* -I ULB Düsse I dor f +4100 794 03 V e b e r den AKTIENHANDEL der Düsseldorf- Ellierfeldcr EISENBAHN. von J. P. Benzenberg. Alles WM die Gemeinde betrifft niiina iiflentlicli sein und die Kim-nlmlm ist <-ine Gemeinde die 570 Theilnehmer hat. Als Handschrift gedruckt für 570 Mitglieder- i r ioo?^ e> u 1. Der Aktieiihandel. Als vor drei Jahren tut; erste Generalversammlung der Düsseldorfer und Elberfelder Eisenbahn stattfand, da wurden 100 und mehr Aktien von einem gezeichnet, um (wie sie sagten) , das Unternehmen zu fördern. Seit der 'Zeit sind nun 3 Jahre verflossen, und es ist noch nichts an dieser Eisenbahn auf dem Eelde gearbeitet worden. Dieses ist natürlich , weil hierdurch die Aufmerksamkeit der verschiedenen Behörden in Anspruch genommen wurde, die mit der Eisenbahn zu thun haben. Z. B. die Post. Indess sind diese Aktien aus einer Hand in die andere gegangen, und noch neulich sagte mir jemand der für 10,000 Tbl. Aktien auf die Eisenbahn gezeichnet hatte, dass er diese bis auf 25 Aktien wieder verkauft habe. Er hatte also jetzt statt dass er im Anfange für 10,000 ThL Aktien hatte nur noch für 2500 Tbl. Dieses ist unrecht! Denn wenn er auch 700 bis 800 Tbl. Vortheil daran gezogen hat, ungeachtet noch kein Anfang an der Eisenbahn gemacht ist, so ist dieses doch unrecht. So hörte ich noch neulich, dass ein Herr der 60 Aktien gezeichnet hatte, um, wie er sagte, das Unternehmen zu befördern, diese mit 12* Vortheil verkauft habe. Er zog also 720 „Thl. Vortheil. 2. Warum ist es naohtbeilig dass die Aktien ans einer Hand i» die andere gehen? Die Aktiengesellschaft ist eine Gemeinde für sich die 10,278 Aktien jede zu 100 Thl. hat. Dieses ist eine Mill. 27,800 Thl. Also so viel als Berlin an städtischen Abgaben bezahlt. Ich will hier eben so wie in Berlin, wo jeder Bürger wenn er die städtischen Abgaben zu hoch findet, dieses tadeln kann, meine Meinung auch unverholen sagen: Die Aktien der Eisenbahn müssen nicht im Publikum aus einer Hand in die andere gehen, und einer der 10,000 Thl. gezeichnet hat, um das Unternehmen zu befordern, der muss auch die Aktien behalten, eben darum weil er das Unternehmen befördern will. Es sind ja Handlungshäuser die 250 Aktien genommen haben, und wahrscheinlich auch um das Unternehmen zu he fördern. Bei der Generalversammlung konnten sie diess Unternehmen loben oder tadeln, denn sie hatten 2. r )0 Stimmen und ich hatte ihrer nur 3- Wenn nun diese 250 Aktien in derselben Hand geblieben wären , so wäre nichts dagegen zu erinnern gewesen. Denn das waren 25,000 Thl. und man könnte glauben, dass sie der Nützlichkeit wegen, so viel auf der Eisenbahn gezeichnet hätten. . Aber dies war nicht der Fall, sondern sie handelten mit den Aktien. :> Endlich wurde im Statut festgestellt, dass jeder der drei Aktien besässc Eine Stimme haben sollte, und weuu er mehrere Milien hat, so geben 12 Alitien eine Stimme mehr. 3. Die anonyme Gesellschaft. Die anonymen Gesellschaften haben den Namen dess- wegen, weil sie die Alitien Kaufen oder verkaufen Können ohne dieses vorher der Behörde anzumelden. Hierhin gehören die preuss. Stnatspapieren, welehc von einer Hand in die andere gehen, ohne dass es der Behörde in Berlin gemeldet wird, dass sie aus einer Hand in die andere gegangen sind. Die Zinsen der Staatspapierc stehen zu 4° und werden halbjahrig bezahlt. 8 Coupons werden ausgegeben, und nach vier Jahren sind diese Coupons verfallen und es werden dann neue ausgegeben. Das einzige was die Staatssehuldschcine sichert, ist dass sie alle 4 Jahre auf der Regierung abgegeben werden. Die Regierung schickt sie nach Berlin, wo denn die 8 Ziuscou- pons beigefügt, und denn an die Regierung zurüeli geschieht werden , wo sie denn der Eigcnthümer wieder abholt. Jndess können sie in den 4 Jahren in 20 Händen gewesen sein, ohne dass dieses die Regierung zu wissen braucht. Allein bei den Eisenbahn-Aktien geht dieses nicht. Denn diese gehen höher oder tiefer, je nachdem die Eisenbahn den Gewinnst abwirlt, und diese procent müssen jährlich auf einer Generalversammlung festgestellt werden. Daher kommt es dass annoniinc Gesellschaften bestehen. Mach Statut 3 heisst es nun, wenn von den Aktien der Eisenbahn die Rede ist folgendes: »Der erste Zeichner der Aktie ist für tue Einzahlung »von 40° des Nominalbetrags der Aldien unbedingt verpflichtet. Von dieser Verpflichtung kann derselbe weder durch »Uebcrtragung seines Anrechts auf einen Dritten sich be- »f'reien, noch Seitens der Gesellschaft entbunden werden. Wird dieses gehen? Die Mainzer Eisenbahn-Aktien. Ein Aktionär sagte mir neulich: die Mainzer bauen die Eisenbahn von Düsseldorf nach Elberi'eld und die Sachscjn bauen die Eisenbahn von Minden nach Co In. In Mainz muss es sehr viele reiche Leute geben, denn unsere Aktien haben in Mainz viele Käufer, und sie stehen jetzt 113. Also ein Zeichen, dass die Aktien der Düsseldorf- Elberfelder Eisenbahn im Steigen sind. Die Aktien der Frankfurter Eisenbahn stehen zu 170, und diese Bahnlinie ist auch noch nicht gemacht. Dieses ist der Aktienhandel. Das Frankfurter Comite bestimmte, dass £ keiner mehr als für 10,000 Gulden Aktien nehmen sollte. Als aber die Unterzeichnung geendet war, da waren 5 Mill. Gulden gezeichnet und diese Eisenbahn kostet nur 1 Mill. Gulden. Wer nun für 10,000 Gulden gezeichnet hatte, der bekam nur für 2000 Gulden Aktien. Hieraus wird es erklärbar, dass weil diese Eisenbahn wenig Wechsel unterworfen ist, und die Staatspapieren auch jetzt ciuen festen Stand haben, in Mainz die Aktien der Düsseldorf- Elberfcldcr Eisenbahn gesucht werden. Was nun die Mindener Eisenbahn betrifft, so ist aller- ding» in Sachsen viel darauf gezeichnet worden, auch wahrscheinlich um das Unternehmen zu he fördern. Aher es ist klar, dass man in Elberfeld, in Düsseldorf und in Cöln, wo auch die Listen der Mindeuer Eisenbahn offen lagen, wenig gezeichnet hat. Die Leipziger Eisenbahn. Die Leipziger Eisenbahn geht über Torgau nach Dresden, 12 Meilen lang, und sie ist jetzt von Leipzig aus 3 Stunden fertig. Die Leipziger Eisenbahn - Aktien standen 160 und waren fast gar nicht mehr zu haben. Jetzt sind sie auf 102 herabgegangen und es müssen noch 20,000 Aktien ausgegeben werden, ehe diese Eisenbahn vollendet ist. Dies sind 2 Million Thaler. Viele Handlungshäuser in Leipzig machen Bankerot, woran freilich die Ilandlungskrisis in Amerika mit Schuld ist. Aber auch die Eisenbahn. Denn diese 58° die jetzt von den Aktien verloren sind, müssen aus ihrem Privatver- mögen nachgezahlt werden und wenn sio auf Spekulation lür 100,000 Thl. Aktien zu 160 hatten, so verlieren sie wenn sie dieselbe jetzt zu 102 verkaufen 36,250 Thl. Auch in Sachsen gibt es viele reiche Leute, die diese Eisenbahn für nützlich halten , und diese haben denn auch Aktien darauf genommen, welche sie aber bebalten. Eben so gibt es auch in Düsseldorf und Elberfeld noch viele, die das Anlegen der Eisenbahn von Düsseldorf nach Elbcr feld für nützlich halten, und daher die Aktien behalten. Aber dies ist die Ausnahme. 8 Die Leipziger Eisenbahn hat nur für 1 Mill. 500,000 Thl. Alitien, undtl ieses ist zu wenig für eine Strecke von 12 Meilen. Sie hütteu wenigstens für 3 Mill. Thl. an Aktien zeichnen müssen. Dies ist für die Meile 250,000 Thl. Allein sie müssen auch eine Brücke über die Elbe bauen die vielleicht 1 Mill. Thl. hostet. Die Petersburger Eisenbahn. Die Petersburger Eisenbahn welche durch den Ritter von Gerstner erbaut wird , ist ungefähr 3 D. Meilen lang. Herr von Gcrstner hat alles was zur Eisenbahn gehört öffentlich gemacht. Er hat für die Schienen, für die wandernden Dampf- maschienen u. s. w. 399»640 Thl. in England bezahlt; und für die Arbeiten im Innlande bezahlte er 572,542 Tbl., so dass also im Ganzen 972,182 Thl. ausgegeben sind. Der Papierrubel ist hier zu 9 Sgr. gerechnet. Er traf viele Hindernisse im Terrain, welches so dicht beider Hauptstadt und selbst in derselben, sehr viele Schwierigheiten hat, und jetzt muss man, ehe diese 3 D. Meilen vollendet sind, noch 700,000 Thl. zu 5g anleihen, wozu sich der Kaiser entschlossen hat, diese vorzuschiessen. Warscheinlich ist der Kaiser von der Nützlichkeit dieses Unternehmens überzeugt und dieses Anleihen hat also keine Schwierigkeit. Aber wenn es Schwierigkeit halte, welcher Privatmann würde denn 700,000 Thl. auf die Eisenbahn vorschiessen '! Ich glaube Niemand. Die Eisenbahn von Vowinkel bis nach dein Elber- felder Schlaehthause wird eine Ebene. Als ich die Kosten der Eisenbahn von Düsseldorf nach Elbcrfeld in diesem Jahr anschlug, da nahm ich dasselbe von Vohwinkel bis nach Haramerslein zu 117 Fuss an, und denn liess ich dieselbe in gerader Linie bis nach Elbcrfeld ans Mäurchcn, der Alexanderstrasse gegenüber, gehen. Seit der Zeit ist nun in der Generalversammlung festgesetzt worden, dass der Abf'ahrtspunht von Elbcrfeld, vom Schlachthaus aus, 40 Fuss über den Spiegel [der Wupper gehen soll. Von da geht sie in gerader Richtung bis eine viertel Stunde oberhalb Somborn bis an die Wupper, und hier wird eine Brüche gebaut die Gü Fuss Höhe hat, und wo die Heerstrasse von Somborn unter her geht. Die Brüche hostet SO bis 100,000 Tbl. Denn geht es durch einen kleinen bedechten Gang an Somborn linhs vorbei und endet denn zu Vowinkel. Von Vowinkel geht es mit 1 Fuss Fall auf 1250 Fuss bis nach Hohdahl, und hier kommt eine stehende Dumpfma- schiene, die auf 30 Fuss 1 Fuss Fall hat, durch 7800 Fuss bi» nach Erkrath. Von hier bis Düsseldorf geht es ungefähr ganz Eben. Bie 1800 Ruthen vom Elberfelder Schlaehthause bis nach Vohwinkel, mit Einschluss der Brücke werden 300,000 Tbl. kommen. Dieses ist für eine Strecke von 1800 Ruthen sehr viel Geld. Allein die Eisenbahn läuft jetzt ganz eben bis Vowinkel und dies ist eben die Hauptsache. Denn man kann es nicht genug wiederholen , dass aller Vorlheil der Eisenbahnen nur Statt findet, wenn sie sehr nahe Horizontal sind. ■■■■■■ 10 8. Die Düsseldorf- Elberfelder Eisenbahn vom 18. October 1837. Den 18. October harn der Verwaltungsrath beisammen und brachte folgende Mitglieder zur Wahl der Direction in Vorschlag. 1) Herr Reg.-Rath Umpfenbaeh als Director. 2) „ Steuerrath Quest als Kassierer. 3) Die Herren Phillip Schüller, Deus und Lükerneyer als Rathe. Dieses wurde in den Zeitungen bekannt gemacht, und von folgenden Herren unterschrieben: Graf von Spee, Fassbender, G. Baum, von Fuchsius, J. F. Wilhelmi, Scliimmelb usc h, Friedrichs, von Sybel, Cuny, A. von Carnap, Eller, Hof'fmann, Rurmann, Sclimitz. Das Gehalt ist nicht bekannt gemacht. Wahrscheinlich weil dieses in der Generalversammlung, welche den 23. Nov. stattfindet, bekannt; gemacht wird. Folgendes sind die Gehälter die der Verwaltungsrath vorgeschlagen hat. i) Herr Reg.-Rath Umpfenbaeh als Director 2000 Tbl. 2) », Steuerrath Quest als Kassisrer . . 1000 „ 3) Die Herrn Schöller, Deus und Luliemeyer als Ra'thc, jeder......... 400 „ 4) Herr Pikel als Conductcur, so sagt man . 1500 „ Diese Ausgaben sind noch nicht offiziell, da der Verwaltungsrath noch nichts darüber bekannt gemacht hat. tl Die Höhe der Gehälter. Ohne jedoch ;in dem Gehalt etwas abziehen zu wollen, mache ich folgende Bemerkung. Es ist nicht gut, dass die Gehälter der Direction der Eisenbahn zu hoch sind , und folgendes sind meine Gründe. Als ich im Jahr 1805 Professor am hiesigen Licäum wurde, so bekam ich nur 400 Rlbl. edietmässig; und ein Gcheimrath jährlich nur 600 bis 800 Rthlr. edietmässig Gehalt. Einige Geheimräthen halten 1000 Rthl. Gehalt. Den Laubthaler zu 1 Rthlr. 50 Stüber gerechnet, so wie in Frankfurt. Diess ist nun statt 600 Rthlr. 5'25 Tbl. preuss. und statt 800 Rthl. 700 Thl. preuss. und statt 1000 Rthl. 875 Tbl. preuss. Eben so in Bonn, wo ein Gcheimrath auch nur 600 bis 800 Rthl, bekam. Der letzte Kurfürst von Bonn war ein Bruder vom Kaiser Joseph, der als Erzherzog 20 bis 30,000 Gulden Wiener Währung Appanage hatte. Denn der kaiserliche Hof hat nur 3 Millionen Gulden, wofür er alles bestreiten muss. Man sage nicht, dass jetzt alles theurer sei wie damals, und dass man mit diesem Gelde nicht auskommen könne. Dieses ist nicht wahr. Ich habe ein Buch geschrieben, welches den Titel hat : »Die Ba upreisen von Düsseldorf, verglichen mit »den ßaupreisen von Coblenz, Berlin und Paris,« worin ich gezeigt habe, dass mein Haus in der Hohcnslrassc, welches 13 Zimmern hat und ganz neu ist, 3350 Tbl. kostet. Dies thut es also nicht. Aber auch nicht in Hinsicht des Preises des Essens. Ich werde mich selbst als Beispiel nehmen. 12 Während des hiesigen Landtags im Jahr 1837 wurde mehrmal ein Essen gegeben, wovor der Wirlh 2 bis 3 Thl. auf die Person, ohne den Wein rechnete. Bei Gelegenheit, dass ich dem Grafen von Stolberg schrieb dass dieses zu theuer sei, bat ich ihn einmal des Mittags bei mir zu essen, und den Oberprälidenten Freiherrn von Bodelschwingh den ich im Jahr 1815 in Paris Kennen lernte mitzubringen. Ich wollte denn meinen Schwager den Commerzienrath von Carnap Deputirter von Elberf'eld auch einladen, und ihm denn zeigen, dass man auf die Person mit 7| Sgr. ohne den Wein auskäme. Die Herren sagten es mir zu und wir hatten einen sehr vergnügten Mittag. Der Herr Oberpräsident sagte: ich bin nur neugierig wie sich die Rechnung stellen wird, Sie stellte sich l'olgendermassen: i) für Mitlagsessen auf'die Person 2) für den Wein ...... 3) für den Kaffee...... 10 Sgr. 9 PC 5 „ - ■*• ») *> )) Zusammen 17 Sgr. 2 Pf. Oder zu vieren 2 1W. 8 Sg. Den Wein den wir tranken kostet die Ahm 48 Tbl. Die Herren versicherten dass er sehr gut wäre. Der Kaflec kostet das Pfund 11 Sgr. und der Zuher zu 2 Loth auf die Person. Das Ganze wurde auf Porzellan präsentirt. r 13 10. Tlieurung in Berlin. In sagt man: wenn auch Düsseldorf so wohlfeil ist so ist doch Berlin theurer. Allerdings ist Berlin theurer, aber doch nicht so f.hener wie man gewöhnlich glaubt. Ich habe ein Buch mit folgendem Titel geschrieben: Die Gemeindeausgaben der Städte Düsseldorf, Elberfeld, Barmen u. s. w. (Bonn bei Weber 1834.) Darin habe ich S. 164 gezeigt, wie man aus den Waisen- und Krankenhäusern die mittlere Theurung der verschiedenen Orte miteinander vergleichen könne. Ich habe gezeigt, dass die Theurung in Cöln sich mit der Theurung in Berlin verhält wie 7 zu 10. Wenn man also in Düsseldorf für das Mittagsmahl 17 Sg. 2 Pf. verzehrt, so verzehrt man in Berlin für dasselbe Mittagsmahl 25 Sg. 6 Ff. Im Hotel de Born in Berlin, wo auch der Herzog von Wellington wohnte, kostete an der Wirthstafel das Essen 20 Sgr. und 4 Flasche Wein 10 Sgl- Ja sagt, man: Berlin ist theuer, denn der Finanzminister Maassen der jetzt todt ist, hatte 12,000 TW, Gehalt und hinterlies doch kein Vermögen. Der Finanzminister Maassen hatte eine edle Natur und ich habe im Jahr 1821 im Hotel de Born in Berlin mit ihm auf dem Sopha gesessen und bin mehr als in einer Hinsicht von ihm belehrt worden. Damals war er noch Direktor beim Finanzministerio, da jKlewiz Finanz minister war. Aber dass Maassen 12,000 Tbl" Gehalt soll gehabt haben ist nicht Wahr. 14 Berlin ist nicht viel theurer als Kassel. In Kassel hat der Finanzminister 3. r )Ü0 TW. Gehalt und für 2 Pferde Fourage. Der Minister des [nnent hat ebenfalls 3500 Tbl. Gehalt und für 2 Pferde Fourage. Freilich ist das Churfürstenthum Hessen klein, denn es hat nur 650,000 Einwohner. Also nicht so viel wie der He- gierungsbezirh Düsseldorf der 720,000 Einwohner hat. 11. Theurung von Elberfeld. Der Landrath von Elberfeld hat 1200 TW. Gehalt, und der Oberbürgermeister bezieht 2500 Thl. Der Subdircctor der Rheinisch-Westindischen Compagnic hatte im Jahr 1825 einen Gehalt von 2500 Thl. und als er davon nicht leben konnte bekam er 5000 Tblr. Gehalt. Also täglich 13 Thl. 21 Sgr. also viel mehr wie 2 Thl. 8 Sgr. , wofür ich mit dem Oberpräsidenten Freiherrn von Bodelschwing, dem Präsidenten Grafen von Stolberg und meinem Schwager den Commerzienrath von Carnap zu Mittag ass. Was war nun die Folge hiervon? Die Compagnie sollte sich auflösen, wenn ^ verloren sei. Bei der Generalversammlung vom Jahr 1830, waren noch 68§ da, allein vielleicht in Händen böser Schuldner. Die Compagnie konnte sich also aullösen. Allein sie löste sich nicht auf und die Verwaltung verordnete, dass sie von jetzt an, in zwei Jahren nicht rechnen sollte. Jetzt hat sich nun die Compagnie aufgelöst und statt 66f 5 sind nur 22| § herausgekommen, und \ % soll noch I 15 nachkommen, also 23 £. Wenn also jemand für 25,000 Thl. Aktien hatte, so bekam er noch 5750 Thl. Alles muss öffentlich sein! und so eine Compagnie hat das Wesen einer Gemeinde. So hat z. B, die Düsseldorf- F.lberfelder Eisenbahn 570 Mitglieder, und einen Fonds von etwas über 1 Million Thaler. Diese Gemeinde von 570 Personen mögen sich nun zanken, aber wenn der Zank vorbei ist, denn kommt es zur Abstimmung, und während der Abstimmung muss jeder wissen wo sein'Geld geblieben ist. Eben so hatte die rheinisch-westindische Compagnie das Wesen einer Gemeinde, wo 1 Million (300,000 Thl. Fonds war, welche ungefähr in 1000 Hände waren. Ich habe bei der Rheinisch - Westindischen Compagnie keine Aktien genommen. Aber wenn ich ihrer genommen hätte, so hätte ich die Bedingung vorbehalten, dass alles öffentlich sein müsstc, und wenn dieses die Direction wegen Handels-Geheimnisse nicht bewilligt hätte, so hätte ich die Annahme der Aktien verweigert. Es wird gesagt, dass die Rheinisch-Westindische Compagnie einem Hause in London, die bedeutende Summe von 60,000 Thl. anvertraut habe, welches bald fallirt hätte, und 50,000 Thl. haben sie dem mexikanischen Minnenverein vorgeschossen, bei welchem im Jahr 1825 die Aktien zu 150 standen und jetzt stehen sie zu 5. 12. Ich werde daher folgendes bei der Generalversammlung über die Eisenbahn in Vorschlag bringen : 16 »Alle Mitglieder der Eisenbahn können, so oft der Ver- ■»waltungsrath oder das Directorium sich versammelt, dieser »Versammlung beiwohnen. Nur dürfen sie bloss zuhören.» Auf diesen Fall ist jedem sein Recht gesichert. Aber--- sie müssen stille schweigen. Ich bleibe dabei: alles was cineGcmeinde betrifft muss öffentlich sein; und die Gesellschaft der Eisenbahn ist eben eine Gemeinde die 570 Mitglieder ha t. Oedruckl in der W o 1 f'« ob i> n Hiirhdriickerei.