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DEUTSCHE KUNST.
33) Apelles und Kampaspe, nach Shakespeare. Bleistiftzeichnung.
34) Perseus und die Äthiopen. Desgl.Aufserdem noch viele Studien und Entwürfe *.
Weder auf eine Beschreibung, noch eine Beurtheilung der hier angeführ-ten Arbeiten des Künstlers erlaubt der Zweck dieses Werkes, uns einzu-lafsen. Indem wir aber auf eine treue und gelungene Copie einer der vor-züglichsten Compositionen, die Schicksalsgöttinnen, nämlich die Nemesismit der Geifsel, die Hekate, verhüllt im Buche des Lebens lesend, die Par-zen und die Nacht mit Schlaf und Tod (s. das Bilderheft), verweisen kön-nen, wollen wir versuchen, von dem künstlerischen Charakter von Car-stens im Allgemeinen ein Bild zu entwerfen.
Wahl des Gegenstandes. Bei einem Künstler, der nicht auf Bestel-lung arbeitet, ist die Wahl der Gegenstände das erste in die Augen fal-lende Kennzeichen seiner Richtung. Carstens nahm die seinigen vorzugs-weise aus der Griechischen Götter - und Heroenwelt. Der Anblick derersten Antike und das Lesen der ersten Griechischen Tragödie hatte ihnfür immer für diese entschieden. Unbeengt durch irgend eine Schule oderKirche hatte er sich mit vollem Herzen dahin gewendet, wo er die Mensch-heit in freier Höhe erblickte, ohne äufsern Einflufs, wie die Natur, aussich selbst heraus zur Schönheit und Güte entwickelt, mit einem uner-schöpflichen Reichthum bildlicher Weltanschauung, heiter und kräftig, grofsin Gesinnung, rastlos in Thaten, voll Heldenmuth selbst gegen die Gott-heit. Nur was an jene Zeit mahnte, konnte aus der spätem ihn zu Bil-dern reizen, Ossian, Dante, Shakespeare; aber immer kehrte er wiederzu den Griechen zurück. Selbst die Römer, trotz ihrer Seelengröfse undweltbezwingenden Tapferkeit, liefsen ihn kalt. «Bei ihnen,« pflegte er zu
Die Berliner Akademie besitzt von Carstens, aufser einem Bilde der Schlacht bei Rofs-bach: 1) Priamus bittet Achill um die Leiche seines Sohnes Hektor; 2) die Helden vorTroja;3) die Überfahrt, nach Lucian. Vier und zwanzig Darstellungen aus dem Argonautenzuge, nachPindar, Orpheus und Apollonius von Rhodus, die Carstens 1797 gezeichnet, hat nachmals Kochin Kupfer radiert.