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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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AUSFLUG NACH HOLLAND.

NAVEZ in Brüssel. Genre, lebensgrofse Figuren. Seine Werke werden sehr geschätzt.Er malt auch historische Bilder.

TEN CATE von Amsterdam. Er malt bald Städteansichten, bald Landschaften, bald See-stücke; noch hat er sich für kein ausschliefsliches Genre bestimmt.

DE NOTER. Eine Städteansicht, mit Figuren von Verboeckhoven.

Auch habe ich in dieser Sammlung die Arbeiten von Calisch, Teixeira de Mattos und VanBing, Schülern Krusemans, kennen gelernt.

SAMMLUNG DES OBERSTEN VON CEVA, ADJUTANTEN DES PRINZEN FRIEDRICH

DER NIEDERLANDE, im HAAG.

Der Oberst von Ceva beschäftigt die Künstler, und verschafft ihren Arbeiten Absatz. Erselbst besitzt eine schöne Sammlung solcher Gemälde. Er ist ein zu guter Kunstkenner, alsdafs er eine schlechte oder auch nur mittelmäfsige Wahl träfe. Ich habe bei ihm zwei treff-liche Bilder von Wappers, einem Brüsseler Maler, gesehen. Das eine stellt Ludwig XI. imSchlosse Plessis les Tours dar, mit Philipp von Comines; dem Einsiedler Tristam, seinem Ge-schichtschrciber, und Olivicr le Daim; das andre ist eine Darstellung aus der VerthcidigungLeydens gegen die Spanier im Jahre 1574; derselbe Gegenstand, den wir schon in einemGemälde in Leydcn behandelt gesehen haben. Auch in diesem Bilde nimmt der Bürgermei-ster Van der Werff die Mitte ein.

Das kostbarste unter den Bildern des Herrn von Ceva ist, nach meinem Geschmack, dergrofse Schotel, den er erst am 27sten dieses Monats * erhalten hat. Ich kenne kein schöneresWerk von diesem Meister, und kein Seestück, von welchem Maler und aus welcher Zeit essei, welches mir so naturgetreu geschienen hätte. Dabei zeigt sich der Maler in diesem Bildeso bescheiden, so verständig! . . .

Zwei Scestücke von Gudin, die sich in dieser Sammlung belinden, entfernen sich zu sehrvon der Einfachheit, als dafs sie mir gefallen könnten: aber sie haben das Glänzende, Schim-mernde und Blendende, das viele Kunstliebhaber, und vor allen Herr von Ceva, an Gudinso bewundern; mir dagegen gefallen diejenigen von seinen Gemälden besser, die mit mehrEinfachheit gemalt, und nicht auf eine überraschende Wirkung berechnet sind. Es ist einGlück für die Künstler, dafs der Geschmack verschieden ist, und dafs sie sich nach den Ur-theilen der Liebhaber nicht zu richten brauchen.

Herr von Ceva besitzt aufserdem nachfolgende Gemälde:Leopold, Robert", zwei kleineFiguren.

J. VAN STRY aus Dortrecht (verstorben). Er malte Thiere in der Cuypschen Manier.Sein Bruder A. van Stry malt innere Architektur. Von dem ersten besitzt Herr von Ceva einschönes Viehstück.

NUYEN. Ein Jahrmarkt in Holländisch-Flandern. Dieses Bild erinnert mich an die Gauer-manns in Wien.

EEKHOÜT. Ein Bild, welches man die Witwe von Scliewemnsen genannt hat. Es stellteine Frau dar, mit Kindern von einem Sturmwinde überfallen. Es ist im Steindruck erschie-nen. Man bemerkt an diesem Bilde grofse Ähnlichkeit mit den Arbeiten A. Scheffers. Esist ein reines Genrebild. Ich finde, dafs Eekhouts Malerei gegenwärtig kälter und schwer-fälliger wird. In diesem Bilde ist sie noch leicht und sehr durchsichtig. Was aber die Com-position anbetrifft, so erinnert dasselbe an die Englischen und Französischen Steindrucke.

* April 1838.