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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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Vor Paris.

dann das fünfte, und an dieses lehnte sich als rechter Flügel die würt-tembergische Division, welche sich über Bonneuil nordwärts auf Gourneyausbreitete. Hier begann im Anschluß an die 3. Armee die Aufstellungder Armee des Kronprinzen von Sachsen, welche sich in der Richtungnach Nordwesten von Chelles aus durch den Wald von Bondy überSevran, le Blanc-Mesnil, Pierrefitte bis nach.Argenteuil (2 Meilennordwestlich von Paris) fortsetzte. Das Centrum hielt die preußischeGarde mit dem Hauptquartier in Gonesse, den auf Argenteuil aus-laufenden rechten Flügel das 4. Corps, den linken, gegen Gourney,die Sachsen, mit dem kronprinzlichen Hauptquartier in Grand-Tremblay-Jm Westen und Nordwesten der Hauptstadt schoben die beiderseitigenArmeen ihre Cavallerie längs der Seine so weit vor, daß dadurch dieLücke zwischen Argenteuil und Bougival ausgefüllt und Paris auchnach dieser Richtung vollständig eingeschlossen und von allem Verkehrmit der Außenwelt abgesperrt war.

So war die ganze Umgebung der Riesenstadt rings umher in einungeheures Heerlager verwandelt, das von etwa 250,000 Mann deut-scher Truppen bewohnt war. Die Landschaft um Paris bietet unge-wöhnliche Reize dar. Bläuliche Berge steigen auf fast allen Seitengegen den Horizont auf, üppige Weingelände wechseln mit Gemüse- undObstgärten und Feldern, aus schattigen Parkanlagen leuchten freundlicheSchlösser hervor. Dazu die eleganten Villen der reichen Pariser unddie fast zahllosen Ortschaften, deren massive Häuser mit ihren weißenMauern und rothen Ziegeldächern den Wohlstand ihrer Bewohner ver-rathen. Die Letzteren freilich hatten sich, wie schon oben erwähnt, zu^großen Theile unsichtbar gemacht, und kaum trafen die deutschen Sol-daten auf ein anderes lebendes- Wesen, als hie und da auf eine Katz§oder einen Hund. Um so ungenirter konnten sie sich's in den venlassenen Dörfern, Schlössern und Villen bequem machen. Sie strecktensich aus sammtüberzogenen Divans zur Nachtruhe aus; in den luxU"riösen Boudoirs blasirter Pariserinnen richteten sich preußische Husarenoder bayerische Lanciers häuslich ein, Bibliotheksäle boten densichere Unterkunft, und in den verlassenen Küchen prasselten behaglrwFeuer. Fehlte es gerade an Holz, so nahm man seine Zuflucht zu "

zurückgebliebenen Geräthen, im Nothsalle waren auch Orangene

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