BSBBSHBgHflHBSHESUBBflBBBHBH ............. Gi Glanzpunkte des Rheines, ;: ■ ■ ■ :'■■■'. gffB fcß bß 0) '53 o U ■ ■ 6fafl£tnmfye ^ Ifatim f in ort iai Uli 1 I % I { Eine Erinnerung: an die interessantesten Orte 1 vou I 1 Deutschlands schönstem Strom j srwisclieia Niederwald und Drachenfels von Paul Brown. I I — 1 If, Mit Bildern von A. S cheur e n in Farbendruck Jj und mehreren Holzschnitten. ^ i _ 1 i eü jSTEXJ^VIED & LEIPZIG. Stö HEUSEE's Verlag ^I.ouis Heuser) #^/ in Neuwied. mm Si- tf ^ m ^s ; ? 9. ^&M ^U, Z'13 0-7 ■ ■■' ' ■. ' ■ ■ ■ ■ Warnung vor dem Rhein. An den Rhein, an den Bhein, zieti nicht an den Bhein, Mein Sohn, ich rate dir gut, Da geht dir das Leben zu lieblich ein, Da blüht dir zu freudig der Mut. Siehst die Mädchen so frank und die Männer so frei, Als war 1 es ein adlig Geschlecht; Gleich bist du mit glühender Seele dabei: So dünkt es dich billig und recht. Und zu Schiffe, wie grüssen die Burgen so schön, Und die Stadt mit dem ewigen Dom; In den Bergen, wie klimmst du zu schwindelnden Höh'n Und blickest hinab in den Strom. Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund, Und hast du ihr Lächeln gesehen Und grüssi dich die Lurley mit bleichem Mund, Mein Sohn, so ist es geschehen: Dich bezaubert der Laut, dich bethört der Schein, Entzücken fasst dich und Graus: Nun singst du nur immer: „Am Bhein, am Bhein!" Und kehrst nicht wieder nach Haus. Karl Simrock. ------- GV&3 ..... ^•->i:-^'V .. Inlialt. Gruss vom Ehein, als einleitende Vorbemerkung. 1. Bingen und seine Umgebung. 2. Der Niederwald. 3. Bacharacu und die Pfalz im Rhein. 4. Der Rheinstein. 5. Die L o reley. 6. Stolzenfels. 7. Koblenz und E hrenbrei tst ein. 8. Sayn und das lsenburger Thal, 9. Neuwied und seine Umgebung. 10. Remagen und die Apollinariskir ehe. 11. Rolandseck und Nonnenwerth. 12. Der Drachenfels. ■ ■ ■V"--V:, ■ 1 — Grass einleitende vom Rhein als Vorbemerkung. Es wird gewiss nur wenige Menschen geben, denen das Herz nicht höher schlägt, wenn sie zum erstenmale die herrlichen Ufer des schönsten d e u t. s c h e n S t r o m e s erblicken! Freilich haben ja auch andere Gegenden ihre besonderen Schönheiten. Nirgends aber ist der Eindruck ein so überwältigender als hier, wo die Natur all ihre Reize entfaltet; wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich die Hände reichen und ihre zauberischen Bilder vor den Augen des Beschauers entrollen. — „Gruss dir Romantik! Träumend zieh' ich ein In deinen schönsten Zufluchtsort am Rhein!" 2 — Unbestritten ist die Strecke von Bingen bis Bonn die interessanteste am ganzen Pihein! Und wiederum sind es gewisse Punkte, die sieh hier durch ihre wundervolle Lage oder geschichtliche Bedeutung besonders auszeichnen und die G1 a n z p u n k t e des Rheines genannt zu werden verdienen. Diese dein freundlichen Leser, der die paradiesische Gegend kennt, als eine bleibende Erinnerung vor Auge und Gemüt zu führen — und denen, die sie noch nicht kennen sollten, ihre Reize zu schildern, damit auch sie von Sehnsucht erfüllt, herbeieilen, um den König der deutschen Ströme in seiner Majestät zu schauen und ihn bewundern und lieben zu lernen, den deutschen Rhein — ist der Zweck nachfolgender Blätter. — „Dort, wo der alte Rhein mit seinen Wellen, So mancher Burg bemooste Trümmer grüsst, Dort, wo die gold'nen Trauben saft'ger schwellen Und kühler Most des Winzers Müh' versüsst: Dort möcht' ich sein, Bei dir o Vater Rhein, Auf deinen Bergen möcht' ich sein ! a — Selbstverständlich werden die Naturschilderungen mit den geschichtlichenForschungen über Entstellung und Verfall einzelner Burgen und Schlösser abwechseln und auch die Legende die ihr gebührende Beachtung finden; denn wer könnte sich wohl den Rhein ohne seine Sagen denken ? — Sind sie es ja doch vorzugsweise, die ihn mit weitstrahlendem Nimbus umgeben und manchem unschein- lichen alten Gemäuer auf steiler Bergeshöh' Bedeutung verleihen, die es sonst wohl schwerlich haben würde. „Dort wo der grauen Vorzeit schöne Lügen Sich freundlich drängen um die Phantasie, Dort ist, ja, meine Sehnsucht kann nicht trügen, Dort ist das Land der schönen Poesie! "Wo Burg und Klöster sich aus Nebel heben Und jedes bringt die alten "Wunder mit, Den kräft'gen Ritter seh' ich wieder leben, Er sucht das Schwert mit dem er oftmals stritt. Ja dorthin will ich meinen Schritt beflügeln, Wohin mich jetzt nur meine Sehnsucht treibt, Will freudig eilen zu den Rebenhügeln, Wo die Begeisfrung aus Pokalen schäumt! Dass der Rhein sich aus mehreren Gletscherbächen des St. Gotthardsgebirges bildet, die nach und nach sich zu einem Ganzen vereinen und bei Reichen au noch den Hinterrhein aufnehmen, muss als bekannt — 4 I vorausgesetzt werden. Ebenso, dass er weiterhin zwischen den Rhätener- und Appenzell er-A]pen hervorkommend, in der Nähe von ß r e g e n z in den Bodensee fliesst, wo er gleichsam eine nachträgliche Taufe erhält, und bei Gonstanz aus demselben als stattlicher Knabe wieder hervortritt; sich dann weiter bei Schaffhausen über 60Fuss hohe Felsen stürzt und bei Basel, wo er seinen Lauf nach Norden nimmt, erst eigentlich schiffbar wird. Nachdem er dann Strass- b u r g, Mannheim, Worms und Mainz passiert, beginnt er bei Bingen seinen romantischen Lauf. Zwischen hohen Felsufern, die mit Reben bepflanzt und mit Burgen und Schlössern geziert sind, windet er sich hindurch bis zu seines Ufers letztem Markstein, dem Drachenfels, um dann ohne Aufhalt in breiterm Bette dem Meere zuzueilen. — Wie aber bereits erwähnt, finden sich auf der Strecke zwischen Bingen und Bonn die Orte, die als Glanzpunkte des Rheines immer und immer wieder besungen und beschrieben werden und von denen auch hier ausschliesslich die Rede sein soll. Die beigefügten Bilder aber werden die Scenerie einzelner Punkte veranschaulichen helfen. — Kein Wunder und auch nicht Zufall, sondern vielmehr Notwendigkeit ist es, dass nirgends anders als gerade am Eingange dieser herrlichen Scenerie, „ d i e W a c h t a m Rhein" ihren Standort erhalten, die uns und allen kommenden Geschlechtern Zeugnis giebt: „Der Rhein muss deutsch verbleiben." Ein eigentümliches Zusammentreffen ist es, dass gerade am Ein- und Ausgangspunkte der Uferstrecke des Rheines, welche wir hier ins Auge fassen wollen, die beiden bedeutendsten und wegen ihrer herrlichen Aussicht ammeistenbesuchtenHöhen sich finden, nämlich Niederwald und Drachenfels. „Strömt herbei ihr Yölkerscharen An des deutsehen Rheines Strand! "Wollt ihr echte Lust erfahren, O so reichet mir die Hand. Nur am Rheine will ich leben, Und am Rheine fröhlich sein, "Wo die Berge tragen Reben Und die Reben gold'nen Wein." 6 — f. Bingen und seine Umgebung. Das freundliche, malerisch gelegene Städtchen, am Einfluss der Nahe in den Rhein, verdankt seine Entstehung einem römischen Gasteil, welches D r u s u s hier auf beiden Seiten der Nahe, im Jahre 12 vor Christi Geburt, erbaute und Bingium nannte. Interessant ist die steinerne Drususb rücke über die Nahe, wovon noch ein Bogen dem Gasthause „Zur Stadt Kreuznach" als Keller dient. Auch ist der Drususbrunnen ein merkwürdiges Denkmal aus jener Zeit. Als das alte Bingen im Jahre 864 von den Normannen zerstört war, wurde es auf dem rechten Naheufer wieder aufgebaut und mit Benutzung der Überreste des römischen Gastrums, liess der Erzbischof Willegis von Mainz von neuem eine steinerne Brücke über die Nahe aufführen. Überhaupt soll Bingen im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz gewesen sein, der namentlich von - 7 italienischen Kaufleuten besucht wurde. Aber auch heute noch ist es ein sehr wichtiger Punkt für Weinhandel und Schiffahrt. Von allen Höhen, die Bingen wie ein Kranz umgeben, gewährt das Städtchen einen lieblichen Anblick. Der nahe Drususberg trägt die 196 Fuss hochliegende Bergruine „Klopp," von deren Turm man eine wundervolle Aussicht hat. Interessant ist die alte Veste auch dadurch, dass im Jahre 1105 der Kaiser Heinrich IV. hier gefangen sass. Jetzt ist sie, von schönen Gartenanlagen und Rebgeländen umgeben, Eigentum des Herrn G r o n aus Köln. Der Ruppertsberg und die Elisenhöhe über der Nahe sind ebenfalls sehr interessante Punkte. In dem früheren Ruppertskloster hat die durch ihre Visionen berühmt gewordene, heilige Hildegard gelebt, welche 1180, hochbetagt, hier starb. Auch der Rochusberg mit der berühmten Wallfahrtskapelle, worin sich das von Göthe geschenkte Bild des heil. Rochus befindet, lohnt den halbstündigen Weg durch die entzückende Aussicht, die man auf das reizende Nahethal einerseits und auf J o h a n- nisberg, Rüdesheim und den Nieder- 8 — wald andererseits, hat. Das Rochusfest, welches alljährlich am 1(3. August gefeiert wird, ist bekanntlich von Göthe eingehend geschildert worden. Der Scharlachberg, berühmt durch seinen vorzüglichen Wein, ist namentlich am 2. Pfingstfeiertage für alt und jung, gross und klein, ein sehr beliebter, gern besuchter Punkt. Das gesellige, herzliche und fröhliche Leben, welches sich bei dieser Gelegenheit offen und ungeschminkt kundgiebt, heimelt jeden Fremden ganz eigenartig an, so dass er sich glücklich fühlen muss bei diesen biedern Leuten. — Da lagern sich die Gruppen auf weichem Moos, die Musiker spielen ihre Weisen und die Sänger singen ihre Lieder, und die Hausfrauen packen ihre Körbe aus und bieten jedem, der sich ihnen nähert, von ihrem Braten, Schinken und Gebäck; während der Hausherr die Flaschen entkorkt und die Römer füllt mit dem Saft der Trauben , die er selbst gezogen. Wie leuchtet sein Auge, wenn er den Pokal gegen die Sonne hält und die herrliche Farbe seines Gewächses betrachtet und den köstlichen Trank als Kenner prüft. — Und das Jauchzen und Klingen und das Reden und Singen will eher kein Ende nehmen, bis der Mond zum Heimweg leuchtet. — „Ja glücklich fürwahr ist das Leben am Rhein!" Ein Leben anderer Art, rege und geschäftig, entfaltet sieb drüben über der Nahe in Binger brück, das durch eine hübsche Gitterbrücke mit Bingen verbunden, Kreuzungspunkt der Bahnen aus fünf verschiedenen Richtungen ist. Vom Bahnhof aus geniesst man einen prächtigen Anblick auf den Rhein, der gerade hier stets sehr belebt ist. — Da ziehen Schiffe stromauf und ab, hier schaukeln die buntbewimpelten Nachen hinüber und herüber und umschiffen den weissschäumen- den Strudel, der die Klippen der Felsen, die hier mitten im Bette des Rheines sich finden, bezeichnet, auf deren einem der Mäuseturm mit seinem alten Gemäuer hervorragt. Den Namen Mäuseturm hat er von jener bekannten und schauerlichen Sage, dass sein Erbauer, der Erzbischof Hatto von Mainz, der sich hierher vor den Mäusen geflüchtet, zur Strafe für seinen Kornwucher lebendig aufgefressen wurde, die jedenfalls nur aus 10 dem Hasse, den sich jener Bischof unter dem Adel und Volke durch sein herrschsüchtiges Wesen zugezogen, entstanden sein mag; wenngleich es auf der andern Seite geschichtlich erwiesen, dassHatto ein sehr „kenntnissreicher Prälat" gewesen. Der Ursprung dieser Rheinsage aber ist in einer dänischen Sage vom Tode des Königs Snio zu suchen, wonach es in den ältesten Zeiten Sitte war, dass man bei einer, durch Verheerung der Mäuse entstandenen, Hungersnot, die Götter dadurch zu versöhnen glaubte, dass man ihnen den Fürsten durch Erhängen opferte. Einer andern Auslegung zufolge, stammt das Wort „Mus" aus dem Altdeutschen und heisst „Waffe," so dass also ein Muse türm, ein Waffenturm sein würde. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass der Mäuse türm bei Bingen, des Zolls wegen, also als Mautsturm, erbaut wurde. Denn geschichtlich steht es fest, dass nicht Ha tto, sondern der Erzbischof Siegfried IL, denselben um das Jahr 1215 errichten liess. Im 30 jährigen Kriege wurde der Mäuseturm von den Schweden, die alle Befesti- 11 — gungen, Burgen und Schlösser am Rhein in Besitz nahmen, im Jahre 1635 zerstört. Die Besetzung dieses Turmes aber sollte ihnen nicht leicht gemacht werden, denn die Deutschen vertheidigten denselben und nahmen den Kampf auf, trotz der Überzahl der Feinde. Wacker kämpften sie und mancher Schwede fand hier im Rhein sein Grab. Doch endlich wurden sie von der Übermacht erdrückt und sanken nacheinander im ehrenvollen Tode. — Heute dient der Mäuseturm den Schiffern als Warte. Da nämlich die Durchfahrt bei starker Stromschnelle nur 56 Fuss breit ist und sehr leicht ein Zusammenstoss sich begegnender Schiffe stattfinden kann, so werden dieselben bei Tage durch Aufziehen einer Flagge und eines Korbes (zur Nachtzeit erleuchtet), gewarnt, wodurch schon manch Unglück verhütet wurde. — Den Adler auf dem Mäuseturm hat bekanntlich Freiligrath, als er 1844 in Assmannshausen wohnte, wo auch manch anderes Lied dieses deutschen Sängers zum Preise des Rheines entstanden ist, sehr schön besungen. 12 2. Der Niederwaid. Mit dem Namen Niederwald bezeichnet man den auf einer Bergebene ausgedehnten Buchenforst, der sich von dem 607 Fuss hohen Kleeberge, in nördlicher Richtung hinzieht und früher dem Grafen von Bassen- heim gehörte, jetzt aber in den Besitz der königl. preuss. Domäne übergegangen ist. Von welcher Seite man auch die Hochebene besteigen mag, überall bietet sich dem Auge ein Bild von überraschender Schönheit dar — eines der schönsten am schönen Rhein. i Wir beginnen unsere Wanderung von Ass- mannshausen und kommen bald zum Jagdschi oss des Grafen Bassenheim, wo wir uns an dem siebenfachen Echo erfreuen. Weiter gelangen wir zur „Zauberhöhle," einem dunklen Gange, am Ende einer Rotunde und erblicken über dem Rhein die Burg „Rheinstein," die „Falkenburg," die „Clemenskirche," das „Schweizerhaus" 13 — und manch anderen interessanten Ort. Ein wahrhaft überraschender Anblick aber wird uns von der höchsten Kuppe des Berges, mehr als 1000 Fuss über dem Rheine, wo sich eine künstliche Ruine (die „Rössel" genannt) befindet, zu teil. Da erblickt man die waldigen Höhen des Hunsrücks, so wie das reizende Nahethal in seiner ganzen Ausdehnung. Dort liegt das freundliche Bin gen mit der Feste Klopp und dem Rochus- und Scharlachsberge, und hier das Felsen thal von Bacharach und Lorch und unter uns auf einem steilen Abhänge die Ruine Ehrenfels. — Wohin das Auge sich wendet, überall neue, Reize und neues Entzücken! — Schreiten wir dann weiter zur Adolfshöhe und an der „Eremitage" vorbei, so gelangen wir zu dem berühmten Natio- nal-Denkmal „Die Wacht am Rhein," zu welchem Kaiser Wilhelm am 16. Sept. 1877 den Grundstein legte. Die von Prof. Schilling in Dresden modellirte Germania wird in der v. Miller'schen Giesserei in München gegossen. —Wie glücklich die Stelle gewählt ist, haben wir bereits Eingangs an- 14 — gedeutet. Die Kosten zu diesem Denkmal (über 1 Million Mark) hat das deutsche Volk herbeigeschafft und freut sich in ihm ein Erinnerungszeichen zu haben an jene grosse, gewaltige That, wodurch Deutschland wieder einig und ein Kaiserreich geworden ist. — Ja, nicht umsonst haben wir gerungen und gestritten, wie Freiligrath es verlangte: „Für Heim und Herd, für Weib und Kind, Für jedes teure Gut, Dem wir bestellt zu Hütern sind, Vor fremdem Frevelmut. Für deutsches Recht, für deutsches Wort, Für deutsche Sitt 1 und Art, — Für jeden heil'gen deutschen Hort" — u. s. w. Drum können wir auch jetzt mit Stolz rufen: „Heil dir Germania!" Vom Denkmal gelangen wir zum „Tempel." 0, welche herrliche Aussicht auch hier wieder über den ganzen Rheingau, das „Taunusgebirge," den „Melibo- kus" und „Donnersberg"! — Ach, und wie entzückend ist die Fernsicht von dem hängenden Lustgarten der Zinne der „B r ö m- — 15 — s e r b u r g!" — Nicht satt genug kann das Auge sich schauen an diesem grossartigen Panorama! — Doch wenn die Sonne sinkt und die Nebel steigen, werden auch wir befriedigt vom Niederwald, diesem Glanzpunkte am Pihein, scheiden, und uns oft und gern seiner Herrlichkeiten erinnern. cv cv lö — 3. Burg Rheinstein. Die auf der linken Rheinseite, gegenüber Assmannshausen und circa 1 Stunde von Bingen, dicht am Wege auf steilem Felsen, sichtbare Burg Rheinstein, gehört seit ihrer Neuerbauung zu den schönsten Zierden der Ufer des Rheines. Ehedem V oits oder Vogtsberg genannt, kommt die alte Burg schon im Jahre 1150 in Urkunden vor. Seit dieser Zeit erscheinen auf der Burg ritterliche Burgmannen, welche sich „Ritter von Fodesberg" nannten. Im 14. Jahrhundert finden wir die Burg, mit dem dazu gehörigen Meierhofe, im Besitze des Erzbischofs und Kurfürsten Matthias von Mainz, der sie im Jahre 1323 mit den dazu gehörigen Gütern, dem D o m s tift e zu Lehen giebt. Als Kun o v. F a 1 ken s t ein im Jahre 1362 Erzbischof von Trier wurde, schloss er mit dem Erzbischofe von Mainz einen Vertrag, durch welchen ersterer Vogts- — 17 l)c rg mit allem Zubehör zu lebenslänglicher Benutzung erhielt; und als nach dessen Tode die Burg wieder an das Erzstift surückfiel, übergab sie im Jahre 1409 der Erzbischof Johann II. seinem Günstlinge Johann v. Seiheim. Nach mancherlei Wandlungen finden wir die Burg hundert Jahre später als Lehen einer Familie von Willb er g, von nun an immer mehr in Verfall geraten, bis endlich nach dem 30-jährigen Kriege sie vollends zur Ruine wurde. Nach abermals mehr als hundert Jahren gelangte sie in den Besitz der Familie von E y s s und von dieser kaufte sie Prinz Fried r. von P r e u s s e n, der sie in den Jahren 1825 bis 1829 in mittelalterlichem Stile, durch den geschickten Architekten Kuhn aus Koblenz, wieder aufbauen liess und die neuerbaute Burg „Rheinstein" nannte, die er sich zur Ruhestätte erwählte und 1863 seinen Söhnen, den Prinzen Alexander und Georg von Preussen, hinterliess. — Bei Besichtigung der Burg Rheinstein werden wir zurückversetzt in die Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts, denn die vielen gezackten Thürmchen und Zinnen, Terrassen, 18 endlich doch die glückliche Hören wir, wie uns diese Sage erZugbrücken und Erker, sowie die ganze innere Einrichtung vergegenwärtigen uns das Ritterleben des Mittelalters. — Unwillkürlich erinnern wir uns der schönen Gerda von Rheinstein und ihrer Liebe zu Kuno v. Reichen stein, welche trotz der Tücke und Intriguen des Ritter Kurt von Ehrenfels und der Strenge ihres Vaters, des Ritter Sifrid, Gattin Kuno's wurde. Rernard und andere zählen. Unterhalb R h e i n s t e i n, nahe bei T r e ch- tingshausen, liegt die alte Feste Reichenstein, während oberhalb Rhein; stein, und auf dem rechten Ufer, die Feste Ehrenfels sicherhebt. Zwischen Rheinstein und Reichenstein steht die Clemens- kapelle, welche die kunstliebende Prinzessin von Preussen wieder herstellen liess aus Schutt und Trümmern, nachdem schon Gesträuche dieselben überwuchert hatten, und sie lange über die Vergänglichkeit alles Irdischen und über den Verfall der einstigen Pracht getrauert. — Auf Rheinstein blute einst ein liebliches 19 Mädchen unter der strengen Obhut des Vaters, der seit dem Tode der Gattin in sich gekehrt und finster sein Leben verbrachte. Sein Kind, die schöne Gerda, allein konnte ein Lächeln auf die sonst fmstern Züge zaubern. Der alte Sifrid besass viele Schwächen, besonders die, das Glück seines Kindes im äusseren Prunk zu suchen, während es doch gerade in ihrem Gefühle lag, dass rein und unentweiht ihr Herz zu höheren Schlägen schwoll. Dieses Gefühl aber war ihre Liebe zu Kuuo von Reichenstein, einem schmucken Ritter, der in jeder Hinsicht des Mädchens würdig war; nur in Einem nicht. Denn Reichenstein war arm und besass nichts als seine Burg, sein Schwert und seine Liebe. Ritter K u r t von E h r e n f e 1 s, ein tückischer, sinnlicher Mensch, war sein nächster Anverwandter. Zu ihm machte sich Kuno auf und bat ihn, bei dem Vater für ihn um die Hand der lieblichen Ger da zu werben, da er ohne sie nicht leben könne. „Hm — meinte Kurt — es ist dummes Zeug, sich mit einem Gespons zu. plagen. Mach'es wie ich, so lebst du viel behaglicher." 20 - „Ich kann es nicht, — erwiderte Kuno, ■— lieber will ich dem Himmel, als ihr, entsagen." „Nun, wenn es so ist, — brummte ver- driesslich Kurt, — so muss ich mich bequemen. Frauen aber fängt man am leichtesten durch Geschenke, und ich denke, du wirst etwas mitgebracht haben, damit meine Worte bessern Eingang finden." Entzückt über diesen Gedanken, sandte Kuno sogleich einen Boten ab, einen prachtvollen Zelter von ausgezeichnetem Gange, den er von einem Kriegszuge sich mitgebracht, zu holen und geleitete Kurt bis zum Fusse von Rheinstein. Dieser, als er das schöne Mädchen erblickte, lachte in sich hinein und dachte: ich bin mir selbst der nächste und wirbt für sich um Gerda 's Hand. Der Vater, geblendet vom Reichtum des Werbers, giebt ihm sein Jawort. Alle Bitten und Thränen der Jungfrau bleiben erfolglos. Der Hochzeitstag Avird anberaumt und drüben in L o r c h sollte er gefeiert werden. Ein stattlicher Zug von Geladenen bricht am Morgen des Brauttages von Rhein- 21 — stein auf zu den Fähren, die zur Überfahrt harren. Der Zelter G e r d a 's aber, auf dem die weinende Braut sass, will sich weder durch Schmeichelwort noch Strenge dazu bewegen lassen, in die Fähre zu gehen. Er bäumt sich und läuft in fliegendem Galopp nach Reichenst. ein und Kurt von Ehrenfels ihm nach. Eben als der Zelter mit Gerda in dem Burghof von Reicheliste i n anlangt, stürzt der Verfolger und haucht vor dem Thore seinen Geist aus. Gerda aber ruht bald darauf in Kuno's Armen ! — Sie gestehen dem Vater ihre Liebe und da Kuno nun der Erbe von Ehrenfels ist, fügt der alte Sifrid ihre Hände in einander und in der Clemenskirche werden sie getraut. — Der Zelter aber wurde aufs beste gepflegt bis an sein Ende. — Der näheren Besichtigung der schönen Burg Rheinstein wird jeder gern einige Stunden widmen: In der überaus reichen und seltenen Waf- fensammlung wird uns unter anderen das Schwert und ein Handschuh des Ritters Grötzv. Berlichingen, so wie der Helm, den Franz von Sickingen getragen, ge- zeigt. Die Humpen und Pokale aber lassen uns staunend ahnen, welchen ungeheuren Durst die Ritter in jener Zeit gehabt haben mögen. Auch die Gemäldesammlung mit den Bildnissen Wallenstein's, Gustav Adolfs und vieler anderer berühmter Männer aus alter Zeit, ist sehr interessant. Ausserdem aber ist die Aussicht auf den Rhein, namentlich vom Gänsebrünnchen aus, entzückend und lohnt allein den Weg hierher. *£s Sä? es O m :SfS3 ciSä 23 - 4. Bacharach. Wenn auch Bacharach als ein Glanzpunkt des Rheines hier genannt wird, so ist damit nicht der Ort selbst gemeint, der jetzt mit seinen alten Mauern und verfallenen Thürmen einen höchst traurigen Anblick bietet, sondern die unvergleichlich reizende Lage und die malerische Umgegend, die wir von der Ruine Wernerskirche aus überschauen. Dass Bacharach in früherer Zeit auch selbst eine prächtige Stadt gewesen, in der die Kunst eine bedeutende Pflegestätte fand, beweisen zur Genüge die sich findenden Überreste aus jener glanzvollen Zeit. Hier sehen wir die aus dem 11. Jahrhundert im byzantinischen Stil erbaute Peters- oder T e m p 1 e r k i r c h e. Dort im Hof der Post steht ein Turm des alten Templer- haus es und droben unmittelbar über der Pfarrkirche, die im zierlichen gothischen ■HBOiiHH r Stil, aus rothen Sandsteinquadern erbaute We r n e r sk i r c h e, von der man vermuthet, dass der gottesfürchtige Pfalzgraf Ludwig II. sie errichtet zum Andenken an den frommen Knaben Werner, der, wie die Sage berichtet, von Juden in Wesel ermordet wurde, dessen Leiche aber wunderbarer Weise stromaufwärts getrieben, bis sie hier bei Bacharach landete. Die Kirche soll erst im Anfang des 15. Jahrhunderts vollendet und im 30jährigen Kriege zerstört worden sein. — Ob der Name „Bacharach" von dem hier im Rheine liegenden merkwürdigenStein, den die Sage einen Altar des Bachus, Bachi ara, nennt, stammt, oder ob er keltischen Ursprungs ist, darüber sind die Gelehrten sieb immer noch nicht einig. — Gewiss nur ist, dass schon Carl d e r G r,o s s e einen Frohnhof hier besass und dass B a- charach im Mittelaller zu den berühmtesten Orten am Rheine gehörte, der auch später noch durch seinen Reichthum und seinen „Feuerwein," sowie heute noch bei den Weinhändlern überall einen guten Klang hat; denn bekannt ist ja der Spruch: mmKKSKnm — 25 „Zu Klingenberg am Main, Zu "Würzburg an dem Stein, Und Bacharaeh am Rhein. Wachsen die besten Wein'!" Auch dürfte es für Manchen nicht uninteressant sein, zu erfahren, dass hier die als Maler berühmt gewordenen Zwillingsbrüder, Gerhard und Franzvon Kügelgen, am 25. Januar 1772 geboren wurden. Was aber Bacharaeh den Freunden der Natur besonders interessant macht, ist, wie bemerkt, seine herrliche Lage und das bezaubernde Panorama, das sich hier den Blicken darbietet. B_eizend liegt Burg Stahleck, die mit Bacharaeh durch eine Ringmauer mit 12 nach innen offenen Türmen verbunden ist. Links vor uns erblicken wir die hübsche Burg „Pfalzgrafenstein," einen merkwürdig fünfeckigen Bau mit eben so viel Türmen, die „Pfalz im Rhein" genannt, bei deren Anblick wir an folgende interessante Sage erinnert werden: Nach dem Tode des Pfalzgrafen Hermann von Stahl eck fiel die Pfalzgrafschaft an Conrad von Staufen. einen - 16 - Stiefbruder Kaiser Friedrich I. Conrad hatte keinen Sohn, sondern nur eine blühende Tochter. Mächtige Fürsten buhlten um die Gunst der reichen und schönen Erbin, aber vergebens; denn Agnes hatte ihr Herz schon an einen verschenkt, der herrlich in seiner Jugendfülle, zugleich ein heldenmütiger, unerschrockener Mann war, voller Klugheit und Entschiedenheit. — Der Auserwählte war Heinrich der Löwe, das Haupt der Weifen.— Er hatte nämlich von der unvergleichlichen Schönheit und Anmut des Mädchens gehört und kam als Pilger verkleidet an den Rhein und in das Schloss des Pfalzgrafen, der zum Glück abwesend war. — Staunend stand er vor der lieblichen Agnes, die unter seinen bewundernden Blicken errötete. Als die Mutter erkannte, welche Gefahr ihrer Tochter in der Nähe dieses Mannes drohte, verabschiedete sie den Pilger nach wenigen Worten und nahm sich vor, seine Abkunft zu erforschen, denn dass es kein Pilger, sondern ein Edler war, hatte sie an seinem ritterlichen Anstände gemerkt. Nicht lange darauf liess sich der Pilger — 27 nochmals bei ihr melden, gab sich zu erkennen und bat bei dem Pfalzgrafen seine Werbung zu unterstützen. Erfreut versprach ihm dies die Mutter, rief ihre Tochter herbei und stellte ihr den Pilger unter seinem wahren Namen vor und entfernte sich, damit er der Jungfrau selbst sich erklären könnte. — Als sie aber bald darauf wieder herbei kam, sank Agnes ihr froh weinend • um den Hals und Heinrich bat den eben geschlossenen Herzensbund zu segnen. Als der Pilger dann abreiste, versprach er als Herzog wieder zu kommen und frei und offen um die Geliebte zu werben. Alle die mächtigen Freier, die sich um ihre Hand bewarben, fanden kein Gehör. — Als aber Conrad von Stauten hörte, dass der Weife sich um seine Tochter bemühe und merkte, dass seine Frau die Werbung unterstützt, gab er Befehl, das von ihm im Rhein erbaute-C aste 1 für die Aufnahme seiner Tochter herzurichten und schloss sie darin ein. Die Mutter aber sandte heimlich einen Boten an Heinrich den Löwen, setzte ihn von dem Geschehenen in Kenntnis und 28 riet, er möge kommen, um heimlich seinen Bund mit Agnes segnen zu lassen. Heinrich liess natürlich nicht lange auf sich warten und mit einem gewonnenen und verkleideten Priester langte er ebenfalls verkleidet durch die bestochenen Wachen, glücklich auf der Pfalz an. Die Trauung wurde vollzogen und schliesslich musste auch der Pfalzgraf gute Miene zum bösenSpiele machen. Um jedoch die Liebenden für den ihm gespielten Betrug zu strafen, ordnete er an, dass das junge Paar so lange auf Pfalzgrafenstein bleiben solle, bis ihm in seiner Tochter Kind ein männlicher Erbe geboren würde. Dass Agnes und ihr Gatte sich gern dieser bedingungsweisenGefangenschaft fügte, ist wohl natürlich. — Hinter der Pfalz liegt das freundliche Gaub, wo Blücher am 1. Januar 1814 die Verbündeten über den Rhein führte. In neuerer Zeit ist das Städtchen durch den dort stattgehabten bedeutenden Bergrutsch übel heimgesucht worden. — Weiter rechts sehen wir ebenfalls über dem Rheine das hübsche Städtchen L o r c h 29 mit seiner stattlichen Kirche, die das schönste Geläute im ganzen Rheingau hat. — Uns zur Seite liegen im Blücherthal die Trümmer der Burg Stahl herg und rings um uns her die lieblichen, bis in die höchsten Höhen mit Reben bepflanzten Berge, die gewiss jedem, der sie schaut, ewig un- vergesslich sein werden. ^f% — 30 5. Die Loreley. i Unter den G1 a n z punkte n des Rheines nimmt unstreitig die Loreley oder der Lureleyf eis en den ersten Platz ein! — Kein Ort des ganzen Rheinthaies ist so bekannt und viel besungen und nimmt ein grösseres Interesse inAnspruch, als jener merkwürdig geformte graue, düstere Fels am rechten Ufer zwischen Ca üb und St. Cr oars hausen, wo das zusammengetürmle Schiefergebirge dem Strom einen ■mächtigen Damm entgegenstellt, an dem er sich wirbelnd und schäumend bricht und einen für Schiffer höchst gefährlichen Strudel bildet, der. wie man glaubt, mit dem Strudel bei Bingen in Verbindung steht, weil die Trümmer von dort gescheiterten Schiffen hier wieder zum Vorschein gekommen sind. Sehr natürlich ist es daher, dass die Sage schon frühzeitig diesen geheimnisvollen Ort mit ihrem Zauber umgab und die dichtende o -^1 I i 31 Einbildungskraft des Volkes eine reizende Jungfrau mit goldenem Haar und wunderbar klingendem Saitenspiel und unwiderstehlichem Liebeszauber hier oben auf steiler Felsenkante sich dachte, die die Schiffer bethörte, dass sie des Strudels nicht achteten und im Strom versanken. — Ausser Clemens Brentano, dem die Erfindung dieser Sage irrtümlich zugeschrieben wird, haben dieselbe auch Eichendorf, Simrock, Wolfgang Müller, G e i b e 1 und viele andere, am herrlichsten aber Heinr. Heine , besungen. —Wer kennt es nicht, das schöne Lied: „Ich weiss nicht was soll es bedeuten V" — Wer hätte es nicht selbst schon gesungen in seiner lieblichen Melodie und dabei jener reizenden Sage gedacht? — Eine andere Sage erzählt freilich, dass in Bacharach ein Mädchen von wunderbarer Schönheit, Sittsamkeit und Tugend, mit Name Leonore, gelebt habe, durch deren Anblick jeder, der sie sah, von Liebe ergriffen wurde und durch diesen Liebeszauber gebannt, sich nicht mehr aus ihrer Nähe losreissen konnte. Unter den zahlreichen Bewerbern um ihre Hand war es nur Ritter gelungen, ihr Herz zu gewinnen. einem schmucken Bevor aber dieser die schöne Braut heimführte, wollte er .sich erst des Ruhmes Lorbeer erringen und war mit den Kreuzfahrern nach Palästina gezogen. Inzwischen entstand, da ihre Liebe eine heimliche war, der Jungfrau wegen manch blutiger Streit und weil viele reiche Jünglinge dadurch den Tod fanden, so wurde sie endlich der Hexerei angeklagt. Der Erzbischof von Köln, der die Angelegenheit zu entscheiden hatte, nahm sich ihrer an und wollte sie in ein Kloster über dem Rheine bringen lassen, wo sie vor Nachstellungen sicher sei und drei Ritter wurden beauftragt, sie dorthin zu geleiten. Als sie an dem Lureleyfelseh angekommen waren, stieg Lore hinauf, um noch einen Scheideblick auf den Rhein und ihren geliebten Heimatsort zu werfen. Da gewahrt sie ein Schiffchen, das näher und näher kommt und bald erkennt sie darin den Geliebten, der reich geschmückt auf dem Vorterteil stand, und laut ruft und jauchzt sie ihm aus vollem, freudigen Herzen entgegen. — Aller Augen 33 richten sich nach oben und das Schifflein, vom Strudel erfasst, wurde gegen einen Felsen geschleudert, dass es zerschellte und den Ritter in den Wellen begrub. — Ehe ihre Begleiter es hindern konnten, stürzte sich Lore hinab in den Strom und wurde bald darauf in den Armen ihres Geliebten als Leiche gefunden. — Dass aber der Fels nicht von dieser Lore den Namen erhalten, sondern vielmehr von dem übereinandergeschichteten Schiefergestein, dürfte wohl nicht mehr bezweifelt werden ; denn überall am Rhein heisst der Schiefer Ley und „Lureley" nichts anders als „Lauter Ley," weil man hier nichts als Schiefer findet. — In neuerer Zeit ist man der Ansicht, das Wort „Lure" käme nicht her von „lauter," sondern von „lauern" und fände seine Erklärung in den Felsriffen die hier im Piheine lauern. — Herrlich ist der Blick von oben hinab ins Thal, wenn der Sonne Strahlen sich im Rheine spiegeln. Unten aber, wenn der Abend sich hernieder senkt und mit seinem dunklen Mantel allmählich den Felsen verhüllt und dann der Mond mit seinem Sil- — 34 - berscheine denselben wie magisch erleuchtet erscheinen lässt — dann glaubt man bei jeder Biegung des Weges, die vorspringenden Felsen seien Gestalten, die unser warten. Der eigene Schatten, der an den steilen Wänden uns zur Seite läuft, nährt und erhöht die Phantasie, dass man glaubt, das ganze Heer der Nixen eile den Berg hinan die Lore dort oben zu nächtlichem Beigen zu holen. Die Wellen des Rheines plätschern in ununterbrochener Weise ihr Lied. Schaurig tragen die Winde die Töne zu uns herüber und das Echo, das wir hier locken, antwortet vielfältig wie aus Grabesnacht. — Ja wahrlich! Keine Stelle des Rheines fesselt und bezaubert uns mehr als die wunderbar schöne L u r e 1 e y. 35 — 6. Stolzenfels. Wie ein Schmuckkästchen steht Stolzenfels stolz auf Fels gebaut an der linken Seite des Stromes, etwa eine Stunde von Koblenz! —■ Unstreitig die schönste Burg am Rhein, beherrscht sie den reizenden Thalgrund der ihr gegenüber mündenden Lahn, bis zu den schönen Fluren des En- gersgaues und das ganze Neuwieder Becken, bis zu dem düstern Felsenthore von Andernach. — Ehemals war „Stolcinvels" sehr wahrscheinlich ein Wachtturm zum Schutze einer am Fusse des Berges gegründeten römischen Niederlassung. — Nachdem die Herrschaft der Römer am Rhein ihr Ende erreicht, kam auch Stolzenfels mehr und mehr in Verfall. Später soll ein Graf von Isen- burg, der als Arnold II. bekannte, kriegerische Kurfürst und Erzbischof von Trier die Trümmer wieder aufgebaut und befestigt 36 — haben, wie dies aus einer lateinischen Urkunde aus dem Jahre 1262, welche sich im Stadtarchive von Koblenz befindet, hervorgeht. — Alslsabella, die BrautKaiser Friedrich IL, auf ihrer Reise aus England den Rhein hinauffuhr, kehrte sie auf Stolzen- fels ein und wurde vom Kurfürsten glänzend bewirtet. — Seinen höchsten Glanz entfaltete die Burg aber, als Balduin, der „Löwe von Luxemburg," den erzbischöflichen Stuhl in Trier bestiegen und der König Eduard III. von England und der blinde König Johann von Böhmen seine Gäste waren und Bankette und Festlichkeiten aller Art hier gefeiert wurden. An der Ostwand der Burg befindet sich ein Gemälde, welches den Empfang des Pfalzgrafen Ruprecht, als er zum deutschen Kaiser gewählt war, durch die Kurfürsten von Trier und Köln, am Ufer des Rheines im Jahre 1400, darstellt. Auch Kaiser Heinrich der Siebente, ein Bruder des Kurfürsten Balduin, war hier zum Besuch. — Überhaupt werden sich nur wenige Burgen rühmen können, so viele — 37 gekrönte Häupter beherbergt zu haben, als Stolzenfels. — Bemerkenswert auch ist die Sage von der schönen Elsbeth, der Tochter des Burgvogts und Schatzhüters des Erzbischofs Werner von Falkenstein. Es wird uns nämlich erzählt, dass jener Schatzmeister sich von einem Alchymisten, Namens Maso, bethören liess, ihn in die Kunst der Goldmacherei einzuweihen. — Adelheid v. Stolterfoth hat diese Geschichte zu einem allerliebsten Epos benutzt und nach Bernard dürfte der Inhalt etwa folgender sein: Nachdem der Schatzmeister das ihm anvertraute Gut nach und nach nutzlos dem Adepten Maso geopfert und die Ankunft seines Gebieters, Erzbischof Werner, auf Stolzenfels gemeldet wurde, eilte er in seiner Verzweiflung in das geheime Gemach des Adepten und forderte sein Geld zurück. Maso aber hörte die Ausbrüche seiner Wut gelassen an und antwortete: „Bringt mir eine reine makellose Jungfrau, deren Herz noch niemals für einen Mann gefühlt und ihr sollt das Geld gewinnen. — 38 Nur euer Eigensinn hat bisher die Operation misslingen lassen." — „Mensch! Ungetüm! Mit einem Morde soll ich mich beflecken ? — schrie der gepeinigte Mann. — Meine Habe und meine Ehre habe ich eingeschmolzen, das Vertrauen meines Gebieters missbraucht; soll ich mich auch noch mit Blutschuld bedecken und ein Mörder werden ? Fluch deiner betrügerischen Kunst! Mein Gold schaff mir, oder mit eigenen Händen erwürge ich dich!" — „Nur das Herzblut einer Jungfrau lässt die Schmelzung gelingen; doch wenn ihr es wünscht, versuche ich es noch einmal," antwortete kalt der Adept. — „Verflucht! Ich muss das Gold haben und wenn ich mich der Hölle verkaufen sollte!" schrie der Schatzmeister und stürzte hinaus, um in der freien Natur seine Qual zu betäuben. Mit einem spöttischen Lächeln schaute der Alchymist ihm nach ; doch sein Lächeln verschwand plötzlich und machte einem staunenden und bewundernden Ausdrucke Platz ; denn vor ihm stand, hochaufgerichtet und 39 bleich, die schöne Elsbeth und schaute ihn mit thränenlosen aber brennenden Augen an. „Ich habe alles gehört und ich bin die Jungfrau, welche für ihren Vater das Herzblut zu opfern bereit ist. Sprecht, was ich thun muss, und mit eigenen Händen bohr' ich mir den Stahl in die Brust." „Kommt heute um Mitternacht hierher. Ich will die Schmelzung bis dahin vorbereiten, und wenn die Sonne sich hebt, wird euer Vater Reichtum und Ansehen im Über- fluss besitzen." „Könnt ihr das schwören ?! Mir auf das Kreuz es schwören?!" Schweigsam zog Maso ein Kruzifix aus seinem Gewände und hielt es dem Mädchen entgegen: „Ich schwöre es dir — sprach er ernst und feierlich. —Wenn du allen meinen Anordnungen folgst, genau so folgst, wie ich es befehle, mache ich deinen Vater reich und angesehen." „Ich komme!" hauchte die Jungfrau mit einem erleichternden Seufzer und schritt eben so leise aus dem Gemache, wie sie gekommen war. ' ,-c — 40 — Ein kurzes unterdrücktes Hohnlachen folgte ihr. „Glaubst du mich zu bethören, kleine Taube, — murmelte der Zurückgebliebene,— ich will dich kirren, trotz des Kreuzes." Er verbarg dasselbe a\if seiner Brust, schloss sich vorsichtig ein und eilte in das Nebengemach. Hier hob er mittelst eines Brecheisens eine Steinplatte aus dem Boden. Mit triumphierendem Frohlocken entnahm er der geöffneten Vertiefung einen ledernen Sack, knüpfte ihn auf und liess mit innigem Behagen die darin befindlichen Goldstücke durch seine Finger gleiten. „Das ist das Geheimnis der Goldmacherkunst — sprach er. — In dem Tiegel suchen es die Narren; der Kluge aber benutzt die Zeit seiner Ernte." Schmunzelnd befestigte er den Beutel an seinem Körper, legte die Steinplatte vorsichtig wieder an ihren Ort und harrte der Nacht entgegen, welcheZeugin seiner Schandthat und Flucht sein sollte. — An demselben Abend, kam unter dem lauten Signal des Türmers, der Erzbischof Werner mit seiner glänzenden Umgebung den Berg heraufgeritten und wurde von den Burgbewohnern mit lautem Zurufe begrüsst. 41 — Freundlich dankend stieg er vom Pferde, schüttelte dem Schlossvogt und Schatzmeister die Hand und liess sich in seine Gemächer geleiten. Unterwegs jedoch verlangte er Elsbeth zu sehen und als das Mädchen mit sittigem Erröten, aber edlem Anstände ihm grüssend entgegentrat, sprach er freundlich: „Ei, ihr seid gross geworden, Elsbeth, und ich stehe bei eurer Holdseligkeit nicht dafür ein, dass ihr mir keinen der anwesenden Ritter abtrünnig macht." Mit scherzendem Finger drohend, stellte er sie hierauf den Rittern vor und manches Auge blickte mit zärtlichem Verlangen auf die schöne Jungfrau. Nach einigen wohl- I wollenden Worten entliess er sie und schritt in sein Gemach; Elsbeth aber kehrte in ihre Wohnung zurück, um sich auszuweinen. Unter den Rittern des Gefolges war auch ein Edeler von Wes terburg, auf den dieses schöne, bescheidene Mädchen einen tiefen Eindruck gemacht hatte. Er konnte ihr liebliches Bild nicht aus seinem Herzen verdrängen und auch in der Nacht stand es vor ihm und wehrte den Schlaf. 42 - Die Nacht war lau. Der Mond schien hinter dem leichten Gewölk bleich auf die Fluren und der Nachtigall Sehnsuchtsruf tönte aus dem nahen Gebüsch. Der Ritter legte sich angekleidet ins offene Fenster und schaute hinab in den in tiefer Ruhe liegenden Hof, an dessen einen Seite das Haus des Schatzmeisters stand, in dem die Jungfrau wohnte. Die Zeit, in welcher Elsbeth bei dem Adepten erscheinen sollte, kam mit geflügeltem Schritte heran. „Leb' wohl Vater, — seufzte sie leise vor sich hin, — um mich glücklich zu machen, hast du dich ins Unglück gestürzt und um dich ihm zu entreissen, gehe ich in den Tod. Beweine mich nicht, dort oben sehen wir uns wieder!" Wie ein Geist aus lichter Höhe schwebte sie darauf hinaus über den Hof und eilte nach dem Gemach des Adepten. Der junge Ritter, dessen Blicke sehnsüchtig dem Mädchen gefolgt waren, ahnte ein Geheimnis. Fast willenlos trieb es ihn an zu folgen und leise und geräuschlos eilte er ihr nach, bis vor dieThür des Gemaches, in dem sie verschwunden war. Da hörte — 43 er plötzlich Stimmen und durch eine Thür- spalte blickte er in das Zimmer des Adepten. Elsbeth kniete in demselben, während der Alchymist sich über einen Tiegel beugte und mit einem Stäbchen dessen Inhalt zu prüfen schien. „Du bist also fest entschlossen, alles zu thun, was ich begehre," —sprach er dabei. Und leise, kaum vernehmlich, antwortete das Mädchen: „Ja!" „Gut! So will ich deinen Vater dadurch lohnen, dass ich ihm das Gold bereite, das er der eigenen Habe und derjenigen des Erzbischofs entzogen hat. Doch deine Schönheit darf nicht also vergehen." Mit lüsternen Blicken nahte sich der Unverschämte der holden Jungfrau, um sie zu umarmen. Der Ritter hatte eben den Fuss erhoben, die Thür zu sprengen, aber der laute Ausruf des Mädchens lockte ihn zu weiterer Beobachtung. „Zurück, Niederträchtiger! — rief das Mädchen mit einem edlen Stolze, der sich mit tiefem Abscheu paarte. — Mein Blut zu opfern bin ich gekommen, denn das Glück meines Vaters geht mir über alles; aber 44 meine Ehre opfere ich selbst für den Vater nicht!" — Achselzuckend wandte der Adept sich ab und sprach: „Ich habe keine Zeit zu verlieren. Öffnet eure Brust, denn die Mischung klärt sich." Mit seinem Stäbchen beschrieb er Zauberkreise und murmelte Zaubersprüche, während Elsbeth wieder auf die Kniee sank und betete. Dann ergriff sie einen Dolch; aber in demselben Augenblicke sprang die Thüre krachend auf, und der Ritter fiel ihr in die Arme. Der Stahl entsank ihrer Hand und ohnmächtig brach sie zusammen. Der Adept stand bei dem Erscheinen des Ritters fast wie gelähmt vor Schreck und Angst. Da der Ritter jedoch dem Mädchen beisprang, nahm er die Gelegenheit wahr und schlich sich davon. Nachdem die Ohnmächtige sich erholt und wie aus wüstem Traum erwachend wieder zu sich kam, teilte sie dem edlen Ritter unter Thränen alles mit, denn ihr Herz war zu voll und sie der Überlegung nicht mehr mächtig. „Beruhigt euch, edle Jungfrau, eurem Vater soll geholfen werden, — tröstete er 45 — — ich aber danke Gott in euch einen köstlicheren Schatz entdeckt zu haben, als alle Goldmacher je gewinnen können." Ein warmer Hauch der neu erwachenden Hoffnung fuhr über das von Weh geknickte Herz der Jungfrau und sie hörte still und mit glückseliger Wonne die Worte der Liebe an, welche er zu ihr sprach. — Am andern Morgen trat der edle Westerburg vor den Vater, erzählte ihm den Vorfall der Nacht und die Flucht des Adepten, gestand ihm seine Liebe zu Elsbeth und warb um ihre Hand. — Das Herz des alten Mannes strömte über von seliger Freude und weinend presste er den Ritter an seine Brust. — Im Laufe des Tages fanden die Fischer die Leiche des Adepten im Rheine. Das Gold, das er bei sich trug, wurde dem Erzbischof ausgeliefert, und da der Schatzmeister ein offenes Geständnis machte, wie er sich habe hinreissen lassen, sein Vermögen an die falschen Vorspiegelungen dieses Betrügers zu hängen, empfing er nicht nur völlige Verzeihung, sondern auch ein reiches Hochzeitsgeschenk für sein opfermutiges Kind, die glückliche Elsbeth. — — 46 — In späterer Zeit wanderte S t o 1 z e n f e 1 s aus einer Hand in die andere, bis endlich die Franzosen unter Ludwig XIV. es besetzten und gänzlich zerstörten. Bei einem Landaustausch fiel die Burgruine mit dem dazu gehörigen Waldkomplex als Domäne an die Stadt Koblenz und diese schenkte sie 1823 dem damaligen Kronprinzen F r i e d- rich Wilhelm von Preussen, der sie durch den berühmten Architekten Schin- kel im mittelalterlichen Stil, mit einem Kostenaufwande von beinahe einer halben Million Thaler, wieder aufbauen Hess. Im Jahre 1842 hallte die Welt wieder von der Herrlichkeit der Feste, welche das preussische Königspaar, von der Grundsteinlegung des „Kölner Domes" kommend, hier der Königinvon England veranstaltete. In jüngster Zeit aber weilt Deutschlands geliebte Kaiserin Augusta sehr oft auf Burg Stolzenfeis. — Überraschend ist der Eindruck, den der Eintritt in die links befindliche Vorhalle macht. Hier erblickt man eine hohe Kuppel mit schöner Stuckarbeit, überall sind Grazien — 47 — und Musen zu schauen und durch die buntgemalten Scheiben spielt der Sonne Gold. — Der über zwei Säulen von belgischem Marmor gewölbte Rittersaal enthält eine sehr interessante Sammlung alter Waffen und Rüstungen und das daran stossende Kabinett im Elisenturme eine Waffensammlung' aus neuerer Zeit. Hier werden uns unter andern die Säbel von S o b i e s'k i und Blücher, sowie das Schwert Tilly's gezeigt. Auch ein Damascener von Mural und vieles andere ist bemerkenswert. Die Freskogemälde von D e g e r in der Burgkapelle und die im kleinen Rittersaal von Stilke, aber vorzugsweise die reiche Gemälde- und Bildersammlung in den oberen Gemächern werden Kenner interessieren, da sie meist Originale von Rembrandt, Dürer, Holbein und anderen Meistern enthält. — Auch die antiken Möbel und das Marmorbad nehmen unsere Bewunderung in Anspruch. — Ganz allerliebst auch ist die schöne, sehr geschmackvoll eingerichtete, kleine Kirche, in die wir nicht versäumen dürfen einzutreten. — Bechts im Vorhofe befindet sich ein Warttürmchen mit eiserner : ( 1 "" fli- 1 " 48 Wendeltreppe, von dem man eine prachtvolle Aussicht hat. Das herrlichste Panorama aber zeigt sich unsern Blicken vom Hauptturme, das jeden, der es schaut, mit Entzücken erfüllt. — Ja fürwahr! Stolzenfels ist ein Juwel, das den Reichtum der innern Ausschmückung mit der wundervollen Lage verbindet, wie kaum ein anderes Fürstenschloss! — 49 7. Koblenz und seine Umgebung. Wenn man die „Glanz p unkte" des Rheines nennt, darf Koblenz und seine Umgebung nicht fehlen! — Die Lage dieser Stadt, am Einfluss der Mosel in den Rhein, ist aber auch in der That eine so reizende, dass es nicht Wunder nimmt, wenn die Kaiser-Königin Augusta alljährlich hier längere Zeit weilt. Der Güte dieser hohen Frau verdankt Koblenz unendlich viel. Die unvergleichlich schönen „Rheinanlagen" sind ausschliesslich ihr Werk und geben Zeugnis von dem hohen Kunstsinn und der grossen Huld der hochverehrten und allgeliebten Kaiserin. Ein liebliches Bild liegt vor uns, wenn wir von der Terrasse des Schweizerhäuschens in den Anlagen, den hier breiter werdenden Strom überschauen. ■— Da sehen wir zur Rechten und zur Linken die Brücken über den Rhein. Dort thront die stolze Veste .:;;. ■ ■.;«.;-.,- -:*;, : — 50 i; 'I Ehrenbreit stein und der Aster stein und zwischen beiden „Thal Ehrenbreitstein." Dann wieder das freundliche Pf äffen dort und Horchheim mit den dahinterliegenden Weinbergen und weiter hinauf schweift der Blick bis zur Burg Lahn eck an der Mündung der Lahn in den Rhein. Die Anlagen beginnen gleich hinter dem Holzthor und erstrecken sich eine Stunde weit zwischen dem Rhein und den prachtvollen Landhäusern und Gärten an der Mainzer Chaussee bis zum Damm der neuen Staats-Eisenbahn. Zunächst gelangt man in die sogenannte Königshalle mit den Medaillons Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. Vor derselben steht links eine schöne Victoria von Rauch und rechts die Wacht am Rhein. Weiter finden wir links eine Gedenksäule für die Erbauer der Eisenbahnbrücke und rechts steht zwischen alten, hohen Silberpappeln das Denkmal Max v. Schenkendorfs, der 1817 in Koblenz starb. Es ist ein schwarzer Marmorstein mit der Büste des patriotischen Dichters, darunter sein Name, Leyer, Schwert und — 51 Lorbeerkranz die Worte: und aus Arndts Nachruf „Er hat vom Khein, Er hat vom deutschen Land Mächtig gesungen, Dass Ehre auferstand Wo es erklungen." Bald gelangt man zur Trinkhalle, wo ein allerliebstes kleines Museum, welches durch Geschenke der Kaiserin alljährlich sich vergrössert, unsere Aufmerksamkeit fesselt. Von dort führt ein hübscher Laubengang zu prachtvollen Blumenbeeten und zu einem sehr schönen Tempel aus Eisen- guss, dem gegenüber der Wasserthurm mit Dampfmaschine sich befindet, um das Wasser zur Besprengung der Basenplätze und Blumenbeete durch Leitungsrohre zu treiben. Überall laden an lauschigen Plätzchen oder schönen Aussichtspunkten bequeme Sitze zur Buhe ein, besonders in der hübschen Muschelgrotte, wo vor uns künstlich, sehr täuschend gemachte Hasen und Behe im Grase lagern. Überhaupt ist die ganze Anlage so reizend und schön, wo uns auf Schritt und Tritt immer neue Gegenstände zur Bewunderung reizen, dass jeder gern sich darin Erholung gönnen und zu ihrer Besichtigung ein Stündchen opfern wird. — Wer aber die schönste Rundsicht auf Koblenz und seine Umgebung haben will, der gehe Morgens in der- Frühe hinauf zur Veste „Franz," die über der Mosel liegt. Da dehnt sich das ganze „Rhein- und Moselthal" vor uns in herrlichster Beleuchtung aus. Drüben grüsst der „Karthäuserberg," mit seinen Festungsmauern, und "wie ein mächtiger Biese erscheint uns von hier aus der Ehrenbreitstein, den wir in seiner ganzen Grösse überschauen. Wie ein Silberfaden schlängelt sich die „Mosel" durch grüne Wiesen und ergiesst sich am „deutschen Eck'," in den hier sehr belebten Rhein. — Geschichtlich ist erwiesen, dass Koblenz römischen Ursprungs ist und „Confluentes" (vom Zusammenfluss der Mosel und Rhein) genannt wurde. Auf einer marmornen Gedenktafel in der Trinkhalle am Rhein findet sich eine kleine Chronik der Stadt, der wir folgende Daten entnehmen: — 53 Im Jahre 9 v. Chr. Gründung des Gasteils Gonfluentes durch Drusus. — Im 4. Jahrhundert Erbauung der ersten christlichen Kirche. — 807: Carl der Grosse hält einen Gerichtstag in Koblenz. — 836: Gründung der Gastorkirche. — 1018: Heinrich IL schenkt Koblenz dem Erzstifte Trier. — 1138: Conrad III. in St. Castor zum Kaiser gewählt. — 1348: Gründung der Moselbrücke durch Erzbischof Balduin. — 1632: Eroberung im 30 jährigen Kriege durch Franzosen, Spanier und Schweden. — 1656: Erstürmung durch das kaiserliche Heer. — 1777-86: Erbauung des Residenzschlosses unter Kurfürst Wenzeslaus. — 1794: Koblenz besetzt durch das franz. Heer unter Marceau. — 1814: Wiedervereinigung mit Deutschland. — 1820-28: Neue Befestigungsbauten. — 1845: Einrichtung des königl. Residenz- schlosses. — 54 1858-64: Erbauung der rhein. Eisenbahn und der Mosel- und Rheinbrücke. — Ausserdem aber erwähnenswert ist der Bau der zweiten Eisenbahnbrücke und Eröffnung der Eisenbahn nach Trier im Jahre 1879. — Auf dem Gastorplatze steht ein Brunnen, der zur Feier des Einzugs der Franzosen in Moskau, von dem damaligen franz. Prä- fekten errichtet wurde und die Inschrift trägt: „An 1812. Memorable par la campagne contre les Russea. Sous le prefecturat de Jules Doazan." Der russische General St. Priest, der am 1. Jan. 1814 in Koblenz einrückte, liess die Worte darunter setzen: „Vu et approuve par nous Commandant Russe de la ville de Coblenz, le 1, Janvier 1814," — Nicht weit steht der vormals gräflich Leyen'sche Hof (jetzt Generalkommandantur-Gebäude), welches im Jahre 1804 das Absteigequartier Napoleon I. und seiner Gemahlin war. Auf dem „Glemensplatze" steht ein Obelisk, der Glemensbrunnen, den Clemens Wenzeslaus 1791 erbauen liess. Auch die ehemalige erzbischöfliche Burg neben dem Brückenthore, dürfte für manchen Interesse haben. — Von Ehrenb reitstein aus gewährt K o b 1 e n z und die ganze Landschaft ein entzückendes Bild voll malerischer Schönheit. — Die jetzige „Veste Ehrenbreitstem" war in früherer Zeit eine Burg, welche später Kurfürst Johann IL von Trier 1481 erweitern und mit einem 280 Fuss tiefen Felsenbrunnen versehen liess. Kurfürst L o- thar befestigte sie 1611 aufs neue. Nach dem 30 jährigen Kriege belagerten die Franzosen mehrmals diese Veste. — Im Jahre 1799 musste sich die Besatzung aus Mangel an Lebensmitteln ergeben und die Werke wurden geschleift. 1816—26 aber wurden sie durch General Aster wieder hergestellt und bedeutend verstärkt. Die Magazine sollen jetzt für 8000 Mann Proviant auf 10 Jahre aufnehmen können und eine Einnahme wird für unmöglich gehalten. — Die Aussicht hier oben ist grossartig zu nennen; sie umfasst das schöneBheinthal von Stolzenfels bis Andernach und die vielen vulkanischen Berge des Maifeldes und der Eifel. — 56 Kurz, wohin der Blick sich wendet, überall ist der Eindruck ein gleich mächtiger und voll Entzücken steigen wir hinab ins Thal.— Auch sind die Stätten in und um Koblenz durch Göthe geweiht worden. Die heitern Tage, welche er hier verlebte, sind bekanntlich im 3. Theile von „Wahrheit und Dichtung" höchst anziehend geschildert. V(D^ JfG): t 57 — 8. Sayn und das Isenburger Thal. Zu den Glanzpunkten des Rheines gehört auch manch friedlichstilles Seitenthal,- nicht fern vom grossen Strom; — manch' trautes Friedensörtchen, wo kein Lärm und kein Geräusch der Welt die Ruhe stört! — Ein solch friedlichstilles Plätzchen ist das liebliche Thal bei Isenburg, etwa eine Stunde von Sayn. Von Ehren breitstein gelangt, man bald nach dem freundlichen Städtchen Valien dar, dessen wundervolle Aussicht vom „Monte- Gasino" Hermann Grieben so schön besungen. — Und wahrlich! Beim Anblick der herrlichen Landschaft, die sich hier vor uns ausbreitet, wird man ganz eigenartig vom Hauche der Poesie angeweht. Auch ich war einst gekommen Nach Valien dar der Stadt, Die an dem ganzen Kheine Die beste Schenke hat! — - öS — MF. I Der Wein ist sehr zu loben, Die Aussicht wunderschön! Ich halt mein Glas erhoben: Auf bald'ges Wiedersehn! — Von Valien dar gelangt man in kurzer Zeit auf geradem Wege, zwischen Weinge- länden und Obstgärten nach Ben dort, das einen gar freundlichen Ruhepunkt bietet. Die vielen Hüttenwerke und Eisenhammer in dortiger Gemarkung gehören von alters- her zu den berühmtesten, so dass allgemein angenommen wird, dass ein Hufeisen aus Bendorfer Eisen viermal so lange daure, als ein anderes. — Die lieblichen Berge auf der einen Seite, die üppigen Wiesen und Halden mit den vielen. prächtigen Obstbäumen auf der andern, und das nette Städtchen mit der altersgrauen Kirche mitten inne, könnte manchem Maler zu würdigem und lohnendem Vorwurfe dienen; zumal vom „Langenberg," wo sich beim grossen Nuss- baume ein recht geeigneter Punkt findet. — Weiterhin, etwa 1 / 4 Stunde von Bendorf, führt eine prachtvolle Nussallee nach S a y n, wo Fürst Wittgenstein sich durch Erbauung des neuen Schlosses einen bleibenden — 59 — Sitz in der Väter Heimath gründete. — König Friedrich Wilhelm IV. nannte es ein Zauberschloss, und die ausserordentliche Pracht, verbunden mit der reizenden, idyllischen Lage rechtfertigt diesen Ausspruch vollkommen. Fremde sollen es niemals versäumen, sich die wertvolle Bildergallerie zeigen zu lassen, die, wie competente Richter urteilen, noch von keiner Privatsammlung übertroffen ist, da sie durchaus nur Originale der berühmtesten Meister enthält. Das Porträt der Fürstin von Horace V ernet kostet allein 20,000 Frs. Die Fürstin, eine geborene Bariatinsky, sitzt im mittelalterlichen Kostüm zu Pferde, und ist von den fürstlichen Kindern umringt. Das milde Lächeln und der überaus sanfte Ausdruck ihres schönen Auges, worin eine ganze Fülle von Güte und Liebe sich wiederspiegelt, macht einen wohlthucnden Eindruck auf den Beschauer. Auch haben mir eine „Landschaft" vonGudin und eine „Lesende Nonne" von Gran et sehr gut gefallen. — Nächst der Bildergallerie ist der gross- artige Park mit seinen reizenden Anlagen, — CO die mit denen des Fürsten Pü ekler in Muskau (jetzigem Eigentum des Fürsten zu Wied), wetteifern, der Beachtung wert, und die Ruine des alten Schlosses, zu der man auf bequemen Treppen, durch anmutige Laubgänge gelangen kann, lohnen einen Besuch vollständig, denn die Fernsicht ist entzückend auf den schönen Rhein. — Das berühmte SaynerHüttenwerk, mit dem grossen Kanonenbohrwerke, früher Staatseigentum, jetzt Herrn Krupp gehörig, ist eine besondere Sehenswürdigkeit, die der freundliche Beamte jedem Fremden bereitwilligst zeigt und in all seinen Einzelheiten mit grossem Verständnis erklärt. — Doch wir wandern weiter, den Saynbach entlang, in eines der schönsten, romantischsten Thä- ler Deutschlands! Denn das Ahrthal, Brohlthal, Nahethal und auch das Neissethal bei Ostritz, ja selbst die Thäler von Uri und Unterwalden der Schweiz, sind nicht zu vergleichen mit dem Isenburger Thal! — Ehedem führte nur ein schmaler Feldweg von S a yn nach I s e n b u r g, 'jetzt aber führt eine prächtige Chaussee die gerade Strasse Gl über A11 o n k i r c h e n nach Berlin. — Und der Wegebaumeister hat es verstanden, in sinniger Weise, durch geschmackvolle Anlagen die schönsten Stellen zu verbinden. Bald führt der Weg dicht an einem Wasserfall vorbei, bald biegt er um himmelhohe Felsen, deren wunderbare Gestaltung unsern Blick fesselt. — An mancher Krümmung der Strasse schauen wir staunend in tiefe Schluchten und die Bäume und Sträucher wiegen und neigen sich und flüstern und rauschen, bald stürmisch, bald lind zu des Bächleins munterm Plaudern. — Dann wieder an mancher Stelle, wo das Thal immer mehr sich verengt, glauben wir fast nicht weiter zu können , und siehe! schon nach einigen Schritten zeigt sich uns ein ganz anderes Bild, so pittoresk und romantisch, so lieblich und schön, dass man nicht weiss, welcher Partie wir den Vorzug geben sollen. — Überall sprudeln gar lustig die Quellen und geben der üppigen Vegitation ihre Nahrung. — Finken und Drosseln, Amseln und Nachtigallen pfeifen und flöten in den Zweigen ; und hoch über der Berge Gipfel wiegt sich im klarsten Äther der Aar! — 62 Ach! und wie schön sind die Mühlen mit ihren Räderwerken, die eine immer schöner gelegen als die andere, deren es auf der kurzen Strecke 7 giebt; nicht etwa alte und zerfallene, sondern schöne stattliche Werke in ununterbrochenem Gange bei Tag und Nacht. — Endlich bei der letzten Biegung des Weges sehen wir hoch oben auf steilem Felsen die Ruinen der alten Veste Isen- burg, und die vielen bedeutenden Hopfenpflanzungen- lassen uns ahnen, bald in die Nähe fieissiger Menschen zu gelangen. Und wirklich! Dort schaut schon das schmucke Kirchlein mit seinem schlanken Turme von dem höchsten Punkte auf uns hernieder, und die Häuser und Hütten, gleichsam in Fels und Wald gebaut, heimeln uns so eigenartig an, dass wir mit Recht biedre Leute darin vermuten; denn sie sind höflich und bescheiden, und finden in dem bedeutenden Hopfen- und Ackerbau nach M a i s c h e i d zu, und in der Bearbeitung der Steinbrüche und Schiefergruben, woran die tiefen, schluchtenförmigen Thäler, des sich hier in die Sayn ergiessenden Isenbachs, gar reich sind, reichlich ihr Brot. — HB. Gleich beim Eintritt in den Ort fällt das grosse, hübsche Gasthaus „zum Wied'sehen Hof" uns auf, das mit seiner prangenden Fronte den höchsten Bergen zugekehrt, gar freundlich den müden Wanderer einladet. Der Wirt, ein altes, muntres Männchen, unterhält seine Gäste, aus dem reichen Schatze seiner Erinnerungen, beim guten Schoppen auf's beste, und Frohsinn und Zufriedenheit begrüs- sen uns in diesem würdigen Alten, gleichsam als der Typus der übrigen Thalbewohner, an der Schwelle des kleinen Fleckens. — Ich durchwanderte denselben von Anfang bis zu Ende und in der letzten Mühle kehrte ich ein bei lieben freundlichen Leuten. — Da sass ich am grossen runden Tisch in der blankgescheuerten Stube, wie ein alter, langbekannter Freund, obgleich ich zum erstenmale das Haus betreten; und der geschäftige Müller und die schmucke, freundliche Frau mit dem treuen, seelenvollen Auge, und das holde Glärchen, gar sittig und fein, credenzten den Becher mit feurigem Wein, und würzten das köstliche Mahl mit heiterer Laune und fröhlichem Scherz, und erzählten von den frohen, glücklichen Tagen, 64 die sie hier, entfernt vom Geräusche der Welt, verlebt. — Und zu den Fenstern herein leuchtete die Abendsonne und lockte uns hinaus ins Freie, und das Glöcklein der kleinen Pfarrkirche St. Katharina, klang hell und klar zu uns hernieder. — Ich stieg empor zu den Ruinen der alten Isenburg, die das wundervolle Thal beherrschen und sich als das Stammhaus eines grossen Geschlechtes ankündigen. Wie wird das Herz so weit beim Anblick dieses herrlichen Panoramas. — Dort schauen die, bis in die Wolken ragenden, Spitzen der Höhen von N a u e r t und der Renner- b erg zu uns herüber; — seitwärts führt ein anmutiger Waldpfad in vielen Krümmungen zu der Abtei Rommersdorf. Dort wieder liegt die Panne Hauschiborn mit der ehemaligen Einsiedelei und nicht fern von uns steht ein grosses steinernes Kreuz, das von Graf Ernst zum Andenken an die spanische Berennung der Veste Isenburg im Jahre 1643 errichtet wurde. — Vor uns aber dehnt sich das ganze reizende Saynfhal mit seinen Schönheiten aus —und in der Ferne schimmert der „deutsche Rhein!" .— 65 — Über uns wölbst sich der Himmel im schönsten Blau, und unter uns brausen und schäumen die Wasser! — Und jenseits der Berge erscheint, bescheiden den "Wanderer grüssend, Hoffnung ihm lächelnd und Trost, friedlich das Abendgestini! — Ja, hier schweiget der Schmerz! hier ist noch Kühe vorhanden, Und vom Irdischen frei, fühlen wir Himmlisches nur! — Ja, die Schönheiten dieses verborgenen Winkels im Saynthale verdienen wirklich mehr und mehr bekannt zu werden. Jeder wahre Freund der Natur, der einmal die reine, würzige Luft hier geathmet, wird sich immer wieder gern in diese gigantischen, und doch so lieblichen Berge flüchten , wo bei jedem Schritt und Tritt, dem staunenden Blicke die mannigfaltigste Abwechslung in immer reizenderen Bildern geboten wird; wo tief unten zwischen blumenreichen Halden die Wasser sprudeln und plätschern, und Mühlen und Hammerwerke treiben, und endlich dem Rheine zufliessen und ihm Grösse bringen aus dem trauten Thale bei Isenburg! CoS^i 66 9. Neuwied und seine Umgebung. Selten wohl wird eine Stadt schöneren, oder auch nur gleichen Aufblühens in so kurzer Zeit sich rühmen können, als das freundliche Neuwied am rechten Ufer des Rheines, 3 Stunden unterhalb Ehrenbreitste i n! — Denn obwohl einer der jüngsten Orte am ganzen Rheinstrome, ist es doch schon in vieler Hinsicht eine bedeutende, ja verhältnismässig sogar eine der gewerb- und verkehrreichsten Städte an den Ufern des schönen Stromes, die durch ihre Industrie und die vielen ausgezeichneten Fabrikate aller Art einen guten Klang sich erworben. Seine reizende Lage in dem weiten Thalkessel, welche mit dem Namen „Neuwieder B e ck en" bezeichnet wird — seine schönen , breiten und geraden Strassen, die es rechtwinklig durchschneiden, und die herrliche Aussicht auf die nahen Höhen des ü* — 67 Westerwaldes, auf den Rhein und das gegenüberliegende Mayfeld und Eifelgebirge, machen Neuwied zu einem sehr freundlichen Aufenthaltsorte. Nicht wie die meisten Orte am Rhein verdankt es seine Entstehung den Römern, sondern wurde erst 1649 durch den Grafen „Friedrich zu Wied" gegründet. Im Jahre 1653 erteilte Kaiser Ferdi- nandlll. dem Grafen Friedrich zu Wied die Genehmigung, den so schnell emporblühenden Ort „Neuen-Wied" zu einer Stadt zu erheben. Graf Friedrich erweiterte sie mehr und mehr und erteilte ihr unterm 7. Juni 1662 in einer Urkunde besondere Privilegien, die die kaiserliche Bestätigung fanden. Bis zum Jahre 1670 hatte sich Neuwied schon so bedeutend vergrössert, dass für die reformierten Einwohner der Grundstein zu ihrer Kirche gelegt wurde, die am 21. Dez. 1687 eingeweiht werden konnte. Als Graf Friedrich am 3. Mai 1698 im Alter von 80 Jahren starb, folgte ihm sein jüngster Sohn Friedrich Wilhelm in der Regierung. Dieser starb 1737 an 68 den Folgen eines Schlagflusses und es folgte ihm dessen ältester Sohn Joh. Fried r. Alexander. Eine kurze aber warme Schilderung seines Wirkens findet sich in folgenden Worten aus früherer Zeit: „Ihre Ausdehnung hat meist die Stadt Neuwied unter seiner ruhmreichen Regierung genommen." Fabrikanten und Künstler suchte er aus fernen Gegenden heranzuziehen. Fremde wurden ohne Unterschied der Gon- fession ermuntert, sich hier anzusiedeln, und es entstand aus den verschiedensten Elementen eine industriöse Bevölkerung, welche die junge Stadt zu nicht unbedeutendem Wohlstand erhob. — Am 13. Juni 1784 wurde F r i e d r. Alexander mit seinem ganzen Hause vom deutschen Kaiser in den Reichsfürstenstand erhoben. Was man von der Stadt Neuwied gerühmt hat und was sie noch Gutes und Einladendes enthält, das ist Alexanders Werk! — Bald nach seinem Regierungsantritte bemerkte man das Wehen eines neuen Geistes. Lutheraner und Katholiken erhielten die gleichen Freiheiten und Gerechtsame, wie die Reformierten. 1739 wurden Inspirierte, 69 und 1759 Herrnhuter aufgenommen, und auch Mennoniten - Familien siedelten sich hier an. Das Schloss liess er durch mehrere Gebäude erweitern, machte „Nodhausen" zu einem freundlichen Aufenthaltsorte und gründete „Monrepos." Er starb am 7. Aug. 1791. Sein Denkmal auf dem Gottesacker trägt die Inschrift: „Zu gross ersetzt, zu gut vergessen zu werden! Seine Thaten schützen sein Andenken." Die ersten kriegerischen Auftritte bei Neuwied fanden 1794 statt, nachdem die Franzosen Köln, Bonn und Koblenz in Besitz genommen hatten. — Noch zuLebzeiten Alexanders führte sein Sohn Joh. Aug. Karl die Regierung und es traf ihn und das Land der harte Schlag, 1806 unter französische Herrschaft zu kommen. Bekanntlich bildete sich aus einer grossen Ansahl von Fürsten des südlichen und westlichen Deutschlands der Rheinbund, unter dem Protectorate Napoleons; die Akte wurde am 12. Juli 1806 unterzeichnet. Aber die Fürsten von Wied traten diesem, 70 — Deutschland feindlichen Bunde, nicht hei, wesshalb sie von Napoleon ihrer unmittelbaren Reichsherrschaft beraubt und unter nassauische Hoheit gestellt wurden. Der von Napoleon zum Herzog erhobene Fürst von Nassau-Usingen, wurde nun der Landesherr Neuwieds, welches die zweit- grösste Stadt des Herzogtums war. Der Zustand Neuwieds war in dieser Zeit ein höchst trauriger. Handel und Gewerbe lagen gänzlich darnieder und der Stadt gegenüber war am Rhein ein bunter Pavillon errichtet, von welchem die französischen Grenzvvächter die Verbindung beider Rheinufer luchsäugig überwachten und den Verkehr hemmten. — Endlich schlug die Stunde der Vergeltung für den Unterdrücker Europas! Nach der Schlacht von Leipzig floh das französische Heer unaufhaltsam über den Rhein, und in den ersten Tagen des November 1813 erschienen hier die Kosaken, die als Befreier mit Jubel be- grüsst wurden. -— In Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses übergab Nassau die Wiedischen und Isenburger Ämter an Preussen und die Bundesakte sicherte 71 — den Fürsten von Wied die Rechte der Mediatisierten zu, und ein königl. Edikt verfügte, dass sie die direkten Steuern beziehen und zum Wohle ihres Landes verwenden durften. Als Joh. Aug. Karl am 24. April 183G das Zeitliche gesegnet, ging das Fürstentum auf seinen ältesten Sohn Hermann über, der als Mensch und Denker eine hohe Stelle unter seinen Zeitgenossen errang. Er hatte in Göttingen studiert und Reisen durch Deutschland und Frankreich gemacht; dann war er bei der königl. Garde in Berlin eingetreten, wo er der Liebe des königl. Hauses sich zu erfreuen hatte. Am 20. Juni 1.842 vermählte sich der Fürst mit der durch die trefflichsten Eigenschaften geschmückten Prinzessin Marie von Nassau.- Die Zeitereignisse von 1848 und 49 bewegten ihn zwar sehr, doch gingen dieselben für Neuwied ruhig vorüber. Der Fürst entsagte seinen Rechten freiwillig und die Bewohner des Fürstentums schätzten sich seit der Neugestaltung der Dinge glücklich, einem grossen Staate anzugehören. Dem angestammten Fürstenhause fühlte sich Neuwied aber in Freud und Leid auf das innigste verbunden. Fürst Hermann starb am 5. März 1864 und sein gesegnetes Andenken. lebt stets unverwelklich in den Herzen der Bewohner Neuwieds. Die verwittwete Fürstin führte die Vormundschaft für den nunmehrigen jungen Fürsten Wilhelm. Derselbe wurde geboren am 22. Aug. 1845, trat 1863 in die königl. Garde ein, kämpfte 1866 auf den bömischen Schlachtfeldern für die Neugestaltung Deutschlands und übernahm am 30. März 1869 die Verwaltung des Fürstentums Wied. Nachdem Fürst Wilhelm als preussischer Major den Krieg gegen Frankreich mitgemacht, vermählte er sich am 18. Juli 1871 mit der Prinzessin Marie Niederlande und führte am 26. Juli junge Fürstin unter allseitigem Jube] der die der Bevölkerung in Neuwied ein. — Das fürstliche Schloss befindet sich auf der nordwestlichen Seite der Stadt, inmitten eines mit hübschen Anlagen'gezierten Platzes und dehnt sich an der hintern Seite der grosse, prachtvolle Schlossgarten mit seinen herrlichen Baumgruppen, Blumenbeeten, Grasplätzen und Laubgängen dicht am Ufer des Rheins bis nach dem Dorfe Irlieh aus. Inmitten dieses fürstlichen Parkes erinnert uns das Denkmal des Prinzen Victor zu Wied an den Heldentod jenes mutigen deutschen Jünglings, der seinem innern Drange folgend, nach Spanien ging, um dort gegen Napoleons Gewaltherrschaft zu kämpfen. — Deutschland stöhnte unter den Fusstritten des unersättlichen Siegers; nur in Österreich schimmerte dem treuen Vaterlandsfreunde noch einige Hoffnung, die durch dessen grosse Rüstungen im Jahre 1808 freudig belebt wurden. „Vielleicht," schrieb Prinz V ictor unterm 15. Febr. 1809 von Wien, „ist das Mass der französischen Schandthaten durch die spanische Geschichte voll geworden; vielleicht ist Europa genug gestraft und Deutschland aus seiner Lethargie geweckt" etc. Er nahm Urlaub, um seinen Plan auszuführen und ging zu Anfang des Jahres 1810 nach Spaniern Er trat in das spanisch-britische Heer als Oberstlieutenant und Adjutant ein und machte unter General Verde in Gatalonien blutige Feldzüge gegen die Fi'anzosen mit. Bei der Erstürmung von Figueras befehligte der Prinz ein Bataillon der Division Sarsfield. — Später erstürmte er mit seinem aus Wallonen bestehenden Corps, das überall die Avantgarde bildete, die Anhöhen von St. Louis. Am 27. Jan. 1812 erhielt Prinz Victor bei St. Felio de Godinos eine Musketenkugel in die Brust, die ihn besinnungslos niederwarf. Er wurde in das nahe St. Felio gebracht, aber der Oberarzt erklärte sogleich die Wunde für tödlich und schon am folgenden Tage abends 11 Uhr hauchte jener deutsche Held sein junges Leben aus. Arndt hat sein Andenken in einem trefflichen patriotischen Gedichte verherrlicht, wo es am Schlüsse heisst: „Und ist er auch gestorben Für's deutsche Vaterland, Und hat den Kranz erworben, Der Ehre schönstes Pfand; Den Kranz wodurch die Freien Im Himmel herrlich stehn, Die gegen Tyranneien Durch FeuV und Eisen gehn. 75 Drum schreibt die deutsche Treue Mit goldnern Strahlenschein Dich kühner Schlachtenleue In ihre Tafeln ein; So lang in festen Kreisen Noch Mond und Bonne reis't, Wird man dich siegreich preisen, Wo man die Freiheit preis't." — Wie Prinz Victor zu Wied auf dem Felde der Ehre sich des Ruhmes unver- welklichen Lorbeer erworben, so hat Prinz Max zu Wied in der Wissenschaft sich nicht minder hervorgethan als eifriger Naturforscher, vorzugsweise durch seine brasilianische Reise und die Erforschung des Innern von Nord-Amerika. — Die Verdienste des Prinzen um die Wissenschaft sind in ihrem ganzen Umfange anerkannt worden, und viele gelehrte Gesellschaften schätzten es sich zur Ehre, ihn zum Mitgliede zu haben. Er überlebte, trotz der mannichfachsten Strapazen, denen er sich unterworfen, alle seine Geschwister. Er starb am 3. Febr. 1867. Die Erinnerung an ihn wird ewig bleiben. — Die nächste Umgebung von Neuwied ist reich an schönen und interessanten Punkten. Da liegt das friedliche, freundliche Schloss Monrepos unter den freiaufstrebenden Buchen, wo das Auge eine weite umfassende Aussicht in das herrliche Rheinthal und auf die weithin ragenden Berge hat. Dort liegt seitwärts das düstere Felsenthor von Andernach. Dort Weissent-hurm mit seinen Bimssandsteinen und dem Denkmal des berühmten franz. General Hoche. — Und hier sieht die auf einer Anhöhe erbaute „Feldkirche" freundlich ins Thal hinab. Ganz allerliebst schaut das Dörfchen Wollendorf aus Obstbäumen hervor. Rebenpflanzungen ziehen sich vom Rhein bis zu den Höhen hinauf, von denen Gönnersdorf und Hüllenb erg herniederschauen. Lang dehnt sich das mit Neuwied verbundene Heddesdorf zwischen reichen Fruchtäckern und einer grossen Wiesenfläche vor uns ans. Ach! und wie reizend liegt das, durch seine ausgezeichneten Fabrikate berühmte, Eisenhüttenwerk „Rasselstein," dessen Kettenbrücke über die „Wiedbach" als Muster zu der Mannheimer Kettenbrücke über den Neckar, diente. Dahinter liegt der fürstliche Wildpark „N o dh au sen" mit seinen herrlichen Baumgruppen und Ra- - 77 senplätzen, wo Neuwied seine Volksfeste feiert und unter mächtigen Tannen, Buchen und Eichen in frischer, freier Luft oder in der ausgezeichneten Restauration die nötige Labung findet. — Dort bei der Lichtung schauen die Ruinen der „Braunsburg" zu uns herüber, und lieblich ist der Blick auf das nahe Niederbiber mit seiner alten Kirche und den Spuren einer alten Römerstadt. — Hier am Bergeshange das nette Segendorf und höher hinauf das neuerbaute Schloss „Segenhaus," der Wittwensitz der Fürstin Mutter zuWied, ebenfalls mit prachtvoller Fernsicht. — Vor uns breiten sich im Sonnenglanze unzählige Städte und Dörfer, Wiesen und Fluren aus, die ein entzückendes Panorama bilden. — Ja, nicht mit Unrecht wird Neuwied ein Juwel in der Krone Rheinlands genannt. — In neuerer Zeit hat sich hier ein Verschönerungs- verein gebildet, der segensreich wirkt. „Kennst du das Städtchen — offen, nett und rein? Kein Seoten-Zwist nimmt seine Bürger ein. Es lehnt am Rhein im heitern, stillen Glanz, Und nimmer welkt darin der Freude Kranz. Kennst du es nicht?" — So fragt das Lied ! Des Städtchens Name ist „Neuwied !" — 78 — 10. Remagen und die Apolünariskirche. \\ ieder liegt ein reizendes Bild vor uns! Es scheint, da wir nun bald des Rheines schönste Stätten alle geschaut, und dem letzten Glanzpunkte, dem Sieb enge- birge, uns mehr und mehr nähern, habe die Natur alle Kräfte aufgeboten, um zu zeigen, was sie an Liebreiz und Schönheit zu schaffen vermag, um den Menschen mit Bewunderung und Entzücken zu erfüllen! — Die Nähe des romantischen Ahrthals, zu welchem Remagen gleichsam der Schlüssel ist, concentriert hier einen ganz enormen Fremdenverkehr, der in den vielen Gasthöfen am Ufer des Rheines allen Gomfort findet. — R e m a g e n ist augenscheinlich römischen Ursprungs und jedenfalls aus einem von Drusus im Jahre 12 vor Chr. Geburt erbauten Gastel „Rigomagnum" hervorgegangen. &ß C5 a 'S O O S-l Vi s !&■- ^ü 79 Bei Anlegung des Rheinwerftes fand man eine noch gut erhaltene Lanze, viele römische Münzen in Urnen und die Reste eines römischen Bades. Beim Bau der Eisenbahn wurde ein grosser römischer Votivstein gefunden, der sich in der Felsenböschung' am Wege zur Apollinariskirche eingelassen befindet. Im Mittelalter war Remagen ein sehr bedeutender und wichtiger Ort mit einem eigenen Burggrafen. Die katholische Pfarrkirche ist ein wichtiges Denkmal romanischer Kunst am Rhein. Franz Wegler beschreibt in seiner Kunstgeschichte diesen interessanten Bau ausführlich und glaubt, derselbe stamme aus dem Jahre 1005. Der spätgothisch überwölbte Ghor ist 1M6 eingeweiht worden. Interessant sind die vielen phantastischen Figuren, meist Tiergestalten und Zerrbilder. Da findet sich unter andern ein Drache und darunter ein kurzröckiger Mann auf einem Tiere reitend. Dort steht ein Krieger mit Schild und Lanze und weiter sehen wir einen bärtigen König auf einem Wagen, der von zwei Greifen gezogen wird. — Der In- — 80 halt dieser Darstellung könnte möglicher Weise den rheinischen Volkssagen entnommen sein. — Im Jahre 1360 wurde Remagen rings von hohen Mauern und Türmen umgeben, und im 30jährigen Kriege von den Schweden in Brand gesteckt. — R e m a g e n ist reich an schönen Aussichtspunkten und wird namentlich der Victoriaberg mit seinen stets wechselnden Bildern, jedem Freunde der Natur in angenehmer Erinnerung bleiben. Neben der Stadt erhebt sich dicht am Rhein der „Apollinarisberg," mit der in den Jahren 1839-53 vom Grafen Franz Egon von Fürstenberg - Stammheim, im reinsten gothischen Stil, durch den Kölner Dombaumeister Zwirne r, erbauten Kirche. Dieses Juwel rheinischer Kunst übt auf alle die den Rhein bereisen, einen merkwürdigen Zauber aus. Von allen Beschreibungen, die darüber existieren, ist die von Hocker die bündigste und beste. Wir ersehen daraus, dass die Bürger von Remagen, unterstützt von der Abtei Siegburg, im 10. Jahrhundert dort oben, wo früher schon eine kleine — 81 Kapelle, zu Ehren des heiligen Martinus, stand, ein Kloster erbauten. Reinold von Dassel, Erzbischof von Köln, brachte aus Mailand unter andern wichtigen Reliquien, auch das Haupt des heiligen Apollinaris an den Rhein. Als er 1146 an Remagen vorüberfuhr, blieb das Schiff plötzlich stehen, was als ein Zeichen gedeutet wurde, dass der Heilige in der Martinskapelle ruhen wolle. Seit jener Zeit kamen die Wallfahrten auf, die schon 90,000 Pilger nach Remagen führten. In der französischen Revolution wurde das Kloster aufgehoben und die Gebäulichkeiten samt den Ländereien an die Gebr. Boisseree von Köln verkauft, von denen sie Graf Fürstenberg erstand. Dieser reiche kunstliebende Mann Hess, wie gemeldet, die jetzige Kirche aufführen. Das Gebäude fesselt durch die zierlichen Formen und die schlanken Türme, deren oberen Teile von Guss sind, schon von weitem die Aufmerksamkeit der Reisenden. Wunderbar überrascht wird man beim Eintritt durch die herrlichen Freskomalereien, ausgeführt von Professor Deger, Karl und — 82 — Andr. Müller und Ittenbach, sämtlich der „Düsseldorfer Malerschule" angehörend. Architektur und Malerei haben sich die Hände gereicht, um ein Werk zu liefern, das dem Rheinlande zur Zierde dient und den Namen des Stifters für alle Zeiten verherrlicht. Die Maler waren nach Italien gereist, um in Rom die Gompositionen und Studien zu den Gemälden zu machen. Im Spätsommer 1843 begann Deger den ihm zugewiesenen Teil des Werkes. Er malte auf der, von keinem Fenster durchbrochenen Hauptwand des Kreuzschiffes: „Die Kreuzigung Christi," und darunter 4 kleinere Bilder: „Christus am Ölberge," „die Dornenkrönung" und „die Kreuztragung." Hierauf folgen in der Hauptkuppel der Chornische „der Heiland als Welterlöser, inmitten der heiligen Jungfrau und Joh. des Täufers; sowie in den äussersten Enden der Wölbung die Erzväter und Propheten. Den Beschluss der Thätigkeit Deger 's bildete: „Die Auferstehung" und „die Geburt Christi," sowie „die unbefleckte Empfängnis" und „der heil. Josef" auf den Rückwänden der Seitenaltäre. Von ausgezeichneter Wirkung ist das Ge- ...... — 83 mäkle in der Kuppel, dessen Farben sich prächtig vom Goldgrunde abheben und durch das Licht der Fenster wie mit magischem Schimmer Übergossen wird. Auf der rechten Seite des Langschiffs sind die Darstellungen aus dem Leben Maria's von Carl Müller und Ittenbach. Er- sterer malte auch die Vorbilder des alten Testamentes, biblische Frauen, die meisterhaft ausgeführt sind. Von Carl Müller sind noch »die Anbetung des Lammes," am Triumpfbogen des Chors, sowie „die Verkündigung," „die Vermählung" und „der Besuch bei Elisabeth," auf der südlichen Wand des Querschiffes. Sein Bruder Andreas malte die Darstellungen aus dem Leben des heiligen Apollin aris im Querschiffe, die Schutzpatrone der Familie Fürstenberg, die drei göttlichen und vier Gardinaltugendcn, sowie die Figur der Demut. Auch die Gestalten des Königs David und der heiligen Gäcilia über der Orgel, sind von ihm. Von Ittenbach rühren die Einzelfiguren des „heil. Petrus," des „Apollinaris" und der „vier Evangelisten in der Chornische her, 84 sodann „Joachim und Anna," „Maria, welche sich dem Tempeldienste widmet," „die Grablegung der Maria durch die Apostel," „Jesus unter den Schriftgelehrten," „Christus im Tempel" und „das Schlüsselamt Petri." Die Deckengewölbe sind dunkelblau, mit goldenen Sternen besäet; die Arabesken und Verzierungen der Säulenköpfe sind auf's sorgfältigste behandelt. In den Rundfenstern befinden sich die Wappen der Familie F ü r s t e n b e r g. Die Schnitzarbeiten an Kanzel und Orgel rühren von Bildhauer Stephan in Köln her. Die Altäre sind aus der Steinmetzhütte, die sich Meister Zwirn er am Kölner Dom herangebildet hat. So vereinigt sich alles, um dieses Musterbild eines gothischen Kirchenbaues in jeder Beziehung vollendet erscheinen zu lassen. Die Gegenwart verschwindet in den gottgeweihten Räumen; man versetzt sich in jene Zeit zurück, in welcher Geist und Gemüt im Glauben vereint waren und Poesie und Kunst Werke schufen, die mehr dem Himmel als der Erde angehörten. Wer nie die Macht der christlichen Kunst an — 85 sich erfahren hat, der betrete diese herrlichen Räume, die der Kunstsinn des Grafen Fürstenberg zur Ehre Gottes hier geschaffen und er wird bald gewahren , wie Schauen und Beten so nahe liegen. Im Garten hinter der Kirche entfalten sich alle Reize der Landschaft vor den staunenden Blicken. Stolz ziehen die Wo gen des Rheines durch die grünen Ufer ; Dampfschiffe brausen an uns vorüber, während sich zu unsein Füssen Nachen auf den Wellen schaukeln. Vor uns zieht sich die wald- und rebenbekränzte Höhe bis zum Siebengebirge hin, aus dem der Drachenfels die gewaltige Kuppe in die Wolken streckt. — Honnef mit seinen Landhäusern , seinen Obsthainen und Weingärten wird sichtbar. Erfüllt von den grossartigsten und lieblichsten Eindrücken scheiden wir von diesem Glanzpunkte des Rheines in seligem Gedanken all seiner Herrlichkeiten! — ' V' 86 II. Rolandseck und Nonnenwerth. Wie beim Eintritt in das malerische und romantische Rheinland, bei Bingen, der herrlichen Punkte so viele auf einmal unsere Blicke fesseln und uns mit Freude und Entzücken erfüllen, so auch hier, wo ein eben so grossartiges wie liebliches Panorama sich ausbreitet, bei dessen Anblick wir unwillkürlich jener Zeit gedenken, in welcher dort oben auf steiler bewaldeter Höhe Ritter Roland durch des Fensters Bogen herniederschaute auf das liebliche Eiland dort unten im silbernem Strom. — Wie aus den ältesten Urkunden hervorgeht , erbaute Erzbischo f Friedrich von Köln, als Kaiser Heinrich der V. ihn bedrohte, hier oben eine Burg, die erRul- c h e s e c k nannte. Den Namen Rolandseck hat sie jedenfalls erst später durch die Sage erhalten. In dem Kampfe mit Heinrich hatte die 87 Burg viel gelitten; Erzbischof Arnold I. stellte sie 1149 wieder her und erweiterte ihre Werke, wodurch er von vielen irrthüm- lich für den ersten Erbauer gehalten wird. Als Kaiser A1 b r e c h t die erzbischöflichen Zölle aufhob und die Vögte des Erzstiftes sich dagegen wehrten, belagerte er 1302 die Burg und liess sie teilweise zerstören. Im Jahre 1328 stellte sie der Dechant Johann von Bonn wieder her und liess sie bedeutend erweitern und wehrhaft machen. Im 15ten Jahrhundert wurde die Burg von Kaiser Karl dem Kühnen erobert und besetzte dieser sie mit seinen Söldnern, welche später wieder von den Erzbischöflichen überrumpelt und nach hartnäckigem Kampfe verjagt wurden, dabei hat Rolandseck jedenfalls am meisten gelitten und ist anzunehmen, dass es durch Brand zur Ruine geworden, die dann der Zahn der Zeit gänzlich zerstörte. Nur jener Mauerbogen „zeigt von verschwundener Pracht" und drohte vor mehreren Jahren auch noch völlig einzustürzen. Da erliess Freiligrath zur Wiederherstellung der Ruine einen Aufruf und stiftete das bekannte Rolandsalbum, : welches die Mittel dazu lieferte. Im Vorworte dazu sagt er unter anderem: „Der Erfolg übertraf meine Erwartungen. Von allen Seiten kamen Spenden; freundliche Stimmen aus Nähe und Ferne riefen mir Beifall zu und unbekannte schöne Hände verschmähten es sogar nicht, den Helm des Rolandsknappen „mit Kranz und Band" zu schmücken, oder buntgestickte Seckel an sein Wehrgehenk zu befestigen. „Da erfuhr ich plötzlich, die Ruine sei Privateigentum der Prinzessin Wilhelm von Preussen, und nun verstand es sich von selbst, dass die Sammlungen eingestellt wurden und ich den weiteren Verlauf der Sache der hohen Frau anheimstellte. „Der huldvolle Beschluss Ihrer Königl. Hoheit fiel dahin aus, dass es mir erlaubt sei, den Bogen mit den eingegangenen Beiträgen wieder aufzurichten. — „Herr Bauinspektor Zwirn er, der treffliche Wiederhersteller des Kölner Domes, hatte die Freundlichkeit, die Leitung zu übernehmen. — Den Eindruck, den die Restauration macht, ist durchweg ein würdiger und befriedigender. — Es sind ja 39 — nicht die Steine, es ist ja nicht der Kalk und der Trass: die gerettete Form des Bogens, die Fensterbrüstung, die Herabsicht auf Nonnenwerth — sie sind es, die die Sage festhalten, die die Rahmen bilden für die bleiche trauernde Gestalt, die den Ort geheiligt hat." — Doch auch Nonnenwerth, die schöne Insel im Rhein, hat viele Wandlungen im Laufe der Zeit erfahren. Örtel erzählt, sie habe im elften Jahrhundert Rolandswerth geheissen und der Abtei Siegburg gehört. Der Abt Kuno aber schenkte sie dem Erzstifte Köln, und Erzbischof Friedrich stiftete ein Frauenkloster im Jahre 1126, welches er dem Kuno von Siegburg unterstellte. Der Erzbischof Arnold I. brachte die Nonnen in einem Kölner Kloster unter und richtete hier eine Zollstelle ein, die aber von Kaiser Albrecht 1302 aufgehoben wurde, sodass die Nonnen wieder zurückkehren konnten. Zu dem Kloster kam nun auch durch milde Gaben ein Hospital und eine Kapelle. Die Stürme des 30jährigen Krieges nötigten die Nonnen zur Flucht, doch kehrten sie 90 bald wieder zurück und blieben in jener schweren Zeit unbehelligt. Im Jahre 1773 legte ein verheerender Brand die altehrwürdigen Mauern gänzlich in Asche; doch unter der Sorgfalt des Erzbischofs von Köln wurde das Kloster wieder neuerbaut und bedeutend schöner und geräumiger eingerichtet. — 1822 wurden die Gebäude veräussert und zu einem Gasthause eingerichtet, das besuchter war, als irgend ein anderes. Im Jahre 1841 gab Franz Liszt hier an einem schönen Sommertage ein Konzert zum Besten des Kölner Domes und das ganze Eiland wimmelte von Menschen. Seit dem Jahre 1845 ist N o n n e n w e r t h wieder im Besitze einer geistlichen Korporation und ein Kloster geworden. In neuester Zeit aber stehen auch jetzt wieder seine Mauern verödet. — Woher aber mag es kommen, dass uns der Anblick von Rolandseck und Non- nenwerth so wunderbar ergreift? — Wir denken an Roland und Hilde- gund. Denn alles, was eine Menschenbrust erfüllen, bewegen und durchzittern kann, die zartesten, innigsten und duftigsten Re- 91 gungen des Herzens. aller Jammer und die zerreissendsten Schmerzen, die dem Menschen zu teil werden können, alles — alles das findet in der Rolandsage seine Stelle. Auf vielerlei Weise ist darum auch diese Sage beschrieben und besungen worden. Wir wollen von den vielen nur das schöne Gedicht von Simrock hier wiedergeben: Eine junge Gräfin, ein edler Held, Sie schwuren sich Lieb und Treu; Er kam aus der Schlacht, er zog zu Feld, Die Liebe war immer neu. In Spanien stritt die fränkische Kraft, O Roncesval, blutiges Thal! Da fiel die Blüte der Kitterschaft, Da fiel Held Roland zumal. „Nun Ade dir Welt! dein süsser Gewinn Betrüglich ist er fürwahr: Maria, himmlische Königin, Dir weih ich mein goldnes Haar." Das Kloster beschaut sich mitten im Rhein; Noch hallen die Glocken im Thal. Da schallt ein Ruf, wer mag es sein! der Tote von Roncesval? Nein Roland selbst, er leibt und lebt: Ja wärest du, wärest du tot! Denn wisse, dass sie das Kloster begräbt, Die dir zu leben gebot. 92 — „Und begräbt das Kloster Schöu-Hildegund, So setz' ich mich hier anf den Stein Und schaue zeitlebens zum Tode wund, Hinab auf das Kloster im Rhein." — Im Kloster betete Hildegund, Held Roland sass auf dem Stein Und schaute zeitlebens zum Tode wund Hinab auf das Kloster im Rhein. — 12. Der Drachenfels. Nicht mit Unrecht nennt man den D r a- chenfels den Edelstein im Ringe des Siebengebirges! — Stolz und mächtig, wie kein anderer Fels am ganzen Rhein, ragt sein mauergekröntes Haupt, 1010 Fuss hoch, in die Wolken, die ihn umkreisen! — Gross und weit ist die Fernsicht, die alljährlich tausende und abertausende von Reisenden herbeilockt! — Höchst interessant ist die Geschichte seiner Burg, um die auch die Sage ihren Kranz geschlungen, wie der Epheu um ihr altes Gemäuer. Ihre Entstehung verdankt die Burg dem Erzbischof Friedrich I. von Köln, der bekanntlich mit Kaiser Heinrich V. in Fehde lag. Um diesem den Weg an den Rhein zu sperren, wurden in den Jahren 1101—1130 mehrere Punkte stark befestigt und auch Burg Drachenfels erbaut. .. ■ 94 — Den Namen Drachenfels will man von Trajansfels herleiten; obgleich schon in den ältesten Urkunden der Berg und die Feste Mons draconis genannt worden und da „draco" der Drache heisst, so glaubte das Volk, hier hause ein D r a c h e. Unseres Erachtens dürfte die Ableitung des Namens von dem Himmelsgestirn Drache die richtigere sein, welches man von Bonn aus über seinem Scheitel erblickt. Von dem Nachfolger des Erzbischofs Friedrich, dem mehrgenannten Arnold L, wurde die Burg noch erweitert und mehr befestigt und deshalb dieser von einigen irrtümlich für den Erbauer gehalten. Später finden wir den Drachenfels im Besitze des Cassius Stiftes in Bonn. Da jedoch die Unterhaltung der Feste ungeheure Kosten verursachte, so übergab das Stift dieselbe ah den Burggrafen Gödert oder Gottfried, der schon 1176 in Urkunden genannt wird. — Auch wurden zu dieser Zeit schon die Steine zum Kölner Dome hier in der sogenannten „Domkaule" gebrochen und 1267 ein eigener Weg dafür angelegt. Der Wein aber, der auf dem 95 — Drachenfels wächst, führt den Namen „Drachenblut." Ums Jahr 1493 belagerte Kurfürst Hermann den Drachenfels und erzwang dessen Übergabe. Im 30jährigen' Kriege war die Feste von Schweden belagert und nachdem diese abgezogen, wurde ihr im Jahre 1642 der Untergang bereitet, aber nicht durch Kampf, sondern der Erzbischof Ferdinand liess sie schleifen, weil ihre Unterhaltung zu viel kostete, um sie im kriegerischen Zustande zu erhalten. 1689 wurden die noch, vorhandenen Mauern von den Franzosen unter Graf Montal vollends gesprengt und die einst. so stolze Feste zur Ruine gemacht, wie sie sich heute unsern Blicken zeigt. Um dieses Wahrzeichen einer längst vergangenen Zeit vor gänzlichem Untergange zu schützen, hat die Regierung die Stätte hier angekauft und dem Rheine diesen Glanzpunkt erhalten. — Bei den Trümmern der Burg erblicken wir unten in halber Bergeshöhe, die „Drachenhöhle" wo Siegfried den Drachen er- s ■■■B schlug, dessen Blut ihn „hörnern" machte. — Schöner aber noch ist die Sage von der Jungfrau, die den Drachen bezwang und folgendermassen erzählt wird. Unter den Gefangenen, welche die Heiden von ihrem Kriegszuge an den Rhein brachten, befand sich auch eine wunderholde Jungfrau aus edlem Geschlecht. Die Anführer der Zurückkehrenden, und besonders der menschenfreundliche Ottfried, sahen sie mit Wohlgefallen und entbrannten in Liebe für sie. Als die Beute zur Teilung kam und jeder die Jungfrau besitzen wollte, kam es zu heftigem Streit und nur mit Mühe konnte einem tötlichen Kampfe vorgebeugt werden. Um wieder Friede im eigenen Lager zu stiften, entschloss man sich, das Orakel zu befragen und das Schicksal des Mädchens von dem Ausspruche abhängig zu machen. Die Antwort der Priesterin des Orakels aber war: „Ist die Schönheit der Gefangenen so gross, dass sie Hass und Feindschaft unter uns bringt, so soll sie keiner besitzen, sondern dem Drachen vorgeworfen werden. 97 - Diesem Ausspruchemussteman sich fügen; denn alles Volk stimmte demselben bei. Ottfried eilte von. dannen, die Seele vom bittersten Weh erfüllt, während man die Jungfrau zu der Höhle des Drachen führte. Mit Spannung schaute das Volk auf das sich entwickelnde Schauspiel. Ernst und feierlich schritt die Jungfrau entschlossen nach der Höhle, aus welcher der giftige Hauch des Tieres ihr entgegen quoll. Es kroch hervor und betrachtete mit den gierigen feurigen Augen das Mädchen, das bei dem ekelerregenden Anblicke schaudernd dastand und innerlich bebte; dann aber schoss das Untier unter dem lauten Aufschrei der Zuschauer auf die Jungfrau los und — lag, wie vom Blitze getroffen, zu ihren Füssen. Staunend sah es das Volk; bleich und bebend stand die Jungfrau, und neben ihr Ottfried, das Schwert in die Weichen des Drachen bohrend, der mit furchtbarem Gewinsel verendete. Ein brausender Jubelruf durchzitterte die Luft, als man den Zusammenhang der That und die Rettung der Jungfrau erkannte. Die Männer eilten herbei und trugen sie - 98 nach Hause und selbst die Rivalen wünschten Ottfried Glück, die Holde durch seine kühne That errungen zu haben. — Als die Menge sich verlaufen hatte, fragte Ottfried das still betende Mädchen: „Wer gab dir die Kraft, dem Untier entgegenzugehen und seinen Anblick zu ertragen? Die Stärksten bebten vor ihm zurück und der Mutigste hätte nicht gewagt, was du Schwache gethan." Da nahm das Mädchen ein Kreuz von der Brust und reichte es ihm mit den Worten: „Dies Kreuz ist der Talisman, der mich stark und mutig machte." Verwundert schaute Ottfried auf das kleine Gerät nieder; doch als ihm die Jungfrau seine Bedeutung erklärte, ward es Licht vor* seinen Augen und bald darauf liess er sich taufen. Die Gerettete reichte ihrem Retter die Hand und Ottfried baute Drachenfels seinem Weibe zu Ehren und ward ein Segenbringer seinem Volke. — „Die Heulen kamen. "Weib und Mann, Und beten den Erlöser an. Es bogen alle ihre Knie', Die schöne Jungfrau taufte sie." — 99 Wie wir heute zur Erinnerung an die glorreichen Siege über Frankreich im Jahre 1870/71, auf dem Niederwald eine „Wacht am Rhein" errichten, so wurde hier auf der Plattform des Drachen feis im Jahre 1814 ein „Obelisk" zum Andenken an die damaligen „deutschenBefreiungskämpfe" aufgerichtet. Als später der Obelisk zusammenstürzte, wurde an dessen Stelle zum Andenken an den „Landsturm", dem Deutschland hauptsächlich die langen Friedensjahre verdankte, ein neues schönes Denkmal errichtet. Im Jahre 1876 liess Kaiser Wilhelm eine herrliche Spitzsäule zum Andenken an, die für Deutschland gefallenen Streiter aufführen. — In neuester Zeit hat der „Verschönerungsverein des Siebengebirges" den Weg zum „Drachenfels" bedeutend verbessert. — Auch wird in der ausgezeichneten Restauration, welche sich oben auf der Plattform befindet, für allen Comfort bestens gesorgt. — Sogar ein photographisches Atelier spendet den Besuchern mitunter recht originelle „Erinnerungen an den Drachenfels." — nHBH^SHSH 100 — Hier oben haben wir eine Rundsicht, die einzig in ihrer Art, sich nirgends so schön findet! So oft man es auch versuchte, dieses grossartige und herrliche Panorama zu beschreiben, so ist die Wirklichkeit doch noch von keinem erreicht! — Hiermit wollen wir schliessen. — Die Erinnerung aber an die Glanzpunkte des Rheines zwischen Niederwald und Drachenfels, begleitet gewiss jeden, der sie geschaut, durchs ganze Leben. „Ich waffne den Blick und schaue hinaus Und schaue die Heimat, die weite, nicht aus; Die sonnigen Gauen, voll Reiz und voll Wein, Die lachenden Lande, durchströmet vom Rhein! Ihr Fluren, ihr Thäler, ihr Waldungen grün, Ihr Burgen, ihr Städte mit Munstern kühn, Ihr Völklein, Glück und Gefahren vertraut, Behuf euch der Himmel, der über euch blaut!" In Heuser's Verlag in Neuwied erschien ferner: Der Laacher See und seine vulkanische Umgebung. Ein Führer für die Besucher des vulkanischen Maifeldes. Von RUDOLF BLENKE, Gymnasiallehrer. Mit 2 Ansichten und 1 geognost. Übersichtskarte. In engl. Leinen geb. Preis 1 Mk. SO Fig. Fili-ti zum ii&acfter see an der Hai« «er Sage unfl Geschiente, mit 3 Illustrationen und einer Spezialkarte vom e^es5: LAACHEE SEE ee= und der nächsten Umgebung. Preis brocli. IVOv. 1., eleg. in I .einen geb. Mli. 1,50- Führer zum Ahrthal an der ;! Hand der Sage und Geschichte, von Joseph Steinhach. Mit 4 Illustrationen und einer Spezialkarte. \ i Preis broeli. Mir. l,SO, «leg. in Leinen geb. Mk. 1,50. ' || FÜHRER 1 ji durch das SIEBENGEBIRGE an der jj Hand der Sage und Geschichte, ;■ von Joseph Stei nbaoh. ;• Mit Illustrationen und einer Spezialkarte. i I Preis brocll. jVIk. 1,20, eleg. in Leinen geb. Mlv. 1,60. Andenken an die Laachersee- Tour. Poetisches Wanderbuch zum = Laacher S e e == von Joseph Steinbach. 4z, Atiflas©' Preis eleg. cart. 50 Pik'. ——- und seine Umgebung, ------- in beschreibender, geschichtlicher und naturhistorischer Darstellung, von Dr. PH. "WIHTG-EN". Preis broeh. 4 edl. , fein gebunden in engl. Leinwarid mit GolddrucJe 5 pft. 25 ^. ---------- (I) ---------- an der Wied und ihre ersten Besitzer. Wer war Heinrich von Ofterdingen. ? von J. H. HERMES, katb. Pfarrer in Waldbreitbach. == Preis rs P%. ^ ^|^B|^HHM|^gggm^HBBBH ■■•>*?.■"$■■' [kfa Heuser'sclie IBxicliclruckerei (Louis Heuser) in aNT e "u "w i e ct.