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DRESDEN.
Ganz verschieden von seinen übrigen Arbeiten, die mir zu Gesichte ge-kommen, ist ein Strand am Mittelländischen Meere, der, was Vortrag undAuffafsung anbelangt, täuschend einem Vernet gleicht, und den ich in Dres-den im Kunstladen des Herrn Rittner sah. Die untergehende Sonne spie-gelt sich in der stillen See; die Atmosphäre ist neblig; rechts ein festerThurm; einige Figuren auf dem Vordergrunde. Diese Landschaft hat michungemein angezogen. Seine letzten Arbeiten, die ich auf den Berliner Aus-stellungen 1836 und 1838 gesehen habe, schienen mir weit unter seinemRufe zu stehen.
VEITH zeichnet brav mit der Kreide, mit der Feder und in Sepia; auchist er als Kupferstecher im landschaftlichen Fach ausgezeichnet. FRENZELund HAMMER haben in demselben Fache viele Arbeiten geliefert.
RIETSCHEL, ein würdiger Schüler Rauchs, lebt hier seit einigen Jahren.Sein Ruf ist neu, und doch schon gemacht; auch scheint gewiss, dafs ervon der Höhe nicht herabsinken wird, die er bereits erreicht hat.
Er ist in Pulsnitz bei Dresden anfangs dieses Jahrhunderts geboren. Erwar erst zur Handlung bestimmt, fing aber an, bunte Bilder für Weihnachts-geschenke zu zeichnen; und bald ging er nach Dresden, um in der Akade-mie sich als Künstler auszubilden. Er wurde vom Grafen Einsiedel als Mo-delleur in seiner Eisengiefserei zu Lauchhammer beschäftigt; von dort kamer durch Graf Einsiedel in die Werkstatt des Professors Rauch. In Münchenhat er demselben bei der Ausführung des Denkmals des Königs MaximilianHülfe geleistet. Er gewann den grofsen Preis in der Berliner Akademie,zog aber keinen Nutzen davon, weil er ein Ausländer war. Er reiste dann(1831) auf eigene Kosten nach Rom. Eine von den Statuen des Giebelsder Glyptothek in München ist von ihm. Ihm ist hierauf das Denkmaldes Königs Friedrich August von Sachsen übertragen worden. Dieses grofseWerk ist eine der bedeutendsten Hervorbringungen unserer Zeit. Das Denk-mal besteht aus dem sitzenden Bilde des Königs über Lebensgröfse in Erzgegofsen, und aus allegorischen Figuren, welche vier Tugenden vorstellen.