach Vollendung und Ausschmückung der hiesigen Münsterkirche durch Karl dem Drucke übergab , führt (ür das von ihm Gesagte weder eine Urkunde noch einen wichtigen Schriftsteller an. So lange die besagte Karolingische Schenkungs-Urkunde über Vierssen nicht vorliegt, ist das von Gelenius geschriebene mit Rocht, für eine unbegründete Sage zu hallen. Nach der Chronik von Verdün *j sollen zu Karls Bauten schwere Quadersteine von dieser Stadt gekommen sein , wo er die Stadtmauern mit ihren Thürmen halte schleifen lassen. Ansigis , Abt der Abtei Footanell in der Normandic unweit Rouen soll den Bau des Pallasles und der Kirche geleitet haben, 5 ) Diese Ehre wird insgemein dem Einhart oder Eginhart 6 ) , der damals noch ein Jüngling war, unrichtig beigelegt. Er wird zwar Aufseher der Königlichen Gebäude Aachens genannt. Als er aber dieses Amt verwaltete , waren Pallast und Kapelle schon fertig. Allein auch das Fertige bedurfte der Aufsicht eines Bauverständigen, und mancher Thcil wird wohl später ausgebaut worden sein. J ) Fita car. M. oap. 26. s ) Mit Einwilligung des Papstes Hadrian. Siehe, dessen Antwortschreiben an Karl bei Jiouquet l. c. T, V . png. 581. und Miraei I. c. T. 1- png. 643- :l j I. c. pag. 261- 4 ) tlugo florin. chrotu Virdun. ad an, 788. bei Jiouquet l, c, T. J . pag. 373- 4 j ITAcherii spicilcgium. Mit. 2 h in 4 10 . Parisiis 1659. T, Hl. pag. 233. 8 J Zu diesen Zeiten lebten zivei berühmte Einharten, die jüngere Schriftstelle) sn einem gemacht haben. — 18 - Der Pabst Leo III. weihet« dio neuo Pallast-Kapelle im Jahre 804 , '» Gegenwart einci- grossen Anzahl Bischöfe und Fürsten ein. Um Weihnachten 790 kam nach Aachen zu Karl sein Sühn Pippiu, den er mit einem Italienischen und Baierischcn Heer im Sommer gegen die Hunnen gesendet halle , und brachte ihm die reich« Beute seine» siegreichen Feldzuges. Karl überwinterte in seinem neuen Pallaste Aachen, resütuirle am 31. März 7,97 dem Grafen Theodold seine Güter , nachdem derselbe vor dem Gerichte der Franken sich ausgewiesen, dass er an der Rebellion des Pippin ') gegen das Leben und Reich des Königs keinen Antheil genommen hatte. Am 23. April feierte Karl das Osterfest , und begab sieh nun Ende Frühlings nach Sachsen , kehrte aber bald nach Aachen zurück , wo er den Sohu des nach Mauritanien vertriebenen Königs Ibin-Mauge aufnahm , und von dem Abgesandten des der Jnsel Sicilien vorgesetzten Palriciers Nicolas Briefe des Kaisers in Konstantinopel empfing. 2 j Am 28- Octob. liess Karl in Beisein der ansehnlichsten der Sachsen das Capitular Saxonicum anfertigen und begab sich dann wieder mit einem Heer nach Sachsen. 79S feierte Karl die Weihnachten im Pallaste Aachen und empfing daselbst die Gesandten der Kaiserin Jrene , und die des Königs Alfons, welcher Geschenke aus der bei der Eroberung Lissabons den Mauren abgenommenen Beute schickte. Karl blieb nun in Aachen bis Ende Juni 899. Im Oclober aber kam er aus Sachsen nach Franken zurück, und war um Weihnachten in Aachen, wohin ihm der Graf Wido Siegeszeichen aus der unterworfenen Bretagne brachte. Von dem Patriarchen von Jerusalem Johannes erhielt Karl Geschenke, die er durch Abseiidung des Priesters Zacharias mit Gegengeschenken erwiedern liess. Jene Geschenke bestanden vorzüglich in Reliquien , zu welchen aller Wahrscheinlichkeit nach die sogenannten grossen Heiliglhümer gehört haben werden. 3 ) Anfangs März 800 reiste Karl von hier nach der IWdküste. Jm Juni begab er sich nach einem kurzen Aufenthalt in Aachen, über Mainz nach Italien , und gelangte am 24. November in Rom an. Am 22. December kam der Priesler Zacharias von Jerusalem zurück, und in Rom bei Karl an , nebst zwei Mönchen , welche der Patriarch mit den Schlüsseln des heiligen Grabes , denen des Calvarieubergs und einer Fahne sendete. Als Karl am Weihnachtsfeste vor dem Grabe des. h Pelrus knieend sein Gebet verrichtet halle, setzte der Papst Leo eine Krone auf dessen Haupt , während das Römische Volk zugleich rief : Carolo Augusto, a Deo coronato , magno et paeifico imperatori Romanorum vita et vicloria. (Heil und Sieg, dem von Gott gekrönten , mächtigen, grossen und friedfertigen Imperator der Römer.) Karl reiste erst den 25 April ') Sohn Karls von einer Beischläferin. Einharl L c. Cap. 20- l ) Annal, lauris. et Einhardi Annal. hei I'crlz. I c. pag 182 et 83. *) Siehe meine Beschreibung der Münsterkirche 1825- Sed et monachtts quidam de Hierosolima veniens, benedictionem ct. rcliquias de loco resurrcctionis dominiew , qua; Palriarcha regi miscrat, detulit. Einhardi annalcs et Annalcs Lauriss. ad hoc annum bei Pertz. L c, pag LSG und 87- — 13 — 801 von Rum ab und langte im Spätjahr wieder in Aachen an , wu er im November eine Kirchen- versainmlung hallen Hess und überwinterte. Nach der Lebensbeschreibung Karl d, G. von einem unbenannteu Mönch war 801 in Aachen und den benachbarten Gegenden ein Erdbeben , dem Menschensterben folgte. ') Am 20. Juli 802 langte der Jude Isaac in Aachen an , und übergab dem Kaiser die Geschenke des Königs von Persien A.iron , bekannter unter dem Namen Ilaroum al Raschid , Kalif von Bagdad, unter welchen der Elephant , welcher Abulabaz hiess. Nach der Anekdotensammlung über Karl d. G. von einem Mönch des Klosters St. Gallen "-) befanden sich unter den Geschenken auch Affen , Balsamöl, vielerlei Salben, Farben und dgl. Auch befanden sich dabei ein Zell und ein Stundenmesser aus Messing, mit mechanischer Kunst wunderbar zusammengesetzt, auf welchem sich nach einer Wasseruhr ein Zeiger durch zwölf Stunden drehele, mit eben so viel ehernen Kügelchen , die, wenn die Stunden voll waren , auf ein drunter gestelltes metallenes Becken fielen , und durch ihren Fall das Becken klingen machten. Wobei zugleich zwölf Reiter nach der Zahl der Stunden durch zwölf Fenster hervorkamen , und durch den Stoss des Heraustretens eben so viel Fenster, die vorher offen standen, schlössen. — Auch zwei Leuchter aus Messing von wunderbarer Grösse und Schlankheit. Welches Alles in den Pallasl Aachen zum Kaiser gebracht wurde. Der Elephant aber kam ein paar Jahre vor den übrigen Geschenken Aarons , wie der ächte Text Einhalts richtig enthält. Im October des Jahres 802 wurde in dem Pallasle Aachen eine grosse Kirchenversammlung gehallen , welcher Paulinus , Patriarch von Aquilea Statt des Pabstes präsidirte. Karl überwinterte in Aachen und feierte allda das Weihuachts- und am IG- April 803 das Osterfest. Am 13- Juni war er wieder in Aachen, wie auch um Weihnachten, In dem eben angeführten Jahre wurde der Pallast Aachen von Erdbeben erschüttert. 3 j Im November des Jahres 804 ertheilte er aus seinem Pallaste Aachen eine Urkunde, und als er die bestimmte Nachricht erhielt , der Pabst Leo wolle Weihnachten mit ihm feiern, schickte er demselben seinen Sohn Karl bis zum h. Moritz , einer berühmten Abtei in Savoyen , entgegen. Er selbst kam mit dem Pabst in der Stadt R hei ms (Remis civitale) zusammen , und feierte mit ihm das Weilmachls-Fest in der Villa Crecy (Carisiaco villa). Hierauf verfügte sicli der Kaiser mit dem Pabste nach Aachen, wo dieser die 1 ) Käroli M. vita a monacho quodam. pag. 58- Edit. argentorati 1685. 2 ) Sie sind ums Jahr 884-87 geschrieben worden, und verdienen als alte Nachrichten wohl, aber doch behutsam beachtet zu, werden, wenn aber seine Angaben mit Einhart und andern altem bewährten Schriftstelleren in Widerspruch stehen, verdient er toenig Glauben. Die Fabeln, welche ein Dichter von Karls Leben wahrscheinlich im Anfange de.-: \2ten Jahrhunderts unter dem Namen des Erzbischofs von Reims , Türpin erdichtet hat , sind längst ah solche anerkannt und bedürfen keiner weitem Widerlegung. 3 ) Regino. chronicum bei Pertz I' c, pag, 5(33- _ U — Münsterkirche weihete ') und am ßten Januar 805 das Drcikünigenfesl feierte, worauf der Kaiser iLn reicli beschenkt durch ßaicrn bis Ravenna begleiten licss. Die Bauten des Pallasles und des Münsters waren nunmehr beendigt , und das Kaisers- auch Konigs- Bad genannt, hergestellt. Das Ganze war von einer Mauer eingcf'asl. Die Construclion des Pallastcs und seiner Gebäulichteiten anzugeben , ist die Aufgabe der Archäologen. 2 ) Es ist eher anzunehmen , dass Pallast und Kirche , wenn auch einen grössern, doch aber denselben Raum eingenommen haben., welchen der vorige Pallast mit seiner Ilofkapelle einnahm, als dass bei deren neuen Anlage man sich nach den Räumen und der Lage eines anderswo vorhandenen Pallastes gerichtet habe. Ebenso wird dabei die Beschaffenheit und Lage des zu bebauenden Raumes berücksichtigt worden sein. Der Haupllheil des Pallasles nahm bestimmt den Plateau, oder das Ende des oben gesagten Hügels , das jetzige Rathhaus und den Marktplatz ein, Die übrigen Gebäude werden sich wohl über die südlichen und nördlichen Abhänge des Marktplatzes und dessen östliche Senkung erstreckt haben, vielleicht auch noch über einen Theil des Rückens des Hügels, d. i. die nunmehrige Jakobstrasse, Hinter dem jetzigen Rallihausc westwärts an dem Kalschhofe waren vielleicht zuerst die Stallungen für die Königlichen Pferde, deren Raum das nunmehrige geräumige Schul- und andere Gebäude einnehmen. Mit jenen sind in der Folge die Grafen von Schieiden belehnt worden. Noch vor dem erschrecklichen Stadtbrande vom Jahre 1G5G standen auf diesem Räume Gebäude, über welchen sieh die Tuchhalle befand , und die in den alten Schriften des Kaiserlichen oder Schleidcner Lehen Ställe genannt werden, Sie gehörten zu diesem Lehen , wie auch die zwei neben dem Garten des Ralhhauses und einige an der Krämer-Sirasse, dein Katschhofe zu gelegenen Häuser. Das Klostergebäude der Benedicliner, welches , wie oben schon angedeutet worden ist, der Ilofkapelle' westlich anlag , sticss an diese Ställe, sein Garten aber nahm den jetzigen Klosterplatz ein, dehnte sich bis hinter die besagten Ställe aus; und hat wahrscheinlich an die Jacobstrassc, Klappergasse uud Rcnn- bahnslrasse gegrenzt. Die Lage des Münsters war merklich tiefer als die des Klostergcbäudes und der Ställe, Die Wohnung des (Hof-) Bischofs war aller Wahrscheinlichkeit nach der Ilofkapelle ostwärts. Vielleicht nahm sie den Raum des jetzigen Chors der Kirche ein. Auf den Räumen der Häuser der Hofslrasse , und der an diesen stossenden Kräinerstrasse , war die Curia. Oberhalb derselben dem Marktplätze zu wird die Aula zu suchen sein. , Die Hofstrasse endigt sich südostwärls an eine enge Tiefe, in welcher die Thermalquellen hervorsprudeln, und die in den Urkunden des 14ten und l^ten Jahrhunderts „auf den heissen Born-' genannt wird. -) Codex diplom, aque.n. N t 44, pag. 31. a ) Siehe die gediegene Schrift ■ Nolien archäologische Beschreibung der Münslerhirche und des Pallastes Karl d G, Aachen 1818- — 15 — Ein Säulengang verband den Pallast mit der Hofkapelle , der, wenn man sich die spater angebauten Kapellen und den Chor der Kirche wegdenkt, über den Katschliof muss geführt worden sein. Einhart schreibt von demselben im 32ten Kapitel der Lebensbeschreibung Karl d. G,, in welchem er die Vorzeichen des herannahenden Endes desselben angibt : „Der Säulengang den er zwischen dem Münster und dem Königliehen Pallaste mit mühsamem Bau aufgeführt , ist am Tage der Himmelfahrt unseres Herrn durch einen plötzlichen Einsturz bis auf die Grundlagen zusammengesunken," Wahrscheinlich durch ein starkes Erdbeben, denn einige Zeilen weiter heisst es: „Hierzu kam ein häufiges Wanken des Aachener Pallastes, und ein unaufhörliches Knarren des Täfelwerks in den Zimmern, worin er gewohnt. Auch wurde das Münster, in welchem er nachmals begrabeu worden, im Donnerwetter ge trollen , und der goldene Apfel , womit des Daches Spitze geschmückt war, von einem Blitzstrahl zerschlagen, und über das Haus des Bischofs , das dem Münster benachbart lag , hinweggeschleudcrt." j^In demselben Münster , war auf dem Bande des Simses , so im Innern der Kirche zwischen den pberu und untern Bögen rings umlief, eine Inschrift, mit Mennig geschrieben , welche enthielt , wer der Gründer dieses Tempels wäre, und in deren letzter Zeile die Worte zu lesen: Carolus prineeps (Fürst)." Hier ist nun von einigen bemerkt worden, dass in seinem Todesjahre wenige Monden vor seinem 11 iniritt die Buchstaben , die das Wort Prineeps ausdrückten , also erloschen, dass sie durchaus nicht weiter sichtbar waren." Am 20. April des Jahres 805 feierte der Kaiser Ostern im Pallaste Aachen , in welchen Tlieodorus der Cagan der Hunnen zu ihm kam , und ihn bat , ihm und seinem von den Slaveu bedrängten Volke neue Wohnsitze zwischen Sarvar, und Heimburg an der Donau zu gestatten, was Karl genehmigte. Hierauf sendete er seinen Sohn Karl mit einem Heer nach Böhmen, wo dieser den Herzog Bocho tödlclc und das Land verwüstete. Im Juli reisele der Kaiser von Aachen über Dicdenhofen und Metz in die Vogeseu zur Herbstjagd. ') Am 6ten Februar 806 iheilte Karl sein grosses Reich unter seine drei Söhne ; Karl, Pippin und Ludwig. Er Hess die Theilungs-Urkunde von den fränkischen Grossen beschwören und versah sie mit verschiedenen Forschriften. Einhart wurde beauftragt dieselbe dem Papste Leo in Rom zur Unterschrift vorzulegen. Im Juni war der Kaiser wieder in seinem Pallasle Aachen. Nachdem er seinen Sohn Karl gegen die Soraben au der Elbe gesendet halle, und dieser zu Seile an der Maas siegreich zu ihm zurückgekehrt war, begab sich der Kaiser nach Aachen , wo er die Weihnachten und am 28- März 807 die Ostern feierte. Vor Weihnachten dieses Jahres war Karl wieder in Aachen , und blieb allda bis Anfangs April 808 , feierte den IG. des genannten Monats die Ostern zu Nimwegen, uud kehrte im Mai nach Aachen zurück , wo er blieb und überwinterte. Als er im November 800 von der Uerbstjagd aus den Ardennen zurückgekehrt war, Hess er ein Con- O Einhard annal. bei Perlz. I. c. p. 192 und 93. - IG - cilium halten und gab das Capilular über Unterhaltung der Kirchengebäude. ') Er blieb nun in Aachen bis Ende April 810. Am 8. Juli dieses Jahres starb sein Sohn Pippin , im October machte der Kaiser im Pallaste Aachen eine friedliche Ucbercinkunft mit den Gesandten des Kaisers Nicephorus von Konstantinouel und des Königs Abulaz von Spanien. Auch erlicss er von Aachen aus das Capitular \on falschen Anklägern am Kaiserlichen Hoflager. 2 ) 811 hielt der Kaiser hier ein allgemeines Placilum und machte ein Testament über seine fahrende Habe. Um die Verlheilung der Almosen nach seinem Tode zu sichern, und Streit unter seinen Erben zu vermeiden , heisst es , habe er seine sümmllichcn Schatze und Baarschaften aus Gold und Silber an diesem Tage in drei Hauptabteilungen bringen lassen. Aus zweien derselben habe er sodann nach der Zahl der in seinem Reiche befindlichen crzbischöflichen Sitze ein und zwanzig Unlerabtheilungen gebildet , deren jede besonders aufbewahrt , besiegelt und mit dem Namen der betreffenden Städte überschrieben sei , um nach seinem Tode an deren Erzbischöfe ausgehändigt zu werden , welche jedesmal ein Drittel für sich behalten und die übrigen zwei Drittel unter ihre Suffragan - Bischöfe verthcilen sollten. Die dritte Hauptabteilung wurde zunächst dem tagliehen Gebrauche vorbehalten , sollte aber nach des Kaisers Tode , oder wenn er sich etwa freiwillig von den weltlichen Dingen zurückgezogen haben würde , mit allem andern Naehlass an Erz und Eisen , Waffen und Kleidern , Hausgeräthschaften jeder Art und namentlich auch der zahlreichen Bibliothek , deren einzelne Bücher nach ihrem Werlh zu veräussern wären, in weitere vier Theile gctheilt werden. Deren ersten bestimmte der Kaiser zu verhällnissmässigcr Vermehrung obi"er 21 Theile , den Zweiten seinen Kindern und Enkeln , den Drillen den Armen, den Vierten dem Hansgesinde des Kaisers. 3 ) Am 14. Juni 811 befand sich der Kaiser noch im hiesigen Pallaste , wohin or nach einer kurzen Abwesenheit im November zurückgekehrt war , und den er von nun an bis zu seinem Ende nicht mehr verliess. Sein Sohn Karl starb am 4. December dieses Jahres. Am 8- März 812 hielt der Kaiser .-ein Placitum und feierte am 4, April das Osterfest, Um diese Zeit licss er einen allgemeinen Convent halten,, u\)d entsendete den Bernhard , Sohn des verstorbenen Pippin , nach Italien. Im Mai 813 wurde der Kaiser auf der Jagd in den Ardennen von einem Fussübel befallen, und kehrte nach Aachen zurück , wo er einen allgemeinen Reichs-Convcnt 4 ) hielt , bei welcher Gelegenheit er J ) Balu.se l. c. Tom. I pag. 465. -) ßaluze l. c, T. I, pag. 473. ') Einhardi tita l c Cap. 33. 4 ) Auf den Reichstagen wurden Klagen geschlichtet , Recht gesprochen und allgemeine Gesetze gegeben. Zugleich auch die Kriegsvölker gemustert. Ebenfalls empfingen dann die Könige von ihren llnterthanen Geschenke, theils zum Beweise ihrer Ehrfurcht und Anhänglichkeit, theils bestimmt die nöthigen Ausgaben zu bestreiten, /Sie wurden jährliche Geschenke (annulia dona") genannt, und bestanden in Silber, Geld und Vieh, besonders in Pferden, Unter Pippin und Karl wurden diese Reichstage zweimal im Jahre gehalten. — 17 - seinem 211 diesem Zwecke herbferufe'nen Sohne Ludwig eine Krone aufsetzte und ilin zum Kaiser ernannte ; zum Könige von Italien aber machte er seinen Enkel Bernhard. Hierauf zog der Kaiser auf die Jagd in die benachbarten Wälder, von der er am 1. November zurückkehrte, Anfangs Januar 814 wurde Karl vom Fieber befallen und starb am 28. dieses Monats. Noch an demselben Tage wurde er in der Marien- oder Münslerkirche beigesetzt lieber seine Gruft wurde ein vergoldeter Bogen mit seinem Bildniss und einer Jnschrift errichtet, die also lautete : ,_,'n diesem Grabe ruhet der Leichnam Karls des Grossen und rechtgläubigen Kaisers , welcher das Reich der Franken ruhmvoll erweitert, das er sieben und vierzig Jahre lang glücklich regieret. Er starb ein siebenziger, im Jahre nach der Geburt des Herrn achthundert und vierzehn , der Jndiction ') im siebenten , am 28- Januar. *) lieber die unächtc pragmalica sanetio Karls d. G. , die unsere Chronikschreibern so arg mitgespielt hat , ist nicht nur in Einhalts Lebensbesehreibung Karls d. G , sondern auch in den gleichzeitigen Urkunden und bei den wichtigen Schriftstellern dieser Periode ein tiefes Stillschweigen, Geflissendlich sind hier Jahre , Monate und Tage, an welchen Karl d. G im Pallaste Aachen nach den allda von ihm ausgestellten Urkunden , mit Einklang der Schriftsteller dieses Zeitalters aufgestellt worden, um dadurch die Fabeln über ihn,, besonders die bei dem Absterben der Faslrada in Frankfurt den 10. August 794 sieh zugetragen haben soll, und die mit Eginhart und Emma , die man aber im Pallaste Ingelheim geschehen lässt, in ihrem wahren Werthe zu zeigen, welche Fabeln Schriftsteller eines von Karls Zeiten weit entfernten Zeitalters erdichtet haben , und die nur bei Romanen-Schreibern und Dichtern anzutreffen sein sollten, denn diesen muss solches überlassen werden, Ludwig der Fromme wurde noch als ein Kind durch den Pabst Hadrian in Gegenwart seines Vaters Karl d. G. am 15. April 781 zu Rom als König von Aquitanien gekrönt , nachher zu Orleans als ein dreijähriger Knabe bewaffnet, auf ein Pferd gesetzt und in sein Aquitanien eingeführt. Zehn Jahre nachher wurde er zu Regensburg wehrhaft gemacht. 799 unterzeichnete er im Pallaste Aachen die Schenkung seiner Tante Gisla an das St. Denis Kloster 3 ). Im August des Jahres 813 setzte ihm sein Vater Karl d. G. in der Hotkapelle Aachen eine Krone auf, und ernannte ihn zum Kaiser. Seine Brüder Pippin und Karl waren ') Diese Datirungsformel nahm Karl bei seiner Kaiserhbnung 800 an. Sie ist daher entstanden , weil wahrscheinlich um 333 nach Christi Geburt eine Vermögens-Steuer im römischen Reich eingeführt , deren Betrag für jede Provinz , jede Stadt , und jeden einzelnen Bürger alle 15 Jahre neu angesagt (indictum) tourde. Daher die jede 15 Jahre neu angesagte Steuer selbst den Namen Jndiction erhielt , d, i. die Bezeichnung eines Zeitraums von 15 Jahren Die Zahl der wie richten Jndiction wird meistens weggelassen. Man fing aber die Jndictioncu •*'< suhlen an vom dritten Jahre vor Christi Geburt. 2 j Sub hoc conditorio situm est corpus Caroli Magni atque orlhodo.ri imperalori«, qui regnum Fran- corum nobiliter ampliacit et per annos XLVll. feliciter tenuit. decessil sepluagenarius anno dni. DCCC.X111I. indictione f 11, I . Kalendas Februarii. Einhard Cap. 31. 3 j Bouquet l. c, T. f. pag. 7(i0, 3 — 18 — verstorben. Von dem Todestage Karls d. G, (28- Januar 814) rechnete Ludwig die Jahre seiner Kaiserlichen Regierung, Vom 23. April bis Ende September 814 blieb Ludwig in Aachen , wo wir ihn vom 19. November Ins Ende Juni 815 wieder finden, und von wo aus er meine Urkunden datirle, Verordnungen und Verfügungen crliess, von welelien die am 1. Januar 815 erlassene , die merkwürdigste ist. Er bestätigte nämlich seinem getreuen Johann , und dessen Erben einen im Narbonnergaü bereits gemachten und noch zu machenden Bil'an<> zu einem freien zinslosen Besitz , dergestalt, dass aucli kein Graf oder Richter über die auf solchem Gebiet angesiedelten Leute eine Gewall haben solle. Diese wird für die älteste erbliche Verleihung der Gerichtsbarkeit an Laien gehalten. Vom November des gen. Jahres bis Ende Juni , und vom 22- August bis Oclober erlicss Ludwig wieder mehre Urkunden aus dem Pallaste Aachen. Am Griinondonnerstage den 9. April 817 stürzte die hölzerne Gallerie , auf welcher der Kaiser aus der Kirche in den Pallast ging , ein , doch ohne ihn bedeutend zu verletzen. Der Einsturz geschah eben , als er mit einem Thcile seines Gefolgs (über 20 Mann) dieselbe betreten halte. Sie war nach dem ersten oben gemeldeten Zusammensturz von allem , abgestorbenen Holze erbaut. *J Im Juli desselben Jahres hielt er daselbst eine Reichsversammlung, auf welcher er seinen Sohn Lothar zum Kaiser , seinen Sohn Pippin zum König von Aquitanien , und seinen Sohn Ludwig zum König von Baiern ernannte. Ebenfalls gab er das Capilular über die Theilung des Reichs auf seinen Abslcrbungs- fall , unter seinen drei Söhnen 2 ) und das Capilular über das Münchsweseu 3 ), Er verweilte in Aachen bis Ende Juli, entfernte sieh dann auf einige Tage, und blieb hierauf allda bis Ende November, Den Winter des Jahres 818 brachte Ludwig in Aachen zu, feierte den 28. März Oslern, und verliess Aachen im Juli. In der letzten Hälfte des Augusl zog der Kaiser gegen die Bretagne , kehrte aber am 1. Oclober zu der Kaiserin Irmingard zurück , die am 3ten dieses Mohals starb , worauf Ludwig über Roucn , Amiens und Camrich nach Herstall, wo er die Gesandten des neuen Herzogs Sigo von Benevent , die der Abodriien , Borna's des Herzogs der Gudascaner , und des Liudewil des Herzogs von Nieder-Pannünien anhörte und dann nach Aachen eilte. Hier feierte er die Weihnachten , hielt eine Beichsvcrsammlung über die Angelegenheiten der Kirchen und Klöster, fügte einige Kapitel dem salischen Gesetz bei J ) und vermählte sich mit Judith der Tochter des Herzogs Weif. Das Jahr 819 brachte Ludwig mit seiner Gemahlin in Aachen zu , nur im Juli entfernte er sich auf einipe Tage, um in Ingelheim eine Reichs Versammlung zu hallen, wo er noch am 27. Dccenibcr anwesend war. In dem folgender. Jahre blieb er in Aachen bis Eudc April , hielt im Januar allda eine Beichsvcrsammlung und leierte am 8. April das Osterfest. ') Einhardi annal. bei Pertz. I, c. pag. 204. 23 Baluzc l. c. T. I. !>■ 573. <\) ßaluse 1. c T. 1. pag. 579. *) JBaluze '/'■ /. pag. 597' _ 19 - Auch in dem Jahre 821 überwinterte er im Pallasle Aachen, und erlheilte am 8. Febr. dem von ihm gerundeten Klosler Korneli-Münster am Indcn Fluss, ZolUrcihcit durch sein ganzes Reich. ') Dass die Gründunp der ehemaligen adeligen Reichsablei Korneli-Münster unter Karl d, G. vorsieh gegangen sein soll , widersprechen alle ächte Nachrichten. Der h. Benedict von Anian war unter Pippin und Karl d, G. am Ilofe, und soll an der Hofschule Pippins in den Wissenschaften unterrichtet worden sein. Kr zog sieh aber 774 in das Kloster S. Seine in Burgund zurück. , entfernte sieh nachher aus demselben, und baute eine Celle am Flusse Anian in Languedoc, in welcher er ein sehr dürftiges Eremiten-Leben führte. Der Ruf feiner Heiligkeit und Weisheit versammelte bald eine Menge Leute, die seinen Unterricht suchten, um ihn her, so dass er sich genölhigt sah die Celle in ein Kloster zu verwandeln , dem er als Al»t vorstand. Seit dem Jahre 793 widersetzte er sich mit allen Kräften den Irrlehren des Felix von Urghel. Er verbesserte die Bencdiclincr Regel , reformirle mehre Klöster , und gründete neue , daher er bei Karl d. G. und Ludwig dem Frommen in grossem Ansehen war und viel vermochte. Mit dem gelehrten Alcuin stand er in den freundschaftlichsten Verhältnissen. Ludwig , dessen Ralh er war , und der ihn in der Nähe des Pallastcs Aachen zu haben wünschte, überliess ihm, eine Gegend in dem Ardenncr Wald, der sieb damals bis an Aachen erstreckte, auszuwählen um dort seinen Aufenthalt zu nehmen und ein Kloster zu gründen. Benedict, wählte ein angenehmes Thal an dem wasserreichen Bache Indcn (Jnda), das 2 Stunden vom Pallaste südwärts gelegen ist und wurde so der Gründer der nachherigen berühmten Ablci Korneli-Münster. 2 ) Benedict präsidirte der auf des Kaisers Befehl im Jahre 817 im Pallasle Aachen gehaltenen Synode, und war deren Lenker und Hauptperson. Er starb am 12- Febr. 821. Der Kaiser hat dem Benedict den ganzen Districl des Ardenner-Waldes geschenkt , welcher über eine Stunde weil, dem neuen Kloster in der Runde umgab , und der in der Folge das Ländchen Corneli-Münster bildete. Jm Mai des eben angeführten Jahi-cs hielt Ludwig eine Reichsversammlung zu Nimwegen, auf welcher er die Theilung des Reichs unter seine Sohne von den Grossen beschwören Hess. Hierauf begab er sich nach Aachen. Diesen Eid Hess er am 1,5. Oelobcr auf der grossen Reichsversammlung in dem königlichen Pallasle Thionyille (Diedenhofen) allgemein wiederholen. Sein Sohn Lothar vermählte sich hier mit Irmingard . Tochter des Grafen Hugo, Den Winter und den Frühling des Jahres 822 brachte Ludwig in Aachen in, wo er am 19- März ') Codex diplomat. aquen, N Sü- \) Bollandus im Leben dieses h, Benedict sa) Eiuliardi annal. bei Paris. I- c. p. 211. -) Jiinhardi annal l. c. p, 215 __ 'Jl __ Die Strasse von Aachen nach dem Rheine lief der jetzigen Adalbertslrasse heraus , wo hei der nunmehrigen Ketschenburg eine Brücke üher die Worm war, diesen starken Bach nennt Einhart Vurmius. l ) Einige Tage vor dem Osterfeste 829 , war in Aachen hei der Nacht ein Erdbehcn , begleitet von einem überaus heftigen Winde , der nicht nur einen grossen Theil der Dächer der niedrigen Häuser des Flek- lcens wegnahm,, sondern auch viele der bleiernen Tafeln, mit denen die Hofkapelle pedeckt war, wegriss. ) Vom November 828 bis Ende Juli 829 finden wir Ludwig in Aachen anwesend , wo er auch den Winter von 829 und 830 verweilte. Während des Winters von 831 befand sieh der Kaiser in seinem Pallaste Aachen, Wie er dann fast immer allda überwinterte. Wenige Tage vor Weihnachten dieses Jahres kam sein Sohn Pippin , den er am 4. November auf die allgemeine Reichsversanimlung zu Diedenhofen vergebens eingeladen hatte, zu seinem Vater in Aachen , und als er von demselben ungnädig empfangen worden war , entfloh er in der Nachl des 26. Dccember nach Aquilanien. Im Februar oder März 833 erhielt Ludwig in Aachen die Nachricht , dass seine drei Söhne erster Ehe sieh vereinigt hätten und gegen ihn anrücken wollten. Hierauf begab sich der Kaiser nach Worms , Oonnatiae civitale), worauf er am 24 Juni mit seinem Heer gegen die Sohne anrückte. Der Pabst Gregor bemühte sich die Söhne mit dem Vater zu versöhnen und wieder zu vereinigen, Als aber Ludwig sich am 29. Juni von den Seinigen verlassen sah, und vom Plündernder Lauern bedroht, begab er sich in das Lager seiner Söhne. Diese verwiesen die Kaiserin Judith nach Torlona in Italien. Lothar führte seinen Vater, den Kaiser, gefangen mit sich,""von dem er seinen Halbbruder Karl trennte und diesen in das Kloster Prüm führen Hess. Am Vorabend von St. Andreas , den 29. November kam der noch immer gefangene Kaiser in Aachen an, als aber die andern Söhne., Pippin und Ludwig zu seiner Befreiung heranrückten, floh Lothar mit seinem gefangenen Vater nach Paris. Wo er am 28. Februar 834 aus Furcht vor dem schon auf dem linken Ufer der Seine stehenden Pippin , und dem nahenden Ludwig entfloli und den Kaiser frei liess, der wieder mit den kaiserlichen Zierden bekleidet wurde. Bischöfe und Grafen brachten die Kaiserin aus Italien zum Kaiser zurück. Am 5. April des gemeldeten Jahres feierte der Kaiser mit seinem Sohne Ludwig den Baicrnkönig im Pallasle Aachen Oslern , und verweilte allda bis Ende Juni. Vom 2G. November bis Ende April 836, wie auch vom 25- Dccember bis Ende März 837 überwinterte der Kaiser hier. Im Oclober des letzten Jahres kehrte er nach Aachen zurück, um dort den Winter zuzubringen. Sein Sohn Pippin König von Aquilanien starb den 13- December 838- ') In translationc ss. Petri et Marcellini marlyrum, bei den Bollandistcn. I. o. in dieser Schrift nennt Einhart Eschweilct Ascrüarem fundum regium, und Jülich Juliacum antiquum muniripium auch vicum ~) Uumiliotes nennt sie Einhart im Gegensatz der Häuser der Grossen, die höher aufgeführt waren und aus wehren Geschossen bestanden, Einhardi annal. I. c. pag. 218. — aa — Nach der am 28, März hier gefeierten Ostern zeig der Kaiser über den Rhein gegen seinen in Thüringen siehenden Sohn Ludwig, der sich aber nach Baiern zurückzog. Der Kaiser starb am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel , die mau von dem Pallaste Ingelheim sehen konnte. Er war ein frommer , aber schwacher, daher unglücklicher Kaiser. Er wurde zu Melz in der Kirche des h. Arnulf, neben seiner Mutier heerdiget. Der allgemeine Begräbnissplatz für die Bewohner des Fleckens Aachen zu Karl d. G. und Ludwig des Frommen Zeiten, war auf einer dem Pallaste ostwärts gelegenen Anhöhe. ') Diese Anhöhe wird eher in der jetzigen äussern Stadt zu suchen sein als vor derselben, vielleicht, ist es die Anhöhe, welche die St. Peters Pfarrkirche mit ihrem Kirchhofe einnimmt. Der Kaiser Ludwig lialte vor, den Kirchhof auf den jetzigen Salvatorsbcrg zu verlegen. Dieser Berg war damals mit dem höhern Lousberg und dem niedrigen Weingarlsberg ein und derselbe Berg. Flache Senkungen trennten sie von einander, welche Zeit und Menschcn-IIände allinählig vertieften und erweiterten. Diese Berge hatten im 9tcn Jahrhunderte noch keine eigene Benennung. 2 ) Im Jahre 077 wurden sie Luouesberg genannt 3 ), welches Wort 1005 Leueberg *J IO.jO Lucuesberch 5 ) und 1220 Louisberg in den Urkunden gesehrieben wird. Diese Wörter, welche dieselbe Bedeutung haben., sind bestimmt von dem allen deutschen Zeilworle Lousen , Lueaen , d, i, schauen, um sich sehen, umhersehen abzuleiten. Denn der nunmehr allein genannte Lousberg bietet eine der herrlichsten Aussichten auf die Stadt und ihre anmuthsvollen Umgebungen dar. Ludwig der Fromme liess auf dieser Anhöhe eine Kirche errichten um dort die Begräbnisse-Stätte zu sein, an eine Dotirung derselben , haben ihn vielleicht die Wirren mit seinen Söhnen verhindert. Das Beerdigen in den Kirchen war nach den altern kirchlichen Satzungen in dieser Zeit durchaus noch nicht gestattet. 6 ) Lothar der älteste Sohn des Kaisers Ludwig, den dieser 817 in Aachen mit der Königskrone geschmückt hatte , und am 5. April 823 von dem Pauste Paschal zum Kaiser war gekrönt worden , nahm 833 bei seiner Flucht von dachen mit seinem von ihm gefangen gehaltenen Vater die königliehen Schätze des J'allasles und der Kapelle mit. Unter den Schätzen befand sich eine grosse silberne Schüssel, auf welcher eine Charte der ganzen Erde und des Himmels mit dem Laufe der Planelen gravirt war. Kaum war die Kunde vom Abslerben des Kaisers zum Lothar gelangt , da eilte er aus Italien nach Gallien ') Coemeterium aquensis palatii quod in monte, qui eidem vico ab orientali parte imminet situm es/, Einhart l, C *) Cod. diplom. aqurn. N. 45- pag- 33- 3 ) ibidem N. 40. *) ibidem N. 55 pag. 40. •i) ibidem N. 48 />«/a Mansus an einer Seite jenes Flusses und au der andern Seite einein Mansus, mit Häusern und übrigen Gebäuden: Acckeren, Weinbergen, Wäldern etc. Mancipicn zinss- und waclispflichtieen Leuten. 5 ) Diese ist die erste urkundlich bekannte Güter-Schenkung an die Ilol'Jcapelle Aachen, Die ganze Schenkung war ein fiskalisches d, i. königliches oder Reichs Gut, Den Winter dieses Jahres brachte Lolhar kränkelnd in Aachen zu , wo er im Juli sicli noch befand. Sechs Tage vor seinem Tode wurde er Mönch im Kloster Prüm , nachdem er vorher sein Reich unter seine Söhne so getheilt hatte, dass Lothar Ripuarien und Karl die Provence erhielt. Ludwig hatte schon Italien. Der Kaiser Lothar I. starb am 28, September 855 in der Abtei Prüm , wo er begraben wurde. Ihm folgte als Kaiser sein Sohn Ludwig II, der sich immer in Italien aufhielt den 12. August 875 slarb und in Mailand beerdigt worden ist. Der Flecken Aachen mit seinem Pallasie und Kapelle wurde nunmehr als in Ripuarien gelegen , Lolhar IL 6 ) dem zweiten Sohne des Kaisers Lolhar f. zu Theil , der seines Vaters Antheil an Franken erhalten halle. Vom D. November 855 bis den 28 Juni 856 bewohnte er nach den Urkundenden Pallast Aachen, Der Tag seiner stattgefundenen Krönung, wie auch seiner verhängnissvollen Vermählung mit der Theotberga oder Theutberga lässt sich aus Mangel bestimmter Nachrichten darüber nicht angeben, Lothar war seilen im Aachener Pallaste, Nur vom Juli des Jahres 801 bis September, im März 865 , vom Januar b;'s März 866 und im Januar 867 war er allda« Erstarb 869 zu Piacenza in Italien, und ') Von dem ehemaligen königlichen Pallast ist keine Spur mehr zu sehen. Die Kirche ist alt und merkwürdig, liier war ehemals eine Propstei , zu welcher das Patronatrechi mehrer benachbarten J'farreien gehörte. ' r , Der bei Ports l, c. T. 1, pag, 445 und bei Baluze T, I. p. 45 zu lesen ist. ') 1 Lieue Vi ton Mastricht Südost diesseit der Maas. Mesch war eine Herrschaft der Probstei des hiesigen Münsterstifts , welches dasselbe immer füt das alte Manderfeldt gehalten hat, und nicht das Mandcrfeld zwischen der Abtei Stablo und Prümin. ) Es wird auch Sinzig geschlichen, * s ) Cod. dipl, aquen. N. 3. pag. 3- e ) Zeitgenossen nennen ihn Lolhar den Jüngern, König von Ripuarien, oder der Ripuarier. Zu seinem Reiche gehörten auch Friesland, Elsass und ein Theil von Burgund. i — 25 — "wurde in der Kirehe eines bcftmoltfearten Klosters begraben Das Reich Lothars (I.olliarii reguuin) wie man seinen streitiV pewordeneii Naehlass bezeiclinete , wurde seitdem Lotharingen genannt. Bevor ich in der Gescbichte von Aachen weiter forlfabre, ist von Ludwig II, dem Deutseben, Sobne Ludwigs des Frommen noch etwas nacbzuholen. Er wurde erst nach seines Vaters Absterben als König in Ost- Frauken anerkannt. Nach der Schlacht um das Reich Ludwigs des Frommen am 25. Juni 841 , zwischen Ludwig und Karl einer- und Lothar und Pippin anderer Seils , in welclier durcli den Sieg der ersleren entschieden wurde , rlass das Frankenreich in Zukunft keinem Einzelnen inebr geboreben solle , balle Ludwig mit seinem Halbbruder Karl am 12. Februar 842 in Sirassburg eine Zusammenkunft , auf welcber die beiden Könige und ibre Völker sich in romanischer und deutscher Sprache den berübmlen Eid gegenseitiger Treue schwuren *). Hierauf zogen sie den Rhein hinab, gegen den bei Sinzicb siebenden Lotbar, welcber aber naab Burgund Hob. Ludwig und Karl zogen nun nach Aachen , wo sie im März den Bischöfen die Frage stellten , was mit dem von Lotbar verlassenen Reicbe zu thtin sei ? diese erkannten , dass Lothar seiner Sehlecbtigkeit wegen dasselbe, verloren habe, und übergaben es in Gottes Namen seinen siegenden Brüdern , die nun eine Tbeilung desselben vornahmen , welche aber nicht zur Wirklichkeit gekommen ist, sondern im August 843 tbeilten endlicb die drei Brüder, wie oben sebon bemerkt ist, zu Verdün das Reich ihres verstorbenen Vaters unter sich. Im Aacbcner Pallaste liess Ludwig die Uikunde ausfertigen, mit welclier er als Milregent im Reicbe dem Ahle zu Korneli-Münsler, Adaiongus 2 ) das fiscaliscbe Gut Gressenieh a ) mit allen Recblen und Einkünften, die bisber der kaiserlicbe Fiseus allda ausgeübt und erhoben hatte, schenkte. Römische Münzen , die man in den , dem Kirchdorfe Gressenieh umgebenden Feldern häufig gefunden , und noch findet 4 ) nebst andern Alterthümern der Römer , unier denen ein Siein mit einer römischen Inschrift an der vormaligen Amtmanns-Wohnung in Koineti-Münsler*neben der Eingangstbür eingemauert noch zusehen, und Ziegelsteinen, auf denen die Nummern der Legionen stellen, beweisen den dortigen Aufenthalt der Römer, welche hier und in der Umgegend , besonders in dem nach ihnen genannten Römerthale, das Stollberg südwärts nach Breinig bin gelegen ist , auf Eisenslein und Galuiei gegraben haben Dass Gressenieh das Atualuea der Eburonen gewesen ist , lässt sich nicht erweisen. ') Baluze I. c. T. I. pag. 30. ) Et war der dritte Abi in der Ordnung. Nach Absterben des h Benedict. von Anian wurde Abt II icardus , Mabilhn Anna! ord. s. Benedicts. Tom. II. pag. 433 der den 10. Jpril 838 starb, diesem folgte Adalongns , der die Herrschaft Gressenieh von Ludwig II. dem Deutschen geschenkt erhielt *) Cirassiniacum rilla. Codex diplom. aquen A 7 . 87 4 ) Auch in den Feldern der Pfarrdörfer : Mausbach, Breinig und lenuegen bis nach Hahn und Korneli-Münsler hin , werden solche Münzen gefunden - «6 — Raum war Lothar It. verstorben , so bemächtigte «ich sein Oheim , Karl der Kahle dessen Reich, von dem Meli die KrönurigsSladt und der Pallast Aachen die gewöhnliche Residenz waren , wahrend dass Ludwig der deutsche Karls Halbbruder zu Regensburg tödlich krank lag. , Als er von seiner Krankheit genesen , und sich etwas crhult halle , ging er 870 nach Frankfurt am Main , wo er dem Karl eröffnen Hess , dass er Aachen und das Reich Lothars zu verlassen oder Krieg zu gewärtigen habe. Hierauf kam am 8. März zu Aachen durch gegenseitige Bevollmächtigte eine vorläufige Uebereinkunfl zu Stande, wonach das Reich Lothars friedlich gethcill werden sollte. ') Ludwig wurde auf seiner Reise von Frankfurt nach Aachen in dem Königshofe Flamersheim -) in Rinu- arien durch das Einstürzen eines , von Holz aufgeführten Gerüstes oder Altans , der , als sich Ludwig mit einigen seiner Begleitung darauf befand , zusammenstürzte , stark beschädigt, 3j K ar i der Kahle eilto bei Annäherung Ludwigs von Aachen über die Maas zurück, von hier ans fanden zwischen beiden Verhandlungen Statt , worauf die Brüder , Ludwig nach Meerscn und Karl nach Herstall sich begaben , wo sie dann 870 an einem zwischen diesen Königshöfen gelegenen Orle das Reich Lothars IL theiltcn, ohne die Ausbrüche dessen noch lebenden Bruders Ludwig zu beachten. Ludwig erhielt zu seinem Anlheile unter andern die Abtei Korneli-Münsler an der Inde , die Abtei Aachen (Münslcrkirchc mit dem Flecken) und den District Aachen, *) Von dieser Zeit an gehörte Aachen nach Deutschland. Nachdem die Könige am 10. August von einander Abschied genommen , kehrte Ludwig nach Aachen zurüek, wo er eine lange Zeit an den Folgen der zu Flamersheim erhaltenen Verletzung gefährlich krank war. Am 17. October übergab Ludwig die ,,von seinen Aellern" auf einem Hügel (monliculum) „bei unserm Pallaste Aachen'' gebaute Kirche, welche er baufällig gefunden, dem Kloster Prüm. Ludwig dutirle die Kapelle mit drei Mausen, Weinbergen , und den Leibeigenen (Mancipia) beiderlei Geschlechtes , die dieselben bewirtschafteten; welche „unser Missus hier 5 ) bezeichnet hat," Auch schenkte Ludwig die Kir- ') Baluze T. I. pag. 221. 2 ) Flamersheim , im Kreise Rheinbach , Regierungsbezirk Köln. ") Annal. Ilincmari rem. bei Pertz. I. c, T, I. pag. 487 und 88., 4 ) Balnze l. c. T, 11. pag. 223. Jndam — abbatiam de Aqv.is — dislriclum Aque.nse. Dieser war von einem weil grossem l'mfangCj als das nachherige Reich von Aachen. fi J Hieraus folgt d:>ch wohl deutlich genug , dass die Weinberge bei Aachen gelegen waren. Aus dem CapHular Karl d G. de vineis dorn. Baluze l- c. T. /. pag. 331 gi'ht herror, dass er bei seinen Meierhöfen und Pallästen D einherge anlegen Hess Noch am Ende des Uten Jahrhunderts verheerte und verbrannte eine Brabändische Armee die Weinberge bei Aachen. Siehe meine Schrift; Die königliche Kapelle. 1329. Seite CO—05. Auch in den Bruchstücken der Stadt-Rechnungen des 14'. Jahrhunderts ist oft genug die Rede von dem hiesigen ll'cinbau. - 27 - eben Wiirseln (WoTmsalt) uiul zum alten Kamp (ad antiquum Campum) welche die jstzige Pfarrkirch« Laurenzberg bei Aaclicn wohl sein wird '), der Abtei Prüm. Der wasserreiche Worm-Bach bildete von jeher die westliche Grenze der grossen Pfarre Wiirseln , aus welcher in den neuern Zeilen die Pfarrdörfer Haaren, Weiden und Verlautcnheide entstanden sind, % An dem der Pfarrkirche Laurenzberg umgebenden Kirchhofe , der Kirche weslnord, liegt ein alles Gebäude, das nun eine Schenke ist, und Kamp ,,op gene Kamp" in der Volkssprache genannt wird. In einer Urkunde vom Jahre 1240 , mit welcher der Dechant Theodericus und das Kapitel dos Münsterstifts ein Gut in Velschau in Erbpacht gaben , befinden sich unter den Zeugen , die alle in der Umgegend wohnten, auch zwei, wahrscheinlich Vater und Solin , de Campo genannt 2 ). Doch über diese beiden Kirchen wird unten zu seiner Zeit noch weitläufig zu reden sein. Von den obigen drei Mausen war einer königliches Kammergut , und alle drei lagen in der Nähe der Kapelle, Der Abt der Abtei Prüm liess die nunmehr dotirte und im Baue hergestellte Kapelle einweihen zu Ehrendes Heilandes, welchem ebenfalls seine Abtei gewidmet war. Nur 136 Jahre blieb die Abtei Prüm im Besitze der Kapelle. v 837 befand sich Ludwig II. der Deutsche im Juni nochmals in Aachen , wie auch 874 im August. Er starb 876 zu Frankfurt , und wurde im Kloster Lorsch begraben. Ludwig hatte den 22. April 8G5 sein Reich unter seine drei Söhne getheill. Sein ältester Sohn harlomann erhielt Baiern und die Gränzmarkeu gegen die slavischen und langobardischen Völker , dem Jüngern Ludwig bestimmte er Ostfranken, Sachsen und Thüringen , und dem jüngsten Karl Alemannien , und C.hurwalchen , welche Theilung die Brüder 870 näher bestimmten und bestätigten, harlomann starb 880. Aachen gehörte nunmehro Ludwig III. dem Jüngern. Als Karl der Kahle, Oheim Ludwigs III., die Kunde vom Absterben seines Bruders Ludwig II. erhielt, fiel er in die Länder Ludwigs diesscit des Rheins, Aachen , Köln etc, Ludwig sammelte seine Getreuen, und lagerte sich auf dem rechten Rheinufer, führte diese in der Nacht , Andernach (in castello Andernaco) gegenüber , über den Rhein , und trug am 9. Oelober in der Umgegend von Andernach einen vollständigen Sieg über Karl davon , welcher nur mit Wenigen entkam. Ludwig in Aachen angekommen , ordnete den diesscit des Rheins gelegenen Theil seines Reiches. Arn 15. März 877 bestätigte er die Schenkung seines Vaters der Vil'a erusciniacuril (Gressenieh) an die Abtei Korneli-Münster s j und feierte Weihnachten zu Aachen. Im Februar 878 erhielt er von seinem Bruder Karlomann dessen Anlheil an Lothringen zurück , welchen Anlheil er bald darauf mit seinem Bruder Kar! dem Dicken theilte Im Oelober kam er in Aachen mit seinem Vetter , dem Könige Ludwig dem ') Cod. diplont. aquen. V. 45« P«g- 33. -) Schlots und Kapelle Hcrnsberij 1831- l'ik. G. s ) Coil. dipL iHjiu'n. N, 4, — »8 — Stammler zusammen , und bcicl«; bestätigten liior die zwischen ihion Vätern 870 Verabredete Thciluug von Lothars II, Reich. AI» Ludwig der Stammler 879 verstorben, erhielt Ludwig HL dun Theil von Lothringen , der an Karl den Kahlen gekommen war. Im Jahre 880 war er mit seiner Gemahlin Liuigard im Pallaste Aachen , dann ging er nach Gallien. Auf der Heimkehr begegnete er in Belgien (juxta carbonariam) den mit Beute beladenen Normannern, die im Begriffe waren nach ihren Schiffen zurückzukehren , und besiegle sie. Ludwig zieht im Spätjahr gegen die Normänner , die sich in Nimwegen festgesetzt hatten. Im Herbste des Jahres 831 lag Ludwig in Frankfurt krank, konnte daher nicht gegen die Normänner ziehen , welche diese Länder bis Bonn mit Feuer und Schwerdt verwüsteten. Wobei sie nicht nur die noch übrigen Schätze und Kostbarkeiten des Pallastes und der Kapelle Aachen raubten, sondern auch die Kirche zum Pferdestall brauchten , den Flecken mit dem Pallaste ansteckten, und viele Menschen ermordeten. Auch die Abtei Korneli-Münster wurde von ihnen eingeäschert. Bei dieser Verwüstung Aachens, waren die Ileiligthümer der Münsterkirche vorher in die Abtei Stablo , und wahrscheinlich hierauf nach Mainz in Sicherheit gebracht. Der Kaiser Karl der Dicke gab im Jahre 832 von Worms aus eine Urkunde dem Bischof Anton , welcher damals der gemeldeten Abtei als Abt vorstand , in welcher es heisst : Da uns der Bischof Anton durch den Erzbischof Luitbert vou Mainz hat bitten lassen , dass wir ihm für seine Kloslerbrüder zu Stablo, die aus Gottes Liebe, und uns erwiesener Treue, die von unseru Vorfahren zu Aachen hinterlegten Ileiligthümer und Schätze treu bowahrt erhalten , und uns unverletzt übergeben haben, unser Fis- calhof Blaudonium im Lewenser Gau schenken möchten u, s. w, ') Ludwig III. starb ZU Frankfurt am 20. Januar 882. Von da fängt die Regierung des 881 in Rom vom Pabsto Johann VJIL zum Kaiser gekrounten Karl der Dicke in Franken an. Derselbe hielt im Mai zu Worms eine grosso Reiehsversammlung, worauf er mit einem volkreichen Heere gegen die Normänner zog, die sich an der Maas gelagert hatten. Der Feldzug endigte sich im Juli 882 durch einen abgeschlossenen Frieden, der dem Kaiser höchst schimpflich war, worauf er zu Coblenz (in comlluenle Castello) das Heer cnlliess, Karl der Dicke schenkte auf Bitten seiner Gemahlin Ruthardis und des Erzbischols von Mainz Luitbert an die Marien Kapelle im Pallaste Aachen zum Unterhalt and Kleidung den Benediclinern an derselben die Villa ßaslogne im Ardennergau. 2 ) Die Schenkung welche datirt Regengburg 887 wird wohl ein Jahr früher geschehen sein. ') Cod, dipl, aquen. N. 96. 2 ) Cod. dipl, aquen. N- 4, pag. 4. Bastogne , ein Städtchen im Ilerzoglhumc Luxembiug- Die Ulie- erei des Städtchens war als ein Lehen der Dechanei des Münsterstiftes anklcbig- Bei derer Belehnung, dem alten Herkommen nach , der Empfänger derselben dem Dechant den grössten und besten Fisch veerehren musstc, welcher in Aachen zu kaufen war. Bei den Kaiscr-Kiönutigen — B9 — In diesem Jähre wurde in Köln in der Pclers- (Dom-) Kirche eine Kirchen-Versammlung gehallen, weichet der Abt des Kloslers an der Hofkapelle Aachen, Folcharius, mit dem Abte von Korneli-Münster Neve- lonn-us, beiwohnte. l ) Ncvclongus war der Nachfolger des im Jahre 881 verstorbenen Abtes Rodoardus , der die Einäscherung der Abtei Korneli-Münster durch die Normänner nicht lange überlebt hat. Zwischen dem Abte Adalongüs und dem Rodoardus sollen noch zwei gewesen sein , nämlich : Syfordus und Odclinus 2 ) Bcr 831 verstorben*! Abt Ausegillis zu Fontanelle halle testamentarisch der Abtei Korneli-Münster geschenkt 2 Pfund Silber 3 ) Als Karl im November die von ihm zu einer Reichsversammlung zu Tribur berufenen Grossen erwartete, fielen diese von ihm ab und erhoben den Arnolf seinen Vetler, Sohn des Karlomann. Karl war trag und unfähig bei den damaligen Verhältnissen dem Reiche vorzustehen, dazu hatten die Begebenheiten mit seiner Gemahlin ihn verächtlich gemacht. Er starb im Januar 888 , und wurde im Kloster Reiehcuau begraben. 4 ) Arnolf bestätigte 888 der hiesigen Münsterkirche die Noj»a (den 9len Theil) von 43 Villen , welche der König Lothar derselben geschenkt, und die Villa Bastogne , ein Geschenk Karls des Dicken s ) unter diesen Villen, welche die Urkunde namentlich aulzählt , sind bekannt: Der Pal last Aachen , Gimmcnieh , Meer- sen, Linuich an der Ruhr Regierungsbezirk Aachen, Nimwegen , Walhorn, Elsloo an der Maas, 1 lieue von Meersen entfernt, Baelen im Hcrzoglhume Limburg, Provinz Lüllieh, Rcchain (grand ?), Theux, Sprimont, Herslall, Jupille , Esneux , alle in der Provinz Lüttich , Thommen Kreis Malmedy, worin auch Amel, Mesch Provinz Limburg, Conzen Kreis Montjoie , Düren , Eschweiler, Vlattcn, Muffendorf bei Bonn } Paliseul •) Clottcn «. s. w. Als die Normänner 891 mit einer Flotte an die Küste von Flandern, das zu Lotharingen gehörte, gelandet waren, und sie anfingen nach ihrer Gewohnheit Land und Leute auszuplündern und zu verwüsten, befahl Arnolf cm Heer zusammen zu ziehen, und ein Lager an der Maas aufzuschlagen, um ihnen den Uebergang über diesen Fluss zu verhindern. Ehe aber das Heer noch ganz zusammengezogen war, hutten die Normänner bei Lültich den Fluss passirl, und sich in den nach Aachen hingelegencu m der Münsterkirche war der Lehenträger {Meier) verpflichtet, mit seinem Knappen dem Dcchantcn zur Seite zu sein , um ihn in den dabei Statt findenden Aufzügen vor dem Andränge des f olkes üt schützen. Warder Meier kein Ritter, dann musste er einen Ritter auf seine Kosten dazu stellen. ') Hartzheim Concil, Ger man. T. 11. pag. 365. 2 ) Sammarün (iallia christiana T. 111. pag. 731. 3 J Mahillon l, c. T. 11. pag. 506. *) Regin. chronic, hei Pertz. I. c. p. 597 ei 98. *) Cod. dipl. aquen. N. 5. pag- 4. °) Palasiolum fisco noslro in Ardvenna. Vrk, von 896- Hontheim F. /■ pag- 232. — :*o — Waldungen und Sümpfen festgesetzt. Worauf sie, dem bei Aachen stehenden Heere Arnolfs, die Zufuhr der Lebensmittel abschnitten. Ungewiss ob der Zug der Normänncr durch Ripuaricn nach Köln, oder über Prüm nach Trier gehen sollte, oder ob sie wieder zurück über die Maas wehen wollten, konnten die Anführer des königlichen Heeres keinen festen Entsehluss fassen. Doch nickten sie am 20, Juni Morgens bei Tages-Anhruch mit dem Heere bis über das Flüsschen Geul vor. Allein hier wurden sie von den zahlreichen Normännern überfallen , und geschlagen. Unter den Gebliebenen befanden sich , der Erzoischot von Mainz Sonzo und der Graf Arnolf. Wahrscheinlich ist diese Schlacht bei dem Dorfe Gülpen vorgefallen, und nicht bei Meersen, Arnolf, dem die Nachricht der Niederlage seines Heeres gemeldet wurde, zog gleich ein neues aus den orientalischen Gegenden seines Reichs zusammen, eilte damit über den Rhein an die Maas. Die Normanner halten sieh nach der Schlacht über diesen Fluss zurückgezogen, und ihren Raub und die in der Schlacht eroberte Beute auf ihre Schiffe in Sicherheit gebracht. Hierauf kehrten sie siegestrunken zurück und verschanzten sich an den Diel-Fluss, unweit Löwen. Sie fingen nun an , das ihnen gegenüber stehende königliche Heer zu verspotten und demselben mit verächtlichen Worten zuzurufen. Arnolf dadurch aufgebracht, hielt eine feurige , ermulhigende Anrede an die Franken, die. Alemanen waren schon heimgekehrt , worauf jene von den Pferden stiegen, und gegen ihre Gewohnheit den Feind zu Fuss angriffen, über den sie einen grossen Sieg erfochten , und dessen Lager eroberten. Nur Wenige der Normänner erreichten ihre Schiire. Im Februar des folgenden Jahres kamen die bei den Schüren gebliebenen Normänner verstärkt wieder über die Maas in Ripuarien und zogen plündernd bis nach lionn , wo sie aber durch ein bei der villa Landulfesdorf stellendes Heer der Franken aurgehalten , bei der Nacht durch die Waldung bis nach Prüm schlichen, welche Abtei sie gänzlich verheerten und wo sie viele Menschen erschlugen. Dann zogen sie in die Ardennen , in welchen sie ein auf einem steilen Berg neu gebautes, festes Sehloss eroberten, viele Menschen erschlugen und grosse Beute machten, mit welcher sie nach ihren Schiffen eilten, und wegsegelten. ') Auf diesem räuberischen Zuge der Normänner, wurde der 8tc Abt der Abtei Korneli-Miinslcr, Jgelhar- dus oder Egilhardus , Nachfolger des Abtes Nevelongus bei der villa Bcrchcin ermordet. Zu dessen Gedächtnis» ist in dem nahen Wald bei ßohlciulorf 2 ) eine Kapelle errichtet worden, die insgemein St. Eulard genannt wurde. 893 wurde Ludwig das Kind geboren. Auf dem königlichen Placitum im Mai 895 ernannte Arnolf mit Bewilligung der Grossen des Reichs seinen natürlichen Sohn Zuentebold zum König in Burgund und Lotharingen. 896 wurde Arnolf in Rom vom Pabste zum Kaiser gekrönt. Er starb 899 im Deeemlier zu Regenslnug, und wurde in der dorligen Kirche des h, Emmeran beerdifft. ') Regin. Chron, bei Verls, /• <: pag. 602—604. % ) Units , Bürgevuiehletei Bergkeim , Pfarri Bergheimer Dorf. - m - Zuenichold trat am \\. Mai 895 '" *' el ' Stadl Worms die•.Regierung als König von Burgund und Lotharingen an. Im Juli SOG war der König Zuentebold im Pallnsle Aachen, hielt allda einen Reichstag und schenkte seiner Anverwandlin Kisla, einer Tochter des Königs Lothar, das königliche Gut Seilenl, mit einer Kirche und Allern , was zu dem Gute gehörte , Aeckern , Miesen u. s. w. mit den dieselben bewirthschaiFtenden Leuten, und einem Mansus, den ein gewisser Luitbrandus bebaute. ') Die Nähe Seilen! an der Römerstrasse, welche von Aachen dem nachherigen jjelaten vorbei nach Körio- vallum führte, lässl auf eine frühe Cultur der dortigen Gegend schliessen. Der von den Normännern vor 15 Jahren verwüstete und angezündete Pallast rauss wieder hergestellt oder doch wenigstens in bewohnbaren Stand gesetzt worden sein. Nach Ostern 897 vermählte sich Zuentebold mit Oda , Tochter des Grafen Otlo. Am 11. Juli 897 schenkte der König dem Grafen Eolcbcrt die bisher zu der Abtei Capreraons (Che'vremont) gehörige villa Ren in Rraband, und erhielt dagegen von demselben von dessen eigenen Gütern im Balavorgau in der Grafschaft Dodons in der villa Ilarawa eine Kirche mit einem freien Gut , und CO Mausen elc. , welches Alles der König der Abtei zum Ersatz gab. *) Der König Zuentebold brachte den Maimonat des Jahres S98 in Aachen zu. Seinen ersten Ralhgeber den Herzog Reginar schickte er plötzlich von seinem Hole in die Verbannung, und belagerte ihn vergeblich in dem Schlosse Durfos über die Maas. Kaum balle Zuentebold die Belagerung aufgehoben da rief Reginar den französischen König Karl den Einfältigen herbei, welcher Aachen und Nimwegen besetzte. Karl rückte dem von Zuentebold gesammelten Heere bis Prüm entgegen. Es kam aber nicht zur Schlacht, sondern Karl verständigte sich mit ihm , und zog über die Maas zurück. Zuentebold belagerte 899 nochmals das Schloss Durfos vergeblich. s , . Durch die falschen Massregeln, mit denqn der König Lotharingen beherrschte, machte er sich nicht nur bei den Grossen, sondern auch bei den übrigen Einwohnern verhasst , die nun gegen ihn aufstanden, und Ludwig IV. das Kind genannt , ächten Sohn des Kaisers Arnolf zu ihrem Könige annahmen. Die Grafen Stephan, Gerard und Matfrid , lagerten sich mit den ihrigen bei der Maas. Zuentebold, der eine Schlacht gegen diese wagte , wurd in derselben getödtet und in der Abtei Süstern , in der Provinz Limburg, in welcher drei Töchter von ihm Nonnen waren , begraben 900 im August, Ludwig nahm nun Besitz von Lotharingen. Am Qteu Octobcr 902 schenkte er im Pallaste Aachen auf Bitten des Grafen Gcbhard an die Ablei Capre- mons im Lüllichcr Gau 2 Mausen in der Grafschaft Sigarhard in der villa Wandle (Wandria), welche bisher e >) Cod. diplom. aquen. N. 6- pay. 5. Scffent , (Septem fontes ,) ff'eilcr in der Bgrm. und Pfarre Laurenzberg bei stachen, in einem von Hügeln eingeschlossenen Thale, Aus dem nach Süden gelegenen Hügel flicsst aus mehr als 7 Quellen ein helles trinkbare* Hasser so stark hervor, das es gleich Mühlen in Bewegung setzt. 2 ) Cod. diplom, aquen. IV. 7. pag. ü. ') Es war an der untern Maas in Holland gelegen und mit Sümpfen umgeben. - 32 — Rohingus zum lebenslänglichen Genuss vom Reiche besessen hatte, und zu Ifasnidi, Astanid ') was derselbe- Rohingus dort bcsass. a ) Ludwig IV, verweilte im Januar 908 einige Tage im Palkate Aachen, Am 9. November 909 oder 910 bestätigte er auf Bitten des Erzbischofs von Mainz Hatte- und des Grafen Gebclicrd der Abtei Chevremonf, den von dem obigen Rohingus ihr geschenkten Ort Mortarium (Mortier) 3 ) in der Grafschaft Leuchia (Lütlich). Der König Zuentebold hatte dem Rohingus Mortier geschenkt *) Ludwig IV. das Kind starb am 20 August 911 und soll in Regensburg begraben worden sein. Conrad I. wurde am 8- November des gemeldeten Jahres von den Franken , Sachsen , Alemannen und Baiern zum König gewähll. Die Lolharingcr nahmen sich zu ihrem König , Karl den Einfaltigen , König von Frankreich. Daher Conrad eie bald mit Krieg überzog. Conrad starb den 23. December 918. Im Jahre 917 war Karl der Einfallige am 26» Juli in Aachen, und dalirte zwei Urkunden aus dem hiesigen Pallaste Die Deutschen halten Heinrich I. den Vogler zu ihrem König gewühlt, der sieh nun Lotharingen zu unterwerfen suchte. Doch war Karl der Einfällige am 27. Juli und 20. August 9>| im. Aachener Pallaste. Ging aber am 7. November auf einem Schiffe im Rheine bei Ronn , das noch Cas&m genannt wird , mit dem Könige Heinrich einen Freundschafts-Vertrag ein. Während des folgenden Winters und der Fastenzeit verwüstete Karl III. Lotharingen, und im August 922 belagerte er das Schloss Capremons, (Chevremont.) welches dem Herzog Gisclbcrt von Lotharingen gehörte, mussle sich aber zurück ziehen , als sein Gegenkönig, der Graf Robert seinen Sohn Hugo zum I'/rsalz schickte. Am 15, Juni 923 kämpfte er mit seinem Gegenkönig die Schlacht am das Reich , die er verlor, worauf die Lolharingcr ihn vei'licssen. Er slarb den 7- October 925. Die Geschichlc Aachens unter den Karolingern ist nunmehr zu Ende. Es wird aber nicht überflüssig sein , einen obgleich flüchtigen Blick auf die damaligen Bewohner des Fleckens und der zum Pallaste gehörenden Orte und Gegenden zu werfen, deren Verhältnisse gegen den König und dessen Beamten der Pfalz so viel wie möglich darzustellen. Aachen war durchaus auf königlichem oder fiskalischem Boden erbauet, so dass sich kein anderes als fiskalisches Grundeigentum befand, wie die Urkunden hinreichend nachweisen. Unter Fiskus versteht man das Vermögen des Lanrlesherrn , und fiskalische Ländereien waren die Stamm- und durch Eroberung erlangten Erbgüter der merovingischen und karolingischen Dynastie. Oberaufseher der königlichen Güter war der Actor Dominicns , der mit dein Villiens oder Hofmeiev gleich bedeutend war. & ) ') Esneux'Z 3 Heues ron Lüttich ostmdumfU: *) Cod. diplom. aquen, Nro, 8- pag. 6. 3 ) In der ehem. Grafschaft Daelhem , jetzt Provinz LiiUieh. 4 ) Cod. diplom. aquen. N. 9. pag. 7. *) Baluse I, c. ']\ 1. pag- 014 du Cange Glossmr. — 33 — Aachen war ein königliches Kamiriergutj (villa indominicata) in dessen Feldmark alles Grundeigenthnm dein Könige gehörte, welches entweder auf seine Rechnung gebaut , oder ihm zinspllichiig war. Die damaligen Bewohner Aachens waren von denen , welche in allen königlichen Villen und Palläslen vorkommen in nichts unterschieden. Die Ministerialen des Pallastes oder der Pfalz (minisleriales palalij) machten die angesehene Classe aus. Sie verrichteten den persönlichen Dienst, des Königs, wenn er in denselben mit seinem wandernden Hole einkehrte. Sie wohnten den Höffesten und Geprängen bei. Auch die Gefälle des Pallastes und der Villen verwalteten sie und hielten über die Untergeordnelen Gericht. Die übrigen Einwohner aber waren leib-, zius- und hofhörigen Colonen (servi üscales. nscalini regii), die unter dem besagten Aetor dominicus standen, und aus denen in der Folge die zunftigen Bürger zum Thcil entstanden sind. Beide Gassen wurden zwar zu der Familia dominica , doch gewöhnlich nur die Letztern gerechnet. Das Local-Capitular, welches nach Baluze ') und Walter 2 ), Karl d. Gr. um 800 orliess, gibt uns über die damaligen Einwohner des Pallastes unl des Fleckens wie auch über die Sittenlosigkeit derselben eine zu deutliehe Aufhellung , als dass es seinem Jnhalle nach hier nicht sollte mitgelheilt werden. Der Kaiser befahl nämlich seinen Ministerialen an der Pfalz Aachen recht nachdrücklich an, auf ihre untergebenen Leute, auch auf die ihres Standes d. i. andere Ministerialen eine rege Aufsicht zu haben , insbesondere aber genau nachzusehen , ob nicht fremde , unbekannte Leute oder gar Huren sieh bei ihnen aufhielten. Wäre dieses der Fall , so sollen sie dieselben gleich in Haft nehmen und ihm darüber berichten lassen. Gleicher Auftrag wurde,den Ministerialen der Kaiserin, und denen der Sohne des Kaisers eilheilt, Der Aclor Balberltiä, unter dem die Leibeigenen des Königs, sowohl die in dem Flecken , als auch die in den nächstgelegenen und zum Pallaste Aachen gehörenden Orten (Villulis) standen , musste die Wohnungen dieser inspieiicn ; Peter und Gunzo die Versammlungs-Orte oder Zimmer 3 J des weiblichen Geschlechtes. Erualdus die Häuser der Kauf- und Handels-Leule , sowohl die der Christen als die der Juden , und zwar zu der Zeit , in welcher die Aelteren (Seniores d. i. deren Vorsteher) abwesend waren. Ferner befahl der Kaiser den im Pallaste Wohnenden , weder Diebe , noch Mörder, noch Ehebrecher , überhaupt keine die ein Criminal Verbrechen begangen , bei sieh aufzunehmen noch zu verheimlichen, Die hier aufgezählten Verbrecher und ihre ''■ heilnehmcr wurden, wenn sie sieh nicht gehörig ausweisen konnten , unter andern mit der Sloekprügel-Slrafe auf dem öffentlichen Markt belegt. Es war also zu Karls Zeilen in dem Flecken Aachen schon ein Marktplatz, auf welchem Lebens-Bedürfnisse anzukaufen waren , den ich aber für den jetzigen Marktplatz nicht gehalten haben will. Das Capitular de Vi'lis Karls, mit welchem der grosse Kaiser seine Staats- und Landw irlhsschafl-Kcnnl- nisse bekundet, gibt alle damals auf und in den Villen (Meierhöfen) gehaltene llauslhiere vollständig und bestimmt an , unter welchen doch der Esel gar nicht genannt Dieses Thier wird wohl zu den Zeilen der Karo'ingcr in unsern Gegenden sich noch nicht vorgefunden haben. Das Brandholz Hess man meistens durch Jochkühe aus dein Walde führen. ') Cod. diplom. aquen. pag. 73. N. 101. 2 ) Corpus juris germanici aniiqui. T. II. pag. 148. Jdeler in seine»! schätzbaren Commenipr, über Einhardi vitam Kaivli M. Hamburg 1K3Ü. Ir Bd. Seite 24 hall dafür, Ludwig der Fromme habt) diese Anordnung ergehen lassen. s ) Scruras i. e, Seraones. du Gange Gl >ssar, — 34 - Die Benennung unserer Eselsgsssc kann also nicht Ton der jene« Thiers derivirt werden. Auch ist die Entstellung dieser Strasse in einer weit Jüngern Zeit zu suchen. Der Schultheiss fscultclus) verwaltete die ordentliche Gerichtsbarkeit , und sasa dem königlichen Gerichte yo r , bei welchem die übrigen Ministerialen (jnelior familia) Beisitzer waren. Der Aclor Dominions , der schon unter Karl d. G. und Ludwig dem Frommen vorkommt, erscheint später als Vogt (Advoealus). Diesem lag die Ausübung der Regalien , der Criminaljustiz oder des Blutbannes , und der Schutz- und Sicherheitspflege ob. Die Beisitzer dos Vogtes und des Schullheissen waren die Schöffen in Justiz- und Criminalfällen, Der Pfalzgraf (Comcs palatinus) der mit j ,/ot Capitular de ffillts heissi es : Franci aulem , qui in fiscis aul villis nosfris commanent , quiequid aommiscrint secitndtitn legem eorum oommentlare sludeant. — 35 Feld führen. Grafschaft fCcmiilatus) bedeutete nur ein Aiut, Die Grafschaften wurden nicht von einem gewissen Bezirk, sondern von den Grafen selbst benennt z. B, comitalus Heribert! etc. Auch waren sie und die Herzogtümer noch nicht erblieh , beide erhielten ihre Ernennung vom König, der sie auch abzusetzen hatte, was oft genug , besonders ihrer Untreue und ihres Ungehorsams wegen der Fall gewesen ist. Die anhaltenden Kriege der Söhne Ludwigs des Frommen, gegen' ihren Vater, und der Brüder unter sich, wie auch die mehrmaligen Theilungen des Reichs unter Karls d. G, Nachfolgern, verursachten , dass bald die einzelnen Provinzen wieder als selbständige Staaten hervortraten. Die regelmässige Missatisehe Aufsicht hatte aufgehört, und die Macht der Grafen sicli erweitert« Das Streben nach Begründung neuer herzoglichen Gewalt zeigt «ich das ganze neunte Jahrhundert hindurch. Kaum waren die Herzoge in Bisilz ihrer Macht , und fühlten sich stark genug , so traten sie den Königen selbst feindlich entgegen. Mit der immer steigenden Macht der Grossen und ihren unaufhörlichen Fehden , erhob sich das Ansehen der Vasallen, und in eben dem Masse sank die Bedeutung und Würde der Freien. Die Grafen wurden Vas- sallen der Herzoge, und die Freien, Leute der Grafen. Man kämpfte in steten Fehden untereinander, und der gemeine- Heerbann verlor seine Wichtigkeit. Solches war der Zustand beim Erlöschen des Karolingischen Königstammes, des einst so blühenden, mächtigen Frankenreichs, das schon in Ost- und Wesltranken zerfallen war. Die Lotbaringer trennten sich von Oslfranken oder Deutschland , welches zu den traurigen Wirren Anlass gab, wodurch Lotharingen zerrissen wurde, und die hier nicht ganz zu übergehen sind, indem der Pallast Aachen nicht nur zu Lotharingen, gehörte, sondern auch dessen Hauptsilz war. 3G JUdtKU unter ton Jlanigitt am tom fad) infdjcn J)fttt|>* - a A-ls der letzte Karolinger in Deutschland Hludwig, das Kind, starb, wählten sich die Deutschen ihren König aus der sächsischen Dynastie, die mit Heinrich I. 9J9 den deutsehen Königsthron bestieg. Giselbert (Gisilhrecht) Sohn des Reginhard erscheint als Herzog von Lotharingen. Er hing bald den Deutschen , bald den Westfranken an, je nachdem es ihm vortheilhaft schien ; denn sein Hauptstreben ging dahin , sich zum unabhängigen Herzog von Lotharingen zu machen. Doch wandte er sich bald entschieden uf Heinrichs I. Seile, empörte sich gegen den WeslfranTcen König Karl, worauf die meisten Lothariu- ger ihn zu ihrem Fürsten erhoben , welche Wahl doch Karl vernichtete. Nicht lange nachher entstanden in Westfranken und Lotharingen neue Unruhen. Der llerzog Giselbert und der Graf Otto mit einem Theile der Lothringer ergriffen gegen Karl die Wallen. Dieser verfolgte die Empörer , und Hess in den Jahren 921 und 922 Lotharingen , mit Plünderungen , Raub und Brand verwüsten, Jn Westfranken wurde der Graf llolbert gegen Karl zum Könige erhoben. Und als Karl Caprc- mons (XhcvremonlJ belagerte , sandte Rotbert seinen Sohn Hugo dem Giselbert zum Entsatz. Jn einer solchen Zerrüttung und Verwirrung Lotharingens schien nur Heinrich helfen zu können. Dieser fassle nun den Plan die Lage der Dingo für sich und sein Reich zu benutzen , und suchte durch Unterhandlungen und friedlichen Vergleich seine Absicht zu erreichen. Jm Anfange des Jahres 923 kam Heinrich I, mit Rotbert im Ripuarischen Gau am Ruhrflusse ([wahrscheinlich in Jülich) zusammen , und schloss mit ihm einen Freundschaftsvcrlrag. Die Lotharinger waren noch gctheilt. Einige waren der Parthei Rotbcrls ergeben, andere kämpften für die Rechte Karls. Doch bald kam es zwischen beiden bei Soissons zur entscheidenden Schlacht. Rotbert ücl im Treffen, Karl und seine Lotharinger aber wurden besiegt. Den besiegten Karl verliessen nunmehr seine lelzlcn Anhänger in Westfranken, und die ihm bisher treu gebliebenen Lotharinger. Karl gerielh sogar in die Gefangenschaft des Grafen Heribert. Mit dem an der Stelle des in der Schlacht gefallenen Rotbert zum Könige in Westfranken gewählten Ruodolf p-erieth Heinrich I. in Krieg. Mehre der Lotharingischen Grossen, welche sich der Hoheit Ruodolfs nicht unterworfen halten riefen den König Heinrich gegen dessen TJebermacht zu-Hülfe. Heinrich ging am Ende des Jahres über den Rhein und belagerte in Verbindung des Herzogs Giselbert die Stadt Metz. Lotharingen wurde von den Deutschen gräulich verheert. Mehre Grossen der Lotharinger traten auf Heinrichs I, Seile. Dadurch Rewann Heinrich - 37 - die Herrschaft über einen grossen Theil von Lotharingen , welchen Besitz er durch Besiegung der Gegner picht nur befestigte, sondern auch erweiterte. Mit dem Jahre 924 zählte Heinrich I. nebst dem Deutschen, auch die Jahre seines Lotharingischen Reichs, Heinrich I. durch den Einfall der Ungarn in Sachsen bewogen, eilte dorthin, worauf ihn Gisclbert und Otto aufs Neue verliesscn, und auf Seite des Königs Ruodolf traten. Jm folgenden Jahre aber tarn Heinrich über den Rhein , belagerte und nahm mit Gewalt Zülpich , die Feste Giselberls. Durch List soll Giselbert in Heinrichs I. Gewall gerathen sein. Dieser gewann den edeln und kräftigen Jüngling ]; c .], } vermählte ihn mit seiner Tochter Gerbcrga , und bestätigte ihm die Herrschaft von Lotharingen. So wurde das Lotharische Reich und die schönen Provinzen am diesseitigen Rheinufer vorzüglich durch geschickte Benulzung der Verhältnisse für Deutschland gewonnen Jm Jallre 92G schickte Heinrich den Herzog von Franken Eberhard l ) nach Lotharingen , der die durch Partheiung getrennten Grossen vereinte , und die Ruhe befestigte. Mit dem Jahre 927 erhoben sich wieder neue Unruhen in West franken, welche die Aufmerksamkeit des Königs Heinrich in Anspruch nahmen. Heinrich halle im Frühling dieses Jahrs mit dem Heribert, der sich mit dem Könige Ruodolf entzweit halle, eine Zusammenkunft , und der mit dem Grafen IIu.'o über den Rhein zu Heinrich 1. kam und mit ihm Friede und Freundschaft machte. Audi im Jahre 92S forderten die Verhältnisse Lotharingens die Gegenwart des Königs Heinrich. Der Graf Boso , Bruder des Königs Ruodolf weigerte Heinrich den Gehorsam, und feindete dessen Getreue , namentlich den Herzog Giselbert an.Milcinem ansehnlichen Heere rückte Heinrich in Lotharingen ein und belagerte die Feste Durcfastum an der Maas Doch Boso geloblc nunmehr dem Könige Heinrich Treue und beschwor mit dem Herzoge Giselbert den Frieden, Am Ende des Jahres 929 begab sich der König Heinrich wieder an den Rhein. Jm Juli des Jahres 930 war Heinrich 1. im Pallaste Aachen , und bestätigte allda Nonas Julii auf Eilten des Bischofs Ha- charius und der Grafen Ebehardus und Gisalbertus den Benedicüncrn an der hiesigen Pallast-Kapelle, welche die Urkunde Kanonici nennt, die Schenkungen der Könige Lothar, Karl und Arnolf des ncuuteu Theils der Einkünfte von 47 Königshöfen 2 ). Die Abweichungen in der Orthographie dieser Villen , und die seit dem Jahre 888 3 ) hinzugekommenen, sind bemerkenswert!!. Die Grafen Heribert und Hugo befeindeten 929 den Boso, entzweiten sich aber am Ende dieses Jahres, Boso verband sich nun mit Hugo gegen Heribert , und erhielten von dem Herzoge Giselbcrl Hülfe. So ver- liel das Jahr 930 unter anhaltenden Fehden und Raubereien. Jm folgenden Jahre aber gerieth Boso mit Giselbert in Streit und trat zu Heribert über; als aber später dieser sich mit Giselbert vertrug, vcrliess »J Er wird von mehren für den eisten Pfalsgrafen in Lotharwjen gehalten. *) Cod. dipl. aquen. N. 10. «««. 7. J ) Cod, dipl, aquen. N, 5. putj. 4. — 38 — ihn Bufo und wurde dem König Heinrich treubrüchig. Mit seinem Bruder dem Könige und dem Grafen Hugo im Bunde bekriegte er Giselbert und Heribert; der Koni;; Ruodolf aber, der die Gelreucn Heinrichs befehdete , und den abgefallenen Boso in Schulz nahm , trat dadurch dem König Heinrich selbst feindlich entgegen. Dieser kam über den Rhein und war am 24lcn October zu Jvois am Char, wo dieser sich in die Maas ergiesst; Heribert unterwarf sich ihm. Ruodolf versprach Ruhe und bewog den Heinrich über den Rhein zurückzugehen , worauf alle gemeinschaftlich den Heribert angriffen, der, als im nächsten Jahre 931 auch Giselbert mit den Lolharingern sich seinen Feinden zugesellte, von allen verlassen flüchtig zu Heinrich kam, Eine Urkunde, angeblich am 3tcn April des Jahres 932 in Aachen ausgestellt und von Miraeu» ') herausgegeben, ist verdächtig. 2 } Heinrich 1, starb am 2ten Juli 93G und liegt zu Quedlinburg in der Kirche des h. Petrus vor dem' Allare begraben. Sein Sohn Otto I. folgte ihm auf dem Königsthron, Nach Bestimmung der Fürsten wurde Otto in Aachen feierlich zum Könige gekrönt. Jn der Seilenhalle der Münsterkirche , die Karl d. G, erbaut und. Pabst Leo 111. geweiht halte , versammelten sich die Herzoge , Grafen und Vasallen. 3 J Sie führten den 24järigen Herzog zum Throne , und versprachen ihm durch den Handschlag der Treue, seine Feinde auch für die ihren zu achten. Es war der eigentliche Act der Huldigung. Hierauf wurden König und Fürsten von der Geistlichkeit in der Kirche empfangen. Der Erzbischof Hildebert von Mainz führte den Ncnge- wählten in die Mitte, und zu dem Volke gewendet, welches die Emporkirche erfüllte, sprach er die denkwürdigen Worte : Hier führe ich euch Otto zu , von Gott auserwählt , von König Heinrich vorgeschlagen, und jetzt von den gesammten Fürsten zum Könige gemacht. Wenn euch diese Wahl ansteht so erhebt die Hände zum Himmel, Olto empfing hierauf die Weihe von dem Erzbischofe von Mainz. Vor dem Altar siebend überreichle der Erzbischof Hildebert dem Könige Schwert und Gürtel , bekleidete ihn mit.den Armspangen und dem Mantel , legte Slab und Scepter in seine Hand, salbte ihn mit dem heiligen Oele und setzte vereint mit dem Erzbischofe von Köln die Krone auf sein Haupt, Auf dem Throne sitzend wohnte Otto darauf dem Hochamte, und dem Lobgcsange bei, mit dem der kirchliche Theil der Feier geendigt wurde. Jn der Pfalz aber hielt Otto I. mit den Bischöfen und allem Volke an marmorner Tafel ein Mahl. Die Herzoge theilten zum Zeichen der Anerkennung des gemeinsamen Oberhaupts die Sorge der Bewirthunp, Die von Franken und Schwaben, hallen Speisen und Wein gegeben,, der Herzog von Baiern halle dem Gefolge die Lagerungsplätze angewiesen, und der von Lotharingen, die Anordnung der Feierlichkeit geleitet. ') Opera diploi», T, 1, pag. 38. 2 ) Siehe über das bisher Gesagte .- Jahrbücher des deutschen Reichs unter dem sächsischen Hause , von Hanke. \r fid, lste Jhth. Berlin 1837 , wo die respectiee Quellen beigegeben sind. Und wodurch ich hier der vielen Citaten enthoben bin. S -J U'iduk. T. U. p„g, 642, — 39 - So wurde Ollo am 8n^ Scclenlrost 2 Hoben in dem Dorfe (villa Ilarimala) init seinem und seiner verstorbenen Gcinalihn Aelgidis ^.dlliia; oeeieui. * v , „ , , .. ,. i- v i„ • ,i ,,„ rw&> Ben im Heinejrowe, die Kirche zu Filfort der Kirche und ihrem Zubehör , ferner die Kirche in dem Worte l.cn „ > und die in der villa Budil mit dem zu diesen Kirchen gehörenden Zehenten. 3 ) Am 30. April 947 bestätigte Otto die Schenkungen Pippins IL und dessen Gemahlin Plectrudis an die von dem h. Clodnlf gebauten Kirchen zu Burtscheid und Villen. ») A n T> \i.ril 949 feierte Otto das Osterfest im Pallaste Aachen. Die Königin Gerberga erschien am Hofe und nahm für ihren unglücklichen Gemahl den König Ludwig den Beistand des Bruders in Anspruch. Griechische italienische, englische und andere Gesandten erhöhten die Pracht und Bedeutung des Holla- gors in Aachen Am 2ten Mai bestätigte der König Otto auf Bitten des Abtes Berchetoldus die Privilegien der Abtei Kornelimünster am Jnda Flus, «) Noch am 15- Mai war Otto in Aachen. . , , T , , • , r iTT- r ■ i rc;i„ Q\i «inrri ernannte Otto seinen Bruder Bruno zu dessen Naeh- Als der Erzbischof Wiglndus von Kola UjJ staru , einau. folger und übergab ihm die Verwaltung des Reichs Lotharingen. Otto wurde am 2ten Februar 962 zu Rom von dem Pabste Johann zum Kaiser gekrönt. Alll 17 Januar 966 war Otto im Pallastc Aachen , wo er der Kapelle im Pallaste schenkte die Curtis Gelmen fM™») in Haspengewe , welche einem gewissen Rudolf seiner Untreue gegen das Reich wegen war abgeurteilt worden, und die der Kaiser seinem Gelreuen , dem Grafen Jm.no tauschweise ge- >) Siehe die gen. Jahrbücher Ir Bd. 2fe Abtheilung. ») Cod. diplom. aquen N. 11. päg. 8. *) Cod. diplom, aquen N. 12. pag. 8. ') Geschichte der Ablci Burtscheid. pag. 199. •■>) Cod. dipl. aquen. N. 88 pag 60. — 41 — geben dieser aber der bemeldeten Kapelle geschenkt hatte. Ferner schenkte der Kaiser an dieselbe Fouron im Lüttieher Gau, Curcella, Erkelenz, Oeslrieh, Berg unler Beeck und Bickelrath, alle im Mühlgau unweit Erkelenz und mehre Orte im Auel-oder Siegburger-Gau. Auch verlieh der Kaiser auf Begehren des Abtes dej'hiesigen Benediktiner/, Bruno, dem Stifte freie Abtswahl ») Am 16. Februar des obigen Jahres bestätigte der Kaiser Otto zu Nimwegcn die Schenkung des 9tcn Theils der Einkünfle von 50 Dörfern , und der Villa Baslogne der Pallast-Kapelle Aachen. 2 J 972 vereinigte Otlo I. die Abtei Kivermunt C^bevremont), und deren Besitzungen mit der hiesigen Pallast-Kapclle. Aachen wurde zu dieser Zeit ins gemein Abba genannt, aus welcher Benennung Aach, Aachen durch die Zeiten entstanden ist. 3 ) Die Urkunde ist am 1. August zu Pavia in Italien ausgestellt, und gibt ajs Motif der Einverleibung Kivermunt mit der hiesigen Benediclincr-Abtci an , die Einkünfte dieser dadurch zu vermehren. Dass der Lüttieher Bischof Notger das Seinige dazu beigetragen habe , lässt sich der Urkunde nach nicht annehmen. Nolger oder Nolker, ein gelehrter Mönch der Abtei St. Gal'en in der Schweiz , stand den Studien in der Abtei Slablo vor, als der Bischof von Lüttich Everard 971 starb. Auf Verlangen des Clerus und des Volks von Lüttich ernannte Otto 1. 972 den Nolger zum dasigen Bischole, Nolger befaste sich mit dem Wohl und dem Unterrichte seines Volks Er überwältigte mehre Raubrillcr, die das Land gewaltsam beraubten, und die Leute fast immer in Contribution setzten, Nolger zcrslörle ihre Raubschlösser und machle sie unfähig, ihre Räubereien ferner fortzusetzen. *} lieber die Zerstörung des festen Schlosses Chevremont, die nach dem Jahre 986 vor sich gegangen "st, und die Fabel, die man sieb darüber erzählt, siehe Ernst Hisloire du Limbourg. T. I. pag. 335 etc. s ) Der Erzbischof Bruno von Köln, der am 11. Oclobcr 965 verstorben ist, hatte das Lotharingische Beich in die Herzogtümer Ober- und Nieder-Lotharingcn getheilt, und dieses besonders unter seiner nähern Aufsicht und Verwallung gehabt. Ober-Lotharingen stand ein Herzog vor. Der Kaiser begab sich nach dem Abslcrbcn seines Bruders, des Erzbischofs Bruno, nach Köln, die nöthigen Anordnungen in Nieder-Lotharingcn zu machen , und selzle demselben 966 Jen Grafen Hermann, aus einem vornehmen salischen Geschlechle, als Pfalzgraf vor. Er war schon früher königlicher Viearius in Ripuaricn. Hermann nahm -'einen Sitz zu Aachen, und wird mit Recht für den ersten Plalzgrafen zu Aachen gehallen. °) Hierdurch wurde die ripuarische Provinz mit der Pfalz zu Aachen verknüpft, Olto I. mit dem Beinamen der Grosse , starb am 7ten Mai 973 und wurde zu Magdeburg begraben. J ) Cod, dipl, aqven, pag. 10. N- 14. 2 ) Cod, diplom, aquen pag. ü. N, 13. 3 ) Cod, diplom, aquen, pag. II. ."V. 15, •*) L'art de virifier les Dates. Paris 1787. T. HI. pag. 131 *) Herausgegeben von La Falleye. Liege 1837. •) L'art de virifier les J>aics, l. c. pag, 31!), - 42 - Sein Sohn Ollo II. war am 2G Mai 9G1 zu Aachen zum König gekrönt worden , und am 25. December 967 zu Rom zum Kaiser. Er stellte am 14, April 972 in Rom seiner Gemahlin , der griechischen Theo- phanu (Thcopliania) ') eine Heirathsverschrcibung aus. Jm Juli befand sich Otto II, einige Tage im Pallaste Aachen und 974 bestäligle er die von seinen Vorfahren am Reich der Abtei Korneli-Münsttr verliehene freie Abtswahl, und erkannte den zum Abte gewählten Erwicus als solchen an. 2 ) Am 4, April 975 feierte Otto das Osterfest im Pallasle Aachen. Die Könige von Westfranken machten noch immer Ansprüche auf Lotharingen. Als Otto II. im Juui des Jahres 978 mit seiner Gemahlin im Pallaste Aachen unbesorgt verweilte, drang der französische König Lothar, Sohn Ludwigs übers Meer, durch die Ardennen so schnell und verdeckt, dass wenig fehlte so wären Otto II. und seine Gemahlin in seine Gefangenschaft geratuen, Otto begab sich eilig nach Köln , drei Tage hauste Lothar in Aachen, raubte es aus, und verwüstete die benachbarten Gegenden gräulich. Otto II. eilte nun mit einem Kriegshccre herbei, und drang, den Lothar immer verfolgend, bis an die Thore von Paris. Durch einen Friedensschiuss verzichtete Lothar für immer auf Lotharingen zu Gunsten Otto's IL s ) In der ersten "Hälfte Juni» des Jahres 980 befand sich Otto im Pallasle Aachen. Otto 11. starb den 7. December 983 in Rom, wo er in der St. Peters-Kirche begraben wurde. Die drei letzten Jahre seines Lebens hatte er fast anhaltend in Italien zngebracht. Sein Sohn und Nachfolger im Reiche wurde am 25. December 983 durch die Erzbischöfe "Willigis von Mainz und Johann von Ravcnna zu Aachen zum Könige gekrönt. Otto III. bestätigte am 20. August 985 zu Nimwpgen dem Kloster Korncli-Münsler an der Inda die freie Abtswalil, und seine Privilegien. 4 ) Erst im April 992 war Otto III. urkundlich in Aachen. Am 24. April und 19. November des Jahres 995 stellte derselbe im Pallasle Aachen Urkunden aus. Ollo llf. wurde am 21- Mai 99G zu Rom zum Kaiser gekrönt. In diesem Jahre starb wahrscheinlich der Aachener Pfalzgraf Hermann , der von seiner Frau Heilwig oder Hedwig zwei Söhne, Ehreufried fJEzon) und Ilezelin (Uezelon) hinterüess. Ehrcnfried folgte seinem Vater in der Pfalzgraf-Würde, Er halle 991 Mathildis Schwester des Kaiscs Otto III. geehligt, Ehrcnfried hatte das Schloss Tomberg (Thonaburg) in der Eifel zu seiner gewöhnlichen Residenz gewählt. Die Grafschaft Zülpich (comitatus Zulpichc) erhielt der jüngere Sohn des Pfalzgrafen Hermann Am 8 Februar und [). April 997 war der Kaiser im Aachener Pallast. Am 8. Februar dieses Jahres bestimmte Gregor V. auf Verlangen Ollo III. für immer sieben Kardinals-Priester, und eben so viele Kardinals-Diaeonen ') Wie aus den Matricnlaricn zu Burlscheid und Villen durch Gregor,\Brüder der Theöphania die Bc- nedictiner Abtei Burlscheid entstanden ist. Siehe Gesch. der Abtei Bur(scheid Seite (V6. -> Cod. dipi aquen. pag 61. N. 89. •\) Ihignes de Fleuri bei Bouquet. T. VW. pag b2Ü. Der CoMinuator von Frodoard. das. T. IX pag. 81. etc. *) Cod. dipl, aquen. pag,' 61. N. 1)0. — 43 — an die Hofkapelle Aachen , dass die erstem , der Erzbischof von Köln und der Bischof von Liiltieh , an dem Multer Gottes Altare nur Messe lesen dürften. >) Am 13 April bestätigte der Kaiser nochmals die freie Abiswahl und die Privilegien der Abtei Korneli-Münster, und genehmigle die Wahl des Lantfried zu deren Abt. 2 ) Am 12. Oetober schenkte der Kaiser einige seiner Besitzungen zu Dortmund in Westphalen an den Altar im obern Geschosse der Marien-Kirche im Pallaste Aachen , der zu Ehren der Auferstehung des Heilandes geweiht war. s ) Dass die Errichtung dieses Altars ursprünglich mit in dem Plane des Jnnern der durch Karl d, G. erbauten Hofkapelle gehört habe , wird schwerlich zu erweisen sein. Als aber der Flecken Aachen, der schon zu den Karolingern sich betrachtlich ausdehnte und mit jedem Jahre an Einwohner- und Häuser-Zahl zunahm, sah man sich endlich gezwungen, den Pfarrgottesdienst auf die Emporkirche (das Ilochmünstcr} zu verlegen , und zu dessen Behufe diesen Altar zu errichten. Da dieses aber nicht urkundlich zu beweisen ist, so will ich es auch nicht für gewiss gehalten haben. Als nachher der Pfarrgottesdienst in der nahe gelegenen St. Foilan-Kapelle verlegt worden ist, erscheint der fragliche Altar nicht mehr in dem Verzeichniss der Altäre der Münslerkirchc. Am 14. Oetober des genannten Jahres schenkt der Kaiser dem Kloster Epternach ein Gut in dem Dorfe Guddinga bei Aachen. 4 ) Vom Oetober dieses Jahres bis Ende December blieb der Kaiser in Aachen. Die Benedictiner Abtei Burtscheid war nunmehr förmlich geregelt. Eine andere religiöse Stiftung für das weibliche Geschlecht entstand im Jahre 997 an der königlichen Kapelle auf dem Salvatorberge (Luouesberg nach der Urkunde) , welche Kapelle mit dem Berge und dem Dazugehörenden Otto III. von der Abtei Prüm ans Reich eingetauscht. Eine fromme, kinderlose Wiltwe von edler Geburt, Namens Alda gründete nämlich milBewilligung des Kaisers am 26. Oetober des obigen Jahres an der gemeldeten Kapelle ein Kloster für freigeborne Jungfrauen und Wittwen. Der Kaiser schenkte der Alda zu ihrer Stiftung nicht nur den besagten Berg mit der Kapelle und dem dazu Gehörenden , sondern auch die kaiserliche Kapelle zu Jngelheim mit den ihr anklebenden Zehenten und Einkünften Die Wittwe s-henkle ihre sämmtlichen Besitzungen, die sie zu Veldericke , Leidon, =) Umeron , Dhcste und Maldericke halte , dem von ihr gegründeten Kloster , und begab sich mit einigen andern gleichgesinnten Jungfrauen in dasselbe , um dort nach der Bcgcl des h. Benedict ihr Leben im Dienste Gottes zuzubringen. •) *3 Cod. aquen diplom. pag. 36. N. 49. *J Cod. dipl. aquen. pag. 62. N. 91. z ) Cod. dipl, aquen. pag. 12. N. 10. *) Ilontheim hist, diplom, Trevir. T l.pag.3'61. Bertholet II istoire de Lu.vemb, T. III. pag, XII, s ) Das predium Leidon , die jetzige Pfarre Schieiden unweit Aldenhoven war die wichtigste Besitzung der Alda. und iiherwiegte die andern zusammen. % Cod, dipl. aquen, pag. 33, N. 46. - 44 — Das Klosler wurdo dem Wellheilande uud der Martyriu Korona gewidmet. Man nannte es das Kloster des Heilandes, auf dem Berge bei Aachen. Am 18. August 998 schenkte Ollo, in der Stadt Lucca in Italien , an die Slarienkapelfe im Pallaste Aachen die Curtis Andernaeho (.Andernach), und am 12. ') Octoher im Pallaste Aachen an den, auf dem Hochmünstcr errichteten Altar, die Cards Tile unweit Lüttich. ' 2 ) Am C. Februar des Jahres 10U0 schenkte Olto III. den Stiftslierrn der hiesigen Marienkirche die zwei Curtes , namentlich Tiel (Ticlc) in dem Gau Testerbant (Teisterbant) in der Grafschaft des Grafen Unroeh, und Nereslein im Nachgau (JVahgowii) in der Grafschaft des Grafen Amichon. 3 ) Der Kaiser gab diese Urkunde zu Regensburg (Radespone), Van Spaen 4 ) dem das Tiel bei Lüttich unbekannt gewesen zu sein scheint, bezieht die beiden Urkunden Olto III. von den Jahren 998 und 1000 auf das Tiel im Gaue Teislcrbant s j und hält die von 1000., 'Vir eine Bestätigung der von 998. Der Kaiser soll zu dem Grabe des h, Bischofs und Märtyrers Adalbert eine /Viidachts-Ileisc nach Gnesen iii Polen gemacht haben »), dann befand er sich von April bis Ende Mai des Jahres 1000 im Pallaste Aachen, in welchem er im Beisein eines Päbsllichen Gesandten ein Conciliuin hallen Hess. : } Als Ollo 111, am 19. Mai dieses Jahres das Piingslfest gefeiert , liess er das Grabmal Karls d. G., dessen Stelle durch die Verwüstungen der Ilofkapelle durch die Norm'anner unkenntlich geworden, aufsuchen. Ungewiss wo dasselbe sieh befand , grub man vergebens an mehren Stellen in der Kirche. Endlich liess man in dem südwärts gelegenen Theil der Kapelle hinter dem St. Johannes .des Täufers Allare graben, wo man bald auf ein Gewölbe kam , in welchem der noch ganze Körper des grossen Kaisers ruhete. Wahrscheinlich liess Ollo die Zierrathe und Kostbarkeiten aus dem Grabe nehmen , und dasselbe wieder ehrerbietig zulcen. Die Angaben der Schriftsteller hierüber wiedersprechen sich. Es war vielleicht um diese Z'it, als Olto III. einen beträchtlichen Theil 8 j des Körpers des h. Adalbert von dem Herzog von Polen Boleslaus geschenkt erhielt. Worauf der Kaiser sich vornahm auf dem , dem Pallaste Aachen ostwärts gelegenen Felsen zu Ehren des h, Adalbert eine Kirche zu bauen, und ein Stift von Kanonikern an derselben zu gründen. Dass der Kaiser wirklich den Kirchenbau anfangen Hess, und i} Cod. dipl, aquen. pag. 12, N, 17, 2 ) Cod dipl. aquen, pag 13. N. 18. 3j Cod. dipl. aquen. pag 14. N. 19. Das Chartulur hat disto statt diclo und bei dem Datum ist jdus ausgelassen , so da^s zu lesen ist: Vlll. jdus bebruarn. 4 ) üordelkundigc jnleiding tot de Historie van Gclderland. 3de Deel 1804. pag. 122. etc. 4 J Der pagus Tester- oder Teisterbant wurde durch den alten Lauf der Maas von dam pag>is Taxan- dria qetrennt , der am linken Maasufer einen Theil von ßrabant ausmachte. Tiel eine Villa regia jetzt ein Städtchen am nördlichen Ufer der // aal im Quartier Nimwcgen. «) Pagi criiica etc. in Baronii Annales. T. 1P, pag t 86. 'j Ilartzheim concil, germ. T. IL p. 080. ») Auch hierüber sind die Schriftsteller verschiedener Meinung, — 45 — die demselben umliegenden Gründe zur Dotation bestimmt halte., lässt sich nach der Urkunde 1 ) mit welcher Heinrich II. im Jahre 1018 dem Sl. Adalbcrtstift schenkte einen Ader zu Mamelen und Crcval zum Ersatz einer Wiese , die Otto von den obigen bestimmten Gründen zu der Dolirung der vorhabenden Stiftung , an die Ablei ßurlschcid geschenkt hatte, abnehmen. Otto begab sich nun nach Italien ohne seine vorhabende Stiftung vollführt zu haben. Otto starb in seinem 22. Lebensjahre am 24- Januar 1002 zu Palerno in Italien. Sein Korper wurde einbalsamirt, und seinem Wunsche nach in der Pallastkapelle Aachen beigesetzt. Nach Beeck 2 ) sollen unter Otto 111. die Benedictiner an der hiesigen Pallast Kapelle das klösterliche Zusammenleben aufgehoben, die Einkünfte der Stif'tsgüter getheilt , und die Häuser auf dem Klosterplatz bezogen haben, ihr Abi wäre ihr Probst geworden , was aber dem Herrn Meyer 8 } unrichtig zu sein scheint. Auch die Stiftung von Piäbcnden an der hiesigen Ilofkapelle durch den Bischof Notger lässt sich historisch nicht nachweisen. Durch den unerwarteten Tod des jungen Otto III. drohete das Gebäude zusammen zu fallen, das Otto I. mit so vieler Mühe aufgeführt halle. Italien wählte sich einen eigenen König Jn Deutschland war von dem sächsischen Hause nur ein Zweig übrig , der Baiern beherrschte , Heinrich II. Urenkel Heinrichs I, Auch noch zwei andere mächtige Kronkandidaten traten auf. Doch Heinrich wurde durch die Baiern und Ostiranken gewählt und am 0. Juni 1002 in Mainz zum König gekrönt. Am 24, Juli wurde er zu Merseburg durch die Sachsen als König anerkannt. Am 8. September wurde Heinrich zu Aachen als König durch die Lolharinger anerkannt und in den hiesigen königlichen Stuhl eingesetzt. Am 5. Februar 1003 ■war Heinrich II. wieder im Pallaste Aachen. Am 3. April 1005 bestätigte und beschenkte er im Aachener Pallast die von Bischof Notger zu Luttich erbaute und mit Kanonikern besetzte h. Kreuzkirche , *) diese Kanoniker muslen der Urkunde nach klösterlich zusammen leben. Um diese Zeit Hess Heinrich II. den vonfeinem VorFahrer am Reiche angefangenen Bau der hiesigen St. Adalbe; t-Sliflkirche vollführen und bepfründele 20 Kanoniker an dieselbe s ). Am 7. Juli licss Heinrich zu Dortmund (Trolmanni) eine Sinode hallen. An demselben Tage des eeuaiiiilen ') Cpd dipl. aquen, pag. 41. N, 37. Der Verfasser eines eben erschienenen Schriftchens hat sich erlaubt über diese Urkunde zu witzeln, und eben dadurch die Unwissenheit eines urkundlichen Studiums gezeigt. Mit aus, der nur die Codices donat. piar. und Diplom, belgica gegeben hat, Hess nur den Theil der fraglichen Urkunde abdrucken , welcher die Stiftung des St, Adalberts- slifts enthielt , den übrigen Theil aber hat er nicht ijegeb«n , welches er durch Puncten angezeigt , wie man dieses immer zu thun p/legt , wan man eine Urkunde nicht ganz abdrucken lässt. 2 ) Aquisqranum Cap. 2. pag. 20 und 21. ■', Aachensche Geschichte Seite 218. ') Eisen T. I. pag. 170 Miräus T, 11. pag. 808 *J Cod. diplom, aquen pag, 50, .V, 84. - 46 - Jahres 1005 schenkte Heinrich den Brüdern der St, Adalbertskirche bei Aachen den Zehenten zn Walcere, und Goslar und gewisse königliche Gelalle zu Dortmund, wie auch die Kapellen zu Ingelheim und auf dem Salvalorberg (L e,le kerg) kei Aachen , mit Allem was Otto III, für das gemeldete Stift bestimmt hatte. ') An dem nämlichen Tage sagte Heinrich II : er habe zu Aachen zwei Monasterien bauen lassen , eins xu Ehren des h. Adalbert und das andere zu Ehren des h. Nicolas. Dadurch soll aber die Würde des Muttergottes Klosters kein Abbruch geschehen , noch in ihren Zehenten Nachlheil erhalten ; sondern sie soll wie bisher die Ilaupikirche des Fleckens Aachen bleiben, und zu deren Anerkennung sollen die Geistlichen des Münsterstiftes an den Festlagen der hh, Adalbert und Nicolas von diesen beiden Stiftern zum Mittagsessen eingeladen werden. J ) Am 13. August des obigen Jahres gab Heinrich II. zu Nürnberg eine Urkunde , mit welcher er die Zehenten-Schenkung vom 7. Juli nicht nur bestätigte, sondern auch noch an das St. Adalbcrtstift schenkte die Villen Soron und Solmanniam im Lütticher Gau Cp a S° Lyrwa} , Neroldcshusen in jiago Nalresgauwe, Horchern in pago ColingauwCj Kiuenheim in pago Meinveit 3 } und den Boden, worauf die Kapelle ([Kirche} der hh. Märtyrer Adalbert*und Hermetes gebaut, mit einer in der Nähe gelegenen Mühle, *J Einwohner des Dorfes Bila , die den Zehenten desselben besassen , schenkten zu ihrem und ihrer Vorfahren Seelenheil denselben der Aachener Kirche, doch mit der Bedingniss, dass aus diesem Zehenten 4 Fuder Wein der Kirche zu Bila jährlich gegeben werden sollen , welches Heinrich II. im Pallaste Aachen 1006 genehmigte. S J Ebenfalls bestätigte Heinrieh am 15, Juli 1007 in dem gemeldeten Pallaste auf Bitten der Brüder der Aachener Kirche, den von seinen Vorfahren am Reiche ihnen verliehenen Zoll und Bann zu Traben an der Mosel. Auch genehmigte Heinrich die Schenkung der Kirche zu Traben mit ihren Weinbergen, und Zehenten durch die Einwohner des Ortes, welche Leibeigene der Aachener Kirche waren , an die Brüder der Marienkirche allda. Doch mit dem Laste 4 Fuder Wein der Kirche zu Traben jährlich verabfolgen zu lassen, 6 ) Am 22. Octeber 1007 war Heinrich nochmals im Aachener Pallastc. Heinrich wurde am 14- Februar 1014 i n Rom zum Kaiser gekrönt. Am 8. Deccmber des Jahres 101G schenkte der Kaiser zu Duisburg an die Abtei Burlscheid eine Villa mit einem curlile in dem Dorfe Villen,' welche Otto III. von dem Grafen Luizon durch Tausch an das Reich gebracht hatte. '} Am 21. Januar 1018 bestätigte der Kaiser Heinrich II. zu Frankfurt den Gütertauseh zwischen der Abtei Bnrt- ') Cod. diplom, aquen. pag. 40. TV. 55. 2 ) Cod. diplom. aquen. pag. 14, N. 20, Jm chronologischen f'crzeichniss der Urkunden ist Statt pag. 14 irrthiimlich pag. 40 abgedruckt. ') Mayenfeldgau oder Mayengau von dem Orte Mayen genannt. Günther cod. dipl. \r The.il. 4 3 Cod. dipl, aquen. pag. 40. N. 5G. Ä ) Cod. dipl. aquen. pag- 15» N. 21. '■) Cod. dipl. aquen. pag, 15 TV, 22. '3 Geschichte der Abtei ßurtscheid, pag, 202, Urk. 2, — 47 — scheid und der zu Seligcnstadt. *) An demselben Tage schenkte er an dem genannten Orte das Territorium an die Abtei Burtscheid, welches die Herrschaft Burtscheid ausmachte. *) In dem besagten Jahre bestimmte der Kaiser durch eine zu Aachen aufgestellte Urkunde, die seiner neuer Stiftung umliegenden Gründe , mit den Worten : Wir schenken dieser fder St. Adalbcrls-) Kirche , die Besitzungen , welche innerhalb der Mauer Brücl (nach dem Stifte zn) gelegen sind, mit den darauf stellenden Gebäuden , Aeckern, Büschen, Wiesen, Fischteichen etc. Auch schenken wir dieser Kirche, mit Einwilligung des Bischofs von Lüttich, Balderich , das Baptisterium 3 ) d. i, die Pfarre über die auf den obigen Gründen wohnenden Leute, die man von nun an die Leute des h. Adalbert (homines St. Adalberti) nannte, und den Zehenten. Endlich schenkte der Kaiser Heinrich seiner, auf einem des königlichen Sitzes zu Aachen nahe gelegenen Felsen gestifteten Kirche für die Wiese, welche Otto III« der Kirche zu Burtscheid geschenkt, und die vermuthlich zu den obigen der Kirche umliegenden königlichen Gründen gehört hatte, einen Acker zu Mamelen und Creuual mit dem Zehenten, Auch setzte der Kaiser den Prelaten CProbsQ der Kirche zum Richter Exactor (Vogt) der ganzen Schenkung , und der darauf wohnenden Leute. 4 ) Diese war die zweite Schenkung, die der Kaiser von den hiesigen Reichsgütern an Stifter gab , die dadurch aufhörten Reichsgüter zu sein, und in allen ehemaligen Verhältnissen an das Stift übergingen. Die Leute des St. Adalbert traten aus dem Pfarrverband der hiesigen Marienkirche, welche die Pfarre der auf den Beichsgütern Wohnenden war, und wurden dem St. Abalbertstift als ihrer Pfarrkirche angewiesen. Der erste bekannte Pfarrer der St. Adalbertskirehe, war der Kanoniker der Kirche Heinrich, der in einer Urkunde vom Jahre H9G bei den Zeugen als Parrochus (Tfarrer) erscheint fi ) Von den spätem Ver- hälnissen dieser Pfarre kann hier keine Rede sein, Die freie Frau Menzc begibt sich 1020 in die Dienstbarkeit des St. Adalberlslift «) Am 25. August 1020 schenkte der Kaiser im Pallaste Aachen zum Seelentroste seiner Aeltern , und Vorfahren am Reiche besonders des Otto III. seine und seiner Gemahlin Chunigundis die Curtis Moflcn- dorf in der Grafschaft des Pfalzgrafen Ezzon in pago punnegouve (Bonn) den Brüdern des Multer-Gottcs Klosters in Aachen ') Um diese Zeit war in der Umgegend von Aachen eine allgemein anhaltende Trockenheit, daher vieles Vieh zu Grunde ging. Am 2?. Juli 1023 war Heinrich II. zum letztenmal im Pallaste Aachen. Er starb am 13. Juli 1024 zu Cronaha und wurde zu Bamberg begraben. ') Daselbst pag. 203. Vrk 3. *) Daselbst pag. 204. Urk. 4. s ) Baptisterium i. e. ecelesia parochialis du fange glossarium. *) Cod. dipl aquen. pag 41. N. 57. Der Herzog von Jülich icar f'ogt über die im Jülicherland gelegenen Güter des Stifts, aber nicht über das Stift an sich. 5 ) Cod. dipl. aquen pag. 47. N. 68. •) Cod. dipl. aquen pag. 42. N. 58. ') Cod. dipl. aquen. pag. 16. N. 23. - 48 - Nur wenige Nachrichten sind unter den Kaisern aus dein sächsischen Königsstamme ülier Aachen vorhanden. Der Pallast war, wie oben schon gesagt , von dem Flecken durch eine Mauer getrennt. Zu dem Pallaste gehörte noch alles Grundeigentum, und dessen Benutzung. Von Privatbesitz ist noch keine Rede, ausser was Heinrich II. an die Abtei Burtscueid und das S. Adalbcrlstift geschenkt. Seffeht war schon früher an dij Abtei Nivclle geschenkt. Viele Stunden im Umkreise war der Pal last noch mit Königshöfen , die ihm untergeordnet waren, umgeben_, deren Namen uns die Folge bekannt, machen wird. Die Pfalzministerialen der höhern Classe verwalteten die Einkünfte des Zolles , dos Leib- und Grundzinses der geringern Einwohner und der zu dem Pallaste gehörigen Meierhöfe und Dörfer. Als Förster (Fores- tarii) standen auch die Pfalzministerialen den zu dem Pallast gehörigen Waldungen vor. In dieser Ober- Aufsicht wird wohl der Grund zu suchen sein , warum in der Folge mehre Höfe dieser Minislerialien in und an diesen Wäldern gefunden werden. Die gewerbtreibenden Einwohner waren, die Kauflcute ausgenommen , noch unfrei ([dienst- und hofhörig} standen unter einem scharfern Ilofrecht als die Ministerialen, und waren zu bestimmten persönlichen Frohn- diensten den Königen verpflichtet. Damals konnte es noch keinen Bürgerstand im wahren Sinne des Wortes geben, denn die Masse der Einwohner des Fleckens war noch hörig. Da aber der Pallast Aachen dem Hof oft zum Aufenthalt diente, und die weil umliegende Gegend mit ihm Tausch und Handel trieb, fanden sich bestimmt schon in den frühesten Zeiten freie Landei"cnlliümcr ein, die in vorkommenden Fallen die Jusfizpflege anzusprechen hatten. Diese konnten aber nach den Kapitularien Karls d. G. nur von Freien gerichtet werden. Der Vogt !) muss also schon in den ältesten Zeiten nicht nur über Hörige , sondern auch Freie eine Jurisdiction ausgeiibet und Freie zu Beisitzern gehabt haben. Schöffen als Beisitzer des Schullheissen und Vogts sind in diesem wie in .dem karolingischen Zeiträume als bestehend anzunehmen. Da bei den Kaiser- und andern Schenkungen oft die Worte Predium (Praedium) und curtis vorkommen, glaube ich dass es nicht überflüssig sein wird, hier ein Paar Worte darüber einzuschalten, um der historischen Unkunde einiger zu begegnen. Predium war ein weit ausgedehntes Landgut, dessen Gründe sieh oft genug in die benachbarten Villen crslreckten und aus denen in der Folge mehre Gurten cutstanden. Durch Rot- tungen dessen weitgclcgcnen Grundslücke , besonders durch dieselben in Erbpächte zu geben, sind durch die Zeiten viele derselben von dem Predium entfremdet worden. Curtis aber war ein Hof, bestehend aus Wohnhäusern und Oekonomiegehäuden ,, mit den dazu gehörigen Aeckern , Wiesen, Waldungen und Gewässern. Die beisammen siehenden Häuser, wenn sie auch nur zu einem einzelnen Hof gehörten , machten eine Villa aus, und erhielten von dem llauplhofe d. i. der ersten Ansiedelung ausgehenden Namen. Durch Zunehmung der Bevölkerung und das Zusammenleben. ■) Adrocaius war früher nur Richter QEdict, in Carisiaco Karls des Kahlen von 881, Jialuze T. II. pag. 152. Spä'pr scheint ihm auch die Verwaltung der Einkünfte (villitaiiq übertragen worden zu sein. — 49 — erweiterten sich die kleinen Villen zu Dörfern, Der Ort , wo die Wohnung*n standen, hiess nun Villa, die Oerler in den Villen: areae cum aedifieiis, cum curtilibus (curtatibiuQ locis , welche Worte nun einen Hauplpunckt hei Verleihungen ausmachten. Ein mchrcs hierüber unten. Die Leibeignen worden entweder zu Hausdiensien gebraucht, oder erhielten von ihrem Herrn ein Stück Feldes j das sie gegen gewisse Frohndiensle und Erlegung eines Gewissen an Früchten, Vieh etc. bebauten. Sie hatten ihr abgesondertes Hauswesen, sie konnten aber mit Grund und Boden verkauft, verschenkt und vertauscht werden, und gehorten mit allen dem Ihrigen dem Herrn ganz zu. Als das Getreide einen höhern Werlh erhielt, waren die Gutsbesitzer nicht mehr zufrieden mit dem, was ihnen die Bauern liefern mussten , sondern sie hielten sieb eine Menge Aecker , Wiesen, Weinbergen und dergleichen bevor, die man agros dominicos oder indominicatos, ITerrengütcr nannte , die alle zur Frohn mussten gebaut werden. Drei Tage jeder Woche waren Frohntage; zur Saat- Acrndte- und Herbstzeit mussten die Bauern sich noch mehr gefallen lassen. Zu den Frohndiensten gehörten auch da» Kalkbrennen , Steinhauen, und die Herboischaffune der Materialien. $k«d)en nnUt tun falifdjett giatfirtt* Conrad II. wurde in der Umgegend des Lörzwciler Königsstuh'es 1024 gewählt und gleich am 8. September in Mainz zum König geweiht, und am 26- März 1027 zu Rom zum Kaiser. Am 23. September 1024 war Conrad in Aquis , wo er am 30. dieses Monats seine Gemahlin Gisila krönen liess , und einen grossen Reichstag hielt. Die Gemahlin des Pfalzgrafen Ezon, Mathilde, starb 1025 zu Esch bei Bereitern bei ihrem Schwager Hezelin am Fieber, während der Pfalzgraf zu Aachen eine Unterredung mit den lotharingischen Grossen hatte. Am 14- April 1028 am Osterfeste, liess der Kaiser Conrad seinen 11jährigen Sohn Heinrich in Aachen zum König weihen, verweilte nun in dem hiesigen Pallaste bis im Mai, Am 2. Juni 1029 l ) schenkte er zu Frankfurt der Abtei Burtscheid Güter zaCornizich, Wil und Alden- hof im Jülich-Gau , in den Grafschaften Gerhard und Giselbert *) und zwar auf Bitten der Kaiserin, Gisila, seines Sohns Heinrich [ und des Mainzer Erzbischofs Aribon, Diese Predia waren nach dem Absterben ') Nach Andern 1027 2 ) Siehe Geschichte der Abtei ßur^cheid. pa,j, 200. l'rk. 6. — 50 ±- eincs gewissen Benelinüs ans Reich zurückgefallen. Dar Kaiser Conrad »tarb am 4 Juni 1039 *u Utrecht und wurde zu Speier begraben. An demselben Tage Iral Heinrich daselbst die Regierung an Am 13. Juni 1040 schenkte Heinrich JH. in der Villa Bethlehem an die Ahlei Bartscheid die in der Herrschaft. Barischeid wohnenden Reichs- leule beiderlei Geschlechts. ') Vom 28. Januar bis den 13. Februar und vom 3. Juni bis den 0. des Jahres 1041 war Heinrich urkundlich im Aachener Pallaste. Am 13. Februar des eben gemeldeten Jahres schenkte Heinrich 111. Trajecti solches Prediam, wie die Urkunde ausdrücklich enthält, als wir in den Villen, Vals, Chiminiaco (/Gimmenich)., Morismaliil (Mamelen) und Vilarns (Villen) haben und /.war mit dem Laste eines Jahrgedächtniss für seinen Vater und seine Gemahlin, -j Am 8. August 1042 schenkte Heinrich zu Confungon der MaUergoltes-Kircho im Pallaste Aachen ein von dem Herzoge Heinrich crhallencs Predium, das zwischen Gimmenich und llervo , *) in der Grafschaft Tiobald gelegen. 3 ) Im Mai 1046 war Heinrich wieder in Aachen, und am 25. Decembcr dieses Jahres wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Im Jahre 1049 war der Kaiser Heinrich III. einige Tage im Juli in Aachen. Am 17. Juli 1051 erzählte der Kaiser in einer zu Covphingie ausgestellte Urkunde: wie Plälzgraf Ehrenfried fJEzzon) und dessen Gemahlin Mathilde die Abtei Braunweiler gestiftet , wie dann deren Kinder, nämlich Hermann Bischof von Köln _, Richeza, Königin von Polen, und Theophanu , Äbtissin von Essen, die ungesetzlich geschehene Stiftung aurgehoben, bald aber von Reue bewegt, sie in ihren Besitzungen uni Freiheiten wieder hergestellt haben, welchem er nun die Bestätigung erlheille. *) Am 9. Juni 1056 schenkte Heinrich III. zu Berchtdenstadt, auf Bitten seiner Gemahlin Agnes, und seines Sohns Heinrich IV. an die Abtei Burtscheid das Predium , welches in dem Dorl'e (Villa Apinis) Epen, in der Grafschaft des Herzogs Friedrich in pago masclant gelegen war. 6 ) Der Kaiser Heinrich III. starb am 5. Oclober 1050 z» Boluelt in Sachsen , und wurde zu S'peier begraben. Noch an demselben Tage Iral sein Sohn Heinrich IV. die Regierung an. Er war schon am 17. Juli 1054 zu Aachen als König gesalbt worden , und von da an rechnete er die Jahre seiner Königsweihe. Die Kapelle auf dem Salvalorsberg bei Aachen war eine königliche Kapelle, die als solche oft an Verschiedene verschenkt, worden ist, welche Schenkungen nur so lange dauerten, als es dem Kaiser beliebte. ') S. Geschichte der Abtat Burtscheid pag 207. Utk. 7. *) Cod. dipl. aqnen. pag 42 _\\ 59 Weil in den jungem Kapitel-Protokollen des S, Adalbertstifts keine Erwähnung dieser Besitzungen geschieht, imd daher den Jnhalt der Urkunde für unächt halten, kann nur ein Unkundiger in der Geschichte. ■') Sollte das vielleicht nicht 'Montan sein ? *) Cod. dipl. aquen. pag- 16. N. 24. *) Acta pal. vol. 111. pag. 140. ") Geschichte d. Abtei Burtscheid. pag, 210, Vrk, I). von er - 51 —. Am 4. März 1059 bestätigte Heinrich IV. im Pallaste Aachen auf Killen seiner Muller der Kaiserin Agnes, und zum Sgelenlrosle seines Vaters, an die Mutlcrgoltes-Kapelle im Pallasle Aachen, Alles, was derselben von seinem Valer oder andern geschenkt worden war, namentlich aber die Kapelle auf dein Luoues- berch mit ihrem ZugehÖrenden, einem Prcdium in den Villen Herve und Vals in pago Leuua in der Grafschaft Tietbald, welches sein Vater von dem Herzog von Baiern , Heinrich, erhallen halle. '") Vdo, Graf von Limburg übergibt eine Magd Namens Walburga, dem Altar des b. Adnlbcrt mit dem Bedingniss, am Festläge dieses Heiligen , der Kirche einen Denarien zu zahlen. Als nun die Magd dem b. Adalbert hörig geworden, erhielt sie mit ihrem Manne Malger , Güter vom Stifte Unter den Zeugen war der Probst des Stifts, Siberlus, der Decbanl Hezelinus u. a. *) In Gegenwart Heinrichs V. und des Kölner Bischofs Anno gingen in Jülich der Bischof von Toni Vdo und der Abt der Abtei Korneli-Münster, mit Erlaubniss des Kaisers einen Güterlausch ein. Der Bischof Toul und sein Vogt Arnolf, traten an die Abtei Korneli-Münster ab, 3 Mansen mit Weinbergen zu 10 Fud gerechnet im Mainzergau, Arenheini genannt. Ferner in der Stadt Mainz ein Haus mit dessen Bewohner und was dazu gehörig. Ferner ükcrgah der Bischof an die Abtei das Allodium Grusenthis in Ilasbanien unweit der Alilei St. Trudunis, und mil Bewilligung dessen Vogts, des Grafen Sigebodo. Dagegen trat die Abtei Korneli-Münster an den Bischof ab, die Güter der Abtei bei Toni, welche wahrscheinlich durch den Stifter der Abtei Korn.eli-Münsler, Benedict! von Anian, an dieselbe gekommen waren, nämlich zwei Kirchen, mit Weinbergen , Aeckern u. .. w . Bei den Zeugen dieses Actes waren der Pfalzgraf und Vogt von korneh-Munsler Hermann, und mehre andere Grafen unserer Gegenden. An, Iß. Mai 1064 bestätigte der K-ser in Lütlich den geschehenen Tamh. .) ' "'""''''' cnieldelen Alileien , und begab sieh damit unter Begleitung seiner Geistlichen nach Aach, wo damals der Kaiser Heinrich IV. einen Reichstag hielt. Sic brachten den Körper in die Hofkapelle, stiegen dann zum Pallasle und gingen bis zu der Thür des Saals, in welchem der Kaiser zu Gerichte sass. Einige von ihnen wurden mit dein Stabe in denselben gelassen. ') Allein der schlaue Anno wusle die Bemühungen der Slabluer zu vereiteln. Nachdem sie bis am Abende auf eine günstige Antwort des Kaisers vergebens gewartet, trugen sie den Körper des Heiligen in die Aldcgunde-Kapelle , die ihnen gehörte. -) Jm .lahre 1055 sah man zu Aachen einen Coinetslern in der Richtung nach England , welches nachher durch Wilhelm den Bastard verheert wurde. 3 ) Der König Heinrich schenkte im Pallasle Aachen am 7. Kai. Juli 1070 der St, Lambertkirche eine Holzgerechtigkeit in den weitschichligen zum Aachener Pallast gehörigen Waldungen. •») (de Foreste aquis graui palatio regioO Am 28. Juli 1075 schenkte Heinrich IV. in der Stadt Worms an die Abtei Burlschcid ein Landgut in der Stadt Boppard am Rhein (villa Boparde) in der Grafschaft Berloldus , welches die dortigen Landleute Mancwerc nannten. Es enthielt aber drei Manewerc. 3 ) Am 11. Kl. Mai 1076 schenkte der König Heinrich IV. im Aachener Pallast seinem Hofkapellan und Probsle der Marienkirche im Pallaste , Conrad, drei Vogteien über die Oerter, Walhorn, Lonzius und Mesch und zwar um dieselben zum Nutzen der Kirche unter lierathung der Brüder der Marienkirche zu verwenden, 6 ) Am 31. März 1034 wurde neinrieh auf Ostern durch den Pabst Clemens 111. in Rom zum Kaiser "e- krönt. Jm Jahre 10SG begab sich die freie Frau Dulha in die Dienstbarkeil des h, AdalberL zu Soiron, indem sie auf ihre Freiheit verzichtete für sich und ihre Nachkömmlinge, sowohl männlichen als weibliehen Geschlechts, welche, nachdem sie sich vereheliglen, der Kirche jährlich einen Denar und die Jura der 3 General- Vogtlagen im Jahre zahlen, mit andern Freien konnten sie ohne Erlaubnis , mit Unfreien aber nur mit ') Ascendenles palatium ad usque, icgias forcs , procedimus , uhi pauci inlro admissi cum baculo noslri domini flottes coram assissimus Triumph. S. Remacli. L- 1. C. 15. bei Chapeatille, T. IL pag- 537. Der Pallast halte also eine höhere Lage als die Kapelle , sonst hätte der Author, welcher mit anwesend war, das ascendenles nicht gehraucht. Auch liisst sich auf Staffeln nicht hinweisen , denn wenn dieses der Fall wäre, so hätte sich der J erfasset- nach der damaligen Art anders ausgedrückt, 2 ) In Ecclesiam S- Aldegundis , quae noslri juris erat. I. c ' ! l Annal. aquen, pag- 70. TV. 100. *i Chapeav, T. IL pag. 13. ä ) Geschichte der Abtei Burtscheid pag. 211. Vrk. 10 ") Cod. dipl. aquen. pag. 34 ,'V, 47. — 53 — Erlaubniss eine eheliche Verbindung eingehen, Sieslanden nun unter dem Seh ulze der Kirche und des Vogtes zu Soiron, was damals vcn Bedeutung war. Eveco war Prolisl zu St. Adalbert in Aachen ') Nach den Annales aquenses 2 } wurde im Jahre 10S7 der Sohn des Kaisers Heinrich, Conrad zum König gesalbt. Jn demselben Jahre starb die Kaiserin Bcrla. j093 war eine grosse Sterblichkeit. 3 ) Jm Jahre 109S schenkte der Kaiser Heinrich, auf Begehren seines Sohns Heinrich , des Lülticher Bischofs Obert u, a. seinem Kapellan und Probst der Aachener Kirche Godschalk , zu seinem und seiner Achtern u. a. Seelenlroste das Picdium Walhorn (llarna) im Ardmnergau in der Grafschaft Tielbald mit allem dazu Gehörenden , zugleich bestätigte der Kaiser die Schenkung der obigen drei Vogteien. 4 J Heinrich, Sohn des Kaisers wurde 1099 am Dreikönigentage in ;der Hofkapelle an die Stelle seines abgesetzten Bruders Conrad, der gegen seinen Vater sich in eine Verschwörung eingelassen halte, zum König gesalbt. s } Der Kaiser Heinrich IV. belagerte 1101 den Grafen Heinrich von Limburg in dessen Schlosse Limburg, und eroberte dasselbe. b ) In dem vorherigen Jahre (llOO) schenkte der Probst des St. Adalbcrlslif.s an dasselbe das Landgut , welches er in Boninge mit demSeinigcn gekauft halte, doch mil folgender Clause] , dass der Sohn seines Bruders Hexeion und dessen Erben das Landgut gegen einen jährlichen Erbpacht von 3 Solid. Ulenser Münze an das Slifl besitzen sollen. Die Schenkung bestand also in dem genannten Erbpacht dessen Hypothek das Landgut war. Bei den Zeugen befand sich der Dcchant des Stifts Fulbertus. 7 ) Im Jahre 1103 befrcielc der Kaiser Heinrich IV. das St Adalberlstilt von den willkührlicheu Erpressungen und A exalioneu der Untervögle , die das Stilt in dem ihm gehörigen gross n Dorfe Olnc s ) im Ardennergau zu erleiden halle Sein Probst Theodericus in Begleitung der Brüder des Stifts begab sich , da der Kaiser im Pallaste Aachen zu Gerichte sass , in dasselbe, und stellte rührend dem hohen kaiserlichen Holgerichte die bisher erlittenen Unrechte und Misshandlungen vor. Staunend hörten der Kaiser, die Fürsten und Bischöfe , welche diiS kaiserliche Hofgericht ausmachten, die unerhörten von den Untervögten ausgeübten Ungerechtigkeiten an , der Kaiser eiliess hierauf die Bestimmungen : zu Oine soll nur ein herzoglicher Unlervogt sein; dem der Bann vom Kaiser verliehen, und der nur drei Haupt-Voglgedinge im Jahre zu halten liat , an welchen die Einwohner des Dorfes ihm die gewöhnlich bestimmten Lieferungen der Abgaben J D Cod. diplom. aquen nag, 43. .V 61, n i. c 3 3 /. c ») Cod. dt),!, aquen. pag. 17. .V. 25 •) /. c. '') Ernst Bist, de Limburg. T. IL pag. 177. Lüge 1838. Annal aquem. /• b, Am 16, Mai stellte der Kaiser , während der Belagerung des Schlosses eine Urkunde aus. Mir. l c - T. I, p«g. 073. 'i Cod dipl. aquen. pag. ,">3. 2V. 78. »J 2", Heues rfc ferviers. i'/. lieue de Hervc. __ 54 - (sorviliuni") zu leisten haben, welche beslandon in 12 Maldcr Weizen, 31 Haider Hafer, 8 Schweine , 4 Spannferkcl , 8 Lämmer, 3G junge Hühner und 15 Solid für Wein, Damals war "Vogt zu Olne Giscl- berlns de Grules. ' ) In diesem Jahre siihnle sich der Graf von Flandern Rober I mit dem Kaiser. '} Der Bischof von Lüllich, Ludwig von Bourbon ersuchte am 22. April 1103 das St. Adalberlstift den geschehenen Tausch zwischen dem Pfarrer der Kirche zu Olne, Job, Poslel und dem Reclor der Leprosen Kapelle in Spix, dem Magister Nicol Rohault zu genehmigen. 3 ) 1104 wurde die vormalige Abtei Kloslerrath, 2 Slunden von Aachen Nordwärts durch den Priester Ailbert aus Flandern in der Herrschaft Herzogenrath gegründet, welches Land damals meistens dein Grafen von Saffcnbergj Adalbert, gehörte, aber nicht lange nachher durch die Ileirath seiner Nichlc mit dem Herzoge von Limburg Heinrich IL, an dieses Haus gelangte. 4 J Der Kaiser entsagte am 31. Dcccrnbej 1105 zu Jngelhcim gezwungen der Regierung und starb am 7. August 110Ö zu Lüttich. Er wurde endlich zu Speier begraben. *) Sein Sohn Heinrich V. der am C). Januar 1099 zu Aachen zum Kimig geweiht worden war, trat wahrscheinlich am 6. Januar 1106 die königliche Regierung an. Der Herzog Heinrich von Limburg und Lotharingen, welcher den verstorbenen Kaiser bis an dessen Ende treu ergeben geblieben war, wurde von dessen Sohn und Nachfolger auf den Königsthron H()G des Herzogtums Lothringen entsetzt , welches nun Heinrich V., dem Grafen Grodfried von Löwen für immer verlieh. Der Herzog Heinrieh versammelte hierauf 1107 seine ergebenen Vasallen, und besetzte den Flecken Aachen mit dem Pallaste, Allein der Herzog von Löwen vertrieb ihn bald aus Aachen. <\) Jm Deceniber 1107 bewohnte Heinrich V. den Pallast Aachen, in welchem er, nach einem kurzen Aufenthalt in Liillich, im Januar 1108 zurückgekehrt war, Jn diesem Jahre übergab die freie Frau Allucndis zum Tröste ihrer Seele und aus Hoffnung Hülfe zu erhalten , sieh dem Schutze der Aachener Marienkirche, doch so, dass jede männliche Person ihrer Nachkommenschaft der bemeldeten Kirche jährlich 4 Dcnarien, jede weibliche aber 2 zu zahlen habe. Wer aber diesen Zins nicht zahlte, soll vor dem Vogt und den Schöffen zu Richele (Richelle in der ehem. Grafschaft Daelheim , jetzt Prov. Lültich.) gefordert werden. Probst der Aachener Kirche war Albertus, Hezzelo Dcchant , Sänger Erleboldus und Scholaster Hernunnus. Zu Richelle halte das Stift in Aachen ein Vogteigericht mit Schöffen, 'j ') Cod. dipl. aquen, paa. 43, N- (12. -) Annal. aquen- l. c. ■) Cod. dipl. aquen- pag. 5,3. N. 70. *) Ernst, i. c. T. II- png 282 etc. s ) Ernst, I. c. T. II. pag- 193. etc. ") Annal. aquen. I. c. Ernst l. c. T. IL pag. 225. etc. '> Cod. dipl. aquen, pag. 57. iv. 85. — 55 ~ Der Aachener Pfälzgraf Siegfried wurde 1109 von dem Könige Heinrich V. gefänglich eingezogen. ') Die Pfalzgrafm Adelheid hatte mit ihrem ersten Gemahl , Adalbert von Ballcnslädl , zwei Söhne Siegfried und Otto. Nach Absterben Adalberls 107G eheliste sie den Pfalzgrafen, Heinrich von Laach % ) mit dem sie keine Kinder zeugte. Heinrich halle keine Erben. Er ernannte daher testamentarisch seinen Stiefsohn Siegfried zu seinem Erbe und Nachfolger in der Pfalz'Tafschaft. Siegfried war ein treuer Freund des Kaisers Hainrich IV. dem er bis zu dessen Hinscheiden treue Dienste leistet«. Daher er bei dessen Nachfolger am Reiche gar nicht beliebt war. Der ihn sogar 4 Jahre lang in gefänglicher Haft hallen Hess. Siegfried besass unter andern vielfältigen Gütern ein weitschichtiges Allodium (Predium) in Richterehe ([Richterich bei Aachen.) Die west- und nördlichen Umgegenden der Stadt Aachen sind aller Wahrscheinlichkeit nach zuerst eullivirt worden., was sich auch historisch richtig nachweisen lässt. Dazu werden wohl vorzüglich beigetragen haben die durch diese Gegende vormals führenden Rümcrstrassen, nach Coriovallum und nach Heorlen , wo eine Niederlassung der Römer war , dann über Gangelt nach Nimwegen, Nach den Jahrbüchern der ehem. Abtei Kloslerralh schenkte 1109 die Wittwe Adelcidis , aus der Familie des Pfalzgrafen Siegfried , mit dessen Bewilligung an die gen. Abtei , die damals aus zwei, einem männlichen und einem weiblichen, bestehendes Kloster war, l'/ 2 Mansus Ackerland hei Crombach in der Pfarre Ritherchc , das Land grenzte nordwärts an die Pfarre Rode (Kirehratlf), und gab Zehenten der Aachener Kirche. Das jetzige Dorf Horbach cxislirlc noch nicht. In demselben Jahre wurde der Pfalzgraf Siegfried von, Kaiser in Haft genommen. Die Wittwe Adelcidis starb als Nonne zu Klosterrath. Richesca de Richterche , die ebenfalls der Familie des Plalzgrafen Siegfried angehörte, schenkte 1112 essen Bewilligung an Kloslerralh 40 Murgen Ackerland mit einer Gurte, die der Aachener Kirche eienlen gaben, und ihr Sohn Matolphus gab an dasselbe Kloster IG Morgen, die zwischen Crombach und Frohnralh lagen und der Kirche von Richterche 3 ) Zehei len gaben. Ferner schenkte er noch eine hei Frohnralh gelegene Wiese, bei 4 Diurnalen gross , und die auch der Küche zu Richterich Zehcalen nflichtig war. Beide Schenker starben zu Kloslerralh. Der Pfalzgraf Siegfried starb 1113 und ihm folgte im Amte sein Sohn Wilhelm, ') Die Wittwe Adelburgis de Rilherche , «eiche von der Familie des Pfalzgrafen Wilhelm war, dem das Ailo- dium Rilherche ebenfalls gehörte, schenkte 1121 mit dessen Erlaubnis» , der Abtei Kloslerralh 15 Morgen ') Annal. aquen. /. c . 2 ) Er war der 6le Pfalzgraf in der Ordnung , Stifter der ehem. Abtei Laach , und nannte .sich zuerst Pfalzgraf bei Rhein. Die Pfalzgräfin Adelheid war eine Tochter Otto von Orlamünd , Markgrafen von Meüsen und der Adela , Giüfin von Löwen. S J Der l>fa*,cr zu laurenzberg bei Jachen war auch Pfarrer zu Richterich. \) Der Annalist ist hier im Jrrlhum, denn nach Siegfried wurde Pfalzgraf Conrad von Calwe , und nach diesem erst Hilhclm der Sohn Siegfried'*. — 5G — Ackerland von drn-n i Morg. ander mit Steinen gepflasterten Landslrasse (viain lapide stratamj gelegen war. Diese Morgen gaben Zelienlen der Pfarrkirche Ricbterich. Ausser dem Allodium Ritherchc welches Wilhelm dem Pfalzgrafen zuständig war , halten einige aus seiner Familie ebenfalls Besitzungen zu Richlerich. » Ungefähr 10 Jahre nachher starb der Pfalzgraf Wilhelm ohne Leiheserben zu hinterlassen , das Allodium Rilhcrehe nahm min Godwin von Valkenburg in Besitz, der es bei IG Jahren behielt , nach welchen der König Conrad dasselbe ans Reich brachte. So weit der Annalist von Klosterralh, der zu diesen Zeiten lebte und schrieb. Am 13, April 1111 wurde Heinrich V. durch den Pahst Paschal II. zu Rom zum Kaiser getrollt. '3 Am Sonnabend vor Oslcrn 1112 war in Aachen und Umgegend ein Erdbeben. Jn diesem Jahre am 11. Kai. December bestätigte der Kaiser Heinrich V. der in der Urkunde der IV. genannt wird 2 ) in Worms die durch seinen Vater geschehene Schenkung des Landguts Walhorn ; Q an die Marienkirche in Aachen und bestimmte , dass an dem Anniversartag seines Vaters von den Einkünften des gemeldeten Landguts ein Pfund als Reereation den Brüdern der gen. Kirche soll gegeben werden. 4 J Am 25- April 1122 bestätigte im Aachener Pallaste der Kaiser Heinrich V, die von seiner Grossmutler Agnes gemachte Schenkung eines Guts zu Sinzig an die Abtei Burlscheid. Bei den Zeugen war der Aachener Probst Arnold ; der Dcchant Ilezzelo und der Aachener Judex (V°gO Theodericus. ^ Jn dem eben genannten Jahre gibt auf Verlangen des Kaisers der Bischof von Cambrai das Palronalrecht _^er in seiner Dioces gelegenen Kirchen in den Villen (Dörfern) Filfurt, Rench und Kuinri an die hiesige Marienkirche 6 ) Der Kaiser Heinrich V. starb am 23. Mai 1125 zu Uclrecht , und wurde in Speicr begraben, Jn diesem Jahre war ein grosser Fruchtmangel. ') ') Annal aquen, i. c, *) Es hängt davon ab mit welchem Heinrich man dieselben zu zählen anfängt. "J In dem chronologischen J'erzeichniss der Urkunde» ist ii, ,Ve. 61 Statt Haren u> richtig Rarna abgedruckt. i ) ("od dipl. aquen. pag. 18. N, 26. ä ) Günther cod. dipl- lr Thl. pag. 194. •) Cod. dipl. aquen. pag- 18. A 1 , 27, ') Annal. aquen. I. c, , — 57 — Auch in diesem Zeiträume fehlen noch die urkundlichen Beweise für die Geschichte Aachens. Die Einwohner- und Häuser-Anzahl hatte so zugenommen , dass man nach dem heutigen Begriff einer Stadt, Aachen damals diese Benennung füglich hätte beilegen können, obgleich Thorc , Mauern und Gräben demselben noch fehlten , die sonsten zu einer Stadt unbedingt erforderlich waren. Es lässt sich bestimmt annehmen , dass die nachherige Mittel- oder alte Stadt grüsstentheils mit Hausern schon bebaut war. Auch muss schon eine königliche Zollstätte hier gewesen sein , obschon die erste urkundliche Erwähnung derselben vom Jahre 1138 ist. J ) Das Band der Dienst mann Schaft war bei allen Classen der Menschen dieser Zeit so allgemein eingerissen , dass dadurch die Freien vereinzelt dastanden , und mehre , die weniger vermögend und also unselbstslän- diger waren, veranlasst wurden, eine nähere Schutzverbindung zu suchen. Daher begaben sich dieselben vom Lande in die königlichen Städte und Flecken , um unter dem Köuigsschutz sich allda anzusiedeln. 2 J Man nannte sie Leute des Königs (homines reg j g ) 4 Sie wurden Zinspfüchtig und genossen das Hofrecht. Dadurch waren sie dinglich unfrei , und in ihrer persönlichen Freiheit beschränkt geworden. Allein ihre freie Geburt verschaffte ihnen besondere Auszeichnungen und Ehrenvorzüge vor den Handwerkern, die noch ganz hörig waren. Die gemeldeten frei gebornen Königsleute machten nun eine mittlere Classe zwischen den Pfalzministerialen und hörigen Handwerkern aus. Sie gaben sich vorzüglich mit dem Handel und dem Geldwechseln ab , einige bearbeiteten die edlen Metalle , wurden Künstler und trieben andere nicht gemeine Handarbeiten. Andere Hessen die Feldmark durch Knechte anbauen , und Gärten und Weinbau anlegen. Diese Beschäftigungen machten nicht nur ihren täglichen Erwerb aus, sondern sie gelangten auch oft dadurch zum Wohlstände. Aus ihnen als den ältesten Bürgern wurden in der Folge die Schöffenslühle besetzt. Als ihr nutzbares Grundeigentum , ihr wirkliches Eigenthum geworden , wurden sie die Grundeigentümer, welche die Gemeinde bildeten, zu der auch die in der Umgegend ansässigen Ministerialen gehörten. Die Vorsteher der Gemeinde wurden nur aus der Classe der freien Leule des Königs gewählt ; denn die Pflichten der Pfalzminislerialen konnten sich nicht mit der Verwaltung der Gemeinde vertragen. Hier wird auch die Ilauplursache zu suchen sein, warum die Gemeinde den Zünften später entgegengesetzt worden ist und dass man unter dem Worte Bürger (Burgenscs) nur die Acltesten und Angesehensten verstand. Am Ende dieses Zeitraums wurde Aachen wie die Künigsslädle von drei verschiedenen Classen von Menschen bewohnt, von den Pfalz- oder Domaiucn-Minislerialcn , von den frei gebornen , aber dem Ilof- reeht als dinglich unfrei unterworfenen Leuten des Königs, welche schon eine Gemeinde bildeten, oder doch darnach strebten , und d:n Handwerkern , die noch als hörig unter dem Vogt standen. J .) S. Geschichte der Abtei Burtschcid pag. 214. Vrk. 14 2 ) Siehe vor Allen Kindlhiger Slümtersche Beiträge 1r Bd, Seile 130. Nota e. — 58 — Das Grundeigentum» der Ministerialen, das sie durch die Erblichkeit ihrer Benedeien sich erworben, und das der Leute des Königs , das diese durch Abkaufung der auf ihren Grundslücken haftenden Lastungen und Zinsen frei gemacht , bereitete eine grosse Veränderung vor , die in dem folgenden Zeiträume sieh nach und nach entwickelte. Schon unter den' Karolingern hat bestimmt das Weben der Wollenzeuge die erste Stelle des hiesigen Kunslfleisses eingenommen , durch die Zeiten sich vermehrt und verfeinert , besonders wurde hier ein dickes und sehr wolliges Tuch gewebt , das man Kcrscy nannte. Jm 12ten Jahrhundert waren die Tuch- manufakturen hier und in Burlschcid zahlreich, so dass sie an letzterm Orte 130G eine Zunft errichteten. *) Bekanntlich waren die Tuchnlanufakluren im 12ten , 13ten und Uten Jahrhunderte in allen niederländischen Stadien , also auch in Aachen überaus blühend. Seit dem Uten Jahrhunderte nannten auch die Könige, Stifter und der Adel ihre geschlossene Besitzun. gen Curtes, die aber in ihrem Umfange kleine Territorien bildeten, deren Hauptort Curtis principalis genannt wurde. Mit dem 12ten Jahrhunderte verlieren sich Namen und Einrichtung der Curtes, die Territorien erweitern sich und erhielten nun die Benennungen von Grafschaften und Burgen. Die Güter wurden Höfe oder Aemter (Curiae) genannt. J)er geschlossene Besitzthum (Curtis oder Villa) wurde seit dem Uten Jahrhunderte auch Curia genannt. Unter diesen standen die Mansen (MansQ der zu dem Hauptgut Hörigen. Das Haus mit den übrigen Gebäuden und der eingeschlossene Raum machten die Curie oder den Hof aus. 2 ) Der Wohnsitz eines Freien wurde Haus genannt, die Wohnungen der weniger Besitzenden oder Lilonen (Laten) und Hörigen aber Häuschen, Hütte. Jn den Urkunden werden immer domus und casa unterschieden. In der Regel besass ein Höriger nur einen Mansus. Daher mansi cum casis. Der Ilauptbesitzer hatte mehre Mansen. Die Mansionarien und Litoncn bildeten die Familie und gehörten zur Curie. Mansus wurde anch für den geschlossenen Besitzlhum in der Villa genommen, meistern aber für den angewiesenen Acker ausser der Villa , dessen Maass sehr verschieden war. Die Benennungen Curia und Hof waren allgemein. Noch jetzt nennt man die Wohnung des Fürsten den Hof. 3 ) Eben so bildete sich im Mittelalter , besonders in den Städten für jeden geschlossenen Raum der Ausdruck Curia f_area) gleichbedeutend mit Hof. Am 30. August 1125 wurde auf dem Felde zwischen Mainz, Hochheim und Erbenheim , Lothar, Herzo«- von Sachsen, zum König gewählt, und den 12 September durch den Erzbischof Friedrich von Köln in '} Geschichte der Frankenburg pag, 133, Urkunde 7 und 8. 2 ) Daher heisst es in Urkunden : Curia domus et aedificia , fundus eiarca, oder curia et area, oder domus el uiea. Du Change Glossar, ist über Mansus weitläufig zu. lesen. *) Auch der Bauer nannte die Wohnung des Edelmannes auszeichnungsweise den Hof , und sein eigenes Besitzthum seinen Hof, - 59 - der Pallastkapelle Aachen gekrönt. Am 6• Januar 1127 feierte der König Lothar III. >) das Drcikönigenfesl in dem gen. Pallastc , und in dem folgenden Jahre am 10- Juni, Pfingsten , wo er in dem gen. Pallaste den Kanonikern des h. Servatius inMastricht die Kirche zu Echt (Maseick) im Gau Maselant restituirte. Unter den vielen Zeupen dieser Urkunde war derh. Norbert, Erzbisehof zu Magdeburg, Stifter des Prämortstratenser-Ordens. Ein gewisser Benelinus 2 ) , der blind war, besass.in dem jetzigen Kirchdorfe Baesweiler 3 J (Bastwillrc) ein freies unabhängiges Landgut , über welches nur in Criminalfällcn der Vogt , welcher von dem Grafen von Jülich den Bann besass , zu richten hatte, übrigens hatte weder ein Vogt noch ein Schultheis» über dasselbe etwas zu verfügen. Dieses Landgut (Predium) schenkte in den ersten Deccnnien des zwölften Jahrhunderts Benelinus an das hiesige St. Adalbertstift. Welches 1130 die obigen Rechte des Guts mit dessen Schenkung in eine Urkunde aufzeichnen licss, 4 ) Im Jahre ll31 am 22. März d. i. am Sonntage Oculi in der Fasten hielt der König Lothar HI. in Gegenwart des Papstes Jnnocentius II. in_Lültich einen grossen Hoftag, der Pabst aber eine Synode. «) Das Jahr darauf feierte Lothar das Osterfest im Pallaste Aachen. Hierauf zog der König am Ende des Jahres mit einem Heere nach Jtalien , ») traf am 30. April 1133 in Rom ein , und wurde am 4. Juni durch Papst Innocenz II, zum Kaiser gekrönt. Am 4. nonas Augusti des gen. Jahres war in der hiesigen ganzen Gegend um Mittag eine solche totale Sonnenfinsternisse dass man Mond und Sterncam Himmel sah, und die Erde von Tliaa nass wurde. 1 ) Walram Herzog von Lotharingen und Limburg schenkte 1133 zu seinem, seiner Gemahlin, Kinder, und seiner Aeltcrn Seelentroste, an die Abtei Burlschcid 13. seiner Leibeigenen mit deren Kindern und Nachkömmlingen , welche von nun an verpflichtet waren , sobald sie das männliche Alter erreicht hatten , am St. Johann Baptist Tage auf den Altar in der Kirche zu Burlschcid jährlich zu opfern, jede Person 4 Dena- rien, welche verwendet werden sollen zum Unterhalt des Nacht-Lichtes in der Krankenkapelle , ging einer von diesen Leuten mit Tode ab , so musslen seine Erben dessen bestes Kleid an die besagte Kirche abgeben. Bei den Zeugen war der Vogt zu Aachen Tiricus 8 ) ') Der Annalist von Klosterrath ad an. 11-25 legt dem Lothar das grössle Lob bei. J J Dieser war vielleicht mit dem Benelinus , der in der Urkunde von 1029 vorkommt, [Geschichte der Abtei Burtscheid pag. 206. Vrk. (5.) ans einer und derselben Familie! *) Kr. Geilenkirchen Aachen 4 Stunden nordwärts. 4 D Cod. dipl. aqnen. pag. 44. iV 03 Das Annotatio in der Urkunde ist vielleicht die Ursache , warum ein mit der Geschichte des Mittelalters Unbekannter dieselbe für eine Notis gehalten» lieber diese Besitzungen des besagten Stifts zu Baesweiler ivird in der Folge noch öfters die Bede sein, ,1m Jahre 1000 war das Predium in mehr als 110 Bar zelten in Baesweiler, 3 unter Oidweiler und 12 Barzellen unter Beggendorf getheilt, die alle in Erbpacht gegeben waren. Noch im Jahre 1748 gab das Stift 12'A Morgen Ackerland allda in einem Stück in Erbpacht, s ) Annal. Rodens, ad h. annum. Annal. aquen. I. c. B ) Annal. aqnen. I, c. Annal, Hodens, ad h. ann. 7 ) Annal. aqnen. I. s. Ann, Rodens, ad h. ann. *) Siehe Geschichte dar Abtei Burtscheid. pag, 212. Vrk. 12. - 60 — Am 1. Januar 1134 war der Kaiser Lothar III. im Pallastc Aachen, welches er aber nach einem Aufenthalt von einigen Tagen, wieder verliess, nachdem er am Dreiköirigen Tage die Schenkung der Hälfte des Dorfes (vill'0 Baceuges am Geer- oder Jaar- (Jechoram, Jecker-) Bach unweit Mastricht am linken Maasufer durch den edlen Widichinus von dem Schlosse Sualcmberg in Sachsen an das St. Jacob-Kloster in Lüttich bestätiget hatte. Unter den Zeugen waren der Probst der Pallaslkapcllc Aachen Hugo , und der Pfalzgraf Otto. 0 1135 wurden drei Jrrlehrcr zu Lütlich eingezogen , von denen zwei ihre Lehre abschwuren, Einer aber, der von derselben nicht ablassen wollte , wurde lebend verbrannt. 2 ) Die freie Frau Volburgis schenkte 1135 mit Einwilligung ihres Mannes , einen Weinberg in dem Dorfe Drolenshusen am Bhein , unweit Boppard , der Abtei Kornelimünster , deren Abt damals war , Anno. 3 3 Eine gewisse Frau Namens Scnncheld , die dem Predium oder Curlis des St. Adalbertstifts in Vals hörig war, wurde in dem genannten Jahre durch den Probst des Stifts Richcrus und den Vogt Giselbertus de Grules , von dem gemeldeten Gute des Stifts an das Stift selbst, transscribirt ; so dass die Nachkömmlinge der Frau , es seien Knaben oder Mädchen, wenn sie zu den Mannbaren Jahren gelangt wären, jeder einen Denar auf dem St, Adalberls- Allarc jährlich zu opfern verpflichtet waren. 4 ) Am 22. März H3G feierte der Kaiser Lothar III. Ostern im Pallastc Aachen. Jn diesem Jahre bestimmte der Abt von Kornolimünster, Anno, die Jura, welche einem dasigen Abte, wenn er nach Sclain kommen würde , das dortige Slift leisten miisle. 5 ) In diesem Jahre genehmigte der Kaiser im Pallaste Aachen, in welchem er das Osterfest feierte, das Vermächlniss eines edlen Teutschen , mit Namen Walther , an das St. Jacob-Kloster in Lattich. Dieses bestand in zwei Allodien in den Villen Uogrin und Urchtich. Unter den Zeugen war der Pfalzgraf Otto. 6 ) Am 22. September 1137 war Lothar zum letzten Mal im Aachener Pallaste. An diesem Tage verlieh er dem berühmten Abt von Stablo und Malmedy Wibold ein mit goldenen Buchstaben geschriebenes Privilegium, in welchem es unter andern heisst : — Wir bestätigen vorzüglich die Besitzung ') welche dieselbe (.Abtei-) Kirche in Aachen hat , d. i. ein herrschaftliches Haus (domum mdominieatam), eine herrschaftliche und freie Kapelle CCapellam indominicatam et liberam.) 30 Häuser, von denen 25 neben einander von dem Hause, das dem Bischöfe von C.ambrai gehörte , bis an den Graben , und dem Theile des Weges , wo man zu ') Cod. diplom. aqiien. pag, 67, JV, 97. (im chronologischen Verzeichnis* der Urkunden ist unrichtig pag 04 gedruckt. 0 Annal. Rodens, ad h. ann. Annal. aquen. I. c. 3 ) Cod. diplom. aquen. pag. 06. N. 95, 4 ) Cod. dipl. aquen. pag. 44. N. 64. 5 ) Cod. dipl. aquen. pag. 54. N. 80. •) Cod. dipl. aquen. pag- 08. N, 98 ') Siehe oben Seite 51, — 61 — der Harduins-Brüeke gebt, gelegen'sind, und an dem andern Thcile des (gen.) Weges vor der besagten St. Aldegunde-Kapelle , 5 Häuser und G Bunder Land , die dort herum gelegen, ] ) Die Besitzungen der bemeldeten Abtei in Aachen machten ein abgerundetes Ganzes aus, das west- und nordwärts der Weg umgab, von welchem der eine Thcil, der nach der Harduius-Brücke gerichtet war, die nachherige Harduins- jetzige Ilartmannstrasse , der andere Theil des Weges aber die St. Aldegunde- nachherige ürsulinerslrassc genannt worden ist. Südwärts aber scheinen die gemeldeten Güter von einem Graben umgeben gewesen zu sein, über welchen die gem. Brücke führte , die ein gewisser Harduin hatte verfertigen lassen, und wo nach dem Jahre 1172 das Harduins-Stadtthor gebaut worden ist. Vielleicht war dieser Graben als Wassergraben angelegt, um das hier niedrige Erdreich trocken zu machen , oder einen Theil des Paubaches aufzunehmen und abzuleiten. Zu welcher Zeit die oftgenannte Besitzung an die Abtei Stablo gelangt ist, lässt sich nicht bestimmt ermitteln. Nach den bei Marlene und Durand *} abgedruckten und über Stablo und Malmedy sprechenden Urkunden sollte man glauben, dass die Schenkung derselben erst in der 2ten Hälfte des^lOten Jahrhunderts geschehen wäre. In der Urkunde Ludwigs des Frommen vom Jahre 814, mit welcher der Kaiser die Besitzungen der mehrgen. Abtei bestätige , werden mehre derselben, und unter diesen auch die der Abtei einverleibten Kapellen (frohen) genannt , ohne der Aldegunden Kapelle zu erwähnen. Ebenfalls wissen von derselben nichts die Güler-Bestätigungs-Urkundcn der Abtei , durch Ludwig II, vom Jahre 874 und die des Kaisers Otto I. vom Jahre 950- 3 ) Der Kaiser Lothar III. zog nun mit einem Kriegsheere nach Jtalien , wo er am 3- Deccuiber 1137 bei Breduuam uillam unweit Trient starb. Er wurde zu Königslutter begraben. \) Cod. dipl. aquen. pag. 74. N- 102. *) Collect. Ampliss. T. II, pa g. 98—101. *) Marlene l, e. - 651 $Had)en nntev ton giihttgett tos DoJKnftmt J«.m 22. Februar H3S wurde Conrad III. Herzog in Franken zu Coblenz zum König gewählt, und am 13. März am Sonntage halb Fasten durch den päbsllichen Legaten und Cardinal Teoduin unter dem Beistande der Erzbischüfe Arnold von Cöln und Adalbert von Trier in der llol'kapclle Aachen zum Konig gekrönt. Die Ostern feierte Conrad in Cöln am 3. April. Von Köln aus ertheille der König Conrad der Abtei Burtschcid ein schönes Privilegium, mit welchem er die Abtei befreite von aller Unterwürfigkeit , ausgenommen die dem König gebührende , und von jeder Abgabe , denn die Besitzungen der Abtei bestanden aus königl. und kaiserl, Schenkungen. Ebenfalls bestimmte der König, dass bei nicht Anwesenheit des Metropolitans der Stadt, der Erzbischöfe von Köln und Trier, und des Bischofs von Lüttich , der Abt von Burtschcid dem König oder Kaiser , wenn er z» seinem königlichen Sitz in Aachen kommen würde , entgegen reiten und ihn vor Allen empfangen , wie auch , wenn derselbe von Aachen abreiste , ihn begleiten müsse. So lange aber der König oder Kaiser in Aachen verweilen werde , soll der Abt mit den Seinigen bei Hofe speisen. Dieses soll aber an jedem Aufenthalts-Orte des Kaisers geschehen , er mag diesseit oder jenseit der Alpen gelegen sein, wohin Ge • Schäfte halber der Abt sich begeben müsse. Auch schenkte der König an die gen. Abtei drei Pfund an den Zoll zu Aachen , von denen sie aber zwei Pfund schon früher besass , obgleich der besagte Zoll durch seinen Grossvatcr, Heinrich III. auf Betreiben der Kaiserin Agnes der Ablci-Kirchc selbst geschenkt worden war, für die Seelenruhe des Grafen Siegfrieds und dessen Mitgesellcn , die für das Reich kämpfend in Sachsen erschlagen worden waren. Dagegen trat die Abtei an den König ab die Curtis Wil in dem Gau Ripuarien (Jülichgau) in der Grafschaft des Grafen Adalberls. ') Bei den Zeugen war der Kapellan und Kansder des Königs, der auch Probst der Hofkapellc Aachen war, Arnold. 2 ) Am 10- April desselben Jahres restituirte in Köln der König Conrad der Marienkirche in Aachen , das derselben von Heinrich IV. geschenkte Gut Walhorn fjlarna) und bestätigte ihr die Vogtei übes dasselbe nebst den Vogleien , Lonzins und Mesch. Bei den Zeugen war der Pfalzgraf Wilhelm 2 ) Am 8. Kai. Mai 1141 war in Aachen und Umgegend ein Erdbeben, a ) l ) Geschichte der Ahtei Burtscheid pag, 214. Vrk. 14. -) Cod. diplom, aqiivn. pag- 10. IV, 28, ;l J Anna], aquen. I, c. — 63 — Dem Herzoge von Lotharingen und Limburg, Walram II. mit dem Beinamen Paganus folgte 1139 »ein ältester Sohn Heinrich II. dem der König Conrad III. das Herzogthum Nieder-Lotharingen entzogen und dasselbe dem Grafen von Löwen, Godfried II. verliehen halte. Der Herzog von Limburg fing 1140 an, den Herzog von Löwen zu bekriegen, Godfried ruckte mit einem zahlreichen Kriegsheere vor der Stadt St. Trond , und nachdem er sie eingenommen, zog er nach Aachen, den Sitz von Nieder-Lotharingen , sass hier hochfeierlich zwei Tnge zu Gericht, liess sich die einem Herzoge von Lotharingen gebührlichen Geschenke geben und nahm die Einwohner in Treue und Pflicht. Die Aachener waren dem Herzoge von Limburg gewogen. J } Um das Jalw 1144 entstand ein grosser Streit zwischen dem Herzog Heinrich II. von Limburg und Goswin Herrn von Valkenburg und Heinsberg. Nachdem der König Conrad III. dem Herioge von Löwen das Herzogthum Nieder-Lotharingen verliehen halte, versprach er dem Herzoge von Limburg schadlos tu halten. Zur nämlichen Zeit zog der König die Reichsgütcr Gangell und Richterich , welche Gosswin von Valkenburg so lange besessen , und als seine Länder betrachtete , ein 2 ) , und gab sie dem Herzoge von Limburg. Dieser wollte sich nun in Besitz derselben setzen , welches Goswin nicht zugeben wollte. Der Herzog von Limburg nahm .das Schloss Heinsberg ein, dass er zerstörte, und den Flammen preis gab. Als aber beide Kriegführenden einsahen, dass sie durch den König hinlcrgangen waren, machten sie nicht nur Frieden, sondern auch eine freundschaftliche Alliance. 3 ) Der König Conrad III. erlheilte am 1. Januar 1146 einem gewissen Kloster in der Grafschaft Nainür-im Aachener Pallaste eine Urkunde 4 ) und am 29. December dieses Jahrs dem Servasstift in Mastrichl ebenfalls eine , in welcher bei den vielen Zeugen auch der Abt von Komelimünster Anno, und der Pfalzgraf Hermann, sich befanden. *) Jn diesem Jahre war hier eine grosse 1 heurung des Getreides , so dass eine Hungersnolh zu befürchten war. Der Aachener Scheffel (modius) Weitzen kostete 25 Solidi. Dazu richtete eine Feuerbrunst grossen Schaden an. •) Jm Jahre 1147 Hess Conrad auf einem Reichstage in Frankfurt seinen Sohn Heinrich zum König erwählen und am 30. März zu Aachen krönen , der aber schon 1150 starb. Kaum war die Krönungsfeicr vorbei , da traf auf seiner Reise der h. Bernard in Aachen ein. Am 6. Kai. November war von 3 bis 6 Uhr Nachmittags eine Sonnenlinsterniss, '} *) Ernst, l. c. T. 111. pag. 83 — 91. J ) Siehe Oben Seite 56. 3 ) Ernst l. c. pag. 91. etc. Annal. aquen, l. c. Annah Rodens, ad h. ann. 4 ) Mattene, coli, amplis, T, 1. pag. 799. & ) Miraei l. c. pag, 180. •) Annal. aquem. I. c. ad k. ann. wo Statt fames , cames unrichtig gedruckt ist. T } Annal. aquen. I, c. — (ü — Conrad III. genehmigte Kai. April 1147 im Aachener Pallaste sowohl den Verkauf, mit welchem der freie Mann Baldericus sein Allodium Iloenbusch ') verkaufte einem gewissen Minislerial der Aachener Kirche Namens Rodulfus und dessen Frau Ermentrudis, als auch die Schenkung des Guts durch die gesagten Eheleute an die genannte Kirche. 2 ) Das Jahr 1150 war überaus unfruchtbar an alle Arten von Früchten und Wein , worauf in dem folgenden Jahre eine grosse Hungcrsnolh folgte. 3 ) Der König Conrad starb am 15- Februar 1162 z « Bamberg und wurde allda begraben. Am 5ten März dieses Jahres wurde zu Frankfurt zum König gewählt Friedrich l. t Sohn eines Bruders des Conrad. Er wurde am 9. März durch den Erzbisehof Arnold von Köln zu Aachen zum König gekrönt »). Der Probst der Domkirche zu Trier Godfried schlichtete 1153 den zwischen den Kanonikern der Aachener Kirche und dem Pfarrer zu Traben entstandenen Streit über ein Fuder Wein , welches der Pfarrer von Alters her der Aachener Kirche jährlich zu liefern hatte. 5 ) Friedrich I. bestätigte am 5. Dccember 1154 die Verordnung des Kaisers Lothars, dass kein Vasall sein Lehengut ohne Einwilligung des Lehnsherrn veräussern dürfe , und erklärte solche bisher geschehenen Alienationcn für nichtig. Wenn aber unter dem Schein einer Jnvestitur ein Lehengut alienirt wird , so sollen Käufer und Verkäufer das Gut verlieren, der Schreiber des Vertrags aber Amt und Hand , endlich wer aus Nachlässigkeit binnen Jahr und Tag keine Belehnung nachsucht , verliert das Lchengut. Am 18. Juni 1155 wurde Friedrich I. durch den Pabst Adrian IV. in Rom zum Kaiser gekrönt. Am C). Mai \ 157 war der Kaiser Friedrich im Pallaste Aachen. Jn diesem Jahre licss der Bischof von Lüttich ■Je'm alles in der Jacobstrasse auf der Pauin Aachen gelegenes baufälliges Wohnhaus vom Grunde aus neu bauen. °) Der Papst Adrian IV. nahm in dem gen, Jahre die Marienkirche im Pallasle Aachen, derer Besitzungen , Güter und Würden in den Schutz des h. Petrus und des Seinigen. Dcchant der gemeldeten Kirche war damals Richerus. ">) Der Kölner Erzbischof Friederich zerstörte das Schloss Randeralh. s } 1158 im November nahm der Kaiser Friedrich I. die reisenden Studenten und Professoren in seinen Schutz , erlaubte ihnen auf den üochschulen zu wohnen, befreite die Studenten von jeder andern Gerichtsbarkeit als der ihrer Professoren und des Bischofes im Studienort und befahl, dieses Gesetz unter die Kaiserlichen Constitutionen in den Titel, Ne filius pro patre, aufzunehmen. *) flohenbusch, Landgut, Pfarre Doveren , unweit Erkelenz. *) Cod. dipl, aquen. parj. 20. N. 2Ü. 3 ) Annal, aquen, l. c. ad h. annos. - 1 } Annal. aquen. I, c ■■) Cod. dipl. aquen, pag. 20 N. 30. l 3 Chapeau. I c. T, U V al J- 105 - ') Cod. dipl. aquen, pag- 31. N. 44. *) Annal, aquen, l. c. — 65 ~ 1162 am 5. Juni nach Einnahme und Zerstörung der Stadt Mailand verlieh der Kaiser der Stadt Genua einen sehr merkwürdigen und ausgedehnten Freiheilsbrief, welchen Wilhelm der Vogt von Aachen Namens des Kaisers, beschwur. ') 1163 wurden auf Befehl des Kaisers Friedrich I. die Hänser der Ritter (militum) in Aachen zerstört, weil sie die Kanoniker der Marienkirche allda Amelius und Amelius und Lambertus verletzt und verwundet hatten, i ) Die Pröhste der Aachener Kirche hatten gewisse der Probstei gehörigen Gefälle ohne Wissen des Kaisers an die Kanoniker der Kirche übertragen , welches 1165 mit Einwilligung des damaligen Probstes Otto , der ein Verwandter Friedrichs I. war, der Kaiser genehmigle und bestätigte, namentlich den Zehcnteu von Richterich. (Rilhterca) 3 ) Der Kaiser halte einen allgemeinen Reichstag nach Aachen ausgeschrieben, auf welchem erschienen Era- und Bischöfe, Achte, Herzoge, Fürsten, Grafen und andere Grossen des Reichs, in grosser Anzahl. Als nun der Kaiser mit seiner Gemahlin und dem Hofe dort ebenfalls angelangt war, feierte man zuerst das Christfest , und dann schritt man am 29- Dewpber in der Pallastkapelle zur Eröffnung des Grabmahl» Karls d. G.,den der von Friedrich I. , dem wirklichen Pabstc, entgegengesetzte Gegenpabst Paschal Heilig gesprochen hatte , um dessen Gebeine zu erheben. Zum immerwährenden Andenken dieser Feier Hess der Kaiser über das (nachher vermeinte) Grabmahl Karls il. G. eine grosse, zierlich gearbeitete kostbare Krone aufhängen. «) Wibertus, Bruder des Kanoniker der hiesigen Kirche Stephan , bestimmt einer aus den hiesigen Königsleutcn, der ein geschickter Künstler in Metall war, hat die Krone verfertigt, ebenfalls hat er sich um die Deckung der Kirche mit Blei, und die Erhöhung eines vergoldeten Kreuzes auf dem Glockenturm verdient gemacht. Dazu schenkte er der Marienkirche zwei silberne Ampel und zwei Häuser, die der S. Foilan- kirche *) dicht angelegen waren. e ) Dor Kaiser beschenkte die Kirche reichlich. Endlich sind wir zu der Zeitepoche gekommen, in welcher die urkundlichen Nachrichten über de» königlichen Ort (so wird er noch in den Urkunden genannt) und die Stadt Aachen anfangen. Ehe wir aber mit deren Geschichte fortfahren, ist noch manches nachzuholen. Die Ministerialen waren erblich zum Dienst verpflichtet, das eine Annerkennung der Staatsbürgerschaft in sich begriff, und der Würde der angesehensten Staatsämter ganz angemessen war. Die aus den Unfreien in die Classe der Ministerialen übergegangenen, wurden nun durch ein näheres Band mit der Person des Königs vereinigt. Traten politische Veränderungen ein, so gingen die Ministerialen mit dem Lande . gleich i) Murat. Antiq. Jtal. T. IT. pag. 233". 2 ) Anna}, aquens. I, c. ad h. ann. *) Cod. diplom, aquen. pag. 21. N. 31. *) Ernst, l. c. T. 111. pag 130 etc. s ) Hier wird die S. Foilan-Kirche zuerst erwähnt , von der im 2ten Bande ein Mehret: •) Siehe das von mir herausgegebene Necrologium Eccl. B. M. V. Aquen. 1830 pag. 18. 9 - 66 — die Beamten unserer Zeiten , an den neuen IIerrn über. Der rohe Zustand jener Zeilen, erlaubte nicht •ein Amt freiwillig niederzulegen , weil aus der ungebildeten Masse des Volkes ein Slaalsdiener sich nicht so leicht ersetzen liess, Die nunmehr entstandenen Fürsten hatten auf ihren Erbgütern ebenfalls Ministerialen , deren Ansehen mit der erhöhten Würde des erblich gewordenen Oberhaupts einer Provinz stieg. Bald erhielten die Landesminislerialen des Fürstenslamincs, das die Königswürde erlangt halte, denselben Einfluss, welchen in früheren Zeiten die fränkischen Ministerialen behauptet hatten. Das Kammergut der Karolinger ward , wie schon oben bemerkt ist , Reichsdomäne , aber die jeder Reichspfalz (oder Pallaste, königlichen Villae etc.) zugetheilten, und seit vielen Generationen dieselben bewohnenden Ministerialen waren in einen genaueren Verein mit dem Orte ihrer Wohnung, und dem wandernden Hofe des Königs oder Kaisers Regenten. Daher betrachteten sie das Band ihrer Pflichten gegen denselben weniger verbindlich. Römerzüge und Kreuzfahrten, vorzüglich aber., Vorliebe jedes Königsstammes für seine angeerbte Provinz, machten, dass viele Reichspfalzen von den Königen seltner besucht wurden , daher es den Ministerialen möglich wurde , die Verwaltung der Kammergüler zu missbrauchen , manches als Eigentbum sich zuzueignen und die Grenze ihrer amtlichen Befugnisse zu überschreiten. Die Ministerialen der hiesigen Pfalz waren theils aus dem Dynasten-Stande, tbeils aus dem niedern Adel. Diese Dynasten waren durch frühere königliche Verleihungen die ältesten Grundeigentümer auf dem uscalischen Boden des Pallastes Aachen und der dazu gehörigen Villen. Die Ministerialen des niedern Adels waren aus den freien Gutsbesitzern entstanden , welche sich in königlichen Diensten begeben hatten, Ihre Besitzungen waren theils dienstlichen, theils Eigenlhum , auf welchen sie wohnten. D'i die Gerichte sowohl über die Ministerialen , als auch über die Freien schon in den frühesten Zeiten durch das Zusammenleben erforderlich waren, so müssen auch die Schöffenstühlo viel älter als die Stadtmagistrale sein. Es ist schon oben erwähnt worden, dass der Schultheiss oder Vogt, mit Beiziehung der Schöffen über die freien Einwohner richtete. Die Schöffen sind eine von den Franken herkommende Einrichtung. Schon im Jahre 788 wird der Advocatus und die unter ihm stehenden Scabini erwähnt. 'D Die Schöffengerichte müssen als frühzeitig bestehend angenommen werden. Bei Besetzung dieser Stellen empfahl schon Karl d. G. 809 die vorzüglichste Auswahl. a ) Daher nur die angesehenem Einwohner des Ortes, als die ältesten Grundeigentümer zu denselben erwählt wurden. Auch muslcn die Schöffen von freier Abstammung sein. Die Zahl der Schöffen war Anfangs auf sieben festgesetzt. s ) Ludwig der Fromme aber setzte sie 819 auf Zwölfe, 4 3 Seitdem wurde die Zahl sieben als diejenige betrachtet, unter welcher kein Schöffenstuhl als p-ültip- besetzt angesehen werden konnte. Die Schöffen wurden mil Zuziehung der Einwohner ", Baluzius l. c. T. L pag. 250, *) ibid. T. 1. pag. 400 und 472. s) ibid. T. 1. pag. 394, *) idid. pag, 005. — <»7 — des Ortes nach dem Inhalt der C.apitularien erwählt., ') und zwar von den missis dominicis mit Ein- willigung der Gemeinde. Als Beisitzer der Stadtgerichte wurden sie aus der Gemeinde der Bürger erwählt. Da aber die Schöffen selbst am besten beurlheilen konnten , wer von der Gemeinde des Ortes brauchbar zu dieser Stelle war, ist die an vielen Orten aus der ältesten Zeit herkömmliche Ergänzung der Schuf- lenslühle durch die eigene Wahl ihrer Mitglieder entstanden. In den frühesten Zeiten , in welchen die Volkszahl noch gering , und die öffentlichen Verhandlungen einfach,, waren die aus den Angesehensten der Einwohner erwählten Schöffen, zugleich der älteste Gcmein- devorsland , und besorgten neben den Gerichtssitzungen die Gemeinde-Angelegenheiten ; denn sie besassen das Zutrauen derselben. Wie diese sich aber vergrüsserlen , wurde es erforderlich, Ralhmänner (consules) zuzuziehen, welche den Stadtralh bildeten. Dieser machte in den königlichen Städten eine Unlerbehördo ans, die anfänglich von den höhern Beamten geduldet, und zur Erleichterung der Geschäfte begünstigt, später aber durch verjährtes Herkommen , ein gesetzliches Dasein erhielt, und mit dem wachsenden Wohlstande der Gemeinde, an Wichtigkeit und Einfluss zunahm, nun strebte er diese zu erweitern , und sich von den höhern Beamten unabhängiger zu machen. Gleichwie nun die städtischen Einrichtungen und Angelegenheiten aus dem Zusammenlehen der Einwohner und der Verfeinerung des geselligen Lebens entstanden , und sicli vervollkommeten , musste dieses auch mit der Municipalverfassung gleichen Schritt hallen, Diese entstand aber nur allmählig , daher das Herkommen der Grund der Slädteverfassungen geworden ist , welche über die Entstehung derselben keine Privilegien, sondern nur eben dieses Herkommen aufzuweisen haben, wodurch die oberste Staatsgewalt dieses längst bestandene Herkommen bestätigte und gesetzlich anerkannte. Das Bedürfnis? der früheren Bewohner gab die Formen , und entwickelte die Grundsätze der Stadiregierung , die auf dem vaterländischen Boden entstanden ist. Alles das bisher im allgemeinen Gesagte auf den Ursprung des Aachener Municipalregimenls anzuwenden, muss den Beweis liefern, dass das Dasein des uralten hiesigen Herkommens , welches zwar durch keine Anordnung eingeführt , sich doch in allen Urkunden 2 1 als längst bestehend zeigt. Die 14 Schöffen, obgleich als Beisitzer des Gerichtes, erscheinen in allen städtischen Angelegenheiten, als die ersten des Municipalrailics. Sie machten die erste Abiheilung desselben aus , gingen im Rang den andern vor , und standen an der Spitze der Verwaltung. Aus ihrer Mitte wurde nach dem ununterbrochenen Herkommen der erste oder ältere Bürgermeister, der anfangs der einzige Obervorsteher der Gemeinde war , erwählt. Ein Beweis, dass die Schöffen den ältesten , ursprünglichen Sladtrath ausmachten. Hierin ist auch der Gebrauch des Schöffenanlaiten oder des den Schöffen ehemals ausschliesslich zugestandenen Rechtes Baubesich!igungen vorzunehmen, zu suchen, welches sie in vorigen Zeilen persönlich ») ibid. Tit. 1. pag. 4GG und 472. 2 ) Die dci zweite Band enthalten wird. - 68 - ausübten nachher aber ein Gegenstand der Verhandlungen des versammelten Schöffenstuhl» wurde , als die Baupolizei ein Zweig der Verwaltung des Sladtratlics geworden war. Das Recht der Ergänzung der Schöffen durch eigene Wahl des Schöffenstuhls, ist gleichfalls ein uraltes Ilei'koniinen. Als die Gemeinde-Geschäfte sich vermehrten , sähe man sich veranlasst beisitzende Ralhmänner zu nehmen, -welches hier mit dem Anfange des 12len Jahrhunderts geschehen sein wird. Vcrinuthlich hat man deren so viele genommen, als Schöffen waren, nämlich 14, an« welchen man in späterer Zeit (in der Mitto des 14ten Jahrhunderts) den zweiten Bürgermeister wählte, und so wird der Erkrath aus zwei Bänken , die der Schöffen, und die der Gemeinde, bestanden haben. ') Die zweite Ciasse der hiesigen Einwohner d. i, die persönlich freien Königsleute machten eigentlich den Körper der Gemeinde , oder der Grundeigentümer aus. Aus ihnen wurde der Schöffenstuhl und der Rata besetzt. Der steigende Wohlstand dieser Classe entstand aus verschiedenen Quellen, vorzüglich aus den Tuchmano- facturen und dem Handel. Durch Einwanderung der Gutsbesitzer des platten Landes in die Städte vermehrte sich die Zahl der Landeigentümer. Die Könige , welche die Städte als Gegengewicht gegen die Fürsten zu erheben suchten , begnadigten denselben mit Privilegien, welches besonders unter Friedrich I. der Fall gewesen ist. Am 8. Januar des Jahres 116G ertheilte Friedrich I. einen feierlichen Bestätigungs- und Freiheitsbrief für die Kirche und den königlichen Ort Aachen bei Gelegenheit der in derselben gefeierten Erhebung und Sa- ligsprechung Karls d. G„ nebst Einschaltung eines Karl d. G. zugeschriebenen (aber unächlcn) Privilegs mit anhangender goldener Bulle , das sich aber hier nicht mehr vorfindet. An dem folgenden Tage des genannten Jahres verlieh der Kaiser dem königlichen Orte Aachen zwei Jahrmärkte , jeden von 14 Tagen , von denen einer am ersten Sonnlage in der Fasten, der andere aber aehl Tage vor Michaelis anfing , nebst Zoll- und anderer Abgaben-Freiheit für die, die Jahrmärkte besuchenden Käufer und Verkäufer. Auch Hess Friedrich hier eine Münzstätte -) errichten , in welcher Münzen gepräg» wurden von 24 Soliden , die an Werth 12 Kölner Soliden gleich waren. Auf einer Seile dieser Münzen war das Bildniss Karls d. G., mit der Umschrift seines Namens _, auf der andern aber das des Kaisers mit der Umschrift dessen Namens. Den Missbrauch , der damals bei dem Aachener Volke Statt fand, sich von einer VerläumcUmg, oder einer andern Sache , derer man beschuldigt wurde, durch Aufheben eines Strohhalms von der Erde zu reinigen , wenn er aber denselben gleich nicht finden konnte , dadurch der ihm zur Last gelegten Sache überwiesen zu sein , hob der Kaiser auf, und verordnete , dass jedem an ') Von der J erfassung und Einrichtung des alten oder sogenannten Erhralhs der Stadt Aachen, welcher mit dem Jahre 1450 eingegangen ist , findet sich weder in den Chroniken der Stadt, noch in alten Schriften etwas aufgezeichnet. *) Diene wird wohl die alte Münzstätte sein, derer im Necrologium EccL B, M. V, Erwähnung geschieht. — 69 — Sern hiesigen königlichen Orle erlaubt sei , jeder ihm zur Lasl gelegten Sache sich zu entledigen , wenn er aufrecht stehend mit seiner Hand auch das Kleinste ron seiner anhabenden Bekleidung abnähme. Ferner 'bestimmte er , dass jede Münze nach ihrem Wcrthe in Aachen circuliren solle. Endlich erlaubte er den Kaufieulen von Aachen ausserhalb der Münzstätte und derer Bedachung Geld zu wechseln. '3 Der Kaiser Friedrich I. that dem Schultheis , dem Vogte , den Schöffen und der gan«en Aachener Bürgerschaft kund , dass er das Cistercienser-Kloster auf dem Berge bei Aachen und dessen Besitzungen ■unter seinen Schutz genommen , und befahl ihnen dasselbe zu schützen 2 J Ebenfalls befahl der Kaiser den Besagten dem gem. Kloster-Anlheil an den Schlag-Wald , welcher allen im Bann von Aachen Wohnenden gemeinschaftlich war, zukommen zu lassen ; obgleich dasselbe vor- her kein Becht an den Wald gehabt habe. 3 ) Im Jahre 11G8 gaben der Probst Richerus und das Kapitel des hiesigen S. Adalbertstifts ihren Weinberg Hüne zu Ingelheim, in einen Pacht von 2V 2 Fuder Wein lebenslänglich einem gewissen Wigandus , nach dessen Absterben aber sollen dessen Erben dem Stifte liefern jährlich 3 Ahmen. «} Des Kaisers fünfjähriger Sohn, Heinrich VI. wurde am 6. Juli 1169 zu Bamberg zum römischen König erwählt, und am 15. August von dem Erzbischof von Köln Philipp in Aachen gekrönt. *) 1171 versetzte Godfried III. , Herzog von Lotharingen, Herstall, das ihm des Herzogtums wegen gehörte, mit Bewilligung des Kaisers an den Bischof von Lüttich Rudolf, für 300 Mr. Silber. Am 29, September des gem. Jahrs beurkundete der Kaiser in Lüttich , dass der Bischof Rudolf die Pfandschaft der villa Herstall seinem Stiftscapitel übertragen habe. •) Im Jahre 1172 versprachen die Aachener eidlich auf Ermähnen des Kaisers, die Stadt in vier Jahren Zeit mit einer Mauer und einer Ringmauer zu befestigen. Auch wurde das Schloss Berenstein mit Festungswerken versehen. ') So ward nun Aachen im eigentlichen Sinne eine Stadt , vor der doch besonder« an den Landstrassen sich noch mehre einzelne Häuser befanden, die bald Vorstädte bildeten, Welche man seil dem 14, Jahrhunderte ebenfalls anfing mit Mauern, Gräben und Thoren zu versehen. Eine Menge Urkunden , die der zweite Band enthalten wird , weisen nach, dass die obige auf Befehl des Kaisers mit Mauern, Gräben und Thoren Versehene Stadt , nur die alte innere Stadt verstanden wer- >) Cod. dipl, aquen. pag. 37. N. 31. s ) Cod. diplom. aquen. pag. 38. N. 32. »3 Cod. dipl. aquen. pag. 39. IV. 33. Da beide Urkunden ohne Datum , ist auch nicht *u bestimmen , in welchem Jahre sie erlassen worden sind. *3 Cod dipl aquen. pag. 45. N. 65. 4 ) Annal, aquen. ad h. an«, /. c. i) Chapeau. T. 11 pag. 120. *} Annal. aquen, ad h, ann. pag. 72. — 70 - den kann. Meyer in seinen Aachenschen Geschichten ') von Vorartheilon befangen, hatte weder die Annale» aquensc9 gesellen noch die dazu gehörenden Urkunden ; daher er nach seiner Art ins Blaue schrieb. Der Probst Richerus und der Deeliant Everclinus desSt, Adaüicrtstifts machten 1173 bekannt, dass der Probst der Domkirche in Lüttich, 24 Bonder Ackerland , die ihrem Stifte gehörten, und in dem Dorfe Ancsch l ) gelegen waren, von dem Theoderich von Vileir mit ihrer Bewilligung für 21 Mr. in Vadimonium erhalten habe. , ) Der Probst der Aachener Kirche , Hugo Graf von Sponheim , der auch Dechant des Domstifis in Köln -war, und 1137 zum Kölner Erzbischof ernannt wurde , indess 4 Wochen nach seiner Ernennung zu Mclfi in Jtalien starb, hatte den Zehenten zu Biehterich, welcher der Probstei gehörte, an die Brüder der genannten Hofkapelle abgetreten. 4 ) Ein gewisser Bitler, Namens Philipp , dessen Vater diesen Zehenten von der Aachener Kirche inne gehabt , hatte denselben in Pachtung und zwar lebenslänglich von dem Capitel der Kirche , anfangs für einen Jahrpacht von Iß Mo lien Weizen, dann aber für 20 dßl. Modien, die er auf den Fruchlspeichcr des Stifts liefern musle , 1173 zahlteer für denselben 14 Modien Boggen, versprach aber in der Zukunft 20 dgl. Modien Boggen zu liefern. Von dem Hofe Crombach gab der Abt von Klostcrratb dem gem. Stifte jährlich 3 Modien Weizen und eben so viele Boggen. Die Frau des obigen Bitters, Ileilwidis hatte aus ihrem Vermögen 30 Soliden zu dem Zehenten geschenkt. Bei der darüber statt gehabten Verhandlung waren als Zeuge der Deeliant der Aachener Kirche , Stephan , der Probst des St. Adalberlstifts und Kanoniker an der Hollapelle Bicherus , der Scholaster Werimberlus , der Sanger Heinrich, der Yiccdechant Gerard mit den andern Brüdern der gen. Kirche.'^ $er Aachener Schultheiss Arnold u. s, w. 5 } Im Jahre 1174 feierte der Kaiser Friedrich in dem Pallaste Aachen Ostern , und schlichtete einen Streit , der über die im Hennegau gelegenen und oben Seile 9 fl ) genannten Güter Hrinio, Hriniolo und Cbuincgas mit der Kirche in Uualderiego , Achiniagas und Altporto, welche in der Urkunde Lothars von R44 7 ) gesehrieben werden Hrinio, Hriniolo, Kuineias, Uualdriaco, Aginiagas und Altoporlo, zwischen dem hiesigen Marienstifte und der an der Sambre gelegenen Abtei Hautmont entstanden war , und bestätigte den darüber zwischen beiden Parteien eingegangenen Vergleich , mit welchem das Münsterstift seine Be- ') Seite 201 etc. -') Vielleicht Ans unweit Lüttich. 3 3 Cod. ilipl. aquen. pag. 54 iV. 81. *) Decck aquisgranum pag. 30, wo das Jahr «einer Ernennung zum Erzbischof unrichtig 1158 anqcqeben ist. Siehe über diesen Zehenten Cod. diplom, aquen. pag, 21. N. 31. «J Cod. dipl. aquen. png. 69. N- 99. e ~) Cod. dipl. aquen. pag. 1- ^- ■*• 'J Cod. dipl. aquen, pag. 2, N, 2, — 71 _ »itzungen in deu Pfarrdörfcrn Reng und Chiweneis ') an die gen. Abtei gegen einen jährlichen Zins von 10 Külner Marken unter gewissen Bedingnissen abtrat. 5 ) In dem obigen Jahre genehmigle der Kaiser Friedrich I, die Abtretung der Schullheissen-Ernennnng su Traben , und Kesselheim durch den Probst der Aachener Kirche , Otto., Vetter des Kaisers , an die Kanoniker der besagten Kirche , doch mit dem Beding : dass der Wein, welcher von den beiden Schult- heissen dem Probste jährlich geliefert worden war , von nun an die Kanoniker demselben geben sollen, nämlich 6 Fuder 4 Ahm und 1 Mr. in Silber von Traben , von Kesselheim und Winningen aber 5 Fuder 1 Ahm und 1 Mr. 3 ) Dechant der Aachener Kirche war Stephan. 1180 verurlheilte der Erzbischof von Trier den Pfarrer zu Traben dem Marienstift in Aachen das von jeher demselben schuldige Fuder Wein Aachener Masses jährlich verabfolgen zu lassen. 4 } Derselbe Erzbischof schlichtete in dem gen. Jahre zwischen den Brüdern der Aachener Kirche und den Mönchen der Abtei Corvei des Zehenten in Traben wegen entstandenen Streit zum Behufe der erstem, *) Im Jahre 1185 übergaben Godfried Herzog von Lotharingen und seine Söhne ein waldiges Landgut (area) zu Tiliz bei Uerstall in die Hände des Königs Heinrich, der dasselbe der Aachener Kirche schenkte. 6 ) In beiden Urkunden waren unter den Zeugen Conrad , Probst des St. Adalbcrtstitts und der Aachener Vogt Wilhelm, Der Herzog von Lotharingen hatte das Landgut vom Reiche erhallen. Im Jahre 1189 traf der Probst des St. Adalbcrlsstifts Conrad, mit seinen Milkanonikern eine Ueberein- künft in Betreff der Güter des Stifts , in Seeland und Südholland, zu Umere , Dhieste, Waldrich und was dazu gehörte. Der Probst übcrliess seinem Stifte gegen 3 Va Mr. jährlich den ganzen Genuss dieser Güter. Ferner wurde bestimmt: Wenn nicht eine General-Ueberschwemmung derselben eintreffen würde, in welchem Falle diese Güter nichts zahlen könnten, dann soll er, wenn die Vögte ihre jura erhallen hätten, von dem, was übrig blieb den 3len und die Kanoniker zwei Theile erhalten, wenn aber eine partiale Ueberschwemmung oder ein anderer Unfall sich zutragen würde, so dass die Kanoniker ein Drittel der Einkünfte verlören, soll der Probst von seiner jährlichen Pension nur 2 Theil, wenn aber der Verlust der Kanoniker die Hälfte betrüge, soll der Probst auch nur die Hälfte seiner Pension erhalten. Dazu kamen noch die kostspieligen Unterhaltungen der Deichen. Hieraus kann man leicht schlicssen, von welchem Werthe die Güter des Stifts in Seeland waren. ') Dass die Abtei Burtscheid bei ihrer Translocation von dem Salvalorberge nach Burtscheid ihren Anlheil l ) Chimay ? J ) Cod. dipl. aquen. pag. 22. ZV. 33. »j Cod. dipl, aquen. pag 21. N. 32. 4 ) Cod. dipl. aquen. pag. 23. ZV, 34. 5 ) Cod. dipl. aquen. pag. 24. ZV. 35. 6 J Cod. dipl. aquen. pag. 25. ZV. 36 und 37. *j Cod. dipl. aquen, pag. 55. ZV. 82. — 72 — •n die G en. Güter in See- und Süd-Holland an das St. Adalbcrtstift übertragen habe, es »ei nun aoe Dantgefühlc der Bemühungen wegen, welche dessen Probst Sil.odo bei jener Sache ihnen geleistet habe, oder auf einem andern Wege, hat seine Richtigkeit; denn seitdem werden dieselben bei den Besitzungen der Abtei nicht mehr aufgeführt. Eben so richtig ist es, dass diese Güter nicht auf einmal sondern nach und nach von dem Meere verschlungen worden sind, wie in der Folge noch gezeigt werden wird. In meirer historischen topographischen Beschreibung von Aachen >) die man nun zu einem wichtigen historischen Wert scheint machen zu wollen, habe ich bona fide Meier in seiner Aachenschen Geschichte *) nachgeschrieben, der wichtigere Gewehrmänner für sein Gesagtes anführt als ein Pontanus *) und einem Ton den Geschichtsforschern nicht geachteten von Schlichterhorst Werk. *) Beide haben eine Geschichte von dem Herzogthume Geldern geschrieben, aber keine von Südholland und Seeland, die nicht in ihrem Bereiche gelegen, waren. Warum führte man nicht an, die Cronyckc van Seeland, s ) Bondam, Matthaei veteris aevi Analecta «) u. a. wichtige Schriftsteller, die über Seeland und Holland geschrieben haben.. In dem gemeldeten Jahre 1189 erhielten der besagte Probst des St. Adalberlstifls, Conrad zum Nutzen der Armen in Olne und Soiron und Wiggerus von Wegge die Vogtei der besagten Dörfer in Pfandschaft von Waggerus für 31 Mr. auf zwei feste Jahre, wenn aber Waggcrus in dieser Zeit mit Tode abgehen würde auf drei feste Jahre, dann würde es dessen Erben frei stehen dieselben jährlich einzulösen. "Der Probst legirle von diesen Marken IG dem gen. Stift. An diese Pfandschaft nahmen mit dem Probate aoeh Theil Cono und dessen Sohn Gcrard von Aachen. Zeugen dieser Suche waren die Schöffen von Aachen , Theodericus de Lennecha (Linniclf) Simon de monte (/von dem Berg) und Gerard von Aachen u.a. } Der Kaiser Friedrich I. starb auf einem Kreuzzuge in dem Flusse Seleph in Klein Asien und wurde in Tyrut begraben. Sein Sohn und Nachfolger am Reiche Heinrich VI., der am 15- August 11G9 in der hiesigen Palaslkapelle zum Königo gekrönt, und den 20. Mai 1184 auf Pfingsten in Mainz wehrhaft gemacht worden war, ehelichte am 27. Januar 118G in Mailand die Constanze, Erbin von Sicilien. Heinrich VI, wurde am 15. April in Rom durch den Paust Coelestin III. zum Kaiser gekrönt. Der Abt Gerlacus von Siegburg und der Dcchant der Aachener Kirche Conrad, machten 1191 eine Uebercinkunft in Betreff des 9ten Theils der Einkünfte von Flatten und Maffendorl bei Bonn. 8 ) Di*. Ablei Siegburg war verpflichtet für diesen neunten Theil dem aachener Dechanten jährlich zu geben zwei Kölner Marken in Geld, zwei Pfund Pfeffer, zwei wilde Gänse oder Enten •) oder vier Denarien et*. ') Köln~l&&, Seite 49. 2 ) Seite 278. 3 ) Uistoria tjclric Ilcrdov. 1639. *3 XIV. Bäckers ran de Geldersse Gesehiedenissen, T, Arnhcm 1659-. 5 J 1551. »J Thig. conui. 1738. 5 Tomi in ito. T j Cod. dipl, aquen. pag- 55. N. 83, wo statt 1189 1197 unrichtig gedruckt ist.. s ) Cod. dipl, aquen, pag. 4 N. 5. '') Cyrotecas i, e, ciroteca pro chirotheca- Du cangtt glossar.. — 73 — ebenfalls mustc die Siegburger Kirche den Decliant jährlich drei Tage und. Nächte mit seiner Begleitung von 10 Berittenen bewirthen. Für dieses Alles soll in Zukunft die Abtei Siegburg dem besagten DecKanten jährlich zahlen 8 Mr. Zeugen dieses Aktes waren der Sänger der Aachener Kirche Heinrich, der Sellolastei- W erenbertus u. a, ') Am G. jdus Junii 1191 bestimmte der Kaiser im Lager bei Neapel , dass von den. Giitorn der Aachener Kirche zu Sinzich die Kanoniker zwei Theilfe und der Probst einen Theil erhalten sollen. 2 ) Am 4. nonas Octobris 1192 verzichteten vor dem Kaiser und dessen Bruder Philipp, Probst der Aachener Kirche, zu Sinzich Wilhelm und Volkundus von Sintzo auf das dasige Schulllioissen-Aiut und dessen Hechte zum, Nutzen der Aachener Kirche. 3 ) Obschon die Leute von St. Adalbert (homiues S. Adalberli) zu den allgemeinen Lasten der Sladt Aachen das Ihrige beitrugen , so wollten doch die Aachener ihnen keinen Genuas an die Waldungen', den Weidgang und andere Gemeinde - Güter gestallen ,. weil sie vom R'eiche dem sogenannten Stifl waren übergeben worden und eigentlich nicht mehr zu der Gemeinde Aachen gehörten. Daher befahl der; Kaiser am 4len nonas Novembr.is 1192 von Sinzich aus, der Gemeinde der königlichen Sladt Aachen, den Leuten des h. Adalbert , sowohl Geislichen als -Weltlichen denselben Antheil am die Waldungen, den Weidgang u. s. w.,, den sie vom Reiche genösse , zukommen zu lassen. 4 ) In dem Jahre 1192 schenkte der damalige Decliant der Maricnkirclio in Aachen und Probst des St. Adalbertslifis bei Aachen Conrad, seine Besitzungen, die er zu Connesdorp bei Sinzich gekauft halte , zu seinem und seiner Aellcrn Seelentroste , den Kirchen der beiden ebengenannten Slifter, und der Ablei Burt- scheid , mit allen Rechten , die er an diese Güter besass , doch behielt er sich lebenslänglich- vor , eine Jahr-Rente von einer halben Mark'. Nach seinem Absterben soll ein zeitlicher Dechant des Adalberlstifls diese Güter verwalten und Sorge lragen , dass an seinem Jahrgedäehlniss der Marienkirche eine Mark, der Adalbcrtkirche eine halbe und der Abtei Ilurlsclieid ein Viertel Mark gegeben weiden, das Uebrige könne er nach seinem Belieben verwenden. Die Güter bestanden in Baumgarten, Garten, Wohnung, Scheune j und einem Morgen Weinberg zu Sinzich , einem zu Westheim und 1'/., ta Königsdorf , ferner 39 Morgen Ackerland, 5 Morgen Busch, un d 2 kleinen Wiesen. Dieser Bestimmung waren gegenwärtig von Seiten- der Marienkirche : der Sänger Heinrich , der Scholastcr Worenbert, der Kellner Heinrich , der Kämmerer Ricolph u, a. Kanoniker, > Seilen de« Adalberlstifls , dessen Dechant Herrmann, der. Magister.Heinrich,.ete, ! ) on ') Cod. dipl. aquen. pag. 2«. N. 38. 2 ) Cod. dipl. aquen. pag. 27. IV. 30J ) Cod. dipl. aquen. pag, 30. IV. 30, J l Cod. dipl, aquetl. pag. 4fi. IV, 07. 5 ) Cod. dipl. aquen. pag. 27. IV. 40; Gcrard Graf von AKre halle unrechtmässige Zölle zu Eckendorf *) und zu Rudensberg errichtet | welches er am 14. Kai. Maij 1194 in dem Pallasle Aachen iu Gegenwart des Kaisers Heinrich VI- pestand,, -i Siehe oben Seile 02 und Geschieh:.' der Abtei Burischeid , Vrh. 14, ls ) Günther cod. dip>, 1r Th. pag. 347,303 „nd 365. Sandern ■ Brabant, iHiist. 'f. 1. pag 105. •*) Siehe oben Seite 05 und 71,- - 76 — XIV. Philipp j Bruder des Kaisers üeinrich VI. wurde 1198 Kaiser und 1208 gemeuchelmordet. Er licss als Probst von den Einkünften der Pro'bstci Kloster (Claustrum) und die Selilafstätte fDormitorium} der Geistlichen an der Hofkapelle von neuem bauen. ] ) XV. Conrad 1194. Die Frühste inussten eine Kanonikal-Präbende besitzen , ehe sie Probst werden konnten. Sie brauchten keine geistliche Ordincs zu haben , durften aber als Probst nicht bcirathen , es sei dann , dass sie der Prbbstci entsagten. Sie waren die Vögte des Stifts und hatlen auf der .Immunität desselben , wie auch in den der Kirche geschenkten Vogteien den Bann "vom Reiche. Dtrjetdjmfs tr*r Pedjttnfcit. Der Dcchant stand dem Kapitel vor. Er musstc Mitglied des Stifts und Priester sein. I. 1108 und 1122 war Dcchant Ilezzclo I. *) II. 1155 und 1157 Richerus. 3 ) III. Arnoldus von Selenhofon wurde 1153 Er.zbischof in Mainz und von den aufrührerischen Bürgern erschlagen , am 24. Juni 1168. 4 ) IV. Stcphanuä 1173 — 79 Dcchant, der auch Probst zu St. Ädalbert bei Aachen war, 3 ) V. Conradus , Graf von Querfurt , orscheiut als Dechant 1168 und in den Urkunden von 1191—1220. «) Ein gelehrter , frommer und berühmter Mann. Er war auch Probst zu St. Adalbert. ') jünger (Cantorcs) o\>tx Uawtcher Us ÖEIjor© llllfo ©esrtlljjs. I. 1108 war Sänger Erlc'boldus. 8 ) Diesem folgte II. Liberius oder Lileberlus, wegen dessen Verdienste um das Stift der Probst Uugo , Graf von Sponheii» an Äie Sangerei einen Zins von 1 Mr. schenkte. 9 ) III. Heinricus in Urkunden von 1173—89. 10 ) ^djolaötikcr oUs Wovftt\)es Us &d)utc im Us gofluipelU, 1108 war Scbolaslcr Hcrmannus, 1 ») 1173—1200 Werenbertus. ' 2 ) <) Necrol. B. M. F. aquen. pag. 37. 2 ) Siehe oben Seite 54 und 56. Günther l. c. pag. 195 nou- vel. archives histor. de pays bas par Reiffcnberg. N. 1 pag. 60. Brux. 1829. 3 ) S. oben Seite 64. Cod. dipl. aquen, ,pag. 31. N. 44, 4 ) Necrol. ß. M. V. pag. 38. *) ibid. pag. 71. 6 ) ibid. pag. 40, 70 und 71. ">) Siehe oben Seite 72 und 73. 8 ) Siehe oben Seite 54. Vrk. bei Reif- fenberg nouv. Archiv, bist, des pays bas. etc. Brux. 1829. 9 ) Necrolog. Eccl B. M. V . Aquen. pag. 6/38 und 39. ,0 3 ibid. pag. 69, 70 und 73. Geschichte der Abtei Bur/scheid pag. 222 Utk. 18. «') Siehe oben Seile 54. l ?) Ritz , Urkunden und Abhandlungen zur Geschichte des Niederrheins und der Niedermaas. Aachen 1824, pag 124. Necrol. Eccl. B. M. V. aquen. pag. .54. Siehe oben Seile 70 utld 73, — 77 ' — f. Sibertus «J um 1059. II. Evcco um 1086. 2 D III. Theodericus um 1100 und 1103 ») IV. Richerus um 1135—1172, Er war auch Kanoniker an der Hofkapelle. 4 ) V. Conrad am 1185-89. *) . fJedjnn&n tic(]Telbcn. I. Hezelinus um 1059. •) II. Fulbertus um 1100. ') ■ ' III. Everclinus um 1172. *) Itijjte, &rbttl%if|Vn. Judices. nndj Ulrkuirtett. Um 800 TAalbertus , Actor fTogQ. 9 ) ,,, 1020 Hawardus und sein Sohn Uildeboldus. ,, 1100 Radu'lphus , Vogt. ,, 1122 Wigerus, Vogt. Theodericus, Judex. |0 ) ,, 1130 Arnold von Rodenburch, Vogt. Arnoldus gen. Cleynermont, Ritter, Schultheiss. „ 1133 Tiricus, Vogt. ") „ 1137 Arnold, Schultheisä. ,, 1146 war der Schultheiss Theodericus auf dem Reichstage zu Frankfurt. '*) „ 1162-85 Wilhelm, Vogt. i») „ 1173 Arnold, Schultheiss. < 1 ) „ 1174 Richotus, Judex. i s ) „ 1179 Ricolfus, Judex 16 ) ,, 1200 Wilhelm, Vogt auch Schultheiss. ") Nach dem Necrolog waren'zwei Wilhelme Vogt in Aachen. Vielleicht waren es Vater und Sohn , wie sie in dem mehrg. Necrolog. pag. 44 notirt sind Der Judex Heriberte legirte dem hiesigen Marienstifte 22 Denarien und 11 Kapaunen, i 6 ) Ein anderer Judex Herribertus , den das Necrolog pag. 5 hat ; legirte demselben Stifte einen Zins von 20 Denarien zur Last Ackerland und Heuser in Hargerinsterp. O Siehe, oben Seite 51. *) ibid. 53. 3 ) Cod. dipl. aquen. pag. 53. N. 78. *) Sieht oben Seite 60, 69 und 70. *) ibid. 71. «) ibid. 51. ') ibid. 53. •) ibid. 70. °) ibid. 33. ^Günther Cod. dipl. Ir Tbl. pag. 195. Siehe oben Seite 56. ") ibid. 59'. «*) Chron. aquen. Ms. in ito. " 3 3 S. oben Seile 05 und 71. ">) ibid. 70. lS ) Bülkens Trophee etc. preuvet pag. 43. i«) Geschichte der Abtei Burtscheid. Urk. 17. ") Ritz l. o. pag, 124. Necrol. B. M. F- >aquen, pag. 70. Auch pag. 25, •»} ibid. pag. 29, — 7S — 2UMc tw %btn ^omclimiinstcr, nebet Itottjcn. I. Benedict von A,nian . Gründer der Ahtci , der Ludwig der Fromme 821 Zollfreiheit ertheilte, Er starb 821. ') II. Wicardus, starb 842. 2 ) Der Kaiser Lothar schenkte 851 der Abtei das Haupt des h. Bermetis. III. Adaiongus , dem Ludwig II, der Deutsche . Gressenioh schenkte. *} IV. Syfordus. V. Odelinus. ») VI. Rodoardus , unler dem die Alitei von den Mnrmanncrn eingeäschert worden ist. *) f'.r starb 881. VII. Nevelongns, wohnte 887 der Kirchenversammlung in Köln bei. 5 ) VIII. Jgclhardus oder Egilhardus , wurde 892 unweit Bercheim von den Normannern erschlagen. 4 ~) IX. Adagrinus um 941. Unter diesem Mite blühete die klösterliche Zucht in der Alitei so, dass der Erzbischof von Trier , Roulbcrlus , duech einen aus diesem Kloster die zerfallene Disciplin im Kloster Medlach' herstellen liess. 6 ) X. Airicns oder Erieus Er starb 920. ') XI. Bertoldus oder Bcrchctoldus, erhielt 949 vom Kaiser die Bestätigung der Plivilegien der Ahtci. ») XII. Erenboldusj starb 731. XIII Baldericus ist 9,'i8 gestorben. XIV. Nicardus starb 978. XV. Erieus oiler Erwicus d. i. Henricus I. stand der Alitei vor bis 988. Er erhielt von Otto II freit Ahtswahl und andere Privilegien , die er von Otto III. bestätigen liess. *J XVI. Landlfridus blühete um 997. '<') XVII. Bertoldus II ") Will. Liberlus. Als in der ersten Hälfte des 1 Iten Jahrhunderts der Pfalzgraf Khrenfricd (Kzon) die Ahtci Brauweiler stiftete j schenkte sein Bruder Hezclin (HczelonJ seinen Anthcil an den weitschichtigen Wald, dci• »■ iuer Grösse wegen Vele genannt wurde , mil dem Predium Bercheim , das ist , Bercheimerdorf, mit Ober- iiod Nieder-Aussein etc. und den dortigen Mansionarien, an die Abtei Koruelirnünster. '-) XIX. Winricus , welcher vorher Mönch in der Abtei Malmedy war, wurde 10(14 Abt zu KorRelimün- ster. linier diesem geschah der (iiilerlauseh zwisclien dem Bischof von Toul und der Abtei, "I Damals halle die Vogtei über Koi nelimiinsler der Pfalzgraf Hermann, XX. Ricardiis oder Riqoardus soll 1144 verstorben sein. XXI. Gerardüs <* > XXII. Tl icoiliu ici s. ') Siehe oben Seite 19. Miraei dpa-. Dipl' '/'. Hl- pag, 288, ' : ) Siehe oben Seite 25. • s ) ibid. 29. 0 ibid. 29. *) ibid. .'SO. ") Mabillon Annal. T. Jll ') Mabillon I. c po ibid. 42 und 4.'ä. ") ibid. 51. '-) Acta Academiae pttlatinde toi. HL pag, \'.i'6— 44, ioo die drei lieslätigtmgs- Urkunden des Kölner Erzbischofs PiUegrinus von dem Jahre 1028 and de:. Kauftet Heinrichs III- rom Jahre 1051 abgedruckt find. '', Sielte oben Seile 51. I, )ibid. 74t — 79 — XXIII. Rodulfus stand auch als ' Abt den Abteien zu Dcutz und üu Werden vor. «) XXIV. Anno. Jm Jahre 1135 wurde der Abtei ein Weinberg geschenkt. ! ) Anno bestimmte di« Jura, die einem nach Slain kommenden Abte allda gegeben werden musten, 3 ) Als der Zöllner Fugelo von den Waaren und Sachen der Abtei Kornelimiinster in Köln Zoll foderte , beschwerte sich der Abt Anno deshalb bei dem Kaiser Friedrich, «eil die Abtei den kaiserlichen Privilegien nach zollfrei im ganzen Reiche wäre. Der Kaiser befahl dem Erzbischof Ton Köln Arnold 11. die Abtei bei ihrer von den Kaisern verliehenen Zollfreiheit zu handhaben Worauf der Erzbischol 1155 den Kölner Senat und andere Reehfsversländige versammelte und die' Sache untersuchen liess. Diese sprachen die Zollfrciheit in Köln der Abtei r.\i, XXV. Wernherus. 'J Gelen, de" maijnil. caloniae /., 3, Synt. 14, *) Siehe oben Seite 00. ') ibid. 6ü, Von demselben Verfasser sind folgende historische Schriften erschienen. 1, Aachen und dessen Umgebungen mit Titelkupfcr. Frankfurt, 1818- ' - . 2. Historische Beschreibung der Münsterkirche etc. Mit drei Abbildungen und 40 Urkunden. Aachen,. 1825- 3. Die Frankenburg insgemein. Frankenburg gen. mit Abbildung Karte und.48 Urkunden daselbst, 1829- 4. Historisch-topographische Beschreibung der Stadt Aachen mit 1 Abbildung. Köln, 1829. 5. Die königl. Kapelle etc. auf dem Salvato'rsberg. Mit Abbildung und, 29 Urkunden. Aachen , 1829. . G. Die Pfarre zum h. Kreuz etc. Mit 21 Urkunden daselbst. 1829. 7. Necrologium Eccl. B. M, V. aquen. 4. daselbst. 1830- 8- Schloss.und Kapelle Bernsberg mit Siegel-Abbildung und 48 Urkunden,. daselbst. 1831. 9. Historisch-topographische Beschreibung der Stadt Burtscheid mit. 61 Urkunden, dasclbsti 1832-. 10' Das ehemaligc ü Dominikanerkloster etc. in Aachen. Mit 31 Urkunden, daselbst. 1833. 11. Geschichte der ehemaligen Rcichs-Ablei: Burtscheid, mit 192 Urkunden, daselbst. 1834. 12. Geschichte des Karmclitcrklosters., der, Villa H»rna etc. Mit G0 Urkunden, daselbst. 1834.. 13. Schloss und' Herrschaft Rimburg elC; Mit-49 Urkunden, daselbst. 1835. 14. Das ehemalige Spital zum h, Jakob. Mit 9 Urkunden daselbst. 1836. 15. Geschichte der Schlösser Schonau. und Uersleld mit 1 Münzlitographio- und 8 Urk. daselbst. 1837. IG. Beiträge zn eiuer historisch topographischen Beschreibung des Kreises Eupen mit 35 Urk. daselbst. 1837- 17, Beiträge zur Geschichte der, Stadt Aachen und ihrer Umgebungen, 3 Bdchenmit 1 Litographie daselbst. 1837 und 38. 18. Aachen und seine Umgebung-für, Fremde und Einheimische. Ein. Wegweiser in 12. daselbst. J838. '19. Die Grafen von Ilengebach, die Schlüsser und Slädlclion lleimbach und Niedeggen etc. Mit 19 Urkunden. daselbst. 1839. Aachen, gedruckt bei J. Heissex u. Comp,