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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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372
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EINFLUSS DER LITTERATUR AUF DIE

so im Verlaufe einer bestimmten Richtung der Thätigkeit auf sie einwirkt,kann nicht wohl als deren erste Veranlassung, hauptsächliche Triebfederaufgefafst werden. Alle selbständigen Thätigkeiten haben eine tiefer lie-gende Ursache, als in den Anregungen von aufsen, wie kräftig auch diesel-ben in dem Verlaufe der Sachen in jene gelegentlich eingreifen möchten.

Es hat daher vom Anbeginne mich bedünken wollen, dafs jenes Kunst-bestreben, das bei den Deutschen gegenwärtig so thätig sich erzeigt, ehermit dem vorangegangenen poetischen einen gemeinschaftlichen Ursprunghabe, als dessen abhängige Folge sei.

In der That zeigen sich die verschiedenen Richtungen der neuern Kunstüberall früher bei Künstlern, als bei denjenigen Schriftstellern, welche siein Worten angedeutet oder scharf ausgeprägt haben.

Winkelmanns Einflufs, um ein Beispiel anzuführen, war allerdings dreifsigJahre lang sehr grofs. Allein der Gesichtspunkt für die Kunst, den er auf-gestellt, war doch eigentlich nicht von ihm, sondern von Mengs aufgefun-den, dessen beide Taufnamen, Anton Rafael, anzudeuten scheinen, dafsschon sein Vater denselben wenigstens geahnet und gesucht habe. Dennbekanntlich worden diese Namen dem neugeborenen Knaben beigelegt, umanzuzeigen, dafs er den Werth Rafaels mit den Annehmlichkeiten des Cor-reggio künftighin vereinigen solle. Glücklicher wäre es gewesen, wennWinkelmann seinen eigenen Herzenswünschen entschiedener sich hingege-ben, seine Ansichten unabhängig gemacht hätte von den Einflüsterungendes Mengs, der ihn unumschränkt beherrschte. Die Vorstellungsart desMengs, dafs man vom Besondern und Einzelnen und Sinnlichwahrgenom-menen allmälig zu einer schwindelnden Höhe der Allgemeinheit und

Frage zu lösen, ob die Litteratur wirklich die Quelle ist, aus welcher die neuere Kunst her-vorgegangen, oder ob diese unabhängig von den Gelehrten, Dichtern, Romantikern und Re-dactoren periodischer Blätter ihren hohen Standpunkt erreicht hat.* Zugleich wird er einenBeweis des auf die Künste angewandten Deutschen Geistes liefern: diesen in seiner höchstenBedeutung aufgefafst.

* Denselben Gegenstand habe ich schon im ersten Bande dieses Werkes S. 73 und 74., zwar min-der ausführlich und minder bestimmt, jedoch in demselben Sinne, wie Herr von Bumolii', erörtert.