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1870 und 1871. Zwei Jahre deutschen Heldenthums
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128 Ein unterbrochener Vormarsch. Die Schlachten bei Beaumont und Sedan.

Nach dieser welthistorischen Zusammenkunft beritt der König dasSchlachtfeld, die enthusiastische Bewillkommnung aber zu schildern,die ihm von seinen siegreichen Truppen bereitet ward, ist die Federzu schwach!

Großmüthig hatte der König seinem Gefangenen das reizende Lust-schloß Wilhelmshöhe zur Verfügung gestellt. Am 3. September Mor-gens reiste der Kaiser ab. Er saß in einem Vierspänner, von schwarzenHusaren eskortirt. Sein gealtertes Antlitz war ruhig, fast gleichmüthig,aber es trug die Spuren des Grams. Neben dem Kaiser saß GeneralCastelnau, die übrigen gefangenen Generale und Stabsoffiziere, sowieeinige Hofchargen und die kaiserliche Dienerschaft folgten. lieber Bel-gien ging die Reise nach dem freundlichen Asyle bei Kassel, wo einstein Onkel des nun gefangenen Kaisers, Jerome Bonaparte, als Königüber Deutsche geherrscht hatte.

Durch die Kapitulation fielen 1 Marschall, 39 Generale, 230Stabs-, 2095 andere Offiziere und 84,450 Mann und außerdem noch14,000 Verwundete in deutsche Kriegsgefangenschaft. An Kriegsbeutewurden die sämmtlichen Adler dieser Regimenter, 70 Mitrailleusen,330 Feld-, 250 Festungsgeschütze und 10,000 Pferde ausgeliefert. Vorder Capitulation waren bereits während der Schlacht gegen 25,000Mann zu Gefangenen gemacht und 25 Geschütze erbeutet worden.

Die Armee Mac Mahons war so gut wie vernichtet, ein nochzahlreicheres Heer befand sich in Metz eingeschlossen und ging einer»ähnlichen Schicksale entgegen. Außer dem Vinoy'schen Corps, welchesseine Vereinigung mit dem Mac Mahon'schen Corps nicht hatte be-werkstelligen können, und den vereinzelten Besatzungen in den festenPlätzen, hatte Frankreich keine Linientruppen mehr ins Feld zu stellen-Es war ein Sieg, wie ihn die Weltgeschichte noch nicht aufzuweisenvermochte. Der Heldengreis aber, dem solcher Triumph beschieden war,neigte sein Haupt in Demuth vor dem Lenker der Schlachten.Wennich bedenke", schrieb der König an die Königin Augusta,daß nacheinem großen glücklichen Kriege ich während meiner Regierung nichtsRuhmreicheres mehr erwarten konnte, so beuge ich mich vor Gott, derallein mich, mein Heer und meine Mitverbündeten ausersehen hat, dasGeschehene zu vollbringen und uns zu Werkzeugen Seines Willens