74 Der Sturm auf die Spicherer Höhen. — Deutsche Kriegs- und Staatskunst rc.
besuchte, daß 11 Jahre später dem ehemaligen Schüler ihre Leitung selbanvertraut werden konnte. 1836 wurde er als Hauptmann in den Körgroßen Generalstab versetzt. Als Major begleitete er 1842 den Prinzen Po:Friedrich Carl, den er in den Militärwissenschaften unterrichtete, nach trepder Universität Bonn. 1849 betheiligte er sich als Generalstabschef vorides 8. Armeecorps an der Niederwerfung des badischen Aufstandes, sich
und nachdem er rasch zum Divisionsgeneral gestiegen war, wurde ihm Geo
1859 die Oberleitung des Kriegsministeriums übertragen. Unter denheftigsten Conflicten mit der preußischen Kammer vollführte er die lichx
Reorganisation des Heeres und verlieh demselben dadurch die Schlag- Str
fertigkeit, welche es zu den großen Aufgaben, die ihm gestellt wurden, beid
befähigte. — ist >
Man kann kaum von Moltke und Roon sprechen, ohne auch denGrafen von Bismarck zu nennen. Kämpft er auch nicht mit dem Fob
Schwerte in der^and, so möge er doch gerade neben seinen beiden Zur
Gefährten, mit denen er das berühmte Kleeblatt bildet, hier seine Upf,
Stelle finden, um so mehr, als wesentlich seine kühne, von hoch pa- Pftl
triotischem Geiste getragene Politik es war, welche die großen Thaten rech
seiner Genossen herbeiführte. Pol
Graf Otto von Bismarck-Schönhausen ist am 1. April 1815 Mat
zu Schönhausen im Brandenburgischen geboren. Schon im Knaben eins
zeigte sich die künftige Festigkeit und Energie des Charakters. Bismarck Uejf-
entschied sich für das Studium der Rechte, ging aber, nach abgelegtemExamen, auf seine Güter, um deren Verwaltung zu übernehmen. 1845 zu -
zum Abgeordneten des Kreises Jerichow in den Provinziallandtag ge-wählt, zeigte er sich in den Jahren 1849 bis 1851 im vereinigtenLandtage als unerschütterlicher Anhänger und Vertheidiger des König- ^ess
thums gegenüber den Bestrebungen und Idealen der Demokratie und und
ihrer verderblichen Auswüchse. Im Erfurter Parlament trat er zumerstenmale politisch bedeutend hervor; 1851 ward er erster Legations-secretär bei der preußischen Bundesgesandtschaft in Frankfurt und nochim nämlichen Jahre Bundestagsgesandter. 1859 erhielt er den preu-ßischen Gesandtschaftsposten in Petersburg, auf welchem er bis 1862verblieb, wo er in der gleichen Eigenschaft nach Paris versetzt wurde-Doch blieb er in letzterer Stellung nur kurze Zeit, denn als in denu