Vormarsch der deutschen Armeen. — Der vierzehnte und sechszehnte August. 91
getroffen, um daselbst Bivouaks zu beziehen. Infolge des Geschütz-donners und eingelaufener Meldungen marschirte sie nach einstündigerRast nach Gorze und sandte von hier aus 3 Batterien und 3 Csca-drons Husaren nach dem Gesechtsfeld Stülpnagels, während die Bri-gade Rex, zu welcher in Arvp das 11. Infanterieregiment vom 9.Armeecorps stieß, gegen Rezonville dirigirt wurde, um dem Feinde,welcher in den Gehölzen des Ognons, östlich Rezonville und St. Ar-Nouald Terrain zu gewinnen suchte, in die linke Flanke und in denRücken zu fallen. Die Brigade Rex konnte zu ihrem Vormarsch nureine Straße benutzen und erreichte gegen 5 Uhr den Wald von St. Ar-nonald. Der Feind stand auf dem Höhenrücken südöstlich Rezonvillein sehr starken Infanterie- und Artillerieausstellungen und hatte in dieSchlucht zwischen Rezonville und Gravelotte Garde als Reserven gelegt.Vergebens versuchte die Brigade Rex aus dem Walde vorzndringen.Der Feind bewarf den letzteren und das davor liegende Terrain sodicht mit Granaten und Shrapnells, daß ein Debouchiren nicht möglichwar. Gleichwohl konnte nun der Feind seine hier in Anspruch genom-menen Reserven nicht gegen die Division Stülpnagel verwenden, wasdieser sehr zu Gute kam.
Der Commandirende des 9. Corps, General v. Manstein, wargegen Mittag vom Prinzen Friedrich Carl angewiesen worden, dasdritte Corps zu unterstützen und ließ von der 25. (hessischen) Divisioneine Brigade unter dem Prinzen Ludwig von Hessen nebst drei Bat-terien und einem Cavallerieregiment über die Mosel auf Gorze rücken.Von hier gingen zwei Batterien zur Division Stülpnagel ab, wo siegegen Abend sehr wirksam in's Gefecht eingriffen, die Brigade dagegenrückte mit der bei ihr verbliebenen Batterie durch den dichten Walddes Ognons vor, wo sie aus den Feind stieß und gegen denselben einerst mit Einbruch der Nacht endendes Feuergefecht eröffnete.
Als sich der Abend herabsenkte, waren Truppentheile der DivisionenVuddenbrock und Kraatz im vollen Avanciren gegen Nordosteu.
Auch die Artillerie des 3. Corps, welche 9 Stunden lang die feind-lichen Angriffe gegen unsre Front aufgehalten und um 7 Uhr einenerneneten Offensivstoß abgewiesen hatte, machte eine Vorwärtsbewe-gung. Auf kurze Zeit ließ das feindliche Feuer nach, richtete sich aber