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KÜNSTVEREINE UND KÜNSTAUSSTELLUNGEN
Talente durch den Ankauf ihrer "Werke und durch Bestellungen aufzu-muntern.
Der Berliner Kunstverein trat im Jahre 1825 zusammen, und verdanktseine ganze Einrichtung grofsentheils dem einsichtsvollen und kunsteifri-gen Minister Wilhelm von Humboldt, der auch die Statuten für denselbenentwarf, und, mit dem Geheimerath Beuth als Vicepräsidenten zur Seite,der erste Präsident dieses Kunstvereins war. Nach ihnen waren die er-sten Directoren desselben die Herren: Profefsor Jüngken, Banquier Friebe,die Bildhauer Rauch und Tieck, der Architekt Schinkel, der Maler Wach.Zu gleicher Zeit ward einem Ausschufse die Beurtheilung der Werke über-tragen. Die ersten Mitglieder desselben waren die Maler Wilhelm Scha-dow, Begas, Kolbe, und mehrere unter den Directoren namhaft gemachteKünstler.
Die rasche Zunahme der Mitgliederzahl dieses Kunstvereines — er be-gann mit einer Einnahme von 4,223 Thalern, welche im Jahre 1838 bis auf18,280 Thaler gestiegen war — und die Menge der nach und nach entste-henden neuen Vereine in anderen Deutschen Städten, bewiesen am auffal-lendsten, wie sehr die Künste sich überall neue Verehrer erwarben. Ebendiesen Vereinen, so wie den Kunstausstellungen, verdanken die Künstler seit-dem überaus reichlichen Erwerb, der sie zu der grofsen Thätigkeit aufmun-tert, die sie jetzt in ganz Deutschland entwickeln. Die Deutschen Kunst-vereine haben zwar alle, im Allgemeinen wenigstens, dieselbe Einrichtung,denselben Zweck, und gleiche Erfolge, unterscheiden sich aber im Einzel-nen durch sehr verschiedene Mittel und Wege zu dem gemeinschaftlichenHauptziele, je nach ihrem höheren oder niederen Gesichtspunkte. Viele sindwirklich fast nur Lotterien zum Vortheile der Kunst. Wer sich darein auf-nehmen läfst, verpflichtet sich zu einer jährlichen Abnahme von einem odermehreren Loosen, kann aber nach Belieben wieder ausscheiden. Die Mit-glieder ziehen so viel Loose, als sie Actien genommen haben, deren Preisin Berlin 5 Thaler, in anderen Städten mehr oder weniger beträgt.