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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH NORD-AMERIKA.

der Lebenskraft, ist zu einer Tliätiglceit hingezogen, welche den Künsten nicht günstig zu seinscheint. Das Trachten nach raschem Erwerb des Rcichthums verträgt sich wenig mit der Be-geisterung für die Kunst und mit der ruhigen Betrachtung. Man kömmt fast auf die Vermu-thung, dafs die Volkshcrrscliaft der Poesie, der Zartheit des Geschmacks und einem beharrli-chen Streben nach dem idealen Schönen nicht sonderlich günstig ist. Ich will aber deshalbkeinesweges behaupten, dafs immer und überall eine innige Verbindung der Aristokratie mitden Künsten, in ihrer erhabensten Bedeutung, obwalte. Hiergegen sprechen: England, wo dieGeschichtsmalerei vor lauter Wafserfarbenbildcrn und gemalten Gesichtern nicht aufkommenkann; und Österreich, wo die Geschichtsmaler, namentlich Führich, einer der ausgezeichnete-sten Künstler unserer Zeit, von Seiten der Regierung und des mächtigen Adels des Landesnur sehr geringer Aufmunterung sich zu erfreuen zu haben scheinen. Hüten wir uns also vorallgemeiner Principicn-Aufstellung hierüber, und begnügen wir uns, zu bemerken, dafs in Ame-rika die öffentlichen Angelegenheiten und die Handelsinteressen den Künsten bisher nur einensehr geringen Theil des volkstümlichen Sinnes übriggelafscn haben. Indessen glaube ich, ander Bewunderung, welche Allston einigen seiner Landsleule cingeflöfst hat, die Anzeichen einervortheilhaften Umwandlung wahrzunehmen. Mit diesem Maler wollen wir uns nun beschäfti-gen; dann werde ich einige Nachrichten über diejenigen Künstler folgen lafsen, die ich schonangeführt habe, und deren Thätigkcit in irgend einer Beziehung zu Amerika steht, oder welcheAmerika für sich in Anspruch nimmt.

ALLSTON (WASHINGTON), im Jahre 1779 im Staate Südcarolina geboren, machte seineersten Studien in Newport, wo er bis zum Jahre 1796 blieb. Schon in seiner zartesten Ju-gend verrieth sich sein Kunstsinn. Im Jahre 1801 ging er nach England, wo er Zögling derKöniglichen Akademie ward. Hier machte er Bekanntschaft mit West, der ihn in seine Ob-hut nahm. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in England, ging er nach Frankreich, undeinige Monate später, nach Italien, wo er vier Jahre lang verblieb. Unterm 2tcn Febraar1840 machte mir Herr von Rumohr über diesen Künstler folgende briefliche Miltheilung:Ichhabe Allston in Rom während der Jahre 1804, 1S05 und 1S06 häufig gesehen. Er übertrafim Malen die meisten seiner Zeitgenossen. Eine Landschaft in ziemlich grofsem Maafsstabe,mit einer jagenden Diana im Vordergrunde, war, in Betreff der Farbe, von angenehmer Wir-kung; sein eigenes, von ihm selbst gemaltes Bildnis erinnerte etwas an die so merkwürdi-gen Tinten und den Lichteffcct in den Rembrandtscben Portraits. Indessen waren seine Far-ben nicht so dick aufgetragen, wie bei diesem. Seine Zeichnung kam mir unbestimmt vor.Unter der grofsen Anzahl von Künstlern, mit denen ich Verbindungen unterhalten habe, warer einer der liebenswürdigsten von Charakter, und durchaus genilcmanly'\

Ein Amerikaner und Bewunderer dieses Künstlers hat mir die Bemerkung mitgetheilt, dafsAllston, seit der Zeit seiner Bekanntschaft mit dem Baron von Rumohr, eine andere Methodeangenommen, mit einem Erfolge, wie seine Arbeiten in Rom kaum erwarten liefsen. So warz. B. an seinem eigenen eben erwähnten Portrait, das dreifsig Jahre nachher auf der sogleichnäher zu besprechenden Ausstellung in Boston erschien, kaum die Hand Allstons wiederzu-erkennen, so sehr unterschied es sich von seinen späteren Arbeiten, die auf derselben Ausstel-lung in grofser Anzahl zu sehen waren.

Wir lesen in der Beschreibung Roms von Plattner und Bunsen u. s.w. (Stuttgartund Tübingen, 1829, Theil I. Seite 587.), Schick habe die Zubereitung der Farbenunterlagein der Art, dafs man nachher die Lasuren auftragen kann, von Allston erlernt. Weiterhin

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